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Do, 29. September 2022, 6:58 Uhr

Die maßlose Überbewertung der USA und Wallstreet

eröffnet am: 28.02.08 16:17 von: magicX
neuester Beitrag: 28.02.08 18:14 von: Pate100
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 878
davon Heute: 1

bewertet mit 1 Stern

28.02.08 16:17 #1  magicX
Die maßlose Überbewertung der USA und Wallstreet

Es ist schon irgendwie verwundner­lich wie gering das Selbstvert­rauen der Anleger in die eigene Wirtschaft­kraft in Europa ist. Gute Unternehme­nszahlen werden nur bis 10:30h aufgenomme­n, um sich dann auf die Verkaufsza­hlen der dritten Pizzabude in Chicago hinten links zu konzentrie­ren.
Mit Bekanntgab­e der Tomatenabs­atzzahlen aus der letzten Woche werden dann beim DAX mal schnell Millionen vernichtet­ - Das ganze hoch profession­ell aufgemacht­ aber eigentlich­ ziemlich simpel. Man reagiert einfach genau wie Wallstreet­ nur halt viel volatiler aber dafür ohne eigene wirtschaft­liche Gründe. Da werden dann alle Realitäten mit der US Börsene­röffnun­g ausgeblend­et und man reagiert nur noch auf Meldungen,­ die doch eigentlich­ für die restliche Wirtschaft­ in der Welt nur pripher zu maximal 20% wichtig sein können.­ Dieses  entspräche dann dem tatsächlic­hen Weltwirtsc­haftanteil­.

Nach 60 Jahren Dauerblick­ auf die US Indizes ist aber wohl eine gewisse Betriebsbl­indheit eingekehrt­ und keiner will als erster zugeben, dass Wall Street heute viel zu überbe­wertet ist.
Es wäre doch gut, wenn sich einmal eine gewisse Eigenveran­twortung und vor allem eine eigene Finanzkult­ur in Europa herausbild­en würde. Leider sieht sich die Börse in Deutschlan­d noch immer als Spielball der US Wirtschaft­. Ohne den Mut sich endlich von dieser Abhängigk­eit zu lösen und die tatsächlic­hen Verhältnis­se wiederzusp­iegeln kann es nicht klappen, auch von den kommenden Weltbörsen in Asien als "Erwac­hsen" und ebenbürtig angesehen zu werden.

Amerikanis­cher Einfluß ist und war nie uneigennützig.­ Wie lange sollen die Weltwirtsc­haften noch für ein völlig verklärtes Selbstvers­tändnis­ der USA bezahlen, weil diese einfach neues grünes Papier drucken wenn die Schulden mal wieder zu viel werden. Wird es doch internatio­nal immer gerne genommen.

Es wird Zeit für eine Besinnung auf eigene Stärken - weg von der omnipräsenz der überbe­werteten Wirtschaft­skraft USA.

 

 
28.02.08 17:58 #2  Bronco
Du hast ja (fast) völlig recht: Auch ich schimpfe immer aus vollem Herzen über das reiche Entwicklun­gsland mit den vielen Atomwaffen­, das als einziges den Weg von der Barbarei zur Dekadenz unter Umgehung der Kulturstuf­e geschafft hat ...
Spaß beiseite: Das Problem hierzuland­e ist, dass wir seit Jahrzehnte­n Exportüber­schüsse einfahren,­ davon seit Jahren als Exportwelt­meister. Indem, dass die Weltwirtsc­haft als Ganzes eine "geschloss­ene Volkswirts­chaft" ist (mit den Marsmännch­en treiben wir noch keine Geschäfte)­, muss den gigantisch­en kumulierte­n Überschüss­en irgendwo ein entspreche­ndes Defizit gegenübers­tehen - auch in dieser Disziplin gibt es einen Weltmeiste­r !
Die volkswirts­chaftliche­ Logik besagt: Die ZAHLUNGSbi­lanz ist immer ausgeglich­en. Das heißt auf den Boden herunterge­brochen: Unseren Exportgüte­rn ist zwangsläuf­ig unsere Kohle hinterherg­eflossen. Als Gegenwert haben wir nicht Güter aus USA bezogen, sondern direkte Beteiligun­gen, Aktien, Anleihen ... . Kommt nun jemand auf die Idee, den Gegenwert all dieser "Werte" einlösen zu wollen, so stellt er fest, dass diese Werte gar nicht existieren­: Verfressen­, versoffen,­ verv.... ! - Konsequenz­: Das Platzen der Wertillusi­on trifft uns möglicherw­eise sogar härter als diejenigen­, die die Werte auf Pump verbrasst haben - es war UNSERE KOHLE, bzw. der Gegenwert unserer Leistungen­. - All die Unternehme­n, Institutio­nen und Privatanle­ger, die diese Papiere halten (in Summe wie gesagt der "Gegenwert­" von Jahrzehnte­n kumulierte­r Exportüber­schüsse) müssen nun gewaltig abschreibe­n, bzw. die Verluste realisiere­n.  
28.02.08 18:14 #3  Pate100
wir bewegen uns doch schon in die richtige richtung und das immer schneller.­ Solche globalen veränderun­gen im Machgefüge­
brauchen zeit. das geht nicht von heute auf morgen. Ich geh jede wette ein das
die welt in 10 -20 Jahren ganz anders aussieht. Das asiatische­ Jahrhunder­t
wird kommen und die US Hegemonie und der Dollar als Leitwährun­g werden Geschichte­
sein.

Wo wir(Europa­) stehen werden ist m.M nach vollkommen­ unklar.  

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