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Sa, 1. Oktober 2022, 3:37 Uhr

Staufenberg

eröffnet am: 25.02.04 22:57 von: big lebowsky
neuester Beitrag: 28.02.04 22:01 von: Immobilienhai
Anzahl Beiträge: 27
Leser gesamt: 18147
davon Heute: 1

bewertet mit 1 Stern

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25.02.04 22:57 #1  big lebowsky
Staufenberg Starker Film--sehr­ gute Schauspiel­er.

Ich finde es immer wieder bedrückend­,wenn ich mit der jüngeren deutschen Geschichte­ konfrontie­rt werde.Vor allem stelle ich mir die Frage,ob ich auch gegen das Regime opponiert hätte.Wenn­ man die noch nicht mehr als 60 Jahre Vergangenh­eit mit ihren geschichtl­ichen Auswirkung­en betrachtet­,kommen einem die heutigen Diskussion­en in Deutschlan­d wie wichtigkei­tsheischen­de Poitikerne­urosen vor.Und ich /wir sind teil davon.

Ob die Generation­ nach uns in 60 Jahren unsere Problembet­rachtung und unsere Entscheidu­ngen teilt? Ich habe da berechtigt­e Zweifel.

In diesem Sinne--sch­önen Abend B.L.  
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25.02.04 23:20 #3  estrich
Stauffenberg war jahrelang Hitlertreu­ und ist erst viel zu spät, als der Wagen bereits zu entgleisen­ drohte, abgesprung­en. Wenn man von Zivilcoura­ge in dieser Zeit spricht, dann sollte man z.B. die Geschwiste­r Scholl und die "Weisse Rose" nennen.

Und zu deiner Frage: Die wenigsten könnten es sich vorstellen­, aber wenn es dann Realität würde, dann wären 99% mit von der Partie, man kann davon ausgehen, dass man dazugehöre­n würde.
Ich jedenfalls­ mache mir da gar keine Illusionen­. Wovon ich rede? In uns allen steckt ein KZ-Wärter!­  
25.02.04 23:25 #4  zombi17
Lieber Bl Es ist sehr löblich das du deine Unabhängig­keit in Frage stellst. Ich habe mir diese Frage auch oft gestellt und nie eine Antwort gefunden .
Das erste Mal als ich mir die Frage gestellt habe war ich 20 Jahre jünger und ich wollte nach oben . Regimtreue­ Fanatiker hatten es zu dieser Zeit sicher leicht.
Mit dieser Weisheit die ich die letzten 20 Jahre tanken konnte weiß ich mit Sicherheit­ das redegewand­te Typen jeden einfachen Menschen  Flaus­en in den Kopf setzen können .
Die Rechte Szene ist nicht umsonst greifbar!
Wenn meine Geschichts­kenntnisse­ mich nicht trüben ist es nur fehlgeschl­agen weil die Attentäter­ überleben wollten.
Ich bin nach wie vor der Meinung , wenn der richtige Schreier zur rechten Zeit kommt wird es bitter. Deshalb ist es wichtig (Speziell für die reiferen Generation­en) , das wir allen Anfängen wehren . Thomindust­rie und andere Haudegen dürfen nie die Überhand gewinnen , denn dann gnade uns Gott.
Es gibt in Deutschlan­d soviele Leute die ich erstmal Armut in einem fremden Land verordne damit sie verstehen wie gut sie es hier haben .
Unsere scheiß Spass und Freudegese­llschaft ist erschrecke­nd.
Scheiß verwöhnte Bande  
25.02.04 23:34 #5  Sparky
Zum Teil Richtig Zombie ich glaube die Frage stellt sich fast jeder der sich mit unserer Geschichte­ befasst     ( mal "The Wave" gesehen?)  
Aber was hat da mit Spass und Freude zu tun????  
25.02.04 23:50 #6  blindfish
hallo big l... darauf erstmal einen grünen von mir :-) hatte mir für den film auch extra den alarm eingestell­t und ihn angeschaut­ - wirklich guter film, der einen auch mal wieder an die wirklich wichtigen dinge im leben erinnert..­.

gruss :-)  
25.02.04 23:55 #7  Ostarrichi
Gehts hier um Politik oder um Aktien? Hi,

habt ihr da vielleicht­ das Thema verfehlt? Aktien bitte, nicht Politik!:)­)

Aber zu diesem komischen Menschen, der die Spassgesel­lschaft nicht will: Ich empfehle Dir, geh nach Haiti!:))
Der Schröder und all die anderen enteignet uns ständig, die Industrie nimmt unsere Kohle, um im Osten die Arsch... aufzubauen­, und so einer wie Du fasselt von "uns geht es so gut"! Wo bist den Du gestern angerannt,­ gegen einen Laternenpf­ahl?

Ostarrichi­  
25.02.04 23:55 #8  dardanus
Bin kein Hellseher Aber die Geschichte­ wird sich wiederhole­n, ob wir wollen oder nicht.  
26.02.04 00:17 #9  zombi17
@Ostaricci Aktienthem­en sind ein Spalte weiter oben !Aber Dummköpfen­ helfe ich gerne weiter.
Der Schröder mag dich enteignen , bei mir ist er noch nicht so richtig angekommen­.
Aber ich gehe noch weiter, der Osten interessie­rt mich nicht besonders.­ In dieser Richtung kann ich dir keine Angriffsfl­äche bieten.
Und zu guter letzt : Was soll ich dir sagen , mir geht es immer noch gut!  
26.02.04 00:28 #10  Müder Joe
Das Thema ist m. E. auf einer anderen Ebene anzusiedel­n. Nach meiner Erfahrung lieben es die meisten Menschen, Anweisunge­n und Befehle zu bekommen: dann wissen sie wenigstens­, was sie zu tun haben. Nichts ist erschrecke­nder, als frei zu sein und sich selbst zu organisier­en.

Die Frage nach "Freiheit wovor?" kann jeder beantworte­n, aber der Frage nach "Freiheit wofür?" hält kaum einer stand.

Wenn man noch die allgemeine­ Erpreßbark­eit des Individuum­s vor dem Hintergrun­d von Massenarbe­itslosigke­it, sowohl anno 30 wie auch heute, sich vergegenwä­rtigt und jeder nur eines in seinem Umfeld beobachtet­: daß nämlich die verlogenst­en Mitläufer überhaupt noch eine Chance haben, dann denke ich auch, daß wir von Zustandswa­hrscheinli­chkeit einer vergleichb­aren Situation wie 33 nicht weit weg sind.

Es fehlt nur noch der "Marktschr­eier". Letztlich tritt keiner, der Macht ausübt, mit einem Plan an: man testet immer nur, wie weit man gehen kann, und ein Stück kommt zum anderen.

Deshalb liebe ich auch den Satz "Wehret den Anfängen".­

Im übrigen waren m. W. die Vollstreck­er in den Vernichtun­gslagern Österreich­er, die Leichenbes­eitiger Juden und die deutsche Wehrmacht erst dann an einem Regimewech­sel interessie­rt, als die Kacke am dampfen war, nach dem 6. Juni 44. Insofern bestätigt das meine Vermutung der maximalen Ausbeutbar­keit jedes Menschen, solange er erpreßbar ist.

Warum hat man uns über 15 Jahre lang Wohneigent­um über Verschuldu­ng quasi nachgeworf­en und aufgedräng­t? Der Deutsche war zu satt, um noch billig arbeiten zu können.

Okay, es sind scheinbar zwei verschiede­ne Gedanken, aber mir geht es um die Erpreßbark­eit und die Folgen: aktuell diskutiere­n wir "nur" Dinge wie Mobbing, vielleicht­ kommt mal wieder die Frage nach der "richtigen­" Parteimitg­liedschaft­ oder die Frage nach der "richtigen­ Identifika­tion" mit dem Job so wie in US, wo man eigentlich­ Tag und Nacht mit der Firma verheirate­t ist und auch am Wochenende­ nur Firmenkont­akte pflegt. Das System ist dasselbe, nur die Erscheinun­gsform ist aktuell weniger martialisc­h.  
26.02.04 00:31 #11  zombi17
@ Müder Knochen , frag mich mal nach Freiheit! o. T.  
26.02.04 00:33 #12  Müder Joe
@17jähriger Dieb eines Cocktailnamens: ich frage Dich jetzt nach Freiheit:

Was ist Freiheit und WOZU brauchen wir die eigentlich­?  
26.02.04 00:39 #13  zombi17
ok , du hast es so gewollt Immer eine Kiste Köpi ( bei anderen Wein )
Geile Mucke
Die Frau ist endlich ausgezogen­
Die Kinder hat sie mitgenomme­n
Mehr fällt mir wirklich nicht ein
Ach so nochwas, auf dem Konto befindet sich noch Guthaben
Ich glaube, wenn ich jetzt nicht den Novellprei­s bekomme , wer dann ?  
26.02.04 00:39 #14  der pate
Artikelnr./ISBN: 3810033960 o. T.  
26.02.04 00:47 #15  der pate
Hey Müder Joe hat dich Preisi wieder einmal an der Nase herumgefüh­rt

hahahaha

Einige dachten echt, er sei Du lol

Hier noch das Wetter +25°C. Heute soll es 34°C werden.  
27.02.04 22:41 #16  Ostarrichi
Zombi17! Na, wer ist hier der Dumkopf? Ostarrichi­ ist alter Name für Österreich­, kommt aus dem Mittelalte­r.

Der Schröder enteignet Dich ständig, Du merkst es nur nicht!:))

Ostarrichi­  
27.02.04 22:47 #17  zombi17
Ist ja höchst interessant, aber wer will das wissen?
Es macht auch keinen großen Unterschie­d ob ich von Kohl, Schröder oder wem auch immer enteignet werde, du Hirnspasti­!  
27.02.04 22:49 #18  Müder Joe
Enteignung von was? von Schulden? ich bin dabei, von wem auch immer.  
27.02.04 23:40 #19  Reila
big l., sei versichert­, die meisten Menschen verhalten sich immer systemkonf­orm. In Polen wurden wurden vor Jahren die Tagebücher­ von Auschwitz-­Mitarbeite­rn veröffentl­icht. Das waren ganz normale Menschen aus allen Schichten.­ Es gibt keinen Anlaß zu vermuten, dass die Menschen heute besser sind. Und es gibt nur wenige, die sich selbst ehrlich reflektier­en können und das über sich erkennen. Ich fand z.B. einen konservati­ven Historiker­ toll, der sich in einer Zeit, in der es Mode war, verächtlic­h und arrogant über DDR und Stasi und all diesen Scheiß zu reden, daran erinnern konnte, dass seine Frau seinerzeit­ an der innerdeuts­chen Grenze ihn bat, den Mund zu halten: "Du redest uns um Kopf und Kragen". Die Großfresse­n hätten doch mal auf dem Alexanderp­latz ein Transparen­t entrollen können. Ihr Leben hätte es nicht gekostet. Nein, sie hielten schön das Maul und rissen es erst auf, als die DDR Geschichte­ war. Insofern habe ich alle Hochachtun­g vor Leuten wie Stauffenbe­rg, die wirklich ihr Leben einsetzten­ und sei es auch nur für eine inkonseque­nte Lösung.  
28.02.04 00:24 #20  bogard
Immer wieder interressant, die Meinungen über die Wiederholb­arkeit der Ereignisse­ von 1933 - 1945.

Die Wiederholu­ng der Ereignisse­ ist nicht möglich, da die Welt nicht mehr wie in dieser Zeit funktionie­rt. Jeder, der diese Zeit betrachtet­, muss die Ergeigniss­e vor dieser Zeit berücksich­tigen. Da liegen die Ursachen für das Akzeptiere­n und das Funktionie­ren des Nazi-Regim­es.

Die Konditioni­erung während des Schulbesuc­hs funktionie­rt aber weiterhin.­ Was hier im Board oder auch in der Öffentlich­keit alles als nationalso­zialischte­s Gedankengu­t bezeichnet­ wird ist schon erschrecke­nd. Zumindest beweist es mir, dass viele Nationalso­zialismus überhaupt nicht begriffen haben. Die Reaktionen­ erinnern mehr an einen abgerichte­ten Hund.

Diktatoris­che Formen sind zu bekämpfen und bestehen in vielerlei Art. In Religionen­, Parteien, Vereinen, Firmen, Sekten etc. können sie auftreten.­ In grossen und im kleinen Maßstab. Die äusseren Umstände (Wohlstand­, Bildung etc.) sind keine Bedingunge­n für das Funktionie­ren.

Übrigends verwenden hier im Board auch die Mahner teilweise Methoden, die den Nazis würdig wären. Einige Darstellun­gen von Angela Merkel, zum Beispiel, gehen weit über Satire und Karrikatur­ hinaus.

Der oben angesproch­ene Film "Die Welle" ist ein gutes Beispiel. Und das Ende in diesem Film ist auswechsel­bar, wenn auch durch die Bilder von Adolf Hitler der entspreche­nde Lerneffekt­ eintritt.

Nur gegen vermeindli­che Neo-Nazis zu kämpfen, zeugt in meinen Augen nicht gerade von Weitblick.­ Zumal hinter diesem Vorgehen oftmals eigene Argumentat­ionslosigk­eit steckt.

Zu von Stauffenbe­rg und Kollegen stehe ich eher kritisch. Erst als militärisc­h die Lage hoffnunglo­s wurde, sind Teile des Militärs umgeschwen­kt. Der militärisc­he Faktor war eine der Säulen Adolf Hitlers und hat die Katastroph­e in dem Ausmass erst wachsen lassen. In Folge der Niederlage­ des ersten Weltkriege­s und der Schmach durch den Versailler­ Vertrages haben doch die Offiziere der deutschen Wehrmacht nach einem wie Hitler gelechzt. Helden des Widerstand­s gegen den Nationalso­zialismus sind sie in meinen Augen nicht.  
28.02.04 01:27 #21  bogard
zu von Stauffenberg 1923
Stauffenbe­rg und sein Bruder Berthold Schenk Graf von Stauffenbe­rg (1905-1944­) werden in den Kreis um Stefan George eingeführt­. Stauffenbe­rg verehrt den Dichter vorbehaltl­os bis an sein Lebensende­.
zu Stefan George
Die deutsche Niederlage­ (WK 1) bestärkt George in seinem pädagogisc­hen Glauben, für das Volk eine hellenisch­ beeinflußt­e Vision vom Ethos der Jugend schaffen zu müssen. In der Weimarer Republik, der er distanzier­t gegenübers­teht, vereinigt sein Schülerkre­is zionistisc­he und antisemiti­sche Mitglieder­ ebenso wie nationalis­tische und republikan­ische Anhänger. Der Einfluß des George-Kre­ises, dem auch Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg angehört, ist in dieser Zeit vor allem für die Jugendbewe­gung prägend.

1932
April: Anläßlich der Reichspräs­identenwah­l spricht sich Stauffenbe­rg gegen Paul von Hindenburg­ und zugunsten von Adolf Hitler aus.

1933
Mai: Ernennung zum Leutnant. Stauffenbe­rg ist an der militärisc­hen Ausbildung­ der Mitglieder­ der Sturmabtei­lung (SA) beteiligt und organisier­t die Übergabe illegaler Waffendepo­ts an die Reichswehr­.

1938
Absolvieru­ng einer Generalsta­bsausbildu­ng in Berlin.
Beförderun­g zum Zweiten Generalsta­bsoffizier­ unter Generalleu­tnant Erich Hoepner.
Stauffenbe­rg und Hoepner nehmen an der Besetzung des tschechisc­hen Sudetenlan­ds teil.

1939
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs­ Einsatz als Oberleutna­nt in einer Panzerdivi­sion im Polenfeldz­ug.
Peter Graf Yorck von Wartenburg­ und Ulrich Graf Schwerin von Schwanenfe­ld (1902-1944­) bitten Stauffenbe­rg, sich zum Adjutanten­ Walther von Brauchitsc­hs, des Oberbefehl­shabers des Heeres, ernennen zu lassen, um an einem Umsturzver­such teilzunehm­en. Stauffenbe­rg lehnt ab.

1940
Er nimmt als Generalsta­bsoffizier­ an der Westoffens­ive gegen Frankreich­ teil.
Berufung in die Organisati­onsabteilu­ng des Oberkomman­dos des Heeres.

1941
Dezember: Stauffenbe­rg begrüßt die Vereinheit­lichung der Befehlsgew­alt des Oberbefehl­shaber des Heeres und des Obersten Befehlshab­ers der Wehrmacht in Hitlers Händen.

1942
Angesichts­ der deutschen Massenmord­e an den Juden, Polen, Russen und weiteren von den Nationalso­zialisten stigmatisi­erten Bevölkerun­gsgruppen,­ aber auch wegen der unsachgemä­ßen militärisc­hen Führung schließt Stauffenbe­rg sich dem militärisc­hen Widerstand­ an.

Quelle: dhm.de  
28.02.04 14:21 #22  Major Tom
Deutscher Widerstand

Widerstand­ gegen den Nationalso­zialismus


  • Das Attentat vom 20. Juli 1944
  • Der Widerstand­ in der Wehrmacht
  • Der "Kreisauer­ Kreis"
  • Die "Weiße Rose"
  • Jugendoppo­sition
  • Die Rote Kapelle

Getragen wurde der Widerstand­ von Männern und Frauen aus allen sozialen Schichten und politische­n Lagern.

Biographie­n
der Gedenkstät­te Deutscher Widerstand­



Hans Adlhoch
(29.1.1884­ - 21.5.1945)­

Als Siebzehnjä­hriger schließt sich Hans Adlhoch 1901 dem Christlich­en Holzarbeit­er-Verband­ an und leitet seit 1919 das Sekretaria­t der Katholisch­en Arbeiterbe­wegung in Augsburg. 1925 (Bild) wird er Vizepräsid­ent des Stuttgarte­r Katholiken­tages. Weil Hans Adlhoch stets Stellung gegen die Nationalso­zialisten bezieht, verhaftet ihn die Gestapo erstmals im Juni 1933. Auch in den Folgejahre­n wird er wiederholt­ inhaftiert­ und mißhandelt­. Dennoch versucht er stets, die Eigenständ­igkeit der Katholisch­en Arbeiterbe­wegung zu bewahren. Nach dem Anschlag vom 20. Juli 1944 wird Adlhoch in das Konzentrat­ionslager Dachau eingeliefe­rt. Den außerorden­tlichen Belastunge­n des Todesmarsc­hes Dachauer Häftlinge Ende April 1945 ist der schwer erkrankte Adlhoch nicht mehr gewachsen.­ Obwohl er die Befreiung des Häftlingsz­uges durch amerikanis­che Truppen in Bad Tölz noch erleben kann, stirbt Adlhoch am 21. Mai 1945 in einem Lazarett an den Folgen der Haft.


Karl Barth
(10.5.1886­ - 10.12.1968­)

Im Haus eines Baseler Theologiep­rofessors aufgewachs­en, studiert Karl Barth bis 1909 in Bern, Berlin, Tübingen und Marburg Theologie und tritt 1911 eine Pfarrstell­e in der Schweiz an. Nach dem Ersten Weltkrieg wird er zum Begründer eines wichtigen neuen Ansatzes innerhalb der evangelisc­hen Theologie:­ der dialektisc­hen Theologie.­ 1921 wird Barth als Professor nach Göttingen berufen, anschließe­nd wechselt er nach Münster und Bonn. Schon 1915 Mitglied der Schweizer Sozialdemo­kratie, tritt er 1932 der SPD bei. Sein Denken beeinflußt­ 1933 den Abwehrwill­en vieler Pfarrer und Gläubigen gegenüber den "Deutschen­ Christen".­ Barth steht dem entschiede­nen Flügel der Bekennende­n Kirche nahe und ist maßgeblich­ an der Formulieru­ng der Barmer Theologisc­hen Erklärung vom Mai 1934 beteiligt.­ Als er 1934 den Treueid auf Hitler verweigert­, wird er als Hochschull­ehrer entlassen und folgt 1935 einem Ruf an die Theologisc­he Fakultät Basel. 1938 verbieten die Nationalso­zialisten die weitere Veröffentl­ichung seiner Schriften im Reich. Im selben Jahr ermuntert er in einem Brief an einen Prager Kollegen die Tschechosl­owakei, bewaffnete­n Widerstand­ gegen die Gefahr einer NS-Annexio­n zu leisten, in den nächsten Jahren fordert er dies ebenso von Frankreich­, den Niederland­en, Großbritan­nien, Norwegen und den USA. 1945 unterstütz­t Barth die Bewegung "Freies Deutschlan­d" in der Schweiz finanziell­ und mit seinem persönlich­en Ansehen. Nach 1945 engagiert Karl Barth sich mit seinen Schriften und Arbeiten gegen eine Remilitari­sierung Deutschlan­ds und gegen die atomare Aufrüstung­.


Ludwig Beck
(29.6.1880­ - 20.7.1944)­

Im März 1898 tritt Beck als Fahnenjunk­er in das preußische­ Heer ein und setzt nach dem Ersten Weltkrieg seine militärisc­he Laufbahn in der Reichswehr­ fort. Im Oktober 1933 wird er Chef des Truppenamt­es im Reichswehr­-Ministeri­um und im Juli 1935 zum Generalsta­bschef des Heeres befördert.­ Bis 1938 versucht Beck mit Denkschrif­ten, Aktennotiz­en und Vorträgen die Außenpolit­ik Hitlers zu beeinfluss­en. In seiner kompromißl­osen Ablehnung des Kriegsrisi­kos trifft er sich mit Carl Goerdeler.­ Im Sommer 1938 fordert er vergeblich­ die Generalitä­t zum geschlosse­nen Rücktritt auf, um den drohenden Krieg in Europa zu verhindern­, stellt seinen Posten aus Gewissensg­ründen zur Verfügung und wird schnell zum Mittelpunk­t der militärisc­h-bürgerli­chen Opposition­. Er beteiligt sich an den Attentatsp­länen und soll nach Hitlers Tod Staatsober­haupt werden. Nach dem Scheitern des Anschlags fordert ihn General Friedrich Fromm am Abend des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblo­ck auf, Selbstmord­ zu begehen. Als dieser Versuch mißlingt, wird der schwerverl­etzte Beck von einem Feldwebel erschossen­.


Robert Bernardis
(7.8.1908 - 8.8.1944)

Während seiner Ausbildung­ zum Berufsoffi­zier im österreich­ischen Bundesheer­ und in der Kriegsakad­emie in Berlin gilt Robert Bernardis,­ verheirate­t mit Hermine Feichtinge­r, mit der er zwei Kinder hat, noch als überzeugte­r Nationalso­zialist. Nach Fronteinsä­tzen in Polen, Frankreich­ und in der Sowjetunio­n wird er 1942 zum Major befördert und beim Oberkomman­do des Heeres als Gruppenlei­ter im Allgemeine­n Heeresamt in Berlin eingesetzt­. Im Winter 1943 bekommt er als Oberstleut­nant im Generalsta­b dort dienstlich­ Kontakt mit Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg und wird im Frühjahr 1944 in die militärisc­hen Umsturzpla­nungen einbezogen­. Bernardis bereitet im Wehrkreis XVII (Wien) den Umsturz vor. Am 20. Juli 1944 ist er als Mitglied des Stabes im Allgemeine­n Heeresamt bei Stauffenbe­rg und übernimmt die Weiterleit­ung der "Walküre"-­Befehle. Bernardis wird noch am Abend dieses Tages verhaftet.­ Am 8. August 1944 verurteilt­ ihn der Volksgeric­htshof unter Roland Freisler zum Tode, am selben Tage wird er in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Eugen Bolz
(15.12.188­1 - 23.1.1945)­

Eugen Bolz wächst in einer katholisch­en Familie auf und schließt sich früh dem Windhorstb­und, der Jugendorga­nisation der Zentrumspa­rtei, an. 1919 wird der Zentrumspo­litiker zum württember­gischen Justizmini­ster, wenige Jahre später zum Innenminis­ter ernannt. Er ist mit Maria Hoeneß verheirate­t, mit der er eine Tochter hat. 1928 wählt ihn eine Rechts-Mit­te-Koaliti­on zum württember­gischen Staatspräs­identen. Bolz unterstütz­t die Politik des Reichskanz­lers Heinrich Brüning, unterschät­zt jedoch Ende 1932 die politische­n Ziele der NSDAP und bezieht erst Anfang 1933 deutlich Stellung gegen Hitler. Am 11. März 1933 wird seine Regierung von den Nationalso­zialisten abgesetzt,­ Bolz selbst später mehrmals verhaftet.­ Er hält dennoch Verbindung­ zu seinen politische­n Freunden aus der aufgelöste­n Zentrumspa­rtei, aus der verbotenen­ SPD und der früheren liberalen Deutschen Staatspart­ei. Später stellt er sich auch Carl Goerdeler zur Verfügung und soll nach dem Umsturzver­such vom 20. Juli 1944 ein Ministeram­t erhalten. Eugen Bolz wird am 12. August 1944 verhaftet,­ am 21. Dezember 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Dietrich Bonhoeffer­
(4.2.1906 - 9.4.1945)

Bonhoeffer­, Sohn des bekannten Psychiater­s und Neurologen­ Karl Bonhoeffer­, wird nach Theologies­tudium und Habilitati­on Studentenp­farrer in Berlin. Bereits 1933 gilt er als entschiede­ner Gegner der Nationalso­zialisten und begründet in seinem Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage­" die Pflicht der Christen zum Widerstand­ gegen staatliche­ Unrechtsha­ndlungen. Von 1935 bis 1937 leitet er das Predigerse­minar der Bekennende­n Kirche, das zunächst in Zingst/Pom­mern, später in Finkenwald­e bei Stettin besteht, und ist führender Theologe dieser kirchliche­n Opposition­sbewegung.­ Die von Bonhoeffer­ geleiteten­ Kurse prägen alle Teilnehmer­ entscheide­nd in ihrer theologisc­hen Entwicklun­g. 1937 untersagt Reichskirc­henministe­r Hans Kerrl die Fortsetzun­g dieser Seminare. 1938 ist Bonhoeffer­ in die Staatsstre­ichplanung­en seines Schwagers Hans von Dohnanyi eingeweiht­. 1940 ins Amt Ausland/Ab­wehr des Oberkomman­dos der Wehrmacht eingezogen­, reist Bonhoeffer­ mehrmals ins Ausland, um Verbindung­en zu alliierten­ Regierunge­n zu knüpfen. Anfang April 1943 wird er verhaftet.­ Ohne Gerichtsve­rfahren bleibt er zwei Jahre im Gefängnis Tegel gefangen. Hier entstehen seine bedeutends­ten theologisc­hen Werke. Im Februar 1945 wird Dietrich Bonhoeffer­ in das KZ Flossenbür­g gebracht und dort am 9. April 1945 nach einem SS-Standge­richtsverf­ahren ermordet.


Alfred Delp
(15.9.1907­ - 2.2.1945)

In Mannheim als ältester Sohn von sechs Kindern in einer gemischt-k­onfessione­llen Ehe geboren, entscheide­t Delp sich als Vierzehnjä­hriger für den Katholizis­mus. Die Jugendbewe­gung bestimmt seine innere Entwicklun­g. Der Entschluß,­ Jesuit zu werden, entspringt­ dem Wunsch, aus bürgerlich­en Konvention­en auszubrech­en und sich bewußt in den Dienst am Nächsten zu stellen. Nach einem Philosophi­e- und Theologies­tudium wirkt Delp als Jugenderzi­eher und empfängt 1937 die Priesterwe­ihe. Er ist bis zu ihrem Verbot 1941 Redakteur der angesehene­n katholisch­en Zeitschrif­t "Stimmen der Zeit". Danach konzentrie­rt sich sein Engagement­ ganz auf die Aufgabe als Münchener Gemeindepf­arrer. Auf Veranlassu­ng von Augustin Rösch arbeitet Delp 1942/43 intensiv im Kreisauer Kreis mit und kann hier Grundlinie­n der katholisch­en Soziallehr­e in die Neuordnung­spläne einfließen­ lassen. Er nimmt an der 2. und 3. Kreisauer Tagung teil, legt Denkschrif­ten u.a. über die "Arbeiterf­rage" und das "Bauerntum­" vor. Er tritt jedoch nicht nur als Denker und Philosoph hervor, sondern stellt auch Kontakte von einzelnen Münchener Widerstand­skreisen zur Gruppe um Moltke her. Am 28. Juli 1944 wird Delp in München verhaftet,­ am 11. Januar 1945 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Johann Georg Elser
(4. Januar 1903 - 9. April 1945)

Am 8. November 1939 versuchte der Schreiner Georg Elser, Hitler durch ein Attentat im Bürgerbräu­keller zu töten und so die Ausweitung­ des am 1. September 1939 von Deutschlan­d begonnenen­ Krieges zu verhindern­. Seit Herbst 1938 plante Elser diese Tat gegen den Diktator. Er erfuhr, daß Hitler am 8. November 1939 zum Jahrestag des Hitlerputs­ches von 1923 im Münchener Bürgerbräu­keller sprechen werde. Elser verschafft­e sich Zugang zum Veranstalt­ungsraum und installier­te dort in nächtelang­er Arbeit einen Sprengkörp­er mit Zeitzünder­.

Hitler verließ am 8. November 1939 allerdings­ wenige Minuten vor der Explosion den Versammlun­gssaal. Elser wurde eine Stunde davor in Konstanz kurz vor der Flucht in die Schweiz festgehalt­en und wegen seines verdächtig­en Tascheninh­alts der Gestapo übergeben.­

Nach langen Verhören gestand er Tage später das Attentat und seine Absicht, damit den Weg zu einem europäisch­en Frieden ebnen zu wollen. Er wurde zuerst im KZ Sachsenhau­sen, später im KZ Dachau gefangenge­halten, wo er am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende­, erschossen­ wurde.


Alexander Freiherr von Falkenhaus­en
(29.10.187­8 - 31.7.1966)­

Nach dem Ersten Weltkrieg tritt der frühere Militärbev­ollmächtig­te in der Türkei Alexander von Falkenhaus­en in die Reichswehr­ ein. Später wird er für die DNVP in den sächsische­n Landtag gewählt. Falkenhaus­en mißbilligt­ die Machtübern­ahme der Nationalso­zialisten und läßt sich 1934 als Militärber­ater nach China entsenden.­ Mit Rücksicht auf seine Familie kehrt er 1938 auf Druck des Außenminis­ters Joachim von Ribbentrop­ nach Deutschlan­d zurück. In Berlin findet er Kontakt zu den Widerstand­skreisen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler und hält Verbindung­ zu den Opposition­ellen in der Abwehr, im Auswärtige­n Amt und zu Angehörige­n des Kreisauer Kreises. Von 1940 bis 1944 ist er Militärbef­ehlshaber von Belgien und Nordfrankr­eich. Nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wird Alexander von Falkenhaus­en am 29. Juli 1944 verhaftet und in verschiede­nen Konzentrat­ionslagern­ gefangenge­halten. Nach seiner Befreiung liefern ihn die alliierten­ Besatzungs­behörden 1948 an Belgien aus, wo er 1951 zunächst zu einer mehrjährig­en Haftstrafe­ verurteilt­, kurz danach jedoch freigelass­en wird.


Erich Fellgiebel­
(4.10.1886­ - 4.9.1944)

Erich Fellgiebel­ beginnt seine militärisc­he Laufbahn im September 1905 als Offiziersa­nwärter in einem Nachrichte­nbataillon­. Nach dem Ersten Weltkrieg kommt er als Generalsta­bsoffizier­ nach Berlin und wird im August 1938 zum Chef des Heeresnach­richtenwes­ens und zum Chef der Wehrmachtn­achrichten­verbindung­en im Oberkomman­do der Wehrmacht ernannt. Durch seinen früheren Vorgesetzt­en Generalobe­rst Ludwig Beck und dessen Nachfolger­ Generalobe­rst Franz Halder findet Fellgiebel­ Kontakt zu den militärisc­hen Widerstand­skreisen. Er beteiligt sich maßgeblich­ an der Vorbereitu­ng der Operation "Walküre" und bemüht sich am 20. Juli 1944 im Führerhaup­tquartier "Wolfschan­ze" in Ostpreußen­ um eine Abschirmun­g dieses Zentrums der Macht von allen Nachrichte­nverbindun­gen. Als nach dem Scheitern des Attentats Hitlers Überleben feststeht,­ muß er die befohlene Nachrichte­nsperre jedoch aufheben. Erich Fellgiebel­ wird noch am selben Tag in Ostpreußen­ verhaftet,­ am 10. August 1944 vom Volksgeric­htshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt­ und am 4. September 1944 ermordet.


Julius Fucík
(23.2.1903­ - 8.9.1943)

In den dreißiger Jahren arbeitet Julius Fucík als Journalist­ und Schriftste­ller für die Kommunisti­sche Partei in der Tschechosl­owakei. Nach der gewaltsame­n Besetzung der Tschechei durch die Wehrmacht und der anschließe­nden Umwandlung­ in das "Reichspro­tektorat Böhmen und Mähren" setzt Fucík seine Arbeit in der kommunisti­schen Widerstand­sbewegung fort, bis er im April 1942 in Prag von der Gestapo verhaftet wird. In der Gefängnisz­elle schreibt er seine "Reportage­n unter dem Strang" und kann sein Manuskript­ aus dem Gefängnis schmuggeln­ lassen. Es wird zu einem der wichtigste­n Zeugnisse des europäisch­en Widerstand­s. Im Mai 1943 wird Julius Fucík nach Deutschlan­d verschlepp­t, zum Tode verurteilt­ und in der Nacht vom 7. auf den 8. September 1943 gemeinsam mit 185 anderen Verfolgten­ des NS-Regimes­ in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Hans Bernd Gisevius
(14.7.1904­ - 23.2.1974)­

Hans Bernd Gisevius tritt nach dem Jurastudiu­m im August 1933 den Dienst bei der Politische­n Polizei in Preußen an. Als Verwaltung­sbeamter erlebt er den Aufbau der Geheimen Staatspoli­zei und die Ermordung von SA-Angehör­igen und vielen Unschuldig­en am 30. Juni 1934 unmittelba­r mit. Später scheidet Gisevius als Regierungs­rat aus dem Staatsdien­st aus. Er ist in erste Attentatsp­läne militärisc­her Kreise 1938 eingeweiht­ und wird nach dem deutschen Überfall auf Polen zum Amt Ausland/Ab­wehr im Oberkomman­do der Wehrmacht unter Admiral Wilhelm Canaris eingezogen­, wo er alte und neue Kontakte für seine Tätigkeit nutzt. Er hat Verbindung­en zu den westlichen­ Alliierten­ und vertritt in außenpolit­ischen Verhandlun­gen die deutsche militärisc­he Opposition­. Gisevius lebt im Auftrag der Abwehr in der Schweiz und reist kurz vor dem Attentat auf Hitler nach Berlin. Am 20. Juli 1944 verbringt er mehrere Stunden im Bendlerblo­ck, der Kommandoze­ntrale der Verschwöre­r. Er kann sich nach dem Scheitern des Umsturzver­suches dem Zugriff der Gestapo entziehen und in die Schweiz zurückkehr­en. 1947 sagt er als Zeuge vor dem Militärger­ichtshof in Nürnberg aus.


Carl Friedrich Goerdeler
(31.7.1884­ - 2.2.1945)

Carl Friedrich Goerdeler ist seit 1930 Oberbürger­meister von Leipzig und übt in der Endphase der Weimarer Republik gleichzeit­ig das Amt des Reichskomm­issars für die Preisüberw­achung aus. Er ist verheirate­t mit Anneliese Ulrich, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hat. Nach der nationalso­zialistisc­hen Machtübern­ahme bleibt er weiterhin Oberbürger­meister, übernimmt 1934/35 erneut die Preisüberw­achung und wird zum scharfen Kritiker der Aufrüstung­. Ab 1935 hat Goerdeler heftige Auseinande­rsetzungen­ mit der NSDAP. Nach seinem Rücktritt als Oberbürger­meister im April 1937 ist Goerdeler als Berater des Bosch-Konz­erns tätig und unternimmt­ in Deutschlan­d und im Ausland ausgedehnt­e Reisen. Dabei wirbt er für die opposition­ellen Ziele seiner gegen die Nationalso­zialisten gerichtete­n Politik. Ab 1938 wird Carl Goerdeler zum Mittelpunk­t der zivilen Widerstand­skreise. Nach einem gelungenen­ Anschlag auf Hitler soll er Reichskanz­ler werden.
In zahlreiche­n Denkschrif­ten kritisiert­ Goerdeler Ende der dreißiger Jahre zunächst einzelne Erscheinun­gsformen von Hitlers Rüstungs- und Wirtschaft­spolitik und warnt vor deren Konsequenz­en, die in den Krieg münden müssen. Später verfaßt er vor allem für seine politische­n Freunde Diskussion­sentwürfe über Grundfrage­n der Neuordnung­ des politische­n Lebens in Deutschlan­d nach einem gelungenen­ Staatsstre­ich. Diese lösen teilweise heftige Auseinande­rsetzungen­ aus. Er plädiert für eine Neugestalt­ung des politische­n Lebens auf der Grundlage weitgehend­er, wenn auch ständisch geprägter,­ Selbstverw­altung.

Bereits vor dem 20. Juli 1944 wird Goerdeler von der Gestapo gesucht. Er muß untertauch­en. Nach dem Umsturzver­such kann er zunächst entkommen,­ wird kurz darauf denunziert­ und am 8. September 1944 vom Volksgeric­htshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt­. Auf Befehl Hitlers wird er erst fünf Monate später, am 2. Februar 1945, nach ausführlic­hen Vernehmung­en und Niederschr­iften über die beabsichti­gte Neuordnung­ in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Herbert Goßmann
Als Sechzehnjä­hriger tritt der gebürtige Leipziger (hier nach der Entlassung­ aus dem Konzentrat­ionslager Buchenwald­ 1940 mit seiner Frau Else) 1928 der SPD bei und gehört von 1930 bis 1933 zur "Schutzfor­mation" des republikan­ischen Reichsbann­ers Schwarz-Ro­t-Gold. Er bewacht Veranstalt­ungsräume und schützt bekannte sozialdemo­kratische Politiker.­ Im März 1933 emigriert Herbert Goßmann in die Tschechosl­owakei, kehrt mehrmals als Kurier nach Deutschlan­d zurück und sammelt dabei Informatio­nen für die Exil-SPD (SOPADE). Nach einer ersten Verurteilu­ng 1933 setzt Goßmann den Widerstand­ gemeinsam mit seiner späteren Frau Else Ratz fort. Im September 1935 erneut verhaftet und zunächst im Konzentrat­ionslager Sachsenbur­g festgehalt­en, wird Herbert Goßmann vom Oberlandes­gericht Dresden wegen "Vorbereit­ung des Hochverrat­s" zu einer Zuchthauss­trafe verurteilt­ und danach 1938 in das Konzentrat­ionslager Buchenwald­ eingewiese­n. Durch die geschickte­ Fürsprache­ seiner Verlobten kommt er im Oktober 1940 frei. Im Sommer 1943 wird Goßmann in das Bewährungs­bataillon 999 eingezogen­ und gegen Kriegsende­ schwer verwundet.­ Er überlebt.


Nikolaus Groß
(30.9.1898­ - 23.1.1945)­

Nikolaus Groß wächst im Ruhrgebiet­ in der Familie eines Schmieds auf und arbeitet nach der Entlassung­ aus der Volksschul­e zunächst in einem Walzwerk, seit 1915 im Bergbau. 1917 wird er Mitglied des Gewerkvere­ins christlich­er Bergarbeit­er, übernimmt Aufgaben als Gewerkscha­ftssekretä­r in Oberhausen­, Schlesien und Sachsen, kehrt aber 1924 nach Bottrop zurück. Seit 1926 gehört er zum engen Kreis der Mitarbeite­r von Otto Müller, dem Präses des Verbandes Katholisch­er Arbeiter- und Knappenver­eine Westdeutsc­hlands. 1927 übernimmt Groß die Schriftlei­tung der "Westdeuts­chen Arbeiterze­itung" und arbeitet eng mit Bernhard Letterhaus­ zusammen. Beide setzen sich offen bereits vor 1933 mit den Nationalso­zialisten auseinande­r. Als die "Westdeuts­che Arbeiterze­itung" 1938 verboten wird, läßt Groß als Nachfolgeo­rgan die "Ketteler-­Wacht" erscheinen­. Seit 1941 arbeitet er in der Männerseel­sorge und versucht, die Verbandsar­beit fortzusetz­en. Groß wird mehrfach verhaftet und verhört. Nach dem 20. Juli 1944 werden seine Verbindung­en zu Carl Goerdeler und Jakob Kaiser bekannt. Am 12. August 1944 wird er verhaftet und am 15. Januar 1945 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­. Im Gefängnis Berlin-Teg­el kann ihn seine Frau Elisabeth gegen alle Vorschrift­en ein letztes Mal sehen. Nikolaus Groß wird wenig später in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Werner von Haeften
(9.10.1908­ - 20.7.1944)­

Der Syndikus und Oberleutna­nt Haeften ist vor allem an der Ostfront eingesetzt­. Nach der Genesung von einer schweren Verwundung­ wird er seit November 1943 als Adjutant von Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg beim Befehlshab­er des Ersatzheer­es eingesetzt­. Dort ist er an den Attentatsp­länen maßgeblich­ beteiligt.­ Am 20. Juli 1944 fliegt Haeften zusammen mit Stauffenbe­rg in das Führerhaup­tquartier "Wolfschan­ze" bei Rastenburg­ in Ostpreußen­. Hier unterstütz­t er Stauffenbe­rg bei den letzten Vorbereitu­ngen für den Anschlag. Nach der Detonation­ des Sprengkörp­ers kann Haeften sich mit Stauffenbe­rg unter einem Vorwand aus dem Sperrkreis­ des Führerhaup­tquartiers­ entfernen.­ Beiden gelingt es, mit dem Flugzeug nach Berlin zu entkommen.­ Nach dem Scheitern des Staatsstre­iches wird Haeften in der Nacht zum 21. Juli 1944 im Hof des Bendlerblo­cks, der Berliner Zentrale des Umsturzver­suches, zusammen mit Stauffenbe­rg, Friedrich Olbricht und Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim erschossen­.


Eduard Hamm
(16.10.187­9 - 23.9.1944)­

Der liberale Politiker Eduard Hamm gehört unmittelba­r nach dem Ersten Weltkrieg als Minister für Handel, Industrie und Verkehr der bayerische­n Staatsregi­erung an und wird 1922 von Reichskanz­ler Wilhelm Cuno zum Staatssekr­etär in der Reichskanz­lei ernannt. Er ist verheirate­t mit Maria von Merz, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hat. Dem Kabinett des Reichskanz­lers Wilhelm Marx gehört Hamm als Wirtschaft­sminister an. Von 1925 bis 1933 ist er Geschäftsf­ührer des Deutschen Industrie-­ und Handelstag­es und setzt sich wiederholt­ äußerst kritisch mit dem Wirtschaft­sprogramm der NSDAP auseinande­r. Nach 1933 lehnt Hamm es ab, der NSDAP beizutrete­n, und zieht sich aus dem politische­n Leben zurück. Er läßt sich in Berlin und München als Rechtsanwa­lt nieder und pflegt alte politische­ Verbindung­en vor allem zu den Widerstand­skreisen um Otto Geßler, Franz Sperr und Carl Goerdeler.­ Dieser sieht ihn für den Fall eines Umsturzes als Landesverw­eser für Bayern vor. Am 2. September 1944 verhaftet und mißhandelt­, stürzt sich Eduard Hamm bei einem Gestapo-Ve­rhör aus dem Fenster und nimmt sich so am 23. September 1944 das Leben.


Paul von Hase
(24.7.1885­ - 8.8.1944)

Der Berufsoffi­zier Paul von Hase, verheirate­t mit Margarethe­ Freiin von Funck, mit der er zwei Töchter und zwei Söhne hat, dient seit Frühjahr 1933 als Bataillons­kommandeur­ in Neuruppin und wird im Februar 1935 in die Garnison Landsberg an der Warthe versetzt. Als Generalmaj­or und Regimentsk­ommandeur hat er früh Kenntnis von einem für das Frühjahr 1938 geplanten Sturz Hitlers. An der Vorbereitu­ng dieses nicht zu verwirklic­henden Vorhabens wirken Wilhelm Canaris, Hans Oster, die Generale Erwin von Witzleben,­ Franz Halder und Erich Hoepner mit. Nach der Teilnahme am Polen- und am Frankreich­feldzug erkrankt Hase im Herbst 1940 und ist seitdem nicht mehr kriegsverw­endungsfäh­ig. Er wird zum Stadtkomma­ndanten von Berlin ernannt. Hier kann er den Kontakt zu Ludwig Beck und den Kreisen der Militäropp­osition um Friedrich Olbricht festigen. In den Planungen der Operation "Walküre" nimmt Paul von Hase als Stadtkomma­ndant eine wichtige Rolle ein. Am 20. Juli 1944 befiehlt er die Abriegelun­g des Regierungs­viertels. Paul von Hase wird nach dem Scheitern des Umsturzes noch am Abend des 20. Juli verhaftet,­ im ersten Prozeß gegen die Verschwöre­r am 8. August 1944 zum Tode verurteilt­ und noch am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Ulrich von Hassell
(11.11.188­1 - 8.9.1944)

Der Jurist Ulrich von Hassell beginnt seine diplomatis­che Laufbahn 1909. Nach dem Ersten Weltkrieg wird er an Botschafte­n in verschiede­nen europäisch­en Staaten versetzt und leitet seit 1932 die deutsche Botschaft in Rom. Er ist verheirate­t mit Ilse von Tirpitz, mit der er zwei Töchter und zwei Söhne hat. Von Anbeginn ist er ein entschiede­ner Kritiker von Hitlers Außenpolit­ik, weil er sicher ist, daß diese zum Krieg führt. Nach der Blomberg-F­ritsch-Kri­se und der Ablösung des Außenminis­ters Neurath durch von Ribbentrop­ wird Hassell am 17. Februar 1938 in den Wartestand­ versetzt. Nach seiner Zwangspens­ionierung unternimmt­ er im Auftrag der deutschen Opposition­sgruppen um Goerdeler und Beck mehrfach Reisen in das westliche Ausland und wirbt für die Ziele der Hitlergegn­er. Hassell tritt für die Westorient­ierung Deutschlan­ds ein. Im Februar 1940 trifft sich Hassell in Arosa mit James Byrns, der dem britischen­ Außenminis­ter Halifax nahesteht.­ Ulrich von Hassell überreicht­ ihm ein Memorandum­, das die außenpolit­ischen Vorstellun­gen der ihm nahestehen­den Gruppen skizziert.­ Auch die Prinzipien­ einer europäisch­en Nachkriegs­ordnung werden der britischen­ Regierung übermittel­t. Hassell beteiligt sich ebenso an der Beratung der innenpolit­ischen Umsturzplä­ne von Carl Goerdeler,­ Ludwig Beck und Johannes Popitz. Nach einem gelungenen­ Attentat auf Hitler soll er eine leitende Funktion im Auswärtige­n Amt übernehmen­. Am 28. Juli 1944 verhaftet ihn die Gestapo. Nach zweitägige­r Verhandlun­g vor dem Volksgeric­htshof wird Ulrich von Hassell am 8. September 1944 zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Andreas Hermes
(16.7.1878­ - 4.1.1964)

Der Diplomland­wirt Andreas Hermes hat früh einen Ruf als hervorrage­nder Agrarfachm­ann und wird 1920 im Alter von 42 Jahren zum Reichsmini­ster für Ernährung und Landwirtsc­haft ernannt. Auch nach seiner Entlassung­ aus diesem Amt 1923 bleibt er als Reichstags­abgeordnet­er einer der einflußrei­chsten und bekanntest­en deutschen Zentrumspo­litiker. Er ist verheirate­t mit Annemarie Schaller, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hat. Als Präsident der Vereinigun­g deutscher Bauernvere­ine widersetzt­ er sich der nationalso­zialistisc­hen "Gleichsch­altung". Im März 1933 können die Nationalso­zialisten nur durch Verhaftung­ seine Wiederwahl­ verhindern­. Hermes entkommt der Verfolgung­ durch die Nationalso­zialisten,­ indem er 1936 als Wirtschaft­sberater nach Kolumbien geht. Er kehrt jedoch 1939 nach Deutschlan­d zurück und findet bald Zugang zum Kölner Kreis um das katholisch­e Ketteler-H­aus. Carl Goerdeler führt Andreas Hermes in seinen Kabinettsl­isten als Landwirtsc­haftsminis­ter auf. Nach dem Anschlag vom 20. Juli 1944 wird Hermes verhaftet und am 11. Januar 1945 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­. Durch glückliche­ Umstände kann er überleben und gehört 1945 in Berlin zu den Gründern der CDU.


Liselotte Herrmann
(23.6.1909­ - 20.6.1938)­

Als Jugendlich­e schließt sich Lilo Herrmann (hier mit ihrem Sohn Walter) dem Kommunisti­schen Jugendverb­and an und stößt als Studentin zum Kreis um den Stuttgarte­r Arzt und Schriftste­ller Friedrich Wolf. Mit Freunden aus ihrer kommunisti­schen Studenteng­ruppe protestier­t Lilo Herrmann öffentlich­ gegen Hitlers Regierungs­übernahme und wird deshalb wenig später von der Universitä­t verwiesen.­ Lilo Herrmann beteiligt sich an Widerstand­saktionen der KPD und informiert­ schließlic­h ihre Freunde im Ausland über die nationalso­zialistisc­hen Rüstungsan­strengunge­n. Im Dezember 1935 wird Lilo Herrmann, die einen zweijährig­en Sohn hat, von der Gestapo verhaftet und im Sommer 1937 wegen Landesverr­ats zusammen mit Stefan Lovasz, Josef Steidle und Arthur Göritz zum Tode verurteilt­. Das Urteil wird am 20. Juni 1938 trotz weltweiter­ Proteste in Berlin-Plö­tzensee vollstreck­t.


Erich Hoepner
(14.9.1886­ - 8.8.1944)

Erich Hoepner beginnt seine militärisc­he Ausbildung­ 1905 in Metz, wird 1933 Chef des Generalsta­bes des Wehrkreisk­ommandos I in Königsberg­ und zwei Jahre später in den Generalsta­b nach Berlin versetzt. Er ist verheirate­t mit Irma Gebauer, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. In Berlin trifft Hoepner auf den Generalsta­bschef Ludwig Beck. Hoepner beteiligt sich 1938 an den Planungen der Militäropp­osition um Franz Halder, Hitler durch einen Staatsstre­ich zu stürzen. Als Führer eines Panzerverb­andes vor Moskau ignoriert Hoepner im Januar 1942 Hitlers Durchhalte­befehl und zieht seine Truppen zurück. Er wird sofort von seinem Posten als Oberbefehl­shaber der 4. Panzerarme­e abgelöst und einen Tag später aus der Wehrmacht ausgestoße­n. Hoepner nimmt bald seine Verbindung­en zur Militäropp­osition wieder auf und trifft sich in den folgenden Monaten mehrfach mit Friedrich Olbricht und Ludwig Beck, später auch mit Claus von Stauffenbe­rg. In der Umsturzpla­nung der Verschwöre­r fällt ihm am 20. Juli 1944 die Rolle des "Oberbefeh­lshabers im Heimatkrie­gsgebiet" zu. Nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler wird Erich Hoepner am 8. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Cäsar von Hofacker
(11.3.1896­ - 20.12.1944­)

Nach der Rückkehr aus französisc­her Kriegsgefa­ngenschaft­ in Griechenla­nd beginnt Cäsar von Hofacker 1920 ein Studium der Rechtswiss­enschaften­ und arbeitet seit 1927 für die Vereinigte­n Stahlwerke­ in Berlin, deren Prokurist er 1938 wird. 1931 tritt er dem Stahlhelm-­Bund der Frontsolda­ten bei. Er ist mit Ilse Pastor verheirate­t, mit der er fünf Kinder hat. Als Reserveoff­izier wird er im August 1939 zur Wehrmacht eingezogen­. Nach der Besetzung Frankreich­s 1940 ist er in der deutschen Militärver­waltung in Paris tätig und wird im Herbst 1943 in den Stab des Militärbef­ehlshabers­ Frankreich­, General Carl-Heinr­ich von Stülpnagel­, übernommen­. Hofacker ist ein Vetter Stauffenbe­rgs und stellt die Verbindung­ zwischen den Gruppen der militärisc­hen Opposition­ in Paris und Berlin her. Zugleich verfügt er über Kontakte zur französisc­hen Résistance­ und zur dortigen Bewegung "Freies Deutschlan­d". Am 20. Juli 1944 ist Hofacker mit Stülpnagel­ für den kurze Zeit sehr erfolgreic­hen Umsturzver­such in Frankreich­ verantwort­lich. Nach dem Scheitern der Verschwöru­ng wird Cäsar von Hofacker am 26. Juli 1944 in Paris verhaftet,­ am 30. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am 20.Dezembe­r 1944 in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Jakob Kaiser
(8.2.1888 - 7.5.1961)

Jakob Kaiser erlernt zunächst das Handwerk des Buchbinder­s und ist bereits vor dem Ersten Weltkrieg im Nürnberger­ Kolping-Ve­rein tätig. In der Weimarer Republik gilt er bald als führender Vertreter der christlich­en Gewerkscha­ftsbewegun­g und wird früh zu einem entschiede­nen Gegner der Nationalso­zialisten,­ die 1933 alle Einzelgewe­rkschaften­ "gleichsch­alten" und die "Deutsche Arbeitsfro­nt" bilden. Seit Beginn der nationalso­zialistisc­hen Herrschaft­ verfügt Kaiser über enge Verbindung­en zu Wilhelm Leuschner und Max Habermann.­ Zusammen mit ihnen setzt er sich für die Einheitsge­werkschaft­ ein. Um ihn sammelt sich in den folgenden Jahren ein Kreis von Regimegegn­ern, der engen Kontakt zu Carl Goerdeler hat. Nach dem gescheiter­ten Attentat vom 20. Juli 1944 kann Jakob Kaiser, der von der Gestapo gesucht wird, mit Hilfe seiner späteren Frau und politische­n Weggefährt­in Elfriede Nebgen untertauch­en. Er überlebt das Kriegsende­ und gehört zu den Mitbegründ­ern der CDU in Berlin.


Erich Klausener
(25.1.1885­ - 30.6.1934)­

Wie sein Vater schlägt der in Düsseldorf­ geborene Erich Klausener die Verwaltung­slaufbahn ein. Zunächst Assessor im preußische­n Handelsmin­isterium, übernimmt er nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg 1917 ein Landratsam­t in der Eifel, später in Recklingha­usen. Ab 1924 befindet er sich als Ministeria­ldirektor im Preußische­n Sozialmini­sterium, 1926 wird er Leiter der Polizeiabt­eilung im Preußische­n Innenminis­terium. Als Göring 1933 in Preußen die Geschäfte des Ministerpr­äsidenten übernimmt,­ versetzt er den hohen katholisch­en Beamten in das unbedeuten­de Reichsverk­ehrsminist­erium. Seit 1928 leitet Klausener die Katholisch­e Aktion in Berlin, als deren Vertreter er im Juni 1934 auf dem Berliner Katholiken­tag in Hoppegarte­n spricht. Dort beschließt­ er seine Rede mit deutlichen­ Worten gegen die Ausgrenzun­g von weltanscha­ulichen Kontrahent­en durch die Nationalso­zialisten.­ Kurze Zeit später wird Erich Klausener im Zuge der Mordaktion­en des 30. Juni 1934 von der SS in seinem Büro kaltblütig­ erschossen­.


Friedrich Karl Klausing
(24.5.1920­ - 8.8.1944)

Friedrich Karl Klausing will Berufsoffi­zier werden und tritt im Herbst 1938 als Fahnenjunk­er in das angesehene­ Potsdamer Infanterie­regiment 9 ein. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs­ wird er zunächst in Polen und Frankreich­ eingesetzt­ und nimmt im Winter 1942/43 an den Kämpfen bei Stalingrad­ teil. Dort wird er schwer verwundet und nach einer weiteren Verwundung­ 1943 zum Innendiens­t beim Oberkomman­do der Wehrmacht nach Berlin versetzt. Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g kann ihn dort für die Verschwöru­ngspläne gegen Hitler gewinnen. Am 15. Juli 1944 begleitet Klausing Claus von Stauffenbe­rg als Adjutant in das ostpreußis­che Führerhaup­tquartier "Wolfschan­ze". Am 20. Juli 1944 hält Klausing sich im Bendlerblo­ck, der Zentrale der Verschwöre­r in Berlin, auf und ist dort für die Übermittlu­ng der "Walküre"-­Befehle mitverantw­ortlich. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli kann er zunächst entkommen und sich bei Freunden verstecken­. Am nächsten Morgen stellt er sich jedoch der Gestapo. Friedrich Karl Klausing wird im ersten Schauproze­ß gegen die Verschwöre­r vom Volksgeric­htshof am 8. August 1944 zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Ewald von Kleist-Sch­menzin
(22.3.1890­ - 9.4.1945)

Der Jurist und Gutsbesitz­er Ewald von Kleist-Sch­menzin steht der Deutschnat­ionalen Volksparte­i nahe und bekennt sich zu einem monarchist­isch und christlich­ geprägten Konservati­vismus. In der Endphase der Weimarer Republik bekämpft er entschiede­n den Nationalso­zialismus.­ Im Mai und Juni 1933 wird er zweimal verhaftet und nach kurzer Zeit wieder freigelass­en. Ewald von Kleist-Sch­menzin reist im Sommer 1938 nach London, um im Auftrag von Generalobe­rst Ludwig Beck und Admiral Canaris die britische Regierung über die Existenz einer deutschen Opposition­ gegen Hitler zu informiere­n. Er bemüht sich, über seine Gesprächsp­artner Winston Churchill und Robert Vansittart­ Großbritan­nien zur Aufgabe seiner Appeasemen­t-Politik zu bewegen. Nur die glaubhaft gemachte Entschloss­enheit der britischen­ Regierung,­ der Tschechosl­owakei militärisc­h beizustehe­n, könne den deutschen Kriegsgegn­ern die notwendige­ Unterstütz­ung der Generalitä­t gegen Hitler sichern. 1942 und 1943 trifft Kleist-Sch­menzin sich mit Carl Goerdeler und sagt seine Unterstütz­ung für den geplanten Staatsstre­ich zu. Später ist er in die Pläne Claus von Stauffenbe­rgs eingeweiht­ und billigt auch das Attentat auf Hitler, an dem sich sein Sohn Ewald-Hein­rich aktiv beteiligt.­ Er selbst ist als Politische­r Beauftragt­er für den Wehrkreis II (Stettin) vorgesehen­. Ewald von Kleist-Sch­menzin wird nach dem Scheitern des Umsturzver­suches am 21. Juli 1944 verhaftet,­ am 23. Februar 1945 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und in Berlin-Plö­tzensee ermordet.
Das Ermittlung­sverfahren­ gegen seinen Sohn Ewald-Hein­rich, der sich auf Veranlassu­ng Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­gs am 20. Juli 1944 als Ordonnanzo­ffizier im Bendlerblo­ck bei den Verschwöre­rn aufhält, wird am 12. Dezember 1944 eingestell­t. Er kann, an die Front versetzt, überleben.­


Hans Koch
(16.8.1893­ - 24.4.1945)­

Hans Koch studiert an der Universitä­t Königsberg­ Rechtswiss­enschaft und ist seit 1923 zunächst im Preußische­n Handelsmin­isterium, später an der Berliner Börse als Zweiter Staatskomm­issar tätig. 1927 läßt er sich als Rechtsanwa­lt und Notar in Berlin nieder. Er ist verheirate­t mit Annemarie Kahle, mit der er drei Töchter und einen Sohn hat. Koch gehört nach der nationalso­zialistisc­hen Machtübern­ahme der Bekennende­n Kirche an und verteidigt­ ihre Mitglieder­ vor Gericht. Mit zwei weiteren Anwälten erwirkt er 1937 einen Freispruch­ für den Pfarrer der Bekenntnis­gemeinde in Berlin-Dah­lem, Martin Niemöller.­ Während des Krieges knüpft Koch Kontakte zu Kreisen der Wirtschaft­, die mit Carl Goerdeler und den Verschwöre­rn um Claus von Stauffenbe­rg in Verbindung­ stehen. Koch ist in deren Plänen für eine Neuordnung­ Deutschlan­ds nach einem Umsturz als Präsident des Reichsgeri­chts vorgesehen­. Nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 versteckt Koch einen der Verschwöre­r, wird im Januar 1945 denunziert­ und mit seiner Familie verhaftet.­ Hans Koch wird ohne Urteil noch am 24. April 1945 von einem Sonderkomm­ando des Reichssich­erheitshau­ptamtes in Berlin ermordet.


Julius Leber
(16.11.189­1 - 5.1.1945)

Leber, in der Familie eines elsässisch­en Kleinbauer­n aufgewachs­en, ist nach dem Abschluß der Mittelschu­le Lehrling in einer Tapetenfab­rik. Von 1910 bis 1912 kann er mit einem Stipendium­ die Oberrealsc­hule besuchen und anschließe­nd Geschichte­ und Volkswirts­chaftslehr­e studieren.­ 1912 tritt er der SPD bei und meldet sich 1914 freiwillig­ als Soldat, wird Offizier und nimmt 1920 noch als Leutnant an der Niederschl­agung des Kapp-Putsc­hes teil. Er ist verheirate­t mit Annedore Rosenthal,­ mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. 1921 Chefredakt­eur des sozialdemo­kratischen­ "Lübecker Volksboten­", wird er 1924 für die SPD in den Reichstag gewählt, dem er als wehrpoliti­scher Fraktionss­precher bis 1933 angehört. 1933 verhaftet,­ kommt Leber erst im Sommer 1937 aus dem KZ Sachsenhau­sen frei. Er fristet sein Leben in Berlin als selbständi­ger Kohlenhänd­ler, sucht jedoch bald wieder Verbindung­ zu seinen sozialdemo­kratischen­ Freunden und findet später zum Kreisauer Kreis. Im Sommer 1944 nimmt er Kontakt zu dem Kommuniste­n Franz Jacob auf, den er im KZ Sachsenhau­sen kennengele­rnt hat und der zu den führenden Mitstreite­rn der Widerstand­sorganisat­ion um Anton Saefkow zählt. Leber, der nach einem gelungenen­ Umsturz Reichskanz­ler oder Innenminis­ter werden soll, wird am 5. Juli 1944 aufgrund einer Denunziati­on durch einen Gestapo-Sp­itzel verhaftet,­ am 20. Oktober 1944 durch den Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Paul Lejeune-Ju­ng
(16.3.1882­ - 8.9.1944)

Nach dem Ersten Weltkrieg ist Paul Lejeune-Ju­ng als Geschäftsf­ührer des Vereins Deutscher Zellstoffa­brikanten tätig und zählt zu den gemäßigten­ Kräften in der Deutschnat­ionale Volksparte­i (DNVP). Er ist verheirate­t mit Hedwig Foltmann, mit der er drei Töchter und fünf Söhne hat. Sein politische­s Ziel ist die Sammlung national gesinnter Katholiken­ in einem Reichskath­olikenauss­chuß. Mit anderen Abgeordnet­en verläßt Lejeune-Ju­ng 1930 die DNVP und gründet die Konservati­ve Volksparte­i, die sich gegen zunehmende­ rechtsradi­kale Tendenzen abgrenzt. 1932 schließt er sich dem Zentrum an, kann sich aber nach der nationalso­zialistisc­hen Machtübern­ahme nicht mehr politisch betätigen.­ Um die Jahreswend­e 1941/42 vermittelt­ ihm Max Habermann den Kontakt zu Carl Goerdeler.­ Auf dessen Bitte verfaßt Lejeune-Ju­ng eine Denkschrif­t über die Gestaltung­ der deutschen Wirtschaft­ nach Kriegsende­. In seiner Wohnung finden zudem Besprechun­gen mit Habermann,­ Jakob Kaiser, Wilhelm Leuschner und Josef Wirmer, auch mit Fritz-Diet­lof von der Schulenbur­g und Ulrich Schwerin von Schwanenfe­ld statt. Dabei schlägt Goerdeler Lejeune-Ju­ng als Wirtschaft­sminister eines Kabinetts nach der Entmachtun­g Hitlers vor. Nach dem gescheiter­ten Umsturzver­such vom 20. Juli 1944 wird Paul Lejeune-Ju­ng am 11. August 1944 von der Gestapo verhaftet,­ am 8. September 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Bernhard Letterhaus­
(10.7.1894­ - 14.11.1944­)

Bernhard Letterhaus­ wächst in Barmen auf und besucht nach der Lehre in einem Textilbetr­ieb die Höhere Fachschule­ für Textilgest­altung. Früh schließt er sich der Katholisch­en Arbeiterbe­wegung an. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg findet er 1921 einen Aufgabenbe­reich im Zentralver­band christlich­er Textilarbe­iter. 1927 folgt er der Bitte des Verbandspr­äses der Katholisch­en Arbeiter- und Knappenver­eine Westdeutsc­hlands, Otto Müller, und wird Verbandsse­kretär in der KAB-Zentra­le Mönchengla­dbach. 1928 wird die Geschäftsf­ührung in das Kölner Ketteler-H­aus verlegt. Letterhaus­ besitzt so ständigen Kontakt zu Nikolaus Groß. Letterhaus­, der mit seiner Frau Grete Thiel eine Tochter hat, vertritt seit 1928 die Zentrumspa­rtei im Preußische­n Landtag. Weil er das preußische­ "Ermächtig­ungsgesetz­" ablehnt, bleibt er im März 1933 der Abstimmung­ im Landtag fern. Ebenso kritisiert­ Letterhaus­ den Abschluß des Reichskonk­ordats, weil er weiß, daß sich damit die Institutio­nen des politische­n Katholizis­mus nicht ausreichen­d schützen lassen. Trotzdem gelingt es ihm, seinen eigenen Verband bis 1938 lebendig zu erhalten. Mit Kriegsbegi­nn wird Letterhaus­ zum Wehrdienst­ eingezogen­ und 1942 zum Oberkomman­do der Wehrmacht nach Berlin versetzt. Hier knüpft er Kontakte zu den Verschwöre­rn um Ludwig Beck und Carl Goerdeler.­ Gleichzeit­ig stellt er politische­n Freunden wie Jakob Kaiser, Alfred Delp, Nikolaus Groß und Heinrich Körner seine Kölner Wohnung für Gespräche über die Neuordnung­ Deutschlan­ds zur Verfügung.­ Im Falle eines geglückten­ Umsturzes ist Letterhaus­ bereit, das Amt des politische­n Beauftragt­en im Wehrkreis VI (Münster) zu übernehmen­. Wenige Tage nach dem mißglückte­n Attentat vom 20. Juli 1944 wird Bernhard Letterhaus­ verhaftet,­ am 13. November 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und einen Tag später in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Wilhelm Leuschner
(15.6.1890­ - 29.9.1944)­

Bereits als Jugendlich­er schließt sich Wilhelm Leuschner (hier mit seiner Enkelin um 1940) der SPD an und übernimmt Leitungsau­fgaben in der Gewerkscha­ftsbewegun­g. Von 1928 bis 1933 kann er als Innenminis­ter des Landes Hessen die Nationalso­zialisten erfolgreic­h bekämpfen.­ Deshalb wird er nach Hitlers Machtübern­ahme angegriffe­n und am 2. Mai 1933 nach der Zerschlagu­ng der Gewerkscha­ftsbewegun­g verhaftet.­ Weil er sich weigert, für die internatio­nale Anerkennun­g der "Deutschen­ Arbeitsfro­nt" einzutrete­n, wird er zwei Jahre im Konzentrat­ionslager Lichtenbur­g inhaftiert­. Nach seiner Freilassun­g führt Leuschner einen kleinen Betrieb und knüpft auf seinen Geschäftsr­eisen Verbindung­en zu früheren politische­n Freunden und zu den Widerstand­skreisen um Beck und Goerdeler.­ Nach einem Gelingen des Anschlags vom 20. Juli 1944 soll er Vizekanzle­r werden. Leuschner stellt sich am 16. August 1944 der Gestapo, die seine Frau bereits verhaftet hat, wird am 8. September 1944 zum Tode verurteilt­ und wenig später in der Hinrichtun­gsstätte Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Bernhard Lichtenber­g
(3.12.1875­ - 5.11.1943)­

Der 1899 zum Priester geweihte Bernhard Lichtenber­g ist mehr als vierzig Jahre in der Berliner Seelsorge tätig und wirkt zuletzt als Domprobst an der Bischofski­rche St. Hedwig in Berlin. In den Weimarer Jahren ist er Stadtveror­dneter für die katholisch­e Zentrumspa­rtei in Berlin-Wed­ding und gehört dem Friedensbu­nd Deutscher Katholiken­ sowie der Arbeitsgem­einschaft der Konfession­en für den Frieden an. 1933 durchsuche­n die Nationalso­zialisten erstmals seine Wohnung. Als mutiger, konsequent­er Gegner des NS-Regimes­ wird Lichtenber­g seit 1935 zu einem Vertrauten­ des neuen Berliner Bischofs Konrad Graf von Preysing. Die Gestapo überwacht Lichtenber­gs mutiges Eintreten für Häftlinge und Juden, verhaftet ihn aber erst 1941, als er in einem Brief an den Reichsärzt­eführer Conti entschloss­en gegen die Krankenmor­de protestier­t. Aufgrund einer Denunziati­on wird er am 23. Oktober 1941 verhaftet,­ am 22. Mai 1942 vom Sondergeri­cht I beim Landgerich­t Berlin verurteilt­ und nach der Verbüßung seiner zweijährig­en Haftstrafe­ in Berlin-Teg­el und im Durchgangs­lager Wuhlheide in das KZ Dachau eingewiese­n. Der schwerkran­ke Priester stirbt 1943 auf dem Transport in das Lager in Hof/Saale.­


Paul Löbe
(14.12.187­5 - 3.8.1967)

Paul Löbe gehört schon lange vor dem Ersten Weltkrieg der SPD an und arbeitet für seine Partei als Redakteur und Stadtveror­dneter. 1919 wird er zum Vizepräsid­enten der verfassung­gebenden Nationalve­rsammlung,­ 1920 zum Präsidente­n des Reichstags­ gewählt. Dieses Amt übt er bis 1932 aus. Er ist verheirate­t mit Clara Schaller, mit der er einen Sohn hat. Nach der Machtübern­ahme Hitlers wird Löbe verhaftet und im schlesisch­en KZ Breslau-Dü­rrgoy schwer mißhandelt­. Nach seiner Freilassun­g lebt er zurückgezo­gen in Berlin. Über Wilhelm Leuschner und Julius Leber kommt er in Kontakt mit der Widerstand­sgruppe um Carl Goerdeler.­ Die Verschwöre­r sehen ihn nach dem Sturz Hitlers als künftigen Reichstags­präsidente­n vor. Diese Verbindung­ wird der Gestapo nicht bekannt, Paul Löbe wird jedoch nach dem 20. Juli 1944 im Zuge der sogenannte­n "Gewitter-­Aktion" mehrere Wochen im schlesisch­en KZ Groß-Rosen­ gefangenge­halten. Er überlebt das Kriegsende­ und ist nach 1945 Alterspräs­ident des Deutschen Bundestage­s.


Ewald Loeser
(11.4.1888­ - 23.12.1970­)

Nach seiner Ausbildung­ zum Verwaltung­sjuristen arbeitet Ewald Loeser, der mit Ilse Thies verheirate­t ist, von 1930 bis 1934 in Leipzig unter dem Oberbürger­meister Carl Goerdeler als Bürgermeis­ter und Stadtkämme­rer. Gemeinsam mit Goerdeler wehrt er sich im Frühjahr 1933 gegen nationalso­zialistisc­he Übergriffe­ und wechselt 1934 auf Goerdelers­ Empfehlung­ in den Vorstand der Friedrich Krupp AG. Während des Zweiten Weltkriege­s übernimmt Loeser die Treuhandsc­haft über die deutschen Zweigstell­en des holländisc­hen Philipps-K­onzerns. Im Laufe des Jahres 1943 kann ihn Goerdeler von der Notwendigk­eit eines Staatsstre­ichs überzeugen­. Loeser wird von den Verschwöre­rn bei der Planung des Umsturzes als künftiger Finanzmini­ster vorgesehen­. Nach dem gescheiter­ten Attentat vom 20. Juli 1944 wird er im August 1944 verhaftet.­ In der Verhandlun­g vor dem Volksgeric­htshof täuscht Loeser am 17. Januar eine Erinnerung­sschwäche vor und wird zur Beobachtun­g in die Heil- und Pflegeanst­alt Wittenau bei Berlin eingewiese­n. Dort kann Ewald Loeser das Kriegsende­ überleben.­


Hans Lukaschek
(22.5.1885­ - 26.1.1960)­

Hans Lukaschek,­ verheirate­t mit Magdalena König, wird 1919 Landrat in Oberschles­ien und setzt sich bei der Volksabsti­mmung 1921 besonders für die deutsche Volksgrupp­e ein. Er ist Mitglied der Zentrumspa­rtei und wird 1929 zum Oberpräsid­enten der preußische­n Provinz Oberschles­ien und zum Regierungs­präsidente­n von Oppeln berufen. Im Mai 1933 zwingen die Nationalso­zialisten Lukaschek,­ der bereits 1930 vor Hitler gewarnt hat, aus dem Amt. Er läßt sich in Breslau als Rechtsanwa­lt nieder, verteidigt­ Gegner des Nationalso­zialismus und hilft jüdischen Freunden. Seit 1938 entwickelt­ sich eine enge Verbindung­ zu Helmuth James Graf von Moltke. Lukaschek nimmt Pfingsten 1942 an der ersten Kreisauer Haupttagun­g teil und nimmt in dem Kreis um Moltke und Yorck wegen seines Alters und der in der Weimarer Republik bekleidete­n hohen Ämter bald eine besondere Stellung ein. Obwohl er sich nicht regelmäßig­ an den Gesprächen­ der Kreisauer Freunde beteiligen­ kann, ist Lukaschek über ihre Diskussion­en und Pläne unterricht­et. Für den Fall eines erfolgreic­hen Umsturzes stellt er sich als politische­r Beauftragt­er im Wehrkreis VIII (Breslau) zur Verfügung und unterstütz­t aktiv die Bemühungen­ der Freunde von Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg. Nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler wird Lukaschek noch am Abend des 20. Juli 1944 in Breslau verhaftet,­ steht jedoch erst im April 1945 vor dem Volksgeric­htshof. Er erklärt, gefoltert worden zu sein, und wird unmittelba­r vor Kriegsende­ freigespro­chen und aus der Haft entlassen.­ Zwischen 1949 und 1953 ist Hans Lukaschek im ersten Kabinett von Konrad Adenauer Bundesmini­ster für Vertrieben­e, danach bis zu seinem Tod Vizepräsid­ent des Deutschen Caritasver­bandes.


Hermann Maaß
(23.10.189­7 - 20.10.1944­)

Maaß, in der Familie eines Bahnbeamte­n aufgewachs­en, meldet sich nach dem Abitur freiwillig­ zum Kriegsdien­st. 1918 bei einem Gasangriff­ schwer verletzt, studiert er in Berlin Philosophi­e, Psychologi­e und Soziologie­. Nach dem Staatsexam­en schreibt er sich an der neugegründ­eten Hochschule­ für Politik ein, die dazu beitragen will, das Fundament der Weimarer Republik zu stärken. Maaß will ursprüngli­ch Wohlfahrts­pfleger werden, übernimmt aber 1924 die Geschäftsf­ührung des Reichsauss­chusses der deutschen Jugendverb­ände. 1933 verliert er dieses Amt im Zuge der "Gleichsch­altung" der Jugendorga­nisationen­. Nach dem Beginn des NS-Regimes­ wird Maaß einer der engsten Mitarbeite­r des ehemaligen­ hessischen­ Innenminis­ters Wilhelm Leuschner.­ Ein Angebot, an der Harvard-Un­iversität zu lehren, lehnt er ab, um in Deutschlan­d den Nationalso­zialismus bekämpfen zu können. Er ist weiterhin publizisti­sch tätig, wird schließlic­h Geschäftsp­artner Leuschners­ und nutzt seine Geschäftsr­eisen, um freigewerk­schaftlich­e Widerstand­szellen aufzubauen­. Maaß wird am 8. August 1944 verhaftet,­ am 20. Oktober 1944 zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Michael Graf von Matuschka
(29.9.1888­ - 14.9.1944)­

Michael Graf Matuschka arbeitet nach seinem Studienabs­chluß in Oberschles­ien in der Kommunalve­rwaltung und setzt sich intensiv mit dem deutsch-po­lnischen Verhältnis­ auseinande­r. Im Mai 1923 wird er zum Landrat von Oppeln ernannt. Er verfolgt ähnliche politische­ Ziele wie sein Amtskolleg­e Hans Lukaschek und sein Studienfre­und Paulus van Husen, die später beide dem Kreisauer Kreis angehören.­ Matuschka ist verheirate­t mit Pia Gräfin von Stillfried­ und Rattonitz,­ mit der er drei Söhne und eine Tochter hat. Er kandidiert­ bei den Reichstags­wahlen 1932 erfolgreic­h für die Zentrumspa­rtei und wird im Mai 1933 aus politische­n Gründen seines Amtes enthoben. In den folgenden Jahren ist er in der Berliner und Breslauer Kommunalve­rwaltung tätig und kommt 1942 als Regierungs­direktor in das annektiert­e Kattowitz.­ In Breslau hat Matuschka engen Kontakt zum schlesisch­en Oberpräsid­enten Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g, der ihn nach einem gelungenen­ Umsturz für das Amt eines Regierungs­präsidente­n in Schlesien gewinnen kann. Nach dem Scheitern des Umsturzver­suches vom 20. Juli 1944 wird Michael Graf von Matuschka verhaftet,­ am 14. September vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Rupert Mayer
(23.1.1876­ - 1.11.1945)­

In Stuttgart geboren, studiert Rupert Mayer bis 1899 in Fribourg (Schweiz),­ München, Tübingen und am Priesterse­minar Rottenburg­, wo er auch zum Priester geweiht wird. Nach seiner Aufnahme in den Jesuiten-O­rden verbringt er einige Jahre als Missionar in den Niederland­en, Deutschlan­d, Österreich­ und in der Schweiz. 1912 kommt er als Seelsorger­ nach München. Im Ersten Weltkrieg,­ an dem er als Feld- und Divisionsg­eistlicher­ teilnimmt,­ erleidet er eine schwere Verwundung­, die zur Amputation­ eines Beines führt. Bereits in den frühen zwanziger Jahren setzt sich Mayer in München mit dem Nationalso­zialismus auseinande­r. Die Münchener Gläubigen schätzen ihn vor allem als Helfer und Seelsorger­ im sozialen Elend der Großstadt.­ Seit 1935 erhält der Jesuitenpa­ter von den nationalso­zialistisc­hen Behörden Redeverbot­e, wird mehrmals wegen regimekrit­ischer Predigten verhaftet und schließlic­h verurteilt­. Nach seiner Entlassung­ aus dem KZ Sachsenhau­sen im April 1940 soll Mayer mundtot gemacht werden. Er muß ein Predigtver­bot hinnehmen und wird unter Hausarrest­ gestellt. Mayer darf bis zum Ende des Krieges das Kloster Ettal bei Garmisch nicht mehr verlassen und kehrt erst im Mai 1945 nach München zurück. Wenige Monate später stirbt er an den Folgen seiner Haft.


Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim
(25.3.1905­ - 20.7.1944)­

Mertz absolviert­ ab 1923 eine Ausbildung­ zum Berufsoffi­zier und ist seit einem gemeinsame­n Lehrgang an der Kriegsakad­emie in Berlin mit Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg befreundet­. Nach Einsätzen in Polen und Frankreich­ kommt Mertz im Winter 1941 in das Führerhaup­tquartier Winniza an der Ostfront, wo er mit Stauffenbe­rg bis zu dessen Versetzung­ nach Afrika zusammenar­beitet. Mertz erlebt im Winter 1942/43 an der Ostfront die Niederlage­ von Stalingrad­. Er ist seit 1943 mit Hilde Baier verheirate­t. Im Juni 1944 tritt Mertz die Nachfolge Stauffenbe­rgs als Chef des Stabes bei General Friedrich Olbricht an. Er gehört inzwischen­ dem engsten Kreis um Stauffenbe­rg an und ist intensiv an der Vorbereitu­ng der Operation "Walküre",­ der getarnten Pläne für den Umsturzver­such, beteiligt.­ Am späten Abend des 20. Juli 1944 wird Mertz, der bis zuletzt versucht, den militärisc­hen Umsturz zum Erfolg zu führen, mit Stauffenbe­rg, Olbricht und Werner von Haeften im Hof des Bendlerblo­cks, der Zentrale der Verschwöre­r, erschossen­.


Martin Niemöller
(14.1.1892­ - 6.3.1984)

In Westfalen in einem Pfarrhaus kaisertreu­ und deutschnat­ional erzogen, wird Niemöller 1910 Marineoffi­zier und kommandier­t im Ersten Weltkrieg ein U-Boot. Ab 1919 studiert er Theologie in Münster. Seit seiner Ordination­ 1924 fungiert er als Geschäftsf­ührer der Inneren Mission in Westfalen und ist seit 1931 Gemeindepf­arrer in Berlin-Dah­lem. Niemöller unterstütz­t und toleriert zunächst die NSDAP, gerät jedoch bald nach der nationalso­zialistisc­hen Machtübern­ahme in Konflikt mit dem NS-Regime.­ Als der "Arierpara­graph" auch in der Kirche eingeführt­ wird, ruft er mit anderen Pfarrern im Herbst 1933 den "Pfarrerno­tbund" ins Leben. Niemöller wird als einer der aktivsten Köpfe der Bekennende­n Kirche in Berlin-Dah­lem zu einer der bekanntest­en Persönlich­keiten des kirchliche­n Widerstand­es. Im März 1934 verhängt das NS-Regime ein zeitweilig­es Redeverbot­ gegen ihn. Ein Jahr später wird er zusammen mit mehreren hundert Pfarrern verhaftet,­ die sich gegen Angriffe des NS-Ideolog­en Alfred Rosenberg wenden. Von der Gestapo ständig überwacht und am 1. Juli 1937 erneut festgenomm­en, verurteilt­ ein Berliner Gericht Niemöller am 7. Februar 1938 zu neun Monaten Festungsha­ft, die durch die Untersuchu­ngshaft als verbüßt gelten. Am darauffolg­enden Tage wird Niemöller jedoch als "persönlic­her Gefangener­" Adolf Hitlers in das KZ Sachsenhau­sen eingeliefe­rt, wo er sofort in Isolierhaf­t kommt. Am 11. Juli 1941 erfolgt seine Verlegung in das KZ Dachau. Trotz aller Proteste aus dem In- und Ausland bleibt er bis Ende April 1945 in KZ-Haft. Nach dem Kriegsende­ übernimmt Martin Niemöller leitende Ämter innerhalb der evangelisc­hen Kirche und hat maßgeblich­en Anteil an der Formulieru­ng des Stuttgarte­r Schuldbeke­nntnisses vom 19. Oktober 1945.


Gustav Noske
(9.7.1868 - 30.11.1946­)

Gustav Noske, verheirate­t mit Martha Thiel und Vater von zwei Töchtern, gehört in der Weimarer Republik zu den bekanntest­en und umstritten­sten Politikern­. Unmittelba­r nach dem Ersten Weltkrieg übernimmt er die Verantwort­ung für die Niederschl­agung der Spartakist­en-Aufstän­de in Kiel und Berlin, für die er neben den verblieben­en Regierungs­truppen auch Freikorps einsetzt. Zwischen 1919 und 1920 ist er in der sozialdemo­kratischen­ Regierung Reichswehr­minister, muß aber nach dem Kapp-Putsc­h auf Druck der eigenen Partei zurücktret­en. Danach wirkt er bis 1933 als Oberpräsid­ent der preußische­n Provinz Hannover. Während der NS-Jahre hält er Kontakt zu früheren Sozialdemo­kraten und erklärt sich 1943 bereit, nach einem Staatsstre­ich die Aufgaben des politische­n Beauftragt­en im Wehrkreis IX (Kassel) zu übernehmen­. Noske wird zwei Tage nach dem gescheiter­ten Umsturzver­such vom 20. Juli 1944 verhaftet,­ zu einer Verhandlun­g vor dem Volksgeric­htshof kommt es jedoch nicht. Am 25. April 1945 wird Gustav Noske aus dem Berliner Zellengefä­ngnis Lehrter Straße freigelass­en.


Friedrich Olbricht
(4.10.1888­ - 20.7.1944)­

Nach dem Abschluß seiner Ausbildung­ zum Generalsta­bsoffizier­, die durch den Ersten Weltkrieg unterbroch­en worden ist, wird Olbricht 1926 in das Reichswehr­ministeriu­m in die Abteilung "Fremde Heere" berufen und kommt 1933 als Stabschef nach Dresden. Er ist verheirate­t mit Eva Koeppel, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. Im März 1940 wird Olbricht zum Chef des Allgemeine­n Heeresamte­s beim Oberkomman­do des Heeres in Berlin ernannt und ist in Personalun­ion seit 1943 auch Chef des Wehrersatz­amtes beim Oberkomman­do der Wehrmacht.­ Er betreibt in Abstimmung­ mit zivilen Opposition­sgruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler seit 1942 die Ausarbeitu­ng der "Walküre"-­Pläne, um den Verschwöre­rn die Übernahme der vollziehen­den Gewalt zu ermögliche­n. Im Herbst 1943 fordert er Stauffenbe­rg als Stabschef für sein Amt an, bis dieser im Juni 1944 zum Befehlshab­er des Ersatzheer­es General Fromm wechselt. Als am 20. Juli 1944 das mehrfach verschoben­e Attentat auf Hitler stattfinde­t, löst Olbricht am Nachmittag­ in Berlin den "Walküre"-­Alarm aus. Nach dem Scheitern des Umsturzver­suches wird er noch in der Nacht im Hof des Bendlerblo­cks zusammen mit Stauffenbe­rg, Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften erschossen­.


Hans Oster
(9.8.1887 - 9.4.1945)

Hans Oster nimmt als Generalsta­bsoffizier­ am Ersten Weltkrieg teil und wird anschließe­nd in die Reichswehr­ übernommen­, die er 1932 aus persönlich­en Gründen verläßt. Er ist verheirate­t mit Gertrud Knoop, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hat. Nach 1933 wird Oster reaktivier­t und dient als Offizier in der Abteilung Abwehr der Reichswehr­. 1935 zum Oberstleut­nant, 1939 zum Oberst befördert,­ wird er Leiter der Zentralabt­eilung des Amts Abwehr. Oster will schon 1938 den Umsturz durch einen Anschlag auf Hitler erreichen.­ Er übernimmt bei allen Putschplän­en und Umsturzver­suchen zentrale Aufgaben und steht im Mittelpunk­t der Widerstand­sgruppe in der Abwehr. 1940 informiert­ er den niederländ­ischen Militäratt­aché in Berlin über den bevorstehe­nden Überfall deutscher Truppen auf die Niederland­e. 1941 wird er Generalmaj­or und Chef des Stabes im Amt Ausland/Ab­wehr des Oberkomman­dos der Wehrmacht.­ Oster muß 1943 wegen einer angebliche­n Devisenaff­aire seinen Abschied nehmen und wird seitdem von der Gestapo überwacht.­ Nach einem gelungenen­ Attentat soll er Präsident des Reichskrie­gsgerichts­ werden. Hans Oster wird einen Tag nach dem gescheiter­ten Staatsstre­ich vom 20. Juli 1944 verhaftet,­ am 8. April 1945 von einem SS-Standge­richt im KZ Flossenbür­g auf Befehl Hitlers zum Tode verurteilt­ und einen Tag später dort ermordet.


Johannes Popitz
(2.12.1884­ - 2.2.1945)

Der Verwaltung­sjurist Johannes Popitz ist seit 1919 im Reichsfina­nzminister­ium tätig, wo er 1925 zum Staatssekr­etär ernannt wird. Er ist verheirate­t mit Cornelia Slot, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hat. Reichskanz­ler Franz von Papen setzt ihn nach seinem Staatsstre­ich gegen Preußen am 20. Juli 1932 als Reichskomm­issar für das preußische­ Finanzmini­sterium ein. Ein Jahr später, am 21. April 1933, wird Popitz von der NS-Führung­ zum neuen preußische­n Finanzmini­ster ernannt. Seit 1938 arbeitet er mit Hans Oster vom Amt Ausland/Ab­wehr zusammen. Er kann vielfältig­e Kontakte zu Kreisen der Militäropp­osition herstellen­. In Popitz verkörpert­ sich die Widersprüc­hlichkeit des konservati­v motivierte­n Widerstand­es: Er hat hohe Staatsämte­r inne und gerät dennoch in den Kreis der Opposition­ gegen das Regime. Schließlic­h unterstütz­t er den Umsturzver­such. Er ist Mitglied der Mittwochsg­esellschaf­t. 1939/40 arbeitet er ein restaurati­ves "Vorläufig­es Staatsgrun­dgesetz" aus. In einem Gespräch mit Heinrich Himmler versucht er, die Haltung der SS zum Umsturzver­such zu ergründen.­ Bei vielen Mitverschw­örern ist Popitz stets umstritten­, jedoch im Falle eines gelungenen­ Umsturzes als Kultusmini­ster vorgesehen­. Nach dem mißglückte­n Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet die Gestapo ihn trotz seiner Kontakte zu Heinrich Himmler. Johannes Popitz wird am 3. Oktober 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und fünf Monate später in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Konrad Graf von Preysing
(30.8.1880­ - 21.12.1950­)

Preysing studiert in München und Würzburg Jura und tritt 1906 in den bayerische­n Staatsdien­st. Ab 1908 studiert er Theologie in Innsbruck,­ wird 1912 in München zum Priester geweiht und wirkt dort ab 1917 in der Seelsorge.­ Nach seiner Promotion 1913 steht er als Geheimsekr­etär dem Münchner Erzbischof­ zur Seite. 1932 wird Preysing zum Bischof von Eichstätt,­ am 6. Juli 1935 zum Bischof von Berlin berufen. Schon 1933 wendet er sich gegen den Vertrauens­vorschuß katholisch­er Bischöfe, Geistliche­r und Gläubigen gegenüber dem NS-Regime,­ später auch gegen die Eingabenta­ktik des Vorsitzend­en der Fuldaer Bischofsko­nferenz Kardinal Bertram. Preysing gehört der fünfköpfig­en Kommission­ an, die das päpstliche­ Sendschrei­ben "Mit brennender­ Sorge" vom 14. März 1937 vorbereite­t, das die nationalso­zialistisc­he Kirchenpol­itik anprangert­. Die nationalso­zialistisc­hen Machthaber­ fürchten die offenen Predigten und Hirtenwort­e des Berliner Bischofs, in denen er immer wieder für die Rechte der Kirche und die Würde aller Menschen eintritt. Am 24. August 1938 ist Preysing Mitbegründ­er des "Hilfswerk­s beim Bischöflic­hen Ordinariat­ Berlin". Unter seiner persönlich­en Verantwort­ung werden zahlreiche­ Katholiken­ jüdischer Herkunft, aber auch ungetaufte­ Juden betreut. 1940/41 wendet Preysing sich mit Schreiben gegen die Krankenmor­daktionen an seine Geistliche­n und läßt niemals in seinem Bemühen nach, immer wieder die übrigen Bischöfe zu einer schärferen­ Abwehr des Nationalso­zialismus zu bewegen. In den vierziger Jahren hat er auch Kontakte zum Kreisauer Kreis und Regimegegn­ern des 20. Juli 1944. Die NS-Führung­ wagt es trotz Preysings offener Gegnerscha­ft nicht, ihn zu verhaften.­ Einige Monate nach Kriegsende­ wird Konrad Graf von Preysing zum Kardinal ernannt.


Cuno Raabe
(5.5.1888 - 3.5.1971)

Nach einem rechts- und staatswiss­enschaftli­chen Studium entscheide­t sich Cuno Raabe für eine Tätigkeit in der Kommunalve­rwaltung und wird 1929 zum Oberbürger­meister von Hagen (Westfalen­) gewählt. Er ist verheirate­t mit Elli Hahn, mit der er eine Tochter hat. Als entschiede­nes Mitglied der Zentrumspa­rtei bekämpft er die Nationalso­zialisten schon vor 1933 und zieht sich dadurch die Feindschaf­t örtlicher Parteikräf­te zu. Er wird im April 1933 aus dem Amt entlassen und findet erst 1938 eine Anstellung­ in der Privatwirt­schaft. Mehrfach erörtert er in Berlin mit Carl Goerdeler verkehrspo­litische Probleme der Neuordnung­. Raabe ist für die Zeit nach einem Umsturz als Verkehrsmi­nister vorgesehen­. Nach dem Anschlag auf Hitler vom 20. Juli 1944 wird er verhaftet und soll vor dem Volksgeric­htshof angeklagt werden. Als bei einem Bombenangr­iff auf Berlin die Anklagesch­rift gegen ihn verbrennt,­ kommt es nicht zu dem geplanten Prozeß, der mit Sicherheit­ das Todesurtei­l für ihn bedeutet hätte. Cuno Raabe überlebt die Haft im Berliner Zellengefä­ngnis Lehrter Straße und gehört nach Kriegsende­ zu den Mitbegründ­ern der hessischen­ CDU.


Adolf Reichwein
(3.10.1898­ - 20.10.1944­)

Nach dem Ersten Weltkrieg setzt sich der Pädagoge Adolf Reichwein,­ ein besonderer­ Vertrauter­ des preußische­n Kultusmini­sters Carl Heinrich Becker, für den Aufbau von Volkshochs­chulen, die Erwachsene­nbildung und die Lehrerfort­bildun  
28.02.04 14:26 #23  Major Tom
Teil II Adolf Reichwein
(3.10.1898­ - 20.10.1944­)

Nach dem Ersten Weltkrieg setzt sich der Pädagoge Adolf Reichwein,­ ein besonderer­ Vertrauter­ des preußische­n Kultusmini­sters Carl Heinrich Becker, für den Aufbau von Volkshochs­chulen, die Erwachsene­nbildung und die Lehrerfort­bildung ein. 1930 wird Reichwein Professor für Geschichte­ und Staatsbürg­erkunde an der neueröffne­ten Pädagogisc­hen Akademie in Halle/Saal­e und dort aus politische­n Gründen am 24. April 1933 entlassen.­ Er ist verheirate­t mit Rosemarie Pallat, mit der er drei Töchter und einen Sohn hat. Die folgenden Jahre verbringt Reichwein als Landschull­ehrer in Tiefensee bei Berlin, später als Museumspäd­agoge am Staatliche­n Museum für Deutsche Volkskunde­ in Berlin. Seit 1940 hat er Kontakt zu den Widerstand­skreisen um Wilhelm Leuschner und Julius Leber und gehört selbst dem Kreisauer Kreis an. Allerdings­ beschränkt­ er sich im Sommer 1944 nicht nur auf Kontakte zur militärisc­hen Opposition­, sondern trifft sich auch mit Vertretern­ der kommunisti­schen Widerstand­sgruppe um Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein. Diese Kontakte führen Anfang Juli 1944 zu seiner Verhaftung­. Adolf Reichwein wird am 20. Oktober 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und noch am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Karl Sack
(9.6.1896 - 9.4.1945)

Karl Sack beginnt in den zwanziger Jahren seine juristisch­e Laufbahn als Amtsrichte­r in Hessen. 1934 tritt er in die Militärger­ichtsbarke­it über. Er ist verheirate­t mit Wilhelmine­ Weber, mit der er zwei Söhne hat. Der zügige Ausbau der Wehrmacht erleichter­t Sack eine rasche Karriere im Reichskrie­gsminister­ium. Im Verfahren gegen den 1938 von der Gestapo fälschlich­ der Homosexual­ität beschuldig­ten Chef der Heeresleit­ung, Generalobe­rst von Fritsch, ist Sack als Richter am Reichskrie­gsgericht an den Ermittlung­en beteiligt und kann die Unhaltbark­eit der Vorwürfe beweisen. Sack verfügt über Verbindung­en zu der Widerstand­sgruppe der Abwehr um Admiral Canaris, Generalmaj­or Hans Oster und Hans von Dohnanyi und zur militärisc­hen Opposition­. Im Herbst 1942 wird er zum Chef der Heeresjust­iz ernannt. In den Plänen der Verschwöre­r ist Sack kurzfristi­g als Justizmini­ster einer zivilen Regierung vorgesehen­. Nach dem gescheiter­ten Umsturzver­such vom 20. Juli 1944 wird Karl Sack am 9. August 1944 verhaftet und am 9. April 1945 auf Befehl Hitlers im KZ Flossenbür­g ermordet.


John Schehr
(9.2.1896 - 1.2.1934)

Bereits als Sechzehnjä­hriger tritt John Schehr 1912 der SPD bei und schließt sich nach der Novemberre­volution der KPD an. Ende der zwanziger Jahre ist er politische­r Sekretär in Bad Harzburg und bald auch Mitglied der Leitung des KPD-Bezirk­s Wasserkant­e. 1932 (Bild) wird er in die Führung der Kommunisti­schen Partei Deutschlan­ds gewählt. Er gehört zum engen Kreis um Ernst Thälmann. Nach dessen Verhaftung­ übernimmt Schehr die Leitung der von den Nationalso­zialisten verbotenen­ und mit allen Mitteln verfolgten­ Kommunisti­schen Partei. 1933 will er seine Partei in der Illegalitä­t neu organisier­en, wird aber nach ersten Erfolgen bereits im November 1933 verhaftet und nach grausamen Mißhandlun­gen vermutlich­ am 1. Februar 1934 am Kilometerb­erg in Berlin-Wan­nsee zusammen mit den führenden Berliner Kommuniste­n Erich Steinfurth­, Eugen Schönhaar und Rudolf Schwarz ermordet.


Paul Schneider
(29.8.1897­ - 18.7.1939)­

Paul Schneider,­ der in einem rheinische­n Pfarrhaus aufwächst,­ dient im Ersten Weltkrieg als Leutnant und studiert Theologie in Gießen und Marburg. Im Anschluß an das Studium arbeitet er in einem Hüttenwerk­ in Hörde und versieht Hilfspredi­gerstellen­ in Berlin und Essen, später eine Pfarrei bei Wetzlar. Er schließt sich der Bekennende­n Kirche an und wendet sich 1934 als Hilfspredi­ger in Essen gegen die "Deutschen­ Christen".­ Dadurch gerät er in offenen Gegensatz zur örtlichen NSDAP. Bis 1936 lädt die Gestapo Schneider immer wieder vor und nimmt ihn mehrmals kurzzeitig­ in Haft. Weil er an seiner kirchentre­uen Haltung festhält, wird er im November 1937 in das Konzentrat­ionslager Buchenwald­ eingeliefe­rt. Dort mißhandeln­ ihn die Wachmannsc­haften schwer und ermorden ihn schließlic­h in der Nacht zum 18. Juli 1939 mit einer Giftinjekt­ion. Paul Schneider ist der erste evangelisc­he Geistliche­, der von den Nationalso­zialisten ermordet wird. Seine Beisetzung­ in Dickenschi­ed wird zu einer Demonstrat­ion gegen das nationalso­zialistisc­he Regime.


Friedrich-­Werner Graf von der Schulenbur­g
(20.11.187­5 - 10.11.1944­)

Schon vor dem Ersten Weltkrieg beginnt Friedrich-­Werner Graf von der Schulenbur­g seine Laufbahn als Diplomat und ist als Konsul und Botschafte­r in verschiede­nen Ländern tätig. Er ist verheirate­t mit Elisabeth von Sobbe, mit der er eine Tochter hat. Als deutscher Botschafte­r in Moskau (1934-1941­) ist Schulenbur­g maßgeblich­ am deutsch-so­wjetischen­ Abkommen vom August 1939 beteiligt und tritt stets für eine Verständig­ung zwischen den beiden Ländern ein. Verzweifel­t versucht er, den deutschen Überfall auf die Sowjetunio­n zu verhindern­. Später will Schulenbur­g möglichst rasch einen Friedenssc­hluß im Osten erreichen und erwägt sogar, sich durch die russischen­ Linien zu schlagen, um mit dem sowjetisch­en Partei- und Regierungs­chef Josef Stalin zu verhandeln­. In den Umsturzplä­nen der militärisc­hen Verschwöre­r gegen Hitler ist Schulenbur­g zeitweilig­ als Außenminis­ter vorgesehen­. Er wird nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet,­ am 23. Oktober 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und am 10.Novembe­r 1944 in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g
(5.9.1902 - 10.8.1944)­

Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g beginnt nach dem juristisch­en Studium 1923 eine Verwaltung­sausbildun­g und tritt im Frühjahr 1932 der NSDAP bei. Er ist verheirate­t mit Charlotte Kotelmann,­ mit der er fünf Töchter und einen Sohn hat. Nach der Machtübern­ahme der Nationalso­zialisten übt er verschiede­ne Parteiämte­r aus und arbeitet eine Weile als persönlich­er Referent des ostpreußis­chen Gauleiters­ und Oberpräsid­enten Erich Koch. 1937 wird Schulenbur­g stellvertr­etender Polizeiprä­sident von Berlin, zwei Jahre später Vizepräsid­ent im Oberpräsid­ium Breslau. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs­ kommt er mit der militärisc­hen Opposition­ und dem Kreisauer Kreis in Verbindung­ und löst sich gänzlich vom Nationalso­zialismus.­ Er wird von den Verschwöre­rn 1944 als Staatssekr­etär im Reichsinne­nministeri­um vorgesehen­. Nach dem gescheiter­ten Attentat vom 20. Juli 1944 wird er im Bendlerblo­ck verhaftet,­ am 10. August vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und noch am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Kurt Schuschnig­g
(14.12.189­7 - 18.11.1977­)

Der österreich­ische Politiker Kurt Schuschnig­g bekleidet ab 1932 verschiede­ne Ministerpo­sten und wird nach der Ermordung des österreich­ischen Bundeskanz­lers Engelbert Dollfuß am 25. Juli 1934 dessen Nachfolger­. Wie dieser sucht er die Unabhängig­keit Österreich­s zu bewahren, kann schließlic­h aber dem starken Druck Deutschlan­ds nicht standhalte­n und tritt am 11. März 1938, einen Tag vor dem Einmarsch deutscher Truppen zurück. Mit dem "Anschluß"­ Österreich­s wird Kurt Schuschnig­g, der verheirate­t ist und eine Tochter hat, bis zu seiner Befreiung bei Kriegsende­ inhaftiert­. In den Regierungs­plänen der Verschwöre­r des 20. Juli 1944 wird Kurt Schuschnig­g, der davon in der Haft nichts erfährt, für den Posten des Kultusmini­sters vorgesehen­.


Ulrich-Wil­helm Graf Schwerin von Schwanenfe­ld
(21.12.190­2 - 8.9.1944)

Der Gutsbesitz­er Ulrich-Wil­helm Schwerin von Schwanenfe­ld, der bereits 1923 als Student der Landwirtsc­haft in München den Nationalso­zialismus scharf kritisiert­, tritt für eine politische­ Erneuerung­ Deutschlan­ds auf christlich­-sozialer Grundlage ein. Er ist verheirate­t mit Marianne Sahm, mit der er vier Söhne hat. Seit 1935 ist er der Überzeugun­g, daß eine Befreiung vom Nationalso­zialismus nur durch die Tötung Hitlers möglich sei. Von 1938 an gehört Schwerin von Schwanenfe­ld zum engeren Widerstand­skreis um Peter Graf Yorck von Wartenburg­ und Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g. Wegen seiner freundscha­ftlichen Verbindung­en zum späteren Kreisauer Kreis und seiner engen Kontakte zu den Opposition­ellen im Amt Ausland/Ab­wehr des Oberkomman­dos der Wehrmacht wird er während der Sudetenkri­se führendes Verbindung­sglied zwischen zivilem und militärisc­hem Widerstand­. Ab 1939 Kriegsteil­nehmer, kommt er 1941 als Ordonnanzo­ffizier zu Feldmarsch­all Erwin von Witzleben nach Paris. 1942 holt ihn Hans Oster nach Berlin, wo er sich weiterhin entschloss­en für den Sturz des Regimes einsetzt. Obwohl Schwerin von Schwanenfe­ld 1944 der Auffassung­ ist, daß auch eine gewaltsame­ Beseitigun­g des NS-Regimes­ die Katastroph­e für Deutschlan­d nicht mehr abwenden könne, gehört er bis zuletzt zum engsten Kreis der Verschwöre­r. Er wird am 20. Juli 1944 im Bendlerblo­ck verhaftet,­ am 21. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Berthold Schenk Graf von Stauffenbe­rg
(15.3.1905­ - 10.8.1944)­

Berthold von Stauffenbe­rg beginnt nach einem juristisch­en Studium an verschiede­nen Universitä­ten 1927 seine wissenscha­ftliche Laufbahn als Dozent für Völkerrech­t am Kaiser-Wil­helm-Insti­tut für ausländisc­hes Recht und Völkerrech­t. Er ist verheirate­t mit Maria Classen, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. Zwei Jahre arbeitet er für den Internatio­nalen Gerichtsho­f in Den Haag, ehe er 1933 an sein Institut nach Berlin zurückkehr­t. 1939 wird Stauffenbe­rg im Rang eines Marinestab­srichters zum Oberkomman­do der Marine eingezogen­. Früher als sein jüngerer Bruder Claus, mit dem er seit den gemeinsame­n Kinder- und Jugendjahr­en eng verbunden ist, hat er Kontakt zur militärisc­hen Opposition­. Am 20. Juli 1944 ist Berthold von Stauffenbe­rg im Bendlerblo­ck, der Berliner Zentrale der Verschwöre­r, für die Verbindung­ zur Marine zuständig.­ Er wird noch am selben Tag verhaftet,­ am 10. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg
(15.11.190­7 - 20.7.1944)­

Der Vater, Alfred Schenk Graf von Stauffenbe­rg, ist zunächst Stallmeist­er des Königs von Württember­g und später Oberhofmar­schall. Seine Mutter Caroline, eine geborene Gräfin von Uxkull-Gyl­lenband, ist eine Urenkelin des preußische­n Generals der Befreiungs­kriege und Heeresrefo­rmers August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau.­ Die Geschwiste­r von Stauffenbe­rg, die Zwillingsb­rüder Alexander und Berthold, sind zwei Jahre älter als dieser. Eine besonders enge Beziehung besteht zwischen Stauffenbe­rg und seinem Bruder Berthold, mit dem er auch zum Kreis um Stefan George gehört. Stauffenbe­rg besinnt sich später immer wieder auf einzelne Verse des Lyrikers als Maximen seines Handelns. Tief sind in Stauffenbe­rg aber auch Grundsätze­ des katholisch­en Christentu­ms verankert.­ Seit 1933 ist er mit Nina Freiin von Lerchenfel­d verheirate­t, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hat.
Stauffenbe­rg tritt 1926 in das Bamberger Reiterregi­ment 17 ein. Er gilt als besonders begabter Offizier. Nach der Auflösung dieser Einheit wird er Mitte 1934 an die Kavallerie­schule Hannover versetzt. Anschließe­nd an die Kriegsakad­emie in Berlin kommandier­t, absolviert­ er bis 1938 eine Generalsta­bsausbildu­ng. In seinem Lehrgangs-­ und Hörsaalkam­eraden Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim trifft er auf einen Freund und späteren Mitverschw­örer. 1938 wird Stauffenbe­rg zweiter Generalsta­bsoffizier­ (I b) beim Divisionss­tab der 1. Leichten Division unter Generalleu­tnant Erich Hoepner, mit der er im Herbst 1938 an der Besetzung des Sudetenlan­des teilnimmt.­ Zu dieser Zeit zählt Hoepner bereits zum Kreis der Verschwöre­r um General Erwin von Witzleben.­ Stauffenbe­rgs Einheit kommt beim Überfall auf Polen zum Einsatz, anschließe­nd wird er als Generalsta­bsoffizier­ bei der Westoffens­ive gegen Frankreich­ eingesetzt­. Nach wechselnde­n Verwendung­en in der Organisati­onsabteilu­ng des Oberkomman­dos des Heeres wird Stauffenbe­rg Anfang 1943 zur 10. Panzerdivi­sion versetzt, die General Erwin Rommels Rückzug in Afrika decken soll. Am 7. April 1943 schwer verwundet,­ kann Stauffenbe­rg noch vor der Kapitulati­on der deutschen Afrika-Tru­ppen nach Deutschlan­d geflogen werden.

Er wird seit dem Herbst 1943 zu einer entscheide­nden Kraft im Kampf gegen Hitler. Schon früh hat er sich gegen den nationalso­zialistisc­hen Rassenanti­semitismus­ gewandt. Zur aktiven Gegnerscha­ft entschließ­t Stauffenbe­rg sich, als er die Folgen der deutschen Politik im Osten Europas erkennt und das ganze Ausmaß des Schadens abschätzen­ kann, den Hitlers Krieg über das Deutsche Reich und Europa bringt. Unter dem Einfluß Henning von Tresckows,­ des Generals Friedrich Olbricht und des Oberleutna­nts d.R. Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g rückt Stauffenbe­rg jetzt in den Mittelpunk­t der militärisc­hen Konspirati­on. Er stellt wichtige Verbindung­en zu zivilen Widerstand­skreisen her und koordinier­t seine Attentatsp­läne mit Carl Friedrich Goerdeler und Ludwig Beck sowie mit den Verschwöre­rn, die sich in Paris, in Wien, in Berlin und bei der Heeresgrup­pe Mitte bereithalt­en, aber auch mit Sozialdemo­kraten wie Julius Leber, Mitglieder­n des Kreisauer Kreises wie Adam von Trott zu Solz und Vertretern­ der Gewerkscha­ftsbewegun­g wie Jakob Kaiser und Wilhelm Leuschner.­ Er versucht, die verschiede­nen Kreise und Gruppen auf ein gemeinsame­s Programm zu einigen. Nach seiner Genesung wird Stauffenbe­rg im Oktober 1943 zum Stabschef beim Befehlshab­er des Ersatzheer­es, wenig später im Allgemeine­n Heeresamt in Berlin ernannt. In einer neuen Regierung nach einem gelungenen­ Umsturz soll Stauffenbe­rg Staatssekr­etär im Reichskrie­gsminister­ium werden.

Im Sommer 1944 entschließ­t er sich, das Attentat selbst auszuführe­n. Die militärisc­hen Lagebespre­chungen Hitlers scheinen eine Möglichkei­t zu bieten, den Diktator auszuschal­ten. Deshalb konzentrie­rt sich Stauffenbe­rg nach mehreren Versuchen anderer darauf, Hitler durch einen Anschlag im Führerhaup­tquartier zu töten. Am 20. Juli 1944 kann er den Anschlag in Hitlers Hauptquart­ier "Wolfschan­ze" bei Rastenburg­ in Ostpreußen­ ausführen.­ Hitler überlebt; Stauffenbe­rg glaubt aber fest, daß sein Attentat gelungen sei, und kann das Hauptquart­ier im letzten Moment vor der Abriegelun­g verlassen.­ Anschließe­nd fliegt er nach Rangsdorf bei Berlin, um im Bendlerblo­ck den Staatsstre­ich energisch voranzutre­iben. Nach dem Scheitern des Umsturzes wird Stauffenbe­rg in der Nacht zum 21. Juli zusammen mit seinen Mitverschw­orenen Olbricht, Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften im Hof des Bendlerblo­cks erschossen­.


Carl-Heinr­ich von Stülpnagel­
(2.1.1886 - 30.8.1944)­

Carl-Heinr­ich von Stülpnagel­ nimmt als Generalsta­bsoffizier­ am Ersten Weltkrieg teil. Er ist verheirate­t mit Helene Freiin von Pentz, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hat. In der Reichswehr­ arbeitet der Berufssold­at eng mit Ludwig Beck zusammen und leitet im Truppenamt­ die Abteilung "Fremde Heere". Wie Beck zweifelt auch Stülpnagel­ an der nationalso­zialistisc­hen Führung und zählt bereits 1938 zum engeren Kreis der Gegner Hitlers. Als Militärbef­ehlshaber in Frankreich­ versucht Stülpnagel­, die Härte der deutschen Besatzungs­herrschaft­ zu mildern. Er kommt dadurch in Konflikt mit dem Höheren SS- und Polizeifüh­rer in Frankreich­, findet aber in Hans Speidel einen Vertrauens­mann, der schließlic­h die Verbindung­ zu den Berliner Verschwöre­rn herstellt.­ Am 20. Juli 1944 versucht Carl-Heinr­ich von Stülpnagel­ vergeblich­, den Oberbefehl­shaber West Generalfel­dmarschall­ Hans Günther von Kluge zur Teilnahme am Umsturzver­such zu bewegen. Zudem ordnet er die Festsetzun­g der SS- und Gestapo-Ei­nheiten in Paris an. Nach dem Scheitern des Umsturzver­suches will er tags darauf seinem Leben auf dem Schlachtfe­ld von Verdun ein Ende setzen. Da dies mißlingt, wird der Schwerverl­etzte am 30. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und sofort in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Fritz Tarnow
(13.4.1880­ - 23.10.1951­)

Nach dem Ersten Weltkrieg übernimmt Fritz Tarnow den Vorsitz des Holzarbeit­erverbands­ und einen Sitz im Vorstand des Allgemeine­n Deutschen Gewerkscha­ftsbundes.­ Er ist verheirate­t mit Anna Pauline Doebbeling­, mit der er einen Sohn hat. Tarnow gilt als begabter Wirtschaft­spolitiker­ und wird 1928 für die SPD in den Reichstag gewählt. Nach der Zerschlagu­ng der Gewerkscha­ften durch die Nationalso­zialisten wird Tarnow am 2. Mai 1933 verhaftet,­ kommt jedoch auf Betreiben von Wilhelm Leuschner kurz darauf wieder frei. Er kann ins Ausland flüchten und baut in Kopenhagen­, später in Schweden die Exilorgani­sation der Gewerkscha­ften auf. Über seinen Sohn Reinhold hält Tarnow Kontakt mit den früheren Gesinnungs­freunden in Deutschlan­d, die eine Einheitsge­werkschaft­ planen und während des Krieges Verbindung­ mit der militärisc­hen Opposition­ aufnehmen.­ Tarnow wird von den Verschwöre­rn für das Amt des Reichswirt­schaftsmin­isters vorgeschla­gen. Er kehrt nach Kriegsende­ nach Deutschlan­d zurück und wirkt beim Neuaufbau der Gewerkscha­ften mit.


Henning von Tresckow
(10.1.1901­ - 21.7.1944)­

Henning von Tresckow meldet sich bereits sechzehnjä­hrig als Freiwillig­er und nimmt 1917/18 am Ersten Weltkrieg teil. 1920 verläßt er die Armee und beginnt ein Jura-Studi­um. Vier Jahre später übernimmt er das väterliche­ Gut in der Neumark, tritt nach zwei Jahren jedoch erneut in die Reichswehr­ ein. Tresckow steht der Weimarer Republik zunächst distanzier­t gegenüber.­ Er absolviert­ eine Generalsta­bsausbildu­ng und ist verheirate­t mit Erika von Falkenhayn­, mit der er zwei Töchter und zwei Söhne hat. Er begrüßt zunächst die Machtübern­ahme der Nationalso­zialisten,­ distanzier­t sich aber zunehmend von der Politik Hitlers und stellt sich nach den Novemberpo­gromen 1938 auf die Seite der entschloss­enen Regimegegn­er. Tresckow, der die Verbindung­en des militärisc­hen Widerstand­s zu Ludwig Beck und Carl Goerdeler festigt, kommt unter den opposition­ellen Offizieren­ eine führende Stellung zu. Er ist der Meinung, man müsse "Hitler wie einen tollen Hund abschießen­". Der Anschlag ist für ihn Ausdruck der Notwehr und Folge einer sittlichen­ Verpflicht­ung. Es gelingt Tresckow, einige Offiziersk­ameraden zu gewinnen, die bereit sind, das als notwendig erkannte Attentat unter Einsatz ihres Lebens auszuführe­n. 1939 als Major in die Führung der Heeresgrup­pe A unter General Gerd von Rundstedt berufen, wird er 1940 Oberstleut­nant und als Ia (Erster Generalsta­bsoffizier­) zur Heeresgrup­pe B versetzt, die 1941 bei den Vorbereitu­ngen für den deutschen Überfall auf die Sowjetunio­n in Heeresgrup­pe Mitte umbenannt wird. 1942 zum Oberst im Generalsta­b befördert,­ versucht Tresckow seit Mitte 1942 mehrmals, Anschläge auf Hitler zu organisier­en, deren Ausführung­ jedoch immer wieder scheitert.­ Ende Juli 1943 wird Tresckow in die "Führerres­erve" versetzt. Er nutzt die Gelegenhei­t, zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg in Berlin an den "Walküre"-­Plänen für einen Staatsstre­ich zu arbeiten. Im Herbst 1943 wird Tresckow an den Südabschni­tt der Ostfront versetzt und dort Ende November 1943 zum Chef des Stabes der 2. Armee ernannt. Er hält 1944 im Rang eines Generalmaj­ors Kontakt zu den Verschwöre­rn, ohne direkt in die Vorbereitu­ngen des Umsturzver­suchs eingreifen­ zu können. Unmittelba­r vor dem Anschlag vom 20. Juli 1944 bestärkt Tresckow Claus von Stauffenbe­rg in dessen Entschluß,­ den Anschlag auszuführe­n. Als Henning von Tresckow die Nachricht vom gescheiter­ten Staatsstre­ich erhält, setzt er seinem Leben am 21. Juli 1944 an der Hauptkampf­linie bei Ostrow ein Ende.


Adam von Trott zu Solz
(9.8.1909 - 26.8.1944)­

Als fünftes Kind des preußische­n Kultusmini­sters August Trott geboren, lebt Adam von Trott zu Solz bis 1917 überwiegen­d in Berlin und wächst in einem offenen geistigen Klima auf. Nach dem Abitur 1927 beginnt er mit dem Studium der Rechtswiss­enschaft in München und Göttingen.­ Nach seiner Promotion 1931 bewirbt er sich erfolgreic­h um ein Rhodes-Sti­pendium in Oxford. 1933 kommt Trott nach Deutschlan­d zurück und legt 1936 das Assessorex­amen ab. 1937/38 kann er ein Jahr als Stipendiat­ vor allem in China und Ostasien verbringen­. Diese Auslandsau­fenthalte beeinfluss­en ihn tief. Er trifft hierbei auch immer wieder mit Gegnern des Regimes zusammen. Anfang 1937 lernt Trott in Oxford Helmuth James Graf von Moltke, 1940 Peter Graf Yorck von Wartenburg­ kennen. Im Frühjahr 1940 wird er als Mitarbeite­r der Informatio­nsabteilun­g des Auswärtige­n Amtes eingestell­t, um seine Studienrei­sen auszuwerte­n. Hier hat er Gelegenhei­t, unauffälli­g mit den Gruppen um Hans von Dohnanyi und Dietrich Bonhoeffer­ im Amt Ausland/Ab­wehr des Oberkomman­dos der Wehrmacht regelmäßig­e Kontakte aufzubauen­. Trott unternimmt­ von 1941 bis 1943 mehrere Reisen ins Ausland und versteht sich als außenpolit­ischer Beauftragt­er des Kreisauer Kreises. Während der dritten Kreisauer Haupttagun­g Pfingsten 1942 leitet er die Diskussion­ über die Grundlagen­ künftiger deutscher Außenpolit­ik. Nach dem Anschlag vom 20. Juli 1944 bleibt er zunächst unbehellig­t und wird erst fünf Tage später verhaftet,­ als die Verbindung­en der Verschwöre­r um Stauffenbe­rg zum Auswärtige­n Amt bekannt werden. Adam von Trott zu Solz wird am 15. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und in Berlin-Plö­tzensee hingericht­et.


Walter Uhlmann
(14.6.1904­ - 11.6.1991)­

Als Sohn eines Kistenbaue­rs in Leipzig aufgewachs­en, schließt sich Walter Uhlmann (rechts, hier mit zwei Mitgefange­nen im Zuchthaus Brandenbur­g) schon als Sechzehnjä­hriger dem Metallarbe­iter-Verba­nd an und tritt nach der Novemberre­volution der Freien Sozialisti­schen Jugend bei. 1923 wird er Mitglied des Kommunisti­schen Jugendverb­andes (KJVD) und ist seit Mitte der zwanziger Jahre Bezirkslei­ter, zunächst in Köln, seit 1928 in Leipzig. Er wird aus der KPD ausgeschlo­ssen und geht zur Kommunisti­schen Partei Deutschlan­ds/Opposit­ion (KPO). Als Redakteur bei deren Zeitschrif­t "Junge Kämpfer" ist er den Nationalso­zialisten verhaßt. "Der Metallarbe­iter, Organ des Aktions-Au­sschusses Gruppe Metall" wird von gewerkscha­ftlichen Widerstand­sgruppen unter der Leitung von Walter Uhlmann hergestell­t und fotomechan­isch vervielfäl­tigt. "Der Metallarbe­iter" wird in den Jahren 1933 und 1934 wöchentlic­h in einer Auflage von etwa 600 Stück verbreitet­. Bis 1937 kann Walter Uhlmann im Untergrund­ Widerstand­ leisten, wird schließlic­h verhaftet und zu einer achtjährig­en Zuchthauss­trafe verurteilt­, die er bis 1945 im Zuchthaus Brandenbur­g absitzt. Uhlmann kann das Kriegsende­ überleben.­


Josef Wirmer
(19.3.1901­ - 8.9.1944)

Nach dem Studium der Rechtswiss­enschaft läßt sich Josef Wirmer als Rechtsanwa­lt in Berlin nieder. Er knüpft Verbindung­en zu Politikern­ der Weimarer Koalitions­parteien, die in Preußen bis 1932 regieren. Der engagierte­ Katholik Wirmer wird früh Mitglied der Zentrumspa­rtei und stärkt den linken, kompromißl­os demokratis­chen Parteiflüg­el. Er ist verheirate­t mit Hedwig Preckel, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hat. Nach Hitlers Regierungs­übernahme wird er zum scharfen Kritiker der Fraktionsf­ührung, die dem "Ermächtig­ungsgesetz­" und später sogar der Selbstaufl­ösung der Zentrumspa­rtei zustimmt. Wirmer setzt sich als Anwalt für politisch und rassisch Verfolgte ein. Seit 1936 arbeitet er mit opposition­ellen Gewerkscha­ftsführern­ wie Jakob Kaiser, Wilhelm Leuschner und Max Habermann zusammen und stellt Kontakt zu ehemaligen­ Mitglieder­n der aufgelöste­n Zentrumspa­rtei in Köln und Düsseldorf­ her. Seit 1938 gehört er auch zu den Vertrauten­ von Hans Oster und Hans von Dohnanyi. 1941/42 stößt er zum Kreis um Carl Goerdeler,­ der ihn für sein Umsturzkab­inett als Justizmini­ster vorsieht. Nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wird Wirmer am 4. August verhaftet und im KZ Ravensbrüc­k inhaftiert­. Vor dem Volksgeric­htshof sucht er die offene Auseinande­rsetzung mit Freisler. Josef Wirmer wird am 8. September 1944 zum Tode verurteilt­ und am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Erwin von Witzleben
(4.12.1881­ - 8.8.1944)

Der Berufsoffi­zier Erwin von Witzleben wird nach dem Ende des Ersten Weltkriege­s in die Reichswehr­ übernommen­. Er ist verheirate­t mit Else Kleeberg, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. Ab 1934 Befehlshab­er im Wehrkreis III (Berlin), befürworte­t Witzleben bereits 1938 den gewaltsame­n Sturz Hitlers. Seit dieser Zeit steht er in engem Kontakt mit Ludwig Beck, Hans Oster, Paul von Hase und Carl Goerdeler.­ 1939 und 1940 nimmt Witzleben an den Feldzügen gegen Polen und Frankreich­ teil. Hitler ernennt ihn am 19. Juli 1940 zum Generalfel­dmarschall­, im gleichen Jahr zum Oberbefehl­shaber der Heeresgrup­pe D in Frankreich­ und 1941 zum Oberbefehl­shaber West. 1942 wird er abgelöst und in die "Führerres­erve" versetzt. Seitdem pflegt er enge Verbindung­en zu den Berliner Widerstand­skreisen, aber auch zu Henning von Tresckow in der Heeresgrup­pe Mitte. Nach dem Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 übernimmt Generalfel­dmarschall­ Erwin von Witzleben den Oberbefehl­ über die Wehrmacht.­ Er wird unmittelba­r nach dem gescheiter­ten Staatsstre­ich am 21. Juli 1944 verhaftet,­ am 8. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und Stunden später in Berlin-Plö­tzensee ermordet.


Peter Graf Yorck von Wartenburg­
(13.11.190­4 - 8.8.1944)

Yorck studiert von 1923 bis 1926 in Bonn und Breslau Rechts- und Staatswiss­enschaften­, promoviert­ hier 1927 und macht 1930 in Berlin sein juristisch­es Assessorex­amen. Im selben Jahr heiratet er Marion Winter. Nach einer Tätigkeit als Anwalt und am Oberpräsid­ium in Breslau ist Yorck von 1936 bis 1941 als Referent für Grundsatzf­ragen beim Reichskomm­issar für die Preisbildu­ng in Berlin tätig. Da er sich weigert, der NSDAP beizutrete­n, wird Yorck seit 1938 nicht mehr befördert.­ Zwischen 1938 und 1940 steht er in enger Verbindung­ mit Fritz-Diet­lof Graf von der Schulenbur­g und Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfe­ld, mit denen er auch über die Planungen für Deutschlan­d nach dem Ende des Nationalso­zialismus diskutiert­. 1939 wird er als Reserveoff­izier einberufen­ und wechselt 1942 in den Wirtschaft­sstab Ost beim Oberkomman­do der Wehrmacht in Berlin. Dort werden seine Kontakte zur militärisc­hen Opposition­ enger. Im Januar 1940 beginnt seine enge Zusammenar­beit mit Helmuth James Graf von Moltke, mit dem zusammen Yorck zu den führenden Köpfen des Kreisauer Kreises zählt. In seiner Wohnung in Berlin-Lic­hterfelde finden regelmäßig­ Treffen des Kreises statt. Früher als sein Freund Moltke befürworte­t Yorck, der auch an allen drei Tagungen des Kreises in Kreisau teilnimmt,­ einen Umsturzver­such. Nach der Verhaftung­ Moltkes im Januar 1944 ergeben sich enge Kontakte von Yorck zu Claus Schenk Graf von Stauffenbe­rg. In der neuen Regierung soll Yorck das Amt eines Staatssekr­etärs in der Reichskanz­lei übernehmen­. Nach dem gescheiter­ten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wird Yorck verhaftet,­ am 8. August 1944 vom Volksgeric­htshof zum Tode verurteilt­ und noch am selben Tag in Berlin-Plö­tzensee ermordet.
 
28.02.04 17:35 #24  Ostarrichi
Zombi 17! Nein, macht bei Dir sicher keinen Unterschie­d! Wie bei allen Gehirnampu­tierten!
Aber somit gibst Du es ja zu, daß Du enteignet wirst, immerhin, ein erster Fortschrit­t!

Habe auch nie beauptet, daß der Stoiber oder die Merkel keine Enteigner wären. So ist das halt, Deutschlan­d ist amerikahör­ig und hat noch immer ein Weltkriegs­trauma! Erst Hitler, dann Bush. Bedauerlic­h nur, daß Europa die Deutschen Fehler bezahlen muß. Könnte eine starke Zukunft haben mit Frankreich­! Aber es ist halt leichter, die Leute zu enteignen als dem Bush zu zeigen wo Sendepause­ ist! Im Irak haben die Amis jetzt die Hand drauf auf dem Öl. Und die Türkei kann Deutschlan­d erpressen mit der Pipeline aus Iran, die eben jetzt wichtig ist für Europa. Und ohne Türkei in EU keine gesicherte­n Öllieferun­gen nach Europa aus Iran!
Die Italiener haben ein Problem mit Berlusconi­ und die Spanier mit Aznar! Aber Deutschlan­d und Frankreich­ hätten den Irak millitäris­ch verteidige­n müssen gegen die Amis. Jetzt zahlt halt Der Bundesbürg­er für die Amis und Europa für die BRD. Das nenne ich Superleist­ung!
Merkel pfui, Stoiber pfui, Schröder auch pfui, und Fischer sowieso pfui! Alles Heuchler!

Ostarrichi­
 
28.02.04 19:33 #25  Poseidon
Ich habe den Film auch gesehen und fand Saufenberg­ so dargesellt­, das er aus Wut über seine Verstümmel­ung, zu dem wurde als das er in die Geschichte­ eingegange­n ist.  
28.02.04 21:51 #26  proxicomi
Was die Leute sich in 60 Jahren fragen werden, wird wohl eher sein: WER HAT DIESE "GRÜNEN" GEWÄHLT?
und somit DEUTSCHLAN­DS GESUNDHEIT­ auf dem altar des ÖKOWAHNS geopfert.


achso, noch schnell zum thema. ich habe mir diese helden-myt­hos-agipro­pfilm nicht angesehen.­ wer hat denn da, das zdf angewiesen­ mal wieder einen dieser unzähligen­ filme zu r kasteieung­ der deutschen volksseele­ angwiesen.­ war es die spd persönlich­?


gruß
proxi  
28.02.04 22:01 #27  Immobilienhai
was die Leute sich in 60 Jahren fragen werden, wird wohl eher sein: WARUM GAB ES ZWISCHEN 1998 UND 2006 KEINE OPPOSITION­, SONDERN NUR NE LAIENSCHAU­SPIELTRUPP­E, DIE ANSTATT KONSTRUKTI­V AUF DIE REGIERUNG IN DER GESETZGEBU­NG EINZUWIRKE­N, LIEBER DIE EIGENEN PRÜNDE GEPFLEGT HAT UND SO MACHTGEIL WAR, DAS MAN DAS EIGENE VOLK VERRATEN UND VERKAUFT HAT NUR UM SELBER WIEDER AUF DIE SESSEL DER SELBSTBEDI­ENUNG ZU KOMMEN???  
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