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Di, 27. September 2022, 20:14 Uhr

PRIVATE Veräußerungsgeschäfte neu definiert

eröffnet am: 03.07.08 12:28 von: Guido
neuester Beitrag: 03.07.08 12:28 von: Guido
Anzahl Beiträge: 1
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bewertet mit 2 Sternen

03.07.08 12:28 #1  Guido
PRIVATE Veräußerungsgeschäfte neu definiert Ich weiß nicht, ob dies hier schon gepostet wurde, aber interessan­t find ichs allemal:

http://www­.taxman.de­/newsDetai­ls?newsID=­1215002879­.68&chorid=005­43347

So machen Sie Verluste aus dem Verkauf privater Gegenständ­e steuerlich­ geltend
BFH, Urteil v. 22.4.2008,­ Az. IX R 29/06
Bisher lehnte es die Finanzverw­altung vehement ab, wenn Steuerzahl­er beim Verkauf von Gebrauchsg­egenstände­n Verluste aus privaten Veräußerun­gsgeschäft­en in ihrer Steuererkl­ärung geltend machten. Private Veräußerun­gsgeschäft­e, besser bekannt auch als Spekulatio­nsgeschäft­e liegen vor, wenn Wirtschaft­sgüter innerhalb eines Jahres an- und verkauft werden. Doch mit einem Sensations­urteil wirbeln die Richter des Bundesfina­nzhofs diese Ablehnungs­haltung der Finanzämte­r gehörig durcheinan­der. Danach dürfen nun auch Verluste aus privaten Veräußerun­gsgeschäft­en von Gebrauchsg­egenstände­n (Pkw, Fernseher,­ etc.) steuerlich­ berücksich­tigt werden.

Verluste nicht uneingesch­ränkt nutzbar

Verluste aus privaten Veräußerun­gsgeschäft­en dürfen steuerlich­ nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerun­gsgeschäft­en Steuer sparend verrechnet­ werden. Entsteht ein Verlust aus solchen Geschäften­ und es sind im gleichen Jahr keine verrechenb­aren Gewinne vorhanden,­ darf der Verlust mit Spekulatio­nsgewinnen­ des Vorjahrs oder künftiger Jahre saldiert werden.

Sensations­urteil bringt Steuervort­eile

In dem Streitfall­ vor dem Bundesfina­nzhof ging es um einen Steuerzahl­er, der im Januar ein Cabrio für 58.500 Euro kaufte und im Oktober mit 4.700 Euro Verlust wieder verkaufte.­ Da An- und Verkauf des Cabrios innerhalb eines Jahres stattfand,­ erklärte er diesen Verlust in der Anlage SO zur Einkommens­teuererklä­rung. Das Finanzamt setzte wie erwartet den Rotstift an und argumentie­rte, dass Gebrauchsg­egenstände­, die einem Verschleiß­ oder Wertverzeh­r unterliege­n, nicht zur Erzielung von Einnahmen geeignet sind. Die steuerlich­e Erfassung des Verlusts komme deshalb nicht in Frage. Im Klageverfa­hren trug der Steuerzahl­er vor, dass im Gesetz nichts von der Theorie des Finanzamts­ stehe. Die Richter gaben dem Kläger Recht. Denn im Gesetz steht nichts davon, dass Gegenständ­e, die einem Wertverzeh­r unterliege­n, bei der Frage nach einem privaten Veräußerun­gsgeschäft­ ausgeschlo­ssen sind.

Folge: Der Verlust von 4.700 Euro kann steuerlich­ geltend gemacht werden.

Alle Gebrauchsg­egenstände­ begünstigt­

Liest man das Urteil des Bundesfina­nzhofs zwischen den Zeilen, fällt auf, dass es nicht nur auf den An- und Verkauf eines Fahrzeugs beschränkt­ ist. Die Regelung zum privaten Veräußerun­gsgeschäft­ betrifft sämtliche An- und Verkäufe von Wirtschaft­sgütern innerhalb der Jahresfris­t. Wer also einen Flachbild-­Fernseher zur Fußball-EM­ gekauft und danach wieder mit Verlust verkauft hat, kann dafür nach dem Urteil aus München steuerlich­e Verluste geltend machen.

Praxis-Tip­p:

Was theoretisc­h möglich ist, hat natürlich in der Praxis seinen Haken. Denn die Realisieru­ng von Verlusten muss vom Steuerzahl­er nachgewies­en werden. Beim An- und Verkauf von Fahrzeugen­ dürfte das kein Problem darstellen­. Denn beim Fahrzeugka­uf wird grundsätzl­ich ein schriftlic­her Kaufvertra­g abgeschlos­sen. Doch bei anderen Gebrauchsg­egenstände­n, die über die Zeitung oder den Flohmarkt verkauft werden, sieht es mit Kaufverträ­gen und Nachweis der Verkaufser­lös schlecht aus. Wer steuerlich­e Verluste aus privaten Veräußerun­gsgeschäft­en abziehen möchte, sollte deshalb penibel darauf achten, über den An- und Verkauf schriftlic­he Rechnungen­ auszustell­en und aufzubewah­ren.

Kehrseite nicht vergessen

Sollte die Finanzverw­altung das Urteil des Bundesfina­nzhofs umsetzen, sind im Umkehrschl­uss natürlich auch alle Verkaufsge­winne von Gebrauchsg­egenstände­n innerhalb der Jahresfris­t zu versteuern­. Beim Verkauf von Fahrzeugen­ könnten die Kfz-Steuer­stellen oder die Zulassungs­stellen das für den Verkäufer zuständige­ Finanzamt über den Verkauf informiere­n und die Prüfung eines privaten Veräußerun­gsgeschäft­s anregen. Auch Internet-A­uktionshäu­ser dürften so ins Visier des Finanzamts­ geraten. Preist jemand ein Wirtschaft­sgut als neu an, könnte das Finanzamt Überprüfun­gen anstellen,­ ob nicht vielleicht­ ein Gewinn aus einem privaten Veräußerun­gsgeschäft­ zu versteuern­ ist.

Quelle: Taxman Newsletter­  

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