Suchen
Login
Anzeige:
So, 29. Januar 2023, 13:07 Uhr

Ericsson B

WKN: 850001 / ISIN: SE0000108656

Ericsson im Vergleich zu Nokia


14.05.01 00:00
The-Bulls

Dass sich die Wege von Ericsson (WKN 850001) und Nokia trennen, hätten am 20. April die Zahlen des ersten Quartals gezeigt, berichten die Experten von „The-Bulls“.

Diese hätten den Kurs von Ericsson binnen weniger Stunden um 18 Prozent auf 5,82 US-Dollar einbrechen lassen während sich der finnische Konkurrent angesichts durchwegs erfreulicher Nachrichten noch vergleichsweise gut habe halten können. Darüber hinaus habe der verhaltene Ausblick von Nokia, die für die zweite Jahreshälfte 2001 eine abflauende Handy-Konjunktur erwarte, für zusätzliche Unsicherheit gesorgt.

Dies habe auch den Nokia-Zulieferer Balda unter Druck gesetzt. Das solide NEMAX-Unternehmen erzeuge Kunststoffgehäuse für Handys, schreibe rabenschwarze Zahlen und verfüge über einen Weltmarktanteil von über 7 Prozent - Tendenz stark steigend. Trotzdem habe sich auch dieser Value-Stock dem negativen Branchentrend nicht entziehen können. Vor allem die pessimistischen Kommentare des Ericsson-Managements hätten die Analysten zu zahlreichen Downgrades des schwedischen Elektronik-Giganten veranlasst, die die gesamte Mobilfunk-Branche unter Druck gesetzt hätten.

Um die Gegensätze zwischen dem finnischen Weltmarktführer und dem schwedischen Herausforderer zu veranschaulichen, würden sich die Analysten an dieser Stelle eine klare Gegenüberstellung aus unterschiedlichen Perspektiven erlauben:

Nokia: Im ersten Quartal 2001 sei der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um weitere 22 Prozent auf 7,2 Mrd. US-Dollar gestiegen und habe somit knapp über den Erwartungen des Unternehmens von einem 20prozentigem Wachstum gelegen. Auch der Gewinn/Aktie habe sich zufriedenstellend entwickelt und habe mit 17 Cents/Aktie (plus 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr) im Rahmen des Schätzungskonsens von First Call/Thomson gelegen.

Positiv hervorgehoben werden könne auch die Tatsache, dass Nokia in den beiden Hauptgeschäftsbereichen Mobilfunkgeräte und Netzwerkinfrastruktur um jeweils 20 bzw. 35 Prozent gewachsen sei.

Ericsson: Während Nokia rabenschwarze Zahlen schreibe sei Ericsson im ersten Quartal mit 487 Mio. US-Dollar dick ins Minus gerutscht. Der Verlust pro Aktie habe sich auf 3 Cents belaufen und habe sogar 2 Cents unter den Verlustprognosen der Analysten gelegen. Doch ein Umsatzeinbruch um 16,2 Prozent bzw. von 6,8 Mrd. auf 5,7 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, ein operativer Verlust von 564 Mio. US-Dollar und eine Fortsetzung des Personalabbaus hätten zu einer panikartigen Reaktion des Publikums geführt. Besonders besorgniserregend sei der Umstand, dass Ericsson, aufgrund einer viel höheren Vorfinanzierungsquote als Nokia, gegenwärtig einen wesentlich geringeren Cash Flow erziele als die finnischen Konkurrenten. Denn dadurch könnte sich im Falle einer, aufgrund der überzogenen UMTS-Ausgaben, immer mehr abzeichnenden Telekom-Krise die Bonität von Ericsson drastisch verschlechtern. Umso wichtiger seien in einem derart negativen Umfeld schwarze Zahlen und eine operative Marge.

Angesichts der hohen Verluste in der Handy-Sparte seien nun drastische Maßnahmen angesagt. Nach der zusätzlichen Streichung von 12.000 weiteren Stellen würden im laufenden Jahr 22.000 Mitarbeiter bzw. ca. ein Fünftel der Belegschaft abgebaut.

Dieser Personalabbau und die Auslagerung der Handyproduktion an Flextronic seien Bestandteil eines Restrukturierungsprogrammes, um zumindest in einigen Jahren wieder die Gewinnzone zu erreichen. Insgesamt sollten jährlich 2 Mrd. USD eingespart werden. Ericsson CEO Kurt Hellstrom begründe diese Maßnahmen mit einem massiven Einbruch der Nachfrage nach Handys und habe seine Prognose des weltweiten Handy-Absatzes von 540 Mio. auf 430 Mio. Einheiten revidiert.

An dieser Stelle sei jedoch die Frage berechtigt, wessen Handys bei den Konsumenten nicht mehr gefragt seien. Aus den jüngsten Quartalszahlen gehe klar hervor, dass Ericsson ins Hintertreffen gelangt sei. Im ersten Quartal 2001 hätten die Schweden nur noch 6,2 Mio. Einheiten ausgeliefert. Gegenüber dem vierten Quartal 2000 entspreche dies einem Absatzeinbruch von 4,3 Mio. Stück. Doch das sei erst die Spitze des Eisberges. In einer Presseaussendung habe Nokia seinem Erzrivalen nun auch im 3G (UMTS)-Netzwerk-Infrastruktur- Bereich den Krieg erklärt. Mittelfristig würden die Finnen planen auch hier die Weltmarktführerschaft zu erlangen.

Was passiere, wenn Marktanteile verloren gehen und die Umsätze einbrechen, habe Ericsson's Handy-Sparte bereits vorexerziert:

Nach einem Verlust von 1,94 Mrd. USD im abgelaufenen Geschäftsjahr habe das Minus im ersten Quartal bei 684 Mio. USD. Das bedeute eine negative Umsatzrentabilität in der Größenordnung von 90 bis über 100 Prozent. Nokia hingegen habe lediglich einen leichten Rückgang der Marge verzeichnet, die im ersten Quartal 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 24,0 auf 20,7 Prozent rückläufig gewesen sei und im laufenden Geschäftsjahr schlimmstenfalls auf 18 Prozent sinken sollte. Trotzdem müsse dieser Vergleich relativiert werden, denn das Verhältnis des Hauptumsatzträgers zum "Nebengeschäft" verlaufe zwischen Ericsson und Nokia fast umgekehrt proportional:

Während Ericsson 80 Prozent des Umsatzes mit Telekominfrastruktur erziele, erwirtschafte Nokia ca. 70 Prozent mit Mobilfunkgeräten, während der verbleibende Umsatz dem Infrastrukturbereich zuzuordnen sei. Dies bedeute, dass sich Ericsson auch auf das rentable Kerngeschäft, nämlich Telekominfrastruktur und Netzwerktechnologien beschränken und somit aus der verlustträchtigen Handysparte zurückziehen könnte.

Dass dabei Nokia den Zuschlag bekomme, sei allerdings mehr als unwahrscheinlich. Als Käufer würden am ehesten der japanische Elektronikkonzern Sony oder der koreanische Handyproduzent Samsung in Frage kommen. Vor allem letztere besteche durch eine günstige Kostenstruktur.





 
25.01.23 , Deutsche Bank
Ericsson: Kursziel gekappt
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Rating-Update: Robert Sanders, Analyst der Deutschen Bank, stuft die Aktie von Ericsson ...
24.01.23 , Goldman Sachs
Ericsson: Downgrade
New York (www.aktiencheck.de) - Rating-Update: Alexander Duval, Analyst von Goldman Sachs, stuft die die B-Aktie des ...
24.01.23 , Credit Suisse
Ericsson: Kursziel verringert
Zürich (www.aktiencheck.de) - Rating-Update: Adithya Metuku, Analyst von der Credit Suisse, stuft die Aktie von ...