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Do, 8. Dezember 2022, 9:48 Uhr

Daldrup & Söhne

WKN: 783057 / ISIN: DE0007830572

Scale-Marktbericht: „Junge Unternehmen haben es besonders schwer“


12.09.22 13:44
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Gemengelage aus Rezessionsangst, Inflation und steigenden Zinsen belastet auch die Kurse kleiner Unternehmen. So manches erweist sich aber auch als resilient. Die drei Fragen gehen diesmal an Pascal Klein, CEO von Pyrum Innovations.
 


12. September 2022. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Scale-Segment leidet weiter unter der allgemein angeschlagenen Stimmung. „Junge Unternehmen haben es derzeit besonders schwer“, erklärt Pascal Klein, CEO des Scale-Mitglieds Pyrum Innovations. Der Scale All Share, der alle Scale-Mitglieder abbildet, liegt am Montagmittag bei knapp 1.400 Punkten. Vor einem Monat waren es noch rund 1.500 Zähler. Der Auswahlindex Scale 30 notiert aktuell bei 1.180 nach 1.330 Punkten Mitte August.


Es sind nur wenige Unternehmen, die sich dem negativen Trend entziehen können. Einige profitieren von den hohen Rohstoffpreisen, wie die Deutsche Rohstoff AG. Andere sind gut positioniert für die Energiewende, wie 2G Energy und Daldrup & Söhne. Wieder andere haben Geschäftsmodelle, die völlig konjunkturunabhängig sind, etwa Formycon. Am besten entwickelt auf Zwölfmonatssicht hat sich weiter Daldrup & Söhne (DE0007830572), der Kurs ist seit September 2021 von 4 auf 7,30 Euro gestiegen. Auf den nachfolgenden Plätzen finden sich Publity (DE0006972508), die Deutsche Rohstoff AG (DE000A0XYG76), Formycon (DE000A1EWVY8) und Beta Systems Software (DE000A2BPP88).


Formycon: „Übergang zu einer neuen Unternehmensphase“


Der Kurs von Formycon (DE000A1EWVY8) ist seit Jahresanfang von 58 Euro auf in der Spitze 88 Euro gestiegen, am Montagmittag sind es 75 Euro. Das Unternehmen aus Martinsried bei München entwickelt Biosimilars, also kostengünstige biopharmazeutische Nachfolgeprodukte. Vor kurzem ist mit FYB201 zur Behandlung schwerer Netzhauterkrankungen ein erstes Produkt in Europa zugelassen worden. Für die USA wird die baldige Genehmigung erwartet. „Mit der europäischen Markteinführung befindet sich Formycon im Übergang zu einer neuen Unternehmensphase“, erklärte Formycon-CBO Nicola Mikulcik.


Die Analysten von First Berlin haben daraufhin ihre Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 97 auf 103 Euro angehoben. Sie gehen davon aus, dass Formycon in den nächsten Monaten einen stetigen Strom weiterer positiver Nachrichten generieren wird, unter anderem gute erste Umsatzzahlen von FYB201 in den USA und der EU.


Formycon war im August sogar umsatzstärkste Aktie im Scale-Segment. Viel gehandelt – auf Xetra und Börse Frankfurt – wurden außerdem die Aktien von Cliq Digital, 2G, Deutsche Rohstoff und Mensch und Maschine. Seit Jahresanfang hat von den Umsätzen her allerdings immer noch 2G Energy die Nase vorn.


Daldrup & Söhne: Geothermie mit viel Potenzial


Als Profiteur der Energiewende wird der spezialisierte Anbieter von Bohr- und Umweltdienstleistungen Daldrup & Söhne aus dem westfälischen Ascheberg gehandelt. „Das Potenzial der Geothermie als erneuerbare, grundlastfähige Energie für den Wärmesektor ist enorm – bisher deckt die Geothermie nur 1,5 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Deutschland“, schreibt das Unternehmen selbst.


SMC Research sieht weiterhin moderates Aufwärtspotenzial für die Daldrup-Aktie und rät zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 8 Euro (aktuell 7,30 Euro). Das Volumen der Aufträge im Verhandlungsstand habe in den letzten Monaten deutlich zugenommen, heißt es. Die Analysten setzen daher ihre Wachstumsprognosen hoch. Auch sie sind davon überzeugt, dass Geothermie einen deutlich größeren Beitrag zur Energiegewinnung leisten kann. Die Rahmenbedingungen müssten allerdings noch verbessert werden.


2G Energy: Punkten mit dezentraler Energieerzeugung


Nicht ganz so gut läuft es dieses Jahr für 2G Energy – zumindest an der Börse. Die Aktie wird aktuell zu 24,60 Euro gehandelt, etwas unter dem Niveau vom Jahresanfang. Dabei hat der Blockheizkraftwerksanbieter sehr gute Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. 2G steigerte die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent, die Umsatzerlöse um knapp 7 Prozent und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebit) um 13 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet 2G nun mit einem Umsatz von 290 bis 310 Millionen Euro nach bislang 280 bis 310 Millionen Euro. 2G Energy hat sich auf die Herstellung von Energieerzeugungssystemen mittels Kraft-Wärme-Kopplung in Blockheizkraftwerken, die mit Erdgas und Biogas betrieben werden können, spezialisiert.


First Berlin hat 2G zuletzt auf „Buy“ hochgestuft und traut der Aktie 31 Euro zu. Hohe Gaspreise machten hocheffiziente und damit Primärenergie sparende KWK-Anlagen im Vergleich zur ungekoppelten Produktion von Strom und Wärme attraktiv, heißt es zur Begründung. Zudem sichere ein Rekordauftragsbestand von 221 Millionen Euro die Vollauslastung der Produktion bis weit ins nächste Jahr.


ERWE neu im Scale


Seit Anfang September hat das Scale-Segment mit ERWE Immobilien (DE000A1X3WX6) neues Mitglied. Zuvor war die Aktie im General Standard gehandelt worden. Mit dem Segmentwechsel wurde die Delisting-Vereinbarung zwischen ERWE und Großaktionär Elbstein AG umgesetzt. ERWE will eigenen Angaben zufolge die Investor Relations-Aktivitäten und die transparente Berichterstattung in gewohnter Qualität aufrechterhalten. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Mischnutzungsimmobilien in den Bereichen Büro, Service, Einzelhandel, Hotel und Wohnen.


Das Analysehaus GSC Research hat ERWE zuletzt noch einmal unter die Lupe genommen und rät zum Kauf bei einem leicht reduzierten Kursziel von 3,10 Euro (aktuell 2,12 Euro). „Bislang hat der branchenerfahrene und weit über den Immobiliensektor hinaus vernetzte Vorstand ERWE gut durch die von Corona, Inflation sowie steigenden Baukosten und Zinsen geprägten Rahmenbedingungen manövriert“, erklären die Analysten. Sie bleiben trotz aller Herausforderungen auch für die weitere Entwicklung der Gesellschaft zuversichtlich gestimmt.


Pyrum: Fit für die Kreislaufwirtschaft


Zuversichtlich ist SMC Research auch bezüglich des Altreifen-Recyclers Pyrum Innovations (s. Drei Fragen an). „Pyrum hat den ersten Vertrag für ein Joint Venture unterzeichnet, bei dem Partner den Großteil der Investitionen für eine neue Recyclinganlage übernehmen“, erklären die Analysten. Das sei ein wichtiger Meilenstein in der Expansionsstrategie. Sieben weitere mögliche Projekte befänden sich aktuell in fortgeschrittenen Verhandlungen. „Das von uns im Rahmen unserer Erststudie im Juni unterstellte dynamische Expansionsszenario wird mit diesen Fortschritten untermauert.“ Die Analysten rechnen mit starken Erlös- und Ertragszuwächsen in den nächsten Jahren und nennen ein Kursziel von 86 Euro (aktuell 68 Euro). Das Urteil lautet wegen des hohen Prognoserisikos allerdings weiter „Speculative Buy“. Pyrum Innovations ist schon länger an der Börse Oslo gelistet, seit Ende März dieses Jahres durch das Dual-Listing auch im Scale-Segment der Frankfurter Börse.


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Scale-Unternehmen


Empfehlung


Kursziel in Euro aktueller Kurs in Euro

GMC


Deutsche Grundstücksauktionen


Kaufen


 28,00


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Blue Cap


Kaufen


 40,00


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Warburg Research


Blue Cap


Kaufen


 42,00


51,30


SMC Research


Delignit


Kaufen


9,80


7,20


GBC


EQS Group


Kaufen


43,95


 28,10


GSC Research


EQS Group


Kaufen


38,50


 28,10


SMC Research


RCM Beteiligungs


Kaufen


2,30


 1,98


GBC


Helma


Kaufen


83,35


36,80

BankM


Datron


Kaufen


15,44


9,85

GBC


Media and Games Invest


Kaufen


5,85


1,96

 


Drei Fragen ... diesmal an Pascal Klein, CEO Pyrum Innovations AG


Pyrum ist in der immer wichtiger werdenden Recycling-Branche tätig, dennoch hat sich der Aktienkurs in diesem Jahr nicht gut entwickelt. Ist das nur der allgemeinen Marktentwicklung geschuldet?


Wenn man sich die Entwicklung der Indizes anschaut, ist ein Teil des Kursverlaufs sicherlich der allgemeinen Marktentwicklung geschuldet. Im aktuellen Marktumfeld haben es junge Unternehmen besonders schwer. Auch das Handelsvolumen unserer Aktie ist noch recht niedrig, so dass sich bereits kleinere Verkäufe direkt bemerkbar machen. Dennoch sind wir im Vergleich zum IPO aktuell noch rund 10 Prozent im Plus.


Das Bekenntnis von BASF zur Pyrum-Technologie 2020 haben Sie damals als „Durchbruch“ bezeichnet. Hat sich das bewahrheitet?


Ja, BASF hat in den Verhandlungen unsere Technologie und die Qualität unserer Produkte intensiv geprüft. Die Beteiligung – BASF hält 7,9 Prozent der Aktien – und die Abnahmevereinbarung über 100.000 Tonnen Pyrolyseöl pro Jahr sind der Beleg, dass wir Rohstoffe in gleichbleibend hoher Qualität liefern können. Das wurde im Markt registriert, und wir haben auch Mercedes überzeugt, die auf Basis unseres Öls aus Kunststoff von BASF Fahrzeugbauteile herstellen. Zudem haben wir weitere Kooperationen geschlossen, etwa mit Continental, die sich an unserem IPO beteiligt haben, und Siemens.


Aus Anlegersicht: Was spricht für Ihre Aktie?


Das Marktpotenzial für unsere innovative Technologie ist enorm: Allein in der EU gibt es 3,4 Millionen Tonnen Altreifen pro Jahr. Hinzu kommt eine immer strengere Regulierung, die die herkömmliche Entsorgung von Altreifen einschränkt. Zudem sind die Rohstoffpreise stark gestiegen. Für Ersteres bieten wir eine Lösung, von Letzterem profitieren wir. Allein die Abnahmevereinbarung mit BASF bietet das Potential für bis zu 22 Werke. Und auch für unser Carbon erfahren wir eine steigende Nachfrage, nicht nur durch Reifenhersteller. Das Ganze machen wir vollkommen nachhaltig, da wir den Wertstoffkreislauf schließen und einen Großteil der CO2-Emissionen einsparen.


Die Pyrum Innovations AG mit Sitz in Dillingen/Saar ist mit ihrer patentierten Pyrolysetechnologie im Recyclingmarkt für Altreifen tätig. Pyrums Pyrolyseprozess funktioniert dabei energieautark, spart einen Großteil der üblicherweise bei der Entsorgung von Altreifen in einem Zementwerk anfallenden CO2-Emissionen ein und produziert aus den als Inputstoffen genutzten Abfällen neue Rohstoffe wie Pyrolyseöl, Gas und recyceltes Industrieruß.


Klein


von: Anna-Maria Borse


© 12. September 2022, Deutsche Börse AG




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