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Di, 5. Juli 2022, 13:55 Uhr

Was wird das Investorensentiment für nächste Woche vorhersagen?


07.04.22 09:01
Stephan Heibel

Was wird
        das Investorensentiment für nächste Woche vorhersagen






Unser Investorensentiment hat den Short Squeeze letzte Woche (KW 13) vorhergesagt. Unten sehen Sie unsere Prognose für die aktuelle Woche (KW 14). Wird sie wieder richtig liegen? Morgen / Freitag wird es im Heibel-Ticker die Auswertung der aktuellen Woche (KW 14) geben und ich intepretiere die Ergebnisse für die kommende Woche (KW 15).


Interpretation für die aktuelle Woche - liegt sie richtig?

Vom 1. April 2022


"Zukunftspessimismus lässt steigende Kurse erwarten


Aktienkurse steigen normalerweise an einer Wand der Angst, heißt es. Obwohl die Entwicklungen letzter Woche eigentlich Mut machen könnten, ist die Verunsicherung sowie auch der Zukunftspessimismus unter den Anlegern gestiegen. Der DAX konnte in KW 13 ein Wochenplus ausweisen, dennoch ist hierzulande das Lager der Pessimisten größer geworden. Ich habe so etwas schon häufig beobachtet.

Viel zu früh geben sich viele Anleger mit einer kleinen Gegenbewegung zufrieden. Viel zu früh kommen schon wieder die nächsten Zweifel auf, genährt aus der noch jungen Erfahrung, dass man vor dem ursprünglichen Crash alle Warnsignale ignorierte. Das soll nun nicht mehr passieren, also schwingt das Stimmungsbarometer frühzeitig wieder um. Pessimismus ist die intellektuell gut begründbare Geisteshaltung nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen. Wer sich heute als Optimist ausgibt, wird schell als Phantast verschrien.

Doch genau das ist die Stimmungslage, in der Aktienbörsen kontinuierlich ansteigen können. Die Zweifel, in unserer Umfrage als Verunsicherung dargestellt, sind groß. Jegliche positive Entwicklungen werden sofort als utopisch abgetan, es dominiert der intellektuelle Pessimismus.

In dieser Markt- und Stimmungsphase kostet es viel Überwindung, trotzdem auf der Käuferseite zu stehen. Es gibt wenige Argumente für Käufe, außer der Erfahrung aus der Vergangenheit, dass es häufig bereits zu spät ist für Käufe, wenn wir die Argumente erst kennen.

In den USA sieht man einen Krieg nüchterner. Ich würde die traurige Erkenntnis einbringen, dass US-Amerikaner es gewohnt sind, in Kriegszeiten zu investieren. Kurz nach dem Kriegsausbruch liegen die Karten auf dem Tisch. Es folgt eine Weile des Kräftemessens, bevor nach Kompromissen gesucht wird. Wirklich überraschen kann inzwischen keine der Kriegsparteien mehr, denn selbst die schlimmsten Befürchtungen wurden bereits diskutiert.

Der Short Range Oscillator des S&P 500 hat vor zwei Wochen eine überkaufte Marktsituation angezeigt. Eine Konsolidierung war überfällig und wurde durch den Short Squeeze zum Wochenbeginn in der vergangenen Woche (KW 13) nur ein wenig hinaus gezögert. Aus diesen beiden technischen Bewegungen ist jedoch keine neue Richtung abzulesen. Diese würde ich Sentiment-technisch mit den heute vorliegenden Daten dahingehend ableiten, dass wir die Tiefs gesehen haben und perspektivisch, also abgesehen von kurzfristigen Schwankungen, wieder höhere Kurse sehen dürften.

Die Investitionsbereitschaft passt nicht ganz in das Bild, wenn wir "investieren" mit "Kaufen" übersetzen. Doch es gibt ja genügend Marktteilnehmer, die auch mit Leerverkäufen, also Shortpositionen arbeiten. Auch das ist ein Investment. Ein Blick in die Investitionsquote zeigt, dass diese ein mittleres Niveau erreicht hat. Vor dem Hintergrund der großen Absicherungsneigung deutscher Anleger würde ich daher diese Woche die Investitionsbereitschaft dahingehend interpretieren, dass man sich weiter durch Put-Absicherungen gegen fallende Kurse absichern möchte. Diese starke Absicherungsneigung in Deutschland wirkt wie ein Sicherheitsnetz unter den Aktienkursen und machen eine baldige Fortsetzung der Rallye wahrscheinlicher als ein Abtauchen auf neue Tiefs.

Jetzt bekomme ich aber langsam kalte Füße beim Schreiben: Meine Interpretation liest sich so bullisch, dass ein Satz der Warnung angebracht ist. Die Sentimentanalyse zeigt Ungleichgewichte auf. Wenn keine äußeren Ereignisse die Richtung vorgeben, dann deutet die Sentimentanalyse derzeit auf steigende Kurse. Äußere Ereignisse wie insbesondere den weiteren Kriegsverlauf können wir nicht prognostizieren. Eine negative Entwicklung kann jegliche Interpretationen zunichte machen. Es bleibt dann lediglich die Interpretation, dass der Markt auf eine negative Entwicklung weniger stark negativ reagieren würde als er auf eine positive Entwicklung positiv reagieren dürfte."


Details zur Sentimentanalyse vom 1. April sowie die kommende Analyse und Interpretation finden Sie auf der Heibel-Ticker Webseite.






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