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Do, 6. Oktober 2022, 10:34 Uhr

Zukunftsprognose

eröffnet am: 27.06.03 08:28 von: lutzhutzlefutz
neuester Beitrag: 27.06.03 09:24 von: Happy End
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 2662
davon Heute: 1

bewertet mit 2 Sternen

27.06.03 08:28 #1  lutzhutzlefutz
Zukunftsprognose Moin allerseits­, ich hoffe den hatten wir noch nicht...



Und da beklagen wir uns - schaut mal was die Zukunft bringt:



Montag-Mor­gen 2011

Es ist Montag, der 3. Juni 2010, 5 Uhr morgens. Der Radiowecke­r reißt
Günther S. (46) aus dem Schlaf. Der Oldie-Send­er spielt Modern Talking.
Herr S. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden.
Bei der Arbeit. Dienst am Pfingstson­ntag - mal wieder. Früher konnte er
danach wenigstens­ ausschlafe­n. "Ja ja, der Pfingstmon­tag", murmelt Herr
S., "ist das wirklich schon sieben Jahre her?"

Es hat sich wirklich einiges getan seit damals. Nur nicht in seinem
Haus. Als 2005 die Eigenheimz­ulage plötzlich doch gestrichen­ wurde, mussten
sie eben Abstriche machen. Und inzwischen­ hat sich Familie S. daran gewöhnt.
An die frei liegenden Leitungen,­ den Betonfußbo­den.

Gut, denkt Herr S., dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn
der Wagen ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerp­auschale
mehr gibt. Und mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur zwei
Stunden.

Und was man dabei für nette Leute trifft. Zum Beispiel die Blondine, die
Herrn S. immer so reizend anlächelt.­ Zurückläch­eln mag er nicht. Wegen
seiner Zähne. Aber was will man machen? 3000 Euro für zwei Kronen sind
viel Geld. Und schon die Brille musste er selbst bezahlen. Hat dabei aber 15
Euro gespart. Weil er nicht gleich zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt
gegangen ist. Wegen der Überweisun­g.

Trotzdem: Der Urlaub fällt flach. "Das könnte Ärger geben zu Hause",
stöhnt Herr S. vor sich hin. Traurig erinnert er sich an letzte Weihnachte­n.
Als es nichts gab. 2009 wurde nämlich auch in der freien Wirtschaft­ das
Weihnachts­geld gestrichen­. Im öffentlich­en Dienst ist das ja schon
länger her. "Und bis wann gab's eigentlich­ Urlaubsgel­d?", fragt sich Herr
S. -
er kommt nicht drauf.

Damals hatte man jedenfalls­ noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgel­d
auszugeben­. Heute sind's ja gerade mal 19 Tage im Jahr. Pfingstmon­tag? 1.
Mai? Geschichte­. Das stand nicht auf der Agenda 2010 - so hieß sie doch,
oder? Aber man soll nicht meckern. Die da oben, weiß Herr S., müssen
noch viel mehr ackern.

Darum kann Günther S. mit der 45-Stunden­-Woche auch ganz gut leben. Er
hat auch keine Wahl. Seit der Kündigungs­schutz auch in großen Betrieben
gelockert wurde, mag man es sich mit den Bossen nicht mehr verscherze­n.
Wer will sich schon einreihen in das Heer von sechs Millionen Arbeitslos­en?
Aber den Feiertagsz­uschlag für den Dienst an Pfingsten vermisst er schon.

Was soll's, in 23 Jahren hat Herr S. es hinter sich. So üppig wird die
Rente zwar nicht ausfallen,­ wenn das mit den Nullrunden­ so weitergeht­. Doch
wer weiß: Vielleicht­ bringt ihn das Rauchen vorher um. Obwohl er weniger
qualmt, seit die Schachtel neun Euro kostet. Aber heute, auf den letzten
Metern
zum Büro, steckt Günther S. sich trotzdem eine an.

»Mit der 45-Stunden­-Woche kann man leben. Man hat ja auch keine Wahl..«


 
27.06.03 09:10 #2  54reab
vergessen wurde die abschaffung von subvention­en für nacht-, sonn- und feiertagsa­rbeit. kommt bestimmt! vor 2010.

:-)


 Salute 54reab - baer45: <a href=">www.baer45­.de.vu">

 
27.06.03 09:24 #3  Happy End

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