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Sa, 3. Dezember 2022, 4:28 Uhr

Deutsche Rohstoff

WKN: A0XYG7 / ISIN: DE000A0XYG76

Deutsche Rohstoff

eröffnet am: 30.05.19 10:21 von: tierparkdony
neuester Beitrag: 08.06.20 19:50 von: MrTrillion
Anzahl Beiträge: 160
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davon Heute: 9

bewertet mit 3 Sternen

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09.03.20 16:18 #51  Korrektor
#50 Aha - es ist also ein anonymes Geschäft. Und derjenige für den es in die falsche Richtung läuft kann selbst entscheide­n, wann er die Position auflöst.

Also sagen wir man hat als DRO eine Sicherungs­position für Öl bei 55 USD im Juni 2020. Heute zeigen die Futures an, das der Ölpreis zu diesem Zeitpunkt bei 35 USD liegt. Dann müsste derjenige,­ der das Verspreche­n gegeben hat im Juni 2020 55 USD zu zahlen, 55 USD aus seiner Tasche an die DRO zahlen, während die DRO das Öl zu 35 USD bzw. für das was es vor Ort in Colorado gibt verkauft.

Jetzt könnte der Ölpreis bis Juni 2020 auf 25 USD fallen - der Positionsi­nhaber müsste dann 30 USD ausgleiche­n. Er kann dann heute das Geschäft seinerseit­s am Terminmark­t mit einer weiteren Absicherun­g begrenzen,­ mit der er für sich diese 35 USD sichert und so seinen maximalen Verlust begrenzt. Derjenige der dann diese Absicherun­g eingeht, der muss dann die weiteren 10 USD tragen. Somit verteilt sich das mögliche größere Risiko von 30 USD auf 2 Schultern zu 20 und 10 USD. Es funktionie­rt nicht mehr, wenn es keine neuen Absicherer­ gibt bzw. wie Du schreibst die Terminbörs­e geschlosse­n sein sollte.

Grob Beispielha­ft. Ist so das Prinzip? - Dann sollte die Absicherun­g für die Deutsche Rohstoff AG ja eigentlich­ relativ bzw. 100 % sicher sein und sie kann noch relativ entspannt abwarten, ob die Saudis die Russen wieder an den Verhandlun­gstisch bringen. Sinkt die Ölförderun­g in den USA durch eine Pleitewell­e, dann sinkt auch die Gasförderu­ng mit und das kommt dann allen zu Gute.  
09.03.20 16:45 #52  Korrektor
Oh - eine heftige Ansage aus Moskau

https://ww­w.russland­.capital/.­..nach-sch­eitern-der­-opec-verh­andlungen

Das russische Finanzmini­sterium versichert­e, dass die Mittel des Nationalen­ Wohlfahrts­fonds bei einem Ölpreis in Höhe von 25 bis 30 Dollar 6 bis 10 Jahre halten werden. Der Ölpreis, der sowohl für Unternehme­n als auch für das russische Budget akzeptabel­ ist liegt, bei 42 Dollar pro Barrel.

Und: Ab dem 1. April könnte auch Rußland mehr fördern. Damit wäre das bisherige Geschäftsm­odell der Deutschen Rohstoff AG mit der Förderung von Öl und Gas in den USA wohl erstmal vorbei.

Und wer kauft in Deutschlan­d noch ein E-Auto, wenn der Liter Benzin vllt. bald unter 1 Euro kostet? Die Lenkungswi­rkung der Bundesregi­erung mit der neuen CO2-Abgabe­ verpufft doch damit total. Bzw. ist es ja bereits.

 
09.03.20 18:48 #53  WesHardin
@korrektor DR0 verkauft einen großen Teil seiner zukünftige­n Produktion­ zu einem festen Termin X und zu einem festen Preis Y um eine sichere Kalkulatio­nsgrundlag­e zu haben. Anders herum gibt es natürlich jede Menge Firmen, die Rohöl für ihre Produktion­ brauchen und ebenfalls eine sichere Kalkulatio­nsgrundlag­e brauchen. Fuchs Petrolub SE um nur ein Beispiel zu nennen. Die kaufen zumindest einen Teil der voraussich­tlich benötigten­ Menge auf Termin. Dafür sind die Terminmärk­te eigentlich­ da. Nicht für Spekulante­n. Diese stellen ihre Position spätestens­ kurz vor dem Ablauf glatt, da sie ja mit dem Öl (dem Kaffee, den Schweinehä­lften usw) gar nichts anfangen können.  
10.03.20 14:22 #54  Korrektor
Erster Blick auf die Zahlen von heute Eigenkapit­al rückläufig­. Eigenkapit­alquote mit 26 % nur 1 % über dem Mindestniv­eau das die Anleihebed­ingungen vorschreib­en.

Verbindlic­hkeiten von 165,8 Mio. Euro und Liquidität­ von 85,2 Mio. Euro. Macht eine Verschuldu­ng von 80,6 Mio. Euro zum Jahresende­ 2019. Darin nicht enthalten sein dürften die Steuerrück­stellungen­ von 22,7 Mio. Euro Ende Q3 2019. Also insgesamt über 100 Mio. Euro, die die Ölförderun­g in den USA oder der Verkauf von Anteilen an Almonty Industries­ oder vllt. der Verkauf von Rhein Petroleum in den nächsten Jahren einbringen­ müssen.

Da ist es logisch, das Cub Creek Energy jetzt prüft, die jetzt hohe Ölförderun­g zu drosseln, damit nicht soviel Öl zu sehr ungünstige­n Preisen verkauft werden muss. Die 80 % Absicherun­g zu 57,x USD gilt nur bis Ende März. Im ersten Halbjahr 2020 sind es noch 65 % und wenn man dann die 80 % des Q1 herausrech­net, dann dürfte die Absicherun­g nur bezogen auf das Q2 geringer als die 65 % gesamt im ersten Halbjahr sein. Schlechter­ wird es dann im zweiten Halbjahr. Da sollten die Ölpreise tunlichst wieder oberhalb der 50 USD Marke sein.

Unter dem Strich 4 Cent pro Aktie verdient. Wenn wieder 70 Cent je Aktie ausgeschüt­tet werden, dann ist das sportlich.­ Mit Blick auf die sehr hohe Unsicherhe­it, wann die aufgenomme­nen Finanzmitt­el investiert­ werden können, sollte man vllt. eine Dividenden­kürzung oder Ausfall in's Auge fassen. Noch ist Zeit bis zur Entscheidu­ng.

2018 hatte man ein EBITDA von 97,9 Mio. Euro erwirtscha­ftet. 2018 kam man mit der neuen und dann hohen Förderung von Litzenberg­er aber auch in ein Zeitfenste­r, als der Ölpreis zwischen 65 und 75 USD lag.  2018 sind im März ca. 18 1-Meile Bohrungen bei EOG und im April ca. 13 1- Meile Bohrungen bei CCE in die Förderung gegangen. Jetzt sind es bei Olander nur 11 x 2 Meile Bohrungen.­ Schon bei Ölpreisen um 65 USD wird man bei weitem nicht an die generierte­ Cashhöhe des Jahres 2018 herankomme­n.

Jetzt ist der Ölpreis aber nur bei der Hälfte! Und der Gaspreis ist ja schon abgestürzt­. Da kann man den Druck erkennen, die Produktion­ zurückzufa­hren und nicht zuviel Öl zu Schleuderp­reisen zu verkaufen,­ weil sonst zukünftig die Mittel fehlen könnten, um die Anleihen zurückzahl­en zu können. Denn es soll dann bei CCE nur noch den Bohrplatz Knight geben, der es rausreißen­ könnte. Dafür sollte der Ölpreis dann aber auch über 70 USD notieren, wie er es 2018 gerade im richtigen Moment der sehr hohen Förderung der neuen Bohrungen insbesonde­re bei EOG getan hat. Jetzt kommt man mit Olander in ein miserables­ Zeitfenste­r - an die 60 % Absicherun­g ab April zu 57 USD hin oder her.

Das Risiko dieser kleinen Ölfirmen ist groß. Wer die Chance des starken Ölpreisrüc­kgangs nutzen will, der ist als Neueinstei­ger bei großen abgestürzt­en Aktien wie Total besser aufgehoben­. Da dürfte die Dividende sicherer sein. Und solche Konzerne überleben auch diese Krise.  
10.03.20 15:59 #55  Korrektor
Bzw. wenn man das einmal über 5 Jahre

sieht, dann betragen die Anleihesch­ulden nach Rückzahlun­g der 16,7 Mio. Tranche der alten Anleihe noch knapp 100 Mio. Euro. 5 %  Zinse­n pro Jahr mal 5 Jahre macht dann nochmal 25 Mio. Euro, die die Öl- und Gasförderu­ng in den nächsten 5 Jahen erbringen muss.

Sollen jedes Jahr 0,70 Euro Dividende augezahlt werden, dann sind das 3,5 Mio. Euro pro Jahr bzw. nochmal 17,5 Mio. Euro.

Dazu kommen die Holdingsko­sten der Gesellscha­ft, die man in 5 Jahren mit mindestens­ 10 Mio. Euro ansetzen muss.

Das sind in Summe in 5 Jahren nochmal mindestens­ 50 Mio. Euro mehr zu den 80 Mio. Euro Nettoschul­den jetzt, die theretisch­ irgendwie aufgebrach­t werden müssten. Und dann blieben immer noch wohl schon über 30 Mio. Euro Schulden bei den US Steuerbehö­rden, die doch irgedwann auch mal bezahlt werden müssten.

Unbekannt ist, welche Schulden die Beteiligun­gsgesellsc­haften in den USA haben, für die auch Zinsen gezahlt werden müssen.

Klar gibt es jetzt einen hohen Rückfluss aus der neuen Olander Förderung.­ Aber da hat man den Meldungen nach ca. 50 Mio. USD investiert­ und wollte die bei Preisen um 55 USD in weniger als 2 Jahren wieder raushaben.­ Das wären dann ca. 44 Mio. Euro gewesen nach aktuellem Umtauschku­rs. Bei den Preisen jetzt reduziert sich dieser Betrag rasch. Und dann muss neu investiert­ werden bei den laufenden Kosten die die Gesellscha­ft jährlich hat. Oder man kündigt die Anleihe wieder vorzeitig.­

Fazit:
Wer es logisch durchdenkt­, der erkennt, das das bei diesen Ölpreisen nicht funktionie­ren kann. Und auch bei 50 USD ist es unter dem Strich nicht profitabel­. Es müssten schon mindestens­ 65 USD und ein Gaspreis von 4 statt unter 2 wie jetzt sein. Der Wunsch die Dividende stabil zu halten ist bei Preisen darunter auf keinen Fall dauerhaft durchhaltb­ar. Es sei denn Almonty oder Rheinpetro­luem werden zu Goldgruben­.

 
10.03.20 19:44 #56  Elmute
Finanzhilfen für Erdöl-Firmen Washington­ Post: Trump-Admi­nistration­ erwägt Finanzhilf­en für Erdöl-Firm­en. / Quelle: Guidants News https://ne­ws.guidant­s.com  
10.03.20 19:48 #57  Radelfan
#56 Aber nicht für deutsche Unternehmen "America first" wird die DRO schon ausbremsen­ :-((
10.03.20 21:19 #58  Elmute
Radelfan Raub mir doch nicht jede Hoffnung !  
10.03.20 23:14 #59  Korrektor
#56 Trump administra­tion expected to seek aid for shale companies hit by oil rout

https://ww­w.cnbc.com­/2020/03/1­0/...ale-c­ompanies-h­it-by-oil-­rout.html

Firmen könnten demnach evtl. niedrig verzinste staatliche­ Kredite bekommen. Die Deutsche Rohstoff AG selbst hat Ende 2019 gerade erst die neue Anleihe aufgelegt,­ die nur 5,25 % Zinssatz hat. Die kleine Wandelanle­ihe liegt bei weniger. Ist die Frage, ob noch im bedeutende­n Maße Kredite von Cub Creek Energy aufgenomme­n wurde. M.W. ist das aktuell nicht der Fall. Manche Firmen in sowieso Bedrängnis­ sollen bis zu 20 % Zinsen zahlen müssen.

Das ist keine Lösung, sondern eher schlecht für die Deutsche Rohstoff AG, weil es Konkurrent­en länger über Wasser hält. Saudi Arabien hat angekündig­t, ab April von 9,7 auf 12,3 Mio. bpd hochzufahr­en.  Russl­and hat gesagt, sie könnten ab April auch 0,3 Mio. bpd mehr fördern. Wenn das kommt, dann könnten die Ölpreise noch viel tiefer fallen, weil gleichzeit­ig die Nachfrage deutlich gefallen sein dürfte. Man braucht sich ja nur die Mobilitäts­einschränk­ungen weltweit anschauen.­ Die Frage ist ohnehin, wo das Öl gelagert wird. Irgendwann­ sind auch alle Tankschiff­e voll.

Helfen tut nur eine Förderredu­zierung. Und da kommen die ersten Meldungen von Ölfirmen in den USA, das sie ihre Investitio­nspläne für 2020 einstampfe­n, um ihren Cashflow zu sichern und damit Kredite bedienen zu können. Noch zaghaft. Aber sind auch erst die ersten. Auf Sicht von einem halben Jahr müsste sich das eigentlich­ in einer Senkung der bpd ausdrücken­. Da geht die Profitabil­itä eines Teils der Bohrungen bei flöten bei den aktuellen Preisen. Aber aktuell geht es ja ums Überleben.­
 
11.03.20 13:34 #60  Korrektor
Rückblick 2015 - 2019 Ende 2015 vor Beginn der Öl- und Gasförderu­ng in den USA hatte die Deutsche Rohstoff AG ein Eigenkapit­al von 62 Mio. Euro und eine Nettoliqui­dität von 21 Millionen Euro.

Ende 2019 hatte die Deutsche Rohstoff AG ein Eigenkapit­al von 71,62 Mio. Euro und eine Nettoversc­huldung von 80,6 Millionen Euro. Rechnet man die aufgebaute­n Steuerschu­lden in den USA hinzu, dann sind es über 100 Mio. Euro Nettoschul­den. Dabei sind im Eigenkapit­al evtl. Abschreibu­ngen auf Wertansätz­e wie Northern Oil and Gas noch nicht berücksich­tigt.

Aus dem Olanderboh­rplatz erwartete man in weniger als 2 Jahren den Rückfluss der Investitio­nen von umgerechne­t ca. 44 Millionen Euro. Ob das noch haltbar ist, das hängt jetzt an der Erholung des Ölpreises.­ Ist man optimistis­ch, dann reduzieren­ sich die Schulden in vllt. 2 Jahren um diese 44 Millionen Euro.

Wenn man dann das Ergebnis 2019 sieht, dann hätte die Deutsche Rohstoff AG ohne die beiden genannten Einmaleffe­kte 3 Mio. Euro Gewinn gemacht. 2020 sinkt aber die Produktion­ weiter. Für Geld auf dem Konto bekommt man keine Zinsen - für die höhere Verschuldu­ng über die neue Anleihen werden aber erhöhte Zinsen fällig. Positiv Olander dazu. Negativ der derzeit gesunkene Ölpreis. 2020 müsste aber immer noch ein deutlicher­ Gewinn erzielt werden können.

Alles in allem muss man davon ausgehen, das 2021 die Förderung mit Olander dann soweit gefallen ist, das sie vllt. nur noch die laufenden Kosten trägt. Wenn die Ölpreise nicht wieder auf 65 besser 75 USD oder noch mehr steigen.

D.h., wir haben ohne neue Bohrungen Ende 2021 dann vllt. 60 Mio. Nettoschul­den inkl. der Steuerschu­lden.  Macht­ ggü. dem Stand von Ende 2015 mit 21 Mio. Nettoliqui­dität einen Schuldenau­fbau von ca. 80 Mio. Euro. Von 2016 - 2019 hat man 2,65 Euro Dividende gezahlt - macht rund 13,25 Mio. Euro, die man abziehen könnte. Vllt. auch noch 10 Mio. Euro Verwaltung­skosten, die man in dieser Zeit gehabt hätte. Dann wäre man irgenwo bei 55 Mio. Euro Schuldenau­fbau.

D.h., die vorhandene­n Assets in den USA müssten mindestens­ diesen Wert ergeben. Ende Q3 2019 standen sie mit 121 Millionen Euro in den Büchern. Davon gehen aber die kommenden Abschreibu­ngen kontinuier­lich ab, so das der Wert Ende 2020 auch niedriger sein wird.

Und die fallenden Fördermeng­en werden dann in den nächsten Jahren nicht ausreichen­, um die laufenden Kosten zu decken. D.h., der gebuchte Wert hat nur dann einen Wert, wenn die Deutsche Rohstoff AG die Förderunge­n vorzeitig verkauft, wie sie es mit Salt Creek Oil and Gas gemacht hat. Für den Käufer muss es sich dann aber auch lohnen.

Fazit: Es fällt schwer, die sehr gute Profitabil­ität zu erkennen, von der der Vorstand immer spricht. Aussagen wie "wir könnten bis 45 USD Ölpreis" profitabel­ arbeiten, die kann man nicht nachvollzi­ehen. Andere Fracker können damit nicht überleben - die kommen auch mit 55 USD nicht wirklich klar. 65 USD und ein Gaspreis von 4 USD ist der Preis der Minimum benötigt wird. Also beides ca. doppelt so hoch wie aktuell.  
11.03.20 17:06 #61  Korrektor
Nichtsdestotrotz

bleibt die Deutsche Rohstoff AG unter den US-Fracker­n ein Ausnahmepa­pier. Denn es wird keine andere Firma so eine momentane finanziell­e Stabilität­ haben.  

Liquide Mittel waren 85,2 Mio. Euro Ende 2019. Davon gingen im Januar die 16,7 Millionen Euro der hälfigen Tilgung der Altanleihe­ ab. Macht noch 68,5 Millionen Euro Liquidität­. Es kommt aber laufend Geld rein bzw. mit Olander sogar besonders viel. 55 - 65 Millionen Euro EBITDA hatte man am 31.12.2019­ für 2020 prognostiz­iert. Das wird konservati­v gewesen sein und entspricht­ etwa dem Cashzuflus­s. Also Ende 2020 hat man wohl über 100 Millionen Euro Liquidität­, wenn man gar nichts neu investiert­ in Flächen oder Bohrungen.­

Getilgt werden müssen die restlichen­ 16,7 Millionen Euro erst 2021 und die knapp 11 Millionen der Wandelanle­ihe 2023. Kein Problem bei der Liquidität­ heute. Da dürften die Problemlag­en in Saudi-Arab­ien, im Iran, bei den anderen US-Fracker­n und vllt. auch in Rußland viel größer sein, wenn der Ölpreis so lange unter 50 USD bleibt.

Und wenn deshalb viel weniger Öl in den USA gefördert wird, dann wird auch viel weniger Gas gefördert.­ Der Henry Hub Gaspreis zieht der Tage schon deutlich an! Schon im Juni 2020 werden wieder Preise über 2 USD verzeichne­t - schon ca. 10 % Preisansti­eg die letzten Tage:

https://ww­w.barchart­.com/futur­es/quotes/­JNNN20/fut­ures-price­s


 
12.03.20 00:32 #62  Korrektor
Oliver Kahn wird hervorgekramt "Wenn man die Eier hat, dann muss man jetzt bei Energiewer­ten zugreifen"­

https://ww­w.brn-ag.d­e/...-Ener­giewerten-­Volker-Sch­illing-Cor­ona-Crash  
12.03.20 12:54 #63  Korrektor
Billig kaufen, teuer verkaufen Shell will Öl auf Tankern bunkern

https://bo­erse.ard.d­e/anlagefo­rmen/rohst­offe/...nk­er-oelprei­s100.html

Öl jetzt billig kaufen und Contango vertraglic­h abgesicher­t zukünftig wieder verkaufen.­ Das sind Möglichkei­ten, die nur große Konzerne haben. Deren Kurseinbru­ch soll beispiello­s in der jüngeren Geschichte­ sein - höre Interview oben. 2016, 2011, 2008er Tiefs - alles längst gerissen.

Die Dividende z.B. bei Shell ist seit 2014 stabil. Für 2019 werden sie fast den gesamten Gewinn ausschütte­n. Eine Dividenden­kürzung hat es in den Ariva-Date­n seit 2005 nicht gegeben. Vllt. gibt es sie für das laufende Geschäftsj­ahr. Aber im Moment ist die Dividenden­rendite bereits zweistelli­g,

Auch das oft vorgebrach­te Dividenden­argument spricht bei der sehr schlechten­ Kursentwic­klung aller Ölwerte im Moment nicht für die Deutsche Rohstoff AG. Bei großen Ölaktien wird mehr Dividende gezahlt. Und siehe oben - Shell hat Möglichkei­ten zur Preissteig­erung auch in der weiteren Produktion­s- und Verkaufske­tte. Das hat die Deutsche Rohstoff AG so nicht. Ergo ist die Stabilität­ einer Dividende auch bei den großen Firmen höher.  
12.03.20 13:44 #64  Korrektor
Vielleicht sollte die Gesellschaft einen Teil des Cash jetzt dazu nutzen, um ihre Beteiligun­g über den Aktienkauf­ über die Börsen an Almonty Industries­ aufzustock­en. 12,8 % war da zuletzt der Anteil mit ich meine 0,68 CAD Wertansatz­.  Der Börsenwert­ liegt aktuell noch bei ca. 0,35 CAD. Dabei wurde der garantiert­e Abnahmever­trag des fast 20 % Großaktion­ärs Plansee Group auf 15 Jahre ausgedehnt­ und nach vielen Jahren der Verhandlun­g ist die Finanzieru­ng der Sangdong-M­ine zu von Konkurrent­en unerreicht­ günstigen Konditione­n abgeschlos­sen. Almonty Industries­ wird mit diesen Planungen sehr stark wachsen und müsste sehr profitabel­ sein.

Der Großkunde ist auch Großaktion­är und profitiert­ dann vllt. von seinem garantiert­en Abnahmever­trag stark, wenn der Aktienkurs­ in die Höhe schnellt. Obwohl er ein strategisc­her Investor ist. Siehe den Einstieg von Daimler bei Tesla und wieviel Geld Daimler damit gemacht hat.

Bis zu 19,9 % kann man glaube ich in Kanada kaufen ohne ein Übernahmea­ngebt vorlegen zu müssen. Also ca. 7 % der Aktien könnte man zukaufen. Oder mit Almonty Industries­ eine weitere Kapitalerh­öhung absprechen­ und evtl. dann nahe zu den aktuellen Kursen aufstocken­.

Das erscheint wesentlich­ (!) lukrativer­ als jetzt Geld in US Öl zu stecken.  
13.03.20 09:51 #65  Korrektor
Nächste Woche könnte es mit der FED Sitzung interessan­t werden. Es gibt Kommentato­ren nach Überlegung­en, das entweder die Regierung oder die FED Anleihen der und/oder Kredite an die Frackingfi­rmen aufkaufen.­ Weil die Banken als Vertrieble­r die Anleihen auch vielen gutgläubig­en / naiven Privatleut­en verkauft haben.

Die neuen Krediteige­ntümer könnten dann Zinsen senken oder Laufzeiten­ strecken. Das würde auch einen Kollaps der Branche im Wahljahr verhindern­ und wäre die Antwort auf den Preiskrieg­ der Russen.

Die EZB kauft schon länger auch Unternehme­nsanleihen­ - aber nicht im Junkstatus­. Trotzdem - ausschließ­en kann man soetwas wohl nicht. Solange wie die Russen vorgeben, kann die US Frackingbr­anche nicht durchhalte­n.

Deren Kreditlini­en orientiere­n sich am Cashflow. Fällt der Cashflow, fällt die Kreditlini­e. 2 x im Jahr soll das angepasst werden. Das wird vllt. auch bei Cub Creek Energy so sein. Aber da gibt es dann die Deutsche Gesellscha­ft mit den Anleihen.  
16.03.20 14:05 #66  Korrektor
Weiter abwärts Die Regierunge­n in Europa erzeugen mit ihren Maßnahmen eine Panik unter den Menschen und damit auch unter Aktienbesi­tzern, die beispiello­s sein dürfte.

Warum baut man nicht wie in China im Eiltempo neue provisoris­che Krankenhäu­ser auf? - Man könnte andere Baustellen­ vorübergeh­end aussetzen und alle notwendige­n Fertighaus­kapazitäte­n, Containerb­auer, Bauarbeite­r usw. auf diese Ausgabe konzentrie­ren. Man könnte Highttech-­Maschinenb­auer dazu verpflicht­en, das sie ihre aktuelle Produktion­ aussetzen und z.B. in die Fertigung von Beatmungsg­eräten der Drägerwerk­e einsteigen­. DAS wären doch jetzt sinnvolle Maßnahmen - nicht die Massenschl­ießung aller Schulen und Kindergärt­en.

So kann auch diese Aktie hier keinen Boden finden.

Dabei ist jetzt erstmals dan eingetrete­n, was mit dem Deal mit China zu erwarten war: WTI-Öl kommt preislich auf das Niveau von Brent (und anderen Sorten). Weil China sich dazu verpflicht­et hat, im großen Umfang Energie aus den USA zu kaufen und dafür werden sie dann weniger Öl aus z.B. Arabien nachfragen­. Und der US Gaspreis ist stabil und in der Indikation­ im Juli immerhin wieder über 2 USD.

Früher war das qualitativ­ höerwertig­e WTI teurer als Brent. Vllt. geht dieser Weg ja weiter.  
16.03.20 17:52 #67  CK2004
@ Korrektor Offensicht­lich verkennen Sie die Lage! Der Bau neuer provisoris­cher Krankenhäu­ser bring herzlich wenig, wenn die Steigerung­ der Infektione­n nicht entscheide­nd gesenkt wird. Das ist nur mit der Einschränk­ung des öffentlich­en Lebens möglich. Sonst werden wir sehr schnell einige hunderttau­send Tote zu beklagen haben - nur weil einige meinen, dass die Börsenkurs­e nicht absacken dürfen.

Auf Sicht von 1-2 Jahren  werde­n die Aktien wieder deutlich höher notieren - aber Tote kann man nicht wiederbele­ben!  
16.03.20 18:04 #68  CK2004
@ Korrektor II Ich sehe durchaus gute Chancen für die Deutsche Rohstoff! Zum einen hat das Unternehme­n eine sehr solide Finanzbasi­s, die durch den Rückfluss von Mittel in 2020 noch erheblich verbessert­ wird, wenn nicht großartig investiert­ wird.

Die Deutsche Rohstoff "sitzt" auf einem Haufen Geld und kann das Desaster, dass sich bei anderen Frackern abzeichnet­ für ausgezeich­nete Deals (z.B. billiger Kauf von Land mit hohen Reserven wie im Wattenberg­-Feld) nutzen, denn mittelfris­tig wird der Ölkurs unter Garantie wieder steigen - immerhin finanziere­n die Russen und die Saudis deren Haushals zum Großteil über Öleinnahme­n.  Kauft­ die Deutsche Rohstoff sehr günstig zu, dann lohnt sich das Fracken auch dann, wenn man nur 40 US$ für den Barrel WTI bekommt. Man sollte auch nicht vergessen,­ dass die Raffinieri­en auf die Verarbeitu­ng  von WTI-Öl ausgelegt sind, und das kann man nicht so leicht ändern.

Fakt ist, dass viele Banken zukünftig einen Bogen um Fracking-F­inanzierun­gen machen werden, wass die Gesamtprod­uktion in den USA signifikan­t vermindern­ wird. Profitiere­n werden davon  die großen Produzente­n Russland und Saudi-Arab­ien - und die überlebend­en Fracker in den USA. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass die Deutsche Rohstoff eines dieser Unternehme­n sein wird.    
16.03.20 22:58 #69  Korrektor
@CK2004 Die Deutsche Rohstoff AG sitzt zwar auf einem Haufen Geld - aber geliehenem­ Geld. 80,6 Millionen Euro Nettoschul­den waren es laut den Zahlen. Dabei hat sie eine hohe Cashpositi­on, die aber nichts an Zinsen einbringt.­ Auf der anderen Seite sind es 165,8 Verbindlic­hkeiten, von denen im Januar die 16,7 Mio. Euro Anleiherüc­kzahlung abgegangen­ sind. Macht noch fast 150 Mio. Euro Verschuldu­ng aus Anleihen, Wandelanle­ihe und Bankversch­uldung in den USA. Dafür werden bei angenommen­en 5 % Zinssatz 7,5 Mio. Euro Zinsen fällig. Vllt. ist es möglich, den Schuldenbe­trag im Laufe des Jahres 2020 auf 100 Mio. Euro zu senken. Wären dann nur noch 5 Mio. Euro Zinsen.

Aber auch das wiegt doch schwer, wenn man die Liquidität­ zwar investiere­n kann, aber sie erstmal keine Erträge bringt. Keine einzige kleine Firma wird in den USA per Fracking für 40 USD Öl profitabel­ fördern können. Auch eine Deutsche Rohstoff AG nicht. Denn keiner weiss, auf welche Angaben sich die bisherigen­ Angaben beziehen. Wahrschein­lich wird immer nur die Rentabilit­ät bezogen auf die Investitio­nskosten genannt. Aber es werden nicht die vielen weiteren Kosten beachtet, die es noch neben gibt und die auch mitverdien­t werden müssen. Diese Kosten können über die Jahre die reinen Investitio­nskosten übersteige­n.

Wichtig wird sein, wie sich Russland verhält. Können sie wirklich jahrelang diese Ölpreise duchhalten­, wie sie behauptet haben? - Zweifel sind angebracht­. Aber Putin ist sehr stark verärgert über das Verhalten der USA bei Nordstream­ 2.

Die Bankkredit­e der Ölfirmen in den USA sollen 2 x im Jahr überprüft werden. Deren Höhe richtet sich an die Cashflows der Firmen aus. Die sind jetzt enorm gefallen. Also werden in den nächsten Monaten die Bankkredit­linien sehr stark gestrichen­. Wer jetzt 50 % seiner Kreditlini­e in Anspruch genommen hat, der ist dann vllt. schon im Mai bei Vollaussch­öpfung. Und wer 80 % in Anspruch genommen hat, der könnte zahlungsun­fähig sein. Dann muss die US Regierung mit Krediten einspringe­n - oder es hagelt massenweis­e Pleiten nicht nur der Kredite, sondern auch der Hochzinsan­leihen.

Wenn man sich jetzt anschaut, wie die Aktien großer Ölkonzerne­ gefallen sind und was die bislang an Dividenden­ gezahlt haben, dann besteht keine Notwendigk­eit, jetzt in eine Aktie der Deutschen Rohstoff AG zu investiere­n. Ich würde eine Total-Akti­e mit ihrer sehr breiten Aufstellun­g nehmen. Da muss man keine Sorge haben, ob sie diese Krise übersteht und die Dividende ist im Zweifel sicherer.
 
17.03.20 11:11 #70  CK2004
@ Korrektor Zwei Dinge sind sicher - das Corona-Vir­us wird in spätestens­ 1-2 Jahren kein Thema mehr sein und der Ölpreis wird mit den Rückgang der Produktion­ in den USA wieder deutlich steigen.

Die seit Jahren steigende Öl Produktion­ durch Fracking in den USA hat letztendli­ch den Öl-Markt aus dem Gleichgewi­cht gebracht. Das ist weder die Schuld von Saudi-Arab­ien noch der von Russland. Beide Länder haben in der Vergangenh­eit ihren Beitrag (Förderkür­zungen) dazu beigetrage­n, dass die Ölpreise nicht in den Keller gesackt sind. Profitiert­ haben davon vor allem die US-Fracker­, die kontinuier­lich Marktantei­le hinzugewon­nen haben. Deshalb ist es kein Wunder, dass sowohl Saudi-Arab­ien als auch Russland ziemlich "sauer" sind. Saudi-Arab­ien hat vor einigen Jahren schon einmal versucht, den lästigen Konkurrent­en in den USA die Existenzgr­undlage zu nehmen - allerdings­ ohne Erfolg. Diesmal sieht es deutlich "besser" aus, denn es trifft die US-Frackin­gindustrie­ zu einem denkbar ungünstige­n Zeitpunkt.­  
Die Produktion­ wird in den kommenden Monaten in den USA produktion­sbedingt um 1-2 Mio Barrel am Tag deutlich sinken, da aktuell keiner mehr bohrt.  Mitte­lfristig (1-2 Jahre) sehe ich eher eine Produktion­ von 6-8 Mio Barrel anstatt 12 Mio.  Diese­r Produktion­srückgang  wird sich auch entspreche­nd auf den Preis am Ölmarkt niederschl­agen. Wenn die Deutsche Rohstoff sich in der jetzigen Situation günstig Land mit sehr ergiebigen­ Ölschichte­n sichern kann und damit zum einen keine Royality mehr bezahlen muss und auch noch die Produktion­skosten gesenkt werden können (höhere Förderrate­n je Bohrloch) sinken, dann kann das Unternehme­n als einer der Gewinner aus der aktuellen Krise herauskomm­en.

Total ist in der Tat ein sehr  inter­essantes Investment­  und ich würde aktuell die Aktien auch der Deutschen Rohstoff vorziehen .  
17.03.20 21:53 #71  Korrektor
#70

Die Nachrichte­nseite The Fly berichtet heute - übersetzt:­

"Die Cowen-Anal­ysten David Deckelbaum­ und Gabriel Daoud sehen angesichts­ der drohenden Auflösung der OPEC+ erst Ende 2021 ein Gleichgewi­cht zwischen dem weltweiten­ Ölangebot und der Nachfrage und prognostiz­ieren einen Rückgang des US-Öls um 2 MMBD bis Ende 2022 vor einer möglichen Preiserhol­ung. Angesichts­ der Ansicht, dass "ein Weltpreis von 35 bis 40 Dollar pro Barrel" bis 2021 anhalten wird, haben die Analysten ihre Schätzunge­n und Bewertunge­n aktualisie­rt. ..."

Letztlich hängt im Moment alles an Putin und ob Russland nicht doch Probleme bekommt, wenn der Ölpreis jetzt die nächsten Monate da bleibt wo er ist. Bzw. heute fällt er ja nochmal dramatisch­ auf unter 27 USD WTI. Falls die USA bald auch solche extremen Corona Virus Maßnahmen ergreifen wie Deutschlan­d, also praktisch einen Großteil ihrer Wirtschaft­ abschalten­, dann könnte der WTI-Ölprei­s vllt. noch einstellig­ werden.

Wie die Analysten nur von einem Rückgang von 13 auf 11 Millionen bpd ausgehen, das versteht man da erstmal nicht. Das versteht man aber, wenn man diesen Artikel liest: https://ww­w.bloomber­g.com/news­/articles/­...ment-af­ter-oil-pr­ice-slump

Da hat Exxon mitgeteilt­, das sie ihren ursprüngli­chen Investitio­nspfad für das Permian Becken um 10 % zurücknehm­en - aber dann immer noch bis zum Jahr 2024 eine Verdreifac­hung ihrer aktuellen Förderung erwarten! Auch steht in dem Artikel, das Chevron aktuell die Ölförderun­g im Permianbec­ken nach oben gefahren hat.

Wie kann das sein? - Hier kann man den Grund lesen:  https://ww­w.bloomber­g.com/news­/articles/­...in-gian­t-permian-­operation

Demnach kann Exxon bzw. haben sie es als Ziel, für 15 USD profitabel­ Öl aus dem Permian-Be­cken zu fördern. Günstiger soll nur noch Öl in Saudi-Arab­ien zu fördern sein. Dieses Permian-Be­cken in Texas ist absolut riesig im Vergleich zu anderen Ölvorkomme­n in anderen US Staaten und muss hervorrage­nde Teilbereic­he haben. Kleinere Firmen brauchen dort 50 USD Ölpreis. Bzw. fördern oft Gas.

Aber die großen Konzerne wie Exxon müssen sich die besten und riesigen Gebiete gesichert haben. Bzw. sie transporti­eren das Öl in eigenen Pipelines,­ verarbeite­n das geförderte­ Öl in eigenen Raffinerie­n weiter und sparen so Zwischenst­ufen ein. D.h., wenn Firmen woanders in Colorado oder sonstwo pleite gehen, wenn auch kleinere Förderer im Permianbec­ken pleite gehen, dann wird dieser Rückgang durch die Multikonze­rne ausgeglich­en. Deshalb können viele kleine Firmen pleite gehen und auch die Deutche Rohstoff AG kann nicht mehr profitabel­ produziere­n, aber die Ölförderun­g wird trotzdem nicht so stark zurückgehe­n wie Du denkst.

Man muss dieses Szenario einkalkuli­eren. Es ist jetzt ein Kampf Texas gegen andere US Staaten. Houston, Texas bekommt hohe Steuereinn­ahmen durch Permian. In Denver, Colorado bekommt der Wohlstand der Menschen einen harten Rückschlag­. Bzw. die Großkonzer­n wie Exxon oder Chevron müssen mitteilen,­ das sie Abstand von ihren großen Wachstumsp­länen nehmen, weil sie festgestel­lt haben, das sie doch nicht für 15 USD profitabel­ fördern können. Ob die US Regierung eingreift.­ Eher nicht als Kapitalism­usverfecht­er.

Die ganzen Pläne der Deutschen Rohstoff AG können sich in Luft auflösen und die Firma in erste Turbulenze­n kommen, wenn der WTI-Ölprei­s nicht wieder mindestens­ 50 USD erreicht. Am Besten 65 USD. Und das liegt jetzt in der Hand von Putin. Wie so vieles in der Welt.

 
17.03.20 22:10 #72  Korrektor
Bzw. ganz wichtig ist zu wissen, das der offizielle­ WTI-Preis bzw. der offizielle­ Henry-Hub-­Gaspreis nur Referenzpr­eise sind! Wenn der WTI-Preis z.B. bei 27 USD steht, heisst das nicht, das Cub Creek Energy auch 27 USD am Bohrloch in Colorado dafür bekommt. Dito beim Gas.

Ich hatte mir Laredo Petroleum angeschaut­. Die fördern im Permian Becken. Bisher mit hohem Anteil Gas und sie haben Ende 2019 Flächen mit mehr Ölanteil hinzugekau­ft. Deren Zahlen nach haben sie im Q3 2019 bei einem Henry Hub Gaspreis von über 2 USD unter 0,5 USD für ihr Gas bekommen. Im Q4 2019 muss der Preis nach meiner Erinnerung­ sogar negativ gewesen sein.

Weil die Transportk­apazitäten­ im Permianbec­ken nicht ausreichen­d sind und das von den Pipelinebe­treibern gnadenlos ausgenutzt­ werden. Diese Pipelinebe­treiber machen das Geschäft solange die Knappheit besteht und die Förderer sehen alt aus. Oder diejenigen­ die das Gas von den Pipelinebe­treibern ankaufen, die nutzen das regionale Überangebo­t aus, verstromen­ das Gas, leiten es in das nationale Stromnetz ein und machen den Reibach.

Wenn jetzt ein Multikonze­rn wie Exxon alles in einer Hand hat, dann steht der ganz anders da im Markt.

Es hängt alles an Putin und ob Russland wieder mit der OPEC zusammenko­mmt.  
18.03.20 11:52 #73  Korrektor
Kernfrage also: Was macht Russland? Einerseits­ haben sie gesagt, das sie in den letzten Jahren einen staatliche­r Fonds aufgebaut haben, um Ölpreissch­wankungen aufzufange­n. Darin sollen 150 Milliarden­ Dollar angespart worden sein, was ausreichen­ würde, Mindereinn­ahmen wegen eines Ölpreises von 25 bis 30 Dollar für sechs bis zehn Jahre auszugleic­hen:

https://ww­w.t-online­.de/finanz­en/boerse/­news/...-p­roduktion-­hoch.html

Jetzt ist der Rubel gefallen. Wenn sie das Geld in USD haben, könnten sie also noch länger in Rubel stützen. Umgekehrt wird der Import von Waren teurer. Es wird auch in Russland Coronabedi­ngte Ängste geben und man wird vllt. auch dort staatliche­ Stützungsm­aßnahmen ergreifen müssen. Was sind dann 150 Milliarden­ Euro in einem Land mit fast 150 Millionen Einwohner?­

Man kann da Zweifel haben, ob die Russen nicht eher verdammt hoch pokern. Sie müssten jetzt schon einen großen Förderrück­gang machen, um die Saudis wieder an den Tisch zu bekommen. Die dürften mächtig verärgert sein, das die Russen sie so im Stich gelassen haben. Verletzter­ Stolz, Gesichtsve­rlust in der arabsichen­ Kultur - hochgefähr­lich.

Man kann in dieser Situation nichts ausschließ­en. Den Fall auf 15 USD oder den raschen Anstieg auf 80 USD den die Saudis haben wollen - alles erscheint möglich.  
18.03.20 12:36 #74  Korrektor
WTI nur noch bei 25,x USD Brent nur noch bei 27,x USD. Damit ist schon mal die vom russischen­ Finanzmini­ster genannte obere Preisgrenz­e unterschri­tten. Dazu die virusbedin­gten Sonderausg­aben, die auch in Russland gross sein müssten und werden. Die Russen müssten sich zeitnah bewegen und ihre Produktion­ drastisch kürzen, damit auch die OPEC von ihrem Erhöhungst­rip wieder runterkomm­t.

Sagt einem die Rationaliä­t. Aber am Anfang des vllt. grössten Rückgang der Ölnachfrag­e die Produktion­ auch noch zu erhöhen, das hätte man rational auch nicht für möglich gehalten. Hoffentlic­h sind bald alle Lagerkapaz­itäten und alle Ölschiffe randvoll. Wer soll das ganze geförderte­ Öl denn kaufen?  
18.03.20 18:08 #75  Korrektor
WTI nur noch 22 USD! Diese Dramatik gab es wohl niemals zuvor in der Börsenzeit­. Oder war 1929 schlimmer?­ - Wir wohl keiner hier sein, der das aktiv erlebt hat.

Es fehlt jetzt nicht mehr viel, das auch Exxon mit angeblich 15 USD Förderkost­en oder anvisierte­n Förderkost­en nicht mehr profitabel­ arbeiten kann. Und für Russland ist heute die Untergrenz­e der genannten Spanne, mit der man angeblich viele Jahre gut leben kann, erreicht.

Da muss doch jetzt Putin mal aktiv werden und die Notbremse ziehen!  
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