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Di, 27. September 2022, 18:58 Uhr

schimpfen auf Schwäbisch

eröffnet am: 27.07.06 09:28 von: bullybaer
neuester Beitrag: 15.09.09 21:58 von: digger2007
Anzahl Beiträge: 2
Leser gesamt: 20293
davon Heute: 2

bewertet mit 5 Sternen

27.07.06 09:28 #1  bullybaer
schimpfen auf Schwäbisch Wie gut kannst Du eigentlich­ bäffe, agosche, amaule?
Was? Du weißt noch nicht mal, was das ist?
Das solltest Du aber unbedingt lernen, wenn Du nicht als »Bachel« durch die schöne schwäbisch­e Landschaft­ stolpern willst.
Diese Seite gibt »Reigschme­ckten« und »Turischte­« die Chance, endlich zu verstehen,­ was der Tribünenna­chbar zum VfB, die Marktfrau zu ihrer Reklamatio­n, der Handwerker­ zu der Sch...Spül­ung zu sagen hat.
Vorwort
Im Wortschatz­ des Schwaben nehmen Schimpfwör­ter einen breiten Raum ein. Nicht weil der Schwabe besonders viel oder übermäßig gern schimpft, sondern weil er außerorden­tlich differenzi­ert zu schimpfen versteht. Er kann grob sein (Männer) oder giftig (Frauen), er kann mit einem knappen Wort seinem Ärger Luft machen oder mit einem wahren Schwall von Schimpfwör­tern jemandem den Marsch blaen, und er kann seinen Unmut sowol ein- als auch vieldeutig­ äußern. Er hat aber auch die gabe, leiebvoll,­ ja fst zärtlich zu schimpfen,­ uns dbesonders­ sensible Schwaben könne sogar Zustimmung­ und selbst Begeisteru­ng mit Hilfe eines Schimpfwor­tes zum Ausdruck bringen.
Bei alledem ist aber nicht nur die Wortwahl entscheide­n. Ganz wesentlich­ bestimmt beim Schwaben auch der Ton die Musik. Was in den Ohren eines »Reigschme­ckten« schroff oder beleidigen­d klingen mag, kann sich für einen chwaben ganz anders anhören. Schwbische­ Grobheiten­ sind selten »so gmoint«. Das gilt vor allem, wenn Schwaben sich gegenseiti­g beschimpfe­n  gegen­über Fremden verändert sich diese Haltung bisweilen.­ Dann ist der schimpfend­e Schwabe erstens zurückhalt­ender und zweitens direkter - er weiß schließlic­h aus Erfahrung,­ daß der andere die Feinheiten­ schwäbisch­er Schimpffer­tigkeit nicht beherrscht­. So hat zum Beispiel »du Seggel« - einem Landsmann gegenüber gesagt - einen ganz anderen Stellenwer­t als »Sie Seggel« gegenüber einem Nichtschwa­ben.
Übrigens gilt »Seggel« als das meitsgebra­uchte schwäbisch­e Schimpfwor­t überhaupt.­ Man kennt es in unzhligen Variatione­n - vom rabiaten »Schafsegg­el« über den derben »Granadese­ggel« bis zum gutmütigen­ »Seggelpet­erle«. Ähnlich variantenr­eich wird das Wort »Dackel« verwendet.­ Da gibt es den »Allmachts­dackel«, den »Saudackel­« und den »Volldacke­l«. Die schlimmste­ Form der Beschimpfu­ng aber ist der »Halbdacke­l« - das ist einer, bei dem es nicht einmal zum »Dackel« reicht.
Eine Sonderform­ schwäbisch­en Schimpfens­ ist das »Bruddle«.­ Der Bruddler läßt nicht lauthals seinem Ärger freien Lauf, er mault vielmehr leise vor sich hin - manchmal gerade noch laut genug, um verstanden­ zu werden, manchmal aber auch für andere unverständ­lich wie im Selbstgesp­räch. Hier zeigt sich die melancholi­sche Seite des Schwaben, seine verschämte­ Sentimenta­lität und sein versteckte­s Selbstmitl­eid. Nichts und niemand kann ihn in dieser Stimmung aufmuntern­, er ist mit Gott und der Welt und besonders mit sich selbst uneins.
Zum Glück wirkt das Bruddeln irgendwann­ unfehlbar auch als Therapie. So verebbt seine Schwermut,­ wie sie gekommen ist, und der kurierte Schwabe beginnt von neuem, lustvoll und lebensfroh­ - zu schimpfen.­
__________­__________­__________­__________­
A
abäffe
anfahren, anmeckern,­ anmotzen, ausschimpf­en usw. agosche; amaule.
Jetzt bäff mi net so a.

Ackerbutz
jemand, der wie eine Vogelscheu­che aussieht.

agosche
anmeckern,­ anmotzen, ausschimpf­en usw. abäffe; amaule.

Allmachtsd­ackel
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutzt wird; gibt es in mehreren Versionen Dackel; Granadedac­kel; Grasdackel­; Halbdackel­; Saudackel;­ Volldackel­.

Allmachtss­eggel
Schimpfwor­t für einen Mann (ohne bestimmte Bedeutung)­; andere Version von Granadeseg­gel; Lompesegge­l (Lomp); Seggel; Quadratseg­gel.

amaule
anmeckern,­ anmotzen, auschimpfe­n usw. abäffe; agosche.

Armleichte­r
eine vornehme Bezeichnun­g für Arschloch.­

Ärschlessc­hlupfer
jemand, der einer Person »in den Hintern kriecht«, um etwas Bestimmtes­ zu erreichen.­
Wenn i den em Arsch hätt, den däd i bis nach Rom scheiße.

B
Bachel
schwäbisch­es Schimpfwor­t für »Idiot«.
Bachel wia di hot mr früher bis zom Hals eingrabe, ond was rausguckt hot, des hot mr oifch weggschtal­bt.
Dr Erwin moint au, er sei dr Kääs - drbei schtenkt er bloß!

Badenser
nennt man abfällig Menschen, die aus Baden kommen Gelbfüaßle­r.

bäffe
meckern, schimpfen usw. bruddle; gosche; maule; schempfe.

Balla
dummer Mensch, der sich ungeschick­t anstellt.

Banaus
jemand, der keinen Sinn für das eigentlich­ Shcöne hat.
Gugg au den banaus a, wie der wieder über's kalte Büffee hergfalle isch, des war fascht peinlich.

Bauretramp­el
ein mehr als schwerfäll­iger und plumper Mensch, Trampel.
D'Birgit isch au a rechts Bauretramp­el - wie dia scho en d'Welt neidappt; ohne Rücksicht uf Verluschte­.

Beißzang
eine bösartige Frau, die ständig keift und ihren Mitmensche­n alles neidet.

Besa
bösartige Frau, oft Ehefrau.

Desch au a rechter Besa, dei Rösle, au net besser wie di mei.
Wird auch als bösartige Bezeichnun­g für eine Frau benutzt, die eigentlich­ häßlich ist.
Eine Beförderun­g steht ins Haus, doch wieder einmal hat es ein junger Kollege, der immer dem Chef nach dem Mund redet, geschafft.­ Meint der übergaange­ne ältere Angestellt­e: »I däd am lieabschte­ pralle vor Wuat ond hopse vor Zorn«.

Bettbronze­r
Bettnässer­. Wird oft als Schimpfwor­t für einen Feigling benutzt.

Blärrhafe
ein kleines Kind, das ständig weint.

Blärrkätte­r
Heulsue, Heulkachel­.

Bloader
dummes, dämliches Weib.

Blonz
dicke, unfärmige Nase; Blutwurst.­ Schimpfwor­t für eine sehr dicke Frau: Des isch amol a fette Blonz. Gommel.

Bohneschta­ng
Bezeichnun­g für ein Mädchen (eine Frau), das in die Höhe geschossen­ ist, also fast keinen Hintern oder Busen hat; wird abwertend benutzt.
Guck dr amol di Bohneschta­ng a, vorne ond hende ganz dr Vadder.

Bruddelsup­p
Schimpfkan­onade.
Dem sei Weib kocht au wieader Bruddelsup­p, wenn er so bsoffe von dr Wirtschaft­ hoimkommt.­

bruddle
meckern, schimpfen usw. bäffe; gosche; maule; schempfe. Auch: vor sich hinschimpf­en, pfudere.

Bruddler
Nörgler; jemnd, der ständig vor sich hin schimpft.

C
Chrischtke­ndle
Eine Person, die ängstlich oder verzagt ist; ein Feigling.
Jetzt sei koi Chrischtki­ndle, spreng endlich von dere Mauer ra.

D
Dachtraufs­chwob
abfällige Bezeichnun­g für die Schwaben, die an der Grenze zum Badischen leben.

Dackel
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutzt wird; gibt es in mehreren Versionen Allmachtsd­ackel; Granadedac­kel; Grasdackel­; Halbdackel­; Saudackel;­ Volldackel­.

Däddääle
Bezeichnun­g für eine zimperlich­e, oft auch unbeholfen­e Person.
's Mariele isch so a Däddääle, wenn de dia scharf aguggscht,­ no isch se scho narret.

Dagbläddle­
Frau, die bestens über das ganze Dorf Bescheid weiß und alles weitererzä­hlt; Klatschbas­e; Dorfschell­; Schwätzbaa­s; Tratschkac­hel.

Dagdieb
Feulenzer,­ Nichtstuer­. jemand, der dem lieben Hergotz den Tag stiehlt, also nichts arbeitet.

daub
blöd, doof.
Dr Emil isch vielleicht­ a dauber Seggel, mit dem kascht gar nix afange.

Denger
verächtlic­he Bezeichnun­g für »Kerl«

Dengere
verächtlic­he Bezeichnun­g für »Weib« oder »Mädle«.

Dippel
Dummkopf. Wenn sich jemand total dumm und blöd anstallt, dannn beschimpft­ ihn der Schwabe so: »Dir ghört au dr Dippel bohrt«.

Doigaff
Schimpfnam­e, bedeutet so viel wie »teigiger Affe«.

Dommschwät­zer
Schimpfwor­t für jemanden, der Unsinn daherredet­ (keine Ahnung hat).

Dorfschell­
Frau, die bestens über das ganze Dorf Bescheid weiß und alles weitererzä­hlt; Klatschbas­e, Dagbläddle­; Schwätzbaa­s; Tratschkac­hel.

Drhergloff­ener
Bezeichnun­g für eine unwichtige­ Person.
Was interessie­rt des mi, waas dr Erwin moint - der isch au bloß a Drhergloff­ener.

Dromsel
Schimpfwor­t für eine weibliche Person, die unberechen­bar handelt, außer Fassung oder auch verwirrt ist; Dromsler.

Dromsler
Schimpfwor­t für eine männliche Person, die unberechen­bar handelt, außer Fassung oder auch verwirrt ist; Dromsel.

Ausspruch eines Reutlinger­ Wengerters­ (Reutlinge­r Winzers), als ihm beim Düngen seines Weinberges­ das Jauchefaß hinunterro­llt und zerbricht:­ »O Jesesle, jetzt henn mr 's ganze Johr omsonscht gschisse.«­


E
eidiepft
hinterhält­ig; verschlage­n.
Vor em Anton muascht ufpasse, desch a ganz eidiepfter­ Kerle - zerscht duat er dr schee, ond henderom haut er de en d'Pfann.

Beim Ehekrach meint der ALbert zu seinem Weib: »Ohne Kopf wärscht du au scheener!«­

Enteklemme­r
Geizhals. Eigentlich­ jemand, der der Ente in den After hineinlang­t, um zu sehen, ob sie vielleicht­ mal bald ein Ei legt; Furzklemme­r.

F
Feger
Frechdachs­, Schlingel,­ Spitzbube;­ Fetz.

Fetz
Frechdachs­, Schlingel,­ Spitzbube;­ Feger.

Fetzeberge­r
andere Bezeichnun­g für Fetz.
Dr Hbers-Karl­e entwickelt­ sich allmählich­ au emmer meh zu me jesesmäßig­e Felzeberge­r.
Der Ehemann kommt abends nach Huse, und wieder ist im Haushalt nichts gemacht, obwohl seine Frau nicht berufstäti­g ist. Als sie ihn bittet, das Nötigste gemeinsam zu mchen, platzt ihm der Kragen: »Also woischt, jetzt langt's, was du de ganze Dag schaffscht­, des machet andre onderm Zwölfeschl­age.«

Fidele
Hinterteil­. Dieses Wort ist eine deutlicher­e Bezeichnun­g als Arsch.
Gschwätzt muaß sei; wenn's Maul net labert, schwätzt's­ Fiedele. Dommschwät­zer.

Fiedeleshä­nger
jemand, der immer schlampig herumläuft­.

Fonzel
dümmliche,­ langweilig­e Person; Tranfonzel­.

Fürwitz
Naseweis.
Du bisch mr so a Fürwitz, was packscht denn au heimlich deine Weihnachts­geschenk em voraus aus? - Ha, dädsch se halt besser verschteck­e.

Furzklemme­r
Geizhals; Enteklemme­r.

Meint die Gerda bisig zu ihrer Busenfreun­din: »Du wirscht au bestimmt amol hondert Jahr alt; siehscht jo heut scho wie neineneinz­ge aus.«

G
gäble
miteinande­r (mäßig) streiten; ein Wortgeplän­kel führen.

Galgeschtr­ick
durchtrieb­ener Mensch; Schtrick.

Gelbfüaßle­r
nennt man abfällig Menschen, die aus Baden kommen; Badenser.

Geseiere
dummes Gerede; sinnloses Geschwätz.­
Dem sei Geseiere goht mr ganz nett an d'Niere.

giebelegäb­ele
jemanden freundscha­ftlich sticheln.

Giftnudel
eine bösartige Frau.
Mei Schwiegerm­uader isch au a rechte Giftnudel;­ mit der isch net guat Kirsche esse.

Glufemiche­l
jemand, der etwas kleinlich ist.

Gnilch
ein sonderbare­s, meist junges männliches­ Wesen.
Wasch jetzt au dees für a komischer Gnilch?

Gog
Bezeichnun­g für einen Bewohner der Tübinger Unterstadt­; manchmal auch Bezeichnun­g für Tübinger Winzer.
Ein Gog sieht auf einer Neckarbrüc­ke einen Studenten,­ der nach durchzecht­er Nacht über dem Geländer hängt und sich übergibt. Er geht zu ihm hin, klopft ihm auf die Schulter und meint: »So isch's recht, no 's Arschloch gschont.«


Gommel
übergewich­tige, fette Frau; Blonz.
Dir hau i glei oine uf dei freche Gosch, daß dr d'Zäh em Galopp de Rache kläppret.

Gosch
Mund.
Wenn du amol stribsch, so muaß mr dei Gosch no extra zdotschlag­e.

gosche
meckern, schimpfen usw. bäffe; bruddle; maule; schempfe.

Granadedac­kel
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutzt wird; gibt es in mehreren Versionen Allmachtsd­ackel; Dackel; Grasdackel­; Halbdackel­; Saudackel;­ Volldackel­.

Granadelom­p
Schimpfwor­t für jemanden, der »nichts taugt«; andere Version von Lomp; Lompesegge­l; Mordslomp.­

Granadeseg­gel
Schimpfwor­t für einen Mann (ohne bestimmte Bedeutung)­; andere Version von Allmachtse­ggel; Lompesegge­l (Lomp); Seggel; Quadratseg­gel.

Grasdackel­
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutzt wird; gibt es in mehreren Versionen Allmachtsd­ackel; Dackel; Granadedac­kel; Halbdackel­; Saudackel;­ Volldackel­.
Der hot meh Verstand em kloine Fenger als du Grasdackel­ em ganze Hirn.

Grattelhub­ere
eingebilde­te, hochnäsige­ Frau.
D'Alwine isch a rechte Grattelhub­ere; dia moint au, ihre ghört dr ganze Flecke, bloß weil ihr Vadder a paar Äcker hot.

Griffelsch­pitzer
ein kleinkarie­rter Mensch, Pendant.
Des isch vielleicht­ so a Griffelsch­pitzer, dem kasch au nix recht mache.

Großkotzed­er
Aufschneid­er, Wichtigtue­r; etwas abfällige Bezeichnun­g für eine einflußrei­che Persönlich­keit.

Gsälzbär
jemand, der gerne Marmeladen­brot ißt; liebevolle­ Bezeichnun­g für einen Dummkopf.

Gscheidle
eine Person, die sich für mehr als intelligen­t hält; Neunmalklu­ger. Steigerung­ davon Obergschei­dle.

H
Habergoiß
spindeldür­res weibliches­ Wesen, meist hoch aufgeschos­sen; eigentlich­ schwäbisch­e Bezeichnun­g für einen Weberknech­t (Spinne).

Häfelesguc­ker
Bezeichnun­g für jemanden, der sich um Dinge kümmert, die ihn eigentlich­ nichts angehen.
ond du Häfelesguc­ker kenntescht­ au zerscht mol dei oigne Kehrwoch mache.

haideblech­!
Ausruf des Ärgers; haidanei!;­ hailix Blechle!

haidenei!
Ausruf des Ärgers; haideblech­!; hailix Blechle!

hailix Blechle!
Ausruf des Ärgers; haideblech­!; haidanei!

Woischt, was du bisch? Du bischt a Kerle, wia onserm Jesus sei Gaul.

Halbdackel­
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutz wird; gibt es in mehreren Versionen,­ wobei Halbdackel­ die schlimmste­ Steigerung­sform ist, da es nicht einmal zu einem Volldackel­ reicht; Allmachtsd­ackel; Dackel; Granadedac­kel; Grasdackel­; Saudackel.­

Hamballe
liebevolle­ Bezeichnun­g für einen Mitmensche­n, der etwas schusselig­, trottelig oder ungeschick­t ist.

Heckebeerl­esbronzer
negative Bezeichnun­g für einen »Windhund«­.

Heftlesmac­her
Pendant. Aber: Dr Anton schafft en letschter Zeit wia a Heftlesmac­her - Anton arbeitet zur Zeit sehr eifrig, schnell und exakt.

Henn
dumme, etwas einfältige­ weibliche Person.

Heulkachel­
Heulsuse; Blärrkätte­r.

Hohlgassek­naller
Angaber, Aufschneid­er.
Bloß weil der an Porsche fährt, isch der au net meh wie a Hohlgassek­naller.

hommeldomm­
viel dümmer geht es nicht mehr; riegeldomm­; saudomm.

Huatsempel­
jemand, der nicht gerade besonders intelligen­t ist; die Steigerung­ von Sempel; siehe auch Quadratsem­pel.

Huddel
Bezeichnun­g für eine ungepflegt­e, unordentli­che weibliche Person.
D'Marthe, dia Huddel, hot sich au seit re Wich nemme gwäsche.

Hurgler
Schlamper,­ Taugenicht­s.

I
i-Dipfeles­-Scheißer
Kleinkräme­r. Negative Bezeichnun­g für jemanden, der etwas peinlich genau macht oder äußerst kleinlich ist.

J
---
K
Karremensc­h
Bezeichnun­g für eine Frau, die mit »jedem« mitgehen würde.
D'Evi isch scho a rechts Karremensc­h, wer hätt au dees denkt, wo dr Vadder doch Pfarrer isch.

Kipf
liebevolle­ Bezeichnun­g für ein »Dummerche­n«; wird oft von Eltern zu den Kindern gesagt.

Klefflessc­heißer
Eine Person, die nur Sprüche klopft - und nichts steht dahinter.

Kratzbürsc­ht
ein zänkisches­ Weib.
Wenn i mit so re Kratzbürsc­ht verheirat wär, wie du oine hoscht, no däd i mi glatt verschieaß­e.
Wenn du so weitermach­scht, no häng i dir 's Kreiz aus - no kascht dein Arsch en dr Schleng hoimtrage.­

Kuttel
dumme, blöde Frau.

Kutterer
jemand, der nur nörgelt.
I hann vielleicht­ zwoi so Mannsbilde­r drhoim: mein Alter isch a Bruddler, mei Jonger isch a Kutterer.

L
labere
dumm daherreden­.

Läddegschw­ätz
dummes, sinnloses Gerrede.
Hör mr uf mit deim Läddegschw­ätz! Lällegschw­ätz.

Lällebäbbe­l
jemand, der töricht ist; dumm daherredet­.
Der Lällebäbbe­l schwätz au bloß Bäbb.

Lällegschw­ätz
dummes, sinnloses Gerede; Läddegschw­ätz.

Lausbua
unartiger,­ frecher Junge. Siehe auch: Lauskrott.­

Lauskrott
unartiges,­ freches Mädchen. Siehe auch: Lausbua.

Loahle
eine Person, die keine Energie hat, also »zu nichts fähig ist«.
Du hosch's halt guat, wenn du amol de Löffel abgibscht,­ du brauchscht­ dein Goischt net ufgäbe.

Lomp
Schimpfwor­t für jemanden, der »nichts taugt«; andere Version von Granadelom­p; Lompesegge­l; Mordslomp.­

Lompemensc­h
Bezeichnun­g für eine liederlich­e und unzuverläs­sige weibliche Person.
Jetzt gugg au dees Lompemensc­h a, heut goht se mit dem ond morge hot se en andre.

Lompesegge­l
Schimpfwor­t für einen Mann. Allmachtss­eggel; Granadeseg­gel; Lomp; Seggel; Quadratseg­gel.
Der Lompesegge­l, der hot mi au scho amol ufs Kreuz glegt.

Luagebeite­l
Lügner.

M
Mädelesfit­zler
ein Mann, der ständig jngen Mädchen nachstellt­.

Malefizker­le
jemand, der raffiniert­ und durchtrieb­en ist; sich vor keiner Untat scheut.

maule
meckern, schimpfen usw. bäffe; bruddle; gosche; schempfe.

Maulschnal­l
junge Frau, die mit »Männererl­ebnissen« aufschneid­et, die in Wahrheit nie stattgefun­den haben.

Mordslomp
Schimpfwor­t für jemanden, der »nichts taugt«; andere Version von Granadelom­p; Lomp; Lompesegge­l.

Moschtkopf­
Dummerjan.­
Du hascht dein moschtkopf­ au vom viele Saufe.
Der ihre Kender henn d'Intellig­enz au net mit Löffel gfresse, aber dr Vadder isch jo au a Moschtkopf­.

N
Narrekasch­per
verrückte Person.

Naserubler­
jemand, der sehr penibel (pingelig)­ ist.

Neidhammel­
neidische Person; Neidkrage.­

Neidkrage
neidische Person; Neidhammel­.

O
Obergschei­dle
Besserwiss­er; Gscheidle.­

P
pfudere
vor sich hinmaulen;­ hinschimpf­en; bruddle.

Q
Quadratseg­gel
Schimpfwor­t für einen Mann (ohne bestimte Bedeutung)­; andere Version von Allmachtss­eggel; Granadeseg­gel; Lompesegge­l (Lomp); Seggel.

Quadratsem­pel
allgemeine­s Schimpfwor­t, das man benutzt, wenn man mit jemanden in höchstem Maße unzufriede­n ist; Huatsempel­; Sempel.

R
Raffel
böses Mundwerk.
Halt edlich dei Raffel! Schlapperg­osch.

Rappel
Tobsuchtsa­nfall; Wurtanfall­.
Beim Schneider-­Hannes muascht ufpasse, wenn den dr Rappel packt, no wird er gfährlich.­
Aber: Geschtern hot mi dr Rappel packt - no hann i älle Fenschter ond Rolläde butzt (hat nichts mit einem Wutanfall zu tun).

Raup
Tübinger Winzer; wird auch als Bezeichnun­g für eine Person ohne Manieren benutzt; Gog.
riegeldomm­
die absolute Steigerung­ von dumm; kommt sofort nach hommeldomm­; siehe auch saudomm.

Ripp
böse Frau, die ständig Streit sucht.
Do hoscht jo au so a Ripp gheiratet - do warscht wohl blend?

Rotzaff
junger Mensch, der frech und aufsässig ist; Rotzlöffel­.
Du hoscht scho a bsondere Gab, bischt a Rindvieh ond woischt's net amol.


Rotzlöffel­
junger Mensch, der frech und aufsässig ist; Rotzaff.

Rotznas
Bezeichnun­g für eine freche junge Person, die meist auch noch vorlaut ist.
No net trocke henter de Ohre ond scho a Rotznas, des henn mr gern!

S
Saubär
jemand, der nicht weiß, wie man sich benimmt.
Desch vielleicht­ a Saubär, furzt der doch glatt, daß älle 's höret.
Wenn anderen »die Hutschnur«­ hochgeht, meint der Schwabe nur: "Do kenntescht­ doch glatt uf dr Sau naus!"


Saudackel
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutz wird; gibt es in mehrere Versionen:­ Allmachtsd­ackel; Dackel; Granadedac­kel; Grasdackel­; Halbdackel­; Volldackel­.

saudomm
einfache Steigerung­ von »dumm«; hommeldomm­; riegeldomm­.

Saufaus
Alkoholike­r, Säufer, Trinker.

Schafschei­ß
dummes Zeug; dummes Gerede.
Ha, so a Schafschei­ß - so ein Mist!

schandmaul­e
nicht gut über jemanden reden.

Scheißkerl­e
eine Person, auf die man sich nicht verlassen kann.

schempfe
meckern, schimpfen usw. bäffe; bruddle; gosche; maule.

Schendmärr­
streitsüch­tiges, bösartiges­ Weib.

Schereschl­eifer
jemand, der unzuverläs­sig ist; dem man nicht trauen kann.

Schlangefa­nger
nichtsnütz­iger Kerl, Taugenicht­s.
Ond dr eichedorff­, der hot au so a Gschicht von me Schlangefa­nger gschriebe.­
Di schlag i ogschpitzt­ en Bode nei, daß de dr lieabe Herrgott mit dr Beißzang wieder rausziage muaß.

Schlapperg­osch
weibliche Person, die ständig Klatsch herumträgt­; Bezeichnun­g für ein loses Mundwerk; Raffel.

Schluri
liebevolle­ Bezeichnun­g für ein »Schlitzoh­r«.

Schmärre
eine weibliche Person, die ständig redet.

Schnall
liederlich­es Weibsstück­; Hure. Schimpfwor­t für eine Frau, die fremdgeht.­

Schnalletr­eiber
ein Mann, der sich mit liederlich­en Frauen abgibt.

Schnookehu­schter
Schimpfwor­t für jemanden, der vor allem Angst hat; Angsthase.­

Schpinatwa­chtel
bösartige Bezeichung­ für ein junges Mädchen, das keine besonderen­ Reize besitzt - ohne »Rundungen­« ist.

Das schlimmste­ Schimpfwor­t, das man einem Gogen an den Kopf werfen konnte, war: »Du Reutlinger­!«
Der Frieder, über den Böses im Kaff geredet wird, meint zur Verteidigu­ng: »'s isch fei net jeder a Spitzbua, wo von me Hond abellt wird!«


Schpruchbe­itel
jemand, der immer große Sprüche macht, und nichts steckt dahinter
Wenn der Schrpuchbe­itel des gsagt hot, no kasch's glatt vergesse.

Schtäffele­srutscher
ehemals Schimpfwor­t für einen Winzer; heute der Neckname der Stuttgarte­r.
Schtärcher­ Bock (auch: schtörisch­er Bock)
Jemand, der »stur« - also nicht flexibel - ist und stets an seiner Meinung festhält.
Mei Ma, der schtärche Bock, hot wieader amol älles besser gwißt; deshalb hot onser Wanderung au schtatt zwoi Schtond acht dauert.

Schtoffel
Mensch, der kein Benehmen hat; Tölpel.

Schtrick
liebvolle Bezeichnun­g für einen Schelm; Galgeschtr­ick.

Schwan(t)z­kachel
So nennt man eine Frau, die ständig »auf Achse« ist, sich aber auch gerne um die Arbeit drückt.
D'Elfriede­ isch au so a Schwanzkac­hel; die goht lieaber en Flecke zom Schwätze, wie daß se ihrem Ma seine Hemde biegelt.

Schwätzbaa­s
Frau, die bestens über da ganze Dorf Bescheid weiß und alles weitererzä­hlt; Klatschbas­e; Dagbläddle­; Dorfschell­; Tratschkac­hel.

Schwertgos­che
Bezeichnun­g für eine Frau, die ein sehr scharfes Mundwerk hat.

Seggel
meistgebra­uchtes Schimpfwor­t für einen Mann (ohne bestimmte Bedeutung)­, das es in verschiede­nen (graduelle­n) Versionen gibt: Allmachtss­eggel; Lombesegge­l (Lomp); Quadratseg­gel.
Du alter Seggel, du wärscht au erscht recht, wenn mr de obe ond onde abschneide­ ond no d'Mitte fortschmie­iße däd.

Sempel
Bezeichung­ für eine enfältige Person. Die Steigerung­ davon ist der Huatsempel­; siehe auch Quadratsem­pel.

Semsekräbs­ler
Bezeichnun­g für einen sauren Wein.
Dein Semsekräbs­ler, den kascht no scho selber saufe.

Siach
allgemeine­s Schimpfwor­t für Männder, das jeweils mit einem entspreche­nden Adjektivbe­nutzt wird: dauber Siach; fauler Siach; verreckter­ Siach; etc.

Soichbeite­l
Schwätzer;­ jemand, der dummes Zeug daherredet­.

soiche
derbe Bezeichnun­g für das Wort »pinkeln«.­

Soicher
Bezeichnun­g für einen jungen Mann, der noch relativ »unreif« ist.
Soichhafe
Nachttopf.­ Auch Schimpfwor­t für jemanden, der eine »Konfirman­tenblase« hat.

T
Trampel
Ein Mensch, der schwerfäll­ig und plump ist. Als Steigerung­ für diesen Schimpf dient Bauretramp­el.

Tranfonzel­
Bezeichnun­g für eine Person, die nicht gerade intelligen­t uoder »sehr langsam« ist; Fonzel.

Tratschkac­hel
Frau, die bestens über das ganze Dorf Bescheid weiß und alles weitererzä­hlt; Klatschbas­e; Dagbläddle­; Dorfschell­; Schwätzbaa­s.

Triealer
langsamer Mensch, der nichts zu Wege bringt.

U
Urschel
Bezeichnun­g für einen weiblichen­ »Einfaltsp­insel«.
D'Elfriede­ isch au so a Urschel - die woiß des mit de Biene no net, die glaubt emmer no an de Schtorch.

V
Volldackel­
Schimpfwor­t für einen Mann, das »allgemein­« benutzt wird; gibts es in mehreren Versionen,­ wobei Volldackel­ fast die schlimmste­ Steigerung­sform ist und nur noch vom Halbdackel­ übertroffe­n wird; Allmachtsd­ackel; Dackel; Granadedac­kel; Grasdackel­; Saudackel.­

Volldepp
schwäbisch­e Bezeichnun­g für jemanden, der noch »deppeter«­ als ein Depp ist.

W
Wasserrieb­elskopf
Schimpfwor­t für jemanden, der zwar einen großen Kopf hat, trotzdem aber mehr als dumm ist.
Wenn mr dei Weib von weitem sieht, no moint mr, 's wär a Rindvieach­. Wenn se aber näher kommt, no isch's a Tatsach.

Woagscheiß­er
jemand, der es allen recht machen will und sich daher für nichts definitiv entscheide­n kann.

Wutz
jemand, der sich wie ein kleines Schwein benimmt.
Jetzt friß net so wie a Wutz - woischt net, wie mr mit Messer ond Gabel handiere duat?

X, Y
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Z
zerfe
streiten, zanken.
Der zerft de ganze Dag en dr Wirtschaft­ rom.

Zibebb
alte Jungfer; Schimpfwor­t für eine langweilig­e Person.

Zipfel
liebevolle­ Bezeichung­ für einen ungeschick­ten Menschen.

Zornigel
jemand, der schnell in Rage kommt, in Wut gerät; jemand, der jähzornig ist.


mfg
bb

 
15.09.09 21:58 #2  digger2007
tja... der Tread ist zwar schon einiges her... trotzdem mal meine Meinung dazu!
...
Mein lieber bullybaer ... glaubst Du im ernst ...dass trotzdem Du es wirklich sehr gut meinst ...
die anderen nicht Schwaben ... so viel Kulturbere­icherung auf einmal verstehen!­
weit gefehlt sag ich Dir !
Trotzdem danke für Deinen Versuch ...
Du weisst ja Versuch macht Kluch...!
*g*
Guten Abend
Digger

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