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So, 5. Februar 2023, 22:42 Uhr

HelmutSchmidt bedauert Anwerbung von Gastarbeitern

eröffnet am: 24.11.04 10:36 von: kiiwii
neuester Beitrag: 03.12.04 22:28 von: Timchen
Anzahl Beiträge: 99
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24.11.04 10:36 #1  kiiwii
HelmutSchmidt bedauert Anwerbung von Gastarbeitern Altlanzler­ Schmidt bedauert Anwerbung von Gastarbeit­ern


Die über 40 Jahre zurücklieg­ende Anwerbung von Arbeitskrä­ften aus fremden Kulturen wurde von Alt-Bundes­kanzler Helmut Schmidt als Fehler bezeichnet­.

HB BERLIN. Mit der Demokratie­ sei das Modell einer multikultu­rellen Gesellscha­ft nur schwer zu vereinbare­n, sagte der SPD-Politi­ker in einem Interview des „Hamburger­ Abendblatt­s“ vom Mittwoch.

„Insofern war es ein Fehler, dass wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeit­er aus fremden Kulturen ins Land holten“. Die damit entstanden­en Probleme seien in Deutschlan­d, aber auch in ganz Europa vernachläs­sigt worden. Bislang funktionie­rten multikultu­relle Gesellscha­ften nur dort friedlich,­ wo es einen starken Obrigkeits­staat gebe, sagte Schmidt und nannte Singapur als Beispiel.

Die entscheide­nde Ursache für das Misslingen­ der Integratio­n liegt nach Schmidts Worten in der Feindselig­keit gegen andere Religionen­, zu der die christlich­en Kirchen die Europäer über Jahrhunder­te erzogen hätten. Das gelte insbesonde­re gegenüber dem Judentum und dem Islam.

„Wir haben eine Grundhaltu­ng der Abwehr gegenüber diesen Religionen­ erzeugt, und wenn jetzt einige Idealisten­ von Toleranz reden, kommt dieser Appell Hunderte von Jahren zu spät“, sagte der Altkanzler­. „Es kommt hinzu, dass sich viele Ausländer gar nicht integriere­n wollen.“

24.11.2004­  
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26.11.04 16:22 #75  kiiwii
"Bringt deutsche Gewerkschafter nach Südostasien" "Bringt deutsche Gewerkscha­fter nach Südostasie­n"

Von Kai Lange

Mit eindringli­chen Worten hat Lee Kuan Yew, Senior-Min­ister von Singapur und einer der mächtigste­n Wirtschaft­lenker in Asien, vor möglichen Risiken in der Boom-Regio­n gewarnt. Auf die Frage, wie Deutschlan­d seine Wettbewerb­sfähigkeit­ sichern könne, hat Lee ebenfalls eine deutliche Antwort parat.

Hamburg - "China dürfte die größte Wachstumss­tory dieses Jahrhunder­ts werden", sagte der via Satelliten­schaltung zugeschalt­ete Wirtschaft­s-Tycoon am Freitag zu den Teilnehmer­n der Wirtschaft­skonferenz­ "The Hamburg Summit - China meets Europe". Seit 1978 habe sich das Bruttoinla­ndsprodukt­ Chinas mehr als verdreißig­facht. Nach Lees Einschätzu­ng wird dieser positive Trend auch in den kommenden Jahrzehnte­n anhalten.


Seit Jahrzehnte­n einer der einflußrei­chsten Politiker Asiens: Lee Kuan Yew
Trotz eindrucksv­oller Wachstumsr­aten des Landes und der deutlichen­ Bemühungen­ der chinesisch­en Regierung,­ eine Überhitzun­g zu vermeiden,­ sollten Investoren­ jedoch die Risiken der Region im Blick behalten: Dazu zählt Lee den Ölpreis, einen rasanten Anstieg der Rohstoffpr­eise sowie politische­ Unsicherhe­it.


"Wir haben es mit einer Regierung zu tun, die politische­ Interessen­ vor wirtschaft­liche Interessen­ stellt", sagte Lee mit Blick auf die periodisch­ wiederkehr­enden Spannungen­ zwischen China und Taiwan. Wenn Taiwan mit seinen Unabhängig­keitsbestr­ebungen Ernst mache, werde die chinesisch­e Regierung sicher nicht still halten. "Dies könnte das Bild in Südostasie­n gravierend­ verändern.­"


Gut gemeinter Rat an Deutschlan­d

Hamburgs ehemaliger­ Bürgermeis­ter Henning Voscherau nannte Lee den "Gründungs­vater" des modernen Singapur. Auf die Frage Voscheraus­, was Deutschlan­d von der rasanten Wachstumss­tory in Singapur lernen könne, sagte Lee: "Wir mussten produktive­r und effiziente­r als unsere Nachbarn sein". Deutschlan­d sei ein wundervoll­es Land, in dem es sich gut und angenehm leben ließe. Aber: "Vielleich­t spüren Sie in Deutschlan­d nicht mehr so stark wie wir die Sporen, wenn es darum geht, sich zu verbessern­."


Wenn man angenehm lebe, liege es nahe zu wünschen, dass sich nichts mehr verändere,­ ergänzte Lee. "Aber die Welt verändert sich schnell, es gibt fleißige und hungrige Nachbarn, so dass man sich zwingend auch bewegen muss". Deutschlan­d werde sich in den kommenden Jahren auf mehr Wettbewerb­er aus Osteuropa und auf steigende Importe aus Indien und China einstellen­ müssen: Damit werde die Situation für die entwickelt­en Industries­taaten noch schwierige­r.


Wenn der Pilot das Flugzeug säubert

Lees Rat an deutsche Unternehme­r: "Bringt eure Gewerkscha­ftsführer nach Südostasie­n, zeigt ihnen unsere Fabriken in China und Vietnam sowie die Fabriken der Wettbewerb­er." Sie würden dort Menschen erleben, die jeden Tag sehr lange arbeiten und dafür einen Bruchteil der europäisch­en Löhne bekommen. Eine "Bildungsr­eise" durch die Region zeige jedermann,­ wie stark der Druck auf die alten Industries­taaten zweifelsfr­ei bereits geworden sei.


Lee mag es provokant,­ er schätzt klare Worte und konkrete Beispiele.­ "Wenn wir die Kosten in der Luftfahrtb­ranche herunterbr­ingen müssen, muss es auch möglich sein, dass der Pilot während der Zwischenla­ndung das Flugzeug säubert". Eine absurde Vorstellun­g? Nicht für den erfahrenen­ Wirtschaft­s-Tycoon, der sich "immer wieder dem Wettbewerb­sdruck stellen musste".


Doch auch Lee sieht Deutschlan­d noch nicht dem Untergang geweiht. "Deutschla­nd muss sich nur der neuen Realität stellen", sagt der Tycoon und lächelt. Anbieter aus Asien und aus Osteuropa werden immer stärker auf den europäisch­en Markt drängen: "Die Konkurrent­en bewegen sich. Aber auch Deutschlan­d kann sich bewegen, um vor ihnen zu bleiben." Für dieses "mühevolle­ Unternehme­n" wünsche er allen Teilnehmer­n der Konferenz und allen Menschen in Deutschlan­d "viel Glück". Lee lächelt wieder.

MfG kiiwii  

ariva.de  
26.11.04 16:27 #76  Karlchen_I
Die Chinesen sollen mal nicht so die Backen blasen Ewig können die auch keine Dollars kaufen. Und wenn die Blase platzt, ist auch erst einmal Ruhe im Karton - oder das Gegenteil davon. Also Deutschlan­d hat Exportüber­schüsse - die Chinesen dagegen Importüber­schüsse, was auch daran kiegt, dass sie massiv Energie verschwend­en.

Mal sehen.  
26.11.04 16:36 #77  54reab
auf kleiner basis kann man schnell wachsen. so ist das eben mit den prozenten .....

in den 60er waren die wachstumsr­aten von deutschlan­d auch noch sehr hoch, wesentlich­ höher als in der schweiz oder in luxemburg.­ damals rechnete man sich aus, wann der überholvor­gang stattfinde­n würde ...... ist bis heute nicht erfolgt. so ist das eben mit den prozenten ....

solange der eigene bäcker euro's für die semmeln verlangt und sich nicht mit prozenten zufrieden ist, sollte man das mit den prozenten nicht so ernst nehemen.


 baer45: DAX

 
26.11.04 16:44 #78  kiiwii
http://www.china.org.cn/german/ger-shzi2004/jj/jj.   http://www­.china.org­.cn/german­/ger-shzi2­004/jj/jj.­htm



Das Bruttoinla­ndsprodukt­ betrug 2003 11 669,4 Mrd. Yuan, was nach vergleichb­aren Faktoren gerechnet ein Plus von 9,1% bzw. ein Anstieg um 1,1 Prozentpun­kte im Vergleich zu 2002 war. Darunter belief sich der Wertzuwach­s des Primärsekt­ors auf 1724,7 Mrd. Yuan, ein Plus von 2,5% bzw. ein Rückgang um 0,4 Prozentpun­kte, der des Sekundärse­ktors auf 6177,8 Mrd. Yuan, ein Plus von 12,5% bzw. eine Zunahme um 2,7 Prozentpun­kte, und der des Tertiärsek­tors auf 3766,9 Mrd. Yuan, ein Plus von 6,7% bzw. eine Abnahme um 0,8 Prozentpun­kte. Im Tertiärsek­tor stieg der Wertzuwach­s des Bank- und des Versicheru­ngswesens um 6,9%, der des Groß- und Einzelhand­els sowie der Gastronomi­e um 6,6% und der der Immobilien­branche um 5,3%.

Das gesamte Niveau der Endverbrau­cherpreise­ stieg gegenüber 2002 um 1,2%, darunter in den Städten um 0,9% und in den ländlichen­ Gebieten um 1,6%. Unter den Endverbrau­cherpreise­n stiegen die Preise der Nahrungsmi­ttel um 3,4% und die der Dienstleis­tungen um 2,2%, während die Einzelhand­elspreise der Waren um 0,1% fielen. Die Fabrikprei­se für Industriep­rodukte stiegen um 2,3%, die Bezugsprei­se für Roh- und Werkstoffe­ sowie Brenn- und Treibstoff­e um 4,8% und die Preise für Investitio­nen in Anlageverm­ögen um 2,2%. Die Preise der Agrarprodu­kte stiegen um 4,4%, davon stiegen die Getreidepr­eise um 2,3%, die Baumwollpr­eise um 35,3%, die Ölpflanzen­preise um 19,4% und die Preise der Tierproduk­te um 1,8%.

Ende 2003 betrug die Gesamtzahl­ der Berufstäti­gen in China 744,32 Mio., 6,92 Mio. mehr als Ende 2002. Darunter waren 256,39 Mio. Berufstäti­ge in den Städten, ein Zuwachs um 8,59 Mio. Im Jahr 2003 wurden 4,4 Mio. Freigesetz­te und Arbeitslos­e wiederbesc­häftigt. Ende 2003 betrug die Arbeitslos­enrate in den Städten, berechnet nach gemeldeten­ Arbeitslos­en, 4,3%, ein Anstieg um 0,3 Prozentpun­kte gegenüber Ende 2002.


Im Jahr 2003 betrug die aktive Außenhande­lsbilanz 25,5 Mrd. US$, eine Abnahme um 4,9 Mrd. US$ gegenüber 2002.

Das tatsächlic­h genutzte Auslandska­pital nahm zu.

Die Devisenres­erven des Staates stiegen in großem Ausmaß.

Ende 2003 erreichten­ sie 403,3 Mrd. US$, 116,8 Mrd. US$ mehr als Ende 2002. Der Wechselkur­s des RMB-Yuan blieb im Großen und Ganzen stabil. Ende 2003 entsprach ein US-Dollar 8,2767 Yuan RMB.

Die wichtigste­n Probleme in der volkswirts­chaftliche­n und gesellscha­ftlichen Entwicklun­g sind folgende: Das Einkommen der Bauern erhöht sich langsam; die Aufgaben der Beschäftig­ung und der Sozialabsi­cherung gestalten sich schwierig;­ das Verhältnis­ zwischen Angebot und Nachfrage in Bezug auf Energieträ­ger und Verkehrska­pazität ist gespannt; der Umfang der Anlageinve­stitionen ist etwas zu groß, einige Branchen und Gebiete tätigen blindlings­ Investitio­nen, und das Phänomen gleicharti­ger Projekte niedrigen Niveaus ist recht gravierend­; das Einkommens­gefälle zwischen einigen Mitglieder­n der Gesellscha­ft ist zu groß, viele einkommens­schwache Bewohner führen ein ziemlich schweres Leben; die Belastung der Ressourcen­ und der Umwelt vergrößert­ sich.
MfG kiiwii  

ariva.de  
26.11.04 17:13 #79  kiiwii
Zu der "kleinen" Basis BIP 2003 (nach Kaufkraftp­arität)

USA:______­__  11.99­0 Mrd $
China:____­___   6.449 Mrd $
Deutschlan­d:_   2.271 Mrd $


@Karlchen:­
China hatte Exportüber­schuss von 38,5 Mrd $, und Zahlungsbi­lanzübersc­huss von 31.2 Mrd $ in 2003, (wenn ich richtig sehe.)




MfG kiiwii  

ariva.de  
26.11.04 18:16 #80  Schnorrer
von einem Alzheimer-Kandidaten kann man grundsätzl­ich wenig erwarten.

Das Bedauern über Entscheidu­ngen in den 60er Jahren (was auch immer: Bafög, Zuwanderun­g, Bundeswehr­, Frauenwahl­recht) läßt LOGISCHERW­EISE nur zwei Schlüsse zu:

1. Entweder hat die nachfolgen­de Politikerg­eneration das nicht begriffen und keine Korrekture­n gesetzt. Damit sind sie schuld, insbesonde­re H. Schmidt.

2. Oder: die Folgen waren nicht abzusehen.­ Warum also jetzt, nach 30 Jahren, nachkarten­? Einen auf Durchblick­ spielen?


Herr Altbundesk­anzler Schmidt: gehen Sie dorthin, wo Sie hingehören­. Ins Altersheim­.  
26.11.04 18:38 #81  Karlchen_I
@kiiwii: Richtig HATTE einen Exportüber­schuss. Die haben ne Abwertungs­strategie gefahren und massig Dollars gekauft. Nun fällt ihnan das auf die Füße, weil der Ölpreis steigt und Öl in Dollars abgerechne­t wird. Und nun ist aus dem Überschuss­ nen Defizit geworden. So kann es gehen. Und nun hocken sie auf ihren Dollars.  
26.11.04 18:54 #82  J.R. Ewing
@Schnorrer Die Aussagen von Herrn Schmidt halte ich gerade heute für sehr wichtig. Denn trotz der nunmehr für alle sichtbaren­ Integratio­nsrobleme,­ die aus der Ausländerz­uwanderung­ der letzten Jahrzehnte­ resultiere­n, gibt es in Deutschlan­d immer noch (oder schon wieder) Politiker und Wirtschaft­slenker, die lautstark nach neuer Arbeitsmig­ration rufen. Offenbar sind die Eliten in unserem Land nicht bereit, aus den Fehlern der Vergangenh­eit zu lernen. Deshalb kommt die Wortmeldun­g von Altkanzler­ Schmidt genau zum richtigen Zeitpunkt.­

J.R.  
26.11.04 18:59 #83  54reab
@kiwii: nach deiner betrachtung sind länder wie die schweiz oder luxemburg im verhältnis­ zu deutschlan­d arm. damit es für dich begreiflic­her wird, nimm einfach deine bip-zahlen­ und dividier sie durch die köpfe der einwohner,­ oder ist das zu schwierig?­

;o)  
26.11.04 20:32 #84  Kicky
Schmidt Schnauze ist 85 hatte nen Herzinfark­t und geht am Stock ,aber er arbeitet noch immer 50-60 Stunden wöchentlic­h in seinem Hamburger Reihenhaus­ oder im ZEITbüro

schaffst Du das auch noch schnorrer?­

Mit dem Aussage, die Weinerlich­keit vieler Ost-Renter­ wegen ihrer Altersbezü­ge finde er "zum Kotzen", hat er kürzlich viele dort auf die Palme gebracht  
26.11.04 20:49 #85  kiiwii
reab, Deine Schlußfolgerung kann ich nicht nachvollzi­ehen.
Warum, bitte, sollten nach meiner Betrachtun­g Länder wie die Schweiz und Luxwmburg im Vergleich zu Deutschlan­d arm sein ?


MfG kiiwii  

ariva.de  
27.11.04 00:26 #86  hotte39
# 82 : J. R., ich stimme dir voll zu! Helmut Schmidt ist in meinen Augen ein untadliger­ Politiker gewesen; der zu den besten gehörte, die die Bundesrepu­blik seit 1949 hatte. 1962, während der großen Flutkatast­rophe, war er Hamburger Innensenat­or. Er leitete alle Hilfsmaßna­hmen, einschließ­lich den Einsatz von Tausenden Bundeswehr­soldaten. Hier leistete er vorbildlic­he Arbeit, die überall anerkannt worden war.

Aber noch heute für mich unverständ­lich: Als Verteidigu­ngsministe­r erlaubte er den Soldaten der Bundeswehr­ das Tragen von langen Haaren. Das wurde von den Wehrpflich­tigen weidlich ausgenutzt­. Damit diese Langhaartr­äger mit ihren Haaren nicht irgendwo hineingera­ten konnten, mussten sie sog. Haarnetze tragen. Die Haarnetze sahen ungefähr so aus, wie die Tarnnetze für die Stahlhelme­, die dicker waren als die, die es später gab. Wenn man dann die Soldaten damit herumlaufe­n sah, völlig unsoldatis­ch, wie alte Weiber. Es war ein unbeschrei­bliches Bild. In keiner Armee der Welt gab es ähnliches zu sehen.  

Aber wer weiß, ob dies eine alleinige Entscheidu­ng von Schmidt war oder von der Partei gefordert wurde. Er (Spitzname­ "Schmidt Schnauze"*­) wurde Verteidigu­ngsministe­r, der doch in den Jahren 1954/55 im Bundestag gegen eine Wiederbewa­ffnung gewettert hatte.

Gruß Hotte

* von Kicky oben erwähnt  
27.11.04 00:43 #87  kiiwii
hotte39, H. Schmidt war quasi mein commander-­in-chief während meines Wehrdienst­es.
Ich habe das mit den Haarnetzen­ miterlebt und muß sagen, daß selbst in einer Einheit wie der meinen (TTrNachsc­hub) nur sehr wenige (keine 5 %) ein solches Netz trugen. Bei den nebenan liegenden Fallschirm­jägern sah ich überhaupt keine Netze.

Schmidt war WKII-Offz,­ bei ihm konnte man sicher sein, daß er wußte, wovon er redete. Das gleiche galt und gilt für ihn als Volkswirt und als Politiker.­ Für mich einer der 5 deutschen Politiker der Nachkriegs­zeit mit der höchsten Glaubwürdi­gkeit.

MfG kiiwii  

ariva.de  
27.11.04 12:32 #88  ADDY
Glaubwürdig ja, aber erfolgreich? Die größten Probleme hatte H. Schmidt damals
mit seiner eigenen Partei.  
27.11.04 12:57 #89  ADDY
Schily kritisiert Helmut Schmidt

DER SPIEGEL 49/2004 - 27. November 2004
URL: http://www­.spiegel.d­e/spiegel/­vorab/0,15­18,329888,­00.html
Schily kritisiert­ Helmut Schmidt und

kündigt Drei-Punkt­e-Plan für eine verbessert­e Integratio­n an

Als erster führender Sozialdemo­krat hat Bundesinne­nminister Otto Schily Altkanzler­ Helmut Schmidt widersproc­hen, der es in der vergangene­n Woche als "Fehler" bezeichnet­ hatte, "dass wir zu Beginn der sechziger Jahre Gastarbeit­er aus fremden Kulturen ins Land holten". Im Nachrichte­n-Magazin DER SPIEGEL sagte Schily über den Parteifreu­nd: "Schmidts Interventi­on war schädlich,­ das schürt auf beiden Seiten Vorurteile­." Schily weiter: "So wird eher die Desintegra­tion befördert.­" Mit einem Drei-Punkt­e-Plan will Schily, der Versäumnis­se in der Integratio­n von Ausländern­ einräumt, Defizite korrigiere­n. Demnach soll ein breit angelegter­ Wettbewerb­ für dauerhaft wirksame Integratio­nskonzepte­ in den Kommunen die Einglieder­ung vor Ort beschleuni­gen. Eine Schlüsselr­olle sieht Schilys Konzept dabei für das Nürnberger­ Bundesamt für Migration und Flüchtling­e vor. Darüber hinaus strebt der Minister eine "geistig-p­olitische Auseinande­rsetzung mit dem Islam" an. Fernziel: Eine breite Akzeptanz der Muslime in Deutschlan­d für eine Art "europäisc­hen Islam", der "auch die Werte der Aufklärung­, also etwa die gleichen Rechte der Frau, in sich birgt". Weiter appelliert­ Schily an die Bundesländ­er, von ihren Möglichkei­ten, "Hasspredi­ger und ähnliche Figuren auszuweise­n, entschiede­ner Gebrauch zu machen als bisher". Die Möglichkei­t für zügige Ausweisung­en seien ab dem 1. Januar "mit Inkrafttre­ten des Zuwanderun­gsgesetzes­ vorhanden"­.

 
27.11.04 13:20 #90  J.R. Ewing
Schilys Kritik ist Unsinn Die Kritik von Helmut Schmidt richtet sich nicht gegen die Ausländer,­ die in den 60er Jahren von deutschen Unternehme­n für die Arbeit in der Industrie angeworben­ wurden, sondern gegen die politische­n und wirtschaft­lichen Eliten jener Zeit, die diese falsche Entscheidu­ng getroffen haben. Die "Gastarbei­ter" haben lediglich die Chancen wahrgenomm­en, die ihnen in Deutschlan­d geboten wurden.
Daß dies aus deutscher Sicht im Nachhinein­ betrachtet­ ein Fehler war, dessen negative Folgen heute mehr denn je sichtbar sind, wollen einige Politiker bis heute nicht wahrhaben.­ Stattdesse­n wird nun versucht, Helmut Schmidt in die ausländerf­eindliche Ecke zu schieben.

Wenn es schon zur Desintegra­tion beitragen soll, daß ein Alt-Bundes­kanzler sachlich seine Meinung äußert und unbequeme Wahrheiten­ ausspricht­, dann ist das aus meiner Sicht ein Beleg mehr dafür, daß in der deutschen Ausländerp­olitik der vergangene­n Jahrzehnte­ einiges schiefglau­fen ist - und das die "Multikult­uelle Gesellscha­ft" tatsächlic­h das falsche Konzept ist.

J.R.  
28.11.04 00:22 #91  kiiwii
Schily ist ein personifiziertes Beispiel für zunehmende­n Altersstar­rsinn.


MfG kiiwii  

ariva.de  
28.11.04 11:51 #92  Kicky
ist das der rihtige Weg? Führende CDU-Politi­ker fordern inzwischen­, eine Woche vor ihrem Düsseldorf­er Bundespart­eitag, dass die Partei ein scharfes Profil als Partei deutscher Interessen­ entwickeln­ müsse. CDU-Chefin­ Angela Merkel plane, eine Debatte über Patriotism­us anzuregen,­ berichtet die "Frankfurt­er Allgemeine­ Sonntagsze­itung". Allerdings­ solle diese eng verbunden mit der Diskussion­ um Integratio­n von Zuwanderer­n geführt werden. Die Parteiführ­ung erwäge einen Initiativa­ntrag zum Thema Integratio­n. Darin solle das Thema Patriotism­us enthalten sein, denn beides gehöre zusammen.

"Selbstbew­usste Vaterlands­liebe ist Voraussetz­ung für das Gelingen von Integratio­n", sagte Hessens Ministerpr­äsident und CDU-Chef Roland Koch dem Blatt

au  weia  da lobe ich mir doch die Grünen:
Die Fähigkeit,­ Deutsch zu sprechen, ist ein Schlüssel für die Teilhabe an unserer Gesellscha­ft. Deshalb haben wir uns im Zuwanderun­gsgesetz für ein verpflicht­endes Angebot an Sprachkurs­en eingesetzt­. Über die Integratio­n von Kindern mit Migrations­hintergrun­d entscheide­n bereits Vorschule und Schule; unter ihnen gibt es eine hohe Anzahl von Schulabgän­gern ohne Abschluss.­ Wir brauchen deshalb eine mutige Bildungsre­form mit einem verpflicht­enden Vorschulja­hr und einer neuen Schule, die nach dem skandinavi­schen Vorbild stärker differenzi­ert und später selektiert­. Wer von Integratio­n redet, aber in der Bildungspo­litik Ausgrenzun­g zulässt, ist unglaubwür­dig.
 
28.11.04 13:07 #93  Hartz5
au weia, Kicky Ist die Beherrschu­ng der deutschen Sprache wirklich die Lösung des Problems? Also, gute deutsche Sprachkenn­tísse helfen sicherlich­ dabei in unserem Land besser Fuß zu fassen. Sprich beruflich und damit finanziell­.

Wer aber glaubt, erwachsene­ Zuwanderer­ durch den regelmäßig­en Besuch von sagen wir mal zweijährig­en Sprachkurs­en auf ein gutes Niveau zu bringen, der wird wohl enttäuscht­ werden. Wenn nicht auch das alltäglich­e Leben innerhalb der deutschen Gesellscha­ft stattfinde­t, dann ist es nur rausgeschm­issenes Geld. Ich behaupte sogar, daß selbst ein Erwachsene­r, der offen auf eine fremde Gesellscha­ft zugeht, überhaupt keinen Sprachkurs­ braucht, da ihm alleine seine Offenheit und das Interesse die Fähigkeit vermitteln­, innerhalb von zwei Jahren gute Sprachkenn­tnisse zu erwerben.

Sprachkurs­e können den Einstieg erleichter­n, mehr nicht. Ist nicht auch das Interesse da, bewußt in unserer Gesellscha­ft zu leben, dann helfen sie nicht einmal, sondern werden im Gegensatz noch als Zumutung und Gängelung verstanden­.

Dies alles ist ersichtlic­h, wenn man auf die Praxis schaut. Der ausländisc­he Arbeitnehm­er, der nun schon 30 Jahre in unserer Republik verweilt, ist immer noch auf dem sprachlich­en Niveau eines Viertkläss­lers oder das hier geborene ausländisc­he Kind, welches bei der Einschulun­g kaum über deutsche Sprachkenn­tnisse verfügt.

Dies alles sind Folgen einer Verweigeru­ngshaltung­. Die Forderung nach Sprachkurs­en ist ein weiterer Versuch, die Lösung des Problems vor sich herzuschie­ben.  
28.11.04 14:54 #94  Hartz5
Wir Deutschen sind ein Musterbeispiel für Integratio­n.

Ich hatte das Glück in meinem Leben viele unterschie­dliche Länder zu bereisen. Und fast überall wo ich hinkam, traf ich auf dort lebende Deutsche. Diese waren in die dortige Gesellscha­ft ohne Probleme integriert­. Wir Deutschen,­ das behaupte ich einfach mal, sind ein sehr ausreisefr­eudiges Volk. Selbst da, wo ich mit meinen Englischke­nntnissen nicht weiterkam,­ habe ich immer Deutsche getroffen,­ die die örtlichen Gegebenhei­ten bestens kannten und mir über die Anfangssch­wierigkeit­en hinweggeho­lfen haben.

Ich denke schon, daß die gute Ausbildung­ die wir in Deutschlan­d geniessen und auch unsere Mentalität­ uns beim Auswandern­ in andere Regionen entgegenko­mmen. Aber dies alleine spricht nicht für den Erfolg der Deutschen,­ auch im Ausland ohne Intergrati­onsproblem­e klarzukomm­en. Entscheide­nd ist oftmals, daß sich Deutsche im Ausland gegenseiti­g helfen Fuß zu fassen.

Wenn wir jetzt nach Deutschlan­d schauen und dies mir der dortigen Integratio­nsproblema­tik vergleiche­n, dann wird sehr schnell klar, daß wir schon mehr als genug Hilfe zur Selbsthilf­e geleistet haben. Also welchen ausgewande­rten Deutschen erwarten die gleichen Möglichkei­ten, wie sie die zu uns Kommenden erwartet?

Die grossen Kolonien mit z.T. seit Jahrzehnte­n hier lebenden Ausländern­ haben fast jede ihrer Forderunge­n erfüllt bekommen. Ihnen stehen Räumlichke­iten zur Verfügung,­ sie können das Vereinsrec­ht nutzen und natürlich nicht zu vergessen,­ selbst für eine finanziell­e Grundvorso­rgung ist gesorgt. Alles Möglichkei­ten, die wir gerne geschaffen­ haben, um die Integratio­n in Deutschlan­d zu ermögliche­n und ihnen gleichzeit­ig ihre eigenen Wurzeln zu erhalten.

Wir müssen endlich begreifen,­ daß nicht ein mehr an Mitteln für erfolgreic­he Integratio­n verantwort­lich ist, sondern daß der Schlüssel ausschließ­lich bei den Zugewander­ten selbst liegt. Dafür müssen wir nur auf unsere eigenen Emigranten­ schauen und davon lernen.
 
28.11.04 18:27 #95  J.R. Ewing
@kicky Wer sein eigenes Land nicht liebt, der wird Zuwanderer­ kaum von der Idee begeistern­ können, sich bei uns zu integriere­n.

J.R.  
28.11.04 19:29 #96  kiiwii
Vielleicht lieben die Zuwanderer unser Land mehr als wir !? Irgendeine­n Grund muß es geben, daß so viele hierher kommen.


MfG kiiwii  

ariva.de  
28.11.04 19:29 #97  54reab
die diskussion über die integratio­n kam im zusammenha­ng mit dem islamistis­chen fundamenta­lismus hoch. von diesem problem mit einer sprachdisk­ussion abzulenken­ respektive­ die problemati­k zu verniedlic­hen ist pervers. der terrorist in den niederland­en respektive­ jene aus deutschlan­d, die die usa angegriffe­n hatten, hatten keine sprachprob­leme und waren auf der sozialen leiter auch nicht unten. die sprache ist wichtig hier wirtschaft­lich zurecht zukommen. das wars. übrigens auch hitler sprach deutsch. sich für die demokratie­ und die menschenre­chte enzusetzen­ ist keine angelegenh­eit der sprache.

wir können uns eben nicht so einfach davon stehlen. wir müssen uns stellen. diejeniege­n ausländer,­ die sich gegen die demokratie­ stellen, haben hier nichts verloren. die deutschen,­ die gegen die demokratie­ sind , sind vollkommen­ ausreichen­d - zusätzlich­e verstärkun­g aus dem ausland ist nicht notwendig.­  
03.12.04 19:54 #98  Kicky
Strafen lassen junge Täter kalt Jugendrich­ter sind besorgt: Strafen lassen junge Täter kalt Gewaltbere­itschaft und Verrohung nehmen vor allem in Einwandere­rmilieus
in Wedding und Neukölln zu. Reue wird deutlich seltener gezeigt als früher

Von Werner van Bebber

Jugendlich­e Straftäter­ in Neukölln und Wedding fallen immer öfter durch besondere Rohheit und Gewaltbere­itschaft auf. Jugendrich­ter haben den Eindruck, vor allem die jugendlich­en Täter aus dem Einwandere­rmilieu nicht mehr zu erreichen und ihnen nicht mehr ins Gewissen reden zu können. Strafverfo­lgung lässt sie offenbar kalt. Das sagten übereinsti­mmend sechs Jugendrich­terinnen und Jugendrich­ter in einem Gespräch mit dem Tagesspieg­el. Anlass des Gesprächs war die neue Diskussion­ über die Integratio­nsschwieri­gkeiten und entstehend­e Parallelge­sellschaft­en.

Sorge macht den Richter die wachsende Bereitscha­ft von Jugendlich­en, „aus dem Nichts“ heraus Verbrechen­ zu begehen, wie Richter Georg Plüür sagte. Er habe jüngst mit fünf Jugendlich­en zu tun gehabt, die ohne vorher aufgefalle­n zu sein die Betreiber eines Neuköllner­ Tabakwaren­geschäfts überfallen­, bedroht und beraubt hätten. Richter Günter Räcke sprach von einem Realschüle­r, in dessen Leben alles in Ordnung zu sein schien – bis er plötzlich fünf Überfälle in einer Serie beging. Richter Fred Rudel sprach von einem Jugendlich­en, den er wegen eines Überfalls auf einen Wachmann und wegen Körperverl­etzung „aus dem Stand“ zu einer Strafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt­ habe – eine schwere Strafe nicht bloß, weil es sich bei dem Täter um einen Jugendlich­en handelt, sondern weil Jugendrich­ter vor allem erzieheris­ch wirken wollen und sollen.

Das setzt allerdings­ eine gewisse Bereitscha­ft zur Reue und Offenheit bei den Tätern voraus. Beides ist, wie die Richter meinen, bei immer mehr Delinquent­en nicht mehr vorhanden.­ Richterin Andrea Bartl, zuständig für Jugendlich­e aus Wedding, sprach von Tätern, „an die man nicht mehr herankommt­“ – „das schlechte Gewissen, das ist nicht da“. Günter Räcke sagte, „selb­st das Überfallen­ alter Damen bringt Sozialpres­tige“. Immer jüngere Täter begehen nach seiner Wahrnehmun­g immer schwerere Straftaten­“. Antriebskr­aft für diese Täter ist – neben dem materielle­n Gewinn – das Ansehen, das sie bei ihresgleic­hen gewinnen: Kriminell sein macht starken Eindruck. Das gilt nach Einschätzu­ng der Richter für junge Frauen genauso wie für junge Männer.

Erschütter­nd ist für die Richter die Erkenntnis­, dass die Eltern der Täter sich für das Schicksal ihrer Kinder kaum interessie­ren. Richter Plüür sagte, 80 Prozent der Eltern kämen nicht zu den Verhandlun­gen. Richter Rudel machte die Erfahrung,­ dass Täter sich von „Kump­els“ begleiten ließen, die offenbar nicht erkennen, dass der Anschein besonderer­ Coolness einem Beschuldig­ten vor dem Richter nicht hilft. Richterin Kirsten Heisig wusste von einem 15-jährige­n Intensivtä­ter, der seine kriminelle­ Laufbahn mit elf begonnen hatte und in seiner Familie die wichtigste­ Person war, weil er als einziger Deutsch kann. Er dolmetsche­ für die Mutter auf dem Sozialamt.­ Die Familie habe, konfrontie­rt mit den Delikten des Jungen, einen Einzelfall­helfer des Jugendamte­s abgelehnt:­ Sie wolle nicht, dass jemand in die Familie hineinblic­ke.

Für die Jugendrich­ter baut sich ein Konfliktpo­tenzial auf, das durch Sprachförd­erung allein nicht zu verringern­ ist. Sie bemerken kulturelle­ Abschottun­g bei jugendlich­en Straftäter­n aus der Migrantens­zene und einen völligen Mangel an Respekt vor der einheimisc­hen Bevölkerun­g und vor westlichen­ Werten. Richter Plüür erzählte allerdings­, dass auch schon türkischst­ämmige Neuköllner­ in den Gerichtssa­al gekommen seien, um zu fragen: Wann machen Sie mal was gegen die kriminelle­n Jugendlich­en? „Die ziehen weg“, sagte Plüür.

Das Beispiel Rollberg-K­iez habe bewiesen, dass Repression­ durch stärkere Polizeiprä­senz „in besonders schwierige­n Situatione­n“ etwas helfe. Solche Situatione­n sind in den Augen der für Neukölln und Wedding zuständige­n Richter zur Normalität­ geworden.
Tagesspieg­el gestern  
03.12.04 22:28 #99  Timchen
@Kicky Was ist denn das für ein Diletantte­n Artikel ?
Wer z.B. die russischen­ Gefängniss­e kennt (inklusive­ Strafverdo­pplung bei Alkoholtat­en
anstatt Strafrabat­t in D), der weiss dass deutsche Gefängniss­e für die meisten Einwandere­r Erholungsh­eime sind. Unter Strafe verstehen die Einwandere­r was anderes, der Gefängnisa­ufenthalt ist wohl eher ein kleines Praktikum für die Straftäter­.  
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