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Fr, 12. August 2022, 8:39 Uhr

Inflation

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Statistische Taschenspielertricks - Hohe deutsche Inflation ist hausgemacht


05.07.22 16:20
SOLIT Gruppe

Wiesbaden (www.aktiencheck.de) - Die Medien feierten vergangene Woche die Regierung für ihren Kampf gegen die historisch stark steigenden Konsumentenpreise, nachdem die Inflationsrate im Juni 0,3 Prozentpunkte geringer war als noch im Mai mit 7,9%, so Markus Blaschzok, Chefanalyst der SOLIT Gruppe.

Dieses Loblied auf die Politik sei jedoch mehr als unangebracht gewesen.

Der leichte Rückgang der historisch hohen Teuerungsrate im Juni auf 7,6% sei unter anderem auf einen Taschenspielertrick der Bundesregierung zurückzuführen. 9 EUR Ticket und Tankrabatt würden kurzfristig die Statistik schönen, womit sich die Politik als Helfer in Notzeiten verkaufen könne, während sie gleichzeitig von der eigenen Schuld an der Inflation ablenke. Die Kosten für diese vermeintliche Entlastung trage jedoch immer der Steuerzahler, da der Staat kein Geld habe. Dies führe am Ende des Tages zu höheren Schulden, höherer Inflation, sowie höheren Steuern und somit einer stärkeren Belastung des Bürgers, als wenn die Politik nicht eingegriffen hätte.

Außerdem hätten die Medien den Täter zum Helden gemacht, denn die Schuld an der historisch hohen Inflationsrate würden allein die verschwendungssüchtige Politik und die Zentralbanken tragen, die deren Utopien im letzten Jahrzehnt über Nullzinsen und die Druckerpresse finanziert hätten. Inflation sei immer die Folge einer hausgemachten und bewusst herbeigeführten Politik, doch niemals eine Eigenschaft des freien Marktes. Im Gegenteil sei das natürliche Umfeld im Kapitalismus (Freie Menschen, die freiwillig Handel betreiben würden) die Deflation, da das Produktivitätswachstum durch technologischen Fortschritt auf eine nahezu gleichbleibende Goldmenge treffe.

Gold war und ist die Weltwährung des freien Marktes, weshalb es in Zeiten des Goldstandards auch niemals einen dauerhaften Anstieg der Preise gab, so die Experten der SOLIT Gruppe. Erst seitdem Regierungen und Notenbanken die Währungen vom Gold entkoppelt hätten, gebe es Inflation, da die Währungen durch die unbegrenzte Schuldenaufnahme der Regierungen mit der einhergehenden Ausweitung der Geldmenge immer mehr an Kaufkraft verlieren würden.

Da die europäische Politik weiterhin mit dem Geld der Steuerzahler um sich wirft, anstatt den Gürtel enger zu schnallen, werden uns hohe Inflationsraten in Europa noch viele Jahre begleiten, so die Experten der SOLIT Gruppe. Man sollte sich dabei immer vor Augen führen, dass der Preisindex, mit dem die Regierung die Inflation berechne, harmonisiert sei und die tatsächliche Inflationsrate um einige Prozentpunkte chronisch zu niedrig ausweise. Beispielsweise habe der ebenso harmonisierte europäische Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juni 8,2% und nach dieser Berechnungsmethode einen halben Prozentpunkt über dem deutschen Index gelegen. Das Herunterrechnen habe Methode, denn durch diese finanzielle Repression könne der Staat unaufhörlich die Ersparnisse der Bürger enteignen und so seine Steuereinnahmen maximieren.

Die Schwäche des Euros sei einerseits im Wechselkurs zum US-Dollar zu sehen, zu dem der Euro unter die Marke von 1,04 US-Dollar gefallen sei, während man vor einem Jahr noch 1,22 US-Dollar für den Euro bekommen habe. Andererseits zeige sich die Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung im Wechselkurs zum Schweizer Franken, der vergangene Woche erstmals seit 2015 wieder unter die Parität gefallen sei. 2013 habe man für einen Euro noch 1,25 Franken und in 2007 gar 1,65 Franken erhalten. Dies zeige die dramatische Abwertung des Euros selbst zu anderen Fiat-Währungen, die selbst auch kontinuierlich an Kaufkraft verlieren würden. Der Euro verkomme zur Schwachwährung, worauf alle Preisanstiege seit Einführung der Gemeinschaftswährung zurückzuführen seien. Schuld an der Enteignung der Ersparnisse würden allein die einzelnen Regierungen, Brüssel und die EZB tragen, die über die Druckerpresse EU-Europa finanzieren würden.

Nachdem die Schweizer Nationalbank erst kürzlich eine Aufwertung des Franken in Aussicht gestellt habe, da die Inflationsrate in der Schweiz mittlerweile mit 3% auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen sei, sowie ein QT-Programm über Aktienverkäufe angekündigt habe, sei mit einer weiteren Aufwertung des Frankens zum Euro in Zukunft zu rechnen.

Der Goldpreis sei in der letzten Handelswoche unter die wichtige Unterstützung bei 1.800 US-Dollar gefallen, doch habe sich dieser vor dem Wochenschluss noch einmal darüber retten und mit einem kleinen Minus von 0,8% ins Wochenende gehen können. Die Korrektur der Edelmetallpreise befinde sich nun kurz vor ihrem zyklischen Ende, wobei ein letzter möglicher Abverkauf beim Gold eine traumhafte Kaufchance bieten würde.

Silber sei in den letzten Wochen bereits in die finale Verkaufsphase übergegangen mit einem Tief bei 19,40 US-Dollar am Freitag und einem Wochenminus von 6,4%. Die Experten hätten stets bei 28 US-Dollar zum Verkauf und zu Wetten auf einen fallenden Silberpreis bis 22 US-Dollar geraten in den letzten beiden Jahren. In den letzten sechs Monaten sei dann ein Abverkauf auf 18 US-Dollar wahrscheinlich geworden und vor zwei Wochen hätten die Experten unter 22 US-Dollar noch einmal zu shorten geraten.

Aktuell befinde sich der Silberpreis charttechnisch im freien Fall, nachdem eine Zwischenerholung am Widerstand bei 22 US-Dollar gescheitert sei. Am Widerstand bei 22 US-Dollar hätten die Experten in den letzten Wochen deutliche Manipulationen beobachten können, die ihnen zusätzliche Sicherheit für ihre Shortposition gegeben hätten. Die großen vier Händler an der COMEX dürften jedoch eine Verkaufspanik benötigen, um ihre Shortpositionen mit Gewinn einzudecken, weshalb ein Erreichen der 18 US-Dollar und sogar ein Überschießen dieser Marke durchaus möglich erscheine.

Der Silberpreis habe in den letzten beiden Jahren unter einer sich abschwächenden industriellen Nachfrage gelitten, was die gestiegene Investmentnachfrage nicht zu kompensieren vermocht habe. Dennoch könnten die Abflüsse aus den COMEX-Lagerhäusern die Fundamentalanalyse des Silver-Institutes bestätigen, wonach sich der Silbermarkt in den vergangenen beiden Jahren erstmals seit 2013 wieder ein einem Defizit befunden habe. Die Bestände in den COMEX-Lagerhäusern seien jedoch noch immer historisch hoch, was bei wieder steigenden Preisen zu weiteren Abflüssen führen dürfte, was den Silberpreis vorerst bei 28 US-Dollar deckeln könnte in diesem und womöglich nächsten Jahr. Nichts sei jedoch beständiger als die Lageänderung in diesen Krisenzeiten, weshalb eine neue Krise oder ein Zurückrudern der Notenbanken mit einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik schnell ein Defizit erzeugen und den Gold- und Silberpreis auf neue Höchststände katapultieren könnte. (05.07.2022/ac/a/m)




 
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