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Di, 5. März 2024, 15:25 Uhr

Mayr-Melnhof

WKN: 890447 / ISIN: AT0000938204

Mayr-Melnhof: Verhaltene Erholung der Kapitalerträge - Aktie herabgestuft - Aktienanalyse


24.11.23 18:08
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Mayr-Melnhof-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Markus Remis, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), stuft in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Mayr-Melnhof Karton AG (ISIN: AT0000938204, WKN: 890447, Ticker-Symbol: MYM, Wiener Börse-Symbol: MMK) von "kaufen" auf "halten" herab.

Mayr-Melnhof's Q3 Ergebnisse hätten über den Analystenprognosen gelegen. Haupttreiber hierfür sei eine außergewöhnlich hohe Marge im Segment Verpackungen gewesen. Das Konzern-EBITDA von EUR 114 Mio. habe 7% über den Analystenschätzungen gelegen. Auch das EBIT habe mit EUR 56 Mio. positiv überrascht und 11% über der Analystenschätzung gelegen. Gleichzeitig sei der Umsatz im Jahresvergleich um 18% auf EUR 1,02 Mrd. gefallen. Im Ausblick habe das Management auf eine anhaltend schwache Nachfrage nach Karton hingewiesen. Es scheine jedoch, dass sich die Marktbedingungen nicht mehr weiter verschlechtern und daher eine Bodenbildung möglich sei. Zusätzlich sei angegeben worden, dass Kunden die Reduktion ihrer Lagerbestände weitestgehend abgeschlossen hätten.

Eine höhere Kapitalintensität erfordere höhere Erträge, um die Kapitalkosten zu decken: Mayr-Melnhof betreibe ein sehr investitionsintensives Geschäftsmodell. Das Unternehmen habe in den letzten Jahren nicht nur umfangreiche Akquisitionen getätigt, sondern auch eine Investitionsoffensive mit einem Volumen von mehr als EUR 900 Mio. seit Beginn 2021 gestartet. Während das Unternehmen in der Vergangenheit in sämtlichen Phasen des Konjunkturzyklus wertschaffend gearbeitet habe, scheine es Remis, dass die frühere Widerstandsfähigkeit derzeit neu bewertet werde. Seine Analyse lege nahe, dass der Konzern seine EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2025 von EUR 375 Mio. um ca. 20% übertreffen (oder eine Marge von deutlich über 9% erzielen) müsste, um die angenommenen Kapitalkosten zu decken.

Angesichts des drastischen Gewinneinbruchs in GJ 23 und unter Berücksichtigung der Liquiditätssicherungsmaßnahmen gehe der Analyst davon aus, dass das Unternehmen eine Senkung der Dividende vornehmen werde. Er prognostiziere einen Rückgang von EUR 4,20 auf EUR 2,50 je Aktie. Für die nächsten zwei Jahre gehe der Analyst aber wieder von einem Aufwärtstrend aus, der die Dividende je Aktie wieder auf EUR 4,20 bringen solle.

Nachdem die Nettoverschuldung am Ende des GJ 22 bei EUR 1,48 Mrd. gelegen habe, habe sie Ende Q2 einen Höchststand von EUR 1,67 Mrd. erreicht und sei in Q3 auf EUR 1,61 Mrd. reduziert worden. Den Analystenprognosen zufolge dürfte die Nettoverschuldung bis Ende des GJ 23 auf EUR 1,50 Mrd. sinken, wobei geringere Investitionsausgaben und verstärkte Anstrengungen zur Reduzierung des Kapitalbedarfs die Haupttreiber in Q4 seien. In Erwartung weiterhin hoher Investitionen von ca. EUR 350 Mio. in GJ 24 und einer geringeren Dividendenausschüttung erwarte der Analyst einen Rückgang der Nettoverschuldung auf EUR 1,42 Mrd. bis zum Ende des GJ 24.

Nach einer Phase steigender Nachfrage, die erhebliche Preiserhöhungen ermöglicht habe, habe sich der allgemeine Wirtschaftsabschwung negativ auf die zugrunde liegende Nachfrage im Segment Board & Paper ausgewirkt, was durch den Abbau von Lagerbeständen noch verschärft worden sei. Da der Lagerabbau während des gesamten GJ 23 ein begleitender Faktor gewesen sei, bestehe Grund zu der Annahme, dass er sich bis zum Jahresende zunehmend abschwächen dürfte. Für 2024 gehe der Analyst von eher stagnierenden Endmärkten aus, wobei Mayr-Melnhof die Mengenverluste aus den umbaubedingten Stillständen aus 2023 weitgehend kompensieren sollte. Seine Umsatzprognose von rund EUR 1,82 Mrd. (-3%) impliziere, dass weiterer Preisdruck die höheren Mengen überkompensieren werde. Der auf den ersten Blick beeindruckende Ergebnis-Turnaround auf ein EBIT von knapp über EUR 100 Mio. sei weitgehend ein Basiseffekt. Für 2025 erwarte der Analyst zwar ein deutliches Ergebniswachstum, dieses werde jedoch nicht ausreichen, um dieses kapitalintensive Geschäftsfeld wieder in den wertschaffenden Bereich zu bringen.

Die Packaging-Sparte sei auf Kurs, im laufenden Jahr neue Rekordwerte bei Umsatz und Betriebsergebnis zu erzielen. In Q1-3 habe das Segment einen Umsatzanstieg um 24% auf EUR 1,87 Mrd. verzeichnet, was bereinigt um die Konsolidierung von Essentra und Eson Pac sowie den Verkauf der russischen Aktivitäten nach den Berechnungen des Analysten einem organischen Rückgang von rund 4% entspreche. Das EBIT habe überzeugende EUR 155 Mio. (Marge 8,3%) betragen, wobei Restrukturierungsaufwendungen von fast EUR 16 Mio. im ersten Quartal, der Wegfall des hochprofitablen Russlandgeschäfts und der durch Integrationskosten verwässerte Ergebnisbeitrag von Essentra berücksichtigt worden seien. Vor allem die derzeit niedrigen Kartonpreise sollten der Profitabilität Rückenwind geben. Mit Blick auf das GJ 24 sei der Analyst der Ansicht, dass ein moderates Volumenwachstum vor dem Hintergrund eines günstigeren wirtschaftlichen Umfelds und einer verbesserten Kaufkraft der Verbraucher möglich sein sollte. Preisdruck dürfte aber auch in diesem Segment für etwas niedrigere Umsätze sorgen, den operativen Gewinn erwarte der Analyst moderat höher.

Die Talsohle werde in 2023 durchschritten - aber die Preisgestaltung dämpfe die Gewinnerholung in 2024. Nach dem außergewöhnlich starken Geschäftsjahr 2022 werde der Gewinn 2023 aufgrund einer Kombination aus Marktabschwächung und unternehmensspezifischen Problemen (insbesondere Produktionsstillständen aufgrund von Modernisierungen) deutlich fallen. Da Letztere wegfallen würden, dürfte das Ertragswachstum in GJ 24 wiederhergestellt werden. Der Analyst gehe jedoch nicht davon aus, dass sich das bereinigte Ergebnis wesentlich verbessern werde, da die erwartete moderate Volumenserholung durch Preisdruck kompensiert werde. Vor diesem Hintergrund sollte die Rendite auf das investierte Kapital der Gruppe unter die Kapitalkosten fallen. In Anbetracht der höheren Kapitalintensität der Gruppe könnte die Wertschöpfungsschwelle auch in GJ 25 nicht wieder erreicht werden. Nach Ansicht des Analysten würden die prognostizierte Gewinnentwicklung und die Cash-Protection-Bemühungen eine Dividendenkürzung wahrscheinlich machen.

Markus Remis, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, reduziert das Kursziel von EUR 180 auf EUR 123 und stuft die Mayr-Melnhof-Aktie von "kaufen" auf "halten" zurück. (Analyse vom 24.11.2023)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Mayr-Melnhof-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Mayr-Melnhof-Aktie:
111,20 EUR -4,30% (24.11.2023, 16:51)

Wiener Börse-Aktienkurs Mayr-Melnhof-Aktie:
112,00 EUR -3,45% (24.11.2023, 17:29)

ISIN Mayr-Melnhof-Aktie:
AT0000938204

WKN Mayr-Melnhof-Aktie:
890447

Ticker-Symbol Mayr-Melnhof-Aktie:
MYM

Wiener Börse-Symbol Mayr-Melnhof-Aktie:
MMK

Kurzprofil Mayr-Melnhof Karton AG:

Die Mayr-Melnhof Gruppe (ISIN: AT0000938204, WKN: 890447, Ticker-Symbol: MYM, Wiener Börse-Symbol: MMK) ist weltweit größter Produzent von gestrichenem Recyclingkarton, ein bedeutender Hersteller von Frischfaserkarton sowie der größte Erzeuger von Faltschachteln in Europa und in mehreren außereuropäischen Ländern.

Die Kartondivision verkauft Kartonlösungen in alle Welt und ist damit nicht nur der führende europäische Kartonproduzent, sondern auch größter Exporteur von Karton aus Europa. Die Packagingdivision bietet mit Produktionsstandorten quer über Europa ein einzigartiges gesamteuropäisches Lieferkonzept. (24.11.2023/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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