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Di, 4. Oktober 2022, 5:56 Uhr

Heineken

WKN: A0CA0G / ISIN: NL0000009165

Heineken: Nachfrageboost trifft auf Preiserhöhung - Aktienanalyse


08.08.22 12:51
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Heineken-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Manuel Schleifer, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von Heineken N.V. (ISIN: NL0000009165, WKN: A0CA0G, Ticker-Symbol: HNK1, Euronext Amsterdam-Symbol: HEIA) unter die Lupe.

Der weltweit zweitgrößte Brauereikonzern Heineken habe in H1 2022 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg bei den Bierabsätzen in der Höhe von +7,6% erzielt. Verantwortlich für den Absatzanstieg zeige sich vor allem das starke Wachstum in Asien (+17%). Der Umsatz in H1 werde mit EUR 16,4 Mrd. ausgewiesen (+37%), welcher trotz steigenden Volumens vor allem auf den adaptierten Preismix und Premiumisierung in allen Regionen zurückzuführen sei. Wie in der gesamten Branche mittlerweile üblich liege der Grund für die Preisanhebungen in der Kosteninflation. Diese habe der Konzern bislang erfolgreich gemanagt, was in einem deutlichen Anstieg der operativen Gewinne resultiert habe (+20,6%). Der Gewinn pro Aktie sei um 22% gestiegen. Heineken habe somit die Peer-Group in der ersten Jahreshälfte deutlich hinter sich gelassen, was das Wachstum betreffe.

Ausblick: Bei Heineken beobachte man weiterhin ein schwieriges globales Umfeld und unsichere wirtschaftliche Aussichten. Während sich die Verbrauchernachfrage in der ersten Jahreshälfte insgesamt als robust erwiesen habe, steige das Risiko, dass der zunehmende Druck auf die Kaufkraft der Verbraucher den Bierkonsum beeinträchtigen werde. Der Vorstand gehe davon aus, dass der erhebliche Inflationsdruck auf die Kostenbasis anhalten würden und sich auf die zweite Jahreshälfte 2022 und bis ins Jahr 2023 auswirken werde. Die jüngste Abschwächung bei einigen Rohstoffen werde durch das noch nie dagewesene Preisniveau bei Erdgas ausgeglichen, wovon vor allem Europa betroffen sei. Die Maßnahmen zur Preisgestaltung und zum Ertragsmanagement hätten diesen Inflationsdruck in absoluten Zahlen bisher wirksam ausgeglichen, und sollten dies auch weiterhin tun. Für 2022 werde der Ausblick daher unverändert belassen.

Heineken habe in den letzten Jahren eine Ausschüttungsquote zwischen 30% und 40% des Nettogewinns vor außergewöhnlichen Aufwendungen angestrebt. Die Dividende werde in Form einer Zwischendividende und einer Schlussdividende ausgeschüttet. Die Zwischendividende sei dieses Jahr auf 40% der Gesamtdividende des Vorjahres festgelegt. Demzufolge werde am 11. August 2022 eine Zwischendividende von EUR 0,50 pro Aktie (2021: EUR 0,28) gezahlt. Die Aktien seien am 3. August 2022 ex-Dividende gehandelt worden. Die Dividendenrendite Heinekens sei in den vergangenen 10 Jahren zwischen 0,8% und 2,2% gependelt und werde für dieses Jahr bei 1,8% erwartet. Damit liege Heineken am oberen Ende im Peer-Vergleich, relativ zum Gesamtmarkt für Konsumgüter (2,65% für 2022e) liege diese aber deutlich darunter.

In den westlichen Industrienationen sei seit einiger Zeit eine Verlagerung der Trinkgewohnheiten zu beobachten. Konsumenten würden vermehrt Wert auf gesündere und kalorienärmere Getränke mit geringem oder gar keinem Alkoholgehalt legen. Biermischgetränke (Hard Seltzer) und andere fruchtige alkoholische Fertiggetränke, so genannte "Ready to Drink Cocktails", hätten vor allem in den USA in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt und würden mittlerweile auch in Europa verstärkt nachgefragt. Heinekens Marktanteil in diesem noch relativ jungen, aber margenstarken Segment sei dank des verstärkten Fokus auf alkoholfreie Biere und "Beyond Beer"-Getränke äußerst ansehnlich.

Mit "EverGreen" habe Heineken bereits 2021 die neue Unternehmensstrategie ins Leben gerufen. Mit dieser wolle man nicht nur gestärkt aus der Pandemie hervorgehen, sondern auch eine neue Ära des Wachstums einläuten. Gegenstand von EverGreen sei unter anderem die stärkere Berücksichtigung der oben erwähnten geänderten Verbraucherbedürfnisse, aber auch der verstärkte Fokus auf digitale Transformation, Produktivitätsverbesserungen und ein Erhöhen der Messlatte der eigenen ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsambitionen.

Im Vergleich zur Peer-Group habe sich Heineken in der Historie bewertungstechnisch stets am oberen Ende befunden. In Anbetracht der höher erwarteten Wachstumsraten und des niedrigeren Marktrisikos (geringes Beta) sehe der Analyst eine Bewertungsprämie im derzeitigen Umfeld als gerechtfertigt an. Relativ zur eigenen Vergangenheit (10 Jahre) handle die Aktie rund 5% unter ihrem Median und 7% unter ihrer durchschnittlichen Prämie zum Gesamtmarkt. Der Analyst sehe Heineken daher als fair bepreist an.

Das sich verändernde Konsumverhalten in den westlichen Industrienationen, weg von alkoholischen Getränken im Allgemeinen und Bier im Speziellen hin zu nicht- bzw. geringalkoholischen Erfrischungen, stelle die Branche vor immense Herausforderungen. Heineken sei mit der Revitalisierung seines Portfolios jedoch gut gerüstet, um diese zu meistern. Positiv hervorzuheben seien die ambitionierten Vorhaben im Bereich der Nachhaltigkeit sowie die angestrebte Effizienzsteigerung. Kostenseitig müsse aber von weiter hohem Druck ausgegangen werden. Rohstoffkosten und Lieferkettenprobleme würden sich noch länger nicht auflösen. Die Aktie habe lange als teuer gegolten, was sich wie erwartet bisher auch in einer mageren Kursperformance niedergeschlagen habe. Die aktuellen Bewertungsniveaus sehe der Analyst als fair an, lasse die Aktie jedoch weiterhin nicht als Schnäppchen erscheinen.

Diesem Umstand Rechnung tragend belässt Manuel Schleifer, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, daher sowohl seine Empfehlung "Halten" als auch das Kursziel von EUR 103,00 unverändert. Letzteres ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf dem KGV Multiple für das Jahr 2022 auch eine Prämie zum breiten Aktienmarkt in der Höhe von 18% beinhalte. (Analyse vom 08.08.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Heineken-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Heineken-Aktie:
93,76 EUR -0,06% (08.08.2022, 10:22)

Euronext Amsterdam-Aktienkurs Heineken-Aktie:
93,68 EUR +0,30% (08.08.2022, 12:19)

ISIN Heineken-Aktie:
NL0000009165

WKN Heineken-Aktie:
A0CA0G

Ticker-Symbol Heineken-Aktie:
HNK1

Euronext Amsterdam-Symbol Heineken-Aktie:
HEIA

Kurzprofil Heineken N.V.:

Heineken N.V. (ISIN: NL0000009165, WKN: A0CA0G, Ticker-Symbol: HNK1, Euronext Amsterdam-Symbol: HEIA) ist eine niederländische Brauerei, die im Jahr 1864 entstand. Heineken ist der drittgrößte Brauereikonzern der Welt nach Anheuser-Busch InBev und SABMiller. Die Marke Heineken ist in fast jedem Land der Welt erhältlich. (08.08.2022/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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