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Mi, 8. Februar 2023, 15:17 Uhr

USD wertet vor NFP-Bericht ab


04.11.22 13:23
XTB

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober (13:30 Uhr) könnten Aufschluss darüber geben, was die FED Ende des Jahres tun wird, so die Experten von XTB.

Die FED habe deutlich gemacht, dass der Arbeitsmarkt nach wie vor stark sei und möglicherweise etwas abgekühlt werden müsse, um die Inflation nach unten zu drücken. Daher möchte die FED möglicherweise einen geringeren Beschäftigungszuwachs, einen Anstieg der Arbeitslosenquote und eine deutliche Verlangsamung des Lohnwachstums sehen. Sei ein solches Ergebnis möglich?

Was würden die Märkte von der heutigen NFP-Veröffentlichung erwarten?

- Die Märkte würden einen Beschäftigungszuwachs von 200.000 erwarten, verglichen mit einem Anstieg von 263.000 im Vormonat. Die Schätzungen der Ökonomen würden von 80.000 bis 300.000 reichen.

- Die ADP-Daten für Oktober würden auf einen Beschäftigungszuwachs von 239.000 hindeuten.

- Der Marktkonsens deute auf einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 3,5 auf 3,6% hin. Sie sei jedoch noch weit von den 4% entfernt, die die FED für 2023 prognostiziere.

- Es werde erwartet, dass sich das Lohnwachstum von 5,0 auf 4,7% im Jahresvergleich verlangsamen werde. Das Tempo der Lohnsteigerungen liege jedoch immer noch weit über dem Inflationsziel der FED von 2% (ein Lohnwachstum, das mit dem Inflationsziel der FED im Einklang stünde, werde bei 4% im Jahresvergleich gesehen).

- Die ISM-Beschäftigungsindices würden auf eine Abkühlung des US-Arbeitsmarktes hindeuten. Die US-Anträge auf Arbeitslosenunterstützung seien im Oktober über 200.000 geblieben, was auf einen geringeren Beschäftigungszuwachs als im September hindeute.

- Saisonale Muster würden darauf hindeuten, dass der NFP-Wert für Oktober viel schlechter ausfallen dürfte als der für September.

- Die JOLTs für September hätten einen Anstieg gezeigt, der zu einem Anstieg des Verhältnisses von offenen Stellen zu Arbeitslosen auf 1,86 geführt habe (Hoch zur Jahresmitte nahe 2,00).

Was werde für die FED entscheidend sein?

Die FED erwarte einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf über 4,0% im nächsten Jahr. Die Verlangsamung des Lohnwachstums scheine jedoch viel wichtiger zu sein. Eine Reihe von Indikatoren, wie z. B. die Lohnwachstumsdaten des Lohnindex der Atlanta FED, würden darauf hindeuten, dass der Höhepunkt des Lohnwachstums bereits hinter uns liegen könnte. Andererseits liege das Lohnwachstum nach wie vor über 4%. Daher würden die Lohnwachstumsdaten im Hinblick auf die zukünftige FED-Politik ein wichtiger Bestandteil des heutigen Berichts sein. Die Arbeitslosenquote werde an zweiter Stelle stehen, und der Beschäftigungszuwachs werde die geringste Rolle spielen.

Wie würden die Märkte reagieren?

Sollten die Lohndaten die Erwartungen erfüllen oder darunter liegen und die Beschäftigung moderat zunehmen, könnte der USD weiter nachgeben. Sollte sich das Lohnwachstum jedoch nicht verlangsamen, könnte der USD wieder etwas Boden gutmachen, den er heute und gestern verloren habe. Ein geringeres Lohnwachstum werde einen geringeren Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, sodass der Bedarf an großen Zinserhöhungen geringer sein dürfte. Dies dürfte die Aktienindices unterstützen. Sollten die heutigen NFP-Daten jedoch keine Abkühlung des US-Arbeitsmarktes zeigen, könnten die Indices unter Druck bleiben und der am Mittwoch begonnene Pullback sich fortsetzen. (04.11.2022/ac/a/m)