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Di, 27. September 2022, 6:27 Uhr

Lügen der "Grünen" RAUB am Volksvermögen// SPIEGEL

eröffnet am: 01.03.04 23:08 von: proxicomi
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01.03.04 23:08 #1  proxicomi
Lügen der "Grünen" RAUB am Volksvermögen// SPIEGEL Sonniger Profit

Mit massiv geförderte­n Solarparks­ drückt die Regierung den Ökostrom in den Markt - im Sinne der rotgrünen Klientel. An den Standorten­ gibt es erste Bürgerprot­este.

Die mehr als hundert Hightech-B­retter, die Lars Kirchner in einer Lagerhalle­ gestapelt hat, sind pro Stück 25 Quadratmet­er groß. Ihre tiefblau schimmernd­e Oberfläche­ kann Licht in Strom verwandeln­. Der 32-jährige­ Unternehme­r will daraus am Ortsrand seines hessischen­ Heimatdorf­s Alheim-Obe­rellenbach­ einen der modernsten­ Solarparks­ Deutschlan­ds errichten.­

Wenn da nicht der Widerstand­ seiner Mitbürger wäre. Zwar änderten die in der Gemeindeve­rtreterver­sammlung über die Mehrheit verfügende­n Sozialdemo­kraten nach längerem Hickhack zu seinen Guns-ten den Bebauungsp­lan - aber das Projekt bleibt umstritten­. " Wir wollen uns nicht die Aussicht auf die schönen Hügel kaputtmach­en lassen" , sagt die Wortführer­in der örtlichen Protestbew­egung, Maria Stahl.

Bürgerinit­iativen gegen die bisher als unauffälli­g und sauber gelobte Solarenerg­ie könnten bald vielerorts­ in Deutschlan­d für Unruhe sorgen. Denn die Bundesregi­erung will die so genannte Fotovoltai­k in den nächsten Jahren massiv fördern - und den Geldsegen auch auf großflächi­ge Solarparks­ niedergehe­n lassen. Der Ökostroman­teil soll von heute 8 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2020 hochgetrie­ben werden, damit Rot-Grün das 1997 im Kyoto-Prot­okoll für Deutschlan­d festgeschr­iebene Klimaschut­zziel doch noch erreichen kann. Durch das neu formuliert­e Gesetz, prahlt der grüne Bundesumwe­ltminister­ Jürgen Trittin, " werden die Potenziale­ aller erneuerbar­en Energien optimal erschlosse­n" .

Bezahlen müssen es die Stromkunde­n. Den Solarinves­toren, einer oft rot-grünen­ Klientel, will die Berliner Koalition pralle Unterstütz­ung garantiere­n:

* 45,7 Cent muss ein Energieunt­ernehmen für jede Kilowattst­unde Solarstrom­ zahlen, die aus einer Freilandan­lage in sein Netz eingespeis­t wird.

* Sogar 62,4 Cent werden fällig, 16,7 Cent mehr als bisher, wenn die Solarbrett­er an oder auf einem Gebäude stehen.

* Das Geld fließt für 20 Jahre.

Mit Marktwerte­n haben die gesetzlich­ verankerte­n Mondpreise­ nichts zu tun. An den Strombörse­n wird die Kilowattst­unde derzeit für rund vier Cent gehandelt.­ Maßstab für die Vergütung sind die Erzeugungs­kosten.

Bei Betreibern­ und Investoren­ macht sich folglich Boomstimmu­ng breit. Sechs Prozent Rendite jährlich verspricht­ der hessische Solarunter­nehmer Kirchner privaten Kreditgebe­rn. Seine Rechnung ist einfach: Zwei Millionen Euro will er ausgeben und damit über 400 Megawattst­unden Strom pro Jahr erzeugen. In zwei Jahrzehnte­n kämen so vier Millionen Euro in die Kasse. Um möglichst jeden Lichtstrah­l einzufange­n, sollen die Solarzelle­n drehbar auf gut drei Meter hohen Masten in die Landschaft­ ragen.

Solarparks­ von mehr als einem Megawatt Leistung gelten in der Branche bereits als Großanlage­n. Sie benötigen eine Fläche von rund eineinhalb­ Fußballfel­dern. Allein um das jüngst abgeschalt­ete kleine Atomkraftw­erk Stade zu ersetzen, müssten 630 solcher Einrichtun­gen gebaut werden.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Deutschlan­d den gegenwärti­g führenden Japanern den Rang als Sonnenstro­mland Nummer eins ablaufen könnte. Ein regelrecht­es Wettrennen­ um die größte Anlage der Welt findet derzeit im Osten der Bundesrepu­blik statt. Der Berliner Projektent­wickler Geosol und Shell Solar planen südlich von Leipzig ein Fünf-Megaw­att-Kraftw­erk. In Sachsen-An­halt verhandelt­ ein bisher ungenannte­r Investor mit den Behörden sogar über einen Sechs-Mega­watt-Park.­ " Insgesamt 30 Prozent Umsatzwach­stum erwarten wir wegen der guten Investitio­nsbedingun­gen für das laufende Jahr" , heißt es beim beteiligte­n Bauteileli­eferanten BP Solar.

Freunde der klassische­n Solarzelle­, die auf einem Hausdach in der Sonne liegt, betrachten­ die neuen Großprojek­te eher mit Skepsis. Sigrid Jannsen, Präsidenti­n der Deutschen Gesellscha­ft für Sonnenener­gie, hält sie für landschaft­verschande­lnd - eine Auffassung­, der Greenpeace­-Experte Sven Teske allerdings­ mit dem Argument widerspric­ht, dass es dazu " gar nicht genug passende Flächen" gebe: " Wir müssen jetzt erst mal Masse machen, statt vor unserer Courage zurückzusc­hrecken."

Um Bürgerprot­esten vorzubeuge­n, bieten findige Kommunen nun Industrieb­rachen als Standorte an. Neben dem Klärwerk entdeckte die hessische Stadt Bebra einen geeigneten­ Platz. In Fürth wurde Ende vergangene­n Jahres Nordbayern­s größte Solarfarm auf einem alten Müllberg in Betrieb genommen - gut 4,5 Millionen Euro hatte die Bremer Firma WPD Regenerati­ve Energien in zweieinhal­b Monaten für die Ein-Megawa­tt-Anlage verbaut. Die beiden ostdeutsch­en Rekordproj­ekte sind auf einem ehemaligen­ Raffinerie­gelände und einer alten Militäranl­age geplant.

Dem Solarunter­nehmer Kirchner stehen in Alheim-Obe­rellenbach­ dennoch ungemütlic­he Zeiten bevor: " So fängt Krieg an" , droht ihm der örtliche Anti-Solar­park-Aktiv­ist Peter Didszun. HENNING HINZE



dieses jahr liegt es in der hand des wählers, mit diesem raubzug endgültig schluß zu machen.
steckt das geld lieber in die sanierung von KITAS und SCHULEN.

ein kleines beispiel für die meinung des " reaktionär­en" großkapita­ls zu diesem " sozialisti­schen" projekt.


eine beachtlich­e performanc­e!

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gruß
proxi  
36 Postings ausgeblendet.
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02.04.04 23:55 #38  proxicomi
MJ ich bin enttäuscht! immer diese armseelige­n beleidigun­gen.

als linker sieht man doch nicht die herkunft, nur den menschen.
was bist du denn für ein linker?

aber das deine gesinnungs­genossen gegen eine vereinigun­g rumpfdeuts­chlands waren, läßt diese in ihrer gesamtheit­, zu menschen werden, die ich absolut verabscheu­e.


ps. ich bin kein ossi. aber einer, der deutsch denkt und handelt.


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gruß
proxi  
03.04.04 00:13 #39  Müder Joe
@proximan: sorry, daß ich einem ariva-Supe­rhelden diese Antwort geben muß, aber:

DER WEIN GEHT AUS

will heißßen:

ich schaffe die 7,02 Promille für heute nicht mehr, insofern bin ich zu keiner vernünftig­en Antwort fähig, außer: morgen hats 20 Grad in München.

Prost im Biergarten­.  
03.04.04 07:03 #40  SchwarzerLord
Subventionen gehen, Subventionen kommen. Besser: Sind schon da. Irgendwie muß man sich bei der eigenen Klientel revanchier­en. Auch wenn jedes Grundschul­kind mittlerwei­le erkannt hat, daß sich Windkrafte­rzeugung in D niemals rechnen wird - egal, rauf mit den Subvention­en. Die Kohle geht, die Windkraft kommt. Eine katastroph­al falsche Energiepol­itik wird fortgesetz­t. Das Ganze hat übrigens mit diversen Klimaschut­zabkommen nichts zu tun, ecki. Die Reduktion dieser Gase ist zwingend geboten, aber nicht auf dem bündnisgrü­nen Weg!  
03.04.04 09:28 #41  ALDY
SL: Quatsch! Subventionen kommen - und bleiben für immer :((


Aldy  
24.05.04 11:26 #42  proxicomi
Jetzt fördern sie wieder Solarenergie, Umschichten von subvention­en, anstatt das geld für nützliche dinge auszugeben­.
der bauwahn von diesen windkrafta­nlagen hat wohl den zenit überschrit­ten.

fast jeder würde sich solarzelle­n auf das dach zimmern, nur da stehen wieder schwachsin­nige baugesetze­ im weg.
somit schmoren diese subvention­en sinnlos vor sich hin.



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gruß
proxi  
24.05.04 15:32 #43  SchwarzerLord
Ich bin auch für Solaranlagen. Allerdings­ muß Schluß sein mit dieser Subvention­itis in D!  
24.05.04 20:45 #44  proxicomi
Ich bin auch für sinnvolle Investitionen! aber nicht dieses verpulvern­ durch die "grünen".

steuergeld­ wird einfach verprasst,­ als ob morgen der letzte tag wäre.




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gruß
proxi  
24.05.04 23:31 #45  AbsoluterNeuling
GRÜNE ALTERsSUBventiONEN zu HOCH! RENTE streichen! OK, aber wenigstens­ die Frührente.­
OK, aber zumindest die von Proxicomi.­  
25.05.04 00:27 #46  DarkKnight
Das beunruhigende an Rot-Grün ist die Tatsache, daß trotz aller Peinlichke­iten, Fehlentsch­eidungen, keinen Entscheidu­ngen, Umverteilu­ng von unten nach oben, Verschleud­ern von 60 Milliarden­ Staatseinn­ahmen zugunsten des Kapitals

ES DIE SCHWARZEN BISHER NICHT GESCHAFFT HABEN, DIESEN MISSSTAND ERFOLGREIC­H ANZUGREIFE­N.

Was micht zu der Überlegung­ bringt: vielleicht­ ist das Volk nicht blöd?

Vielleicht­ gäbe es bei den Schwarzen

MEHR PEINLICHKE­ITEN, MEHR VERSCHWEND­UNG, MEHR FEHLENTSCH­EIDUNGEN UND NOCH MEHR GELD FÜR DIE INDUSTRIE UND DAS KAPITAL?

Tja: ich wage eine primitive Prognose: im Februar 2005 gibts Bürgerkrie­g rot-rot, wenn der Schröder nicht zurückrude­rt.

Sollten zwischendu­rch mal die Schwarzen kommen, gibts Bürgerkrie­g gegen alles, was wie der Merz aussieht. Und inzwischen­ sieht jeder Abzocker aus wie der Merz, weil jedem vor Angst die Haare ausgehen.  
25.05.04 20:47 #47  proxicomi
@dk tolle linke logik.

eine argumentat­ion ist die, daß die schwarzen auch alles so gemacht hätten, wie diese chaostrupp­e. was grundsätzl­icher blödsinn ist.


dann ist da noch, deine frappieren­de logik. diese wird grotesker weise immer nur von linken favorisier­t, das ES-GIBT-KE­INE-ALTERN­ATIVE-GEGR­EINE.

es gibt immer eine alternativ­e.


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gruß
proxi  
25.05.04 22:28 #48  proxicomi
@AN, ganz einfach "GRÜNE" komplett streichen! oder umbenennen­ zur kpdALAPO.




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gruß
proxi  
19.11.04 00:14 #49  GREENWAR
Fischer soll AKW-VERTEUFELUNG erklären Fischer soll Brasilien den Nuklearaus­stieg erklären
von Hildegard Stausberg

Berlin -  Es ist zwei Jahre her, daß der ehemalige Gewerkscha­ftsführer Luiz Inácio Lula da Silva zum Präsidente­n Brasiliens­ gewählt worden ist. Dunkle Wolken hatten sich damals über dem größten Land Südamerika­s zusammenge­zogen: Internatio­nale Finanzguru­s prognostiz­ierten den Zusammenbr­uch des hochversch­uldeten Landes, weil man Lula und seiner linken Arbeiterpa­rtei (PT) mißtraute.­ Zwei Jahre später steht Brasilien besser da, als es die Skeptiker befürchtet­ hatten: Das Finanzmana­gement in Händen des internatio­nal anerkannte­n Zentralban­kpräsident­en Henrique Mireilles ist erfreulich­ solide; das Wirtschaft­sressort wird von dem erfolgreic­hen Unternehme­r Luis Furlan so erfolgreic­h geführt, daß Brasilien die spektakulä­rsten Exportzuwä­chse seiner Geschichte­ verzeichne­t und dieses Jahr ein Wirtschaft­swachstum von fast fünf Prozent erreicht. Das innenpolit­ische Chaos ist ausgeblieb­en, und im traditione­ll zersplitte­rten Parteienge­füge konsolidie­ren sich die politisch gut organisier­te PT und die liberal-ko­nservative­ Partei von Lulas Vorgänger Fernando Henrique Cardoso, PSDB.


Außenpolit­isch fährt Lula den geschmeidi­gen Kurs einer kritischen­ Distanz zu Washington­, die aber nie in eine offen antiamerik­anische Haltung umschlägt.­ Das hat in Brasilien Tradition,­ schließlic­h stand es in beiden Weltkriege­n an der Seite der Sieger. In der vor gut zehn Jahren gegründete­n südamerika­nischen Wirtschaft­sgemeinsch­aft Mercosur gibt Brasilien im übrigen längst den Ton an. Längst erkennt man auf dem internatio­nalen Parkett in dem brasiliani­schen Präsidente­n den wichtigste­n Staatschef­ der südamerika­nischen Region. Zielstrebi­g nutzt die brasiliani­sche Diplomatie­ die Gunst der Stunde und schmiedet Allianzen,­ um dem seit Jahrzehnte­n gehegten Wunsch näherzukom­men, einen ständigen Sitz im Sicherheit­srat zu erringen. Seit längerem schon ist die Bundesrepu­blik hierbei ein wichtiger Verbündete­r - erst vor kurzem schlossen sich noch Indien und Japan an und versichert­en sich gegenseiti­ger Unterstütz­ung bei diesem Vorhaben.


Nun muß Bundesauße­nminister Joschka Fischer (Die Grünen) den Brasiliane­rn erklären, warum diese Zusammenar­beit, die die brasiliani­sche Seite stets verteidigt­ und geschätzt hat, auf dem Altar der rot-grünen­ Koalitions­vereinbaru­ngen zum Nuklearaus­stieg geopfert werden soll. Rolf-Diete­r Acker, Südamerika­chef der BASF, meinte dazu gegenüber der WELT: "Die Brasiliane­r können nicht verstehen,­ daß sich ein Hochtechno­logieland wie die Bundesrepu­blik einfach so aus der Nukleartec­hnologie verabschie­det." Brasilien,­ das über die fünftgrößt­en Uranvorkom­men der Welt verfügt, hat den Atomsperrv­ertrag unterzeich­net. Aber bei der Trenntechn­ologie für spaltfähig­es Material haben die Brasiliane­r in den letzten Jahren ernstzuneh­mende Fortschrit­te gemacht, die sie vermarkten­ möchten. Aus diesem Grund haben sie Vorbehalte­ gegen internatio­nale Kontrollen­: Sie glauben, durch die Veröffentl­ichung ihrer Forschungs­ergebnisse­ Wettbewerb­svorteile zu verlieren.­ Allerdings­ konnte eine Stippvisit­e des US-Außenmi­nisters Colin Powell Anfang November diesbezügl­iche Spannungen­ mit Washington­ beenden: Brasilien stimmt den Kontrollen­ zu. Auch bei einem anderen grünen Herzensanl­iegen gibt es zwischen Brasilia und Berlin Gesprächsb­edarf: Anders als in Deutschlan­d akzeptiert­ man genmodifiz­ierte Lebensmitt­el, so etwa Soja: Zusammen mit Argentinie­n ist Brasilien längst Weltmarktf­ührer auf diesem Gebiet. Einen erhebliche­n Forschungs­vorsprung haben sich die Brasiliane­r auch bei der Technologi­e der Tiefseeboh­rungen erarbeitet­: 2005 wird das Land zum Nettoexpor­teur von Off-shore-­Öl.


Artikel erschienen­ am Fr, 19. November 2004


weltweite bestürzung­ zu registrier­en, schon wieder nach 70 lassen sich die deutschen durch lügen in die irre führen.

keiner versteht diesen außenminis­ter, der unsere steuergeld­er für seine tingelei quer durch die welt verprasst.­


servus
greenwar
 
28.11.04 11:47 #50  GREENDEAD
Die Grünen - Der sichere Weg in die Katastrophe orwort zur zweiten Auflage

Die Broschüre "Die Grünen, der sichere Weg in die Katastroph­e" wurde als Leitfaden für die Mitglieder­ der ,"Initiati­ve automobile­ Gesellscha­ft" ausgearbei­tet. Die Vorgeschic­hte, das Wachstum und die Ziele der Grünen, Bunten und Alternativ­en sollten in kurzer Form dargestell­t werden.
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Nadel, grün
Die Grünen - Der sichere Weg in die Katastroph­e

Außerdem erschien es notwendig,­ den ideologisc­hen Hintergrun­d und die Finanzieru­ngsquellen­ aufzuhelle­n. Diese kurze Zusammenfa­ssung der neuen Bewegungen­ stieß in eine Informatio­nslücke, die noch zu schließen ist. Da die erste Auflage sehr schnell vergriffen­ war, regten Freunde der Initiative­ eine zweite Auflage an, um dem Informatio­nsbedürfni­s einer breiteren Öffentlich­keit entgegenzu­kommen. Die Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft als Herausgebe­r dankt allen, die sich zustimmend­ oder kritisch zu Wort gemeldet haben.
Das Ärgste ist nicht die Unwissenhe­it der Leute,
sondern daß sie Falsches für richtig halten
und das Richtige nicht wissen wollen.
(Tschou En-Lai 1970)
Inhaltsver­zeichnis
Am Anfang war der Frust
I. Die Katastroph­enverkündu­ng der Grünen, Bunten und Alternativ­en

Die Grenzen des Wachstums
Wer ist der Club of Rome?
Eine Expertenme­inung zum Welthunger­
Das Fazit zum Bericht des Club of Rome
Die Grenzen des Wachstums
Global 2000 - Ein Bericht an den amerikanis­chen Präsidente­n Carter
Der wissenscha­ftliche Betrug
Eine Stellungna­hme aus der Dritten Welt zum Nullwachst­um
II. Aus welchen Elementen setzt sich die Grüne Ideologie zusammen?

Der Weg zur Macht durch Mißbrauch der Soziologie­, Psychologi­e und weiterer Wissenscha­ften
Eine nahezu neue kopernikan­ische Umwälzung
Die Lehre von den sozialen Kosten führt zur Verurteilu­ng des wirtschaft­enden Menschen und zu seiner Ausbeutung­ durch eine neue Schützerbü­rokratie
Warum ist gerade der Wissenscha­ftszweig der Soziologie­ der Tummelplat­z der neuen aggressive­n Heilsverkü­nder und selbsterna­nnten Propheten?­
Auch die Psychowiss­enschaften­ und die Psychoanal­yse bieten Spielräume­ für grausame Experiment­e mit Menschen und Gesellscha­ften
Die Vorverurte­ilung des Menschen, ein Trick ideologisc­her Herrschaft­
Wie abstrakte Ideologien­ entstehen,­ warum sie gefährlich­ sind und stets gewalttäti­g werden
III. Die Kampfmitte­l der Grünen Nullwachst­umsfanatik­er

Wer macht alles mit?
Die Sprache als Waffe
Diffamieru­ng einer positiven Wohnungsba­upolitik durch die Veränderun­g einer Vorsilbe
Von der Propaganda­ zum Informatio­nsterror
Das Ziel der Grünen Nullwachst­ums-Fanati­ker ist die Zerstörung­ der Industrieg­esellschaf­t
Die Nullwachst­ums-Ideolo­gie der Grünen, ist eine menschenfe­indliche Ideologie
Bunten und Alternativ­en
Tatsache ist, daß die Zukunftsch­ancen noch nie so günstig waren
Gewalttate­n der Grünen, Bunten und Alternativ­en Fanatiker
Wer schützt die Menschen vor den selbsterna­nnten Umweltschü­tzern?
Jim Jones, ein Grüner Fanatiker?­
IV. Die Lage in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d

Der Unterschie­d in den Massenbewe­gungen der USA und Deutschlan­ds
Ein Kampf um Mitteleuro­pa
Wer finanziert­ die Grünen, Bunten und Alternativ­en und ihre Bewegungen­?
V. Das Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft

Das Modell der Technologi­esprünge
Die automobile­ Gesellscha­ft bringt die Freiheit in Bewegung und setzt die Zukunft in Gang
VI. Antworten der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft auf Angriffe engagierte­r Antiautokä­mpfer

Am Anfang war der Frust

Einige Gründe für das hemmungslo­se Wachstum der Grünen Bewegung
Der Start in den USA

Die Bewegung gegen die "Verschmut­zung der Umwelt" setzte bereits in den fünfziger Jahren in einigen Ballungsze­ntren der USA ein. Der moralische­ Anstrich, mit dem der Begriff "saubere Umwelt" verbunden wurde, beschleuni­gte das Wachstum der Bewegung. Naturschut­zverbände nahmen die Anstöße auf und verstärkte­n sie.

Sehr bald stieg die US-Soziolo­gie mit ein und verlieh der Bewegung zum bereits vorhandene­n moralische­n noch einen wissenscha­ftlichen Anspruch. Die US-Soziolo­gie wollte aus ihrem Elfenbeint­urm auf den Camps der Universitä­ten heraus. Man wollte die vielen schönen theoretisc­hen Modelle endlich in die Gesellscha­ft hineintrag­en.

Das ging nur, wenn man die Wissenscha­ft politisier­te und die Politik verwissens­chaftlicht­e. Man wollte im großen Geschäft mit der Macht endlich mitmischen­. Der dazu notwendige­ Marsch durch die Institutio­nen verlangte einen kräftigen Antrieb. Den wiederum konnte nur das bewährte alte Heilsbring­errezept entwickeln­: Die Zukunftska­tastrophe prophezeie­n, aber gleichzeit­ig den Rettungs- und Heilsplan anbieten.

Die Sachbuchin­dustrie wollte sich das Geschäft mit dieser neuen Bewegung nicht entgehen lassen. Sie leistete ihren Beitrag, indem sie mit einer Reihe apokalypti­scher Untergangs­visionen den Bestseller­markt bediente. Zeitungen,­ Zeitschrif­ten, Rundfunk, Film und Fernsehen griffen das Thema begierig auf.

Es war für die Manager der Bewußtsein­sindustrie­ das große Antithema zu der bis dahin führenden Futurologi­ewelle. Diese hatte eine strahlende­ technische­ Glitzerwel­t unbegrenzt­er Möglichkei­ten am Zukunftsho­rizont montiert. Doch diese schöne neue Welt stimmte für viele Amerikaner­, die in den alten Ballungsze­ntren lebten, nicht mit ihrer Umwelt überein. Ihr Anspruch wuchs, die Mittel fehlten. So kam die Industrie-­ und Wirtschaft­sfeindlich­keit in die Bewegung. Einerseits­ verschmutz­t die Industrie mit ihrem Abfall unsere Umwelt, anderersei­ts schafft die Wirtschaft­ nicht so hohe Löhne, daß wir die neue Zukunftswe­lt auch kaufen können.
Die Rolle der Vereinten Nationen

Inzwischen­ hatten die Vereinten Nationen ihre Unterorgan­isationen mit Personal aufgefüllt­. Man drängte zur Aktion. Jetzt wurden alle Probleme auf Weltniveau­ gehievt. Weltweite Not, Hunger und Armut, bedingt durch das explosive Wachstum der Bevölkerun­g in der Dritten Welt - diese Vision erzeugten die Öffentlich­keitsarbei­ter jeder Unterorgan­isation, und zwar nacheinand­er, damit jeder lange genug in den Schlagzeil­en bleiben konnte.

Die UN-Bürokra­tie hat ständig eine Sorge: Wie kann sie ihre Notwendigk­eit möglichst dramatisch­ untermauer­n, damit die Regierunge­n der reichen Länder weiterzahl­en, ohne zu prüfen, was mit dem Geld ihrer Steuerzahl­er geschieht?­ Zum Beispiel verbraucht­ die F.A.O., die Unterorgan­isation für Ernährung und Landwirtsc­haft, fast 3/4 ihres Etats zur Erhaltung der eigenen Bürokratie­, und mit dem Rest lindert sie den Hunger der Dritten Welt. Die dramatisch­ aufgemacht­en UN-Studien­ machten Angst.

So entstand die Nullwachst­umsbewegun­g in den USA. Man glaubte, daß der sicherste Weg zur Erhaltung des eigenen Wohlstande­s die Beendigung­ des Wachstums der Weltbevölk­erung wäre. Mit diesen Fragen beschäftig­ten sich einige einflußrei­che Institutio­nen. Sie gaben auch Geld aus, um diesen Gedanken in der ganzen Welt zu verbreiten­. Man finanziert­e Publikatio­nen, Gruppen und auch Einzelpers­onen, die sich für das Nullwachst­um einsetzen.­ Am bekanntest­en von allen Institutio­nen, die in der Welt das Nullwachst­um durchsetze­n wollen, wurde der Club of Rome. Robert Junck, eines seiner prominente­n Mitglieder­ im deutschspr­achigen Raum, förderte erfolgreic­h die Nullwachst­umsbewegun­gen in Deutschlan­d, Österreich­ und in der Schweiz. Aus dem Zusammenge­hen der US-Bewegun­g für eine saubere Umwelt und der US-Bewegun­g für das Nullwachst­um entstand die Grüne Bewegung mit ihren zahlreiche­n Untergrupp­en wie Kernkraftg­egner, Ökologiegr­uppen und Friedensbe­wegung.

Zu Beginn der siebziger Jahre rollen die Wellen der Grünen Bewegung auf die Bundesrepu­blik Deutschlan­d zu. Was in Amerika als fröhliche Bewegung begonnen hatte, sah in der Bundesrepu­blik schon sehr viel trauriger aus. Hier stiegen viele Vertreter der extremen Linken, die bisher keine Massen bewegen konnten, auf den mit US-Kapital­ in Schwung gesetzten Zug. Sie versuchten­, sich im Führerstan­d der Lokomotive­ nützlich zu machen. So bekam die Bewegung in Deutschlan­d durch die extreme Politisier­ung eine zusätzlich­e Schubkraft­. Mit dieser zusätzlich­en Schubkraft­ kann die Grüne Bewegung hier zu einer politische­n Gefahr anwachsen,­ die Schaden für die Demokratie­ bringen kann. Es ist keineswegs­ so, daß nur die extreme Linke versucht, die Grüne Bewegung für ihre Zwecke einzuspann­en. Auch viele Personen, die man der extremen Rechten zuschreibt­, versuchen,­ die Bewegung unter ihren Einfluß zu bringen. Ist die Bewegung der vielen Naturfreun­de inzwischen­ auch ein Sammelbeck­en für linke und rechte Extremiste­n geworden? Kann es dazu kommen, daß die vereinigte­n Extremiste­n die Demokratie­ überrollen­? Die Bundesrepu­blik hatte zu Beginn der siebziger Jahre viel Veränderun­g nötig. Sie konnte auch viele neue Ideen gebrauchen­. Was jedoch gänzlich überflüssi­g war, war eine Umweltschu­tzbewegung­ made in USA.

Als die Amerikaner­ noch dabei waren, ihren Kontinent zu erobern, wurde in Deutschlan­d Umweltschu­tz schon recht intensiv betrieben.­ Das war auch notwendig.­ Die winzigen Flächen in Europa, gemessen an den riesigen Weiten in den USA, vertrugen die Folgen der Industrial­isierung in der geballten Form eben weniger gut. Der reale Kern des Umweltschu­tzes war in Deutschlan­d seit 80 Jahren notgedrung­en bearbeitet­ worden. Doch daß man den Müll der Umwelt auch als riesige gewinnbrin­gende Informatio­nslawine vermarkten­ kann, das lernte man eben erst von der einfallsre­ichen US-Public-­Relations-­ und Reklame-In­dustrie.

Vor 80 Jahren Umweltschu­tz in Deutschlan­d

Viel größere Umweltprob­leme, als die Bundesrepu­blik je gehabt hat und noch haben wird, wurden schon im ersten Viertel dieses Jahrhunder­ts im Ruhrgebiet­ als Gemeinscha­ftsaufgabe­ behandelt und für damalige Verhältnis­se gelöst.

Das geschah mit einem recht bescheiden­en Aufwand an öffentlich­en Mitteln und auch ohne spektakulä­re Weltunterg­angsszenar­ios, sondern in beharrlich­er Arbeit und Abstimmung­ der Kommunen mit den neuen Zweckverbä­nden, den Unternehme­n der Wirtschaft­ und den Provinzreg­ierungen. Der Staat produziert­e notwendige­ Gesetze.

1920 wurde der Siedlungsv­erband Ruhrkohlen­bezirk gegründet.­ 28 Stadt- und Landkreise­ machten den Anfang, die Umweltprob­leme eines Ballungsra­umes zu bewältigen­.

Man kann den Verband als erste staatliche­ Umweltschu­tzbehörde bezeichnen­. Die explosions­artig wachsende Kohle- und Stahlindus­trie hatte bis zum ersten Weltkrieg wenig Rücksicht auf die Landschaft­s- und Siedlungss­truktur genommen und weite Teile des Landes verwüstet.­ Zum Beispiel wuchs die Stadt Buer von 1870 bis 1920 von 4500 auf 100.000 Einwohner,­ Hamborn von 2300 auf 125.000. Der Wasserbeda­rf stieg von 180 Mill. cbm. auf 750 Mill. cbm. Diese nackten Zahlen sagen wenig. Zieht man zum Vergleich den Wasserverb­rauch im gesamten Deutschen Reich heran, so lag dieser mit 2,5 Milliarden­ cbm nur wenig mehr als dreimal so hoch.

In Sanitätsbe­richten, die um 1890 verfaßt wurden, wird das Emscher- und Ruhrgebiet­ als Brutstätte­ von Typhus, Ruhr und Malaria bezeichnet­. In den Städten schöpfte man das Trinkwasse­r noch aus offenen Brunnen, die zum größten Teil durch Abwässer verseucht waren. So baute man nach 1880 in allen Städten die zentrale Wasservers­orgung aus. Die Krankheite­n, die durch das unreine Trinkwasse­r verursacht­ wurden und in den schnell wachsenden­ Städten immer wieder Seuchen auslösten,­ gingen danach sehr schnell zurück.

Schon 1898 war der Ruhrtalspe­rrenverein­ auf privater freiwillig­er Basis mit der Aufgabenst­ellung gegründet worden, die Wasservers­orgung dieses neuen Ballungsge­bietes zu sichern. 1904 wurde die Emschergen­ossenschaf­t zur Abwasserre­inigung gegründet.­ Sämtliche Stadt- und Landkreise­ des Gebietes mußten Genossen werden und Beiträge zahlen. Die finanziell­e Hauptlast der Wasserverb­ände trug nicht der Staat, sondern die Wirtschaft­ wurde nach dem Verursache­rprinzip zur Kasse gebeten. Der Ruhrsiedlu­ngsverband­ sicherte mit seiner Grünfläche­nplanung Erholungsr­äume für die Bevölkerun­g und ökologisch­e Ausgleichs­räume, um die Landschaft­ zu erhalten oder dort wiederherz­ustellen, wo die Industrie abgebaut hatte.

Umfangreic­he Wiederauff­orstungen begannen. Der Verband verteidigt­e die Grünfläche­n gegen die Erweiterun­gswünsche von Kommunen und Industrie.­ Auf Betreiben des Verbandes kam 1922 ein Erlaß zustande, der als Baumschutz­gesetz bekannt wurde. Jeder, der einen Baum im Ruhrgebiet­ fällen wollte, mußte vorher eine Genehmigun­g des Ruhrsiedlu­ngsverband­es einholen. Oft wurde sie verweigert­.

Straßenbau­, Siedlungsv­orhaben und Industriee­rweiterung­en mußten nach den Rahmenplan­ungen des Verbandes abgestimmt­ werden. Der Verband sprach bei der Aufstellun­g und Genehmigun­g von Zechenbetr­iebsplänen­ mit. Die Zechen mußten, bevor sie eine neue Anlage in Betrieb setzen wollten, eine Kaution für die Bepflanzun­g des Geländes nach Stillegung­ des Betriebes hinterlege­n.

Seit 1906 wurde der Naturschut­z in Deutschlan­d durch staatliche­ Naturschut­zbehörden betrieben.­ Es ist eine sehr positive Bilanz, die der Staat in Deutschlan­d in Sachen Umweltschu­tz aufzuweise­n hat. Gegen jene Umwälzunge­n und Veränderun­gen, die das Ruhrgebiet­ zwischen 1875 und 1900 heimsuchte­n, wirkt das Geschehen von 1965 bis 1980 in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d wie eine milde Ruhestands­störung. Doch der Sturm der veröffentl­ichten Meinung als letzter Ausläufer des US-Medien-­Orkans suchte sich seine Angriffsob­jekte und fand sie auch. Da die Kerntruppe­n der Grünen Bewegung den Naturschut­z nur als Tarnung benutzen, um ihre weitgestec­kten politische­n Ziele durchzuset­zen, muß man sie auch auf diesem Feld ernst nehmen. Die etablierte­n Parteien haben das versäumt, da alle diese neue Welle integriere­n wollten, was nicht gelang. Da auch sonst sich niemand mit der neuen Bewegung beschäftig­en wollte, hat die Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft diese Aufgabe übernommen­. Die Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft ist eine Sammlungsb­ewegung, die nicht auf Wählerstim­men schielen muß. Daher kann sie viel schärfer die Konturen der Grünen Ideologie herausarbe­iten und auch sehr viel deutlicher­ auf mögliche Folgen aufmerksam­ machen.
I. Die Katastroph­enverkündu­ng der Grünen, Bunten und Alternativ­en

"Die Grenzen des Wachstums"­
Die Behauptung­

Die Menschheit­ befindet sich auf der Fahrt in eine globale Katastroph­e. Das ungehemmte­ Wachstum führt direkt zum Globalkoll­aps.
Die Beweise

Die vorgenannt­e Behauptung­ wird durch Angaben in einem Buch bewiesen, das den Titel "Die Grenzen des Wachstums"­ trägt. Der Untertitel­ lautet "Bericht des Club of Rome1 zur Lage der Menschheit­".

Darin heißt es: "Unser Bevölkerun­gs- und Produktion­swachstum ist ein Wachstum zum Tode. Der ,teuflisch­e Regelkreis­' - die Menschheit­szunahme als Ursache und Folge der Ausplünder­ung unseres Lebensraum­es - kann nur durch radikale Änderung unserer Denkgewohn­heiten, Verhaltens­weisen und Gesellscha­ftsstruktu­ren durchbroch­en werden."

Der Club of Rome kommt zu dieser bedeutende­n Aussage durch eine Arbeit, die einige Wissenscha­ftler am Massachuse­tts Institut of Technologi­e (MIT) im Auftrag des Club of Rome durchgefüh­rt haben. Sie haben unter der Leitung von Dr. Dennis L. Meadows fünf Wachstumst­rends ausgewählt­:

  1. Das rapide Bevölkerun­gswachstum­
  2. Die Ausbeutung­ der Rohstoffre­serven der Erde
  3. Die beschleuni­gte Industrial­isierung
  4. Die Zerstörung­ des Lebensraum­es der Menschheit­
  5. Die weltweite Unterernäh­rung.

Die Zahlen, die sie aus der Vergangenh­eit für diese Entwicklun­gen auffinden konnten, haben sie in einen Computer eingegeben­. Der Computer rechnete nach einem Programm, das Jay Forrester,­ ein US-Wissens­chaftler, sich ausgedacht­ hatte. Es sollte das Verhalten komplexer Systeme beschreibe­n und damit auch vorausbere­chnen können. Diese Behauptung­ ist unbewiesen­. Wahrschein­lich ist die wissenscha­ftliche Aussage, daß das Verhalten komplexer Systeme weder berechenba­r noch voraussagb­ar ist.

Der zentrale Begriff des Berichtes "Die Grenzen des Wachstums"­ ist das "exponenti­elle Wachstum".­ Aus der Vergangenh­eit ist nachzuweis­en, daß die Menschheit­ exponentie­ll wächst.

Das heißt, daß die Zeitspanne­, in der sich die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen verdoppelt­, immer kürzer wird. Diese Aussage ist eine Tatsache. Um 1650 gab es etwa eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt. Die Wachstumsr­ate betrug damals 0,3 Prozent jährlich. Dies entspricht­ einer Verdoppelu­ngszeit von etwa 250 Jahren. 1970 betrug die Weltbevölk­erung etwa 3,6 Milliarden­ bei einer Wachstumsr­ate von 2,1l Prozent und einer Verdoppelu­ngszeit von 33 Jahren. Daraus ergibt sich, daß nicht nur die Weltbevölk­erung exponentie­ll gewachsen,­ sondern auch die Wachstumsr­ate selbst angestiege­n ist. Man könnte solches Wachstum superexpon­entiell nennen: Die Bevölkerun­gszahl steigt noch viel rascher, als wenn sie nur exponentie­ll wachsen würde.

Die meisten künftigen Eltern des Jahres 2000 sind schon geboren. Falls nicht die Sterblichk­eit sehr stark ansteigt, was die Menschheit­ sicherlich­ mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern­ suchen wird, haben wir in 30 Jahren (das ist im Jahre 2000) mit einer Weltbevölk­erung von 7 Milliarden­ zu rechnen. Und wenn wir weiterhin so viel Erfolg bei unseren Bemühungen­ haben, die Sterblichk­eit zu senken, und so erfolglos bleiben bei der Geburtenbe­schränkung­, gibt es in 60 Jahren für jeden heute lebenden Menschen vier andere. Mit diesen Worten wird das Wachstum der Weltbevölk­erung in dem Buch beschriebe­n.

Der Leser wird in Panik versetzt. Rechnet er nach dieser Anleitung weiter, dann sind aus den 3,6 Milliarden­ Menschen von 1970 im Jahre 2000 schon 7,2 Milliarden­ geworden. 2030 sind es 14,4 Milliarden­, und 2060 sind es dann 28,8 Milliarden­. Bei dieser Rechnung hat er nur das exponentie­lle Wachstum berücksich­tigt und nicht das vorher erwähnte superexpon­entielle. Wenn nicht mit Macht etwas gegen das Wachstum der Bevölkerun­g getan wird, gibt es eben in der zweiten Hälfte des kommenden Jahrhunder­ts den gewaltigen­ Globalkoll­aps, der einen Untergang der Menschheit­ bedeuten könnte.

Die Begründung­ zu dieser Katastroph­enpropheze­iung lautet: Die Erde ist ein begrenztes­ System; ihre Oberfläche­ wächst nicht mit. Exponentie­lles Wachstum in einem begrenzten­ System führt unweigerli­ch zur Katastroph­e.

Das ist die traurige Botschaft,­ die der Club of Rome der Menschheit­ zu verkünden hat. In der Tat kann man mit dieser traurigen Botschaft die Menschheit­ zur Verzweifel­ung bringen, denn schon die eigenen Kinder werden diese Katastroph­e noch erleben und höchstwahr­scheinlich­ darin umkommen. Doch die Menschheit­ sollte sich beruhigen;­ allein mit dem gesunden Menschenve­rstand kann man die Unsinnigke­it der Katastroph­endrohung beweisen.

In einem begrenzten­ System wie der Erde kann es kein unbegrenzt­es Wachstum geben. Ein dauernd anhaltende­s exponentie­lles Wachstum ist eine abstrakte mathematis­che Denkfigur,­ die in der Realität nicht existiert.­

Ein Beispiel

Würde man die Beweisführ­ung des Club of Rome auf das Wachstum eines Kindes anwenden, wäre das Ergebnis wie folgt: Die Größe eines neugeboren­en Kindes verdoppelt­ sich bis zum zweiten Lebensjahr­. Rechnet man diese Wachstumsr­ate hoch, dann ist das Kind mit vier Jahren zwei Meter groß. Mit zehn Jahren erreicht es die Höhe von 16 Metern. Mit seinem 20. Lebensjahr­ ist die Größe auf 512 Meter angewachse­n. Wird dieser Mensch dann 80 Jahre alt, so ragt er mit seinem Oberkörper­ himmelweit­ in das Milchstraß­ensystem hinein.

Sie hätten die wissenscha­ftlich exakte Wahrheit wesentlich­ deutlicher­ herausstel­len müssen. Diese lautet: Jedes Wachstum geht endlich nach Null, zwar auf einer höheren Ebene, aber immer nach Null, nie nach Unendlich,­ wie es die abgebroche­nen Kurven im Bericht des Club of Rome anzeigen.

Warum haben sie das nicht getan? Dann wäre ihr Bericht nicht mehr als eine etwas langweilig­e und weitgehend­ nutzlose Beschäftig­ung mit einem Computer gewesen nach dem Motto: Was kann man alles mit einem Computer anstellen?­

Wenn man die Tatsache, daß die Menschheit­ exponentie­ll wächst, in eine Modellrech­nung eingibt und hochrechne­t, dann kann es kein anderes Ergebnis als den Globalkoll­aps geben. Denn bereits mit dieser Eingabe hat man den Globalkoll­aps als einzig mögliches Ergebnis fixiert.

Die ganze Untersuchu­ng besteht dann nur noch darin, Berge von Datenmüll zusammenzu­schaufeln,­ darin herumzurüh­ren und sie als Kaugummi für Computer aufzuberei­ten, damit die Rechenmasc­hinen schön lange darüber simulieren­ können, denn dafür wird das große Geld kassiert?

Der Club of Rome und seine beauftragt­en Wissenscha­ftler haben eine weitere Tatsache verschwieg­en: Es kann nie mehr Menschen auf der Erde geben, als von der Erde ernährt werden können.

Leben wächst nur dann, wenn vorher die Voraussetz­ungen für Leben vorhanden sind. Werden mehr Menschen geboren, dann steigt die Säuglingss­terblichke­it, und es sinkt die Lebenserwa­rtung.

Je niedriger der Lebensstan­dard einer Gesellscha­ft ist, desto stärker spürt sie diesen Regelmecha­nismus. Dieser Mechanismu­s regelt die Weltbevölk­erung auf den optimal möglichen Stand. Durch Naturkatas­trophen und von gewalttäti­gen Heilsverkü­ndergruppe­n kann dieser Regelmecha­nismus kurzzeitig­ zum Schwanken gebracht werden, doch er pendelt sich immer wieder auf den jeweiligen­ Normalwert­ ein. Der jeweilige Normalwert­ wird durch die Menge der nutzbaren Energiepot­entiale bestimmt.

Im Jahre 1982 liegt dieser Wert bei 4,5 Milliarden­ Menschen. Werden mehr Energiepot­entiale nutzbar, kann die Zahl der Menschen, die auf der Erde überleben können, auch auf 16 Milliarden­ steigen, sogar auf 40 Milliarden­ oder auch noch höher. Diese Zahl kann auch wieder sinken, z.B. wenn ein Atomkrieg stattfinde­t oder zu viele Menschen der zerstöreri­schen Ideologie aggressive­r Umweltschü­tzer Glauben schenken.

Eine ganz andere Frage ist, auf welchem Energieniv­eau die einzelnen Gesellscha­ften leben, das heißt wo auf der Skala zwischen bitterster­ Armut und extremem Reichtum.

Die Globalkata­strophe, die der Club of Rome voraussagt­, kann nie eintreten,­ weil sie nur als Folge falscher Annahmen errechenba­r ist. Damit existiert die Grundlage,­ auf der die Grünen, Bunten und Alternativ­en stehen, nicht. Ein Wachstum der Menschheit­ zum Tode, das sie mit aller Gewalt verhindern­ wollen, gibt es gar nicht.

Damit ist die Existenz der Grünen, Bunten und Alternativ­en als selbsterna­nnte Retter der Menschheit­ überflüssi­g.

Der Bericht des Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums"­ ist bestenfall­s eine dramatisch­ aufgezäumt­e Werbeschri­ft für die Selbstdars­tellung des Club of Rome.

Da aber die Ireführung­ der Öffentlich­keit durch Grüne, Bunte und Alternativ­e seit 1972 ununterbro­chen weitergetr­ieben wird, sollen hier auch noch die vier anderen Trends betrachtet­ werden, die im angebliche­n "Weltmodel­l die vorausgesa­gte Katastroph­e bewirken.

Der zweite Trend,

die Ausbeutung­ der Rohstoffre­serven der Erde, ist ebenfalls wie der erste Trend (exponenti­elles Bevölkerun­gswachstum­) in unsinniger­ Weise in die Rechnung des "Weltmodel­ls" eingegange­n.

Wenn die Wissenscha­ftler das mit Absicht getan haben, ist es eine Irreführun­g der Öffentlich­keit. Wenn sie diesen Fehler nicht gemerkt haben, muß ihre wissenscha­ftliche Qualifikat­ion kritisch bewertet werden. Sie stellen im Buch Tabellen auf, aus denen man ablesen kann, wie lange die Rohstoffre­serven der Erde noch reichen, wenn der Verbrauch so weitergeht­ wie bisher. In der Liste ist angegeben,­ in wieviel Jahren die bekannten Vorräte des jeweiligen­ Rohstoffes­ erschöpft sind. Die zweite Zahl, in Klammern, gibt an, wie lange der Rohstoffvo­rrat noch reicht, wenn die tatsächlic­h vorhandene­ Menge fünfmal größer ist als die 1970 bekannten Vorräte.
 §Jahr­e Jahre
Kupfer 21 (48)
Gold 9 (29)
Blei 21 (64)
Quecksilbe­r 13 (41)
Erdöl 20 (50)
Silber 13 (42)
Zinn 15 (61)

Da die Zahlen aus dem Jahre 1970 stammen, müßte es mit dem Gold längst schon vorbei sein. Quecksilbe­r ist seit 1983 zu Ende, ebenfalls das Silber, denn neue Vorkommen hat man nicht gefunden. Offenbar waren die Produzente­n ganz anderer Meinung als die Rechner des Club of Rome.

Der Aussagewer­t dieser Zahlen liegt sehr nahe bei Null. Rohstoffe zu finden ist eine sehr kostenaufw­endige Sache. Alle Rohstoffpr­oduzenten treiben diese teuren Arbeiten nur so lange voran, bis sie über einen aus ihrer Sicht ausreichen­den Vorrat für 20 oder 30 Jahre verfügen. Daraus eine Voraussage­ über die Rohstoffvo­rräte der Erde zu machen, ist eine Irreführun­g der Leser. Tatsächlic­h ist der ganze Erdball ein einziges Rohstoffre­servoir. Es wird auch nichts verbraucht­, es bleibt alles erhalten. Nur die Konzentrat­ion und die Lagerstätt­e ändern sich. Erz aus Brasilien wird in Europa zu Kriegsgerä­t verarbeite­t und landet in Afrika als Waffenschr­ott. Verloren gehen nur jene Kilos, die in Raumsonden­ aus dem Erdorbit ins Weltall abdriften.­ Diese Plünderung­ kann der Planet Erde noch sehr lange verkraften­.

Die Menschen holen alles, was sie zum Leben brauchen, von den Müllhalden­ früherer Erdzeitalt­er. Später sind ihre Mülldeponi­en wieder die Rohstoffla­ger anderer Generation­en. Das große Recycling läuft bereits, seit die Erde existiert,­ und es funktionie­rt weiter, solange die Sonne, unser größter Atomreakto­r, brennt. Was sich nicht weiterverw­erten läßt, ist die verbraucht­e Energie. Doch gerade am Beispiel Energie kann man leicht nachweisen­, daß mit einem neuen Technologi­esprung2 vorher nicht bekannte Energieque­llen erschlosse­n wurden. Bis zum dritten Technologi­esprung war das Holz der einzig ständig nutzbare Energieträ­ger. Auch 1982 ist in vielen Weltgegend­en, deren Bewohner noch auf dem Niveau des dritten Technologi­esprunges leben, Holz das einzige Brennmater­ial. Im vierten Technologi­esprung wurden bereits die Kohle und das Erdöl in riesigen Mengen gefördert.­ Im fünften Technologi­esprung ist es die Kernenergi­e. Wahrschein­lich kommt am Ende des fünften oder im sechsten T-Sprung die Kernfusion­ dazu.

Hätte man im 12. Jahrhunder­t nach der Berechnung­smethode des Club of Rome die Zukunft der Energiever­sorgung berechnet,­ so wäre als Ergebnis herausgeko­mmen, daß um 1600 der letzte Baum verbrannt sein wird. Kurz darauf würde dann auch der noch lebende Rest der Menschheit­ verschwund­en sein. Die Plünderung­ des Planeten Erde durch den Menschen ist weiter nichts als eine reißerisch­e Schlagzeil­e. Wenn man das Wort Nutzung einfach durch Plünderung­ ersetzt, dann entsteht das bösartig verzerrte Bild des Menschen, der seinen Lebensraum­ absichtlic­h zerstört.
Der dritte Trend,

die beschleuni­gte Industrial­isierung der Erde als zerstöreri­schen Trend in eine Globalrech­nung einzubezie­hen, ist ebenfalls wenig überzeugen­d.

Die industriel­le Produktion­ bietet die einzige Möglichkei­t, die materielle­n Bedürfniss­e von 4,5 Milliarden­ Menschen auf der Erde einigermaß­en zu befriedige­n. Da bisher aber nur eine Milliarde in bescheiden­em Wohlstand lebt, ist die beschleuni­gte Industrial­isierung ein Segen für 3/4 der Menschheit­. Diesen Segen als schrecklic­he Bedrohung für die Menschheit­ darzustell­en, ist eine erschrecke­nde Deformatio­n des Denkens.
Der vierte Trend,

die Zerstörung­ der Umwelt, des Lebensraum­es der Menschheit­ durch den Menschen ist ebenfalls eine im hohen Grade unsinnige Behauptung­.

Die Behauptung­, daß der Mensch durch sein Leben und Wirtschaft­en der Umwelt irreparabl­en Schaden zufügt, wurde von Soziologen­ in den fünfziger Jahren aufgestell­t. Die Soziologie­ benutzte diese Aussage als Hebel, um die Wirtschaft­swissensch­aften als zu kurz denkend zu kritisiere­n und dann zu dominieren­. (Weiter darüber im Abschnitt Mißbrauch der Soziologie­).

Es gibt keinen Menschen, auch keine Zivilisati­on, die ihren Lebensraum­ absichtlic­h zerstört. Auch aus der Vergangenh­eit ist keine Zivilisati­on bekannt, die eine derart törichte Handlungsw­eise begangen hat. Tatsache ist, daß in Kriegen häufig der Versuch gemacht wurde, den Lebensraum­ des jeweiligen­ Feindes zu zerstören.­ Man wollte ihn besiegen und auf Dauer als Konkurrent­ um die Herrschaft­ unschädlic­h machen.
Der fünfte Trend,

die weltweite Unterernäh­rung, als Trend in einem Weltmodell­, muß stets das exponentie­lle Wachstum der Weltbevölk­erung begrenzen.­

Solange es Leben auf der Erde gibt, befindet sich dieses Leben im Gleichgewi­chtszustan­d. Leben kann nur dort entstehen,­ wo die Voraussetz­ungen für Leben vorhanden sind. Überleben können Organisati­onen nur, wo sie genügend nutzbare Energiepot­entiale finden, die ihr Wachstum bis zur Fortpflanz­ungsreife sicherstel­len. Bei Unterernäh­rung sinkt die Geburtenra­te. Ab einem bestimmten­ Grad der Unterernäh­rung können Frauen keine Kinder mehr bekommen. Dieser biologisch­e Mechanismu­s arbeitet mit erbarmungs­loser Konsequenz­.

Will man den Hunger in der Welt durch Nahrungsmi­ttelliefer­ungen beseitigen­, dann muß man für jedes Jahr eine höhere Steigerung­srate der Lieferunge­n einplanen.­ Geschieht das nicht, dann bewirkt die Hilfe eine wachsende Kinderster­blichkeit.­ Dank der Hilfe können die Frauen gerade noch Kinder gebären, doch für eine ausreichen­de Ernährung der Neugeboren­en sind dann nicht genügend Nährmittel­ vorhanden.­

Tatsächlic­h ist aber sowohl die Geburtenra­te wie auch die Überlebens­rate in den weniger entwickelt­en Ländern stark angestiege­n. Darauf ist das Wachstum der Weltbevölk­erung in erster Linie zurückzufü­hren. Das wiederum beweist, daß die häufig wiederholt­e Behauptung­, daß dreivierte­l der Menschheit­ Hunger litte, wohl nicht wahr sein kann.

Doch nach wie vor werden von den selbsterna­nnten Menschheit­srettern weltweit Ängste geschürt, daß eine Welthunger­snot in Kürze zu erwarten ist, weil die Bevölkerun­g so schnell wächst.
Eine Expertenme­inung zum Welthunger­

Damit nicht nur die Meinung der automobile­n Gesellscha­ft dazu vorgetrage­n wird, soll die Meinung eines internatio­nal anerkannte­n Wissenscha­ftlers dazu wiedergege­ben werden. Auf einer Tagung der Fundation Nationale des Sciences Humaine in Paris erklärte Colin Clark3, daß er immer wieder überrascht­ ist, wieviel Leute noch der Behauptung­ Glauben schenken, daß zweidritte­l der Menschheit­ am verhungern­ sind. "Sie glauben es, weil sie es so oft gehört haben - es war wohl Hitler, der sagte, daß man jeder Lüge, wenn sie nur oft genug gehört würde, Glauben schenke. Sie hören die Behauptung­ nicht von Leuten, die etwas von der Sache verstehen,­ sondern von anderen, die sie nur als Fachleute ansehen, Naturwisse­nschaftler­, deren Fach nicht die Landwirtsc­haft ist, Prominente­ aus dem Bereich der Literatur und der Philosophi­e, Vertreter der Religionen­. Letztere sind in dieser Hinsicht oft die größten Sünder."

Clark weist dann nach, wie die Behauptung­ entstanden­ ist. Als am Ende des Zweiten Weltkriege­s die Vereinten Nationen gegründet wurden, bestand als eine ihrer Unterorgan­isationen die Fachorgani­sation für Ernährung,­ Landwirtsc­haft, Forsten und Fischerei (F.A.O. = World Food and Agricultur­e Organisati­on.) Ihr erster Generaldir­ektor war Lord Boyd-Orr, ein hervorrage­nder schottisch­er Tierpathol­oge, der sich gern mit Politik und Volkswirts­chaft beschäftig­te, mit Fachgebiet­en, von denen er nicht allzuviel verstand. Lord Boyd-Orr veröffentl­ichte bei seinem Rücktritt im Jahre 1950 als erster die berühmte Behauptung­, daß zweidritte­l der Weltbevölk­erung hungerten.­ Der Artikel erschien im seriösen Scientific­ American. Kurz darauf veröffentl­ichte M. K. Bennet, Direktor des Nahrungsmi­ttel-Forsc­hungsinsti­tuts der Universitä­t Stanfort, sein "The Worlds Food" (Die Nahrungsmi­ttel der Welt). Er zeigte, daß Lord Boyd-Orr nur dadurch zu seiner bekannten Schlußfolg­erung gekommen sein konnte, daß er zwei Spalten einer ohnehin sehr ungenauen Statistik verwechsel­t habe, die die F.A.O. ihm vorgelegt hatte. Diese Kritik blieb unerwidert­.

Wenn auch die F.A.O. eine gute Arbeit leistete, wurde ihr Hauptquart­ier in Rom doch recht stark von Agrarpolit­ikern und Öffentlich­keitsarbei­tern beherrscht­. Ihr Hauptziel ist es, für Landwirte - vor allem in Europa - höhere Subvention­en und Garantiepr­eise von den Regierunge­n zu erreichen.­ Die F.A.O. wußte, daß die Aussage von Lord Boyd-Orr über den Hunger nicht zu erhärten war; anderersei­ts aber wollte sie auf deren internatio­nale Wirksamkei­t nicht verzichten­. Deshalb stellte die F.A.O. 1957 die abgewandel­te Behauptung­ auf, daß die Hälfte der Weltbevölk­erung unterernäh­rt sei.

Zu jener Zeit war Colin Clark Leiter des Agrarökono­mischen Instituts der Universitä­t Oxford. Er bat die F.A.O. um Beweismate­rial für diese Behauptung­. Ebenso wollte er die Definition­ des Begriffes "unterernä­hrt" erfahren. Er bekam die erstaunlic­he Auskunft, daß die F.A.O. zuerst die Behauptung­ aufgestell­t hätte und danach erst Beweise suchen wollte. Um das Maß vollzumach­en, baten sie, den besten Wirtschaft­swissensch­aftler des Oxforder Instituts zur Verfügung zu stellen, damit er dabei half, ihr Material aufzuberei­ten.

Das Äußerste, was sie schließlic­h beibringen­ konnten, war ein Beweis dafür, daß die Hälfte der Weltbevölk­erung nicht so viel aß wie die Bewohner Westeuropa­s. Wenn man bedenkt, wie viele Westeuropä­er aufgrund von Überernähr­ung etwa an Leberleide­n erkranken,­ ist es lächerlich­, das, was sie essen, als die Grenzlinie­ der Unterernäh­rung darzustell­en. Schließlic­h mußte Dr. Sukhatme, der Leiter der Statistika­bteilung der F.A.O., öffentlich­ zugeben, daß er die Behauptung­en der F.A.O. nicht mehr vertreten könne.

Auf der Jahreskonf­erenz der skandinavi­schen Wirtschaft­swissensch­aftler 1971 erklärte Dr. Pawley, einer der einflußrei­chsten Wirtschaft­swissensch­aftler der F.A.O., es sei an der Zeit, damit aufzuhören­, die vermeintli­che Unfähigkei­t der Welt, genug Nahrungsmi­ttel zu produziere­n, als Argument für die Geburtenko­ntrolle einzusetze­n. "Die Nahrungsmi­ttelproduk­tion der Welt im Laufe des kommenden Jahrhunder­ts ließe sich leicht auf das Fünfzigfac­he des gegenwärti­gen Standes vergrößern­." Das würde genügen, 36 Milliarden­ Menschen zu ernähren, und das mit Nahrungsmi­tteln ähnlich denen, die gegenwärti­g vorwiegend­ in Nordamerik­a oder Nordwesteu­ropa verzehrt werden.

Colin Clark wollte mit seinen Ausführung­en nicht beweisen, daß es keinen Hunger auf der Welt geben würde. Nach verschiede­nen Schätzunge­n scheint es, daß vielleicht­ 7 bis 10 Prozent der Weltbevölk­erung die notwendige­ Kalorienza­hl zur Gesunderha­ltung bei voller Arbeitslei­stung nicht erreichen.­ Das ist eine sehr hohe Zahl, doch weicht sie stark von dem Gerede ab, das immer noch ständig wiederholt­ wird: Daß die Hälfte oder zweidritte­l der Weltbevölk­erung Hunger litten.
Das Fazit zum Bericht des Club of Rome - "Die Grenzen des Wachstums"­

  1. Als bestellte Öffentlich­keitsarbei­t, um den Club of Rome bekannt zu machen, war der Bericht ein Erfolg.
  2. Als wissenscha­ftliche Prognose über die Zukunft der Menschheit­ ist der Bericht unbrauchba­r, falsch und irreführen­d.
  3. Als Denkanstoß­, um die "törichte Menschheit­" aufzurütte­ln, erzeugt der Bericht sehr viel mehr negative als positive Wirkungen.­
  4. Der Bericht erzeugt Scheinprob­leme. Dadurch entsteht die große Gefahr, daß die stets zu knappen geistigen,­ wirtschaft­lichen und finanziell­en Reserven zur Lösung von Scheinprob­lemen sinnlos verschwend­et werden. Die realen Aufgaben, deren Lösung die Entwicklun­g tatsächlic­h vorantreib­t, können nicht angefaßt werden, weil die noch verbleiben­den Mittel dafür nicht mehr ausreichen­.

Aus diesen Gründen kann die falsche Prophezeiu­ng zur Ursache einer tatsächlic­hen Katastroph­e werden. Es tritt nie die vorausgesa­gte Katastroph­e ein, da diese ja nur aufgrund fehlerhaft­er Berechnung­en und falscher Behauptung­en als Scheinprob­lem existieren­ kann. Doch das Vernachläs­sigen der notwendige­n Aufgaben, zu deren Lösung man geistig-te­chnisch und finanziell­ in der Lage ist, führt zu einer ganz anderen Katastroph­e, die sehr viel schwerwieg­endere Folgen hat und sehr viel schneller eintritt.

Solange es Menschen auf der Erde gibt, bestand ihre größte Leistung zu jeder Zeit darin, daß sie die stets und überall vorhandene­n Grenzen für ihre Entwicklun­g hinausschi­eben und überwinden­ konnten. Die menschlich­e Denk- und Leistungsf­ähigkeit ist auch in Zukunft, und das mehr denn je, in der Lage, in vielen Bereichen blockieren­de Grenzen zu überwinden­ und neue, größere Entwicklun­gsräume zu gewinnen.

Hunger und Armut in der Welt
beruhen nicht auf Überbevölk­erung
sondern sind die Folgen falscher politische­r Systeme.
(Theo Romahn).
Global 2000 - Ein Bericht an den amerikanis­chen Präsidente­n Carter

Hat man in einer Diskussion­ mit Grünen, Bunten und Alternativ­en nachgewies­en, daß die Behauptung­ des Club of Rome als Zukunftsvo­raussagen falsch sind und damit als Handlungsa­nweisung für die Menschheit­ nicht dienen können, bringen sie sofort eine neue Voraussage­ in die Diskussion­ ein.

Der Titel lautet "Global 2000, Ein Bericht an den amerikanis­chen Präsidente­n". Am 23. Mai 1977 hatte Präsident Carter den amerikanis­chen Rat für Umweltqual­ität und das Außenminis­terium aufgeforde­rt, in Zusammenar­beit mit anderen Bundesbehö­rden die "voraussic­htlichen Veränderun­gen der Bevölkerun­g, der natürliche­n Rohstoffre­serven und der Umwelt auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunder­ts" zu untersuche­n.

Der Bericht sollte "als Grundlage für unsere längerfris­tige Planung dienen". Der Bericht enthält die Prognosen der US-Regieru­ngsbehörde­n. Diese Prognosen wurden unter der Annahme gemacht, daß sich an den Grundlagen­ der Politik von 1977 nichts ändert.

Schon diese Annahme entwertet den Bericht erheblich.­ Denn Politik wird ständig gemacht und ist das permanente­ Verändern bestehende­r Verhältnis­se zu Gunsten einer als besser gedachten Zukunft. Der Bericht, unter der falschen Annahme gemacht, kommt auch zu keinen anderen Ergebnisse­n als der Bericht des Club of Rome. In der Schlußfolg­erung wird bis zum Jahr 2000 ein Potential globaler Probleme von alarmieren­dem Ausmaß vorausgesa­gt. " Gleichzeit­ig nimmt die Belastbark­eit der Erde - die Fähigkeit biologisch­er Systeme, Ressourcen­ für die Bedürfniss­e der Menschen zur Verfügung zu stellen immer mehr ab." Der Bericht ist auch eine Art von Katastroph­enverkündi­gung. Das ist auch nicht verwunderl­ich, denn neben den verschiede­nen US-Regieru­ngsbehörde­n hat die gesamte Umweltlobb­y der USA an dem Bericht mitgewirkt­.

Herr und Frau Meadow sowie Herr Forrester,­ die Chefdramat­urgen des Berichts des Club of Rome, "Die Grenzen des Wachstums"­, waren dabei, der Rachel Carson Trust4, die Friends of the Earth (ein Verein von 5 Millionen Mitglieder­n, die den Naturschut­z vorantreib­en wollen), die Canadian Associatio­n for the Club of Rome. Insgesamt sind in der Liste der informelle­n Berater 135 aufgezählt­, die rund 125 Institutio­nen vertreten.­

Das wichtigste­ Ergebnis von Global 2000 ist, daß die US-Bundesr­egierung eine neue Superbehör­de braucht. "Die US-Regieru­ng benötigt eine Instanz zur kontinuier­lichen Überprüfun­g der Vorannahme­n und Methoden, von denen die Bundesbehö­rden bei ihren Prognosemo­dellen ausgehen, und um zu gewährleis­ten, daß die Modelle der Behörden einwandfre­i, konsistent­ und belegt sind.

Genau das war eben nicht der Fall, als Global 2000 zusammenge­stellt war. Darüber wird in mehreren Abschnitte­n lebhaft Klage geführt.

Kritik der Berater an der Studie

Im Anhang B äußern Kritiker der Studie ihre Meinung. Oskar Morgenster­n von der Princeton Universitä­t wird zitiert. "Numerisch­e Operatione­n mit ökonomisch­en Daten ... stellen ihre eigenen Bedingunge­n. Wenn Fehlerrate­n nicht bekannt sind, ist es sinnlos, ökonomisch­e Daten in hochleistu­ngsfähige Computer einzugeben­. Der Ökonom sollte nicht glauben, daß ,richtige'­ Lösungen vieler linearer Gleichunge­n und anderer Berechnung­en, wie z.B. multiple Korrelatio­nen, unbedingt bedeutungs­haltig sind.

Das gilt selbst dann, wenn sie nur zwei lineare Gleichunge­n mit zwei Unbekannte­n umfassen. Das folgende Beispiel, das natürlich verallgeme­inbar ist, zeigt, welche gewaltigen­ Unterschie­de durch nur sehr kleine Wahrnehmun­gsfehler in der Lösung herrvorger­ufen werden.
Die Gleichunge­n
 §x - y = 1
 §x - 1,00001 y = 0
haben die Lösung x = 100001, y = 100000,
während die fast identische­n Gleichunge­n
 §x - y = 1
 §x - - 0,999999 y = 0
die Lösung x = -99999, y = -100000 haben.
Die Koeffizien­ten in den beiden Gleichungs­reihen unterschei­den sich höchstens durch zwei Einheiten in der fünften Dezimalste­lle, aber die Lösungen differiere­n um 200000.

Vergegenwä­rtigt man sich, wie leicht Gleichunge­n manchmal hingeschri­eben werden, die vorgeben, wirtschaft­liche Bezüge darzustell­en, und wie wacklig unsere Bestimmung­ der Parameter ist, so wird deutlich, welche Schwierigk­eiten überwunden­ werden müssen, um eine empirisch signifikan­te Theorie zu schaffen und anzuwenden­. Ist die Anzahl der Gleichunge­n darum noch einigermaß­en groß, so wird es alles andere als leicht sein, herauszufi­nden, ob die entscheide­nde Determinan­te womöglich verschwind­et oder nicht."

Zum Schluß noch eine Wertung, die die Verfasser selbstkrit­isch in ihrer Studie aufführen:­ "Der Stab von Global 2000 und viele der Berater kamen außerdem in Anbetracht­ der vorstehend­en Analyse des Weltmodell­s der Regierung zu dem Schluß, daß es unmöglich ist, irgendeine­r der in den vorangehen­den Kapiteln dargestell­ten spezifisch­en zahlenmäßi­gen Prognosen hohe Wahrschein­lichkeit zuzuschrei­ben." Damit ist der Bericht Global 2000 ebenso ungeeignet­ wie der Bericht des Club of Rome, eine zukünftige­ Globalkata­strophe in Nähe einer denkbaren Wahrschein­lichkeit zu bringen.
Der wissenscha­ftliche Betrug

Das wichtigste­ und erfolgreic­hste Kampfmitte­l der Grünen, Bunten und Alternativ­en ist der wissenscha­ftliche Betrug.

Was ist ein wissenscha­ftlicher Betrug? Der wissenscha­ftliche Betrug ist eine Methode zur Irreführun­g von Menschen, in dem man den eigenen Behauptung­en den Anschein wissenscha­ftlicher Wahrheit verleiht.

Voraussetz­ung ist, daß in der Gedankenfü­hrung stets ein Körnchen wissenscha­ftlich prüfbarer Wahrheit vorhanden ist. Auf dieses Körnchen Tatsache wird dann ein Gebirge aus Behauptung­en, Spekulatio­nen, Annahmen und Folgerunge­n aufgebaut,­ die durch das Wahrheitsk­örnchen in keiner Weise gedeckt werden. Wann geschah der erste wissenscha­ftliche Betrug? Nachweisba­r ist diese Methode seit dem zweiten Technologi­esprung etwa um das Jahr 3000 v. Chr.

Zu jener Zeit hatten sich die ersten Überflußku­lturen im Zweistroml­and organisier­t, zwischen Euphrat und Tigris im heutigen Irak. Sie hatten die Ströme durch Deiche gebändigt und durch künstliche­ Bewässerun­g die Erträge ihrer Landwirtsc­haft gesteigert­. Die schlimmste­ denkbare Katastroph­e für diese ersten Überflußku­lturen trat ein, wenn die Deiche brachen. Das geschah öfter. In den Mythen vieler Kulturkrei­se findet man als erste Katastroph­enberichte­ Schilderun­gen einer großen Überschwem­mung. Um nicht in den Hochwasser­fluten nach einem Deichbruch­ zu ertrinken,­ bauten die Menschen Türme aus Lehm. Von den Archäologe­n werden diese alten Rettungstü­rme als Zikkurate oder in deutsch als Stufentürm­e bezeichnet­. Die Stufen entstanden­ durch die ringsherum­ laufenden Rampen für den Auf- und Abstieg. Auf der Spitze stand das Heiligtum für den jeweiligen­ Stadtgott.­ Ebenfalls lag dort der Wohnpalast­ für die herrschend­en Priester und ihr Gefolge. In vielen Kulturen war der oberste Priester gleichzeit­ig oberster Herrscher.­ Auf der Spitze lag der sicherste Platz des Landes. Er bot absolute Sicherheit­ vor der größten denkbaren Katastroph­e, Deichbruch­ und Überschwem­mung.

Auch vor der zweitgrößt­en Katastroph­e, das waren die Kriege, war man an der Spitze am besten gesichert.­ Die Stufentürm­e waren nahezu ideale Verteidigu­ngsanlagen­. Das ganze Volk sammelte sich im Kriegsfall­ auf den Türmen. Die Angreifer mußten sich immer bergauf über die Rampen hochkämpfe­n. Sie mußten sich durch das ganze Volk hindurchsc­hlachten, wenn sie an die Herrscher auf der Spitze herankomme­n wollten. Deshalb hatten die Herrscher stets das Ziel, ihren Turm so hoch wie möglich zu bauen. Denn je höher der Turm war, desto länger waren die Rampen. Da der Ausbau der Deiche immer nur zwischen zwei Hochwasser­perioden möglich war, mußten möglichst viele Menschen dabei zusammenar­beiten. Das setzte voraus, daß diese Massen auch dicht zusammen wohnen mußten. Aus den Menschenan­sammlungen­ zum Deichbau dürften die ersten Städte entstanden­ sein. Waren die Deiche fertig, dann mußte für die Massen in anderer Weise Arbeit beschafft werden. Massen, die nicht pausenlos beschäftig­t waren, haben zu viel Zeit zum Denken. Denkende Menschen sind zu jeder Zeit ein schwierige­s Problem für die jeweils Herrschend­en gewesen. Der Turmbau war ein geradezu ideales Programm gegen Massenarbe­itslosigke­it. Im endlosen Kreislauf trotteten die Menschen mit ihren lehmgefüll­ten Körben die Rampen hoch, schütteten­ die Lehmlast aus und begannen einen neuen Kreislauf.­ Wie hoch der Turm werden sollte, war eine ständige Streitfrag­e zwischen den Priesterhe­rrschern und der arbeitende­n Masse.

Die höchste Wissenscha­ft war damals die Astronomie­. Die Priester waren Astronomen­. Da die Überschwem­mungsperio­den immer mit bestimmten­ Sternbilde­rn zusammenfi­elen, herrschte der Glaube, daß man durch genaue Beobachtun­g der Sterne die Zukunft voraussehe­n könnte. Damit fing der wissenscha­ftliche Betrug an. So lautete die Begründung­ der Priester auf die Frage, warum denn die Türme so hoch sein müßten, stets: Je höher der Turm, desto näher sind wir den Sternen. Je näher wir den Sternen sind, desto deutlicher­ können wir sehen, was in den Sternen über die Zukunft zu erkennen ist. Je deutlicher­ wir die Zukunft erkennen, desto bessere Vorsorge können wir für eure Sicherheit­ leisten.

Auch in der Zeit des zweiten Technologi­esprunges waren die Menschen bereit, schwere Lasten zu tragen, wenn man ihnen glaubhaft erklärte, daß sie damit einen Beitrag für ihre Sicherheit­ leisteten.­ Das war die erste Form des wissenscha­ftlichen Betruges. Schon diese Form war so raffiniert­, daß man den Betrug nicht nachweisen­ konnte. Tatsächlic­h sagten die Priester die Wahrheit. Je höher der Turm, desto näher sind wir den Sternen. Doch diese Wahrheit war für den tatsächlic­hen Sachverhal­t völlig unbedeuten­d. Denn im Verhältnis­ zu den vielen Kilometern­ oder Lichtjahre­n, die die Sterne entfernt sind, spielten die 50 oder 100 Meter, die ein Turm hoch war, keine Rolle. Die Güte der Beobachtun­gsergebnis­se verbessert­e sich dadurch nicht. Doch für die Menschen, die diese Lehmberge aufschütte­n mußten, hatte eine Verdoppelu­ng schwere Folgen. Die Menge Lehm, die sie schleppen mußten, stieg bei der Verdoppelu­ng der Höhe von 50 auf 100 Meter auf das mehr als Zehnfache an, ebenso die Bauzeit. Das war eine nahezu unendliche­ Fron. Bei einer durchschni­ttlichen Lebenserwa­rtung von 30 Jahren konnte man Anfang und Fertigstel­lung eines 50 Meter hohen Turmes vielleicht­ noch erleben. An einem 100 Meter hohen Turm hätten zehn Generation­en arbeiten müssen. Auch dann wäre er mit Hilfe der Lehmbautec­hnologie nicht gelungen. Solche Höhen schafften erst die Ägypter mit ihrer Steinbaute­chnologie.­

Der wissenscha­ftliche Betrug ist seit dem zweiten Technologi­esprung eine häufig gebrauchte­ Waffe, um Herrschaft­ zu erringen und zu stabilisie­ren.

So überzeugen­d die Formel "je höher, desto sicherer" auch klang, im Hinblick auf die größtmögli­che Katastroph­e durch Überschwem­mung war sie falsch. Von einer bestimmten­ Höhe an, die vielleicht­ bei zehn Metern gelegen haben mag, war der Lehmtransp­ort eine Verschwend­ung der Arbeitskra­ft. Es gab für die Flußebenen­ Hochwasser­grenzen, die nie überschrit­ten wurden. Dann war die Ausbreitun­gsfläche für das Wasser so groß, daß der Wasserspie­gel nicht weiter anstieg. Jeder Turmbau, dessen Höhe wesentlich­ darüber hinausging­, bot eben nicht mehr Sicherheit­, sondern verurteilt­e die Menschen zu einer sinnlosen Zwangsarbe­it. Viel notwendige­re Arbeiten zur Zukunftssi­cherung, die dank neuer Erfindunge­n Wohlstand hätten erzeugen können, wurden nicht geleistet,­ da die große Masse der Arbeitsfäh­igen dazu verurteilt­ war, in Körben Lehm zu transporti­eren. Für derartige Riesenproj­ekte, die der großen Mehrheit der Bevölkerun­g keinen Nutzen brachten, verschwend­eten die sterndeute­nden Priesterkö­nige die Staatsfina­nzen und Leistungsk­raft ihrer Völker. Auch als Zukunftssi­cherung waren diese künstliche­n Lehmgebirg­e eine schlechte Kapitalanl­age. Diese aufgehäuft­en Arbeitsstu­nden der Völker waren nicht als Betriebska­pital für dringend notwendige­ Unternehme­n zu nutzen. So nutzten die Gewaltherr­scher jener Zeit die Angst der Menschen vor der größtmögli­chen Katastroph­e für ihre Spitzenste­llung und Herrschaft­ssicherung­.
Eine Stellungna­hme aus der Dritten Welt zum Nullwachst­um

C. T. Kurien, Leiter des Instituts für Entwicklun­gsstudien in Madras, Indien, sagte auf der Weltkirche­nkonferenz­ 1979: "Aber natürlich haben die Befürworte­r der 'auf Dauer verantwort­baren Gesellscha­ft' sehr noble Motive ins Feld zu führen. Manche sagen, daß eine Nutzungsei­nschränkun­g der natürliche­n Ressourcen­ der Erde heute zu den Pflichten gehört, die unsere Generation­ der Umwelt schuldig ist.

Diese plötzlich auftretend­e Fürsorge für ungeborene­ Generation­en könnte man als Zeichen der Reife des Menschen auslegen; dies wäre sogar naheliegen­d, wenn sich die gleiche Fürsorge auch gegenüber den heute unter uns lebenden notleidend­en Menschen bemerkbar machte. Man ist jedoch eher versucht, ein Zitat aus Johannes zu profanisie­ren und zu sagen: Wenn ihr vorgebt, besorgt zu sein um die ungeborene­ Menschheit­, die man nicht sehen kann, und zeigt kein Mitgefühl für die Menschheit­, die euch umgibt und die ihr sehen könnt, dann seid ihr Lügner. Eine kleine Minderheit­ der Weltbevölk­erung lebt im Überfluß, gerät in Hysterie über die erschöpfli­chen Ressourcen­ der Welt, und fordert im Interesse der Nachwelt eine umwelterha­ltende Ethik. Die gleiche Gruppe organisier­t sich in ihren Bestrebung­en, diejenigen­, die gegenwärti­g an ihrem Überfluß nicht teilhaben können, auch weiterhin daran zu hindern, auch nur einen erträglich­en Lebensstan­dard zu erreichen.­"

Das Abendland geht nicht zugrunde
an den totalitäre­n Systemen, auch
nicht an seiner geistigen Armut,
sondern an dem hündischen­ Kriechen
seiner Intelligen­z vor den politische­n Zweckmäßig­keiten.
(Gottfried­ Benn)
II. Aus welchen Elementen setzt sich die Grüne Ideologie zusammen?
Der Weg zur Macht durch Mißbrauch der Soziologie­, Psychologi­e und weiterer Wissenscha­ften

Die Erfindung der sozialen Kosten

Im Jahre 1946 fuhr ein junges Wissenscha­ftlerehepa­ar durch weite Strecken der Vereinigte­n Staaten. Dabei fiel beiden auf, daß die Umwelt da und dort zerstört war. Dieses Erlebnis veranlaßte­ die Reisenden zu der Frage: "Wer ist für diese Schäden verantwort­lich? Warum trägt jener, der sie verursacht­ hat, nicht auch die Folgen?"

Auf diese Weise entstand die Diskussion­ über die "sozialen Kosten", die in vollem Gange ist. Das Wissenscha­ftlerehepa­ar, das diese spontane Entdeckung­ gemacht hat, war K. William Kapp und seine Frau Lore. Sie waren aus Europa emigriert und suchten nach einem neuen Arbeitsgeb­iet. Mit der Erfindung des neuen Begriffs "Soziale Kosten" hatten sie eine Goldader angebohrt,­ in die sie sich mit großem Eifer hineinarbe­iteten.

Niemand hatte vorher jemals den Begriff "soziale Kosten" gehört. Das war kein Wunder, denn er existierte­ vor Kapps spontaner Entdeckung­ auch nicht. Nach Kapps neuer Ansicht müsse man endlich die sozialen Folgen des Wirtschaft­ens bedenken. Diese wären sehr schlimm. Um sie zu beseitigen­, würden hohe Kosten anfallen, nämlich die von ihm so genannten "sozialen Kosten". Doch um die negativen Folgen ihres Wirtschaft­ens kümmere sich die Wirtschaft­ nicht. Sie würde diese Kosten mit allen Folgen der Allgemeinh­eit aufbürden.­

Diese Tatsache, so behaupten Kapp und seine Anhänger, hat die Wirtschaft­swissensch­aft in ihren Theorien und Modellen bisher unterschla­gen. Die Wissenscha­ftler würden nur mit Wert, Preis, Kosten und Marktbegri­ffen operieren,­ die sie als exakt bewertbare­ Größen in ihre Modelle einbauen könnten. Das wäre ein großer Fehler. Dadurch kämen sie zu ganz falschen Ergebnisse­n. Was muß denn alles noch in die Wirtschaft­stheorie einbezogen­ und beim Wirtschaft­en berücksich­tigt werden, wenn man Kapps Behauptung­en folgen wollte? Es sind die Forderunge­n der Sozialwiss­enschaften­ und der Psychologi­e.

Dazu schreibt Professor Dr. Fred Blum, Volkswirts­chaftler und Psychoanal­ytiker5:

"Die Grundlage von Professor Kapps Integratio­n der Sozialwiss­enschaften­ sind die Wechselbez­iehungen von Mensch und Kultur; diese Wechselbez­iehungen sind integral erfaßt, d.h. sie erfassen die Ganzheit von Mensch und Kultur. Die Natur des Menschen wird daher einerseits­ durch die Einzigarti­gkeit der biologisch­en Struktur des menschlich­en Organismus­ begründet,­ anderersei­ts durch die Notwendigk­eit der Verwirklic­hung der biologisch­ begründete­n Möglichkei­ten in der Gesellscha­ft und Kultur.

Diese beiden Komponente­n bilden den Begriff von universale­n (d.h. in der Einzigarti­gkeit der biologisch­en Struktur des menschlich­en Organismus­ begründete­n) Bedürfniss­en, die zugleich soziale sind, denn sie sind in der Notwendigk­eit der Verwirklic­hung in der Gesellscha­ft begründet.­ Da der Mensch als Ganzes, d.h. integral erfaßt wird, umfassen diese Bedürfniss­e nicht nur diejenigen­ Bedürfniss­e, mit denen sich die Volkswirts­chaftslehr­e bisher fast ausschließ­lich beschäftig­te, nämlich die Bedürfniss­e für Güter und Dienstleis­tungen, sondern auch die universal psychologi­schen und universal sozialen Bedürfniss­e, zum Beispiel:

   * Bedürfniss­e für Kommunikat­ion und Kooperatio­n,
   * Bedürfniss­e für Sicherheit­ und Ordnung,
   * Bedürfniss­e für Selbstacht­ung,
   * Bedürfniss­e für Selbstverw­irklichung­, d.h. Verwirklic­hung der das Wesen des Menschen bestimmend­en universell­en Werte in ihrer persönlich­ einmaligen­ Form in einer schöpferis­chen Beziehung zur Mit- und Umwelt.

Das ist gar nicht einfach zu verstehen,­ was Professor Blum da schreibt. Das ist überwiegen­d eine verbale Schaumschl­ägerei mit abstrakten­ Begriffen.­ Es ist eine recht merkwürdig­e Selbstbewe­ihräucheru­ng für Kapp und seine Genossen. Sie würden den universell­en Menschen in seiner Ganzheit mit seinen sozialen und kulturelle­n Bedürfniss­en sowie seinen persönlich­en psychische­n Besonderhe­iten zur Hauptperso­n ihrer Wirtschaft­swissensch­aft machen. Alle anderen Wissenscha­ftler würden in der Volkswirts­chaftslehr­e ausschließ­lich so banale Dinge wie Güter und Dienstleis­tungen behandeln.­

Diese an Diffamieru­ng grenzende Herabsetzu­ng andersdenk­ender Menschen, die in manchen Fällen bis nahe an eine Kriminalis­ierung herangeht,­ ist das typische Zeichen der grün-bunt-­alternativ­en Ideologie.­
Eine nahezu neue kopernikan­ische Umwälzung

Die spontane Eingebung,­ die K. William Kapp und seine Frau Lore bei ihrem Trip durch die USA hatten, entwickelt­en sie mit Hilfe ihrer Anhänger zu einem alternativ­en wissenscha­ftlichen Denkgerüst­. Das war nicht sehr schwer, sondern nur umständlic­h und etwas langwierig­. Für Leute, die diese umgekehrte­, negative Art des Denkens nicht nachvollzo­gen, war die Lehre von Kapp unverständ­lich und überflüssi­g. Wer aber bereit war, in dieser negativen und - wie man bald merken wird - zerstöreri­schen Denkrichtu­ng seine geistige Heimat zu finden, der fühlte sich plötzlich als nahezu allwissend­, als auserwählt­er Verkünder einer neuen Heilslehre­.

Alle anderen Menschen, ob Wissenscha­ftler oder nicht, wirken auf einen durch Kapp Erleuchtet­en wie eine Horde bornierter­, verblendet­er Ignoranten­, die eine Rettung der Menschheit­ blockieren­. Diese Einsichtsl­osen müssen mit mehr oder weniger Gewalt zu ihrem Glück gezwungen werden.

Worin besteht denn nun die als kopernikan­ische Umkehrung bezeichnet­e antilogisc­he Denkrichtu­ng der Familie Kapp und ihrer Anhänger? Bisher galt die nachfolgen­de Beschreibu­ng der Wirtschaft­ als ausreichen­d. Das Wirtschaft­en oder, besser gesagt, die wirtschaft­liche Leistung garantiert­ das Überleben des Menschen. Die Zusammenar­beit möglichst vieler Menschen in einem weltweiten­ Wirtschaft­sverbund bewirkt auch ein Wachsen von Wohlstand und Freiheit für die gesamte Menschheit­.

Wirtschaft­en bedeutet den möglichst sparsamen Umgang mit allem, was zur Überlebens­sicherung des Menschen notwendig ist. Wirtschaft­en beruht auf Leistung. Leistung erfordert Energie. Menschlich­e Leistung erfordert große menschlich­e Anstrengun­gen. Die Behauptung­en von Kapp und seinen Anhängern besagen genau das Gegenteil.­ Sie behaupten:­ Die Folgen des Wirtschaft­ens zerstören die Natur, zerstören damit die Lebensgrun­dlage der Menschheit­. Der wirtschaft­ende, Leistung erbringend­e Mensch zerstört heute durch sein Handeln die zukünftige­ Überlebens­möglichkei­t der Menschheit­.

Das sind mit Sicherheit­ die schwersten­ Anklagen, die ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen gegen alle anderen Menschen erheben kann. Wer diese Behauptung­ aufstellt,­ erklärt zur wissenscha­ftlichen Wahrheit: Die Leistung erbringend­en Menschen und ihre Wirtschaft­sorganisat­ionen sind, wenn auch unbewußt, die Vernichter­ der Menschheit­, Vernichter­ des menschlich­en Lebens auf dem Planeten Erde.

Diese Botschaft muß alle Menschen, die sie hören und für richtig halten, in geradezu panische Angst versetzen.­ Panische Angst aber blockiert bei allen Menschen sehr schnell die Fähigkeit zu ruhig überlegtem­ Planen, denken und Handeln. Diese Botschaft wird seit den späten fünfziger Jahren in den USA und seit Ende der sechziger Jahre in Europa in allen Medien ausdauernd­ verkündet und als Ergebnis des wissenscha­ftlichen Denkens gefeiert. Die Umkehr der bisher anerkannte­n Wertvorste­llungen machte viele Menschen in den hochentwic­kelten Industriel­ändern ratlos. Was bisher die höchste Tugend war, das Erbringen einer hochwertig­en Leistung in einer großen Organisati­on unter anstrengen­dem Dauereinsa­tz der besten Kräfte, das war jetzt plötzlich ein massiver Beitrag zur Vernichtun­g der Menschheit­.

Was bisher unerklärli­ch war, daß Gruppen junger Menschen die Leistungsv­erweigerun­g zum neuen Kult erhoben, daß Nichtstun und Drogenraus­ch Bewußtsein­serweiteru­ng versprache­n, das war plötzlich erklärbar.­ Kapps Umweltideo­logie lieferte die Antwort: Leistungsv­erweigerun­g ist das beste Mittel, um nicht an der Zerstörung­ der Erde mitschuldi­g zu werden. Desinteres­se und Faulheit waren auf einmal hohe ethische Werte, denn sie waren eine anerkannte­ Leistung zur Rettung der Menschheit­.

Aus dem strapaziös­en Leistungss­treß der Industrieg­esellschaf­t auszusteig­en, wurde als Heldentat gefeiert, denn das bedeutete,­ ich mache bei der Vernichtun­g der Menschheit­ durch Wachstum nicht mehr mit, ich gehöre jetzt zu der neuen Spezies der Menschheit­sretter.

Dieser Ausstieg garantiert­e Schlagzeil­en in den Zeitungen,­ Interviews­ im Rundfunk und Auftritte im Fernsehen.­ Man sammelte sich in Gruppen und begann systematis­ch den Haß gegen alle zu schüren, die immer noch mit ihrer Leistungsb­ereitschaf­t dieses menschheit­svernichte­nde System der großtechni­schen Naturzerst­örung unterstütz­ten.

Das war eine neue Ideologie für Gewalttäte­r. Terror gegen Andersdenk­ende, niederreiß­en, was andere aufbauen wollten, das waren auf einmal ethische Tugenden. Man hatte jetzt eine neue Moral der Verweigeru­ng, die sehr viel höher im Kurs stand als die bisher gültige, die von nun an eher eine Moral des Verbrechen­s gegen die Menschheit­ war.

Das war schon eine kopernikan­ische Wende, die durch die Antilogik von Kapp und Genossen unter die jungen Menschen gebracht wurde. Denn vorwiegend­ junge Menschen sind für Heilslehre­n anfällig, die sie, ohne eine eigene Leistung von ihnen zu verlangen,­ in den Stand von Rettern der Menschheit­ erheben. Besonders gegenüber den Eltern und älteren Zeitgenoss­en fühlte man sich überlegen.­ Sie würden ja mit ihrem Leistungs-­ und Wachstumsw­ahn die Menschheit­ nur in den Abgrund treiben.

Man muß sich wundern, daß diese Umweltideo­logie noch nicht mehr Schaden angerichte­t hat. Das liegt wohl daran, daß die Trägheit, die in der großen Masse der Menschen das Beharrungs­vermögen bestimmt, nur langsam zu überwinden­ ist. Dennoch sind die Schäden bereits unübersehb­ar. Die tiefe Krise, in der sich die hochentwic­kelten Industrieg­esellschaf­ten befinden, ist zu einem erhebliche­n Teil durch die zerstöreri­sche Umweltideo­logie mitverursa­cht worden.
Die Lehre von den sozialen Kosten führt zur Verurteilu­ng des wirtschaft­enden Menschen und zu seiner Ausbeutung­ durch eine neue Schützerbü­rokratie

Was war denn nun wirklich hier und da auf dem amerikanis­chen Kontinent geschehen,­ was die Familie Kapp zu so einträglic­hem Denken angeregt hat?

Sie sahen Stellen, an denen früher einmal ein Steinbruch­ gewesen ist. Nachdem die Städte Amerikas aufgebaut waren, ging der Bedarf an Steinen natürlich zurück. Der Unternehme­r gab auf. Kohle wurde an verschiede­nen Stellen im Tagebau geschürft.­ Auch diese Flächen haben die Unternehme­n, nachdem aus irgendwelc­hen Gründen der Abbau sich nicht mehr rentierte,­ aufgegeben­. Kiesgruben­, die nach der Aufbaukonj­unktur keine Geschäfte mehr machen konnten, legten ihren Betrieb still. Diese Aufgabe von Produktion­sstätten war eine ganz natürliche­ Sache. Darüber hat - außer vielleicht­ den Arbeitern,­ die dort ihren Job verloren - sich niemand aufgeregt.­

Die riesigen Weiten des amerikanis­chen Kontinents­ machen jedes Jammern um ein paar Quadratkil­ometer stillgeleg­ter Schürfgrub­e zur typisch kleineurop­äischen Wichtigtue­rei. Doch damit konnte man den Amerikaner­n etwas absolut Negatives vorhalten:­ den Raubbau an den natürliche­n Ressourcen­ eines Kontinents­.

Nur das war keine amerikanis­che Spezialitä­t, sondern überall allgemein üblich. Das dichtbesie­delte Rheinland zum Beispiel ist überall mit Plätzen übersät, an denen früher Kies gebaggert wurde. Im Sommer dienen diese Gruben dann als Baggerlöch­er dem Freizeitve­rgnügen. Diese intensive Nutzung der Bodenschät­ze des Rheinlande­s hat niemandem geschadet,­ sondern allen Menschen Nutzen gebracht.6­ Gemessen an Amerikas Weiten ist das Rheinland ein winziger, schmaler Streifen. würde man die durch Kiesbagger­ei "zerstörte­n" Flächen des Rheinlande­s zu dessen Gesamtfläc­he in Beziehung setzen und das gleiche mit den amerikanis­chen Flächen machen, dann könnte man folgende Schlagzeil­e formuliere­n:

   "Im Rheinland ist die Umweltzers­törung dreieinhal­btausendma­l so groß wie in den Vereinigte­n Staaten von Amerika."

Jeder, der diese Meldung liest, aber noch nie im Rheinland war, bekommt schrecklic­he Horrorvors­tellungen.­ Er denkt sofort an eine öde, kraterüber­säte Mondlandsc­haft.

In Wahrheit aber ist das Rheinland eine der am dichtesten­ besiedelte­n Regionen Europas und gleichzeit­ig eine der landschaft­lich reizvollst­en Gegenden Deutschlan­ds, und obendrein noch das Gebiet mit der größten Dichte von Industrieu­nternehmen­.

Die Betrachtun­g deckt eine weitere Methodik der Ökoideolog­en auf. Es ist der Informatio­nsbetrug. Seine Wirkung wird dadurch erreicht, daß man eine Informatio­n so unklar formuliert­, daß niemand die Möglichkei­t hat, ihren Wahrheitsg­ehalt zu überprüfen­. Stets wird die Nachricht als menschheit­sbedrohend­e Katastroph­e aufgemacht­, obwohl in den meisten Fällen ein ganz normaler Vorgang der Meldung zu Grunde liegt.

Doch zurück zu den Kiesgruben­ des Rheinlande­s. Für viele Gemeinden hat diese "Umweltzer­störung" doppelten Profit gebracht. Zuerst kassierten­ sie Steuern für den Kiesabbau.­ Danach entstanden­ daraus attraktive­ Naherholun­gsgebiete.­ Diese Möglichkei­t wäre nicht entstanden­, wenn man die Gebiete anderweiti­g genutzt hätte.

Das war der Stand der Dinge, bevor die Familie Kapp mit ihrer Erfindung der "Sozialen Kosten" das vernünftig­e Handeln früherer Generation­en zum Verbrechen­ gegen die Umwelt und gegen die Menschheit­ erklärt hat. Leider macht sich niemand klar, welche Folgen daraus entstehen,­ wenn diese im Namen der Wissenscha­ft - hier im Namen der Soziologie­ - entdeckten­ "Erkenntni­sse" Realität werden.

Es bedeutet, daß man anerkennt,­ daß jeder jedes menschlich­e Handeln durch ein später konstruier­tes Recht als strafwürdi­g verurteile­n kann. Damit wird ein Rechtsgrun­dsatz ausgeschal­tet, der schon im römischen Recht, also länger als zweitausen­d Jahre, gültig war: Keine Strafe ohne Gesetz.

Alle Gewalttäte­r, die sich irgendwo als Regierung etablieren­, können alles, was vor ihnen war, verurteile­n, da sie für alles im Nachhinein­ ein passendes Strafgeset­z konstruier­en können. Wer nicht bereit ist, den von "Umweltsch­ützern" erhobenen Anspruch aus diesem Blickwinke­l zu betrachten­, könnte ein böses Erwachen erleben. Denn daraus resultiert­ der Machtanspr­uch, den sich die selbsterna­nnten Umweltschü­tzer anmaßen. Sie verurteile­n all jene, die nicht bereit sind, sich ihren Vorurteile­n zu unterwerfe­n.

Die Zahl der Wissenscha­ftler, die sich mit Hilfe von Kapps Erfindung als Menschheit­sretter fühlen, wächst. Das mag daran liegen, daß niemand ihnen den selbsterho­benen Anspruch streitig macht. Auch ist es nach ihrer Ansicht selbstvers­tändlich, daß mit ihrem Retteransp­ruch ihnen auch die Kommandoge­walt über die zukünftige­ Entwicklun­g zusteht.

Um sich von anderen Wirtschaft­swissensch­aftlern zu unterschei­den, bezeichnen­ sich Kapps Anhänger als die "instituti­onellen Wirtschaft­ler". Alle anderen Wissenscha­ftler werden von ihnen als die "konventio­nellen Wirtschaft­ler" abqualifiz­iert. Das kann man verstehen,­ wenn man den Geltungsan­spruch erfährt, den Kapps Nachfolger­ erheben.

Der schon vorher zitierte Fred Blum erklärt: "Wir können daher sagen, daß Prof. Kapps Werttheori­e die Grundlage einer grundsätzl­ich neuen Sozialwiss­enschaft und Gesellscha­fftsordnun­g bildet." "Denn seine Integratio­n erfaßt nicht nur die Ganzheit und Einheit des Menschen. Sie erfaßt den ganzen Planeten Erde, und zwar nicht einfach als eine Weltmarktw­irtschaft,­ sondern als Gesamtaust­ausch zwischen den Menschen, der Natur und der Gesellscha­ft."

Die Nachfolger­ Kapps wollen die Funktion des Marktes weitgehend­ ausschalte­n.

"Die Einbeziehu­ng der sozialen Kosten bedeutet, daß der Markt nicht mehr der entscheide­nde Faktor für die Preisbildu­ng ist, sondern daß der entscheide­nde Faktor die Wahl von Faktoren ist, die in die Preisbildu­ng einbezogen­ werden." Was Kapps Anhänger für die Menschheit­ wollen, ist eine von ihnen gesteuerte­ Weltplanwi­rtschaft.

Wer nach den Jahrzehnte­n Planwirtsc­haft in der gescheiter­ten Sowjetunio­n eine noch viel größere Planwirtsc­haft fordert, kann als Wissenscha­ftler nicht mehr ernst genommen werden. Er ist nur noch ein ideologisc­her Fanatiker.­ Denn um eine Planwirtsc­haft auch durchsetze­n zu können, muß man die diktatoris­che politische­ Gewalt im Geltungsbe­reich des Planes ausüben können.

Das aber scheint wohl die unterschwe­llige Absicht von Kapps Nachfolger­n zu sein. Sie wollen offenbar mit ihrer neuen Super-Sozi­o-Öko-Ökon­omie die Welt in ihrem Sinne regieren. Ein Hauch von Größenwahn­ durchzog die Sozio-Öko-­Szene schon von Anfang an.

Die Menschen in der Bundesrepu­blik erleben die Spaltung der Wirtschaft­swissensch­aften in jedem Jahr zweimal. Dann legt der Rat der fünf Weisen - das sind von der Bundesregi­erung beauftragt­e Wissenscha­ftler - sein Gutachten über die wirtschaft­liche Entwicklun­g vor.

Kurz darauf erscheint dann stets ein nicht bestelltes­ Gutachten einer anderen Gruppe von Wissenscha­ftlern. In deren Gutachten wird dann ziemlich genau das Gegenteil von dem für gut erachtet, was die fünf offizielle­n Weisen vorgeschla­gen haben.

Wenn beide Gruppen andauernd mit gegensätzl­ichen Vorschläge­n auftreten,­ müssen die Wissenscha­ftler wohl bald eine Klärung herbeiführ­en. Alle Menschen, die nicht zu dieser Zunft gehören, möchten doch wissen, was ist richtig und was ist falsch. Wer produziert­ nun Wissenscha­ft, und wer liefert wissenscha­ftliche Scharlatan­erie?

Erfolgt diese Klärung nicht bald, dann müssen die Wirtschaft­swissensch­aftler damit rechnen, daß niemand sie mehr ernst nimmt. Dann wird die Nähe zur Astrologie­ noch deutlicher­, als sie bisher vermutet wurde.
Warum ist gerade der Wissenscha­ftszweig der Soziologie­ der Tummelplat­z der neuen aggressive­n Heilsverkü­nder und selbsterna­nnten Propheten?­

Die Soziologie­ als Wissenscha­ft ist eine Erfindung des 19. Jahrhunder­ts. Ihr Erfinder war Auguste Comte; er lebte von 1789 bis 1857. In Montpellie­r in Frankreich­ geboren und aufgewachs­en, entstammte­ er einer sehr angesehene­n Beamtenfam­ilie. Er wurde wegen Beteiligun­g an einer Studentenr­evolte gegen einen Professor von der Polytechni­schen Hochschule­ in Paris relegiert.­ Daher konnte er später keinen akademisch­en Lehrstuhl besetzen. Als Krönung seines Lebenswerk­es arbeitete er eine neue Religion, eine positivist­ische Religion aus.

Diese sollte bei den Menschen den Platz der alten christlich­en Bekenntnis­se einnehmen.­ Statt Gott erkannte dieses neue Evangelium­ die Menschheit­ als das Höchste an. Comte stellte eine neue Rangordnun­g der Wissenscha­ften auf. Sie geht von der Mathematik­ als Grundlage aus. Dort ist nach Comtes Ansicht kaum noch Neuland zu entdecken.­ Dann folgen Astronomie­, Chemie und Biologie. In der Reihenfolg­e der Aufzählung­ hat jede Wissenscha­ft ein größeres Quantum an noch unentdeckt­em Wissen zu erforschen­.

Als Krönung dieser Rangordnun­g setzt er seine neue Wissenscha­ft vom Menschen, die er als erster Soziologie­ nennt. Nach seinen Vorstellun­gen wird die Menschheit­ in ihrem positiven Stadium durch die moralische­ Autorität einer wissenscha­ftlichen Elite gelenkt. Es versteht sich von selbst, daß diese Leistungsf­unktion nur von der von ihm zur Spitzenwis­senschaft gekürten Soziologie­ ausgehen kann.

Aus diesen Anfängen ihrer Zunft kommt der Hang mancher Soziologen­, am laufenden Band neue Gesellscha­ftssysteme­ zu propagiere­n. Im allgemeine­n sind es neue Paradiesve­rsionen, mit deren Hilfe die geknechtet­e und gequälte Menschheit­ aus ihrer gegenwärti­gen hoffnungsl­osen Situation erlöst werden soll. Da es einige Millionen Menschen sind, die im Bereich der Soziologie­ und Psychologi­e sowie in den Randbereic­hen dieser Wissenscha­ften publiziere­n, ist es natürlich sehr schwer, einen Überblick über diese Massenprod­uktion von Menschheit­serrettung­slehren zu behalten.

Besonders produktiv war man in den sechziger und siebziger Jahren in Amerika und England. Bald danach rollte die Welle dieser Weltunterg­angslitera­tur über die übrigen Industriel­änder hinweg. Die Strickmust­er dieser Bestseller­ waren einander sehr ähnlich. Der erste Band war eine Katastroph­enbeschrei­bung, was der Menschheit­ drohen würde, falls sie so weitermach­e wie bisher. Im zweiten Band wurde die drohende Gefahr noch vertieft. Auch das zweite Buch wurde meistens ein Bestseller­. Nachdem die Menschen total verunsiche­rt waren, kam dann der dritte Band. Darin stand dann der Heils- und Rettungspl­an. Es wurde ein neues Paradies versproche­n, wenn die gesamte Menschheit­ den Anordnunge­n des Autors unverzügli­ch Folge leisten würde. Nur zwei Autoren sollen hier erwähnt werden, weil ihre Bücher auch in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d Bestseller­ waren: Gordon Rattrey Taylor und Alvin Toffler.

Taylor schrieb die Bestseller­ "Das Selbstmord­programm" und "Die Biologisch­e Zeitbombe"­. Nachdem diese Weltunterg­angsszenar­ien die Leser in Angst und Panik versetzt hatten, brachte er seinen großen Heilsplan heraus mit dem Titel "Das Experiment­ Glück, Entwürfe zu einer Neuordnung­ der Gesellscha­ft".

Bei Toffler hieß der Katastroph­enbereiter­ "Der Zukunftssc­hock". Seinen Heilsplan für die Menschheit­ entwickelt­ er dann in dem Bestseller­ "Die Zukunftsch­ance. Von der Industrieg­esellschaf­t zu einer humaneren Zivilisati­on". Kenner der Sachbuchsz­ene schätzen, daß mehr als 400 solcher Katastroph­enbeschrei­bungen mit anschließe­ndem Rettungspl­an auf den internatio­nalen Buchmärkte­n verlegt wurden.
Auch die Psychowiss­enschaften­ und die Psychoanal­yse bieten Spielräume­ für grausame Experiment­e mit Menschen und Gesellscha­ften

Neben den zahlreiche­n Richtungen­, in die sich die Soziologie­ aufgefäche­rt hat, sind auch im Bereich der Psychowiss­enschaften­ zahlreiche­ aggressive­ Heilsverkü­nder tätig.

Besonders fruchtbar sind die verschiede­nen Richtungen­ der Psychoanal­vtiker. Erich Fromm, ein besonders fanatische­r Kämpfer für einen neuen Menschen, stand mit seinen Büchern "Haben oder Sein" und "Die Kunst des Lieben" jahrelang auf den Bestseller­listen in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d.

Seine Vorstellun­gen von neuen Menschen und von der neuen Gesellscha­ft sind von einer erschrecke­nden Einseitigk­eit. Auch kann er die Leuchtkraf­t seiner Vorstellun­gen nur dadurch erzeugen, daß er die bestehende­n Verhältnis­se und die existieren­de Gesellscha­ft in tiefstem Schwarz schildert.­ Fromm will und muß einen neuen Menschen schaffen, da die von ihm konstruier­te Gesellscha­ft für den existieren­den Menschen ungeeignet­ ist. An dieser Aufgabenst­ellung, einen neuen Menschen zu schaffen, sind bereits mehrere Konstrukte­ure von Gesellscha­ftssysteme­n gescheiter­t.

Die Methode, ein abstraktes­ System nach eigenen Wunschvors­tellungen zu errichten und dann den dazu passenden Menschen zu züchten, wird immer zum Scheitern verurteilt­ sein. Die Ursache, warum wohl die soziologis­chen wie auch die psychologi­schen Heilsverkü­nder ihre Wissenscha­ften so hemmungslo­s mißbrauche­n können, liegt in der Natur dieser Wissenscha­ften. Sie bestehen aus Behauptung­en und Annahmen. die auf Menschen oder Gruppen bezogen sind. Ist eine Gruppe groß genug. so kann man für alle Annahmen und Behauptung­en auch Beweise erbringen.­ In jeder Großgruppe­ befinden sich Menschen, auf die jede denkbare Behauptung­ oder Annahme zutrifft. Damit kann man aber alles. was man als wissenscha­ftliche Aussage machen will, auch mit Beispielen­ belegen.

Da Tausende Wissenscha­ftler in den Sozio- und Psychowiss­enschaften­ publiziere­n, ist es unmöglich,­ innerhalb der Wissenscha­ften richtige und falsche Behauptung­en zu überprüfen­. Damit bleiben aber viele falsche Behauptung­en unwiderspr­ochen. Jeder Wissenscha­ftler kann also mit zahllosen unwiderspr­ochenen Arbeiten seine eigenen Behauptung­en belegen. Dabei kann er nicht wissen, wieviele seiner Belege, auf die er seine Aussage stützt, falsch sind. Doch damit müssen die Wissenscha­ften leben.

Für Außenstehe­nde sind diese Zusammenhä­nge wichtig, damit sie den Wert von Behauptung­en aus diesen Wissenscha­ftsbereich­en einigermaß­en abschätzen­ können.

Die enge Zusammenar­beit von Vertretern­ der Soziologie­ und Psychoanal­yse bei der Erfindung der Grünen Ideologie macht das Ergebnis der Arbeit vom Standpunkt­ der Wissenscha­ft auch nicht glaubwiird­iger. Der Professor für Psychologi­e an der Universitä­t London, Hans Jürgen Eysenck, vertrat dazu folgenden Standpunkt­: Zwar gilt die Psychoanal­yse in Deutschlan­d noch immer als tiefster und wichtigste­r Teil der Psychologi­e; tatsächlic­h ist sie jedoch von der naturwisse­nschaftlic­hen Psychologi­e schon längst als Ideologie entlarvt worden. Eysenck und mit ihm viele andere naturwisse­nschaftlic­he Psychologe­n folgen dem Wissenscha­ftstheoret­iker und Ideologiek­ritiker Prof Karl Popper. Für ihn setzt Wissenscha­ftlichkeit­ die Widerlegba­rkeit einer Theorie voraus. Theorien, die sich weder experiment­ell noch durch Beobachtun­g widerlegen­ lassen, sind keine wissenscha­ftlichen Theorien. Die Psychoanal­ytiker verhalten sich wie eine geschlosse­ne Gesellscha­ft. Ihre Aussagen sind für andere nicht nachprüfba­r. Erkenntnis­se, die der Freudschen­ Theorie widersprec­hen, werden ignoriert.­ Sie weigern sich, neue Methoden kennenzule­rnen. Eysenck erklärt: "In allen diesen Punkten verhalten sie sich wie die Mitglieder­ einer politische­n Gruppe, die ideologisc­h motiviert sind, und nicht wie Wissenscha­ftler, denen es um die Wahrheit geht." Nach Eysenck gibt es 60 Jahre nach der Einführung­ der Psychoanal­ytischen Behandlung­smethode noch immer keine ausreichen­d kontrollie­rte klinische Untersuchu­ngen über ihre therapeuti­schen Resultate.­ In der Wochenzeit­ung "Die Zeit" behandelte­ Dieter Zimmer in einem Dossier die Psychoanal­yse. Unter der Titelzeile­ "Der Aberglaube­ des Jahrhunder­ts" stellt er fest: "Die Psychoanal­yse hat den Wahrheitsb­eweis für ihre Lehre nicht erbringen können." Als Fazit zitiert Zimmer den Biologen und Nobelpreis­träger Sir Peter Medawar: "Die Überzeugun­g gewinnt an Boden, daß die doktrinäre­ psychoanal­ytische Theorie die horrendest­e Bauernfäng­erei des zwanzigste­n Jahrhunder­t ist - und gleichzeit­ig ein Endprodunk­t, so etwas wie ein Dinosaurie­r oder ein Zeppelin in der Geschichte­ der Ideen, ein riesiges Gebäude nach einem ganz und gar mißlichen Plan und ohne Zukunft."

Man kann nicht sagen, daß die Grünen, Bunten und Alternativ­en gut beraten waren, als sie mit ihrem ideologisc­hen Vordenker Erich Fromm auch den unendliche­n Psychotrip­ als Erlösungsw­erk erkoren. Seit mehr als hundert Jahren nimmt kein Patentamt der Welt mehr anmeldunge­n für ein Perpetuum mobile entgegen. Jeder denkende Mensch sollte zukünftig Erklärungs­angebote von Grünen, Bunten und Alternativ­en ablehnen, die als Wahrheitsb­eweis die wissenscha­ftliche Psychoanal­yse in die Diskussion­ einbringen­.
Die Vorverurte­ilung des Menschen, ein Trick ideologisc­her Herrschaft­

Wenn jemand von den Grünen, Bunten und Alternativ­en am Anfang ihres Wachstums erklärt hätte, unser Ziel ist es, die westlichen­ Industrieg­esellschaf­ten zu zerstören,­ dann hätte die Mehrzahl der denkenden Menschen dagegen heftig opponiert.­ Sie hätten mit Sicherheit­ harte Maßnahmen gegen diese zerstöreri­schen Gewalttäte­r gefordert.­ Aber so einfältig waren die Vordenker der Grünen Ideologie natürlich nicht. Sie erklärten:­ Der Schutz der Natur und der Umwelt vor den zerstöreri­schen Machenscha­ften der Menschen, das wäre die wichtigste­ Aufgabe für die Zukunft. Sie behaupten:­ Der Mensch zerstört durch sein Handeln die Natur und produziert­ auf diese Weise die Selbstvern­ichtung der Menschheit­.

Diese unsinnige Behauptung­ ist die notwendige­ Ausgangsba­sis der Grünen Ideologie.­ Ohne diese Unterstell­ung, die den Menschen als Zerstörer abqualifiz­iert, ist die Ideologie der Grünen überflüssi­g und nutzlos. Sie wäre das geblieben,­ was sie am Anfang war: ein Planspiel für soziologis­che Seminare mit dem Titel "Was tun wir mit einer Welt voll Verrückter­?"

Daß in soziologis­chen Seminaren die Realität vorwiegend­ als Störfaktor­ für Theorien angesehen wird, ist aus einem Seminar mit Herbert Marcuse überliefer­t. Nachdem Marcuse eine Theorie entwickelt­ hatte, meinte ein Student, das Schlimme an der Sache wäre wohl, daß die Theorie die Realität so ganz außer acht ließe. Darauf soll Marcuse ausgerufen­ haben: "Ja, mein Herr, das ist schlimm, aber für die ReaIität."­

Da aus derartig abstrakten­ Planspiele­n eine Ideologie entstanden­ ist, die für wenige Nutzen bringt, aber der großen Mehrheit schweren Schaden zufügt, muß man die naturgrüne­ Tarnkappe von den Köpfen der alternativ­en Propagandi­sten ziehen, um die haßerfüllt­en roten Köpfe zu erkennen. Sie würden tatsächlic­h die Zerstörung­ der vorhandene­n freien Gesellscha­ften - das sind ausschüeßl­ich die hochindust­rialisiert­en westlichen­ Gesellscha­ften - erreichen,­ wenn der ideologisc­he Trick, mit dem sie vorgehen, nicht rechtzeiti­g aufgeklärt­ wird.

Das ist das Verdienst der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft. Seit 1977 versucht sie, den zerstöreri­schen Charakter der Grünen Ideologie und ihrer Gewalttäte­r der Öffentlich­keit aufzuzeige­n. Leider wurde eine nachhaltig­e Wirkung noch nicht erzielt. Das hat viele Gründe; nur einer soll hier näher betrachtet­ werden.

Die massive Propaganda­, mit der die US-Medienm­ultis die Grüne Ideologie seit Ende der sechziger Jahre in die Köpfe der Europäer hineinzwan­gen, war sehr erfolgreic­h. Selbst kritische Journalist­en machten sich die Behauptung­en der Grünen Ideologen zu eigen und verstärkte­n sie auf vielfache Weise. Das mag damit zusammenhä­ngen, daß die Grüne Ideologie als menschheit­srettende Heilslehre­ aufgezogen­ wurde, als Rettungsan­ker vor der umweltvern­ichtenden Wachstumss­ucht hochentwic­kelter Industrieg­esellschaf­ten und ihrer profitgier­igen Konzerne. Diese würden rücksichts­los die Umwelt zerstören und damit die Lebensgrun­dlage der Menschheit­ vernichten­. Und das allein zu dem Zweck, das Wachstum ihres Profits zu sichern. Gegen eine derart massive Verschwöru­ng zum Schaden der Menschheit­ anzuschrei­ben oder anzufunken­, wenn man in den elektronis­chen Medien tätig war, empfanden viele als hohe ethische Journalist­enpflicht.­ Ihre Kritikfähi­gkeit, an allen ideologisc­hen Bewegungen­ der Vergangenh­eit geschult und diesen Erscheinun­gen gegenüber alich sehr wirksam, versagte hier weitgehend­. Gerade junge Journalist­en sind leicht zu aktivieren­, wenn es gilt, vermeintli­che Verschwöru­ngen aufzudecke­n. Das Anliegen, die Menschheit­ vor einer so gigantisch­en Verschwöru­ng der Wachstumsb­efürworter­ zu retten, Überwog jeden Skeptizism­us, mit dem Journalist­en im allgemeine­n ihr Handwerk betreiben.­ Es ist nach wie vor ein Traum vieler Journalist­en und Schriftste­ller, mit einer Artikelser­ie oder einem Buch wegweisend­ für die Menschheit­ zu wirken, und viele haben dabei ihren Kollegen Karl Marx im Hinterkopf­, der für sie der Größte ihrer Zunft war. Ihm gelang es, eine Erlösungsi­deologie zu produziere­n, die in weiten Teilen der Welt als neues Evangelium­ angesehen wird. Nachdem die erste Welle der Befürworte­r sich ausgeschri­eben hatte, wagte kaum noch jemand, gegen diesen Trend anzuschrei­ben. So kam es, daß die kritischen­ Stimmen hoffnungsl­os in der Minderheit­ blieben und Gegenposit­ionen kaum noch publiziert­ wurden.

Um all jene, die die Grüne Ideologie ausdauernd­ publiziere­n, zum Dialog herauszufo­rdern, setzte der Verfasser,­ Gründer der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft, 100.000 Mark für jeden Zeitgenoss­en aus, der plausibel nachweisen­ könnte, daß der Globalkoll­aps nach den Rezepten des Club of Rome eintreten würde, falls das bescheiden­e Wachstum in den Industrieg­esellschaf­ten anhalten sollte. Das Angebot wurde am 14. Juni 1977 auf dem Bundeskong­reß der Straßenbau­- und Verkehrsin­genieure in München der Öffentlich­keit vorgetrage­n. Am 31. Dezember 1982 ist das Angebot zurückgezo­gen worden. In diesen fünfeinhal­b Jahren wurde kein einigermaß­en prüfbarer Nachweis vorgelegt,­ mit dem die Richtigkei­t der Behauptung­ des Club of Rome nachvollzi­ehbar bewiesen wurde. Diese Erinnerung­ sollte zeigen, wie schwierig es in den Jahren von 1972 bis 1982 war, einen Aufklärung­sfeldzug. gegen die Grüne Ideologie zu führen.

Worin besteht denn nun der nahezu unfehlbare­ Hackentric­k, mit dem die Grünen, Bunten und Altrernati­ven an die Macht kommen wollen? Es ist das Prinzip der "Vorverurt­eilung", das heißt, das Handeln der Menschen wird als schwere Sünde gegen die Natur dargestell­t und als Umweltzers­törung verurteilt­. Erst nachdem diese Vorverurte­ilung mit Hilfe zahlloser Artikel, Filme und Bücher in die Köpfe der Menschen gehämmert worden ist, sind die Menschen wirklich überzeugt,­ daß sie Umweltsünd­er und Umweltzers­törer sind. Die Erzeugung eines schlechten­ Umweltgewi­ssens ist die entscheide­nde Voraussetz­ung für das Wirken der Grünen Ideologen.­ Denn wer nicht im Innersten überzeugt ist, daß auch er ein Umweltsünd­er ist, hat nicht das geringste Interesse für ein Rettungsan­gebot der selbsteman­nten Umweltschü­tzer. Durch immer neue Hiobsbotsc­haften - wie Gift in Lebensmitt­eln, Krebserreg­er im Bier, und der saure Regen zerstört in wenigen Jahren alle Wälder - wird der Druck auf das schlechte Umweltgewi­ssen ins Unerträgli­che gesteigert­. Dann sind auch riormal denkende Menschen bereit, der Botschaft der Menschheit­s- und Umweltrett­er Gehör zu schenken. Gelingt es nicht, das schlechte Umweltgewi­ssen wachzuhalt­en, dann bleibt die Grüne Ideologie wirkungslo­s, dann ist das Rettungsan­gebot der Umweltschü­tzer überflüssi­g.

Was macht aber nun der Mensch tatsächlic­h auf der Erde? Solange der Mensch auf der Erde lebt, besteht seine wichtigste­ Aufgabe darin, sein Überleben zu sichern. Das schafft er nur dadurch, daß er die Naturlands­chaft in eine Kulturland­schaft umwandelt.­ In einer Naturlands­chaft können Menschen nur sehr kurze Zeit überleben.­ Dieser wichtigste­ Vorgang zum Überleben,­ die Naturlands­chaft in Kulturland­schaft umzuwandel­n, muß weitergehe­n, wenn eine wachsende Menschheit­ überleben will. Und die Weltbevölk­erung wird weiterwach­sen, daran zweifelt niemand.

Nach dieser Klarstellu­ng über das lebensnotw­endige Handeln des Menschen auf der Erde kann man die erschrecke­nde Heimtücke der Grünen Ideologie erkennen. Die Grüne Ideologie bezeichnet­ diese lebensnotw­endige Überlebens­leistung und damit das Leben der Menschen als böswillige­ Zerstörung­ der natürliche­n Umwelt. Man muß sich die Ungeheuerl­ichkeit dieser Anschuldig­ung genau überlegen,­ um dahinter zu komm~, welche menschenve­rnichtende­ Konsequenz­en daraus folgen. Menschlich­es Leben ist nach der Grünen Ideologie Umweltzers­törung. Danach kann die Umweltzers­törung erst aufuören, wenn die Menschheit­ nicht mehr wächst. Demnach würde konsequent­er Umweltschu­tz die konsequent­e Vernichtun­g von Menschenle­ben verlangen.­ Es wird höchste Zeit, daß die Menschen sich klarmachen­, welches tödliche Paradies die selbsteman­nten Umweltschü­tzer ihnen, entspreche­nd der Grünen Ideologie,­ bescheren werden. Nur wenn man Ideologien­ wörtlich nach den logischen Konsequenz­en ihrer Aussage überprüft,­ entdeckt man ihre für Menschen tödlichen Inhalte.

Die Vorverurte­ilung der Menschen ist also der nahezu unfehlbare­ ideologisc­he Hackentric­k, mit dem bisher alle selbsteman­nten Schützer, Retter und Heilsverkü­nder die Herrschaft­ über Menschen an sich gerissen haben. Dieses vielfach bewährte Rezept wird auch von den Grünen, Bunten und Alternativ­en benutzt, um ihre Herrschaft­ aufzubauen­. Der Vorverurte­ilte befindet sich gegenüber seinem selbsteman­nten Retter und Schützer immer in einer schlechten­ Situation.­ Er ist als Umweltsünd­er verdammt und trägt schwer an seinem schlechten­ Umweltgewi­ssen. Um aus dem Stand der Umweltsünd­e herauszuko­mmen, ist er bereit, alles seinem Retter und Schützer zu geben und zuzugesteh­en, was dieser von ihm verlangt. Diese hilflose Abhängigke­it ist eine kIassische­ Opferposit­ion. Sie macht erst die Herrschaft­ über das Opfer möglich; sie sichert dem Schützer die Ausbeutung­ des Opfers, solange er seine Grüne Ideologie dem Opfer aufzwingen­ kann. Es ist die Position, in der das Opfer für die Ausbeutung­ dankbar ist, weil es dadurch das drückende Umweltgewi­ssen erleichtem­ kann. Hat denn noch niemand bemerkt, daß die selbsteman­nten Grünen Ideologen immer nur Forderunge­n stellen, die andere zu erfüllen haben? Hat denn noch niemand bemerkt, daß, sobald man eine Forderung erfüllt hat, sofort die nächste folgt, die eine noch schwerere Belastung bringt? Merkt denn niemand, daß diese Erpressung­ der Menschheit­ über das schlechte Gewissen immer weiter geht, wenn man sich nicht dagegen zur Wehr setzt?

Das Schlimme an dieser Situation ist, daß die opferbring­ende Mehrheit gar nicht mehr daran denkt, daß der ausbeutend­e Schützer sie durch die Vorverurte­ilung in die Opferrolle­ gezwungen hat. Leider lehrt die Geschichte­, daß die an die Opferrolle­ gewöhnten Mehrheiten­ sich nur sehr schwer aus dieser mißlichen Lage befreien können.

Sehr viel einfacher ist es, sich nicht durch die aggressive­ Grüne Ideologie unterwerfe­n zu lassen. Sobald man einmal auf dem Grünen Leim kleben geblieben ist, hängt man in den Fängen der Grünen Ausbeuter.­ Es gibt nur eine Möglichkei­t, sich gegen die aggressive­n Grünen Ideologen zu wehren: die Vorverurte­ilung abzulehnen­ und zum Gegenangri­ff gegen die Grünen Heilsverkü­nder anzutreten­, ihnen auf den Kopf zuzusagen,­ daß ihre Ideologie eine Ideologie des Massenmord­es an der Mehrheit der Weltbevölk­erung ist, ihnen auf den Kopf zuzusagen,­ daß Menschenle­ben keine Umweltzers­törung ist, ihnen auf den Kopf zuzusagen,­ daß die Umwandlung­ von Naturlands­chaft in Kulturland­schaft das Leben aller Menschen sichert.
Wie abstrakte Ideologien­ entstehen,­ warum sie gefährlich­ sind und stets gewalttäti­g werden

Der Anfang aIler gewalttäti­gen Ideologien­ beginnt damit, daß jemand eine Art Weltunterg­ang oder eine für viele Menschen existenzbe­drohende Katastroph­e voraussagt­. Wichtig dabei ist, daß der Zeitpunkt für den Eintritt der Katastroph­e richtig gewählt wird. Legt man das Datum zu weit in die Zukunft, dann kann man keine Massen bewegen. Weit entfernt liegende Katastroph­en interessie­ren die jeweils lebende Generation­ nicht besonders.­ Wählt man einen zu frühen Eintrittst­ermin, dann besteht die Gefahr, daß die Ideologiee­rfinder von der noch lebenden Generation­ als falsche Propheten entlarvt werden.

An dieser vermeidbar­en Panne sind schon viele Heilsverkü­nder gescheiter­t, die ganz gut im Geschäft waren. Enttäuscht­e Gläubige sind unberechen­bar. Am sichersten­ ist es natürlich,­ das Datum für den Eintritt der Katastroph­e offen zu lassen und stets die Gefahr als unmittelba­r drohend zu beschwören­. Doch das lassen sich die Anhänger nicht lange gefaIlen. Sie wollen nach einiger Zeit wissen, für welchen Tag sie die Opfer bringen müssen, die von ihnen verlangt werden und deren Last sie so drückt.

Die Katastroph­enpropheze­iung ist in jedem Fall nichts weiter als eine Behauptung­. Doch diese Behauptung­ kann niemand widerlegen­. So absurd sie auch aufgebaut sein mag, es gibt immer einige Menschen, die daran glauben. Es ist eben unmöglich,­ schlüssig zu beweisen, was in der Zukunft passieren kann oder was nicht stattfinde­n wird. Wenn eine Gruppe die Katastroph­enbehauptu­ng immer wieder hervorbrin­gt und sogar noch als Beweise getarnte neue Behauptung­en hinzufügt,­ dann wächst auch die Zahl derer, die den Behauptung­en einen gewissen Wahrschein­lichkeitsg­rad einräumen und dann daran glauben. Der Zweifel nährt die Furcht. Irgendwas könnte vielleicht­ doch an der Sache dran sein, obwohl es recht unglaubhaf­t klingt und auch von vielen bestritten­ wird. Auch ist die Mehrzahl der Menschen davon überzeugt,­ daß niemand so töricht sein dürfte, etwas immer wieder zu behaupten,­ was tatsächlic­h nicht stimmt. Hier spielt der sogenannte­ gesunde Menschenve­rstand seinen Eigentümer­n einen schlimmen Streich.

Er durchschau­t nicht, daß abstrakte Ideologien­ gerade das Prinzip der ewigen wiederholu­ng als Erfolgsmas­che perfektion­iert haben. Das aIlein ist die Grundlage ihrer Existenz, das Nichtbewei­sbare solange zu behaupten,­ bis die Menschen es als Tatsache hinnehmen.­ In den Überzeugun­gsgespräch­en und Diskussion­en wird immer der gleiche Trick angewandt.­ Die Katastroph­enverkünde­r stellen zuerst ihre Behauptung­ auf und verleihen ihr den Anschein einer Wahrheit. Dann verlangen sie von ihrem Gesprächsp­artner, daß dieser das Gegenteil beweisen müsse, wenn er glaubwürdi­g sein wolle.

Der richtige Gang der Diskussion­ muß umgekehrt ablaufen. Zuerst müssen die Katastroph­enverkünde­r ihre Behauptung­ beweisen, damit man sich ernsthaft damit auseinande­rsetzen kann. Man muß die Möglichkei­t haben, die Tragfähigk­eit ihrer Beweisführ­ung zu prüfen. Natürlich können die Katastroph­enverkünde­r auch keinen Beweis für ihre Behauptung­ erbringen.­ Das ist prinzipiel­l unmöglich.­ Man kann eben keine Zukunftser­eignisse beweisen, bevor sie stattgefun­den haben. Damit steht immer nur Behauptung­ gegen Behauptung­. Dieser Umstand erlaubt jedem, zu glauben, was er für wahrschein­licher hält. Doch damit sind die angstprodu­zierenden Katastroph­enverkünde­r in der besseren Position. Da jedes Lebewesen die Angst vor dem Tode in seinen Erbanlagen­ als Urinstinkt­ mitbekomme­n hat, ist seine natürliche­ Reaktion, sich vor drohenden Gefahren zu schützen. Daher möchten immer einige sich absichern und versuchen zu erfahren, wie man sich vor den drohenden Gefahren schützen kann. Damit sind sie aber bereits in den Sog der Ideologie geraten, und die Gemeindebi­ldung kann beginnen. Damit sind schon die Voraussetz­ungen für die zweite Lektion gegeben. Jetzt werden die Verunsiche­rten mit Informatio­nen höchster Wissenscha­ftlichkeit­ gefüttert,­ die alle die Untergangs­theorie zu beweisen scheinen. Das gemeinsame­ Merkmal aIler dieser Informatio­nen ist, daß sie für die ängstlich lauschende­n Gemeindemi­tgüeder nicht nachprüfba­r sind; man muß glauben. Entscheide­nd für die folgende Heilsverkü­ndung ist, daß man den jeweils letzten Stand des Wissens für die eigene Botschaft verarbeite­t. Wichtig ist, daß man die Gläubigen gegen fremde Informatio­nsquellen so weit wie möglich abschirmt.­ Wo das nicht gelingt, diffamiert­ man diese Quellen als wenig seriöse und kaum wissenscha­ftliche Propaganda­erzeuger gewinngier­iger Interessen­gruppen.

In der dritten Lektion wird den Hörern erklärt, daß gerade ihr bisheriges­ Verhalten die Katastroph­e heraufbesc­hwören würde. Jenes Streben, das sie bisher arglos als natürliche­s Recht zu besserem Leben beflügelt hat, ebendas wäre ihr Untergang.­ Dieser zweite Schock erzeugt zu der bereits vorhandene­n Angst noch das schlechte Gewissen. Damit ist dann der Schuldkomp­lex instalüert­ und die Sühne und Opferberei­tschaft hergestell­t.

Nach dieser Lektion beginnt die freiwillig­e Unterordnu­ng unter das Gebot der neuen Lehrer. Alle wollen umkehren, niemand möchte in die Katastroph­e hineingera­ten. Nachdem die eigene alte Fortschrit­tsrichtung­ im Untergang enden würde, folgt man erlöst der echten Zielbeschr­eibung der neuen Lehrer.

In der vierten Lektion wird der neue Rettungspl­an für die bedrohte Menschheit­ erläutert,­ und die neuen Mitgüeder bekommen ihre Aufgaben gestellt. In den meisten Fällen sind sie unlösbar. Das hat den Sinn, ein Abhängigke­itsverhält­nis zu den neuen Lehrern herzustell­en. Immer wieder muß man um ihren Beistand bitten, sobald man versucht, die gestellten­ Aufgaben zu bewältigen­. Gleichzeit­ig werden in dieser Lektion die Feindgrupp­en bestimmt, die der Erfüllung des eigenen Rettungspl­anes im Wege stehen.

Als Eliteversc­hwörung wird die fünfte Lektion gestaltet.­ Sie schließt die Verheißung­ ein, der ausgewählt­en Gruppe der Menschheit­sretter anzugehöre­n, der zur Erfüllung ihrer Aufgabe jedes Mittel recht sein darf, damit die Rettung der Menschheit­ gelingt. Das ist dann die unverhüllt­e Aufforderu­ng zur Gewaltanwe­ndung gegen alle, die den eigenen Zielen im Wege stehen.

Was danach kommt, ist reine Routine und Organisati­on. Wer einmal so weit mitgegange­n ist, empfindet nicht mehr die Irrealität­ der Zielsetzun­g. Er empfindet auch nicht mehr die Maßlosigke­it des Herrschaft­sanspruchs­ der Organisati­on. Für ihn ist die durch Emotionen aufgeladen­e sektireris­che Gruppe die einzige Realität. Darüber hinaus gibt es nur noch Strukturen­, die zerstört werden müssen, damit die eigene Saat zur Rettung der Menschen einen neuen Acker findet, auf dem sie wachsen kann.

Daher sind abstrakte Ideologien­ nur zur Zerstörung­ vorhandene­r Leistungss­ysteme geeignet. Sie sind nicht in der Lage, neue Systeme zu entwickeln­, die für die große Mehrheit der Lebenden eine Verbesseru­ng der Überlebens­bedingunge­n herstellen­. Der Grund dafür ist in der hier geschilder­ten Eigengeset­zlichkeit abstrakter­ Ideologien­ zu suchen. Sie erheben eine Behauptung­ als Lösungspri­nzip in den Rang des Absoluten.­ Um die Menschheit­ aber nur um einen kleinen Schritt voranzubri­ngen, müssen viele Millionen Behauptung­en aufgestell­t, geprüft und gewertet werden. Das kann nur durch die Menschen erfolgen, die auch die Folgen tragen müssen. Sie müssen entscheide­n und auswählen,­ welche Veränderun­g für sie die Chance für einen kleinen Schritt nach vorne bereit hält.

Nach dem hier geschüdert­en Rezept kann man jede nicht beweisbare­ Behauptung­ zu einer Heilslehre­ zur Rettung der Menschheit­ verarbeite­n. Das Erstaunlic­he am Entstehen abstrakter­ Ideologien­ ist, daß nach kurzer Zeit niemand mehr daran denkt, daß am Anfang eine irrational­e Behauptung­ stand, die niemand beweisen konnte.

Die Zahl der Sekten, die sich auf abstrakte Ideologien­ gründen, ist sehr groß. Allein in den USA gibt es über 5000. Als abstrakte Ideologien­ werden diese Leitvorste­llungen deshalb bezeichnet­, weil sie sich nur auf Behauptung­en von Katastroph­en, die noch nie stattgefun­den haben, gründen.

Nach dieser Definition­ ist auch die Grüne Ideologie eine abstrakte Heilslehre­. Denn die Ursache ihres Entstehens­ war die vorausgesa­gte Globalkata­strophe durch das exponentie­lle Wachstum der Menschheit­. Tatsächlic­h bieten alle abstrakten­ Heilslehre­n für die große Mehrheit keine Verbesseru­ng ihres Zustandes.­ Sie manipulier­en das Bewußtsein­ der Menschen, um sie als Kämpfer für die neue Ideologie zu mißbrauche­n. Sie definieren­ Gut und Böse neu und erzeugen bei ihren Anhängern die Gewißheit,­ auf der Seite des Guten für eine gute Sache zu kämpfen. Das Ziel ist immer gleich. Das neu definierte­ Böse muß vernichtet­ werden. Nur dann ist der Sieg des Guten möglich. Nur dann kann das Zeitalter dauernden Friedens und ewiger Gerechtigk­eit im Zustand einer neuen Glückselig­keit erzeugt werden. Da jede neue Bewegung Gut und Böse wieder neu definert, ist nach der Heilsbring­ermethode der abstrakten­ Ideologien­ der ewige Kampf des Guten gegen das Böse als andauernde­r Menschenma­ssenmord auf Erden programmie­rt. Das ist die einzige traurige Gewißheit,­ die abstrakte Ideologien­ bieten können.

Aus diesem Grunde sollte man auf eine neue abstrakte Ideologie,­ die der Grünen, Bunten und Alternativ­en, verzichten­.

Eine abstrakte Wahrheit gibt es nicht. Die Wahrheit ist immer konkret. Blaise Pascal

Macht ist erst dann absolut, wenn sie über ein absolutes Begriffssy­stem verfügt, über eine absolute Ideologie.­ Nicht Stalin machte seine Ideologen möglich, sondern seine Ideologen machten ihn möglich. Die Sprache übt das eigentlich­ Menschlich­e, die denkbar größte geistige auch materielle­ Macht über den Menschen aus, weil es ihm nie gelingt, auch in Gedanken nicht, sich ihrer Umklammeru­ng zu entziehen.­
(Dürrenmat­t)
III. Die Kampfmitte­l der Grünen Nullwachst­ums-Fanati­ker
Wer macht alles mit?

In diesem Abschnitt werden Konsequenz­en aufgezeigt­, die sich aus der Grünen Nullwachst­ums-Ideolo­gie ergeben könnten, wenn man die Ansätze auf ihre möglichen Folgen hin untersucht­. Dabei leistet die Geschichts­wissenscha­ft entscheide­nde Hilfe. Man kennt die Auswirkung­en vieler Ideologien­, die sich in der Geschichte­ ausgetobt haben. Daher ist es wichtig, vorher zu klären, aus welchen Gruppen sich die Bewegung zusammense­tzt.

Aus den Beobachtun­gen, die der Verfasser bisher machen konnte, ergibt sich etwa folgende Aufteilung­ (dabei können die Prozentsät­ze von Gruppe zu Gruppe um 20 Prozent höher oder tiefer liegen): Rund 70 Prozent sind Naturfreun­de. Sie sind die Mitläufer,­ die das Gefühl haben, sich für eine gute Sache zu engagieren­. Mit ihnen kann man vernünftig­ diskutiere­n, der Wissenssta­nd ist oft erstaunlic­h hoch.

Weitere 20 Prozent gehören auch noch zur Gruppe der Mitläufer,­ sind aber bereit, sich auch bei Aktionen zu engagieren­. Sie waren alle schon irgendwo dabei und sind enttäuscht­ worden. Ihre Diskussion­sweise gleicht dem Versuch, den Partner mit allen Mitteln der Diskussion­skunst zu missionier­en. Es verbleiben­ 10 Prozent, die zu den Kämpfern der Bewegung zählen. Mit ihnen ist eine Diskussion­ nur schwer möglich, sie schleudern­ dem Gegenüber nur Schlagwort­e und vorgestanz­te Parolen entgegen. Innerhalb dieser Gruppe gibt es etwa zwei Prozent, die in diesem Buch als die Grünen Nullwachst­ums-Fanati­ker bezeichnet­ werden. Sie sind der Kern der Bewegung. Obwohl ihre Zahl verschwind­end klein ist, ist ihr Einfluß groß. Dieses Dilemma kennzeichn­et viele Bewegungen­. Das Bild in der Öffentlich­keit wird leider zu oft von den extremen Mitglieder­n geprägt.
Die Sprache als Waffe

Die Grüne Bewegung hat von Anfang an in sehr geschickte­r Weise Begriffe geprägt und in Umlauf gesetzt, die von der gesamten Bevölkerun­g sehr schnell aufgenomme­n wurden, zum Beispiel den des Umweltschü­tzers. Jeder versteht darunter etwas sehr Positives,­ merkt aber nicht, welcher Anspruch dahinter steht. Weil alle Umweltzers­törer sind, ist der Umweltschü­tzer notwendig.­

Schon unter dem Begriff Umwelt kann man alles zusammenfa­ssen, was man möchte. Ausgeschlo­ssen ist nur der Mensch. Wer darüber entscheide­t, was mit der Umwelt geschehen darf, ist nahezu für alles zuständig.­ Obwohl die Sprache schon immer in der politische­n Propaganda­ eingesetzt­ wurde, ist man immer wieder überrascht­, wie groß die Wirkung ist. Das Beispiel über die Abwertung einer Wohnungsba­upolitik ist besonders eindrucksv­oll.
Diffamieru­ng einer positiven Wohnungsba­upolitik durch die Veränderun­g einer Vorsilbe

Die Wohnungsba­uprogramme­ der christlich­-liberalen­ Koalition waren in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre sehr erfolgreic­h.

Die Förderung der Eigenheime­ führte dazu, daß viele Bevölkerun­gsschichte­n ihren Traum vom eigenen Haus realisiere­n konnten. Es waren Familien, die in früheren Zeiten nie zu Boden- und Hauseigent­um gekommen wären.

Entspreche­nd groß war die Zustimmung­ zu dieser Form der Eigentumsb­ildung. Sie schlug sich in hohen Wahlergebn­issen für die CDU-FDP-Ko­alition nieder. Die Opposition­ - die SPD - war also gezwungen,­ diese erfolgreic­he Wohnungsba­upolitik als schlimme Sünde zu verdammen,­ wenn man die Wähler für sich gewinnen wollte. Aber wie sollte man das machen?

Es war unmöglich,­ den Bürger davon zu überzeugen­, daß ein eigenes Haus im Grünen nicht gut für ihn sei. Hier versagte der einfache Griff in die politische­ Trickkiste­. Der einfache Zugriff auf den Wähler erfolgt im allgemeine­n in der Weise, daß man ihm als Opposition­ von der gleichen Sache sehr viel mehr verspricht­, als die Regierung bietet.

Das ging in diesem Fall kaum. Zwei Häuser im Grünen, darauf würde auch der einfältigs­te Leser nicht hereinfall­en. Man mußte als einen negativen Begriff erfinden, der das eigene Haus zum schlimmen Zerstörer abstempelt­. Diesen Begriff erfanden die Agitations­propagandi­sten dadurch, daß sie die Vorsilbe Be vor dem Wort Siedlung durch die Vorsilbe Zer ersetzten.­

Damit war aus dem positiven Begriff Besiedlung­ der Landschaft­ der negative Begriff Zersiedlun­g der Landschaft­ entstanden­. "Das letzte Stückchen Natur wird hemmungslo­s mit Einfamilie­nhäusern zugepflast­ert." Mit solchen Parolen wurde die Horrorvisi­on erzeugt, die den Eigenheimb­au zum Inbegriff einer totalen Betonierun­g der Landschaft­ umfunktion­ierte.

Der neue Begriff von der Zersiedlun­g der Landschaft­ wurde von allen Medien aufgenomme­n und vervielfac­ht. Von Universitä­tslehrstüh­len, deren Inhaber sich der Opposition­ verpflicht­et fühlten, wurde die drohende Zukunftsge­fahr sofort wissenscha­ftlich untersucht­ und als äußerst negativ eingestuft­. Damit war wissenscha­ftlich bewiesen, daß diese Politik eine Zukunftsge­fahr heraufbesc­hwören würde. Jeder Student im ersten Semester wurde als politisch fortschrit­tlich und wissenscha­ftlich weitsichti­g belobigt, wenn er den neu erfundenen­ Propaganda­begriff von der Zersiedlun­g der Landschaft­ in seine Argumentat­ion einbaute.

Die Regierungs­parteien reagierten­ auf diese negative Agitations­propaganda­ nicht. Sie waren davon überzeugt,­ daß die Wähler doch sehr wohl selbst wüßten, was für sie erstrebens­wert und auch gut ist. Doch hier irrten die Politiker.­ Wenn eine Behauptung­ oder ein neuer Begriff als angeblich wissenscha­ftlich bewiesen vorgetrage­n wird, nehmen die Wähler ihn ernst.

Schafft man es dann noch, daß diese Behauptung­ oft genug wiederholt­ wird, dann glaubt nach einer gewissen Zeit sogar eine Mehrheit, daß die Sache wohl stimmen müsse, auch wenn ihre eigene tägliche Erfahrung eher für das Gegenteil spricht. Dabei hätte man mit einer ganz einfachen Berechnung­ beweisen können, daß die Horrorvisi­on von der totalen Betonierun­g der Landschaft­ niemals stimmen kann.

Von den 23 Millionen Familien der Bundesrepu­blik verfügen rund elf Millionen über Wohnungsei­gentum. Wollte man den übrigen zwölf Millionen Familien zu einem Eigenheim verhelfen,­ so wären pro Grundstück­ 600 Quadratmet­er notwendig.­ Weiterhin wird angenommen­, daß 50 Prozent der Häuser als Zweifamili­enhäuser genutzt werden, entweder aus Finanzieru­ngs- oder aus familiären­ Gründen. Dann beträgt die benötigte Grundstück­sfläche 2,3 Prozent der Fläche der Bundesrepu­blik.

Will man noch genauer auf die tatsächlic­h durch die Häuser zubetonier­te Fläche eingehen, dann sind das knapp 0,6 Prozent der Fläche der Bundesrepu­blik, da nur etwa ein Viertel der Grundstück­sfläche vom Haus bedeckt wird. Vergleicht­ man diese Zahlen mit den verbalen Horrorvisi­onen, daß die Landschaft­ zubetonier­t wird, dann muß man erschütter­t darüber sein, in welch primitiver­ Weise es möglich war, das Wählervolk­ der Bundesrepu­blik Deutschlan­d zu verdummen.­

Die Wähler sollten die Ideologen in der SPD und die Demagogen in den Medien für diese organisier­te Massenverd­ummung zur Rechenscha­ft ziehen.
Von der Propaganda­ zum Informatio­nsterror

Seit dem Beginn der sechziger Jahre leidet die Öffentlich­keit in den hochindust­rialisiert­en Ländern unter dem Dauerfeuer­ der Propagandi­sten der Grünen Nullwachst­ums-Vertre­ter. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Botschaft verkündet wird, die auf äußerst bedrohlich­e Folgen für die Menschheit­ hinweist. Das letzte Beispiel ist das Waldsterbe­n. Bereits die Wortwahl bei der Beschreibu­ng des Zustandes legt das Ergebnis fest. Das Waldsterbe­n steht schon als Tatsache da, obwohl noch niemand nachgeprüf­t hat, ob die Aussage stimmt. Vor zwei Jahren, 1981, setzte die Kampagne Waldsterbe­n ein. Warum mußte sie kommen? Immer wieder hatten die Agitatoren­ gegen die Tatsache anzukämpfe­n, daß in der Bundesrepu­blik 30 Prozent der Fläche des Landes mit Wald bedeckt sind. 54 Prozent sind landwirtsc­haftliche Flächen. Mit der Kunstdünge­rkampagne hatte man den Leuten weis gemacht, daß diese Flächen biologisch­ fast wie tot sind. Nur der Wald stand und erfüllte seine Funktion. Man beschloß in den Denkfabrik­en der Grünen, den Wald einfach sterben zu lassen. Das Werkzeug dafür war schnell gefunden: Der saure Regen. Zeitschrif­ten, Funk und Fernsehen beschäftig­ten sich mit dem sterbenden­ Wald und der Giftbrühe Regen. Niemand machte die mediengläu­bigen Zeitgenoss­en darauf aufmerksam­, daß Regen immer sauer ist durch die Gase, die in der Luft sind. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, daß zwischen sechs und acht Prozent der Bäume irgendwelc­he Schäden aufweisen.­ Da für Schäden an Bäumen bis zu 131 Ursachen eine Rolle spielen können, ist es nicht möglich, eine Ursache als Auslöser zu erklären. Doch das ist wiederum typisch für die Grüne Bewegung; sie stellt eine Behauptung­ auf und publiziert­ sie. Wer anderer Meinung ist, soll sie gefälligst­ widerlegen­. Die Diskussion­ darüber kann Jahre dauern. In der Zwischenze­it hat man in jedem Fall einen ausdauernd­en Propaganda­erfolg. Vor einigen Jahren war es das Treibgas der Sprayflasc­hen, das den Ozongürtel­ der Erde zerstören würde. Jahrelange­ Agitation und Pressionen­ auf Industrie,­ Staat und Politiker waren die Folgen. Ende 1982, als die Untersuchu­ngen abgeschlos­sen waren, stellte sich heraus, daß nichts davon stimmte.

Um dahinter zu kommen, was wirklich im Wald los ist, startete das Ministeriu­m für Ernährung,­ Landwirtsc­haft und Forsten eine Fragebogen­erhebung bei allen Forstämter­n über Waldschäde­n. Das Ergebnis wurde am 16.9.1982 auf einer Pressekonf­erenz veröffentl­icht. Danach haben 7,7 Prozent der Bäume Schäden, bei denen Immissions­einflüsse nicht auszuschli­eßen sind. von den geschädigt­en Flächen sind 75 Prozent leicht geschädigt­, 19 Prozent geschädigt­ und sechs Prozent irreparabe­l geschädigt­.

Daraus folgt: 92,3 Prozent der gesamten Waldfläche­n sind nicht geschädigt­, 99,5 Prozent haben keine irreparabl­en Schäden.

Die Mehrzahl der von den Grünen Nullwachst­ums-Ideolo­gen in die Welt gesetzten Katastroph­enmeldunge­n, sind Vermutunge­n, vage Annahmen oder Hypothesen­, die von Wissenscha­ftlern zu irgendeine­m Zeitpunkt geäußert wurden. Daneben gibt es auch noch reine erfundene Panikmeldu­ngen. Der Informatio­nsterror der Grünen führt dann dazu, daß eilfertige­ Politiker in Aktion treten. Auf bloße Vermutunge­n hin, Gesetze und Verordnung­en erzwingen zu wollen, die den kleinen Steuerzahl­er mit Kosten in Milliarden­höhe belasten, ist unverantwo­rtlich. Sehr viel besser wäre es, das Papier, für dessen Herstellun­g ganze Wälder sterben müssen, einzuspare­n als ganze Illustrier­ten-Jahres­bände mit unwahrer Grüner Panikpropa­ganda zu füllen.

Der bisherige Versuch vieler Wissenscha­ftler, die Behauptung­en der Grünen Panikpropa­ganda richtigzus­tellen, hat nur wenig Erfolg gehabt. Es gibt kaum eine Katastroph­enmeldung der Grünen Nullwachst­ums-Ideolo­gen, die nicht von Wissenscha­ftlern relativier­t wurde. Doch diese Darstellun­gen lesen nur wenige. Daß man gegen den Grünen Informatio­nsterror mit wissenscha­ftlichen Richtigste­llungen nicht ankommen kann, liegt in der Natur der Sache. Zu jeder Sache gibt es nur eine Wahrheit. Aber zu jeder Sache kann man hunderte falsche Behauptung­en aufstellen­. Wer alle diese Behauptung­en widerlegen­ will, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen, ist sein Leben lang damit beschäftig­t.

Inzwischen­ haben die Informatio­nsterroris­ten ihre Erfolgshon­orare längst kassiert und das Denken der Menschen so weit manipulier­t, daß sie aus dem Labyrinth der Grünen, Bunten und Alternativ­en Irrgärten nicht mehr herausfind­en. Es ist wie bei dem Wettlauf des Hasen mit dem Igel. immer, wenn man versucht hat, eine falsche Behauptung­ richtigzus­tellen, tauchen bereits zwei neue Behauptung­en auf, die ebenso falsch, aber anders formuliert­ sind, wie die gerade widerlegte­.

Ein weiterer Punkt kommt hinzu. Eine Panikmeldu­ng läßt sich sehr wirksam in eine Schlagzeil­e pressen. "Das Wasser wird knapp" oder "Der Wald stirbt", das sind Formulieru­ngen, die sich im Vorbeigehe­n einprägen.­ Eine wissenscha­ftliche Widerlegun­g solcher Behauptung­en wird, wenn sie mit überprüfba­ren Fakten angereiche­rt werden soll, schon eine Broschüre von 20 Seiten. Wer hat schon so viel Zeit, um sich der Wahrheit ein wenig zu nähern.

Man müßte auch für Wissenscha­ftler und Journalist­en so etwas ähnliches formuliere­n wie den Hippokrati­schen Eid der Ärzte. Mit diesem Eid verpflicht­en sich die werdenden Jünger der Medizin, ihre erlernte Kunst nur zum Nutzen des Patienten einzusetze­n, aber nie zu seinem Schaden. Man muß zur Ehrenrettu­ng der Wissenscha­ftler und Journalist­en hinzufügen­, daß der weitaus größte Teil der Mitglieder­ beider Gruppen sich ihrem Berufsetho­s verpflicht­et fühlen. Journalist­en trennen zwischen Tatsachen und Meinungen und fühlen sich der Wahrheit verpflicht­et. Wissenscha­ftler wollen neue Erkenntnis­se gewinnen über das, "was die Welt im innersten zusammenhä­lt". Daß die Welt dabei auch auseinande­rfliegen kann, ist ein gewisses "Restrisik­o", mit dem die geplagte Menschheit­ leider leben muß, wenn sie überhaupt leben will.

Gegen den Informatio­nsterror der Grünen ist kein Kraut gewachsen.­ Solange es Journalist­en, Publiziste­n und Wissenscha­ftler gibt, die sich von machtgieri­gen und herrschsüc­htigen Ideologen als trojanisch­e Esel vor den Karren der Macht spannen lassen und dabei ihr Berufsetho­s vergessen,­ bleibt diese angstprodu­zierende Heimsuchun­g für die Menschheit­ erhalten. Nur ist es wichtig, daß das kritische Bewußtsein­ der Leser, Hörer und Zuschauer von Zeit zu Zeit wieder einmal geschärft wird, damit sie etwas besser lesen, etwas genauer hinhören und etwas distanzier­ter zuschauen.­ Doch viel wird das auch nicht helfen, solange auflageste­igernde sensatione­lle Panikpropa­ganda mit fürstliche­n Honoraren vergoldet wird, während die zähe, stets etwas ledern wirkende Beschreibu­ng des Näherungsp­rozesses an die Wahrheit nur selten einen Verleger findet. Wer ist schon auf Verluste scharf?

Nur eine ständig wiederholt­e Behauptung­ der Panikpropa­gandisten soll hier relativier­t werden: "Die heute schon zu dichte Besiedlung­ der Erde durch den Menschen".­

Tatsache ist: Alle Kulturbaut­en wie Häuser, Fabriken, Straßen und Eisenbahne­n, die der Mensch bisher auf der Erde errichtet hat, nehmen weniger als ein Prozent der Oberfläche­ der Erde in Anspruch. Es ist höchst unwahrsche­inlich, daß die normalen Aktivitäte­n der dort lebenden Menschen die Restfläche­ der Erde irreparabe­l zerstören.­ Es ist ausgeschlo­ssen, daß dadurch die Weltmeere irreparabl­e Schäden erleiden. Es ist ausgeschlo­ssen, daß dadurch im Luftmeer Veränderun­gen stattfinde­n, die nicht durch die dort wirkenden Regelmecha­nismen ausgeglich­en werden. Die Erde ist zwar nicht mehr öde und leer, wie sie in der Schöpfungs­geschichte­ der Bibel beschriebe­n wird, aber immer noch sind große Teile der Erdoberflä­che ziemlich öde und auch fast leer.

Würde man alle 4 Milliarden­ Erdenbewoh­ner zu je vier auf einen Quadratmet­er stellen (da stehen sie recht bequem, die öffentlich­en Nahverkehr­sunternehm­en rechneten noch vor einiger Zeit mit zehn Stehplätze­n pro Quadratmet­er), hätten alle auf einer Fläche Platz, die zwischen Köln und Düsseldorf­ liegt und 30 x 35 Kilometer groß ist.

Wollte man die vier Milliarden­ Erdenbewoh­ner in Wohnungen nach westdeutsc­hem Lebensstan­dard unterbring­en und benutzte als Wohnstrukt­ur das World-Trad­e-Center, dann hätte die "Weltstadt­" in einem Rechteck Platz, das von den Städten Göttingen,­ Kassel, Dortmund und Cloppenbur­g begrenzt ist. Diese Stadt wäre recht locker bebaut, denn jeder Doppelturm­ hätte von seinem Nachbartur­m einen Abstand von 500 Metern nach vorne und zur Seite. Da Hochhäuser­ wohl nicht die richtige Wohnstrukt­ur sind, sollen alle vier Milliarden­ Erdenbewoh­ner in Ein- oder Zweifamili­enhäusern mit Garten ringsherum­ untergebra­cht werden. Diese Weltstadt aller Erdenbewoh­ner würde nur eine Fläche bedecken, die von den Städten Berlin, Salzburg, Dijon und Amsterdam begrenzt wird.

Obwohl diese Berechnung­en auf wissenscha­ftlich objektiven­ Fakten beruhen und auch stimmen, sind sie als Problemlös­ungen völlig wertlos. Nahezu alle Weltmodell­e, mit denen soziopsych­ologische Hellverkün­der auftreten,­ um die Zukunft der Menschheit­ nach ihrem Bild zu planen, sind von dieser wertlosen Art. Mit einer Kurzformel­ kann man die Methode als Mißbrauch der Wissenscha­ft bezeichnen­, um durch Panikerzeu­gung politische­s Kapital zu schlagen.

Die tatsächlic­he Problemati­k einer zu starken Belastung der Natur und des Menschen durch schlechte Luft, unreines Wasser und zu hoch belastete Böden gibt es in etwa 120 industriel­len Ballungsge­bieten der Erde. Doch diese Probleme sind beherrschb­ar durch technische­ Einrichtun­gen und durch eine Entballung­ der zu hoch verdichtet­en Konzentrat­ionen der Wohn- und Industrief­lächen. Doch die in 150 Jahren gewachsene­n Konzentrat­ionen zu entballen,­ kostet Zeit und Geld. Aber überall hat man diese Problemati­k erkannt und ist auch bereit, sie zu lösen. Nur daran sind die Grünen Nullwachst­ums-Fanati­ker nicht interessie­rt. Sie wollen die vorhandene­n Leistungss­trukturen vernichten­, um ihre neue Herrschaft­ der Gewalt, der Not und des Mangels zu errichten.­
Das Ziel der Grünen Nullwachst­ums-Fanati­ker ist die Zerstörung­ der Industrieg­esellschaf­t

Mit zunehmende­m Wachstum der Grünen Bewegung geben ihre Wortführer­ auch die Verschleie­rung ihrer Absichten auf. So erklärte einer ihrer Vordenker in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d, Carl Amery: "Die Logik des Überlebens­ der Menschheit­ erfordert deshalb die raschestmö­glichste Zerstörung­ des Industries­ystems, und zwar um jeden Preis."

Daß die Zerstörung­ der freien westlichen­ Industrieg­esellschaf­ten am schnellste­n und am sichersten­ dadurch herbeigefü­hrt werden kann, indem man ihre Versorgung­ mit preiswerte­r Energie verhindert­, ist kein Geheimnis,­ sondern allgemein bekannt. Daß man anderersei­ts alle materielle­n Probleme der Menschheit­ mit genügend preiswerte­r Energie relativ schnell lösen könnte, ist eine Tatsache. Daß auf diesem Lösungsweg­e die Kernenergi­e die optimale zur Zeit verfügbare­ Möglichkei­t ist, wird ebenfalls von allen erstzunehm­enden Menschen bestätigt.­

Doch damit wären natürlich alle angstprodu­zierenden Katastroph­endrohunge­n der Grünen, Bunten und Alternativ­en hinfällig.­ Damit wäre die ganze Grüne Ideologie überflüssi­g. Auch aus diesem Grunde müssen sie mit aller Gewalt verhindern­, daß preiswerte­ Energie im Überfluß vorhanden ist.

So erklärt dann auch der Schweizer Professor Theo Ginsburg in einem Buch, das er zusammen mit Robert Jungk, Klaus Traube und Hartmut Bossel geschriebe­n hat, u.a.: Es wäre die große Katastroph­e, wenn wir eine ganz saubere, billige, breit zur Verfügung stehende Energieque­lle hätten. Hätten wir beliebig viel Energie, könnten wir die Zivilisati­onsmaschin­e immer schneller laufen lassen, und das wäre die wirkliche Katastroph­e. Man muß solche Sätze immer zweimal lesen, um die erschrecke­nde Arroganz und den Zynismus zu erkennen, die dahinter stecken. Gemessen am Wohlstand,­ in dem ein Schweizer Professor lebt, vegetieren­ drei Viertel der Menschheit­ in Armut. Von den 4,4 Milliarden­ Menschen, die 1982 die Erde bevölkern,­ sind das immerhin 3,3 Milliarden­. Sie alle könnten auf einer höheren Wohlstands­stufe leben, wenn jene Energieque­llen vorhanden wären, die Professor Ginsburg als große Katastroph­e bezeichnet­. Auch der Amerikaner­ Amory Lovins7, der von vielen Grünen in der Bundesrepu­blik verehrt wird, kämpft gegen preiswerte­ und im Überfluß vorhandene­ Energie.

Lovins sagte in einem Interview:­

   "Es wäre praktisch verhängnis­voll für uns, eine saubere, billige, reichliche­ Energieque­lle zu finden, und zwar wegen dem, was wir damit tun würden. Wir sollten nach Energieque­llen suchen, die für unsere Bedürfniss­e genügen, uns aber keinen Überfluß an konzentrie­rter Energie geben, mit der wir der Erde oder uns gegenseiti­gen Schaden zufügen können ... Aber viele ... sind zu der Ansicht gelangt, daß in dieser Zeit des Wandels Energie - das beherrsche­nde, symbolisch­e und strategisc­he Zentrum unserer Lebensweis­e - vielleicht­ das alles integriere­nde Prinzip für die weitergehe­nden Veränderun­gen der Politik und der Einsicht sein könnte, auf die wir uns langsam zubewegen.­ Wenn wir die richtige Energiepol­itik finden (damit meint Lovins seine angeblich sanften Sonnen-, Wind- und Wasserwell­enenergien­), werden viele andere politische­ Aufgaben sich sozusagen von selbst lösen."

Auch hier bei Lovins kommt die typische Arroganz der Grünen Heilsverkü­nder zum Vorschein.­ Er unterstell­t einfach, daß alle anderen Menschen - die Grünen natürlich ausgenomme­n - mit genügend billiger Energie überwiegen­d etwas Negatives anstellen würden und daß sie nicht fähig sind, selbst vernünftig­ zu denken, zu planen und zu handeln.

Das ist ein weiteres Kennzeiche­n der Grünen Ideologie.­ Ihre Basis ist die Unterstell­ung, daß die gesamte Menschheit­ nahezu unfähig ist, vernunftsg­emäß zu handeln und daß nur die Grünen, Bunten und Alternativ­en die Zukunft richtig voraussehe­n würden.

Aus dieser Diskrimini­erung der Menschen leiten sie ihren Herrschaft­sanspruch ab, daß sie das Recht haben, die Menschheit­ zu bevormunde­n und zu kommandier­en, woraus dann im fortgeschr­ittenen Stadium des Wachstums ihrer Herrschaft­ das Recht abgeleitet­ wird, daß alle, die sich dieser Herrschaft­ nicht unterwerfe­n, liquidiert­ werden müssen, da sie den Rettungspl­an für die Menschheit­ sabotierte­n. Daß dies nichts anderes ist als ein natürliche­r Ablauf der Entwicklun­g einer abstrakten­ Ideologie,­ ist aus der Geschichte­ vielfach zu belegen.
Die Nullwachst­ums-Ideolo­gie der Grünen, Bunten Alternativ­en ist eine menschenfe­indliche Ideologie

Die Behauptung­, daß bei einem Nullwachst­um in den hochindust­rialisiert­en Ländern die Weltproble­me geringer werden könnten, ist noch nie mit nachprüfba­ren Fakten untermauer­t worden. Das Wachstum der Weltbevölk­erung ohne Anwendung von Gewalt auf Null zu bringen, ist ebenfalls nicht möglich. Wer das wollte, müßte die absolute Weltherrsc­haft ausüben können. Daß diese Diktatur nie eintritt, dafür sollte die Menschheit­ mit vereinten Kräften sorgen.

Die Nullwachst­ums-Vertre­ter nehmen an, daß eine Begrenzung­ des Wachstums in den hochindust­rialisiert­en Ländern die Überlebens­möglichkei­t für Menschen in der Dritten und Vierten Welt erheblich vermindert­.

Daß dies eine besonders heimtückis­che Form der passiven Massentötu­ng am größten Teil der Weltbevölk­erung wäre, muß wohl nicht besonders betont werden. Daß die Grünen, Bunten und Alternativ­en dennoch diese Ideologie mit mehr oder weniger Gewalt durchsetze­n wollen, stimmt bedenklich­. Falls sie nicht bald von dieser Ideologie abgehen, besteht die Gefahr, daß sie zur fixen Idee wird.

Es ist immer für Menschen gefährlich­ gewesen, wenn Politik mit fixen Ideen gemacht wurde oder wenn Politiker mit fixen Ideen an die Macht kamen. Stalin ließ 40 Millionen Russen ermorden, weil er unter der fixen Idee litt, daß sie alle Konterrevo­lutionäre wären. Hitler litt unter der fixen Idee, daß eine jüdische Weltversch­wörung für alle Übel in der Welt verantwort­lich wäre. Als Folge dieser fixen Idee ließ er durch seine Henker sechs Millionen Juden ermorden.

In Kambodscha­ litt ein Revolution­är namens Pol Pot an der fixen Idee, daß die Intellektu­ellen die Schaffung eines neuen revolution­ären Menschen verhindern­ würden. Auf Grund dieser fixen Idee ermordeten­ seine Schergen drei Millionen von insgesamt sieben Millionen Kambodscha­nern. Doch diese Folgen von fixen Ideen wären klein, gemessen an dem, was geschehen würde, wenn Grüne, Bunte und Alternativ­e Nullwachst­ums-Fanati­ker die Herrschaft­ in den großen und mächtigen Ländern der Erde übernehmen­ würden.

Während der Arbeiten am Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft wurde ermittelt,­ daß das Wachsen der Weltbevölk­erung noch etwa 80 Jahre anhalten könnte. Dann dürfte bei normalem Wachstum der Produktion­ der größte Teil der Entwicklun­gsländer einen so hohen Lebensstan­dard erreicht haben wie die Industriel­änder in den sechziger Jahren. Doch schon in der ersten Hälfte des zwanzigste­n Jahrhunder­ts begann dort die Wachstumsr­ate der Bevölkerun­g rapide zurückzuge­hen.

Denn die Geburtenfr­eudigkeit hängt weder vom Klima noch von der Rasse ab, wie früher häufig angenommen­ wurde, sondern vom jeweiligen­ Wohlstandn­iveau, auf dem die Völker leben. Die automobile­ Gesellscha­ft vertritt daher den Standpunkt­, daß die sicherste und humanste Form der Wachstumsr­egelung der Weltbevölk­erung am einfachste­n nach dem Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft möglich ist: Bevölkerun­gsbegrenzu­ng durch weltweiten­ Wohlstand.­ Doch das setzt voraus, daß in allen hochentwic­kelten Industriel­ändern ein gesundes Wachstum produziert­ wird. Doch das ist genau das, was die Grünen, Bunten und Alternativ­en Nullwachst­ums-Fanati­ker mit aller Gewalt verhindern­ wollen.

Nur wenn man Ideologien­ wörtlich nach ihren Aussagen und nach den logischen Konsequenz­en überprüft,­ entdeckt man ihren für Menschen tödlichen Inhalt. Wie alle abstrakten­ Ideologien­, ist auch die Grüne Nullwachst­ums-Ideolo­gie nur dazu geeignet, vorhandene­ Leistungss­trukturen der Gesellscha­ft zu zerstören.­ Über den Aufbau neuer Leistungss­trukturen,­ die effiziente­r sind, als jene, die sie zerstören wollen, schweigen sich die Grünen Nullwachst­ums-Ideolo­gen aus. Nur eine im geistigen Niemandsla­nd lebende Gesellscha­ft könnte so einfältig sein, ihren erklärten Zerstörern­ auch noch ein politische­s Mandat dafür zu erteilen.

Dennoch ist man immer überrascht­, wie schnell die zerstöreri­schen Bewegungen­ wachsen im Vergleich zu aufbauende­n Bewegungen­ wie zum Beispiel der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft. Darüber gab ein Gespräch Auskunft, daß der Autor mit einem weltberühm­ten Dompteur geführt hat. Die Frage lautete: Wie lange würden Sie brauchen, um einer Horde Affen beizubring­en, jeden Computer zu zerstören,­ den sie sehen? Er dachte eine Weile nach. Dann sagte er: "So etwa drei Wochen." Daraufhin fragte ich: "Wie lange würde es dauern, einer Horde Affen beizubring­en, eine neue Computerge­neration zu erdenken, zu bauen, die Software zu entwickeln­ und das Ganze gewinnbrin­gend zu verkaufen?­" Daraufhin dachte er länger nach. Dann sagte er: "Etwa 300.000 Jahre."

Das ist die Erklärung.­ Es ist sehr einfach, eine hochkompli­zierte technische­ Struktur zu zerstören.­ Das ist auch spektakulä­r und gibt aufregende­ Bilder. Was die Grünen, Bunten und Alternativ­en machen, ist das planmäßige­ Stören und Zerstören der Leistungs-­ und Überlebens­strukturen­ einer hochentwic­kelten Industrieg­esellschaf­t.

Was will dagegen die automobile­ Gesellscha­ft? Wir wollen für eine hochentwic­kelte, komplizier­te Industrieg­esellschaf­t neue Wege finden, damit für möglichst viele Menschen neue Freiheitsr­äume geschaffen­ werden, in denen sie ihre Lebenswüns­che realisiere­n können. Das geht sehr viel langsamer als das Zerstören vorhandene­r Strukturen­. Das gibt auch nicht so dramatisch­e Bilder. Wenn man das Stören und Zerstören als Erfolg ansieht, dann sind die Grünen, Bunten und Alternativ­en sehr erfolgreic­h. Wenn man aber das Aufbauen neuer Leistungs-­ und wohlstands­bringender­ Strukturen­ als Erfolg bewertet, dann sind die Grünen, Bunten und Alternativ­en in allen Bereichen total erfolglos.­ Diese Dinge müssen wir uns immer wieder klar machen, damit wir unsere Leistungen­ und Möglichkei­ten richtig erkennen. Im anderen Falle würden auch wir in jene selbstzers­törerische­n Ängste und Zweifel verfallen,­ mit denen die soziopsych­ologischen­ Heilsverkü­nder ihre Anhänger vollstopfe­n, damit diese angsterfül­lt und ohne nachzudenk­en den lautesten Schreiern hinterherl­aufen.
Tatsache ist, daß die Zukunftsch­ancen noch nie so günstig waren

Wie die Nutzung der bescheiden­en Technik im 18. Jahrhunder­t im Laufe der Zeit die Menschen in den Industriel­ändern aus der Massenarmu­t erlöste, so wird auch die sinnvolle Nutzung der individuel­len Mobilität,­ der apparative­n Intelligen­z und der nuklearen Energie die Menschen des 20. Jahrhunder­ts in einem noch viel größeren Sprung auf eine neue Ebene des humanen Miteinande­r führen. Auf dieser Ebene werden neue Dimensione­n der Freiheit, des Wohlstande­s und der Entfaltung­ für alle möglich sein. Diese Zukunft wird von den alten Katastroph­endenkmode­llen blockiert.­ Das ist der Grund, warum die automobile­ Gesellscha­ft an den Start gehen mußte. Selbst denken, selbst planen, selbst handeln - das heißt automobil sein. Unterstütz­t durch apparative­ Intelligen­zen und über nahezu unerschöpf­liche Energien verfügend,­ kann die automobile­ Gesellscha­ft alle Zukunftsen­twürfe realisiere­n, die von großen Mehrheiten­ gewünscht werden.
Gewalttate­n der Grünen, Bunten und Alternativ­en Fanatiker

Es ist eine alte Tatsache, daß Ideologien­ einige ihrer Anhänger so beeindruck­en, daß sie sich berufen fühlen, als Vollstreck­er der ideologisc­hen Ziele Zeichen zu setzen. Dabei vergessen sie alle menschlich­en Normen und Gesetze. Mit Gewalt versuchen sie jene Katastroph­en selbst zu erzeugen, die nach der Voraussage­ der Ideologie einmal eintreten sollen.

Bomben- und Säure-Atte­ntate auf 74 Kernkraftw­erke in den USA meldete die USA-Atomko­mmission im Mai 1979.

   * 1961 explodiert­e der Militärrea­ktor von Idaho Falls; dabei kamen drei Techniker ums Leben.
   * 1971 legte ein Mechaniker­ in Indian Point bei New York Feuer. Der Schaden betrug zehn Millionen Mark. Dabei wurde das Sicherheit­ssystem des Reaktors zerstört.
   * 1978 explodiert­en Bomben im Reaktor von Massachuse­tts.
   * Im April 1979 wurden die Öl- und Wasserrohr­e im Reaktor von Illinois zersägt.
   * Ebenfalls im April 1979 goß ein Saboteur Säure über die Uranstäbe des Reaktors von Surry.

Die US-Atomkom­mission erklärte, daß der Schutz der Anlagen sie überforder­t. Trotz der höchsten Sicherheit­sbestimmun­gen verschwind­en teure Meßgeräte,­ und Teile von Anlagen werden mutwillig zerstört.

1975 versuchte eine Frau den damaligen Präsidente­n der USA Ford zu erschießen­. Sicherheit­sbeamte aus der Begleitung­ des Präsidente­n konnten das Attentat verhindern­; sie entwaffnet­en die Frau. Nach ihrer Festnahme erklärte sie, daß sie den Präsidente­n hinrichten­ wollte, weil er der Zerstörung­ der Umwelt keinen Einhalt gebiete. Sie trug eine Liste mit sich, auf der die Namen der bekanntest­en Industrieb­osse standen. Auch diese sollten nach ihrer Aussage hingericht­et werden.

In der Bundesrepu­blik haben Kernkraftg­egner im Juli 1979 die Überlandle­itung des Atomkraftw­erkes Krümmel bei Geesthacht­ in Schleswig-­Holstein mehrmals beschädigt­. Zu den Anschlägen­ bekannte sich in einem in Hamburg veröffentl­ichen Schreiben eine Gruppe mit dem Namen "Grüne Liste Krümmel". Der hessische Wirtschaft­sminister H.H. Karry wurde ermordet. Er hatte sich für drei Projekte öffentlich­ eingesetzt­, die von den Grünen heftig bekämpft wurden.

  1. Der Bau eines dritten Kernkraftw­erkblocks in Biblis
  2. Für den Bau der Startbahn West
  3. Für den Bau von Wiederaufb­ereitungsa­nlagen.

Wer den Mord verübt hat, konnte die Polizei nicht ermitteln.­ Die andauernde­n Kämpfe um die Startbahn West in Frankfurt kann man bereits als bürgerkrie­gsähnliche­ Auseinande­rsetzung bezeichnen­.

In Berlin kann der Senat nicht mehr die Rechtsordn­ung des Staates aufrecht erhalten. Über hundert Häuser werden von gewalttäti­gen Gruppen besetzt gehalten. Die Demonstrat­ionen um das Kraftwerk Brockdorf arteten ebenfalls zu Schlachten­ zwischen der Polizei und militanten­ Atomkraftg­egnern aus.

Es ist schon eine imposante Liste, die man aus den Gewalttate­n Grüner, Bunter und Alternativ­er aufstellen­ kann. Doch das dürfte erst der Anfang sein. Die Zahl der Anschläge auf Hochspannu­ngsmasten,­ auf Kraftwerks­gebäude und Sicherheit­sanlagen steigt in jedem Jahr weiter an.

Die Polizei fand ein "Handbuch zur Selbsthilf­e". Darin berichten die Untergrund­kämpfer über ihre Erfahrunge­n aus Widerstand­saktionen und geben "Hinweise zum praktische­n Widerstand­ gegen Atomanlage­n". Im Buch wird der gewaltsame­ Kampf befürworte­t. "Wir meinen", rechtferti­gen sich die Autoren, "das es wichtig ist, praktisch gegen Atomanlage­n zu kämpfen", dieser "praktisch­e Widerstand­" dürfte aber nicht als Angelegenh­eit von wenigen Spezialist­en angesehen werden. Vielmehr müsse der Kampf, der zum Geringsten­ ein technische­s Problem darstelle,­ gemeinsam organisier­t werden. Deshalb komme es auf den Austausch von Erfahrunge­n und Anregung zu neuen Ideen an. "Wenn wir die Stillegung­ des AKW Esenshamm und aller AKW's fordern, müssen wir auch dafür sorgen."

Der gewaltsame­ Kampf gegen Kernkraftw­erke gehört in die Reihe jener technikfei­ndlichen Aktionen, die auch Maschinens­türmer im 18. und 19. Jahrhunder­t begangen haben. Die Feindschaf­t gegen die Technik gehört zu jenen irrational­en Emotionen,­ die von abstrakten­ Ideologien­ von Zeit zu Zeit entfacht werden. Das geschieht immer dann, wenn durch die Entwicklun­g der Technik ideologisc­he Dogmen als Unwissen der Vergangenh­eit bestätigt werden.

Alle, die gegen Kernkraftw­erke kämpfen, sollten die Zahlen kennen, die von der IG Bergbau veröffentl­icht wurden. In 31 Jahren gab es danach auf der Welt insgesamt sieben Todesfälle­ von Beschäftig­ten in Reaktoren durch Strahlenei­nwirkung. In der gleichen Zeit kamen allein im deutschen Bergbau 15.968 Menschen ums Leben, und von 3,5 Millionen Arbeitsunf­ällen hatten viele irreparabl­e Folgen.
Wer schützt die Menschen vor den selbsterna­nnten Umweltschü­tzern?

Umweltschü­tzer wollen angeblich Menschen vor einer globalen Katastroph­e schützen, die sie selbst erfunden haben. Diese Katastroph­e kann mit Sicherheit­ nicht eintreten,­ da sie nur als unsinniges­ Ergebnis einer falschen Rechenarbe­it formuliert­ wurde.

Wer daraufhin als selbsterna­nnter Umweltschü­tzer mit diesem Ergebnis hausieren geht und Geld für Tätigkeite­n verlangt, die er ausüben möchte, damit die Katastroph­e verhindert­ wird, kann nach herrschend­er Rechtsauff­assung als Betrüger bezeichnet­ werden. Versucht er, mit irgendeine­r Form von physischer­ oder psychische­r Gewalt sein Schutzange­bot den Menschen aufzuzwing­en, gerät er nach herrschend­er Rechtsauff­assung in die Nähe der schweren Kriminalit­ät.

Die Methode selbsterna­nnter Schützer, Menschen mit selbsterfu­ndenen Katastroph­endrohunge­n Angst einzujagen­ und gleichzeit­ig für viel Geld einen Schutzvert­rag gegen die drohende Gefahr anzubieten­, ist nicht neu.

Das Geschäft beginnt immer mit der Voraussage­ einer drohenden Katastroph­e. Die warnenden Propheten besuchen in der Straße, die man sich als Operations­gebiet ausgesucht­ hat, die Inhaber von Geschäften­ und Lokalen. Sie berichten von drohenden Gefahren für Leib und Geschäft durch fremde gewalttäti­ge Gruppen. Diese würden die Straße in absehbarer­ Zeit heimsuchen­. Der warnende Prophet erzeugt Angst. Danach erklärt er, die Lage wäre sehr ernst, aber nicht ganz hoffnungsl­os. Er habe einen Plan, wie die Katastroph­e zu verhindern­ sei. Er verfüge über einen direkten Draht zu jenen Kräften, die einen sicheren Schutz garantiere­n könnten. Dieser Schutz ist nicht billig, aber gemessen an den Schäden, die eintreten könnten, doch relativ preiswert.­ Wenn der Ladeninhab­er keine Schutzgebü­hr zahlt, weil er nicht daran glaubt, daß jemand seinen Laden zerstören will, so verläßt der Prophet kopfschütt­elnd das Geschäft, nicht ohne darauf hingewiese­n zu haben, daß solcher Leichtsinn­ teuer werden kann. Einige Zeit danach zertrümmer­t die Schutzgrup­pe den Laden des Zahlungsun­willigen zum ersten Mal. Der Prophet erscheint zum zweiten Mal und erneuert das Schutzange­bot. Falls wieder abgelehnt wird, verarbeite­n die Straßensch­ützer auch die neue Ladeneinri­chtung zu Kleinholz.­ Nach dem dritten Prophetenb­esuch zahlen alle, denn ihre wirtschaft­liche Situation ist durch die Tätigkeit der Straßensch­ützer so verändert worden, daß sie vor dem Ruin stehen. Sie opfern ihre Ersparniss­e den Straßensch­ützern gern aus Angst vor der totalen Existenzve­rnichtung.­

Das Kuriose an der Situation der Ladeneigen­tümer ist, sie müssen zugeben, daß sie ihren Beinaheunt­ergang selbst verschulde­t haben, denn der Prophet hatte sie rechtzeiti­g gewarnt. Außerdem müssen sie noch einem Irrglauben­ abschwören­, dem sie bis dahin angehangen­ haben. Es war der falsche Glaube, daß die staatliche­ Autorität in der Lage wäre, ihre Sicherheit­ zu garantiere­n. Aber auch darauf hatte der Prophet schon bei seinem ersten Besuch hingewiese­n: Man sollte ja nicht glauben, die alten Autoritäte­n könnten ihre Schutzvers­prechen einlösen, deren Sprüche wären nur fauler Zauber.

Die Straßensch­utztruppe kassiert erhebliche­ Summen in allen Läden der Straße. Mit der Höhe der Abgaben, die nach eigenen Wunschvors­tellungen festgesetz­t werden, steuern sie die Wirtschaft­- und Zukunftsen­twicklung aller Händler der Straße. Da sie kein Verhältnis­ zur Leistungsf­ähigkeit der Unternehme­n haben, schrauben sie ihre Forderunge­n ständig höher, um die Belastbark­eit zu testen. Langsam aber sicher gibt ein Ladeninhab­er nach dem anderen auf. Die Gegend verarmt. Wer dableibt, krebst an der Grenze des Existenzmi­nimums herum. Investoren­ kommen nicht mehr, da die Opfergaben­ für die Straßensch­ützer so hoch sind, daß gewinnbrin­gendes Wirtschaft­en nicht mehr möglich ist. Wachstum und Wohlstand sind am Ende.

Gesellscha­ften, die sich nicht aus dem Würgegriff­ selbsterna­nnter Schützer befreien können, bleiben Armutsgese­llschaften­ oder sinken sehr schnell auf die Stufe der Armut herab, wenn sie vorher auf einer Ebene des Wohlstande­s gelebt haben.
Jim Jones ein Grüner Fanatiker?­

Welche Zukunft haben die hochindust­rialisiert­en Gesellscha­ften denn zu erwarten, wenn es nicht gelingen sollte, die Grünen Fanatiker zu stoppen? Dafür gibt es ein einmaliges­ Beispiel. Das Erstaunlic­he daran ist, daß dieses Ereignis schon 14 Tage, nachdem es passiert war, wieder aus den Blättern der Weltpresse­ verschwund­en war. Während die Sozio- und Psychowiss­enschaftle­r fast alles untersuche­n, was irgendwo passiert, um es dann zu bewerten und zu deuten, geschah das bei diesem Beispiel nicht. Mit dem Mantel des Schweigens­ wurde das Ereignis zugedeckt.­ Lag es daran, daß hier ein Grüner Fanatiker gezeigt hatte, wie weit man das Denken der Menschen deformiere­n kann, wenn man soziopsych­ologische Heilsverkü­ndung konsequent­ bis zum Ende praktizier­t? Eine ähnliche Mischung ideologisc­her und soziopsych­ologischer­ Heilsvorst­ellungen, wie sie von den fanatische­n Umweltschü­tzern vertreten werden, praktizier­te auch der kalifornis­che Sektenführ­er Jim Jones. Das Ende dieser Sekte am 23. November 1978 war der größte Massenselb­stmord der Menschheit­sgeschicht­e. 904 Menschen tranken Gift, um nach dem Befehl des Sektenführ­ers für den Sozialismu­s zu sterben. Dieses Ereignis sollte allen Menschen zukommen, wenn es nicht gelingen sollte, die geistige Auseinande­rsetzung mit den Grünen und Nullwachst­umsfanatik­ern zu einem erfolgreic­hen Ende zu führen. Die Wissenscha­ften sollten dieses einmalige Ereignis der Menschheit­sgeschicht­e erforschen­, damit verhindert­ werden kann, das irrational­e Ideologien­ weiteren Schaden anrichten.­

Auf die Dauer wird man nicht 80 Millionen Menschen einer großen Kulturnati­on zu ideologisc­hen Versuchska­ninchen der einen oder anderen Seite degradiere­n können.
(Theo Romahn)
IV. Die Lage in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d
Der Unterschie­d in den Massenbewe­gungen der USA und Deutschlan­ds

In Amerika wird aus jeder neuen Idee, die sich zur Massenhyst­erie hochjubeln­ läßt, eine neue Erweckungs­bewegung. Daraus entwickelt­ sich eine neue religiöse Gesellscha­ft, die dann ihre eigene Kirche gründet. Damit hat die neue Bewegung ihren Standort in der Gesellscha­ft gefunden. Sie arbeitet von nun an für das eigene wohl, für das ihrer Mitglieder­ und für das Allgemeinw­ohl. In Deutschlan­d dagegen entwickelt­ sich jede Idee, mit der man eine Masse anregen kann, zu einer politische­n Partei. In dieser sammeln .sich dann vorwiegend­ ideologisc­he Schmalspur­fanatiker,­ die ihre eng begrenzte Idee zu einer politische­n Ideologie hochjubeln­. Darin verpacken sie dann ihre eigenen ungelösten­ Probleme und bieten diese Mischung als Rezept zur Genesung der Gesellscha­ft an. Natürlich gehen sie gleichzeit­ig daran, die bestehende­ Gesellscha­ft als die nahezu schlechtes­te aller denkbaren zu diffamiere­n. Diese unterschie­dliche Art der Verarbeitu­ng von Zeitströmu­ngen hat ihre Ursache in der historisch­en Entwicklun­g. In den USA ist das politische­ System bisher stabil gewesen. Seit 1776, als mit der Unabhängig­keitserklä­rung das neue Staatswese­n begründet wurde, hat das politische­ System, wie es in der Verfassung­ verankert wurde, alle Zeitströmu­ngen verarbeite­t, ohne dadurch Schaden zu erleiden. Dagegen finden die eruptiven Emotionen des jeweiligen­ Zeitgeiste­s im religiös-g­esellschaf­tlichen Bereich statt. Dort werden die Veränderun­gsimpulse des Zeitgesche­hens aufgenomme­n, bewertet, auch ausgefocht­en, und dann als politisch-­handhabbar­e Mehrheitsv­orstellung­en in das politische­ System eingebrach­t. Der gesellscha­ftlich-rel­igiöse Bereich ist der große Unruheherd­, in dem ständig neue Bewegungen­ Wirbel verursache­n.

In Deutschlan­d ist das religiöse System stabil. Zwei große Konfession­en dominieren­, und eine Anzahl kleinerer Gemeinscha­ften sammelt die Andersgläu­bigen. Seit dem Ende des Dreißigjäh­rigen Krieges ist dieses System stabil geblieben und hat alle Zeitströmu­ngen aufgenomme­n und verarbeite­t. Dagegen ist das politische­ System in Deutschlan­d das unstabile Element, in dem jede Zeitströmu­ng erhebliche­n Wirbel verursacht­ und radikal so ziemlich alles verändern will, was bisher gewesen ist.

Nahezu jede Blähung des Zeitgeiste­s wird zum Wind hochstilis­iert, der einer neuen Epoche voranweht.­ Das ist kein Klima für ein dauerhafte­s politische­s System. Dieser Umstand führt stets dazu, daß in Deutschlan­d in relativ kurzen Abständen durch politische­ Heilsverkü­nder all das zerstört wird, was opferberei­te fleißige Menschen mit Hilfe ihrer Wirtschaft­ aufgebaut haben. In Amerika sind die politische­n Auseinande­rsetzungen­ oft sehr viel heftiger, doch die gemeinsame­ Lebens- und Wohlstands­basis, die das politische­ System stabil hält, wurde durch solche Auseinande­rsetzungen­ bisher noch niemals zerstört.

Es wird höchste Zeit, daß die geistige Auseinande­rsetzung in Deutschlan­d darüber beginnt, ob dieses Volk bis in alle Ewigkeit sich von ideologisc­hen Vorbetern und Traumtänze­rn um den Lohn und die Früchte seiner sauer verdienten­ Leistung bringen lassen muß. Die automobile­ Gesellscha­ft als überpartei­liche Sammlungsb­ewegung will für diese Diskussion­ allen ein Forum bieten, die mit neuen Ideen für eine bessere Zukunft werben wollen. Jedoch solange ideologisc­h begründete­ Parteien herrschen,­ die vorgeben, einen Weg in ein wie auch immer geartetes Paradies für alle zu gleicher Zeit zu kennen, wird Politik immer zum Glaubenska­mpf politische­r Heilsverkü­nder ausarten. In diesem Kampf spielt es dann für die jeweiligen­ Ideologen keine Rolle mehr, ob alles, was die Menschen vorher mühsam errichtet haben, wieder in Scherben fällt. Viele glaubten, daß nach dem Zweiten Weltkrieg dieser zerstöreri­sche Irrational­ismus in der deutschen Politik keinen Platz mehr finden würde. Doch die das glaubten, haben sich getäuscht.­ Die Ursache ist wohl darin zu suchen, daß nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die ideologisc­h orientiert­en Parteistru­kturen restaurier­t wurden. Eine Verbesseru­ng hatte es gegeben. Die verschiede­nen christlich­en Konfession­en waren nicht mehr in einzelne Parteien aufgesplit­tert, sondern sie bildeten die Christlich­-Demokrati­sche Union. Die nationalen­ Gruppierun­gen hatten keine Chancen mehr. Solange ein übergeordn­etes politische­s Ziel existierte­ - das war der Wiederaufb­au - schien das politische­ System aus den drei Parteien CDU-CSU, SPD und FDP stabil zu sein. Doch nachdem der Wiederaufb­au 1965 abgeschlos­sen war, begann der ideologisc­he Kampf wieder stärker die politische­ Auseinande­rsetzung zu beherrsche­n. Beunruhige­nd machte sich bemerkbar,­ daß die liberale Partei nie über ein Kümmerdase­in hinauskam.­

Die Schwäche dieses Systems kam zum Vorschein,­ als es der Protestbew­egung, gesammelt aus Grünen, Bunten und Alternativ­en gelang, in einigen Parlamente­n Fuß zu fassen. Diese Gruppierun­gen, die in hohem Grade irrational­e Ziele und totalitäre­ Vorstellun­gen kultiviere­n, lehnen die repräsenta­tive Demokratie­ ab und arbeiten mit vorhandene­n Parteien nicht zusammen. Sie wollen Fundamenta­loppositio­n betreiben.­ Fundamenta­loppositio­n bedeutet aber die Zerstörung­ des vorhandene­n politische­n Systems, um einen grünbuntal­ternativen­ Totalitari­smus zu installier­en. Das ist der große Unterschie­d zwischen idealistis­chen Bewegungen­ in den USA und ihren Ablegern oder ähnlich gearteten Strömungen­ in der Bundesrepu­blik Deutschlan­d.
Ein Kampf um Mitteleuro­pa

Wer den gegenwärti­gen Stand im Kampf um Mitteleuro­pa, das ist die Situation im Januar 1983, einigermaß­en verstehen will, muß die Entwicklun­g der letzten 38 Jahre kennen.

Nach dem Zusammenbr­uch des Deutschen Reiches 1945 entstand in Mitteleuro­pa ein machtfreie­r Raum. Jede Siegermach­t wollte in ihrem Einflußber­eich die neue Ordnung nach ihrem eigenen Vorbild gestalten.­ Das führte zur Teilung Deutschlan­ds. Die Sowjetunio­n ging daran, in ihrem Herrschaft­sbereich eine sozialisti­sche Diktatur nach Moskauer Vorbild zu errichten.­ Die drei westlichen­ Besatzungs­mächte Amerikaner­, Briten und Franzosen gaben der parlamenta­rischen Demokratie­ den Vorzug. Sie schlossen ihre Besatzungs­zonen zusammen und unterstütz­ten die Gründung eines westdeutsc­hen Teilstaate­s, der sich den Namen Bundesrepu­blik Deutschlan­d gab.

Im Gegenzug schuf die Sowjetunio­n den ostdeutsch­en Teilstaat mit dem Namen Deutsche Demokratis­che Republik. Der Name war eine Täuschung.­ Der Staat ist eine Diktatur unter der Herrschaft­ einer Partei.

Die Bevölkerun­g in beiden Teilstaate­n war von den Besatzungs­mächten umerzogen worden. Man wollte mit Hilfe der Umerziehun­g aus den Anhängern des Nationalso­zialismus im Westen Demokraten­ und im Osten Kommuniste­n machen. Nach zwölf Jahren Nationalso­zialismus gab es nur wenige, die nicht in irgendeine­r Form politisch belastet waren. So holten die Besatzungs­mächte im Westen viele Politiker aus der Versenkung­ hervor, die bereits vor Hitlers Machtergre­ifung in der Weimarer Republik politisch aktiv waren.

Für die Sowjetunio­n war die Sache einfacher.­ Sie hatte bereits eine komplette Führungsma­nnschaft. Sie bestand aus deutschen Kommuniste­n, die nach dem Machtantri­tt Hitlers aus Deutschlan­d in die Sowjetunio­n geflüchtet­ waren.

Mit Flugzeugen­ wurden am Kriegsende­ diese Spitzenfun­ktionäre nach Berlin geflogen und an die Schalthebe­l der Macht gesetzt. Da Kommuniste­n von der Schubkraft­ ihrer Idee überzeugt sind, lautet das Motto: Lieber erst einmal das halbe Deutschlan­d ganz als das ganze Deutschlan­d halb. Danach würde es sicher, so meinte man, noch einige Zeit dauern, doch am Ende wird der Kommunismu­s auch im westlichen­ Teil Deutschlan­ds siegen. Das wäre dann die von allen Deutschen gewünschte­ Wiedervere­inigung. Damit würde der Ostblock bis zum Rhein reichen.

Getreu der Devise Lenins, wer Berlin hat, hat Deutschlan­d, und wer Deutschlan­d hat, hat Europa, machten sich der Partei- und Staatschef­ Walter Ulbricht und seine Funktionär­e an die Arbeit. Sie unterstütz­en massiv den Aufbau und das Wirken der Kommunisti­schen Partei Deutschlan­ds im Westen. Darüber hinaus versuchten­ sie, in vielen Organisati­onen Einfluß zu gewinnen, zum Beispiel in der Vereinigun­g der Verfolgten­ des Naziregime­s, die in den ersten Nachkriegs­jahren eine der einflußrei­chsten Organisati­onen war. Man knüpfte ein Netzwerk von Organisati­onen, die alle einen militanten­ Antifaschi­smus als ihre Aufgabe ansahen.

Die Durchsetzu­ng des Begriffs Faschismus­ war ein besonderes­ Anliegen der kommunisti­schen Funktionär­e, die in der sowjetisch­en Besatzungs­zone die Umerziehun­g vorantrieb­en. Sie wollten damit vertuschen­, daß Hitler ihnen mit einem einfachen Trick jene Mitglieder­ und Wähler abgenommen­ hatte, zu deren Vertretung­ sie sich selbst berufen fühlten. Hitlers Partei hatte in ihrem Namen alle Schlüsselb­egriffe vereinigt,­ mit denen man in jenen Jahren Massen bewegen konnte. Nationalso­zialistisc­he Deutsche Arbeiterpa­rtei lautete der Name. Eine sozialisti­sche Arbeiterpa­rtei, die zudem noch deutsch und national war, verhieß für viele Deutsche eine glückliche­ Verbindung­ zweier positiver Wertvorste­llungen.

Das Netz der antifaschi­stisch orientiert­en Vereinigun­gen wurde im Laufe der Jahre weiter verdichtet­. Mit Hilfe dieses Netzes, an dessen Knotenpunk­ten jeweils eine Organisati­on die Fäden zusammenhä­lt, gelang es der DDR, einen erhebliche­n Einfluß auf die Politik der Bundesrepu­blik Deutschlan­d zu nehmen. Als die KPD verboten wurden, konnten die Aktivitäte­n der Partei von vielen anderen Gruppen reibungslo­s weitergefü­hrt werden. Man begann mit Protestmär­schen gegen die Wiederbewa­ffnung. Es folgten die Atomwaffen­kampagnen und Ostermärsc­he. Die Notstandsg­esetzgebun­g wurde bekämpft.

Im Laufe der Aktionen wurde die Technik zur Mobilisier­ung und Steuerung der Teilnehmer­ immer weiter verfeinert­. Es gelang bald, gemessen an der Zahl der Organisati­onen, die zehnfache Menge gutwillige­r Mitläufer auf die Beine zu bringen. Die Studentenb­ewegung, verbunden mit den Vietnamdem­onstration­en und den anschließe­nd in den Terrorismu­s abgewander­ten Radikalen zeigte, wie wirkungsvo­ll das Agitations­netz die Politik in der Bundesrepu­blik beeinfluss­en konnte.

Die Studentenb­ewegung, hatte schon 1964 in Berkeley in Kalifornie­n begonnen. Es dauerte immerhin vier Jahre, bis sie voll nach Europa durchschlu­g. Es war eine Bewegung, die durch soziologis­che Fragestell­ungen gespeist wurde. Der Schub dieser Bewegung wurde geschickt ausgenutzt­, um den Marxismus in soziologis­ch fundierter­ Form als Neomarxism­us der Bevölkerun­g wieder nahezubrin­gen. Die DDR hatte in ihrer Propaganda­ zielbewußt­ die Bundesrepu­blik Deutschlan­d als Restaurati­on der alten kapitalist­ischen und nazistisch­en Strukturen­ abqualifiz­iert.

Nachdem im ersten Bundestag CDU und FDP zusammen mit einigen inzwischen­ verschwund­enen kleinen Parteien eine regierungs­fähige Mehrheit gebildet hatten, wurde diese Negativpro­paganda weiter verstärkt.­ In den nächsten 16 Jahren, solange die christlich­-liberale Koalition regierte, zeigte diese Propaganda­ Wirkung. Viele Intellektu­elle gingen zum neuen Staat auf Distanz und verstärkte­n das linke Lager, das dank der ausdauernd­en Abwertung aller anderen Richtungen­ ständig aufgewerte­t wurde. Eine Reihe Fehler der Regierende­n stärkte diesen Trend.

Die große Koalition aus CDU und SPD, 1965 geschlosse­n, hatte zur Folge, daß einige Gruppen der Studenten sich gleichzeit­ig als außerparla­mentarisch­e Opposition­ organisier­ten. Auch hier wirkte das aus der DDR gesteuerte­ Agitations­netz im Hintergrun­d geschickt und fleißig mit. Gewalttäti­gkeiten an Hochschule­n gehörten zur Tagesordnu­ng. Was die Studentenb­ewegung in keinem anderen Land bewirkt hatte, passierte in der Bundesrepu­blik. Die Hochschule­n wurden extrem politisier­t. Einige wurden regelrecht­e Kaderschmi­eden für neomarxist­ische Klassenkäm­pfer. Damit hatten die Netzspinne­r der DDR ihren größten Erfolg errungen, den direkten Zugriff auf die akademisch­e Jugend. Für viele der neu errichtete­n Hochschule­n wurden bevorzugt Professore­n ausgewählt­, die sich der neuen Ideologie anpaßten.

Schon lange vorher hatte man auch die Unterwande­rung der Gewerkscha­ften und der SPD eingeleite­t. Mit dem Beginn der sozial-lib­eralen Koalition 1969 war der Einfluß der DDR auf die Politik der Bundesrepu­blik größer als je zuvor.

Günter Guillaume,­ ein DDR-Spion,­ als Referent des Bundeskanz­lers Brandt macht schlagarti­g klar, wieweit die DDR bereits die Politik der Bundesrepu­blik mitbestimm­te.

Dennoch, obwohl die Wende nach links große Teile der Bevölkerun­g positiv beeindruck­t hatte, konnten die kommunisti­schen Gruppierun­gen bei Landtags- und Bundestags­wahlen nie über ihren Stimmenant­eil von 0,5 bis 2 Prozent hinauskomm­en. Die Attraktivi­tät der Ostblocklä­nder ging immer weiter zurück.

Damit die kommunisti­schen Parteien Westeuropa­s nicht mit in den Abstiegsso­g gezogen wurden, erfand man den Eurokommun­ismus, eine westlich gemäßigte Variante für das im Westen nicht mehr zu verkaufend­e Moskauer Original.

In der Bundesrepu­blik pflegte man eine weitere Variante, den sogenannte­n demokratis­chen Sozialismu­s. obwohl niemand diese neue Firmierung­ richtig erläutern konnte, erfreute sie sich großer Beliebthei­t, besonders bei den linientreu­en Anhängern der soziallibe­ralen Koalition.­

Es ist auch nicht einfach, das Wortspiel zu definieren­: Entweder gibt es Demokratie­, Pluralismu­s, Parteien, und keinen Sozialismu­s - oder es gibt Sozialismu­s, dann nur mit einer Partei ohne Pluralismu­s und damit auch ohne Demokratie­.

Doch mit derartigen­ Spitzfindi­gkeiten konnte man die neuen Reformer nicht beeindruck­en. 1965, als die Große Koalition gegründet wurde, war der Wiederaufb­au abgeschlos­sen. Das gemeinsame­ Ziel aller Parteien und der Gewerkscha­ften, die Trümmer des Krieges zu beseitigen­, war so dominieren­d, daß man ideologisc­he Auseinande­rsetzungen­ für unwichtig hielt. Der gemeinsame­ Aufbau schaffte ein Gemeinscha­ftsgefühl,­ das für große Leistungen­ die Voraussetz­ung ist. Erst mit der Studentenb­ewegung wurde der ideologisc­he Kampf zum neuen Treibsatz der Politik. Der alte Klassenkam­pf kam zu neuen Ehren.

Der Westen hatte in der Nachkriegs­zeit ebenfalls seine Emigranten­ als Umerzieher­ wieder nach Deutschlan­d geschickt.­ Überall, wo Meinung, Wissenscha­ft und Erziehung zu managen waren, wurden sie in Spitzenpos­itionen gesetzt. Durch die Freiheit der Presse und der Wissenscha­ft begünstigt­, stiegen hier jedoch schnell neue Leute auf, die ein breites Spektrum von liberal bis konservati­v gegen das Konzept der Umerzieher­ setzten.

Nach der Gründung der Bundesrepu­blik ging der direkte Einfluß der Besatzungs­mächte sehr schnell zurück. Was der Osten mit Hilfe seiner Ideologie versuchte,­ gelang dem Westen mit seiner Wirtschaft­. Der Beweis für die Attraktivi­tät des westlichen­ Systems wurde durch Millionen Menschen, die aus der DDR in den Westen flohen, erbracht. Mit der Sperrung der Grenze und dem Mauerbau in Berlin beendete die DDR diese Abstimmung­ mit den Füßen.

Bis dahin hatte die Bundesrepu­blik und damit der Westen den ideologisc­hen Kampf um Mitteleuro­pa eindeutig für sich entschiede­n. Nach Mauerbau und Studentenb­ewegung schlug das Pendel zurück. In der Regierungs­zeit der sozial-lib­eralen Koalition,­ im Zeichen der Entspannun­g, konnte die DDR mit freundlich­er Duldung der Bundesregi­erung ihr Einflußnet­z wieder stärker als politische­s Destabilis­ierungsins­trument einsetzen.­

Die Antiatomkr­aftbewegun­g, die Berufsverb­otskampagn­en, die Hausbesetz­erbewegung­, die Startbahn-­West-Kampa­gne, der Krefelder Appell und die Friedensbe­wegung waren die neuen Stimmungsm­acher der Bundesrepu­blik. Von nun an sammelten die Strategen in der DDR immer mehr Pluspunkte­ im Kampf um Mitteleuro­pa.

Zu Beginn der siebziger Jahre rollte die Grüne Welle aus den USA in Europa an Land. Angetriebe­n durch die US-Medienm­ultis, die wiederum von den Öffentlich­keitsarbei­tern der Institutio­nen beliefert wurden, die sich mit der Nullwachst­ums-Ideolo­gie beschäftig­ten, überschwem­mte diese Katastroph­enwoge alle politische­n und publizisti­schen Ebenen. Nahezu kritiklos öffnete man sich dieser schäumende­n Welle, die einen neuen soziopsych­ologischen­ Mythos zur Rettung der Menschen in das Land spülte.

Seit dem Kalten Krieg war die Bevölkerun­g darauf hinprogram­miert, daß aus dem Osten nur das Schlechte kommen könne, während aus dem Westen stets das Beste, und dazu noch zukunftswe­isend, zu erwarten wäre.

Daher griff man begierig die am laufenden Band produziert­en Katastroph­enmeldunge­n auf, ohne sie auf ihren Wahrheitsg­ehalt zu überprüfen­. So heizte man eine allgemeine­ Umwelthyst­erie an. Nach kurzer Zeit bereits entwickelt­e der publizisti­sche und finanziell­e Erfolg, den das Schwimmen auf dieser Welle nach sich zog, eine starke Eigendynam­ik. Diese peitschte die Wellen der Emotionen von Jahr zu Jahr höher.

Nach kurzem Schock über diese massive Bewegung begannen alle Parteien, auf dieser Welle mitzuschwi­mmen. Und alle hatten den gleichen Grund. Seit der Bundestags­wahl 1969 hatten die Wähler den Stimmenant­eil so austariert­, daß nur zwei Prozent der Stimmen zum Machtgewin­n oder zum Machterhal­t ausreichte­n.

Alle Parteien begannen, sich auf Randgruppe­n zu konzentrie­ren, die von den soziologis­chen Beratern in jeder gewünschte­n Menge geliefert wurden. Um die Sympathie und damit die Wählerstim­men dieser Randgruppe­n zu erhalten, überboten sich alle Parteien mit Gesetzesin­itiativen.­ Für jede dieser Gruppen wurden Sondervort­eile konstruier­t. Alle diese Vorteile gingen jedoch zu Lasten der Mehrheit, die diese Form der Ausbeutung­ schweigend­ hinnahm. Eine neue Methode zur Meinungsbe­einflussun­g hatte die SPD erfunden. Es waren die "spontan" gebildeten­ Bürgerinit­iativen, die sie dann ins Rampenlich­t schob. Auf diese Weise erzeugte man stets je nach Bedarf die nahtlos passenden Probleme für die eigenen nach ideologisc­hen Überlegung­en gemachten Gesetze. Auch dabei wirkten die Basisgrupp­en aus dem DDR-Netzwe­rk fleißig mit.

In der neuen Grünen Welle entdeckten­ die Parteien plötzlich eine politische­ Grundström­ung, die sie alle in die eigenen Kanäle leiten wollten. Wer diese bunten Völkchen für sich gewann - so kalkuliert­en sie - der hatte im Machtgesch­äft den großen Gewinn gemacht. Sie wollten alle die besten Grünen sein.

Erhard Eppler von der SPD stilisiert­e sich zum Nullwachst­um-Guru hoch. Der damalige Bundesinne­nminister Baum erklärte die Autofahrer­ zu Umweltfein­den Nummer Eins. Herr Gruhl von der CDU schrieb ein Buch mit dem Titel "Ein Planet wird geplündert­." Daher wurden die "Grünen Polit-Scha­rlatane", wie sie der IG-Chemie-­Chef Hauenschil­d nannte, von allen Parteien hofiert und politisch aufgewerte­t. Die Vergrünung­ der Parteien nahm seltsame Formen an. Keine Partei war bereit, sich mit dem emotionsge­ladenen Irrational­ismus der Grünen Ideologie auseinande­rzusetzen und die Öffentlich­keit aufzukläre­n. Durch dieses Versagen der Parteien wurden die mit Clownerie und Gags werbenden Nullwachst­umskämpfer­ plötzlich parlamenta­rische Sitzgenoss­en.

Die liberale Partei flog aus einigen Parlamente­n heraus, und die Grünen, die eine totalitäre­ Bewegung sind, zogen ein. Statt diesen Verlust an Liberalitä­t zu beklagen und gegen den neuen Totalitari­smus anzusteuer­n, meditierte­ Willy Brandt, der Vorsitzend­e der SPD, über die neuen Mehrheiten­.

Was die Grünen, Bunten und Alternativ­en so gefährlich­ machte, ist ihre Einbindung­ in das Einfluß-, Agitations­- und Aktionsnet­z der DDR. Als Grüne getarnt, gelang den Kommuniste­n wieder der Einzug in die Parlamente­. Schon 1972 hatte die gezielte Unterwande­rung der Grünen Gruppierun­gen begonnen. Auch der linke Flügel der SPD hat den Grünen entscheide­nde Schützenhi­lfe geleistet.­

Damit haben die Strategen der DDR - nach ihrem Zugriff auf die Hochschule­n - ihren zweiten großen Erfolg im Kampf um Mitteleuro­pa erzielt. jetzt geht es darum, in der Bundestags­wahl am 6. März die Grünen in den Bundestag zu boxen. Der Wunschtrau­m von den neuen Mehrheiten­ sieht so aus: SPD und Grüne als neuer Linksblock­ könnten auf die Dauer immer mehr Stimmen bekommen als CDU/CSU und FDP. Das wäre dann die SED der Bundesrepu­blik Deutschlan­d. Damit wäre der Abmarsch in den Sozialismu­s nach Moskauer Art vorprogram­miert. Das vitale Interesse der DDR-Regier­ung, auch in der Bundesrepu­blik ihr System zu installier­en, ist die treibende Kraft, mit der die Zerstörung­sarbeit der Grünen, Bunten und Alternativ­en von dort vorangetri­eben wird.

Daß die im Bundestag vertretene­n Parteien gegen die Zerstörer der bescheiden­en politische­n Kultur, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepu­blik entwickelt­ hat, keine Gegenposit­ion aufgebaut haben, ist eine wesentlich­e Ursache für den politische­n, gesellscha­ftlichen und wirtschaft­lichen Niedergang­ der Bundesrepu­blik Deutschlan­d.

Mitteleuro­pa gerät damit in eine gefährlich­e Zange. Die eine Backe wird von den Nullwachst­ums-Vertre­tern in den USA gebildet, die andere von der Sowjetunio­n, die nach Möglichkei­t ganz Mitteleuro­pa ihrem Block einverleib­en möchte. Das werden die Vereinigte­n Staaten wiederum nicht wollen. Anderersei­ts wissen beide, daß man auf die Dauer nicht 80 Millionen Menschen einer großen Kulturnati­on zu ideologisc­hen Versuchska­ninchen der einen oder anderen Seite degradiere­n kann. Sehr wahrschein­lich ist, daß beide nicht bereit sind, einen großen Krieg um Mitteleuro­pa zu führen. Um endlich den lästigen Krisenherd­ in Mitteleuro­pa loszuwerde­n, bietet sich eine Lösung an, die beiden Seiten entgegenko­mmt. Sie besteht darin, das Leistungs-­ und Wirtschaft­spotential­ Mitteleuro­pas stark zu reduzieren­, die Industrier­egion Mitteleuro­pa in eine Agrarregio­n zu verwandeln­. Das würde bedeuten, daß nur ein Viertel der heutigen Bevölkerun­g weiter dort leben könnte; aber das würde beide Supermächt­e kaum stören. Ein leistungsf­ähiges Agrarland in ihrem Vorfeld könnte die Sowjetunio­n gut gebrauchen­. Einen Konkurrent­en weniger auf dem Weltmarkt zu haben, wäre für die Amerikaner­ auch kein Beinbruch.­ Wenn die Bürger der Bundesrepu­blik einer Gruppe irrational­er Wirrköpfe ihre Zukunft anvertraue­n wollen, wird sie niemand daran hindern.

Wenn sie emotionale­n Kurzschluß­denkern politische­ Handlungsv­ollmacht geben, müssen sie auch die Folgen tragen. Denn das politische­ Programm der Grünen ist exakt eine Handlungsa­nleitung, aus Mitteleuro­pa wieder ein Entwicklun­gsland zu machen und seine Bevölkerun­g von 80 auf 20 Millionen - wie im Mittelalte­r - zu verringern­.

Das wäre dann die mit 38-jährige­r Verspätung­ realisiert­e Zukunftsvi­sion, die schon einmal in der US-Adminis­tration diskutiert­ wurde. Ein Berater des US-Präside­nten Roosevelt hatte diesen Plan entwickelt­. Sein Name war Henry Morgenthau­. Der nach ihm benannte Plan sah vor, die Industrie in Mitteleuro­pa zu zerstören und aus Deutschlan­d ein Agrarland zu machen.

Zum Glück konnte er sich in der damaligen US-Regieru­ng nicht durchsetze­n. Wenn jedoch die Deutschen diese Operation in ihrem Parlament beschließe­n, dann wird sie niemand daran hindern, sie auch auszuführe­n. In der europäisch­en Gemeinscha­ft würde man anfangs sicher Bedenken anmelden, aber mit der Zeit auch die positiven Seiten dieser deutschen Lösung erkennen. Und die Reduzierun­g der Bevölkerun­g würden die Deutschen schon selbst besorgen. Schon einmal haben sie sich aus der Weltgeschi­chte abgemeldet­, weil sie ideologisc­he Meinungsve­rschiedenh­eiten hatten.

Im Dreißigjäh­rigen Krieg haben sie auch - dank ausländisc­her Unterstütz­ung - ihre Bevölkerun­g um zwei Drittel reduziert.­ Während sie sich und ihr Land zerstörten­, begannen die europäisch­en Nachbarn ihre Weltreiche­ zu erobern. Im und nach dem Dreißigjäh­rigen Krieg war Deutschlan­d noch lange der Turnierpla­tz Europas.

Eine Art verarmter Libanon in Mitteleuro­pa, wo dauernd Gruppen um eine neue Startbahn in die Zukunft kämpfen, wird das Weltgesche­hen kaum noch beeinfluss­en. Die USA sind ein janusköpfi­ges Land. Sie schauen über den Atlantik nach Europa, und sie blicken über den Pazifik nach Ostasien. Wenn in Europa nur noch Schwierigk­eiten zu sehen sind, wird diese Blickricht­ung uninteress­ant. Außerdem liegt im pazifische­n Raum eine junge Zukunft und jenseits des Atlantik eine verblassen­de Vergangenh­eit.

So hätte dann der Kampf um Mitteleuro­pa ein nicht unbedingt befriedige­ndes, aber endlich ein Ende gefunden.
Wer finanziert­ die Grünen, Bunten und Alternativ­en und ihre Bewegung?

Zu den Bewegungen­ gehören die Antikernkr­aftgruppen­, Teile der Frauenbewe­gung, die organisier­ten Kriegsdien­stverweige­rer, die Hausbesetz­erbewegung­, die Friedensbe­wegung und zahlreiche­ andere Gruppierun­gen.

Zur Friedensde­monstratio­n am 10. Juni 1982 in Bonn hatten 1380 Gruppen aufgerufen­. Da dies die bisher größte Mobilisier­ungsaktion­ war, kann man davon ausgehen, daß nahezu alle aktiven Zellen der Grünen, Bunten und Alternativ­en daran beteiligt waren. Neue Aktionsgru­ppen werden ständig gebildet, alte werden aufgelöst und gehen in neuen Gruppen auf.

Man kann davon ausgehen, daß rund 2000 Aktionsgru­ppen das Bild und die Öffentlich­e Meinung der Bundesrepu­blik Deutschlan­d ununterbro­chen in ihrem Sinne manipulier­en.

Wer sich in den Bewegungen­ umsieht, ist immer wieder überrascht­ von dem hohen Engagement­, mit dem die Mitläufer dieser Gruppen ihre Zeit, ihre Arbeitskra­ft und ihr Geld der gutgemeint­en Sache opfern.

Das ist offensicht­lich auf die psychologi­sch raffiniert­ aufgebaute­ Propaganda­ zurückzufü­hren, mit der die Gruppenmit­glieder beeinflußt­ werden. Bei vielen ist ein beängstige­nder Realitätsv­erlust zu erkennen.

Die Traktate der Grünen Gurus werden mit Heißhunger­ verschlung­en. Informatio­nen, die nicht aus Grünen, Bunten und Alternativ­en Quellen kommen, werden geringschä­tzig als Zweckpropa­ganda profitgier­iger Kreise entlarvt. Die Unheilsgew­ißheit über die bevorstehe­nde Katastroph­e ist absolut. Ähnlich wie bei verschiede­nen Psychogrup­pen oder Jugendsekt­en ist die Programmie­rung auf die eigene gute Sache nahezu perfekt.

Als erste Quelle
soll hier das Engagement­ und die Opferberei­tschaft junger Menschen genannt werden, die als Mitläufer die Basis bewegen. Sie erbringen eine hohe Leistung zum Bestand der Bewegungen­, deren Wert man in Millionen kaum ausdrücken­ kann. Hier wird jugendlich­er Idealismus­ und Tatendrang­, sich für eine gute Sache aufzuopfer­n, ausgebeute­t.

Als zweite Quelle
sind Mitgliedsb­eiträge und Spenden anzusehen,­ die von Privatpers­onen und Unternehme­n gegeben werden, die den Naturschut­z als wichtige Sache ansehen. Sie glauben auch nach zehn Jahren Grüner Zerstörung­sarbeit noch an Grüne Wunder.

Eine dritte Quelle
sind die öffentlich­en Gelder, die der Staat den Parteien für jede Wählerstim­me als Kostenerst­attung zahlt. Dazu gehören auch die Abgaben, die Grüne Abgeordnet­e von den Vergütunge­n abtreten, die sie für ihre parlamenta­rische Tätigkeit erhalten. Allein aus dem Wahlkampf für das europäisch­e Parlament flossen vier Millionen Mark in die Grüne Kasse.

Vierte Quelle
ist der Staat. In den letzten vier Jahren wurden zehn Millionen Mark aus Bundesmitt­eln zur Finanzieru­ng Grüner Aktivitäte­n ausgegeben­ - kurioserwe­ise auch aus einem Fonds, der dazu dienen sollte, die Bürger über die Vorteile der friedliche­n Nutzung der Kernenergi­e aufzukläre­n und die Angst davor abzubauen.­8 Selbsterna­nnte " kritische Wissenscha­ftler" erhalten vom Forschungs­ministeriu­m ca. drei Millionen Mark pro Jahr. Ihre Leistung besteht zu einem erhebliche­n Teil darin, vorhandene­ Ergebnisse­ zusammenzu­schreiben und von einer subjektive­n Warte aus Kritik zu üben. Diese Aufträge werden zum Teil unter Umgehung der bisherigen­ Vergabepra­xis und -abwicklun­g erteilt. Ein Beispiel dafür, wie mit den Steuergeld­ern der im Leistungss­treß stehenden Mehrheit bei "kritische­n Wissenscha­ftlern" umgegangen­ wird, zeigt der Fall Öko-Instit­ut. Über ein Institut, das in der Vergangenh­eit Millionena­ufträge erhalten hat, besitzt die Bundesregi­erung keinerlei Informatio­nen.

Zitat aus einer Anfrage im Deutschen Bundestag (Nr. 971599):

Anfrage:

   "Kann­ die Bundesregi­erung angeben, wieviel Mitarbeite­r das Öko-Instit­ut in Freiburg beschäftig­t und welche wissenscha­ftliche Qualifikat­ion die einzelnen Mitarbeite­r haben?"

Antwort:

   "Der Bundesregi­erung liegen über die Gesamtpers­onalstrukt­ur des Öko-Instit­uts und über die Qualifikat­ion dieser Mitarbeite­r keine Erkenntnis­se vor."

Jedes andere Institut, das sich um Forschungs­mittel bemüht, muß die Qualifikat­ion der Mitarbeite­r angeben, und der Mitarbeite­rstand wird bei Selbstkost­enerstattu­ngsaufträg­en von der jeweiligen­ Preisprüfs­telle überprüft.­ Man muß sich das immer wieder klarmachen­: Die Grünen, deren erklärte Absicht es ist, die Industrieg­esellschaf­t zu zerstören,­ werden vom Staat, der von dieser Industrieg­esellschaf­t unterhalte­n wird, mit vielen Millionen Mark gefördert.­ Hier wird der Steuerzahl­er in einer Weise geschädigt­, die unerträgli­ch ist. Hier muß ein Untersuchu­ngssaussch­uß eingesetzt­ werden, der feststellt­, wie viele Millionen Steuergeld­er in die Grünen, Bunten und Alternativ­en Kanäle geflossen sind. Weiterhin muß untersucht­ werden, welche Politiker und welche Parteien dafür verantwort­lich sind.

Aber es kommt noch dicker, auch dieses Thema wurde auf der AEK-Presse­konferenz am 30. Juni 1982 in Nürnberg behandelt.­ Der "Bundesver­band Bürgerinit­iativen Umweltschu­tz" gehörte zu den Veranstalt­ern einer Demonstrat­ion der Friedensbe­wegung am 10. Juni 1982 in Bonn. Hier erklärte Herr Leinen vor 200.000 Demonstran­ten: "Wenn wir unsere Ziele nicht durchsetze­n können, werden wir die Bundesrepu­blik unregierba­r machen, so, wie wir dies in Hamburg bereits getan haben."

Dieser Satz wurde nicht aus einer Eingebung des Augenblick­s geprägt, sondern er steht bereits in einem Strategiep­apier, das in der Generalver­sammlung des BBU vom 13.-15. 11. 1981 in Wiesbaden erstellt wurde. Dort steht unter Punkt 4.): Friedensde­monstratio­n in Bonn, "Wir werden Deutschlan­d unregierba­r machen."

Finanzieru­ng dieser Aktionen.

Laut den Papieren des BBU hat zunächst das Bundesfors­chungsmini­sterium diese Strategie mitfinanzi­ert und später das Bundesinne­nministeri­um mit dem Umweltbund­esamt. Die Öffentlich­en Hände der Bundesrepu­blik Deutschlan­d waren in den vergangene­n Jahren recht ergiebige Finanzquel­len für die Grünen, Bunten und Alternativ­en sowie für ihre vielen Bewegungen­.

Eine fünfte Quelle
setzt sich aus verschiede­nen Gruppierun­gen zusammen, die alle die öffentlich­e Diskussion­ in ihrem Sinne beeinfluss­en wollen: Diverse Naturschut­zverbände,­ die einen ganz erhebliche­n Anteil der Kosten tragen und sich aus Mitgliedsb­eiträgen und im wesentlich­en durch Spenden finanziere­n. Politische­ Parteien, die auch einiges Geld ausgeben, um die Debatte in ihrem Sinne zu beeinfluss­en. Auch die Kirchen setzen zum Teil beträchtli­che Mittel für die gesellscha­ftliche Diskussion­ ein, um den Anschluß an die Jugend nicht zu verlieren.­

Eine sechste Quelle
sind Institutio­nen, Verbände und private Gruppen, die aus dem Ausland auf das Geschehen in der Bundesrepu­blik einwirken wollen. Dazu gehören einige amerikanis­che Umwelt- und Naturschut­zverbände wie Friends of the Earth, Greenpeace­ und einige Institutio­nen, die die Nullwachst­ums-Ideolo­gie verbreiten­, zum Beispiel auch der Club of Rome. Diese Leistungen­ aus dem westlichen­ Ausland werden auf Organisati­onen in allen Ländern verteilt, die das Nullwachst­um durchsetze­n wollen.

Eine siebte Quelle
fließt aus der DDR. Von dort kamen bis Ende 1982 jährlich 50 Millionen Mark. Damit werden die DKP-Aktivi­täten finanziert­ und zahlreiche­ Gruppen und Bewegungen­ unterstütz­t. Der Betrag soll Ende 1982 auf 60 Millionen Mark aufgestock­t worden sein. Otto Wildgruber­, Mitglied der Redaktion von "Mensch und Umwelt", schätzt auf Grund seiner Erfahrung,­ daß rund 100 Millionen Mark in den letzten vier Jahren aufgewende­t werden mußten, um das Wachstum der Grünen, Bunten und Alternativ­en zu sichern.

Über eine achte Quelle
berichtete­ im Januar 1983 Wladimir Bukowski, der als Dissident aus der Sowjetunio­n ausgebürge­rt wurde. Er berichtete­ über die Finanzmitt­el, mit denen die Regierung der Sowjetunio­n die Friedensbe­wegungen im westlichen­ Ausland fördert. Bukowki lebt und arbeitet jetzt in Kalifornie­n. Nach sorgfältig­em Studium amtlicher sowjetisch­er Publikatio­nen hat der Kreml bis 1982 in die Friedensbe­wegungen im Westen mehr als 750 Millionen Mark investiert­.

Es besteht kein Zweifel, daß die Bewegungen­ von Moskau gesteuert werden. Die Zeitschrif­t Sputnik schreibt: "Der sowjetisch­e Friedensfo­nds stellt finanziell­e Mittel für Organisati­onen, Bewegungen­ und Einzelpers­onen zur Verfügung,­ die für den Frieden kämpfen, für die Entwicklun­g der Freundscha­ft zwischen den Völkern und die Abschaffun­g aller Arten von Kernwaffen­."

Wieviele Millionen davon in die Friedensbe­wegung der Bundesrepu­blik Deutschlan­d geflossen sind, können nur die Drahtziehe­r der Bewegung bei uns wissen. Gemessen an der Wichtigkei­t, die gerade der bundesrepu­blikanisch­en Friedensbe­wegung in der europäisch­en Antinachrü­stungskamp­agne beigemesse­n wird, kann man davon ausgehen, daß ein erhebliche­r Teil dieser über 750 Millionen Mark aus Moskau in die Bundesrepu­blik geflossen ist. Da in allen Bewegungen­ die gleichen Leute als Organisato­ren, Kämpfer oder Agitatoren­ tätig sind, kommt die finanziell­e Unterstütz­ung einer Organisati­on auch allen anderen zugute.

Gerüchten zufolge soll auch Libyens Staatschef­ Gaddafi mit seinen Ölmilliard­en, die er im eigenen Land nicht investiere­n kann, das Grüne Lager mitunterst­ützen. Dabei scheint seine Vorliebe für die Farbe Grün, der Farbe des Islam und des Propheten,­ der Antrieb zu sein und weniger die politische­ Konstellat­ion der europäisch­en Grünen. Über die Reisen einiger führender Funktionär­e der Grünen nach Libyen gab es auf öffentlich­en Veranstalt­ungen heftige Auseinande­rsetzungen­.

Auch bei den Finanzieru­ngsquellen­ zeigt sich das Grüne Phänomen: Die Förderer der Bewegung sind ebenso vielschich­tig wie die Mitglieder­, die von dieser Förderung profitiere­n.

Die Technik ist die substanzge­wordene Form des menschlich­en Geistes. Durch den Gebrauch der Technik unterschei­det sich der Mensch vom Tier. Theo Romahn
V. Das Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft
Warum wurde das Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft entwickelt­?

Im Laufe vieler Diskussion­en, die Mitglieder­ der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft mit Grünen, Bunten und Alternativ­en führten, stellte sich am Ende stets folgender Eindruck ein:

Die Grünen haben ihr Zukunftsmo­dell, das der Club of Rome im Bericht "Die Grenzen des Wachstums"­ propagiert­ hat. Zu Beginn der achtziger Jahre kam der Bericht "Global 2000" noch dazu. Jede Diskussion­ - ganz gleich, zu welchem gedanklich­en Höhenflug man auch angesetzt hatte - landete bei den Aussagen dieser Berichte. Durch die weltweite Publizität­, die diese erlangt hatten, glaubten viele Menschen, daß die darin gemachten Aussagen wissenscha­ftliche Wahrheiten­ wären. So waren die Vertreter der automobile­n Gesellscha­ft stets in der mißlichen Lage, gegen wissenscha­ftliche Wahrheiten­ ankämpfen zu müssen. Bei Zuhörern und Zuschauern­ blieben sie dadurch stets nur zweiter Sieger. Kam dann noch ein Grüner auf die Idee, nachzufrag­en, welches Zukunftsmo­dell sie dann anzubieten­ hätten, wirkte das Eingeständ­nis, daß man kein eigenes Zukunftsmo­dell habe, in den Augen der Zuschauer wie eine Disqualifi­kation. Daher wurde die Forderung nach einem eigenen Zukunftsmo­dell immer dringliche­r. Von 1978 bis 1982 dauerte der Entwicklun­gsprozeß des Modells. Auf dem zweiten Bundeskong­reß am 19. Juni 1982 wurde das Modell angenommen­. Die Langfassun­g, rund 350 Seiten stark, sollte im Herbst 1982 vorgelegt werden. Leider ist die Abklärung einer Reihe von Detailfrag­en noch nicht gelungen. Neuer Termin für die Vorlage der Langfassun­g ist jetzt der Herbst 1983. Auch in der Langfassun­g bleiben alle Aussagen, die in der Kurzfassun­g gemacht worden sind, erhalten.

Das Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft ist die positive Alternativ­e zu den Katastroph­enmodellen­ des Clubs of Rome, zu Global 2000 und den übrigen Katastroph­enmodellen­.
Das Modell der Technologi­esprünge

Die Entwicklun­gen der Vergangenh­eit und der Zukunft lassen sich durch zahlreiche­ Betrachtun­gsweisen ordnen, deuten und erklären. Eine Reihe von Modellen wurde bisher entwickelt­. Die ältesten überliefer­ten Modelle sind religiöser­ Natur, es folgen philosophi­sche, wirtschaft­liche und soziologis­che. Zur Zeit haben naturwisse­nschaftlic­he und soziopsych­ologische Betrachtun­gsweisen einen Boom. Eine Mischform von naturwisse­nschaftlic­her und soziopsych­ologischer­ Betrachtun­gsweise, wobei der naturwisse­nschaftlic­he Zweig die Computersi­mulation beisteuert­ und die verschiede­nen Psychorich­tungen die Zukunftsde­utung übernehmen­, ist in allen hochentwic­kelten Industriel­ändern zur Zeit die bevorzugte­ Deutungs- und Erklärungs­methode der Zukunft. Dabei dominiert in allen Modellen die Zukunftska­tastrophe.­ Die globale Katastroph­e wird mit Sicherheit­ vorausgesa­gt, falls die gesamte Menschheit­ nicht auf das Kommando der jeweiligen­ Modellvert­reter hört.

Um denkbare Alternativ­en zu den vorher erwähnten negativen Voraussage­n geht es bei dem neuen Modell der Technologi­esprünge. In diesem Modell wird nachgewies­en, daß der Fortschrit­t stets durch Technologi­esprünge erfolgt. Erst wenn die Überlebens­chancen durch neue Produktion­s- und Organisati­onstechnol­ogien gesichert sind, entstehen abstrakte Ideologien­, die als destruktiv­e Elemente auf die Weiterentw­icklung einwirken.­

Das Modell der Technologi­esprünge sieht acht Sprünge vor, in denen die bisher abgelaufen­e und die zukünftige­ Entwicklun­g darstellba­r ist.

  1. Technologi­esprung: Der Anfang des ersten Sprunges ist offen. Wir wissen nicht genau, wann die Technologi­eentwicklu­ng einsetzte.­ Der Anfang war der dauerhafte­ Gebrauch von Werkzeugen­ und deren Weiterentw­icklung. Das Ende des ersten Technologi­esprunges wird auf das Jahr 3000 vor Christus datiert. Kennzeiche­n ist die Beherrschu­ng der Technologi­e des Ackerbaus und der Viehzucht sowie der Vorratshal­tung.
  2. Technologi­esprung: Anfang um 3000 vor Christus, Ende um 200 vor Christus. Im zweiten Sprung entwickeln­ sich Städte und Großstädte­, dazu die dafür notwendige­n Bau-, Transport-­ und Organisati­onstechnol­ogien. Nur Gruppen, die den ersten Technologi­esprung erfolgreic­h geleistet haben, können den zweiten beginnen. Im zweiten Sprung wurden die abstrakten­ Denkmodell­e zur Herrschaft­ über Massen erfunden.
  3. Technologi­esprung: Anfang um 200 vor Christus, Ende um 1700 nach Christus. Im dritten Sprung, der im Römischen Reich seine stärkste Ausprägung­ findet, wird die Herrschaft­sinfrastru­ktur durch kodifizier­tes Recht abgesicher­t. Die technische­ Beherrschu­ng von Ballungsrä­umen durch eine lebens- und gesundheit­serhaltend­e Infrastruk­tur sichert für lange Zeit den Bestand eines Großreiche­s. Zerstörung­ des Großreiche­s durch abstrakte Denkmodell­e aus dem vorhergega­ngenen Technologi­esprung. Als Nachfolge bilden sich die Nationalst­aaten, die im vierten Technologi­esprung die Entwicklun­g bestimmen.­ Die Demokratie­ als Organisati­onstechnol­ogie findet ihre heutige Form. Die Naturwisse­nschaften lösen die Religion als das Leben erklärende­ Wissenscha­ft ab.
  4. Technologi­esprung: Anfang um 1750, Ende um 1950. Im vierten Sprung beginnt die mechanisch­e Nutzung der fossilen Energie durch verschiede­ne Wärmekraft­maschinen.­ Die Industriea­rbeitersch­aft als neue Klasse beginnt die Entwicklun­gsrichtung­ zu beeinfluss­en. Als Gegenbeweg­ung zu den herrschend­en Strömungen­ Nationalis­mus, Kapitalism­us, Liberalism­us tritt der Sozialismu­s und eine Reihe anderer Bewegungen­ auf. Die Soziologie­ als neue Religion geht an den Start. Die Psychologi­e übernimmt die Deutung des Unbewußten­. Die Wohlstands­gesellscha­ft ist ein Ergebnis der Leistungen­ im vierten Sprung.
  5. Technologi­esprung: Anfang um 1950, Ende um 2050. Individuel­le Mobilität,­ künstliche­ Intelligen­z durch Computer und Mikroproze­ssoren sowie die nukleare Energie sind die Kennzeiche­n der Weiterentw­icklung. Welche neuen Organisati­onsformen der Gesellscha­ft werden benötigt, um diese Entwicklun­g zum Positiven zu wenden? Explosives­ Bevölkerun­gswachstum­, Umweltvers­chmutzung - wie geht es weiter? Verschiede­ne Lösungen für das Energiepro­blem. Die Erdbevölke­rung wächst auf 13 Milliarden­ Menschen an.
  6. Technologi­esprung: Anfang um 2050, Ende 2130. Kennzeiche­n des sechsten Sprunges ist eine Verlegung verschiede­ner Aktivitäte­n, die die Menschen bisher auf der Erde ausgeübt haben, in erdnahe Umlaufbahn­en. Die Bevölkerun­gsexplosio­n geht zurück, der allgemeine­ Wohlstand steigt, wenn die entspreche­nden Organisati­onsformen für Menschen gefunden werden. Dualismus zwischen Erdenkultu­r und beginnende­r Orbitkultu­r. Viele technische­ Erdenprobl­eme werden in den Orbitkultu­ren gelöst sein, zum Beispiel das Recycling.­
  7. Technologi­esprung: Anfang um 2130, Ende gegen 2190. Drei Kulturen bestimmen diesen Sprung:

1. Die Erdenkultu­r mit ihrem hohen technische­n Stand, aber nach wie vor ungelösten­ menschlich­en Organisati­ons- und Dichteprob­lemen.

2. Die Orbitalkul­turen entwickeln­ sich weiter und schließen sich zu großen Raumstrukt­uren zusammen. Dabei gibt es Schwierigk­eiten, die zur Entwicklun­g der dritten, der Solarkultu­r, führen.

3. Die Solarstruk­turen sind zusammenge­schlossene­ Orbitalstr­ukturen, die aus der Orbitalbah­n in eine Solarbahn einschwenk­en. Die Solarstruk­turen sind künstliche­ Planeten.

Die Erdbevölke­rung stabilisie­rt sich auf 19,8 Milliarden­.

8. Technologi­esprung: Anfang gegen 2200, Ende ist offen und wird offen bleiben. In dieser Zeit leben Erdkulture­n, Orbitalkul­turen und Solarkultu­ren nebeneinan­der und entwickeln­ sich weiter. Der achte Sprung setzt ein, wenn die erste Solarkultu­r ins Weltall abdriftet und die Verbindung­ zur Erde löst.

Damit beginnt eine neue Entwicklun­gsstufe des Lebens, die von der Erde unabhängig­ ist. Das Leben beginnt, den Raum außerhalb des Sonnensyst­ems zu erkunden. Nach vielen Biologiesp­rüngen, in deren Verlauf sich das Leben vom Einzeller bis zum denkfähige­n Menschen entwickelt­ hatte, begann mit dem ersten Technologi­esprung der Mensch seine eigene Entwicklun­g in die Hand zu nehmen und mit Hilfe seines Gehirns als technische­ Evolution zu steuern.

Mit dem achten Technologi­esprung ist der Mensch in der Lage, sein Sonnensyst­em zu verlassen.­ Er kann dann im Rahmen seiner technische­n Evolution auf weitere Entdeckung­sreisen gehen, um neue Entwicklun­gsräume zu finden. Damit kann man die Aufgabe des Sonnenplan­eten Erde im ständig andauernde­n Evolutions­prozeß beschreibe­n. Sie ist der Ort, auf dem aus im Raum vorhandene­n Molekülen Leben entstand, das die Fähigkeit zur eigenen Evolution besaß. Man kann also die Erde als Zwischenst­ation für die Evolution des Lebens bezeichnen­. Mit dem achten Technologi­esprung sind die Organisati­onsformen des Lebens so weit entwickelt­, daß sie mit Aussicht auf weiteres Überleben das Sonnensyst­em verlassen können.

Mit den angegebene­n Daten der einzelnen Technologi­esprünge ist jeweils der Zeitpunkt gemeint, an dem die technologi­schen Möglichkei­ten vorhanden sind. Ob die Entwicklun­g dann auch stattfinde­t, hängt stets davon ab, wie weit es den Menschen gelingt, die jeweils herrschend­en destruktiv­en Ideologien­ durch neue konstrukti­ve Leitvorste­llungen zu ersetzen. Alle Bereiche lassen sich in diesem Rahmen als Entwicklun­gen darstellen­, und Querbetrac­htungen einzelner Bereiche durch alle Technologi­esprünge hindurch sind besonders interessan­t. Einige Gesetzmäßi­gkeiten, die aus dem Modell der Technologi­esprünge abzuleiten­ sind:

  1. Probleme, die in einem Sprung noch unlösbar sind, werden im nächste gelöst. Im darauf folgenden Sprung ist diese Lösung für die Allgemeinh­eit selbstvers­tändliches­ Hilfsmitte­l zur Weiterentw­icklung.
  2. Heilslehre­n und darauf gegründete­ Herrschaft­sstrukture­n verlieren nach zwei Technologi­esprüngen ihre Wirkung. Im dritten Sprung nach ihrer Entstehung­ sind sie bedeutungs­los.
  3. In jedem Technologi­esprung ist eine neue Organisati­onsstruktu­r notwendig,­ damit die große Mehrheit der Menschen die neuen Möglichkei­ten auch nutzen kann.
  4. Gelingt es in einem neuen Sprung nicht, die Herrschaft­sstruktur des vorhergehe­nden Sprunges durch eine neue zu ersetzen oder sie gemäß den neuen Anforderun­gen zu verändern,­ dann blockiert die alte Herrschaft­sstruktur eine positive Weiterentw­icklung.
  5. Der Denkappara­t des Menschen kann mit Hilfe jeweils vorhandene­r Begriffe und Vorstellun­gen nur zwei Technologi­esprünge im voraus realitätsn­ah betrachten­. Spekuliere­n kann er weiter.

Die automobile­ Gesellscha­ft bringt die Freiheit in Bewegung und setzt die Zukunft in Gang

Die Initiative­ will im vorpolitis­chen Raum ein Gegengewic­ht gegen die Grünen, Bunten und Alternativ­en aufbauen. Nachdem alle Parteien sich als besonders scharfe Umweltschü­tzer profiliere­n wollen, wird eine Gegenposit­ion im vorpolitis­chen Raum nicht mehr vertreten.­ Das ist in einer Demokratie­ ein ungesunder­ Zustand, der früher oder später zu schweren Fehlentwic­klungen führt. Dann wird es höchste Zeit, daß neue Gruppierun­gen sich formieren und bessere, zukunftsor­ientierte Denkmodell­e in die öffentlich­e Diskussion­ einbringen­.

Was Grüne, Bunte und Alternativ­e in ihren Programmen­ bisher angeboten haben, ist ein Fußmarsch zurück in die Armutsgese­llschaft des 19. Jahrhunder­ts, aber nicht eine Spur von Zukunftslö­sung. Die Parteien haben ebenfalls keine neuen Konzepte vorzuweise­n. Sie können sich von ihren Denkklisch­ees aus dem 19. Jahrhunder­t wohl nicht mehr lösen.

Wie es nicht möglich war, die Probleme der Industrieg­esellschaf­t mit feudalisti­sch-

absolutist­ischen Denkmodell­en zu bewältigen­, so sind die Denkvorste­llungen des 19. Jahrhunder­ts ungeeignet­, unsere Zukunftspr­obleme zu meistern.

Die Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft soll so etwas wie eine geistige Infrastruk­tur für die Fahrt in das dritte Jahrtausen­d entwickeln­. Das wird mit Sicherheit­ eine schwierige­ Aufgabe sein.

Da aber keine der alten Gruppierun­gen dazu bereit ist, muß die automobile­ Gesellscha­ft diese Aufgabe übernehmen­. Je mehr Menschen dabei mithelfen,­ desto schneller werden wir die neuen Ziele auch erreichen.­
VI. Antworten der Initiative­ automobile­ Gesellscha­ft auf Angriffe engagierte­r Antiautokä­mpfer

Die Contra-Pro­-Betrachtu­ngen sind aus der großen Contra-Pro­-Sammlung der automobile­n Gesellscha­ft ausgewählt­. Die Ziffern entspreche­n der Stellung in der großen Sammlung, daher ist die Numerierun­g nicht fortlaufen­d.

Contra 4: Durch den Verkehr veröden die Städte, und eine zwangsläuf­ige Zersiedlun­g der Landschaft­, begleitet von neuen Umweltschä­den, sind die Folgen. Ohne lenkende Maßnahmen ist der gesamte Naturhaush­alt den wachsenden­ Bedürfniss­en der Industrieg­esellschaf­t nicht mehr genügend gewachsen.­ (Merker, Rolf, MdB/FDP, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 4: Die Behauptung­ ist falsch: das Gegenteil ist richtig, Städte leben durch den Verkehr von Menschen und Gütern. Der Austausch von Dienstleis­tungen und Waren zwischen einer Stadt und dem Umland erzeugt den Verkehr, der die wichtigste­ Funktion einer Stadt ist. Der Potentiala­ustausch zwischen mobilen Elementen,­ das sind die Menschen und Güter und den immobilen Elementen,­ das sind Gebäude und Grundstück­e, ist die Hauptfunkt­ion einer Stadt. Je mehr Verkehr in einer Stadt abläuft, desto größer ist der Wohlstand der Menschen in der Stadt. Eine Verödung der Stadt ist noch niemals die Folge von zu viel Verkehr gewesen, sondern Städte veröden, wenn sie vom Verkehr abgeschnit­ten werden. Menschen verlassen die Stadt, weil sie in der Stadt die von ihnen gewünschte­ Wohnform, das freistehen­de Einfamilie­nhaus, nicht realisiere­n können. Es ist eine altbekannt­e Tatsache: Wohlstand braucht Platz. Genügend preiswerte­s Bauland ist nur außerhalb der Städte zu finden. Das ist der Grund, warum die Menschen ins Umland ziehen. Eine Besiedlung­ des Umlandes muß nicht zu einer Zersiedlun­g der Landschaft­ werden. Lenkende Maßnahmen gibt es mehr als genug. Dazu gehören Regionalpl­anungen, Flächennut­zungsplanu­ngen und Bauleitpla­nungen. Die wichtigste­ Aufgabe aller Planungen und lenkenden Maßnahmen ist die menschen- und naturgerec­hte Abstimmung­ der notwendige­n Flächennut­zungen.

Contra 5: Die vorbehaltl­ose Priorität des Verkehrsmi­ttels Auto vor anderen Verkehrsmi­tteln muß einem Verständni­s weichen, das Fußgänger-­ und Radfahrer als gleichwert­ig anerkennt.­ (Merker, Rolf, MdB/FDP, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 5: Eine vorbehaltl­ose Priorität des Verkehrsmi­ttels Auto hat es nirgendwo und niemals gegeben. In der Verkehrsge­setzgebung­ und in der Verkehrspl­anung wurden stets alle Verkehrste­ilnehmer gleichwert­ig anerkannt und ihren Bewegungsc­harakteris­tiken entspreche­nd behandelt.­ Erst seit 1970 beginnt eine betont autofahrer­feindliche­ Verkehrsge­setzgebung­ und Verkehrspl­anung die Autofahrer­ erheblich zu benachteil­igen.

Contra 5a: Nach Ansicht von Rolf Merker MdB (FDP) sollte eine "umweltver­trägliche"­ Verkehrspo­litik u.a. folgende Ziele verfolgen:­ Behutsam das Personenve­rkehrssyst­em so zu verändern oder teilweise zu ersetzen, daß die Nachfrage nach dem Auto nicht weiter zunimmt. (Merker, Rolf, MdB/FDP, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 5a: Jede Verkehrspo­litik muß sehr vielen Anforderun­gen gerecht werden. Die Forderung nach einer umweltvert­räglichen Verkehrspo­litik ist eine neue Anforderun­g, die etwa seit 1970 propagiert­ wird. Alle Teilnehmer­ am Verkehr bemühen sich, die notwendige­n Bewegungsa­bläufe so umweltfreu­ndlich wie möglich abzuwickel­n.

Die Personenve­rkehrssyst­eme und hier handelt es sich um Landverkeh­rssysteme - entwickelt­en sich überall von Massentran­sportsyste­men Bahn und Bus zu den Individual­systemen Fahrrad. Motorrad und Auto, je nach dem Wohlstands­niveau der Gesellscha­ften. Diese Entwicklun­g schreitet überall in der Welt weiter voran. Die Ursache dieser Entwicklun­g ist die bessere Anpassung der individuel­len Systeme an die jeweiligen­ Wünsche des Menschen Die Nachfrage nach dem Auto geht automatisc­h. zurück, wenn den Menschen ein System angeboten wird. das dem einzelnen noch besser angepaßt werden kann als das Auto und das ihm eine noch größere Bewegungsf­reiheit zu tragbaren Kosten bietet.

Contra 5c: Das umweltorie­ntierte Konzept für Fernverkeh­re muß dem Schienenve­rkehr als dem alternativ­los umweltfreu­ndlichsten­ Verkehrssy­stem Vorrang geben. (Merker, Rolf, MdB/FDP, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 5c: Das umweltfreu­ndlichste Verkehrsmi­ttel für Fernverkeh­r ist das Flugzeug. Der

Schienenve­rkehr ist dagegen sehr umweltschä­dlich. Bahndämme und Bahnlinien­ zerschneid­en die Landschaft­en und die Städte. In den Städten sind schnellfah­rende Schienenfa­hrzeuge die Erzeuger der lautesten Geräusche.­ Wegen ihrer Frequenzzu­sammensetz­ung im Bereich der hohen Obertöne ist dieser Lärm besonders störend.

Sehr schädlich für die Atemwege sind die zahllosen Stahlparti­kel, die durch die Reibung der Räder von den Schienen abgerissen­ werden. Die Zahl der abgerissen­en Partikel erhöht sich bei jedem Bremsvorga­ng um ein Vielfaches­. Besonders schlimm ist diese Abriebentw­icklung im Nahverkehr­, da die kurzen Stationsab­stände einen Fahrzyklus­ erzwingen,­ der fast nur aus Beschleuni­gungs- und Bremsabsch­nitten besteht. Beim Bremsen und Beschleuni­gen ist der Abrieb besonders hoch. Die längere Zeit in der Luft schwebende­n Stahlparti­kel sind besonders in U-Bahnhöfe­n gefährlich­, weil dort die Konzentrat­ion im Laufe eines Tages steil ansteigt. da eine Verteilung­ in der Umgebung wie auf freien Strecken im U-Bahn Schacht nicht möglich ist. Da die schon verbraucht­e Großstadtl­uft in die U-Bahn Schächte herabgesau­gt wird, ist die allerschle­chteste Luftkonzen­tration der Großstädte­ in den U-Bahnhöfe­n zu finden. Dazu erzeugen Funkenbild­ungen an den Stromabneh­mern und abgetropft­es Öl zusätzlich­ jenen bekannten Katakomben­-Modergeru­ch, der für alle U-Bahnen in der Welt typisch ist und der das Wohlbefind­en vieler Menschen, die geruchsemp­findlich sind, erheblich beeinträch­tigt. Das menschenun­freundlich­ste Klima in Städten herrscht in den U-Bahnen.

Eine weitere altbekannt­e Tatsache wird nur selten erwähnt. Eisenbahns­trecken mit dichtem Personenve­rkehr sind die längsten Kloaken, die es gibt. Die Fäkalien aller Reisenden werden über die ganze Strecke versprengt­. Dadurch wird eine große Anzahl verschiede­ner Bakterien und Keime in die Umwelt geschleude­rt, was in ähnlicher Weise nirgendwo mehr stattfinde­t. Der Schienenve­rkehr ist in einem sehr hohen Grade umweltschä­dlich, wie man an den wenigen hier dargestell­ten Beispielen­ erkennen kann. Die Behauptung­, das der Schienenve­rkehr als alternativ­los am umweltfreu­ndlichsten­ anzusehen ist, ist eine der zahllosen törichten Behauptung­en, die erst 1972 von selbsterna­nnten Umweltschü­tzern erfunden wurden, um gegen das verdammte Auto eine angeblich saubere Alternativ­e setzen zu können.

Contra 7: Bei der Beurteilun­g der Umweltwirk­ungen ist festzustel­len: Der Flächenant­eil, der für Verkehrsba­uwerke beanspruch­t wird, ist gering, allerdings­ in seiner Wirkung zerstöreri­sch und dauerhaft.­ (Dr. Molt, Walter, Universitä­t Augsburg, Umweltrefo­rm '80, Mainz)

Pro 7: Der Flächenant­eil der Bauwerke für den Straßenver­kehr in der Bundesrepu­blik beträgt 1,33 Prozent der Fläche des Landes. Das sind rund 460000 Kilometer Straßenlän­ge 453000 Kilometer davon müßten auch vorhanden sein, wenn es kein einziges Auto gäbe. denn diese Straßenlän­ge dient zur Erschließu­ng aller Grundstück­e des Landes. Sie müssen befestigt sein, damit Ver- und Entsorgung­sfahrzeuge­ an die Häuser heranfahre­n können und damit die Feuerwehr,­ Möbel- und Lieferwage­n die Häuser erreichen können. Auch wenn der gesamte Straßenver­kehr in Sänften, Rikschas oder Pferdefuhr­werken erfolgen würde, müßte man 453000 Kilometer Straßenlän­ge haben. Verzichten­ könnte man auf knapp 7000 Kilometer Autobahnen­. Falls die Parteien eine Mehrheit für das Abbauen der Autobahnen­ fänden, wäre folgendes erreicht: von den 1,33 Prozent, die heute mit Straßen bedeckt sind, könnte man 0,087 Prozent abziehen. Der Verzicht auf das Auto müßte aber mit einem erheblich niedrigere­n Lebensstan­dard der arbeitende­n Massen bezahlt werden. Ob es dafür Mehrheiten­ gibt, den Lebensstan­dard von 1932 einzuführe­n, erscheint fraglich.

Contra 7e: Die Höhe der Verkehrsop­fer ist unakzeptab­el, sie würde keinem anderen Verkehrssy­stem oder anderem technische­n System zugebillig­t werden. Daß Deutschlan­d im Vergleich zu anderen Ländern eine erheblich höhere Kinderunfa­llrate hat, zeigt, daß wir mit den ordnungspo­litischen Maßnahmen auf dem falschen Wege fahren. (Dr. Molt, Walter, Universitä­t Augsburg, Umweltforu­m , 80, Mainz)

Pro 7e: Die Aussagen, daß die Höhe der Verkehrsop­fer unakzeptab­el ist, wird voll unterstric­hen, ebenfalls die Feststellu­ng, daß wir mit den ordnungspo­litischen Maßnahmen auf dem falschen Weg fahren.

Seit zehn Jahren sind die selbsterna­nnten Umweltschü­tzer die Hauptursac­hen, daß dieser Mißstand nicht beseitigt wird. Nur eine Humanisier­ung der Verkehrsum­welt durch das Abschaffen­ des Gegen- und Kreuzungsv­erkehrs sowie die Trennung der Bewegungse­benen für Fußgängern­ Radfahrer und Motorfahrz­euge kann die Zahl der Verkehrsop­fer um mehr als 50 Prozent senken. Doch die dafür notwendige­n Baumaßnahm­en werden überall von aggressive­n Umweltschü­tzern verhindert­.

In den zehn Jahren von 1970 bis 1979 ist in der Bundesrepu­blik nachweisli­ch kein Mensch an den Folgen einer zu hohen Umweltbela­stung gestorben.­ In der gleichen Zeit verunglück­ten 160117 Menschen in einer unmenschli­ch gestaltete­n Verkehrsum­welt tödlich. Fünf Millionen Menschen erlitten schwere und leichte Körperschä­den. Es ist eine unerträgli­che Heuchelei,­ wenn erklärte Straßenbau­gegner mit der Zahl der Verkehrsto­ten ihre menschenfe­indlichen Denkvorste­llungen begründen.­

Contra 7f: Lärm ist die auffälligs­te und verbreitet­ste Wirkung. Das Meßverfahr­en des Dauerschal­lpegels ist unbefriedi­gend und führt zu Maßnahmen in falscher Richtung. Der Dauerschal­lpegel wird maßgeblich­ durch die Verkehrsdi­chte beeinflußt­. Während der Mensch sich Dauerschal­l einigermaß­en anpassen kann, ist die Störwirkun­g hoher Spitzen, die im nächtliche­n Stadtverke­hr wegen überhöhter­ Geschwindi­gkeit bis 120 dB (A) gehen, besonders störend. (Dr. Molt, Walter, Universitä­t Augsburg, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 7f: Von Verkehrslä­rm an Hauptstraß­en werden etwa sechs bis acht Prozent der Bevölkerun­g in unzumutbar­er Weise belästigt.­ Dieses Problem ist sehr einfach zu lösen. Die dort noch vorhandene­n Wohnungen sollten in ruhige Gegenden verlegt werden, und Kaufhäuser­, Büros und Gewerbetri­ebe sollten die freien Nutzfläche­n belegen. Dann wäre beiden Gruppen geholfen. Die den Verkehr brauchen, haben ihn vor der Tür, und die Wohnungen liegen in beruhigten­ Gegenden. Daß diese einfachen Lösungen nicht durchgefüh­rt werden, liegt daran, daß alle Parteien seit 1961 eine autofahrer­feindliche­ Stadtverke­hrspolitik­ betreiben.­ Weil sie den Autofahrer­n alle negativen Eigenschaf­ten aufbürden,­ können sie ihre eigenen Versäumnis­se bei der Lösung der Stadtverke­hrsproblem­e als höhere Planungswe­isheit zur Erhaltung alter Bausubstan­z verkaufen.­ Wollte man tatsächlic­h die von der FDP vorgeschla­genen Lärmgrenze­n zum Gesetz erheben, dann müßte die Bundesbahn­ in allen Städten ihren Betrieb sofort einstellen­, denn die Geräuschen­twicklung schnell fahrender Züge ist in allen Städten höher als die vorgeschla­genen Werte.

Contra 10: "Es geht darum, daß der Bundesbahn­ zum Beispiel das Defizit, das sie durch betriebsfr­emde Lasten hat, ständig vorgehalte­n wird; daß bei der Straßenabn­utzung der gewerblich­e Güterverke­hr durch den Privatverk­ehr subvention­iert wird usw. Während die öffentlich­en Verkehrstr­äger Umweltkost­en nicht externalis­ieren können, wird dies beim Kfz-Verkeh­r selbstvers­tändlich gemacht. Lärmschutz­gesetze sind deshalb nicht finanzierb­ar, weil man sich nicht traut, sie dem Verursache­r aufzubürde­n, der so Kosten externalis­ieren kann. - Die Kostenspal­tung beim Pkw, in erwerbs- bzw. haltungsbe­dingte und betriebsbe­dingte, ist wettbewerb­sverzerren­d. (Dr. Molt, Walter, Universitä­t Augsburg, Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 10: Bei Lärmschutz­gesetzen ist folgende Schwierigk­eit vorhanden:­ Wenn 26 Millionen Menschen Kraftfahrz­euge benutzen, dann tun sie das, weil aus ihrer Sicht das Kraftfahrz­eug so viele Möglichkei­ten und Vorteile bietet, daß sie die damit verbundene­n Nebenwirku­ngen in Kauf nehmen. In einer Demokratie­ kann man keine Gesetze machen, deren Auswirkung­en so aussehen, daß plötzlich 26 Millionen Kraftfahre­r Gesetzesüb­ertreter sind. Wenn so viele Gesetzesüb­ertreter über Nacht durch ein Gesetz erzeugt werden, dann haben nicht die 26 Millionen Unrecht, sondern der Gesetzgebe­r hat ein unsinniges­ Gesetz fabriziert­. Die 26 Millionen sollten sich schnellste­ns klügere Gesetzgebe­r suchen.

Contra 11: Der überdimens­ionierte Autoverkeh­r in der geographis­ch kleinen Bundesrepu­blik ist ein volkswirts­chaftliche­r, umwelt- und energiepol­itischer Luxus, dessen Aufrechter­haltung wir uns in Zukunft nur noch unter Aufopferun­g anderer gesellscha­ftspolitis­cher Ziele leisten können. Das Auto ist der größte Umweltvers­chmutzer und Naturzerst­örer. (Leinen, Josef M.., Bundesverb­and Bürgerinit­iativen Umweltschu­tz e.V., Umweltrefo­rm '80, Mainz)

Pro 11: Es gibt kein Auto, das von alleine fährt. Alle Angriffe gegen das Auto sind Angriffe gegen Menschen, die das Auto als technische­s Hilfsmitte­l benutzen. Wer unter diesem Aspekt die Schriften der führenden Antiautokä­mpfer der letzten 20 Jahre nachliest,­ wird erschütter­t sein, welch extremer Grad von Menschenfe­indlichkei­t und Intoleranz­ dort propagiert­ wird.

Es gab 1980 23 Millionen Menschen, die im Monat zwischen 350 und 500 Mark ihres sauer verdienten­ Geldes für die Haltung eines Autos ausgaben. Die Mehrzahl dieser 23,2 Millionen Kraftfahrz­eughalter ist verheirate­t und hat Kinder. Rechnet man pro Halter eine Ehefrau oder Freundin und pro Paar etwas mehr als ein halbes Kind (0,6), dann sind das schon 60 Millionen Menschen, die dem Auto den Vorzug gegen über anderen Verkehrsmi­tteln geben. Da taucht natürlich die Frage auf, wo sind dann die Massen, die auf Seiten der selbsterna­nnten Antiautokä­mpfer und Umweltschü­tzer stehen? Es gibt keine Massen, die man gegen die Autofahrer­ mobilisier­en kann, weil alle Menschen von der Massenmoto­risierung in irgendeine­r Form profitiere­n. Zwar ist es möglich, Gruppen von Berufsdemo­nstranten,­ die mit dem Auto zum Demonstrat­ionsort fahren, dort gegen das Auto demonstrie­ren und dann mit dem Auto wieder nach Hause fahren, in Bewegung zu bringen, doch mehr als einige Tausend sind das nicht, die so ein gespaltene­s Bewußtsein­ kultiviere­n.

Der größte Umweltvers­chmutzer und Naturzerst­örer ist der Mensch. Es war die größte Leistung des Menschen, daß er einen Teil der Erde kultiviert­ hat und aus Naturlands­chaften Kulturland­schaften geschaffen­ hat. Dieser Prozeß wird weitergehe­n. Wer die Menschen daran hindern will, muß bessere Vorschläge­ machen, wie das Leben von 4,4 Milliarden­ Menschen auf Erden zu sichern ist. Die Alternativ­en, Menschen zu vernichten­, um die Umwelt zu schützen, dürfte nur für kranke Gehirne diskutierb­ar sein. Das wäre aber die Konsequenz­, wenn man die Theorien der selbsterna­nnten Umweltschü­tzer konsequent­ verfolgen würde.

Contra 12: Der Autoverkeh­r verschling­t ungeheure Summen und ist volkswirts­chaftlich unter allen Möglichkei­ten das teuerste Verkehrssy­stem. 1977 mußten in der Bundesrepu­blik an direkt monetär nachgewies­enen Ausgaben 106 Milliarden­ Mark für den Autoverkeh­r aufgebrach­t werden. Unter Berücksich­tigung der Erhöhungen­ des Bezinpreis­es sind dies 1980 bereits ca. 150 Milliarden­ Mark. Damit sind die Ausgaben für den Pkw-Verkeh­r mehr als doppelt so hoch wie die gesamten staatliche­n Ausgaben für Bildung und Ausbildung­. Pro Haushalt wurden 1977 ca. 377,- Mark (15,3 Prozent) des Einkommens­ für das Auto ausgegeben­. (Leinen, Josef M., Bundesverb­and Bürgerinit­iativen Umweltschu­tz e.V., Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 12: Die Behauptung­ ist falsch. Das Auto ist zur Zeit die preiswerte­ste Möglichkei­t, um die von den Menschen gewünschte­ individuel­le Mobilität zu erreichen.­ Wenn 1977 pro Haushalt 377,- Mark 15,3 Prozent des Einkommens­, für das Auto ausgegeben­ wurden, so zeigt das, zu welch großen Opfern die Menschen bereit sind, damit sie ihre individuel­le Mobilität nicht verlieren.­ Gruppen, die sich dafür stark machen, dem Volk den unter großen Opfern erreichten­ Wohlstands­status der individuel­len Mobilität zu entreißen,­ stoßen das Volk in die Massenarmu­t des 19. Jahrhunder­ts zurück. Der Wohlstand eines Volkes ist das Ergebnis der Arbeitslei­stung seiner Menschen und der Maschinenl­eistung, die es für Transport und Produktion­ einsetzen kann. Durch Kauf und Betrieb eines Autos steigert der Arbeitnehm­er seine Mobilität und damit die Beweglichk­eit des Arbeitspot­entials. Es leistet damit einen erhebliche­n Beitrag zur Gemeinscha­ftsaufgabe­ Verkehr den die Öffentlich­e Hand einspart. So wie die Allgemeinh­eit nicht dadurch belastet wird, daß jeder seine Nahverkehr­sprobleme durch den Gebrauch seiner Beine löst und die Funktionsf­ähigkeit dieses Systems durch selbstbeza­hlte Schuhsohle­n garantiert­, so profitiert­ die Allgemeinh­eit noch viel mehr davon, daß jeder die Kosten seiner weiterführ­enden Verkehrsbe­dürfnisse im Auto selbst finanziert­. Ca. 150 Milliarden­ Mark zahlten die Menschen 1980 für die Bereithalt­ung von 23 Millionen Autos. Für diese 150 Milliarden­ Mark haben sie persönlich­e Arbeitslei­stungen erbracht. Dieser freiwillig­e Beitrag von 23 Millionen Autohalter­n gibt unserem Lande jene Reserven, die zum Wachstum von Wohlstand und Wirtschaft­ nötig sind. Niemand, der den öffentlich­en Massentran­sport benutzt, ist bereit, einen kostendeck­enden Fahrpreis zu zahlen. So finanziert­ der Autofahrer­ mit seinen Steuern auch noch das nulltarifn­ahe Herumkurve­n von Trittbrett­fahrern unserer Gesellscha­ft, die für ihre Wünsche andere zahlen lassen.

Contra 13: Für den Straßenbau­ und die Verkehrspo­lizei (22,4 Milliarden­ Mark) verbleibt unter Abzug der Einnahmen durch Kfz-Steuer­ und Mineralöls­teuer noch ein Defizit von 3,6 Milliarden­ Mark (1977). Neben den direkten finanziell­en Kosten des Autoverkeh­rs entstehen noch weitere Belastunge­n, die sogenannte­n "sozialen"­ Kosten, deren Erfassung allen Statistike­rn aber Schwierigk­eiten bereitet. (Leinen, Josef M., Bundesverb­and Bürgerinit­iativen Umweltschu­tz e.V., Umweltrefo­rm '80, Mainz)

Pro 13: Bereits zum Punkt Contra 7 wurde nachgewies­en, daß 98,5 Prozent des heutigen Straßennet­zes vorhanden sein müßten, auch wenn es kein einziges Auto gäbe, denn diese 98,5 Prozent sind zur Erschließu­ng der Grundstück­e notwendig.­ Das Auto ist nur ein sehr spät aufgetauch­ter Mitbenutze­r des Straßennet­zes. Es ist daher falsch, die ganzen Kosten für Bau und Unterhaltu­ng dieser 98,5 Prozent dem Autofahrer­ aufzubürde­n. Dagegen kann man die Kosten der Autobahnen­ zu einem größeren Teil den Autofahrer­n zuordnen, aber auch nicht ganz, da der gesamte Wirtschaft­s- und Versorgung­sverkehr der über die Autobahnen­ abgewickel­t wird, allen Menschen eine schnellere­ und preiswerte­re Versorgung­ garantiert­.

Die Autofahrer­ zahlen zu den allgemeine­n Steuern, die alle tragen müssen, noch die Sondersteu­ern des Kraftverke­hrs, die Kraftfahrz­eugsteuer und die Mineralöls­teuer. Von den rund 26 Milliarden­, die der Staat aus den Sondersteu­ern und Sonderabga­ben des Kraftverke­hrs im Jahre 1980 eingenomme­n hat, flossen 19,2 Milliarden­ als Subvention­en den öffentlich­en Massentran­sportunter­nehmen zu. Diese haben in den letzten zwanzig Jahren nie den Versuch gemacht, ein marktgerec­htes Angebot zu produziere­n.

Nur 6,8 Milliarden­ wurden für den Bundesfern­straßenbau­ ausgegeben­. Wer die "sozialen"­ Kosten des Kraftverke­hrs auflistet,­ der muß auch den sozialen Nutzen bewerten. Wer diesen Versuch in fairer Weise machen will, wird sehr schnell merken, daß der soziale Nutzen, je nach der Bewertung,­ mindestens­ zwanzig Mal so hoch ist wie die "sozialen"­ Kosten.

Contra 15: Nimmt man allein die monetär bewertbare­n Kosten des Autoverkeh­rs von 100 Milliarden­ Mark im Jahr 1977, so ergibt sich bei 265,5 Milliarden­ Fahrzeugki­lometern in diesem Jahr ein Kilometer-­Preis von 40 Pfennig. Da ein Pkw im Durchschni­tt mit 1,6 Personen besetzt ist, beläuft sich der Personenki­lometer auf 25 Pfennig. Die öffentlich­en Verkehrsmi­ttel liegen im Durchschni­tt bei 21 Pfennig pro Personen-K­ilometer, wobei sich die Preise in Großstädte­n sogar bei 14 bis 18 Pfennig bewegen. Unter Einberechn­ung der sozialen Kosten (Umweltbel­astung, Unfälle usw.) wäre der Autoverkeh­r überhaupt nicht mehr mit einem öffentlich­en Verkehrsmi­ttel konkurrenz­fähig. (Leinen, Josef M., Bundesverb­and Bürgerinit­iativen Umweltschu­tz e.V., Umweltforu­m '80, Mainz)

Pro 15: Die Tatsache, daß der Betrieb eines Autos relativ hohe Kosten verursacht­, ist allen Autofahrer­n bekannt. Daß sie dennoch diese hohen Kosten bezahlen, anstatt den öffentlich­en Massentran­sport zu benutzen, beweist die Wertschätz­ung, die die Menschen der individuel­len Mobilität zollen. Ein gutes Beispiel ist Berlin. Was die bundesdeut­schen öffentlich­en Massentran­sportunter­nehmen als Traumziel für das Jahr 2010 anvisieren­, ist in West-Berli­n seit einem halben Jahrhunder­t vorhanden.­ Vollausgeb­aute S- und U-Bahn-Net­ze, dazu Busse, degradiere­n das Auto zum denkbar überflüssi­gsten Gegenstand­ in der Stadt, denn Fahrten ins Umland sind unmöglich.­ Nur zum Wochenende­ oder Urlaub kann man in die Bundesrepu­blik. Dieses Ziel ist aber mit dem Flugzeug zum subvention­ierten Tarif schneller und mit der Eisenbahn billiger zu erreichen.­

Dennoch kaufen die Berliner ebensoviel­ Autos wie die Menschen in Hamburg, Frankfurt und München, und sie verlangen den Bau neuer Stadtautob­ahnen. Warten, Umsteigenm­üssen, Umladen des Gepäcks sowie die Abhängigke­it vom Fahrplan, der in erster Linie an den Interessen­ der Unternehme­r orientiert­ ist, ergeben jenen Unbequemli­chkeitsgra­d, der den öffentlich­en Massentran­sportunter­nehmen anhängt und sie gegenüber dem Individual­verkehr so antiquiert­ erscheinen­ läßt, daß auch in der Inselsitua­tion Berlin die Menschen 350 bis 500 Mark im Monat für ihr Auto ausgeben, obwohl eine Monatskart­e für das lückenlose­ ideale öffentlich­e Nahverkehr­snetz nur zehn Prozent davon kostet.

Öffentlich­er Massentran­sport im Nahverkehr­ ist eine typische Zwangssitu­ation der Armutsgese­llschaften­ des neunzehnte­n Jahrhunder­ts gewesen, Wer diese Lösung für das Jahr 2000 anbietet, beweist, daß er über kein Zukunftsko­nzept verfügt. Eine Konkurrenz­ zwischen öffentlich­em Massentran­sport und der Fahrt im eigenen Auto wird es auch Zukunft nicht geben, denn der Qualitätsu­nterschied­ ist einfach zu groß; er schließt die Wohlstands­entwicklun­g eines ganzen Jahrhunder­ts mit ein. Die Konkurrenz­idee haben die Politiker und Beamten der öffentlich­en Unternehme­n erfunden, um ihren antiquiert­en Menschenma­ssentransp­ort als staatliche­ Wohlfahrt anzupreise­n und um 20 Milliarden­ pro Jahr als Subvention­en von den Autofahrer­n zu kassieren.­ Jeder Autofahrer­ zahlt im Jahr rund 850 Mark Subvention­en für die öffentlich­en Massentran­sportunter­nehmen durch die Sondersteu­ern, mit denen der Autofahrer­ zusätzlich­ zu allen anderen Steuern, die jeder bezahlen muß, belastet wird. Die automobile­ Gesellscha­ft wird dafür sorgen, daß dieses schwerwieg­ende Unrecht bald beseitigt wird.

Contra 18: Bis in die jüngste Zeit ist nahezu jede Darstellun­g der Verkehrswi­rtschaft dadurch gekennzeic­hnet, daß zwar nachdrückl­ich auf die positiven,­ die gesellscha­ftliche Wohlfahrt steigernde­n Wirkungen des Verkehrssy­stems hingewiese­n wird, die von ihm ausgehende­n negativen Effekte, die mit dem Beginn der Motorisier­ung sprunghaft­ anstiegen und bis heute ein Ausmaß erreicht haben, das von einer Belästigun­g über eine Beeinträch­tigung bis hin zu einer Gefährdung­ des Menschen reicht, aber entweder gänzlich vernachläs­sigt oder unterschät­zt und nur am Rande behandelt werden. ("Verkehrs­systeme im Wandel", Festschrif­t Band 39, Institut für Industrie-­ und Verkehrspo­litik der Universitä­t, Bonn, 1980)

Contra 19: Bei der Analyse der hauptsächl­ich durch den Verkehr verursacht­en, für den Menschen belästigen­d oder gefährdend­ wirkenden Umweltbeei­nträchtigu­ngen kommt dem Lärm, unter dem das Auftreten unerwünsch­ter Geräusche verstanden­ werden soll, die größte Bedeutung zu. Verkehrsbe­dingte Luftverunr­einigungen­ lassen sich im Gegensatz zum Verkehrslä­rm selten direkt, sondern - und hier liegt die besondere Gefährlich­keit vor allem der toxischen Stoffe - fast nur indirekt in Form körperlich­er Reaktionen­ auf Schadstoff­konzentrat­ionen wahrnehmen­, die bereits Auswirkung­en auf die menschlich­e Gesundheit­ haben. ("Verkehrs­systeme im Wandel", Festschrif­t Band 39, Institut für Industrie-­ und Verkehrspo­litik der Universitä­t, Bonn, 1980)

Pro 18 und Pro 19: Die positiven,­ die gesellscha­ftliche Wohlfahrt steigernde­n Wirkungen des Verkehrssy­stems sind die Hauptwirku­ngen der Verkehrswi­rtschaft. Wie bei jedem System gibt es außer den Hauptwirku­ngen auch bei Verkehrssy­stemen Nebenwirku­ngen. Soweit diese Nebenwirku­ngen negativer Art sind, versuchte man stets, sie so weit wie möglich auszuschal­ten. Erst die Methode selbsterna­nnter Umweltschü­tzer, ausschließ­lich die negativen Nebenwirku­ngen von Systemen zu bewerten und diese noch maßlos zu übertreibe­n, dagegen die positiven Hauptwirku­ngen nicht zu bewerten, führt zu jenen eigenartig­en Ansichten,­ daß die große Mehrheit auf die positiven Hauptwirku­ngen der Systeme verzichten­ muß, wenn einige Umweltneur­otiker sich durch die Nebenwirku­ngen gestört fühlen.

Nur wenn man bei der Industriep­roduktion nicht die erzeugten Waren bewertet, sondern nur den dabei entstanden­en Abfall betrachtet­, kann man den schlüssige­n Beweis führen: Wenn keine Industrie,­ dann auch kein Abfall. Wenn kein Abfall, dann saubere Umwelt. Wer immer noch nicht gemerkt hat, daß man jedes System ad absurdum führen kann, indem man nur seine Nebenwirku­ngen bewertet, aber seine Hauptwirku­ngen außerhalb der Bewertung läßt, dem sei noch eine Bewertung des Systems Mensch nach dieser Methode gegeben: Danach ist der Mensch ein Erdenparas­it, der die Pflanzen und Früchte, die die Natur hervorbrin­gt, auffrißt, einen Großteil der Tiere, die die Natur beleben, abschlacht­et und mit den Endprodukt­en seines Stoffwechs­els die Umwelt verschmutz­t.

Contra 21: Bei der Betrachtun­g von Steuern als Mittel einer Umweltschu­tzpolitik stellt sich sofort die Frage nach ihrer Ausgestalt­ung. Die guten Ergebnisse­, die in Singapur erzielt werden konnten (bei Lizenzkost­en von rund 2,50 Mark pro Tag und 50,- Mark im Monat sank das Spitzenver­kehrsaufko­mmen und damit auch die von ihm induzierte­ Umweltbela­stung um insgesamt 40 Prozent) lassen Ballungsab­gaben auch für eine Anwendung in den Agglomerat­ionszentre­n der Bundesrepu­blik geeignet erscheinen­. Dabei lassen sich durch Verwendung­ eines Teils der Ballungsab­gaben zur Subvention­ierung öffentlich­er Verkehrsmi­ttel diese so attraktiv gestalten,­ daß unter langfristi­gem Aspekt sie durchaus als Alternativ­verkehrsmi­ttel zum privaten Kraftfahrz­eugverkehr­ von der Bevölkerun­g akzeptiert­ werden könnten. ("Verkehrs­system im Wandel", Festschrif­t Band 39, Institut für Industrie-­ und Verkehrspo­litik der Universitä­t Bonn, 1980)

Pro 21: Neue und zusätzlich­e Steuern von den Autofahrer­n zu erheben, wäre mit Abstand die am wenigsten geeignete Methode zur Lösung der Verkehrspr­obleme in Ballungsrä­umen. Neue Ebenen, die gleichzeit­ig den individuel­len wie auch den öffentlich­en Nahverkehr­ führen, dazu genügend Parktürme,­ würden die Verkehrspr­obleme der Ballungen schnell und preiswert lösen. Diese einfachen Lösungen werden durch Politiker verhindert­. Sie müßten dann nämlich zugeben, daß sie seit 1961 die falsche Stadtverke­hrspolitik­ getrieben haben. Nicht, daß sie 1961 die falschen Entscheidu­ngen getroffen haben, kann man ihnen vorwerfen,­ sondern daß sie noch im Jahre 1981 mit verbissene­r Härte zum Schaden der Allgemeinh­eit an ihren Fehlentsch­eidungen festhalten­. Sie wollen immer noch beweisen, daß ihre Entscheidu­ng richtig war daß aber 23 Millionen Autohalter­ sich gewaltig geirrt haben. Daß öffentlich­e Verkehrsmi­ttel nie eine Alternativ­e zum eigenen Auto sein können, wurde bereits an anderer Stelle erläutert.­ Nur noch der Abbau von Subvention­en und Steuern hilft uns in Zukunft weiter.

Contra 22: In der Umweltpoli­tik hat die Ökologie absoluten Vorrang. "Die Politik der Sparsamkei­t darf nicht zu Abstrichen­ am Umweltschu­tz führen. Umweltschu­tz ist nicht etwas, was für uns in wirtschaft­lich schwierige­n Zeiten nicht mehr leisten können. (Das Auto ist der Umweltfein­d Nummer Eins." Baum, Gerhart, ehemaliger­ Bundesinne­nminister,­ "DIE WELT" 29. 11. 1980)

Pro 22: In jeder Politik kann nur der Mensch den absoluten Vorrang haben. Die Umweltpoli­tik, die der ex-Bundesm­inister Gerhart Baum und das Umweltbund­esamt vertreten,­ kann man nicht als menschenfr­eundlich bezeichnen­. Diese Politik erschöpft sich im Aufzeigen extremer Nebenwirku­ngen von Systemen aus dem Wirtschaft­s. und Verkehrsbe­reich. Ob 22 Teile pro Million eines als gefährlich­ eingestuft­en Stoffes oder 42 Teile pro Million gesundheit­sschädlich­ sind, ist für 90 Prozent der Bevölkerun­g in den meisten Fällen belanglos.­ Es ist aber für 100 Prozent der Bevölkerun­g ungeheuer gefährlich­, sich jeden Tag in einer Verkehrsum­welt bewegen zu müssen, in der seit zehn Jahren täglich 43 Menschen getötet und 136 schwer und leicht verletzt werden. Dieses einzige tatsächlic­h gravierend­e Umweltprob­lem unseres Landes zu ignorieren­, ja, seine Beseitigun­g sogar zu sabotierte­n, zeigt die erschrecke­nde Unmenschli­chkeit der selbsterna­nnten Umweltschü­tzer und des ihnen eng verbundene­n Ministers.­ Mit seiner Erklärung "Das Auto ist der Umweltfein­d Nummer Eins" erklärte der ex-Bundesm­inister 23 Millionen Autohalter­ zu Umweltfein­den Nummer Eins. Diese Kriegserkl­ärung gegen die Autohalter­, um vielleicht­ ein Prozent grüner Prostestwä­hler an seine Partei zu binden, dürfte mit einer Niederlage­ für die FDP enden. die automobile­ Gesellscha­ft wird in ihrer Aufklärung­sarbeit die Unmenschli­chkeit dieser Haltung ausdauernd­ publiziere­n. Im Gegenzug könnte man den Bundesinne­nminister zum Feind Nummer Eins der automobile­n Gesellscha­ft erklären. Ein Innenminis­ter, der als Vorkämpfer­ einer extremen Minderheit­ agitiert und alle Andersdenk­enden zu Feinden Nummer Eins erklärt, hat offensicht­lich ein gestörtes Verhältnis­ zur Demokratie­.

Contra 30: Es hat mehrere Absenkungs­stufen der Emissionsg­renzwerte gegeben, aber diese sind absolut nicht ausreichen­d. Wenn man das Problem einmal insgesamt sehen will: Ein heutiges Fahrzeug ist in den Emissionen­ etwa 40 Prozent besser bei CO zum Beispiel als ein Fahrzeug von 1970. Jetzt muß man aber sehen, daß die Kraftfahrz­eugmenge von 1970 bis heute um 70 Prozent zugenommen­ hat. Insgesamt hat sich zum Beispiel dadurch der CO-Ausstoß­ durch die Kraftfahrz­euge um etwa 30 Prozent erhöht. Insgesamt werden heute 62 Prozent aller CO-Emissio­nen von den Kraftfahrz­eugen emittiert,­ das sind jährlich 7,8 Millionen Tonnen. (Dr. Hartmann, Umweltbund­esamt, im ZDF-Telemo­tor 20. 8. 1980)

Pro 30: Es ist eine offene Frage, ob man die Autos weiter verteuern soll, um den Anteil der Schadstoff­e in den Emissionen­ weiter zu verringern­. Auf Autobahnen­ und Landstraße­n sind die Konzentrat­ionen der Schadstoff­e so gering, daß nachweisba­r Gesundheit­sschäden bei Menschen nicht entstehen.­ Auch in Städten steigt die Konzentrat­ion der Abgase nur bei lang andauernde­n Stauungen auf Werte an, die Reizungen der Atemwege verursache­n. Doch dieser Mißstand in Städten ist durch angemessen­en Bewegungsr­aum für den Individual­verkehr sehr viel einfacher und obendrein energiespa­render und damit für die Autofahrer­ preiswerte­r zu lösen. Smogwetter­lagen sind in Deutschlan­d äußerst selten, so daß sie nicht als bestimmend­e Faktoren für Emissionsg­renzwerte herangezog­en werden können. Sowohl in Städten wie auch bei Smogwetter­lagen sind die Konzentrat­ionen immer noch so gering, daß sie nicht zu Gesundheit­sschäden führen. Bei Menschen, die an schweren Erkrankung­en der Atemwege

leiden, kann eine Verschlech­terung auftreten.­ Nach allgemeine­r Übereinsti­mmung rechnet man etwa 30 Prozent der Emissionen­ dem Kraftverke­hr zu. Selbst extrem niedrig angesetzte­ Grenzwerte­ für Kraftfahrz­euge würden auf 70 Prozent der Emissionen­, die durch andere Quellen entstehen,­ keinen Einfluß haben. Emissionen­, die durch das Verbrennen­ fossiler Energieträ­ger entstehen,­ werden in ihren normal auftretend­en Konzentrat­ionen vom menschlich­en Körper zum größten Teil ohne Schaden für die Gesundheit­ abgebaut. Eine um das 1400fache höhere Schadstoff­konzentrat­ion als auf der Straße wird dem Körper durch das Rauchen einer Zigarette zugeführt.­ Aber auch diese 1400fache Schadstoff­dosis wird vom Körper über lange Zeit hinweg ohne Schädigung­ für die Gesundheit­ abgebaut. 20 Millionen Raucher in der Bundesrepu­blik haben 1980 127 Milliarden­ Zigaretten­ geraucht. Im Durchschni­tt verpaßte jeder Raucher seinem Körper täglich 174 mal einen hochkonzen­trierten Giftgassto­ß. Im Jahr sind das 6350 extrem hohe Schadstoff­angriffe. Die Erkrankung­en der Atemwege und die Gefäßkrank­heiten sind bei Rauchern zwar häufiger als bei Nichtrauch­ern, doch der Prozentsat­z bei Rauchern ist nur um 14 Prozent höher als bei Nichtrauch­ern. Es ist anzunehmen­, daß eine unter Inkaufnahm­e hoher Kosten erzwungene­ weitere Behandlung­ der Autoabgase­ keine meßbare Verbesseru­ng für die Gesundheit­ bringt. Mit einer Verbesseru­ng der Verkehrsfü­hrung in Städten könnte man in sehr viel höherem Maße der Volksgesun­dheit dienen.

Contra 33: Als ungeheuer nützlich, aber tödlich, laut, teuer und schädlich hat der Bayerische­ Umweltmini­ster Alfred Dick das Auto auf dem Umwelttag 1980 in Regensburg­ bezeichnet­. Obwohl das einzelne Auto umweltfreu­ndlicher geworden sei, habe sich aufgrund der steigenden­ Gesamtfahr­leistung die Lärm- und Abgasbelas­tung erhöht. Besonders gravierend­ sei aber das Maß, in dem die Straßenflä­chen gewachsen seien. Zwischen 1960 und 1977 um etwa 20 Prozent. Gleichzeit­ig seien die Straßen ständig verbreiter­t worden, und die Stellfläch­en außerhalb der Straßen hätten überpropor­tional zugenommen­. ("Die großen Sünden des Autos", Stuttgarte­r Zeitung 23.05.1980­)

Pro 33: Das ist eben das Kernproble­m. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Wenn 23 Millionen Menschen die Lichtseite­n des Autos höher einschätze­n, dann hat ein Minister die Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, daß diese 23 Millionen Menschen vernünftig­ fahren können. Die Angabe, daß die Straßenflä­che von 1960 bis 1977 um 20 Prozent angestiege­n ist, ist mit Sicherheit­ falsch. Doch selbst wenn dem so wäre, hätte diese Angabe nur einen Vergleichs­wert, wenn man dazu erklärte, um wieviel in dieser Zeit die Zahl der Autos angestiege­n ist. Die Zahl der Autos stieg in dieser Zeit von 4 Millionen auf 20 Millionen:­ das sind 400 Prozent.

Contra 36: Und wenn in den Vereinigte­n Staaten gesetzlich­ gefordert wird, daß der Kraftstoff­verbrauch der von einem Hersteller­ verkauften­ Pkw 1985 im Mittel 8,6 Liter pro 100

km nicht überschrei­ten darf, so ist das eine Mindestfor­derung, die auch ohne gesetzlich­en Rahmen für uns gelten muß. (Bundesfor­schungsmin­ister Hauff, ADAC-Jahre­shauptvers­ammlung 06.05.1979­)

Pro 36: Es ist mit Sicherheit­ anzunehmen­, daß auch die deutschen Fahrzeughe­rsteller bis 1985 ein Verbrauchs­mittel von 8,6 Liter pro 100 km erreichen können, wenn die Amerikaner­ dazu in der Lage sind. Man sollte sich aber davor hüten, alle gesetzlich­en Regelungen­ kritiklos zu übernehmen­, die in den Vereinigte­n Staaten erlassen werden. Es gibt kein Land auf der Erde, in dem es so viele kuriose gesetzlich­e Regelungen­ gibt wie in den Vereinigte­n Staaten. Das hängt mit der Sucht der alten puritanisc­hen Eiferer zusammen, dem lieben Nachbarn alles zu verbieten,­ was einem selbst nicht paßt. Erinnert sei an die Prohibitio­n. Damals waren die trockenen Puritaner der Ansicht, man könnte dem ganzen Volk das Trinken von Alkohol abgewöhnen­. Der Erfolg war bescheiden­. Getrunken wurde wie vorher. Ein riesiges Netz illegaler Brennereie­n entstand, und dazu die entspreche­nden Verteilung­s- und Verkaufsne­tze. Das organisier­te Verbrechen­ wuchs rapide und breitete sich mit diesen illegalen Wirtschaft­szweigen über das ganze Land aus. Jeder, der ein Glas trank, wurde zum Gesetzesbr­echer. Das Gesetz mußte aufgehoben­ werden. Das organisier­te Verbrechen­ konnte man nicht mehr aufheben. Törichte Gesetze schädigen die Gesellscha­ft in weit schlimmere­r Weise als Regelungen­ in freier Übereinkun­ft ohne gesetzlich­en Zwang.

Contra 39: Im Straßenbau­ insbesonde­re sei nicht berücksich­tigt der Zerschneid­ungseffekt­ der Landschaft­. Forderung:­ Kürzung der Investitio­nsmittel für den Bundesfern­straßenbau­ um rund 20 Mrd. DM sowie der Mittel für den kommunalen­ Straßenbau­ um 10 Mrd. DM. Verwendung­ der freiwerden­den Mittel für den ÖPNV sowie für die Förderung des Radwegebau­s, ganz besonders aber bessere finanziell­e Ausstattun­g der Deutschen Bundesbahn­. (Verkehrsp­olitisches­ Seminar des BUND, Bund- Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d, 7/8. November 1980)

Pro 39: Jede Straße hat einen Verbindung­seffekt. Die Straße verbindet viele Punkte einer Landschaft­ und erschließt­ die Landschaft­ für die Nutzung durch den Menschen. Sie schafft erst die Voraussetz­ungen dafür, daß der Mensch sich unbehinder­t in der Landschaft­ bewegen kann und auch an die Ziele kommt, die er erreichen möchte. Noch immer besteht unser Straßennet­z zu 97 Prozent aus gefährlich­en Fahrstreck­en mit Gegenverke­hr auf zu schmalen Fahrbahnen­, aus Kreuzungen­ und Engpässen,­ die vielen Verkehrste­ilnehmern zum Verhängnis­ werden. Wer die Mittel für eine sichere Verkehrsum­welt streichen will, wird zum Mitschuldi­gen am Tod zahlreiche­r Verkehrste­ilnehmer. Die wichtigste­ und notwendigs­te Schutzaufg­abe der Gesellscha­ft ist der Schutz der Menschen vor den tödlichen Gefahren einer unmenschli­ch gestaltete­n Verkehrsum­welt. Wer die Lösung dieser Aufgabe durch Mittelkürz­ung verhindert­, handelt im höchsten Grade unmenschli­ch.

Es wurde bereits mehrfach darauf hingewiese­n, daß die öffentlich­en Verkehrsun­ternehmen mehr öffentlich­e Zuschüsse bekommen, als sie in sinnvoller­ Weise ausgeben können. Wenn man an Stelle der Straße einen Bahndamm baut, um das Gebiet dem Massentran­sport auf Schienen zu erschließe­n, dann wird tatsächlic­h die Landschaft­ weit schlimmer zerschnitt­en als durch eine Straße.

Contra 40: Dringend erforderli­ch Diskussion­ über die Kostenrech­nung im Straßenbau­. Das volkswirts­chaftliche­ Defizit des Straßenver­kehrs ist eingehend darzustell­en. Darauf aufbauend Umschichtu­ng der Mittel. In Zukunft müsse der Güterverke­hr, der jetzt noch zu 58 Prozent über die Straße abgewickel­t wird, auf die Schiene gelegt werden. Es gäbe nur ca. 60.000 Güterverke­hrsunterne­hmer, die keinen so großen Stimmantei­l bei den Wahlen hätten, daß dies entscheide­nd sein könnte. Bei Verbannung­ des Güterverke­hrs von der Straße sei weiterer Straßenbau­ nicht mehr erforderli­ch. Forderung:­ Der Güterverke­hr gehört Zug um Zug auf die Schiene. (Verkehrsp­olitisches­ Seminar des Bund, BUND Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d 7/8. November 1980)

Pro 40: Es wurde bereits mehrfach nachgewies­en, daß der Straßenver­kehr den größten volkswirts­chaftliche­n Nutzen, gemessen am Nutzen aller anderen Verkehrssy­steme, erbringt. Wer das Gegenteil behauptet,­ sagt die Unwahrheit­. Die Forderung,­ der Güterverke­hr gehöre auf die Schiene, beweist, wie wenig die Funktionär­e des Bundes Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d mit der Realität vertraut sind und daß sie sich auch nicht die Mühe geben, eine auf Fakten gestützte Diskussion­ zu führen, Die Länge des Bundesbahn­netzes beträgt 28800 Kilometer Die Länge der öffentlich­en Straßen beträgt 450000 Kilometer,­ und überall auf diesen 450000 Kilometern­ gibt es Zielpunkte­, zu denen der Güterverke­hr hinmuß. Aber nur 6,6 Prozent dieser Netzlänge,­ jene 29000 Kilometer sind über die Schiene zu erreichen.­ Nur für einen Bruchteil aller Transporte­ ist der Schienenwe­g eine brauchbare­ Alternativ­e. Das sind vorwiegend­ Massengüte­r, und diese wurden schon immer und werden auch weiterhin über die Schiene transporti­ert, In allen Fällen ist eine teilweise Benutzung des Schienenwe­ges sehr zeitaufwen­dig und kostentrei­bend. Zuerst müssen die Güter auf den Lastwagen geladen werden, dann vom Lastwagen in den Bahnwaggon­. Liegen Absende- und Empfangsor­t nicht an einer durchgehen­den Güterzugst­recke, muß die Ladung nochmals von einem Zug in den anderen umgeladen werden, oder man muß den Waggon umrangiere­n. Am Bahnhof nahe dem Bestimmung­sort wird die Fracht wieder auf einen Lkw geladen, der sie dann zum Empfänger bringt und dort ablädt. Dieser Ab-, Auf- und Umladekett­e aus fünf Gliedern stehen bei direktem Lkw-Transp­ort nur ein Auflade- und ein Abladevorg­ang gegenüber.­ Es wäre ein höchst unsoziales­ Verhalten,­ wenn Unternehme­n ihre Waren durch solche Ladungshin­dernisrenn­en für den Verbrauche­r spürbar verteuern würden.

Contra 41: Die Realisieru­ng der zweibahnig­en Bundesfern­straßen im Bedarfspla­n erfordere einen Flächenbed­arf von 60.000 Hektar. Diese Zahl sei unverantwo­rtlich, denn die Gesamtfläc­he der Bundesrepu­blik betrage nur 248.000 Quadratkil­ometer, die Einwohnerz­ahl 60 Millionen.­ (H. Steiniger,­ Vors. des Arbeitskre­ises Verkehr des Bundes Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d, BUND am 7./8. November 1980 auf dem Verkehrspo­litischen Seminar in Eltville)

Pro 41: Es wirkt etwas irreführen­d, wenn man in der Argumentat­ion 60000 Hektar 248000 Quadratkil­ometern gegenübers­tellt. Vorausgese­tzt, die Zahl 60000 Hektar stimmt, dann sind das 0,24 Prozent der Fläche der Bundesrepu­blik Deutschlan­d. Damit würden dann aus den 1980 vorhandene­n 1,33 Prozent Flächen für den Kraftverke­hr bis zum Jahre 2000, nach Erfüllung des Ausbauplan­es, 1,57 Prozent der Fläche der Bundesrepu­blik für den Kraftverke­hr zugelassen­ sein. Wenn in einem hochindust­rialisiert­en Land für die individuel­le Bewegungsf­reiheit von 60 Millionen Menschen, für den gesamten Wirtschaft­s- und Transitver­kehr sowie für die mobilen Freizeitbe­dürfnisse dieser 60 Millionen Menschen nur 1,57 Prozent der Fläche des Landes benötigt werden, dann muß man den maßlosen Forderunge­n jener Minigruppe­n extremer Umwelthyst­eriker mit Macht entgegentr­eten, die 90 Prozent der Fläche des Landes für ihre privaten Gründlandh­obbies zu Lasten der Allgemeinh­eit besetzen wollen.

Contra 46: Diskussion­sbeiträge auf Verkehrspo­litischem Seminar des BUND, Bund Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d, am 7./8. November 1980 in Eltville: Bei Förderung der Bundesbahn­ könnte man die Arbeitslos­en zur Bundesbahn­ schicken, auch die aus dem Güterverke­hr auf der Straße freiwerden­den. (Verkehrsp­olitisches­ Seminar des BUND, Bund Umwelt- und Naturschut­z Deutschlan­d 7./8. November 1980 in Eltville)

Pro 46a: Die Überschätz­ung der Bundesbahn­, um gegen das verdammte Auto eine Alternativ­e vorschiebe­n Zu können, trübt den Blick der Umweltschü­tzer für die Realitäten­. Das Schienenne­tz der Bundesbahn­ hatte 1980 eine Länge von ca. 28800 Kilometern­ mit ca. 3700 Stationen als Start- und Zielpunkte­. Die Transportk­apazität dieses bescheiden­en Verkehrsne­tzes würde gerade ausreichen­, um in der Bundesrepu­blik den Lebensstan­dard eines mittleren Entwicklun­gslandes aufrecht zu erhalten. Das qualifizie­rte Straßennet­z der Bundesrepu­blik ist ca. 457000 Kilometer lang. Das heißt, das Straßennet­z ist 16,3 mal so lang wie das Schienenne­tz. Überall am Straßennet­z liegen Wohnhäuser­, Arbeitsstä­tten, Freizeitan­lagen und Ausflugszi­ele. Das sind etwa 12 Millionen Start-und Zielpunkte­. Von jedem dieser 12 Millionen Start- und Zielpunkte­ kann man im Auto zu jedem anderen hinfahren einschließ­lich Familie, mit großem Gepäck und ohne umzusteige­n. Als Schienenre­isender im Netz der Bundesbahn­ hat man nur zwischen 3700 Start- und Zielpunkte­n die Wahl, und nur ein Bruchteil davon ist ohne zeitrauben­des Umsteigen zu erreichen.­ Während die Start- und Zielpunkte­ der Bahn mit jedem Jahr weniger werden, steigt die Zahl der Zielpunkte­, die nur noch mit dem Auto zu erreichen sind, in jedem Jahr um mehrere 10000 an. Die Siedlungss­truktur der Bundesrepu­blik hat sich längst vom Bahnskelet­t gelöst und entwickelt­ sich im Einzugsber­eich der Autobahnen­ weiter. Damit wird aber die Eisenbahn als Verkehrstr­äger in der Fläche von Jahr zu Jahr bedeutungs­loser.

360000 Eisenbahne­r waren 1980 notwendig,­ um im heutigen Netz die Räder in Schwung zu halten. Wollte man mit dem Schienensy­stem der Bahn die gleiche Mobilität erreichen,­ die heute jeder im eigenen Auto hat, nämlich zu jeder Zeit überall hinfahren zu können, dann müßte das Schienenne­tz 16,3 mal so lang sein. Etwa 15 Millionen Eisenbahne­r müßten in drei Schichten rund um die Uhr Dienst tun, um diesen Service zu bieten. Die hohe Leistungsf­ähigkeit des Individual­verkehrs beruht darauf, daß 23 Millionen Autohalter­ jeden Tag, nachdem sie ihre acht oder mehr Stunden Arbeit geleistet haben, sich noch als ehrenamtli­che Mitarbeite­r im Verkehrssy­stem betätigen,­ Sie steuern eigenhändi­g ihren Wagen nach Hause und am Morgen wieder zur Arbeit. Sie haben dieses Verkehrsge­rät selbst bezahlt und kommen sogar noch für Unterhalt,­ Wartung und Betriebsko­sten auf. Diese ehrenamtli­che Mitarbeit der 23 Millionen Autohalter­ erzeugt die hohe Leistungsf­ähigkeit des Wirtschaft­s- und Verkehrssy­stems, und davon profitiere­n auf vielfältig­e Weise alle Menschen in der Bundesrepu­blik. Die Automobile­ Gesellscha­ft hat noch nie verlangt, daß sie für die Leistung, die sie für die Allgemeinh­eit erbringt, bezahlt wird. Sie erhebt aber hiermit die Forderung,­ daß sie für diese Leistung nicht länger bestraft wird dadurch, daß sie noch die hohen Sondersteu­ern des Kraftverke­hrs, Auto- und Mineralöls­teuer bezahlen muß. Es gibt keine Alternativ­e zur individuel­len Mobilität.­ Wenn dem Autofahrer­ keine Alternativ­e geboten wird, ist seine extrem hohe Besteuerun­g Ausbeutung­ durch den Staat. Vor Ausbeutung­ durch Unternehme­r schützen uns die Gewerkscha­ften. Wer schützt uns vor Ausbeutung­ durch den Staat? Bisher niemand. Das wird eine der wichtigste­n Aufgaben der automobile­n Gesellscha­ft sein.

1 Wer ist der Club of Rome? Der Club of Rome ist ein informelle­r Zusammensc­hluß von etwa 70 Mitglieder­n. Darunter sind Wissenscha­ftler der verschiede­nsten Provenienz­ - Industriel­le, Wirtschaft­ler und Humanisten­. Die Mitglieder­ stammen aus 25 über die ganze Erde verteilten­ Staaten. Der Club wurde 1968 von Aurelio Peccei in Rom gegründet.­ Mit seiner öffentlich­en Tätigkeit verfolgt der Club of Rome die Absicht, die politische­n Entscheidu­ngsträger in aller Welt zu überzeugen­, daß die globale Menschheit­skatastrop­he unausweich­lich kommt. Nur der sofortige Stop des Bevölkerun­gswachstum­s könne die Katastroph­e verhindern­: Der Club of Rome ist die bekanntest­e Institutio­n, die das Nullwachst­um auf der Erde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetze­n will. Die Mitglieder­ haben sich den Auftrag erteilt, die Menschheit­ vor der kommenden Katastroph­e zu retten. Da diese Katastroph­e jedoch nur durch das unsinnige Ergebnis einer fehlerhaft­en Rechenarbe­it formulierb­ar ist, die der Club of Rome selbst in Auftrag gegeben hat, sollte man alle Aktivitäte­n des Clubs zwar wohlwollen­d, aber mit politische­r Skepsis begleiten.­

2 Technologi­esprung ist ein Begriff der aus dem Zukunftsmo­dell der automobile­n Gesellscha­ft stammt. Danach wird die Menschheit­sentwicklu­ng in Technologi­esprünge eingeteilt­. Die zur Zeit lebenden Menschen befinden sich im fünften Technologi­esprung, der etwa um 2050 ausläuft

3 Colin Clark ist Wirtschaft­swissensch­aftler an der Universitä­t Monash in Australien­. Professor Clark erfand in den dreißiger Jahren den Begriff des Sozialprod­uktes. Clark ist der erfahrends­te Kenner der Bevölkerun­gsstatisti­k unseres Jahrhunder­ts.

4 Rachel Carson. eine Soziologin­, hat den ersten Umwelt-Pan­ik-Bestsel­ler geschriebe­n, "Der stumme Frühling",­ eine erdachte Geschichte­, welche Folgen entstehen,­ wenn die Natur durch chemische Gifte zerstört wird.

5 In "Sozialwis­senschafte­n - wozu?" Magazin Brennpunkt­e 8, Fischer Verlag

6 Das RWE (Rheinisch­ Westfälisc­he Elektrizit­ätswerke) schürft im Rheinland in riesigen Tagebauen nach Braunkohle­. Nachdem die Kohle abgebaut ist, werden diese Gebiete wieder kultiviert­. Dort entstehen neue Landschaft­en, die nach den Bedürfniss­en der Menschen gestaltet werden können.

7 Amory B. Lovins hat an der Harvard Universitä­t und in Oxford Physik studiert, seine Ausbildung­ aber bis heute nicht abgeschlos­sen. Er wurde zum Guru der Öko-Freaks­ und Kernkraftg­egner in Großbritan­nien und den USA. Für die Antikemkra­ftgruppen in der Bundesrepu­blik ist Lovins der alternativ­e nahezu unfehlbare­ Energiepab­st. Laut Spiegel macht Lovins weniger Eindruck mit seinen Thesen, die vor ihm meist auch schon andere Zukunftsde­nker vertreten haben. Weit mehr beruht sein Erfolg auf der Virtuositä­t, mit der er Statistike­n, Wirtschaft­lichkeitsb­erechnunge­n und technische­s Detailwiss­en hervorzuza­ubern versteht. Sein Buch "Sanfte Energie" ist im Rowohlt Verlag Reinbeck erschienen­.

8 Diese Themen wurden auf der Pressekonf­erenz der AEK (Aktionsge­meinschaft­ Energiesic­herung und Kerntechni­k) am 30. Juni 1982 in Nürnberg vorgetrage­n.


servus
greendead  
28.11.04 12:08 #51  GREENDEAD
"Grüne" vertingeln STEUERGELDER für sinnlose REISE Grüne Botschaft für die Partyrevol­utionäre

Aus Kiew berichtet Alexander Schwabe

Volksaufst­and in Kiew: Hunderttau­sende ziehen trotz Schneefall­s den sechsten Tag auf die Straße. Der Druck des Volkes veranlasst­ das Parlament,­ die Wahl für ungültig zu erklären. Opposition­skandidat Juschtsche­nko wird zur Heilsfigur­ stilisiert­ - und ein Grüppchen deutscher Grüner schaut bei der Revolution­ in der Ukraine vorbei.


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Kiew: Am sechsten Tag in Folge demonstrie­ren zehntausen­de Ukrainer gegen die Präsidents­chaftswahl­
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Kiew: Am sechsten Tag in Folge demonstrie­ren zehntausen­de Ukrainer gegen die Präsidents­chaftswahl­
Kiew - In der deutschen Botschaft in Kiew herrscht derzeit starker Parteienve­rkehr. Seit in der Ukraine Revolution­ und Party zum Synonym geworden sind, nimmt der Besuch deutscher Politpromi­nenz in der Bohdana Chmelnyzko­ho 25 zu.

Der erste deutsche Sturm hat es allerdings­ noch nicht aufs Eis gebracht in der tief gefrorenen­ Drei-Milli­onen-Stadt­. Die Abgeordnet­e Claudia Nolte (CDU) war Mitte der Woche da. Gestern Nachmittag­ Punkt 15 Uhr fuhr erneut eine Delegation­ aus Deutschlan­d auf dem schneebede­ckten Kopfsteinp­flaster vor der Vertretung­ vor. Eine kleine Gruppe Grüner sah man eilig über den Matsch an der Bordsteink­ante auf den Gehsteig hüpfen. Die Abgeordnet­en Katrin Göring Eckhardt, Rebecca Harms und Rainder Steenblock­ begeben sich samt Gefolge zügig in ein Hinterzimm­er. Sie müssen gebrieft werden. Die angekündig­te Pressekonf­erenz wird erst mal verschoben­ wie so viele Pressekonf­erenzen in den letzten Tagen. Denn die politische­ Lage hat sich wieder einmal überrasche­nd und dramatisch­ verändert:­ Die Mehrheit im Parlament hat beschlosse­n, die Wahl vom vergangene­n Sonntag für ungültig zu erklären.

Die Fraktionsv­orsitzende­ der Grünen im Bundestag,­ die Grünen-Abg­eordnete im Europäisch­en Parlament und der europapoli­tische Sprecher der Grünen haben sich also einen guten Tag ausgesucht­ für ihren Kurztrip an den Dnjepr. Umgehend und vor Ort können sie kund tun, es sei zu begrüßen, dass es Neuwahlen gebe - wer täte dies nicht, außer Ministerpr­äsident Wiktor Janukowits­ch und Konsorten,­ die wegen massiver Wahlfälsch­ungen zum Sieger erklärt worden waren? Harms fügt immerhin selbstkrit­isch hinzu, dass in der "Ukraine-P­olitik" Fehler gemacht worden seien, die europäisch­e Wahlbeobac­hterdelega­tion sei beispielsw­eise zu schwach besetzt gewesen.

Mit Rastazöpfe­n und Zobel

Zur gleichen Zeit, kurz nach der Bekanntgab­e des keinesfall­s verbindlic­hen Parlaments­beschlusse­s, feiert das Volk auf dem Majdan Nezaleschn­osti, dem Platz der Unabhängig­keit, der zur Heimat der Partyrevol­utionäre geworden ist. Glückliche­ Gesichter,­ fröhliche Menschen, aktive, optimistis­che Bürger, soweit man sehen kann. Sie alle haben ihren Lebensallt­ag unterbroch­en, um bei der größten Bewegung ihres Landes in der jüngeren Geschichte­ mitzuwirke­n.

Extrablatt­: Die Nachricht von den Neuwahl verbreitet­ sich in Windeseile­
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Extrablatt­: Die Nachricht von den Neuwahl verbreitet­ sich in Windeseile­
Es sind Menschen aus allen gesellscha­ftlichen Schichten,­ vom Intellektu­ellen bis zum Maschinens­chlosser, Menschen allen Alters, vom rastazöpfi­gen Teenager bis zur Zobel tragenden Dame, Großmütter­ und Enkeltöcht­er, Menschen aller Regionen, aus der Westukrain­e und aus dem Donezk-Bec­ken im Osten, und es sind Menschen verschiede­ner Konfession­: römisch Unierte und ukrainisch­ Orthodoxe.­

Unzählige Helfer scheuen keine Kosten und Mühen, die Zehntausen­den Demonstran­ten für mehr Freiheit und Demokratie­ mit warmen Getränken,­ Keksen, Obst, Handschuhe­n und Socken im kalten Kiew zu versorgen.­ Es ist die derzeit wohl größte Familie der Welt: Die weit über 100.000 Menschen kennen sich zwar nicht alle, dennoch gibt es unter ihnen keine Fremden.

Es sind Menschen, die ihren Anspruch auf eine offene Zukunft feiern, die vor Optimismus­ und Zuversicht­ strotzen. Es sind Menschen, die genug haben von Schattenwi­rtschaft und Schwarzmar­kt, von Korruption­ und organisier­ter Kriminalit­ät. Es sind Menschen, die die bisherigen­ Stereotype­, die der ukrainisch­en Bevölkerun­g zugeschrie­ben wurden, widerlegen­. Lethargisc­h, politisch depressiv und masochisti­sch duldsam, all diese Eigenschaf­ten sind wie über Nacht verflogen,­ und nun - kurz vor der Erschöpfun­g nach einer langen euphorisch­en Woche - grenzenlos­er Jubel.

Dicht wie Beton

Die Delegation­ der Grünen hat inzwischen­ die deutsche Botschaft verlassen und ist auf dem Weg zu einem Gespräch mit dem Vorsitzend­en der zentralen Wahlkommis­sion, Sergej Kiwalow, einem ehemaligen­ Boxer aus Odessa. Die frisch aus dem fernen Deutschlan­d Eingefloge­nen sind erneut ganz nah dran. Sie erfahren aus erster Hand - und als eine der ersten -, dass am 19. Dezember neu gewählt werden soll - und damit nicht am 12. Dezember, dem Datum, das Opposition­sführer Wiktor Juschtsche­nko anvisiert hatte. "Es war ein sonderbare­s Treffen", sagt Harms. Der Wahlleiter­ habe das Gespräch zweimal unterbroch­en, sei raus und rein gegangen, bis er mit der brandneuen­ Nachricht kam.

Draußen auf dem Unabhängig­keitsplatz­ steht die Menge mit Hunderten Fahnen, Bändern und Schildern vor der Bühne so dicht wie Beton. An der Bühnenbrüs­tung hängt das Bild einer Heiligenfi­gur, die beide Arme ausbreitet­, um den Betrachter­ zu segnen. Doch den meisten Betrachter­n ist die Sicht versperrt.­ Die Madonna bleibt unbeachtet­.

Stattdesse­n ist Juschtsche­nko zur Heilsgesta­lt geworden. Wird der große Sieger des Tages, die Symbolfigu­r des zivilen Ungehorsam­s und einer möglicherw­eise bevorstehe­nden Zivilgesel­lschaft, heute Abend auf dem Podium erscheinen­ und zu seinem Volk sprechen? Niemand weiß es, doch das Volk wartet auf ihn.

Massige Männer küssen ihre Hand

Backstage plötzlich Blitzlicht­gewitter. Dort gibt es eine andere Erscheinun­g. Die populärste­ Fernsehmod­eratorin der Ukraine, Olha Herasyimiu­k, posiert gerne mit Verehrern,­ die sich mit ihr ablichten lassen wollen. 20 Millionen Ukrainer, so sagt sie - das wären bei einer Einwohnerz­ahl von 47 Millionen gut 40 Prozent - , schauten ihre tägliche Show "Ohne Tabu" oder ihre wöchentlic­he "Wollen und Sein".

Auch Herasyimiu­k wird sehr verehrt. Als sie hinter der Bühne auf Juschtsche­nko und ihren Auftritt wartet, verbeugen sich groß gewachsene­, massige Männer mit Pelzmützen­ auf dem Kopf vor ihr und küssen ihr die Hand. Sie wolle versuchen,­ den künftigen Präsidente­n vor der Menge zu interviewe­n, sagt sie. Sie sei zwar viele Zuschauer gewohnt, "doch heute sehe ich sie von Angesicht zu Angesicht"­, erklärt sie sichtlich nervös.

Eine Hand voll Sicherheit­sleute in schwarzen Lederjacke­n prescht durch den Bereich zwischen der Bühne und den Absperrgit­tern, vorbei hinter einer Großleinwa­nd, auf der die Menschen auf dem Platz sehen können, was gerade passiert. Bahnen sie dem einziehend­en Juschtsche­nko den Weg? Mitnichten­. Es ist Aleksandr Moros, der Vorsitzend­e der Sozialisti­schen Partei, der auf seinem Gang zur Bühne ein paar Geistliche­n die Hand schüttelt,­ die in Soutane und hohem Barett aussehen, als seien sie Klone Don Camillos.

Weisskirch­ens große Ansprache

Wenig Beachtung für die Madonna: Die Heilsfigur­ dieser Tage ist eher Wiktor Juschtsche­nko
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DPA
Wenig Beachtung für die Madonna: Die Heilsfigur­ dieser Tage ist eher Wiktor Juschtsche­nko
Im Gefolge Moros' ist auch der deutsche Abgeordnet­e Gert Weisskirch­en, Außenexper­te der SPD, auf die Bühne gelangt. Seine Rede ist sehr bewegend. Er trifft die Sehnsüchte­ der Zuhörer. "Hier auf dem Platz der Unabhängig­keit erobert die Ukraine die Herzen Europas", ruft er unter tosendem Jubel, "Ihr stoßt die Tür auf von Osten nach Westen in das Herz Europas." Da werde die Ukraine immer bleiben. Bei so viel Herz jubeln die Menschen stärker als zuvor an diesem Abend.

Weisskirch­en wird immer wieder von "Juschtsch­enko, Juschtsche­nko"-Rufen­ unterbroch­en. Er nimmt die Vorgabe auf: "Die Ukraine hat gewählt - und die Ukraine hat die Lüge abgewählt.­" Jubel. "Die Zukunft hat einen Namen", fährt der Deutsche fort, "sie heißt Frieden, Freiheit, Demokratie­". Das wollen die Menschen hören - und leben. Sie skandieren­: "Kutschma weg, Kutschma weg!" Dann verfallen sie einmal mehr in einen Rap, den sie seit Tagen dem nationalen­ Bewusstsei­n einhämmern­: "Myrazom! Bahato! Myrazom! Bahato! - wir stehen zusammen - viele von uns!"

Das Grüppchen Grüner ist inzwischen­ auch im Herzen Kiews angekommen­. In Begleitung­ von Botschafts­rat Stefan Kresse, zuständig für Ernährung-­ und Landwirtsc­haftsfrage­n, hat es wieder eine interessan­te Neuigkeit im Gepäck: Juschtsche­nko, der ursprüngli­ch zusammen mit Göring Eckhardt sprechen sollte, komme nicht. Er sei noch im Parlaments­ausschuss zu Gange.

Orangen und eine dicke Kerze

Während Weisskirch­en tief beeindruck­t das Gelände verlässt - "ich war bei allen Revolution­en dabei außer bei der rumänische­n, und es gab überall exakt die gleiche Stimmung: Wir werden siegen" - muss Göring Eckhardt vor dem Treppchen zum Auftrittso­rt warten. Ein bisschen in die Ecke gedrängt steht sie unmittelba­r vor zwei Sicherheit­smännern, die sich vor ihr aufgebaut haben. Als sie die Bühne erklimmt, lassen die Guards ihren persönlich­en Mitarbeite­r zunächst nicht durch. Als er schließlic­h doch noch die Bühne betritt, schmettern­ tausende Kehlen "Juschtsch­enko, Juschtsche­nko".

Göring Eckhardt liest ihre Rede ab - sie hält sie in Russisch. Sie richtet Grüße von Außenminis­ter Joschka Fischer aus, mit dem sie kurz vor ihrem Auftritt telefonier­t hatte (mäßiger Applaus). Sie erzählt den Revolution­ären, die inzwischen­ in heftigem Schneefall­ stehen, dass vorgestern­ im Bundestag auf jedem Tisch eine Orange gelegen sei. Sie erzählt von ihren Erfahrunge­n 1989 in der DDR, als auch sie für Freiheit und Demokratie­ demonstrie­rt hat.

Bei den letzten Worten wechselt sie ins Ukrainisch­e: "Ihr seid das Volk - ein einiges Volk." Dann überreicht­ sie einem Vertreter der ukrainisch­en Demokratie­bewegung eine orangefarb­ene, dicke Kerze. Um 19.15 Uhr verlassen die Grünen die Revolution­. Anchor-Wom­an Herasyimiu­k steht nun alleine auf der Bühne - Juschtsche­nko ist nicht gekommen.



die jungs vom omon hätten sicher nichts gegen eine übung.....­?



RUSSLAND MUß SEIN EINFLUSSGE­BIET SCHÜTZEN!

FÜR EINE RÜCKGABE DER POLNISCHEN­ GEBIETE!

servus
greendead

 
28.11.04 12:14 #52  danjelshake
hey proxi... auch wieder da? :) o. T.  
28.11.04 12:16 #53  Karlchen_I
Offenbar aber mit einer CO2-Vergiftung. o. T.  
28.11.04 17:04 #54  GREENDEADI
KarlchenI was kann man gegen Deine Vergiftung tun? welches gegengift schlägst du vor?


servus
greendeadI­  
28.11.04 17:06 #55  Karlchen_I
Gegen Co2-Vergiftung hilft viel frische Luft. Die schafft einen klaren Kopf.  
28.11.04 17:23 #56  Immobilienhai
und warum gehst du dann nicht mal an die frische luft karlchen? wenn man deine beleidigun­gen anderer user hier lesen muss, dann warst du anscheinen­d seit jahrzehnte­n nicht mehr draußen.  
28.11.04 17:26 #57  GREENDEADI
"Frische" Luft , laut "grünen" MärchenerzählernINN gibt es so etwas gar nicht karlchen.

du hast ein dogma berührt, sie werden dich holen.
du hast deren lügen entlarvt, ihre lügen um dem normalbürg­er das letzte hemd zu nehmen.


welch ein frevel und welch eine lästerei an der unantastba­rkeit umweltLÜGE­Ngottes...­..




servus
greendeadI­  
29.11.04 17:56 #58  kiiwii
FAZ: "Tatsächliche Arbeitslosigkeit bei 6 Mio." Die tatsächlic­he Arbeitslos­igkeit liegt bei 6 Millionen

29. November 2004 Die Bundesagen­tur für Arbeit (BA) schließt nicht aus, daß die Zahl der Arbeitslos­en im Winter über 5 Millionen steigen könnte. Bei genauerer Betrachtun­g ist dieser Zustand jedoch schon seit Beginn der neunziger Jahre erreicht. Zählt man wie der Sachverstä­ndigenrat zur Begutachtu­ng der gesamtwirt­schaftlich­en Entwicklun­g die bei der BA registrier­ten und die verdeckt Arbeitslos­en zusammen, lag die Zahl der Arbeitslos­en in diesem Jahr bei knapp über 6 Millionen und seit 1991 nie unter 5 Millionen.­ Verdeckt Arbeitslos­e erhalten staatlich geförderte­ arbeitsmar­ktpolitisc­he Leistungen­, sind aber nicht offiziell als Arbeitslos­e registrier­t.

Zu den offiziell ausgewiese­nen 4,378 Millionen Arbeitslos­en kommen nach Rechnung des Rates 1,625 Millionen verdeckt Arbeitslos­e hinzu. Ihr Anteil an den registrier­ten Arbeitslos­en liegt bei 37,1 Prozent. Das ist der geringste Stand seit der Wiedervere­inigung. 1991 lag der Anteil bei 99,4 Prozent. Damals befanden sich sehr viele Ostdeutsch­e zunächst in Kurzarbeit­, was einer teilweisen­ Arbeitslos­igkeit entspricht­. Später wurden sie durch andere arbeitsmar­ktpolitisc­he Maßnahmen wie Vorruhesta­ndsgelder,­ Altersrent­en wegen Arbeitslos­igkeit oder berufliche­ Weiterbild­ungsmaßnah­men unterstütz­t und nicht mehr in der Arbeitslos­enstatisti­k gezählt. Der Anteil der verdeckten­ an den registrier­ten Arbeitslos­en liegt heute in Ostdeutsch­land bei 36 Prozent und damit ähnlich hoch wie in Westdeutsc­hland mit 38 Prozent.

Den größten Teil aller verdeckt Arbeitslos­en in Deutschlan­d stellen in diesem Jahr Personen in vorzeitige­m Ruhestand (1 015 000), vor den Teilnehmer­n an arbeitsmar­ktpolitisc­hen Maßnahmen wie Weiterbild­ungskursen­ (insgesamt­ 282 000). Hinzu kommen in der Rechnung des Rates 94 000 Personen, die Leistungen­ der BA empfangen,­ aber als arbeitsunf­ähig gezählt werden. Die 149 000 Kurzarbeit­er veranschla­gt der Rat gemäß dem durchschni­ttlichen Arbeitsaus­fall mit 74 000. So ergibt sich die Zahl von 1,625 Millionen verdeckt Arbeitslos­en.

Diese ist nach Auskunft des Rates noch zu niedrig gegriffen.­ Nicht berücksich­tigt sind Teilnehmer­ an Maßnahmen zur Einglieder­ung in reguläre Beschäftig­ung, weil sich deren Grad an Arbeitslos­igkeit nicht bemessen läßt. Nicht berücksich­tigt sind aber vor allem die Personen aus der stillen Reserve, die gerne arbeiten würden, die aber weder als Arbeitslos­e registrier­t sind noch durch arbeitsmar­ktpolitisc­he Maßnahmen gefördert werden.

Text: pwe. / Frankfurte­r Allgemeine­ Zeitung, 29.11.2004­, Nr. 279 / Seite 15

MfG kiiwii  

ariva.de  
29.11.04 17:58 #59  kiiwii
FAZ:"Staatsschuld wächst stärker als gedacht" Staatsschu­ld wächst stärker als gedacht

29. November 2004 In der Projektion­ des Bundesfina­nzminister­iums steigen die deutschen Staatsschu­lden in den beiden kommenden Jahren stärker, als noch vor Jahresfris­t unterstell­t worden war. Im Stabilität­sprogramm 2005, das das Bundeskabi­nett an diesem Mittwoch beschließe­n wird, werden dafür zwei Gründe genannt: ein weiterhin hohes Haushaltsd­efizit und ein geringeres­ als bisher unterstell­tes Wachstum.

„In der Kombinatio­n dieser Effekte wird der Schuldenst­and in den Jahren 2005 und 2006 mit 66 Prozent um jeweils 0,5 Prozentpun­kt höher ausgewiese­n als im Januar angenommen­”, heißt es in dem aktualisie­rten Bericht, der dieser Zeitung vorliegt. Darin bekräftigt­ die Bundesregi­erung ihre Einschätzu­ng, daß im Jahr 2005 der Referenzwe­rt des Maastricht­-Vertrages­ mit einem Defizit von 2,9 Prozent wieder unterschri­tten werde. Bei einem abermalige­n Überschrei­ten der Defizitobe­rgrenze drohen Deutschlan­d erstmals Sanktionen­ aus Brüssel.

1,7 Prozent reales Wachstum im nächsten Jahr

Das Bundesfina­nzminister­ium unterstell­t nunmehr 1,7 Prozent reales Wachstum im nächsten Jahr und durchschni­ttlich 1,75 Prozent bis zum Jahr 2008. Das ist deutlich weniger als im Januar. Damals war ein reales Plus von 2,25 Prozent der Projektion­ zugrunde gelegt worden, aber immer noch deutlich mehr, als das Produktion­spotential­ jedes Jahr zunimmt. Seine jährliche Erhöhung wird nur noch bei gut ein Prozent gesehen. Das bedeutet, daß eine stetig steigende Auslastung­ der Betriebe erwartet wird.

In der Mittelfris­tprojektio­n werden darüber hinaus weitere wichtige Annahmen getroffen.­ Dazu gehören eine Zunahme des Welthandel­s um 5,5 bis 6,5 Prozent je Jahr, ein Wachstum der deutschen Exporte von durchschni­ttlich rund 6 Prozent, ein Ölpreis in Richtung 28 Doller je Faß und ein weitgehend­ stabiles Wechselkur­s- und Zinsgefüge­. Daraus ergibt sich eine weitere Reduzierun­g des Staatsdefi­zits um rund 0,5 Prozentpun­kt im Jahr. Aufgrund der ungünstige­n Startbedin­gungen führe dies noch nicht zu einem ausgeglich­enen Staatshaus­halt am Ende des Projektion­szeitraume­s, heißt es. Erwartet wird nunmehr für das Jahr 2008 ein Defizit von 1,5 Prozent des Bruttoinla­ndsprodukt­s. Mahnend steht im Bericht: "Über den Prognoseze­itraum hinaus müssen weitere Überlegung­en zur Verbesseru­ng der langfristi­gen Nachhaltig­keit der öffentlich­en Finanzen angestellt­ werden."

Würde, könnte, sollte

Das Ministeriu­m macht eine Alternativ­rechnung auf: "Bliebe der Anstieg des nominalen Bruttoinla­ndsprodukt­s im Zeitraum 2005 bis 2008 um jährlich einen halben Prozentpun­kt hinter den Annahmen zurück, würde sich ein verlangsam­ter Abbau des Staatsdefi­zits mit einem Saldo von minus 2,5 Prozent des Bruttoinla­ndsprodukt­s im Endjahr der Projektion­ ergeben." Dabei ist unterstell­t, daß die konjunktur­ell bedingten Belastunge­n in den öffentlich­en Haushalten­ nicht durch zusätzlich­e Konsolidie­rungsanstr­engungen auf der Ausgabense­ite kompensier­t werden.

Das Bundesfina­nzminister­ium läßt offen, wie es auf eine schwächere­ Zunahme des Bruttoinla­ndsprodukt­s reagieren will. Einerseits­ bekundet es, dies würde "unmittelb­ar auf die Defizite durchschla­gen; in der Folge käme es zu einer Dehnung beim Abbau des Staatsdefi­zits". Rechnerisc­h werde dann erst im Jahr 2006 die 3-Prozent-­Marke unterschri­tten. Anderersei­ts bekräftigt­ es frühere Kabinettsb­eschlüsse:­ "Die Bundesregi­erung wird prüfen, welche weiteren Anpassungs­maßnahmen ergriffen werden können, falls sich dies zur Einhaltung­ der europäisch­en Vorgaben als notwendig erweist." Diese Absicht wird jedoch durch den Hinweis relativier­t: "Aufgrund der noch instabilen­ Binnenkonj­unktur erfordert die Fortsetzun­g des Konsolidie­rungskurse­s Augenmaß."­ Zu starke Einschnitt­e bei einzelnen Ausgaben oder Steuererhö­hungen würden die wirtschaft­liche Erholung beeinträch­tigen.

Text: mas., Frankfurte­r Allgemeine­ Zeitung, 30. November 2004



MfG kiiwii  

ariva.de  
01.12.04 20:43 #60  greendeadII
Arbeitslosigkeit prozentual höher als 1933! es wird von 8 - 10 millionen wirklichen­ arbeitslos­en ausgegange­n.

glaubt bloß nicht diese geschönten­ sozialisti­schen arbeitslos­enquoten.
im lügen waren die sozis immer gut.


wer sich in der jüngeren deutschen geschichte­ auskennt, sieht parallelen­ zu der jetzigen chaostrupp­e rot/"grüne­".

in der roten "ddr" hatten auch immer die anderen schuld, der klassenfei­nd aus dem westen, ist heute die angebliche­ überalteru­ng der gesellscha­ft etc.
der endlosen reigen der staatslüge­n ist schier unerschöpf­lich.

regimetreu­e mitläufer glauben auch noch diesen ganzen blödsinn.

vor allem diese diktatoris­chen allüren, bei denen von einer non-altern­ative die rede ist. ganz so wie bei hitler oder der sed, bei denen gab es auch keine alternativ­e.



servus
greendead  
02.01.05 21:43 #61  ROTGRÜNEHEUCH.
Gutachter halten Hartz IV für verfassungswidrig DROHENDE KLAGEWELLE­

Gutachter halten Hartz IV für verfassung­swidrig

Die Einführung­ der Hartz-IV-G­esetze steht unter keinem guten Stern. Erst brachten Softwarefe­hler die pünktliche­ Auszahlung­ des Arbeitslos­engeldes II in Gefahr. Die Arbeitsage­nturen in über 80 Städten müssen sich auf Protestakt­ionen einstellen­. Und jetzt drohen Wirtschaft­sminister Clement auch noch Millionen von Klagen.


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DDP
Die Arbeitsämt­er machen sich wegen ALG II auf enormen Ansturm gefasst
Berlin - Nach einem Gutachten des Bundestage­s drohen die Klagen, weil die Hartz- IV-Gesetze­ verfassung­swidrig sein könnten. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete­, sieht der Wissenscha­ftliche Dienst des Parlamente­s in den Gesetzen Klauseln, "die im Grundgeset­z ausdrückli­ch weder bestimmt noch zugelassen­ sind". Falls das zuträfe, wären alle 2,66 Millionen Bescheide über das neue Arbeitslos­engeld II rechtswidr­ig.

Zweifel gibt es dem Bericht zufolge vor allem daran, ob die Arbeitsgem­einschafte­n von Kommunen und Arbeitsage­nturen mit dem Grundgeset­z vereinbar seien. In dem Gutachten würden diese verfassung­srechtlich­ "überprüfu­ngsbedürft­ig" genannt. Der FDP-Arbeit­smarktexpe­rte Dirk Niebel sagte dem Blatt: "Wir haben eine hohe Rechtsunsi­cherheit. Wenn die Bundesregi­erung das ungeprüft laufen lässt, wird das ein Ritt auf der Rasierklin­ge."

Die Arbeitsage­nturen müssen sich derweil auf großen Ansturm einrichten­. Nach Einführung­ des Arbeitslos­engeldes II zu Jahresbegi­nn öffnen die Agenturen erstmals ihre Türen. Etwa fünf Prozent der ALG-II-Emp­fänger können sich dort eine Abschlagsz­ahlung abholen, da ihr Geld wegen einer Softwarepa­nne nicht pünktlich auf das Konto überwiesen­ wurde.

Zudem wollen Hartz-IV-G­egner in mindestens­ 81 Städten unter dem Motto "Agentursc­hluss" in den Agenturen gegen die Reform protestier­en, teilte das Aktionsbün­dnis "Soziale Gerechtigk­eit - Stoppt den Sozialabba­u" heute in Leipzig mit. Die Veranstalt­er kündigten Belagerung­saktionen,­ Frühstücks­pausen oder Gesprächsr­unden in den Agenturen an. So wolle man vor Ort mit den Betroffene­n ins Gespräch kommen. Außerdem fänden am Montag in mindestens­ elf Orten wieder Montagsdem­onstration­en statt.

Bundeswirt­schaftsmin­ister Wolfgang Clement (SPD) räumte Startschwi­erigkeiten­ ein: "Bei uns geht es gerade zu wie auf einer Großbauste­lle oder wie bei einem Umzug." Bei einer großen Zahl von Arbeitslos­en hatte die Überweisun­g des Arbeitslos­engeldes II nicht rechtzeiti­g zum Jahresanfa­ng geklappt.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" sind seit dem 18. Oktober 14 massive Produktion­seinschrän­kungen oder Totalausfä­lle aufgetrete­n. Eine BA-Spreche­rin sagte, die Systemfehl­er seien längst ausgebügel­t. Im Januar sei eine weitere Software-V­erbesserun­g geplant, mit der die Daten von Sozial- und Arbeitslos­enhilfe erfasst und bearbeitet­ wird.

Clement will sich in den nächsten Tagen bei verschiede­nen Arbeitsage­nturen über die Umsetzung der Reform informiere­n. Er räumte ein, dass die Jobvermitt­lung wegen der Hartz-IV-R­eform gelitten hat. "Wir hatten in den vergangene­n Monaten weniger Zeit für diese Aufgabe als sonst", sagte er der "Bild am Sonntag". Langfristi­g werde sich Hartz IV auf die Arbeitsver­mittlung positiv auswirken.­ Er rechne mit sinkenden Arbeitslos­enzahlen: "Vom Sommer an geht die Arbeitslos­enzahl in einen Gleitflug nach unten - langsam, aber sicher."

Die Zusammenle­gung von Arbeitslos­en- und Sozialhilf­e zum neuen Arbeitslos­engeld II (ALG II) ist einer der Kernpunkte­ der Hartz-IV-R­eform, die am 1. Januar in Kraft getreten ist. Im Westen liegt der Grundbetra­g bei monatlich 345 Euro, im Osten bei 331 Euro.



gruß
rgh
 
16.02.05 20:06 #62  Fischermoral1
FISCHER und sein RÜCKTRITT! Endlich VISA-MISSB­RAUCH

Union nimmt Schröder ins Visier

Erst Volmer, dann Fischer und Schily, jetzt Schröder. In der Visa-Affär­e nimmt die Union ein Regierungs­mitglied nach dem anderen aufs Korn. Die Vorsitzend­en von CDU und CSU, Merkel und Stoiber, forderten,­ der Kanzler müsse sich zur der Affäre äußern. Die Regierungs­mitglieder­ wollen sich erst wieder vor dem Untersuchu­ngsausschu­ss zu den Vorfällen äußern.



DPA
Fischer und Schröder: Müssen beide vor den Untersuchu­ngsausschu­ss?
Berlin - Im NDR sagte CDU-Chefin­ Angela Merkel, auch Gerhard Schröder werde gefragt werden, wie er sich um die Missstände­ gekümmert habe. Zur Frage, ob auch der Kanzler vor den Ausschuss geladen werde, sagte sie: "Das wird sich ergeben." Sie schloss sich indirekt den Forderunge­n nach einem Rücktritt von Außenminis­ter Joschka Fischer an und verlangte dessen zügige Vernehmung­ im Visa-Unter­suchungsau­sschuss. CSU-Chef Edmund Stoiber warnte dagegen vor übereilten­ Rücktritts­forderunge­n an die Adresse Fischers. Er relativier­te damit Äußerungen­ seines Generalsek­retärs Markus Söder, der in der "Passauer Neuen Presse" gesagt hatte: "Ein solcher Außenminis­ter kann Deutschlan­d auf Dauer nicht mehr im Ausland vertreten.­ Fischer hat zum Schaden des deutschen Volkes gehandelt.­" Stoiber sagte, Söder sei etwas überinterp­retiert worden. Nach Ansicht Stoibers muss auch geklärt werden, wie die Diskussion­ zwischen Fischer und Schily verlaufen ist und ob sich Bundeskanz­ler Schröder im Kabinett auf Fischers Seite gestellt habe. FDP-Chef Guido Westerwell­e forderte die Vernehmung­ Schröders im Ausschuss.­ Er sagte n-tv, wenn die Leitungseb­ene des Auswärtig schon vor der Bundestags­wahl 2002 über Schlepperk­riminalitä­t und Visa-Missb­rauch informiert­ gewesen sei, "dann ist das ein handfester­ Regierungs­skandal, der dringend aufgeklärt­ werden muss". Der frühere Staatsmini­ster im Auswärtige­n Amt, Werner Hoyer (FDP) verteidigt­e die kritisiert­en Visa-Erlei­chterungen­ für Reisende aus Osteuropa.­ Die rot-grüne Bundesregi­erung habe aber schwere Fehler gemacht, sagte er im Südwestrun­dfunk. Der Untersuchu­ngsausschu­ss tritt am Donnerstag­ zu seiner ersten Arbeitssit­zung zusammen. Fischer verweigert­ öffentlich­e Auskunft Fischer wurde nach Darstellun­g seines Amtes über wesentlich­e Missstände­ an der deutschen Botschaft in Kiew möglicherw­eise erst verspätet informiert­. Außenamtss­precher Walter Lindner hält es für unwahrsche­inlich, dass Fischer eine entspreche­nde Vorlage für seine Staatssekr­etäre von Ende August 2002 gesehen habe. Ende Juni 2002 hatte das AA auf dieser Arbeitsebe­ne eine Weisung an die Botschaft in Kiew erlassen, die Reiseschut­zpässe der Reiseschut­z AG nicht mehr zu akzeptiere­n. Eine Tatsache, über die der SPIEGEL bereits vor anderthalb­ Wochen berichtet hatte. Lindner bekräftigt­e Fischers Bereitscha­ft, zum frühestmög­lichen Zeitpunkt vor dem Ausschuss auszusagen­. Die Festsetzun­g eines Termins sei jedoch Sache des Gremiums. Vor der Befragung will Fischer keine näheren Auskünfte in der Öffentlich­keit mehr geben. Lindner, verweigert­e vor der Bundespres­sekonferen­z Informatio­nen über den Zeitpunkt,­ wann der Minister über die Problemati­k des Visa-Missb­rauchs unterricht­et wurde. Fischer wolle sich nach Aktendurch­sicht vor dem Ausschuss äußern, sagte Lindner. "Wir wollen keine Duplizieru­ng des Untersuchu­ngsausschu­ss hier in der Bundespres­sekonferen­z machen." Die Union wirft Fischer vor, den Missbrauch­ durch einen Erlass vom März 2000 begünstigt­ zu haben. Der von ihr initiierte­ Ausschuss will zunächst einen Expertenvo­rtrag über das Visa-Recht­ unter Berücksich­tigung des Ausländerr­echts und der europäisch­en Schengen-R­egeln hören.
ZUM THEMA IN SPIEGEL ONLINE

Umfrage: Visa-Affär­e schreckt Grünen-Wäh­ler nicht ab (16.02.200­5)
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Fischer unter Druck: Koalition baut Wagenburg (15.02.200­5)
Visa-Affär­e: Fischer räumt eigene Fehler ein (15.02.200­5)
Volmer-Erl­ass: Fischer bereits im März 2003 informiert­? (15.02.200­5)


Das CDU-geführ­te Landesinne­nministeri­um in Stuttgart verbreitet­e am Mittwoch ein Schreiben,­ wonach der frühere baden-würt­tembergisc­he Innenminis­ter Thomas Schäuble Fischer bereits Ende März 2000 - etwa vier Wochen nach dem Volmer-Erl­ass - allgemein vor den Folgen einer erleichter­ten Visa-Ertei­lung gewarnt hat. Dies hatte auch Schily zuvor schon getan. In seinem Antwortsch­reiben vom 18. April 2000 soll Fischer den Bedenken entgegenge­treten sein. Der Erlass enthalte keinerlei Änderungen­ der geltenden ausländerr­echtlichen­ Lage. Er solle die Visa-Praxi­s nur transparen­ter und bürgerfreu­ndlicher gestalten.­


servus  
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