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Sa, 24. Februar 2024, 8:38 Uhr

Javier Miley: Bergbauunternehmen in Argentinien sind vorsichtig optimistisch


30.11.23 17:55
Miningscout.de

Der neue argentinische Präsident steht vor großen Herausforderungen. Die Bergbaubranche hofft auf Reformen und hat hier insbesondere ein Ende der Währungskontrollen im Blick. Liberalisierungen könnten durch die zunehmenden politischen Risiken in anderen Ländern der Region zum Erfolgsmodell werden. Einfach wird es jedoch nicht.


 



Die Präsidentschaft Javier Mileys ruft in der argentinischen Bergbaubranche vorsichtigen Optimismus hervor. Der 53 Jahre alte Ökonom, der als Anhänger der Österreichischen Schule und zumindest ausweichlich der deutschen Wikipedia auch des Anarchokapitalismus gilt, hat im Wahlkampf viel versprochen. "Mit der Kettensäge" soll die Wirtschaft wieder auf Kurs, d.h. aus dem über Jahrzehnte organisch gewachsenen bürokratisch-interventionistischem Dickicht befreit werden.


Argentinien: Inflation bei 140 % – Tendenz steigend


Die Zeiten könnten einfacher sein. Aktuell liegt die Inflationsrate bei mehr als 140 %. Zuletzt schätzten Analysten von J.P. Morgan, dass die Teuerungsrate bis zum Ende des Jahres auf 210 % ansteigen könnte. Neu ist das Problem nicht: Der Argentinische Peso ist eine chronische Krisenwährung.


Die Reaktionen der Politik auf diese Situation haben aus Sicht der Bergbaubranche – und vieler anderer Branchen im Land – erhebliche Probleme nach sich gezogen. So führte die Politik strenge Währungskontrollen ein, um den Peso zu schützen. Jüngst äußerte der argentinische Aluminiumproduzent Aluar in seinem Geschäftsbericht große Bedenken im Hinblick auf die Devisenmarktkontrollen und die Entwicklung des eigenen Geschäfts.


Nicht zuletzt hier will der neue Präsident ansetzen. Im Wahlkampf hatte er die Abschaffung der Zentralbank und des Peso in Aussicht gestellt. Als Ersatz soll der US-Dollar als offizielle Währung eingeführt werden. Außerdem soll der Freihandel stärker gefördert werden.


Nicht zuletzt deshalb haben dem Branchendienst Fastmarkets zufolge viele Unternehmen des Bergbaus das Wahlergebnis überwiegend begrüßt. Fastmarkets etwa zitiert Saul Feilbogen, Berater für Vitale, Manoff & Feilbogen: "Mileis liberale Prinzipien werden die Aktivität ankurbeln und dazu beitragen, die bestehenden Beschränkungen, die die gesamte Wirtschaft, einschließlich des Bergbaus, betreffen, zu reduzieren oder aufzuheben".


Insbesondere könne der neue Präsident die Verzögerung beim Import von Produkten und Maschinen sowie bei Dividendenzahlungen ins Ausland positiv beeinflussen. Bis dahin könne aber Zeit ins Land gehen, da Argentinien zunächst Devisenreserven aufbauen müsse, um Reformen mit Bezug zur Währung umsetzen zu können.


Ende der Währungskontrollen machen Argentinien für Investoren attraktiver


Fastmarkets zitiert eine weitere, nicht namentlich genannte Quelle. Diese glaubt, dass Argentinien "zu einem attraktiveren Ziel für ausländische Investitionen" werden könnte. "Die Tatsache, dass die Währungskontrollbeschränkungen im Laufe der Zeit aufgehoben werden bedeutet, dass die größten Investitionskosten in Argentinien verschwinden oder zumindest sinken werden."


So sieht es auch Researchleiter Duncan Hobbs von Concord. Eine bergbaufreundliche Politik könne die Investitionen erhöhen. Es gehe aber nicht nur um die Politik selbst, sondern auch das Vertrauen in die Stabilität der Regierung.


An diesem Punkt beginnen die kritischen Stimmen. Manche in der Branche fürchten, dass Mileys Rhetorik "aufrührerisch und unproduktiv für den Fortschritt" sein könnte. Fastmarkets zitiert eine Quelle, die angekündigte Maßnahmen wie den Abbruch der Beziehungen zu China, die Abschaffung der Zentralbank etc. als "gefährlich klingend" einstuft   und vor der möglichen sozialen Gegenreaktion auf die Politik des neuen Präsidenten warnt.


Zudem fürchtet die Branche ein weiteres Risiko: Mileys Abwahl. Bergbauprojekte erfordern ein langfristiges Engagement, da es oft mehr als ein Jahrzehnt dauert, bis eine neue Mine die Produktion aufnimmt. Die Amtszeit des argentinischen Präsidenten dauert lediglich vier Jahre – daher besteht die Möglichkeit, dass ein einzelnes Bergbauprojekt bis zum Produktionsstart mehrere Präsidenten erlebt.


Kupfer: Kann Argentinien Peru und Panama ersetzen?

Auch außerhalb der Landesgrenzen wird der Start des neuen Präsidenten aufmerksam beobachtet. Argentinien ist derzeit nach Chile, Australien und China der viertgrößte Lithiumproduzent der Welt. Durch seinen Anteil am Lithiumdreieck entfallen zudem wesentliche Teile der globalen Reserven auf das südamerikanische Land.


Lithium ist bereits jetzt eine argentinische Wachstumsstory. Fastmarkets zufolge das Land im Jahr 2023 rund 53.000 Lithiumcarbonatäquivalent produzieren. Bereits 2030 soll die Produktion auf 343.000 t ansteigen. Außerdem gibt es bedeutende und weitgehend ungenutzte Kupferreserven.


 Für Argentinien ergibt sich insbesondere aus den Entwicklungen in anderen lateinamerikanischen Ländern großes Potenzial – und zwar für den Abbau verschiedener Rohstoffe.


In Panama droht der Mine Cobra von First Quantum Minerals die Schließung, nachdem das Verfassungsgericht den Vertrag der Regierung mit dem Unternehmen als unzulässig eingestuft hatte. In Peru ist die Las Bambas Mine von massiven Streiks betroffen. Allein diese Entwicklungen könnten den globalen Kupfermarkt im Jahr 2024 ins Defizit drücken. Projekte in Argentinien könnten diese Lücke perspektivisch schließen.


Auch in vielen anderen Ländern Südamerikas steht der Bergbau unter Druck. So gab es etwa in Mexiko eine Bergbaureform, die neben einer restriktiveren Vergabe und höheren Belastungen auch kürzere Konzessionen vorsieht. In Chile wurde der Lithiumabbau weitreichend verstaatlicht. Ein bergbaufreundliches Argentinien könnte rasch Investitionen anziehen.


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