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Fr, 3. Februar 2023, 1:10 Uhr

McDonald's

WKN: 856958 / ISIN: US5801351017

McDonald's: Qualität ist (zu) teuer - Aktienanalyse


08.11.22 18:07
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - McDonald's-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Sebastian Mathe, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), senkt in einer aktuellen Aktienanalyse das Kursziel für die Aktie von McDonald's Corp. (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Ticker-Symbol: MDO, NYSE-Symbol: MCD) auf USD 259.

Der Fastfood-Gigant weise für das abgelaufene Quartal einen Umsatz in der Höhe von USD 5,9 Mrd. aus und liege damit knapp über den Analystenerwartungen (USD 5,7 Mrd.). Konsolidiert bedeute dies einen Rückgang von 5,3%, was vorwiegend auf den Rückzug aus Russland zurückzuführen sei. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Russland, hätten die Umsätze um 9,5% gesteigert werden können. Dies sei vor allem in Preiserhöhungen begründet, wobei beispielsweise die Covid-Einschränkungen in China ein noch stärkeres Wachstum verhindert hätten.

Das konsolidierte Betriebsergebnis sei um 7% gesunken (+1% bei konstanten Wechselkursen). Erwähnenswert sei hierbei jedoch, dass letztes Jahr im Vergleichszeitraum rund EUR 106 Mio. im Zusammenhang mit dem Verkauf von McDonald's Japan realisiert worden seien. Ohne diese wäre das konsolidierte Betriebsergebnis nur um 4% zurückgegangen, bzw. währungsbereinigt um 4% gewachsen. Beim Gewinn pro Aktie habe sich ein ähnliches Bild gezeigt. McDonald's habe mit USD 2,68 die Erwartungen von USD 2,58 recht komfortabel übertroffen. Dies entspreche einem Rückgang von 6% im Vergleich zum Vorjahr. Unter Berücksichtigung der außertourlichen Erträge im letzten Jahr und der Wechselkurseffekte ergäbe sich ebenfalls ein Wachstum von 4%.

McDonald's punkte mit einem ausgeklügelten aber simplen Geschäftsmodell. Die Umsätze des Unternehmens würden sich dabei aus zwei wesentlichen Komponenten zusammensetzen: Eigene Stores und Franchise-System. Etwas mehr als 2.500 Stores würden von McDonald's selbst betrieben, die meisten davon in den USA. Die Umsätze aus den Verkäufen in den sogenannten Company-operated restaurants hätten sich in 2021 auf rund USD 10 Mrd. belaufen. Der Betrieb der eigenen Stores sei jedoch mit hohem Kostenaufwand verbunden (USD 8 Mrd.), sodass Company-operated restaurants unterm Strich mit (nur) USD 1,7 Mrd. zum operativen Gewinn beitragen würden.

Die überwiegende Mehrheit der McDonald's-Stores sei jedoch dem Franchise-System zuzuordnen - und dieses sei höchst lukrativ. Bei rund USD 23,2 Mrd. an Gesamtumsätzen in 2021 seien rund USD 13 Mrd. auf die sogenannten franchised restaurants entfallen. Die Umsätze würden hierbei eine Komposition aus Miet/Pachteinnahmen sowie Lizenzgebühren darstellen, die wiederum von der Höhe der Umsätze der jeweiligen Stores abhängig seien. Im Vergleich zu den Company-operated restaurants stelle das Franchise-System aber ein deutlich weniger kostenintensives Geschäftsmodell dar. Mit operativen Kosten 2021 von rund USD 2,3 Mrd. würden knapp USD 11 Mrd. an operativen Gewinnen aus franchised restaurants stammen. Die operative Marge des Franchise-Systems liege damit bei knapp 85% und falle um das 4,5Fache (!) höher aus als bei den eigenen Stores.

In Anbetracht der hohen Profitabilität des Franchise-Systems strebe McDonald's seit Jahren eine hohe Quote an franchised restaurants an. Seien es im Jahr 2018 noch 82% gewesen, würden mittlerweile rund 93% aller Stores von Franchisenehmern betrieben. Die Zielquote liege bei 95%, wobei alleine 2022 rund 1.400 neue Restaurants eröffnet werden sollten.

Die Aktie von McDonald's habe sich in dem herausfordernden Marktumfeld hervorragend geschlagen. Gerade auch deshalb habe sich in den letzten Monaten jedoch auch die Bewertungsprämie derart ausgeweitet, dass die Aktie momentan sowohl im Vergleich zum breiten Markt als auch zum Sektor überbewertet sei. Historisch (fünf Jahre) wäre eine Prämie zum breiten Markt von 37% angemessen, derzeit liege diese bei 60%.

Dass McDonald's vorwiegend auf das Franchise-System setze, sei nicht nur auf die hohe Rentabilität zurückzuführen, sondern erlaube auch ein höheres Maß an Planungssicherheit. Während der Verkauf von Produkten wie Burgern, Pommes & Co. stets mit gewissen Unsicherheiten behaftet sei, würden die Cashflows aus Vermietung und Verpachtung eine vergleichsweise stabile Umsatzkomponente darstellen. McDonald's nenne in den meisten Fällen die Liegenschaften der Stores sein Eigen und so sei es nicht überraschend, dass Gebäude und Grundstücke fast 70% der gesamten Bilanzsumme darstellen würden. Das Argument, dass McDonald's daher gar nicht dem Restaurantgewerbe zugerechnet werden könne, sondern ein Immobilienunternehmen darstelle, könne daher nicht ganz von der Hand gewiesen werden.

Für die Analysten der RBI stehe jedoch im Vordergrund, dass der Fast Food-Gigant mit beeindruckenden Margen und ausreichend Liquidität punkte. Die Analysten der RBI seien von McDonald's als global agierender Big Player mit soliden Fundamentaldaten und starker Markendominanz nach wie vor überzeugt. Des Weiteren würden die Analysten der RBI das ambitionierte Vorgehen beim Thema Innovation sowie die Offensive bei der Verbesserung der Customer Experience honorieren. Die Kosteninflation und die Abspaltung des Russlandgeschäftes würden den Konzern noch länger begleiten. McDonald's scheine aber vor allem Erstere mittlerweile gut zu managen und die Margen damit stabil zu halten. Großes Wachstum sei damit jedoch vorerst nicht zu erwarten - vor allem weil mit Russland einer der größten Wachstumsmärkte wegbreche.

In Summe überzeuge McDonald's in vielen Bereichen, was speziell in turbulenten Zeiten wie diesen die Einstufung als Qualitätstitel unterstreiche. Auf aktuellen Bewertungsniveaus sei der Preis, den man für diese Qualität zahlen müsse, jedoch zu hoch.

Aufgrund gesunkener Gewinnerwartungen für das nächste Jahr senkt Sebastian Mathe, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, sein Kursziel auf USD 259, woraus sich nun eine "Verkaufs"-Empfehlung für die Aktie von McDonald's ergibt. Das Kursziel ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf KGV-Multiples für die nächsten zwölf Monate auch eine im historischen Vergleich angemessene Bewertungsprämie zum breiten Aktienmarkt berücksichtige. (Analyse vom 08.11.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze McDonald's-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs McDonald's-Aktie:
276,40 EUR +0,16% (08.11.2022, 18:04)

NYSE-Aktienkurs McDonald's-Aktie:
278,57 USD +0,78% (08.11.2022, 17:51)

ISIN McDonald's-Aktie:
US5801351017

WKN McDonald's-Aktie:
856958

Ticker-Symbol McDonald's-Aktie:
MDO

NYSE-Symbol McDonald's-Aktie:
MCD

Kurzprofil McDonald's Corp.:

Die McDonald's Corp. (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Ticker-Symbol: MDO, NYSE-Symbol: MCD) ist einer der weltweit größten Anbieter von Fast Food. Die McDonald's Restaurants werden von der Firma selber geführt oder als Franchise-Filialen von unabhängigen Unternehmern geleitet (über 80%). Unter den bekanntesten Produkten befinden sich Hamburger, Cheeseburger, Big Mac oder McFlurry-Eiskrem. Für begrenzte Zeit und in limitierten Mengen werden speziell konzipierte Menü-Varianten angeboten. Darüber hinaus bietet McDonald's verschieden Produkte in verschiedenen Ländern an, die den jeweiligen regionalen Geschmäckern angepasst sind. Das McCafé-Konzept von McDonald's ist eine international erfolgreiche Coffeeshop-Kette, die in die bestehenden Filialen integriert wurde. (08.11.2022/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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