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Mi, 8. Dezember 2021, 0:31 Uhr

Krones

WKN: 633500 / ISIN: DE0006335003

Krones: Mehr Chancen als Risiken - Aktienanalyse


04.03.20 09:53
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - Krones-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones AG (ISIN: DE0006335003, WKN: 633500, Ticker-Symbol: KRN, NASDAQ OTC-Symbol: KRNNF) unter die Lupe.

Die Börsenstory des einstigen Lieblings von Investoren habe zuletzt Kratzer bekommen. Das Papier des Weltmarktführers in den Geschäftsfeldern Abfüll- und Verpackungstechnik, Prozesstechnik, Intralogistik und IT-Lösungen für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie habe sich seit dem Rekordhoch im Herbst 2017 etwa halbiert. Seit Oktober 2018 hake es im Zahlengebälk von Krones. Damals habe Firmenchef Christoph Klenk den Aktionären eine satte Gewinnwarnung präsentieren müssen.

Von diesem Schock habe sich das Unternehmen bis heute nicht mehr nachhaltig erholt. 2018 habe das Unternehmen einen Umsatz von 3,85 Mrd. Euro erzielt. Die EBT-Marge habe bei 5,3% gelegen und sollte sich einst auf 7% belaufen. Absolut habe der Gewinn vor Steuern in 2018 mehr als 204 Mio. Euro betragen. In dem Betrag seien auch Sonderaufwendungen in Höhe von 42 Mio. Euro enthalten gewesen. Ohne diese Sondereffekte wäre die EBT-Marge bei mehr als 6% gelegen. Auf dieser Basis habe der CEO für 2019 ein Wachstum von 3% in Aussicht gestellt bei einer EBT-Marge von 6%. Es sei in 2019 aber alles anders gekommen. Während Klenk im Juli des vergangenen Jahres ein unverändertes Wachstum prognostiziert habe, sei das Margenziel vor Steuern auf nur noch 3% reduziert worden.

Im Dezember sei die nächste Enttäuschung gefolgt: Der CEO habe über die nächsten Effizienzmaßnahmen informiert und die erwarteten Aufwendungen für alle Maßnahmen konkretisiert, mit denen die Ertragskraft von Krones nachhaltig gesteigert werden solle. Die Maßnahmen zur Senkung von Personalkosten sowie gezielte Portfolio-Optimierungen hätten für 2019 Rückstellungen und Wertberichtigungen von rund 70 Mio. Euro erfordert. Entsprechend sei die EBT-Marge von zuletzt 3 auf 1% gesenkt worden.

Die gute Nachricht: Weitere Horrornachrichten habe Klenk bei der Vorlage der Zahlen für das Jahr 2019 nicht mehr präsentiert. Der Konzernumsatz habe um 2,7% auf fast 4 Mrd. Euro expandiert. Die berichtete EBT-Marge habe einen Wert von 1,1% erreicht. Ohne Einmaleffekte hätte sie sich auf gut 3% belaufen. Im Ergebnis leide die Ertragskraft von Krones unter zu hohen Personalkosten und einmaligen Aufwendungen für Restrukturierungen und Wertminderungen. Um mehr als 3% auf über 4 Mrd. Euro sei der Ordereingang in 2019 geklettert. Nach eigenen Angaben sei das Schlussquartal stark verlaufen. Im vierten Quartal 2019 sei der Wert der Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 11% gestiegen. Der bereits im Vorjahr hohe Auftragsbestand von knapp 1,3 Mrd. Euro sei damit um rund 10% übertroffen worden.

Neben den hohen Sonderbelastungen habe aber auch der Produktmix das Zahlenwerk belastet. Im ersten Halbjahr seien die Produktionskapazitäten in der Kunststofftechnik wegen der vorübergehend geringen Nachfrage schlecht ausgelastet gewesen. Im Ergebnis habe der Gewinn vor Steuern von mehr als 204 auf nur noch 41,7 Mio. Euro implodiert. Nachdem der Free Cashflow in 2018 noch mit mehr als 120 Mio. Euro positiv ausgefallen sei, habe dieser in 2019 bei negativen 94,4 Mio. Euro gelegen. Hauptverantwortlich für den Rückgang des Free Cashflows sei das höhere Working Capital zum Stichtag gewesen. Zum Jahresende habe Krones über eine Nettoliquidität von über 38 Mio. Euro verfügt. In der Summe stehe das Unternehmen finanziell auf sehr gesunden Beinen.

Für das Jahr 2020 habe Klenk bisher noch keine Prognose mitgeteilt. Dies wolle der Firmenchef Mitte März nachholen. Dann wolle der CEO auch weitere Details zu den strukturellen Maßnahmen, mit denen die Effizienz- und Ertragskraft von Krones nachhaltig gesteigert werden sollten, informieren. Nach eigenen Angaben komme Krones mit der Umsetzung der Maßnahmen, wie zum Beispiel dem Personalabbau, gut voran. In jedem Fall zeige sich Klenk zuversichtlich, dass sich die eingeleiteten Maßnahmen schon 2020 positiv auf das Ergebnis auswirken würden.

In früheren Bekanntmachungen habe Krones mitgeteilt, dass durch die Senkung der Personalkosten und durch die Portfoliobereinigungen sowie weitere Maßnahmen ein positiver EBT-Effekt von insgesamt etwa 150 Mio. Euro in 2020 und 2021 erzielt werden werde. Auch die mittelfristigen Ziele habe Klenk bisher nicht angepasst. Je nach gesamtwirtschaftlicher Lage und Entwicklung an den Märkten des Unternehmens rechne der Vorstand mit einem jährlichen, durchschnittlichen Umsatzwachstum von 3 bis 5% ohne Akquisitionseffekte und einer EBT-Marge von 6 bis 8%.

An diesen Zielen müsse sich der CEO messen lassen. Weitere Enttäuschungen könne sich Klenk nun nicht mehr erlauben, auch wenn die Margenvorgaben vermutlich eher in drei bis fünf Jahren erreicht würden, anstatt in ein bis zwei Jahren. Für das Jahr 2020 würden die Experten mit einem moderaten Umsatzwachstum auf mehr als 4 Mrd. Euro bei einer EBT-Marge von ca. 4% rechnen. Das würde einem Gewinn vor Steuern von mehr als 160 Mio. Euro entsprechen. Mit einem KGV von 17 für 2020 würden sie in der Aktie derzeit mehr Chancen als Risiken sehen. Alle negativen Nachrichten dürften im Kurs eingepreist sein. Dies gelte vorbehaltlich möglicher Effekte aufgrund von Corona in China, dessen negative Auswirkungen für Krones derzeit nicht seriös einzuschätzen seien.

Die Experten würden das Geschäftsmodell des Familienunternehmens weiterhin für absolut intakt halten. Krones habe kein Umsatzproblem, sondern in erster Linie ein Kostenproblem. Die strukturellen Maßnahmen des CEO seien sicherlich von erheblichem Umfang, sollten sich aber nach und nach für die Anteilseigner auszahlen.

Interessant zu wissen: Die Schawei GmbH, die durch Petra Schadeberg-Herrmann im Aufsichtsrat von Krones vertreten sei, trete derzeit als Käuferin in der Aktie auf. Sie sei unter anderem geschäftsführende Gesellschafterin der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG. Insgesamt würden die "Schadebergs" einen Anteil von mehr als 5% an Krones halten, der 2019 nach und nach ausgebaut worden sei. Die Familie sei Eigner der Krombacher Brauerei.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" raten zum Aufbau einer ersten Position. (Analyse vom 03.03.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Krones-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Krones-Aktie:
57,00 EUR -0,44% (04.03.2020, 09:13)

Tradegate-Aktienkurs Krones-Aktie:
57,35 EUR +1,41% (04.03.2020, 09:22)

ISIN Krones-Aktie:
DE0006335003

WKN Krones-Aktie:
633500

Ticker-Symbol Krones-Aktie:
KRN

NASDAQ OTC Ticker-Symbol Krones-Aktie:
KRNNF

Kurzprofil Krones AG:

Die Krones AG (ISIN: DE0006335003, WKN: 633500, Ticker-Symbol: KRN, NASDAQ OTC-Symbol: KRNNF) plant, entwickelt und fertigt Einzelmaschinen sowie schlüsselfertige Anlagen für alle Bereiche der Abfüll- und Verpackungstechnik und die Getränkeproduktion. Damit gilt Krones als einer der weltweit führenden Konzerne der Branche. Zu den Abnehmern gehören internationale Unternehmen aus den Bereichen Getränke-, Lebensmittel- sowie Chemie- und Pharmaindustrie. (04.03.2020/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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