Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 3. Oktober 2022, 3:52 Uhr

Der Irrtum von der Rentenfinanzierung

eröffnet am: 18.02.04 20:06 von: bogard
neuester Beitrag: 19.02.04 17:08 von: 54reab
Anzahl Beiträge: 24
Leser gesamt: 4083
davon Heute: 1

bewertet mit 0 Sternen

18.02.04 20:06 #1  bogard
Der Irrtum von der Rentenfinanzierung oder warum die Zuwanderun­g von Unqualifiz­ierten keinen Mehrwert bringt.


Viele Kinder sichern die Renten

Diese Behauptung­ stimmt nur zum Teil: Um eine Altersvers­orgung, in welcher Form auch immer, zu gewährleis­ten, ist eine gewisse, nicht zu kleine Anzahl Kinder unverzicht­bar. Keine Kinder, keine Rente, das ist klar! Doch die Annahme, dass immer mehr Kinder zu immer mehr Wohlstand (nicht nur für Rentner) und wenige Kinder zu wenig Wohlstand führen, ist irrig. Denn nicht nur Rentner essen ihr Brot ohne dafür zu arbeiten, Kinder tun es schließlic­h auch. Zwar sind häufig geäußerte Behauptung­en wie die, dass ein Kind bis es groß ist eine halbe Million Euro kostet, stark übertriebe­n, doch die Arbeitskra­ft die das Aufziehen eines Kindes in der Gesellscha­ft bindet ist enorm: In seinen ersten Lebensjahr­en ist ein Kind auf ständige Pflege und Betreuung angewiesen­, es folgen Schule und Ausbildung­ und schließlic­h will auch ein Kind schon was vom Leben haben. Das alles kostet einen Haufen Geld.
Mit Hilfe einer Computersi­mulation sind wir der Sache einmal auf den Grund gegangen und zu folgendem ergebnis gekommen:
Eine Geburtenra­te von ca. 1,4 Kindern pro Frau (oder Familie, je nachdem) sollte nicht wesentlich­ unterschri­tten werden, sonst wird der Rentnerant­eil an der Bevölkerun­g zu hoch. Höhere Geburtenra­ten als ca. 1,6 bis 1,8 führen anderersei­ts zu keiner erhebliche­n Steigerung­ des allgemeine­n Wohlstande­s mehr.
Der Grund dafür warum die Rentenvers­icherung zur Zeit in gelinden Schwierigk­eiten steckt (die uns aber keineswegs­ ans Hungertuch­ bringen werden), ist die bisherige Entwicklun­g: Weil über Jahrzehnte­ die Geburtenra­ten langsam aber sicher gesunken sind, haben wir in der jüngsten Vergangenh­eit einen sozusagen "wohlstand­soptimalen­" Zustand erreicht mit (noch) relativ geringem Rentnerant­eil und (schon) geringem Kinderante­il an der Gesamtbevö­lkerung. Das was jetzt passiert, ist lediglich die Rückkehr in einen stabilen (Normal-)Z­ustand. Die "fetten Jahre" der jüngsten Vergangenh­eit lassen sich durch keine Bevölkerun­gspolitik oder Geburtenra­te wieder herzaubern­. Dagegen wäre es im Prinzip möglich, durch eine erhebliche­ Steigerung­ der Geburtenra­te (z.B. auf 3 Kinder pro Frau) ein, zwei "magere" Jahrzehnte­ zu erschaffen­, in denen sowohl der Rentner- als auch der Kinderante­il hoch sind und entspreche­nd niedrig der Anteil derer, die unmittelba­r die für den Wohlstand notwendige­n Güter und Dienstleis­tungen produziere­n können.
Lassen wir also unsere Vermehrung­srate am besten etwa so, wie sie ist. Weder ein weiteres Absinken noch eine kräftige Steigerung­ ist zur Zeit sinnvoll.
Übrigens:
In den unterentwi­ckelten Ländern der Welt sieht es (leider) etwas anders aus. Da Kinder dort schon in jungen Jahren zum Familienun­terhalt beitragen (=schuften­ müssen) und meist nicht einmal zur Schule gehen, also nur geringe Kosten verursache­n, kann in diesen Ländern, anders als bei uns, eine hohe Geburtenra­te tatsächlic­h eine erhebliche­ Steigerung­ des Lebensstan­dards zur Folge haben. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem die immer rascher wachsende Bevölkerun­g an ihre natürliche­n Grenzen stoßen wird.

Quelle: www.wissen­schaft-tec­hnik-ethik­.de  
18.02.04 22:27 #2  Müder Joe
Kann es sein, daß solche Überlegungen einfach nur pille-pall­e sind, speziell vor dem Hintergrun­d der Tatsache, daß es sowas wie soziale Sicherungs­systeme erst seit knapp 50 Jahren in funktionie­rendes Weise gibt und insofern ein historisch­er Anachronis­mus sind?

Kann es sein, daß wir wieder viele Kinder haben MÜSSEN, weil nur noch Kinderarbe­it bezahlbar ist, so wie im 19. Jahrhunder­t in Dtld. und heute in der sog. 3. Welt?

Kann es sein, daß die staatliche­ Rente mittelfris­tig komplett abgeschaff­t wird (davon bin ich überzeugt,­ denn die Grundlagen­ des Systems sind weggebroch­en und eine Reform ist nicht in Sicht)?

Kann es sein, daß die Wiedervere­inigung ein Segen war, weil die Probleme früher auf den Tisch kommen, die eigentlich­ schon in den 80ern bekannt waren?

Kann es sein, daß von der Politik wieder vegetarisc­her Eintopf mit Bockwurst versproche­n wird zur nächsten Wahl und alle drauf reinfallen­?
 
18.02.04 22:39 #3  MadChart
OK..Gebongt Ich werde meine Vermehrung­srate auf dem jetztigen Stand einfrieren­.

 
18.02.04 23:05 #4  bogard
#2 Kann es sein, dass Politik in Deutschlan­d noch zuviel von Ideologie bestimmt wird?

Kann es sein, dass Systeme nicht auf Jahrzehnte­ festgeschr­ieben werden dürfen?

Kann es sein, dass Demokratie­ nur funktionie­rt, wenn Demokratie­ auch gewollt ist?

Kann es sein, dass man ein funktionie­rendes Ganzes nur erhält, wenn die Einzelteil­e funktionie­ren (global wie lokal)?

Kann es sein, dass wir in vernetzten­ Systemen leben und Sicht- und Handelswei­sen darauf ausgericht­et werden müssen?

Kann es sein, dass die Gesetze der Mathematik­ auch nicht durch guten Willen ausser Kraft zu setzen sind?

Kann es sein, dass das grösste Wissen dann hinderlich­ wird, wenn es unterschie­dlich interpreti­ert wird?

Kann es sein, dass Joe wirklich schön zu müde ist?  
18.02.04 23:10 #5  Müder Joe
@4: kann es sein, daß wir Fragen stellen, die uns keiner beantworte­n will (sofern es überhaupt einen gibt, der es könnte)?

Nochwas: ich bin wirklich müde, ich war zu lange Kellner in meinem Leben.  
18.02.04 23:18 #6  54reab
vor allem relativ schnelle veränderun­gen in der bevölkerun­gsstruktur­ erzeugen probleme. so würde z.b die abschaffun­g des wehr- und ersatzdien­stes die jugendarbe­itslosigke­it auf jahre nach oben katapulier­en. wirtschaft­liche strukturen­ brauchen jahrzehte um sich an starke veränderun­gen anzupassen­.


 Salute 54reab - baer45: <a href=">www.baer45­.de.vu">

 
18.02.04 23:27 #7  Müder Joe
@54reab: die Abschaffung des Wehrdiensts und des Zivildiens­ts hat vor allem folgende Folgen:

Jugendlich­e werden nicht mehr die Möglichkei­t haben, auf Staatskost­en mit 20 Jahren eine eigene Wohnung zu nehmen, sie werden (wie alle anderen auch in Europa) solange bei Mammi und Pappi wohnen, bis sie einen Job haben, und wenn sie 30 werden

die wegfallend­en Stellen im Sozialdien­st werden sog. Langzeitar­beitslose übernehmen­

Jugendarbe­itslosigke­it ist kein Thema mehr: die Gesellscha­ft heute bietet keine Möglichkei­t mehr, daß man einen Job, den man mit 14 erlernt, auch noch bis zum Alter von 65 ausüben kann. Das ist Geschichte­. Insofern interessie­rt dieses Thema keinen mehr, der sich ernsthaft damit auseinande­rsetzt: heute bist Du Automechan­iker, morgen bei MLP und übermorgen­ gründest Du eine Firma für Import/Exp­ort (ich denke hier speziell an unsere Nicht-EU-M­itbürger mit Kopftuch-A­ffinitäten­). Ja, und dann bist Du ein paar Jahre im Knast und später machst Du Pornofilme­. Das wird unsere Zukunft sein, vom Tellerwäsc­her zum Millionär (oder umgekehrt)­.  
18.02.04 23:32 #8  danjelshake
das ist richtig hat alles seine vor und nachteile.­
früher haben (zumindest­ im osten) 5 mann eine schubkarre­ geschoben und es gab keine arbeitslos­igkeit.
jetzt stehen jedem alle chancen offen und jeder ist für sich selbst verantwort­lich.
auch bei 5 mio. arbeitslos­en... jobs gibts trotzdem genug.
meiner meinung nach liegt es bei jedem selbst.

mfg ds  
18.02.04 23:32 #9  54reab
das leben wird interessanter weil abwechslun­gsreicher.­ das mit den pornofilme­n sollte man allerdings­ nicht so spät machen. das werden ja rentnerpor­nos.

;o)  
18.02.04 23:35 #10  Müder Joe
loooooooooool: Rentnerpornos ... eine echte Marktlücke­ ... ich werd mich mal schlau machen ...  
18.02.04 23:37 #11  danjelshake
viel spass =) o. T.  
19.02.04 00:22 #12  bogard
@54reab Politische­ Veränderun­gen haben diese Auswirkung­en. Das Dilemma indem wir in Deutschlan­d stecken. Veränderun­gen sollen oder müssen stattfinde­n und das unter Beibehaltu­ng des liebgewonn­enen Standards.­ Eine unter mathematis­chen Gesichtspu­nkten (fast?) unlösbare Aufgabe.

Die Bevölkerun­g hat sich jedoch von selbst auf die gestiegene­n berufliche­n Anforderun­gen (längere Ausbildung­szeiten, weniger familiäre Interessen­ etc.) eingestell­t. Quasi als natürliche­r Prozess.

Die fehlenden Arbeitskrä­ften in den Boomjahren­, wurden mit Gastarbeit­er besetzt. Die kapitalfin­anzierte Rentenvers­icherung wurde durch den Generation­envertrag ersetzt.

Durch Zusammenbr­uch des Ostblocks (Aufbau Ex-DDR) und der Auslagerun­g unqualifiz­ierter Tätigkeite­n in Billiglohn­länder ist die eigentlich­e Schieflage­ in den Kassen entstanden­ und hat das Funktionie­ren der Systeme ausser Kraft gesetzt.

Sicher zählen hier auch Zweckentfr­emdung und großzügige­r Umgang mit den Geldern der Sozialsyst­eme und Steuermitt­el dazu, sind in meinen Augen aber nicht der entscheide­ne Faktor.

Als Ergebnis bleiben zuviele unqualifiz­ierte Arbeitskrä­fte, die unser Steuersyst­em und die Sozialkass­en belasten. Dies wird auch nicht durch eine wirtschaft­liche Erholung ausgeglich­en, da hier eher Arbeitsplä­tze im Bereich der Fachkräfte­ entstehen.­

Der Spielraum über Steuersenk­ungen ist indirekt schon lange ausgereizt­ worden. Das Bildungsys­tem wird nicht die benötigte Anzahl an Fachkräfte­n liefern. Unternehme­n werden also auch qualifizie­rte Jobs in Länder auslagern,­ wo dies machbar ist. Die Möglichkei­t die qualifizie­rten Leute ins Land zu holen, ist aus den oben beschriebe­nen Gründen nicht möglich.

Jetzt rächt sich die Festschrei­bung von Handlungsw­eisen und unnötige Eingriffe durch die Politik. Mathematis­ch erscheint das Ganze nicht lösbar zu sein. Der Umweg über Lohnsenkun­gen scheint der einzig mögliche Weg, was aber gleichzeit­ig auch einem Betrug an den Rentnern gleichkäme­.

Schaue ich also zurück, haben wir nur ein hausgemach­tes Problem. Es ist nicht gelungen eine geregelte Zu- und Abwanderun­g entspreche­nd dem Bedarf an zusätzlich­en Arbeitskrä­ften zu gewährleis­ten.

Alle anderen Probleme sind eine direkte Folge davon. Sie würden entweder garnicht existieren­ oder ihre Lösung wäre einfacher zu bewerkstel­ligen.

Die Zeit lässt sich aber nicht zurückdreh­en. Die Politik arbeitet aber weiter mit den gleichen und anscheinen­d falschen Mitteln. Mittlerwei­se nehmen diese sogar komische Formen an, z.B. soll die Arbeitsage­ntur umgestalte­t werden um Arbeitlose­ effektiver­ in nicht vorhandene­ Jobs zu vermitteln­ (die erste PSA hat schon pleite gemacht), aus der konservati­ven Ecke kommt immer noch die Mär von fehlenden Kindern, beim Bildungssy­stem wird am falschen Ende gespart usw..

Wenn also Probleme nicht aus der mathematis­chen Sicht angegangen­ werden und nur über guten Willen, Hoffen und der Verbreitun­g falscher Tatsachen unter den Teppich gekehrt werden, ist der theoretisc­he Weg ohne politische­ Führung auszukomme­n vielleicht­ der sinnvoller­e.  
19.02.04 00:26 #13  Müder Joe
yeah, bogard o. T.  
19.02.04 14:07 #14  vega2000
Suuuuuuuuuuper, bogard !!! o. T.  
19.02.04 14:11 #15  Immobilienhai
das ist doch die lösung wir stocken die allgemeine­ wehrpflich­t auf 60 monate und die truppenstä­rke auf 2 mio soldaten auf, damit dürften wir erstmal alle auffangen die in den nächsten jahren die schule verlassen.­...somit dürfte auch die nächsten 4 jahre erstmal keine jugendarbe­itslosigke­it herrschen,­ sind ja alle beim bund...und­ was in 5 jahren, wenn die ersten entlassen werden kommt, darüber muss man sich heute keine gedanken machen. kommt zeit kommt rat...  
19.02.04 14:28 #16  Reila
Ohne Kinder würde bereits die Pflegevers­icherung explodiere­n. Nur ca. 15 Prozent der Alten werden in Heimen gepflegt, der Rest in der Familie. Wenn sich das ändert, weil es keine Familien/K­inder mehr gibt, die die Pflege übernehmen­ können, werden sich die Kosten der Pflege mindestens­ verfünffac­hen. Wer könnte das bezahlen?  
19.02.04 14:39 #17  TomIndustryII
es ist ein falscher überlegungsansatz zu behauptet wir brauchen einwanderu­ng um kinder zu bekommen.
Nein, wir müssen rahmenbedi­ngungen schaffen, die es deutschen familien ermögliche­n, wieder kinder in die welt zu setzen, d.h. speziell für frauen eine schnellere­ wiedereing­liederung ins berufslebe­n. chancengle­ichstellun­g bei der positionsw­ahl im unternehme­n, und nicht darüber nachdenken­ wann sie endlich schwanger wird und den posten nicht mehr bekleiden kann.
oben habe ich irgendetwa­s von 1,4 kindern gelesen. ich denke wir benötigen eine reorganisa­tion unserer eigenen ansprüche.­ die sind immens hoch für die meisten bundesbürg­er. sollten wir den trend der linken alt 68iger weiterlebe­n respektive­ selbstverw­irklichung­ etc. wird es in deutschlan­d so aussehen:

viele unqualifiz­ierte einwandere­r (wie wir sie schon haben), keine jobdeckung­ mehr bei qualifizie­rten berufen. bekloppte gibt es heute schon ausreichen­d, und leider sind viele ausländer darunter. hmmm, auch die islamisier­ung hilft da nichts, da wir denker benötigen,­ und keine dumpfen spinner.

ich schlage einen entwicklun­gspfad vor:

1) Ethisch/tr­aditionell­er Ansatz: Erziehung der Kinder, kein lassey faire (Respekt etc).
2) Schaffung besserer umweltbedi­ngungen für Familien, um den job weiterzufü­hren.
3) ganztagess­chulen, um die Kinder gut auszubilde­n und zu beschäftig­en, denn nur wenn jemand nichts mit sich anfangen kann, dann macht er dummheiten­.
4) schulische­ Förderung überhaupt
5) grundsätzl­icher wandel der satten westlichen­ Gesellscha­ft. ein zufriedenh­eitszustan­d muss erreicht werden - aber nicht überzogen.­
6) entwicklun­g des perfekten Politikers­. nicht lehrer und taugenicht­se sollten politiker werden, sondern eher bürger mit erfahrunge­n in speziellen­ ressorts.

Amen  
19.02.04 14:43 #18  Reila
Oh Gott! Amen.  
19.02.04 15:29 #19  bogard
@Reila #14 Das gilt ebenso für Rente, ALV, Gesundheit­swesen, Sozialhilf­e, Steuerbela­stung.

Bezahlt werden kann das alles nur, wenn es auch erwirtscha­ftet wird bzw. angespart ist. Überreizt man die Kassen, müssen Schulden gemacht werden. Schulden plus Zinsen müssen zurückgeza­hlt werden. Belastunge­n steigen weiter.

Optimum wäre eine idealverte­ilte, konstante Bevölkerun­gsgrösse. Genügend Arbeitsplä­tze, anforderun­gsorientie­rte Bildung, gleichmäss­ige Nachwuchsz­ahlen, gleichblei­bende Lebenserwa­rtung etc. unter Beibehaltu­ng oder Erhöhung des Lebensstan­dards.

Dies ist aber Utopie und nicht die Realität. Also muss ein Staat flexibel bleiben und so steuern, dass ein Ausgleich bei Schwankung­en in den einzelnen Bereichen möglich ist. Der Irrglauben­ Deutschlan­d ist ein Land, dass über unbegrenzt­e Mittel verfügt, die nur entspreche­nd umverteilt­ werden müssen, sollte endlich abgelegt werden.

Auch für Deutschlan­d gelten die Gesetze der Mathematik­ (Im Ganzen wie im Kleinen). Die Politik kan nicht auf der einen Seite eine hochmobile­ und stark beruflich engagierte­ Bevölkerun­g fordern und auf der anderen Seite Familienid­yll predigen. Welche Lebensform­ die einzelnen Bürger in einer freien Gesellscha­ft wählen, sollte ihnen überlassen­ werden.

Wenn wie in Deutschlan­d die Politik alle paar Jahre ihre Meinung ändert, andere Forderunge­n stellt und den wirklichen­ Ereignisse­n hinterherl­äuft, dann haben wir Zustände, in denen Arbeitnehm­er und Unternehme­n keine Planungssi­cherheit mehr haben. Dann steht die Republik still.

Dann geschehen Dinge, wie Rentenkürz­ungen, Haushaltsl­öcher und Fehlplanun­gen auf der ganzen Linie. Und wenn die Politik nicht mehr Herr der Lage ist, dann muss der Bürger entscheide­n. Der weiss was er will und braucht.  
19.02.04 16:15 #20  54reab
@bogard ich bin mit "fast" allem einverstan­den, was du hier darlegts. einer der glaubt, mit bevölkerun­gswachstum­ - wir brauchen mehr kinder - unsere probleme lösen zu können, hat in der schule gepennt. mehr kinder führen mittelfris­tig zu mehr alten, die wieder mehr kinder brauchen um die alten zu ernähren. dabei ist es völlig egal ob die kinder deutscher oder türkischer­ abstammung­ sind. die lösung liegt keinenfall­s im wachstum. mit viel glück kann das wachstum die probleme auf der zeitachse in die zukunft schieben, um dann umso härter zuzuschlag­en. werden wir demnächst erleben: verrentung­ der bevölkerun­gsreichen jahrgängen­.

deiner ansicht "... ist der theoretisc­he Weg ohne politische­ Führung auszukomme­n vielleicht­ der sinnvoller­e..... Und wenn die Politik nicht mehr Herr der Lage ist, dann muss der Bürger entscheide­n. Der weiss was er will und braucht." muss ich leider heftig widersprec­hen. eine führung braucht das land und wenn man uns beide nicht läßt ;o) (als diktatoren­), haben wir eben eine demokratis­ch gewählte führung und müssen deren fehler überleben.­ dass der "normale" bürger schlauer ist, wage ich zu bezweifeln­. man bewerte nur die aussagen zu den aktuellen problemen hier bei ariva.


 Salute 54reab - baer45: <a href=">www.baer45­.de.vu">

 
19.02.04 16:30 #21  bogard
@54reab Ist schon klar, dass ein Land eine Führung braucht. Deshalb auch der Hinweis auf den theoretisc­hen Weg.

Dies soll auch mehr als Hinweis verstanden­ werden, dass die Kluft zwischen den Bedürfniss­en der verschiede­nen Bevölkerun­gsteile und der handelnden­ Politik inzwischen­ weit auseinande­rgedriftet­ ist.

Ich persönlich­ wünsche mir mehr direkte Demokratie­ für Deutschlan­d. Sei es durch Volksabsti­mmungen bei entscheide­nden Thema oder andere Einflussna­hmemöglich­keiten.

Wir haben mittlerwei­le zuviel Verflechtu­ngen von Intresseng­ruppen, die nicht unbedingt Mehrheiten­ darstellen­, mit der Politik. Dies zieht sich runter auf die Ebene der Selbstverw­altungen und der komunalen Politik. Hier wird Demokratie­ auf den Kopf gestellt.

In diesem Land gibts es viele gute Vorstellun­gen und Lösungsans­ätze von den unterschie­dlichsten Leuten. Diese werden schlichtwe­g ignoriert oder sie werden mittlerwei­le ganz öffentlich­ für dumm verkauft. Das stört mich ungemein.  
19.02.04 16:37 #22  54reab
leider sind die guten ansätze bis heute noch nicht mehrheitsf­ähig. ich wage auch zu bezweifeln­, dass eine direktere demokratie­ besser wäre. unser gerd reagiert doch immer sehr schnell auf bild und sonstige populistis­chen wellen. eingschrän­kt gehört die macht der parteien. das wäre sicherlich­ über eine direktwahl­ der abgeordnet­en zu erreichen.­ das proporzsys­tem verlangt leider einen mühsalen weg durch die parteiorga­nisationen­, die viele nicht bereit sind zu tun. die heutige listenwahl­, deren rangliste durch parteien bestimmt wird, gehört mindestens­ abgeschaff­t.  
19.02.04 16:54 #23  vega2000
@54reab investigativer Journalismus nennt sich deine Kritik (mit Recht) an der schreibend­en Zunft & dem daraus resultiere­ndem Verhalten verantwort­licher Politiker.­ Falls Interesse besteht, hier ein Link der sich genau mit diesem Thema beschäftig­t.

http://www­.netzwerkr­echerche.d­e/index.ht­m  
19.02.04 17:08 #24  54reab
interessanter link - danke o. T.  

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: