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So, 14. August 2022, 14:28 Uhr

Energieexperten bezweifeln Umsetzbarkeit von Flüssiggasstrategie


06.07.22 00:01
dts Nachrichtenagentur

über dts NachrichtenagenturBERLIN (dts Nachrichtenagentur) - Energieexperten halten die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) für den raschen Import von Flüssiggas (LNG) als Ersatz für russisches Erdgas für kaum realisierbar. Es herrsche vor allem ein Mangel an Transportschiffen, sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Reeder, der "Bild" (Mittwochausgabe). "In der deutschen Handelsflotte gibt es keine Gastanker, die LNG über Langstrecken transportieren können", so Kröger.



"Weltweit stehen insgesamt knapp 500 LNG-Tanker zur Verfügung, allerdings ist die Nachfrage aus anderen Regionen der Welt hoch." Die Flüssiggasmengen müssten auf dem Weltmarkt verfügbar sein und es brauche "entsprechende Tanker, die größtenteils bereits über Langfristverträge gebunden sind", sagte Andreas Fischer, Energieökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Zudem sei "nur eines der drei geplanten Terminals bisher genehmigt". Das Bundeswirtschaftsministerium räumte ein, dass sich die Frequenz und die Anzahl von Tankern, die das LNG-Gas zu den Standorten transportieren, "derzeit nicht beziffern" lasse. Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), sagte: "Die LNG-Strategie von Minister Habeck ist gescheitert und wird absehbar nicht die Menge von Gas ersetzen können, die wir im kommenden Winter benötigen. Deshalb müssen wir alles daransetzen, die Gasspeicher zügig aufzufüllen." Frei fordert deshalb, sofort Kohlekraftwerke wieder anzufahren, um sämtliche verfügbare Gasmengen in die Speicher zu pumpen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte als Antwort auf die steigenden Gaspreise ein neues Preismodell für die Bürger. "Wir brauchen dringend einen festen Bürger-Basispreis beim Gas als wirksamen Schutzschirm gegen die weitere Preisexplosion." Dieser müsse befristet einen Grundbedarf an Gas für die privaten Haushalte deckeln, so Dobrindt.


Foto: über dts Nachrichtenagentur