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Do, 9. Dezember 2021, 7:26 Uhr

Sixt St

WKN: 723132 / ISIN: DE0007231326

Sixt: Schwache Zahlen, aber besser als Wettbewerber - Aktienanalyse


13.08.20 16:37
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Sixt-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Carsten Kaletta vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Stammaktie des Autovermieters Sixt SE (ISIN: DE0007231326, WKN: 723132, Ticker-Symbol: SIX2) unter die Lupe.

Der coronabedingte Stillstand im Frühjahr habe Sixt schwer getroffen. Deutschlands größter Autovermieter sei im ersten Halbjahr tief in die rotem Zahlen gerauscht. Immerhin hätten die Münchner die Krise besser überstanden als die Konkurrenz. Und habe man sogar die Gunst der Stunde clever genutzt.

So habe Sixt in den USA zum Schnäppchenpreis zehn Flughafen-Stationen von dem insolventen Autovermieter Advantage Rent a Car gekauft. Diese zehn Standorte - darunter New York, Houston und Las Vegas - seien mit 3,4 Milliarden Dollar (2,87 Milliarden Euro) Marktvolumen eine halbe Milliarde größer als der gesamte deutsche Vermietmarkt, habe Vorstandschef Erich Sixt am Donnerstag gesagt.

Zwischen April und Juni sei das Geschäft an den großen Flughäfen - mit dem Sixt normalerweise 40 Prozent seines Umsatzes erwirtschafte - praktisch null gewesen, und auch jetzt "ist es noch ziemlich traurig", so der Konzernchef. Aber es werde irgendwann zurückkommen. In den Urlaubszielen wie Mallorca, Côte d'Azur und Sardinien seien die Mietautos im Moment fast ausgebucht, Sixt habe die Preise dort erhöht. Auch in den Stadtbüros in Deutschland und den USA nähere sich die Nachfrage teilweise dem Vorjahresniveau.

Trotzdem habe Sixt seine Jahresprognose Anfang August kassiert und wolle auch keine neue wagen. Er hätte eine schnellere Erholung an den Flughäfen erwartet, aber die Entwicklung "ist einfach nicht mehr berechenbar", habe Erich Sixt gesagt und aus die jüngsten Reisewarnungen für Teile Spaniens verwiesen.

Im ersten Halbjahr sei der Umsatz um 37 Prozent eingebrochen auf 717 Millionen Euro. Das Unternehmen habe einen Verlust von 123 Millionen Euro vor Steuern verbucht, nach einem Vorsteuergewinn von 113 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres. "Ein verheerendes Ergebnis. Aber es hätte noch viel schlimmer kommen können, wie man an unseren Wettbewerbern sehen kann", so Erich Sixt.

Hertz habe in den USA Insolvenz angemeldet und arbeite unter Gläubigerschutz weiter. Avis-Budget und Europcar hätten ihre Flotten noch stärker als Sixt verkleinert, ihre Umsätze seien um mehr als 40 Prozent eingebrochen und sie hätten noch höhere Verluste gemacht: Avis-Budget habe für das erste Halbjahr ein Minus von 639 Millionen Dollar ausgewiesen, Europcar 286 Millionen Euro Verlust.

Im Gegensatz zu den Konkurrenten sei Sixt "grundsolide finanziert", mit einer Eigenkapitalquote von 24 Prozent, Barreserven von 800 Millionen Euro und einem nicht in Anspruch genommenen KfW-Kredit von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Damit könne die Autovermietung durchstarten, sobald die Nachfrage wieder anspringe. Wesentlich sei, wann Geschäftsreisende und Touristen wieder fliegen würden.

Trotz der schlechten Zahlen weise Sixt eine nach wie vor robuste Finanzstruktur auf. Auch der (günstige) Erwerb von Miet-Stationen an touristischen Hot-Spots sei ein intelligenter Schachzug der Münchner. Dennoch sei die wirtschaftliche Zukunft - angesichts der unberechenbaren Corona-Pandemie - recht unsicher.

Investierte Anleger bleiben mit Stopp 55 Euro dabei, so Carsten Kaletta von "Der Aktionär". Neueinsteiger sollten die weitere Entwicklung der Corona-Krise und des Mobilitätsdienstleisters abwarten. (Analyse vom 13.08.2020)

Mit Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Börsenplätze Sixt St.-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Sixt St.-Aktie:
72,75 EUR -2,48% (13.08.2020, 16:20)

Tradegate-Aktienkurs Sixt St.-Aktie:
73,00 EUR -0,95% (13.08.2020, 16:18)

ISIN Sixt St.-Aktie:
DE0007231326

WKN Sixt St.-Aktie:
723132

Ticker-Symbol Sixt St.-Aktie:
SIX2

Kurzprofil Sixt SE:

Die Sixt SE (ISIN: DE0007231326, WKN: 723132, Ticker-Symbol: SIX2) ist ein international führender Mobilitätsdienstleister mit den beiden Geschäftsbereichen Autovermietung und Leasing und einer weltweiten Präsenz in über 100 Ländern. In Deutschland ist Sixt der größte(r) Autovermieter und einer der führenden hersteller- und bankenunabhängigen Anbieter von Full-Service-Leasing- und Fuhrparkmanagement-Dienstleistungen.

Damit weist Sixt ein einzigartiges Profil unter den börsennotierten deutschen Unternehmen auf. Hohe Servicequalität, konsequente Kundenorientierung, Innovationen im Bereich Mobilität und eine internationale Ausrichtung sind die Basis des Unternehmenserfolgs. Diese operativen Stärken werden flankiert durch hohe Profitabilität, eine starke Eigenkapitalausstattung und ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein. (13.08.2020/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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