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Do, 7. Juli 2022, 12:38 Uhr

Krieg und Geldpolitik drücken auf die Stimmung


25.04.22 14:52
Feingold-Research

Auf und Ab: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen, verkürzten Handelswoche einmal mehr eine Berg- und Talfahrt vollführt. Während zu Mitte der Woche vor allem positive Vorgaben der US-Börsen für Schwung nach oben gesorgt hatten, ging es am vergangenen Freitag steil nach unten. Auslöser hierfür waren wieder einmal Sorgen vor merklich steigenden Zinsen vor allem in den USA. Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hatte am Donnerstag über einen möglichen großen Zinsschritt auf der Sitzung der Fed Anfang Mai gesprochen. In den USA wie auch in Deutschland zogen die Renditen der Staatsanleihen spürbar an, was diese perspektivisch attraktiver macht – Aktien könnten unter dieser Entwicklung leiden. Für Nervosität sorgten daneben die Präsidentschafts-Stichwahl in Frankreich, nachdem laut Umfragen die Chancen von Marine Le Pen gestiegen waren. Wir stellen den Marktkommentar von Robert Ertl, Börse München, vor.


Leichte Kursverluste



Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging im Wochenvergleich um 0,2 Prozent auf 14.142,09 Punkte zurück. Der MDax rückte dagegen um 0,4 Prozent auf 30.800,16 Zähler vor. Der TecDax gab 0,9 Prozent ab auf 3.172,62 Punkte. Der m:access All-Share verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 2.524,83 Zähler.
Noch stärker als der Dax selbst schwankten die Kurse der Indexmitglieder Delivery Hero und Hello Fresh. Dabei fielen die Wochenbilanzen der beiden einstigen Corona-Gewinner sehr unterschiedlich aus. Während es bei Delivery Hero im Wochenvergleich um 10,0 Prozent nach unten ging, legten die Titel von Hello Fresh um 2,4 Prozent zu. Größte Wochengewinner im Dax waren die Papiere von Daimler Truck mit einem Kurssprung um 9,0 Prozent. Der Nutzfahrzeug-Hersteller profitierte unter anderem von Signalen auf eine Wiederaufnahme der Aktivitäten in China, nachdem hier zuletzt Lockdowns die Wirtschaft gebremst hatten.

BILD: DAIMLERTRUCK
Profitierte von positiven Meldungen aus China: DaimlerTruck

Anleihen: Erneute Verluste



Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche erneut Verluste verzeichnet. Die unverändert hohen oder sogar weiter steigenden Inflationszahlen und die Sorge vor geldpolitischen Straffungen verdarben vielen Anlegern die Lust auf die Bundespapiere. Zu Mitte vergangener Woche waren aus der Europäischen Zentralbank Signale gekommen, wonach eine Zinsanhebung im Juli möglich sei. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe kletterte im Wochenvergleich von 0,84 auf 0,96 Prozent und markierte ihren höchsten Stand seit rund sieben Jahren. Die Umlaufrendite legte von 0,68 auf 0,83 Prozent zu.

USA: Zinsängste drücken Kurse



Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche spürbar leichter tendiert. Vor allem die Zinsängste, die zu Ende der Handelswoche nochmals stark in den Fokus rückten, ließen Anleger verkaufen. Der Dow-Jones-Index verlor im Wochenvergleich 1,9 Prozent auf 33.811,40 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 2,8 Prozent auf 4.271,78 Punkte ein. Der technologielastige Nasdaq-100-Index sackte um 3,9 Prozent auf 13.356,87 Zähler ab.






Ausblick: Krieg und Geldpolitik dominieren die Stimmung



Neue Woche, bekannte Belastungen: Auch in den kommenden Tagen dürften der Ukraine-Krieg beziehungsweise die damit einhergehenden Sanktionen auf der einen Seite und die Inflation sowie Spekulationen über die weitere Geldpolitik auf der anderen Seite das Geschehen an den deutschen Aktienbörsen maßgeblich bestimmen. Sofern es Neues zu beiden Themenkomplexen geben wird, dürfte sich dies direkt auf die Stimmung der Anleger auswirken, zu Beginn der Handelswoche könnten noch die schwachen Vorgaben der Wall Street vom Freitag der Vorwoche für Unsicherheit sorgen. Zudem könnten auch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie in China beziehungsweise die Gegenmaßnahmen Auswirkungen auf das hiesige Marktgeschehen haben. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die Märkte ist diesen mit dem Sieg von Emmanuel Macron bei der Stichwahl um die französische Präsidentschaft erspart geblieben.

Hochkarätige Wirtschaftsdaten



Merkliche Impulse könnten in den kommenden Tagen von Seiten der Wirtschaftsdaten kommen. Hier stehen etliche hochkarätige Veröffentlichungen an, die Einfluss auf die Erwartungen der Marktteilnehmer in Hinblick sowohl auf die Konjunktur als auch auf die Geldpolitik haben dürften. Dazu zählen aus Deutschland und der Eurozone neben Preisdaten das Ifo-Geschäftsklima, das Verbrauchervertrauen sowie das Bruttoinlandsprodukt. Aus den USA kommen unter anderem die Auftragseingänge für langlebige Güter, das Verbrauchervertrauen und die persönlichen Einkommen und Ausgaben. Die Bank of Japan wiederum gibt das Ergebnis ihrer Ratssitzung bekannt..

Fortgang der Berichtssaison



Einfluss auf das Börsengeschehen dürfte zudem – zumindest auf Ebene einzelner Unternehmen oder Branchen – der Fortgang der Berichtssaison haben. In den kommenden Tagen legen allein aus dem Dax unter anderem DaimlerDelivery HeroDeutsche BankHelloFreshLindeMTU Aero EnginesPuma und Symrise Zahlen vor, auch aus der zweiten und dritten Börsenreihe kommen zahlreiche Veröffentlichungen. In den USA geben beispielsweise die Tech-Giganten Alphabet (Muttergesellschaft von Google) und Microsoft Einblicke in ihre Bücher.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 25.04.: Ifo-Geschäftsklima (Deutschland); Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex (USA); Dallas Fed Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 26.04.: Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA; Verbrauchervertrauen in den USA; S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex (USA); Verkäufe neuer Häuser in den USA
Mittwoch, 27.04.: GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Schwebende Hausverkäufe in den USA
Donnerstag, 28.04.: Verbraucherpreise in Deutschland; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Geschäftsklima in der Eurozone; Persönliche Konsumausgaben in den USA; Ergebnis der Ratssitzung der Bank of Japan
Freitag, 29.04.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Verbraucherpreise in Deutschland; Importpreise in Deutschland; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Verbraucherpreise in der Eurozone; Persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA; Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA); Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA)
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