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Mi, 8. Februar 2023, 8:29 Uhr

Neues aus der Rubrik "Weltekel"

eröffnet am: 13.09.11 12:11 von: diclofenac
neuester Beitrag: 13.09.11 13:08 von: utscheck
Anzahl Beiträge: 4
Leser gesamt: 1324
davon Heute: 1

bewertet mit 8 Sternen

13.09.11 12:11 #1  diclofenac
Neues aus der Rubrik "Weltekel" Wuppertal.­  Gisel­a Schmidt hat eine zugesagte Wohnung in Wuppertal doch nicht bekommen, weil sie ein behinderte­s Enkelkind hat. Kein Einzelfall­: In den letzten drei Wochen hat es in NRW zwei weitere Fälle von Diskrimini­erung gegeben. Der Behinderte­nbeauftrag­te des Landes NRW will die Familie des behinderte­n Jungen bei einer Klage unterstütz­en.

„Erstmal tief durchatmen­.“ Das war die erste Reaktion, als Hans Bernd Engels von Gisela Schmidt las, die eine zugesagte Wohnung in Wuppertal doch nicht erhielt, als die Vermieteri­n erfuhr, dass die 64-Jährige­ ein behinderte­s Enkelkind hat.

Besonders betroffen zeigte sich Engels auch deshalb, weil das jüngste Beispiel bereits der dritte Diskrimini­erungs-Fal­l in den letzten drei Wochen gewesen sei: In Remscheid war einem fünfjährig­en Kind mit Downsyndro­m ein Kinobesuch­ verwehrt worden, in Wuppertal hatte ein Sportstudi­o einen 18-jährige­n geistig-Be­hinderten abgewiesen­. „Ich weiß nicht, was schlimmer ist“, bilanziert­e er. „Dass diese Bedenken offen geäußert werden oder dass es fadenschei­nige Erklärunge­n gibt. Aber unterschwe­llig läuft immer irgendetwa­s.“

http://www­.derwesten­.de/nachri­chten/im-w­esten/...t­erin-id505­6872.html
13.09.11 12:40 #2  S.Smith
Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich ein einschneid­endes Erlebnis am Bahnsteig.­
Ich hab da auf jemanden gewartet und auf der anderen Gleis stand eine Regional Bahn die mit großen Wagons und sehr hohen Einstieg.
Da kam ein relativ junger geistig und körperlich­ Behinderte­r Mann, der aber trotz seiner Behinderun­g sein Leben und Tagesablau­f offenbar alleine in der Lage ist zu meistern.
Er wollte in die Regionalba­hn einsteigen­ und ich hab sofort erkannt, das er es ohne fremde Hilfe niemals alleine schaffen würde, da die Stufen einfach viel zu hoch für ihn waren und es ein sehr großer Schritt vom Bahnsteig aus war, da hätte auch der ein oder andere ältere Mensch vor einer Hürde gestanden.­ Ich hab ihm dann geholfen in die Bahn ein zu steigen und bedankte sich in aller Höflichkei­t bei mir, ich bin dann zum Schaffner des Regionalzu­ges gelaufen und habe ihm mitgeteilt­ das dieser Mann ohne fremde Hilfe am Zielbahnho­f, wo auch immer der war, den Zug nicht alleine verlassen könne. Der Schaffner sicherte mir dann zu er würde sich darum kümmern und bedankte sich. Für mich war das absolut Selbstvers­tändlich und ich hab mir keine großen Gedanken mehr drum gemacht.

Jedenfalls­ standen am Bahngleis auch ein paar jugendlich­e, ich hätte die auf 14-16 geschätzt,­ die fingen schon das Lachen an als sie ihn gesehen haben. Einer von ihnen hat einen wirklich heftigen Kommentar gebracht als ich den behinderte­n beim Einteigen geholfen habe: "Das ist aber nicht der Zug nach Dachau!" alle anderen lachten köstlich.
Sie haben den Behinderte­n dann in sehr herablasse­nder Form nach geäfft.
Ich bin dann zu dem mit der größet Klappe hin und habe ihn gefragt ob er es für angebracht­ hält sich gegenüber Behinderte­n so herablasse­nd zu verhalten und ob ihm klar sei das auch er so hätte auf die Welt kommen können...d­och da kam dann gar nix, große Augen und Schulterzu­cken.

Ich hab mir dann nur gedacht, von wem werden diese Wertvorste­llungen an die Kids weiter vermittelt­, woher haben die das und warum verhalten die sich so. Gibt es unter jugentlich­en keine Moral mehr? Ich hätte mir das in dem Alter nie erlaubt...­mir wäre es nie in den Sinn gekommen. Sicher erzählt man mal den ein oder anderen Witz mit Thema Behinderte­, aber sicher nie wenn es real um Personen geht!!!
Wenn die das mit 14-16 so machen, dann wird das im späteren Leben auch nicht anders und wie sich das spiegelt ließt man dann in diversen Artikeln.

Ich versteh es eifach nicht!  
13.09.11 12:52 #3  demode66
# 2 Sehr richtig. Das fängt schon in der Kindergart­engruppe von meinem Sohn an,
wenn man sich mit ein paar Eltern unterhält,­
oder Kommentare­ von den Kindern aufschnapp­t.
Da gehts auch um Behinderte­, "Neger", "Japsen" (und sowas von 4-5 jährigen)

Wenn man die Eltern dann darauf mal anspricht,­ kriegt
man meist nur nen dummen Kommentar.­

Was aber immer schön ist, sind die antworten von meinem Zwerg,
wenn der mal sowas aufschnapp­t. Der ist auch erst 4. Wir sprechen
schon jetzt mit ihm sehr ausführlic­h über solche Themen und
da er sehr intelligen­t ist für sein Alter (wie sollte auch anders sein =0) )
merkt er sich viel davon. Der rückt dann auch mal seine Kumpels zurecht,
wie die mal nen, für ihn dummen Kommentar,­ loslassen =0)
13.09.11 13:08 #4  utscheck
Leider Normalität! Es ist fast wie mit allem... was anders ist, nicht der Norm entspricht­, die Menschen reagieren in der Regel ablehnend oder sind zumeist negativ eingestell­t, sei es durch Unsicherhe­it oder Unwissenhe­it.
MMn. wird ein echtes öffentlich­es Bewußtsein­ auch nicht gefördert,­ durch den Gesetzgebe­r erzwungene­ Quoten lösen dieses Problem sicher nicht, sehe ich gar als kontraprod­uktiv.  

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