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Diesel ICE Rolling

WKN: COM064 / ISIN: XC0009677813

Wertverlust im Abgasskandal: Wie Dieselfahrer dem Preisverfall entkommen


15.04.21 10:19
Johannes von Rüden

Der Dieselskandal zieht weite Kreise: Modelle von Mercedes, VW und Opel wurden mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet und sind nun von amtlichen Rückrufen betroffen. Der seit 2015 andauernde Abgasskandal der deutschen Autohersteller hat sich negativ auf das Image der Dieselfahrzeuge ausgewirkt – und so einen Preisverfall ausgelöst. Besonders die hochpreisigen Modelle von Mercedes, Audi oder Porsche leiden nun unter einem massiven Wertverlust.

Verbraucher haben zunehmend das Vertrauen in den Dieselmotor verloren. Je mehr Rückrufe bekannt werden, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch das eigene Fahrzeug eine manipulative Abschalteinrichtung enthält. Mehrere Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge sind erwiesenermaßen vom Dieselskandal betroffen. Eine Umfrage des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) von 2018 ergab, dass fast jeder dritte Diesel-Besitzer sein Fahrzeug möglichst schnell loswerden möchte. Der Grund: Rund 76 Prozent der Verkaufswilligen befürchtet einen Wertverlust des Dieselfahrzeugs – und 73 Prozent wollen so drohende Fahrverbote umgehen.



Rückrufe und Fahrverbote beschleunigen Wertverlust von Dieselautos


In der Regel folgt auf einen verpflichtenden Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ein Softwareupdate, das auf die Motorsteuerung aufgespielt wird. Die Folgen dieses Updates können jedoch fatal sein: Dieselfahrer berichten von einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und einer geminderten Motorleistung. Ein solches Dieselfahrzeug bringt auf dem Gebrauchtwarenmarkt nur noch wenig ein.

Außerdem drohen Dieselautos vermehrt Fahrverbote in Städten und Ballungszentren. Im Februar 2018 hat das Bundesverwaltungsgericht den Weg für Diesel-Fahrverbote freigemacht. Berlin, Stuttgart, Hamburg und weitere Städte haben bereits Fahrverbotszonen eingerichtet. Auch in anderen Regionen wird immer wieder diskutiert, ob Fahrzeuge der Diesel-Abgasnormen Euro 1 bis 5 in Innenstädten nicht mehr fahren dürfen. Allerdings besteht das Risiko, dass demnächst auch Euro 6-Diesel von Fahrverboten betroffen sind. Denn: Auch in diesen neueren Fahrzeugen wurden illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die bewirken, dass die Autos die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte nicht einhalten. Diese Einschränkungen für Dieselautos begünstigen den Preisverfall: Je mehr Städte Fahrverbote umsetzen, umso größer der Wertverlust der betroffenen Fahrzeuge.



Jahrzehntelang galten Dieselautos als die wertstabilsten Fahrzeuge in Deutschland. Mittlerweile sind sie weniger wert als Benziner. Ende 2019 – gut vier Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals – sahen nur 21 Prozent der Automobilhändler die Dieselkrise als überwunden an, so das Dieselbarometer der DAT. Das Dieselbarometer gab an, dass ein dreijähriger Gebrauchtwagen auf dem Markt nur noch 52 Prozent des ehemaligen Listenneupreises erreicht. Bei Dieselautos der Euronorm 5 ist der Wertverlust am größten.


Schadensersatz übersteigt oft Wiederverkaufswert eines Diesels

Immer mehr Dieselfahrer entscheiden sich daher für rechtliche Mittel, um dem Wertverlust des eigenen Fahrzeugs zu entgehen. Mit einer Klage gegen den Autohersteller können Halter von Dieselautos einen größeren finanziellen Vorteil erzielen als bei Verkauf des Fahrzeugs. In der Regel klagt der Verbraucher auf Schadensersatz, weil er vom Hersteller betrogen wurde: Der Kunde hat ein Auto gekauft, ohne zu wissen, dass es eine Abschalteinrichtung enthält. Immer mehr Gerichte bestätigen diese Sichtweise – auch hohe Instanzen wie der Bundesgerichtshof und der Europäische Gerichtshof. Geben die Richter dem Kläger Recht, erstattet der Autohersteller den Kaufpreis nach Abzug einer Nutzungsentschädigung, für die bereits gefahrenen Kilometer. Diese Nutzungsentschädigung fällt aber meist geringer aus als der Wertverlust. Das manipulierte Auto darf der Halter wieder an den Hersteller zurückgeben. Damit ist eine Klage oftmals lukrativer als der Verkauf des Gebrauchtwagens. Erfahrene Kanzleien prüfen im ersten Schritt kostenlos, ob das Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist, und beraten Dieselfahrer zu ihren rechtlichen Optionen. Eine anwaltliche Beratung kann sich also lohnen.


Johannes von Rüden, Rechtsanwalt und Gründer der Kanzlei VON RUEDEN



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