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Mi, 21. Februar 2024, 13:40 Uhr

Deutscher Immobilienmarkt: Die Talfahrt setzt sich fort


15.11.23 11:20
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Die Talfahrt an den Immobilienmärkten in Deutschland setzt sich fort, so Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Die Rückgänge seien über die gesamte Breite der Teilmärkte bzw. Teilindices unterschiedlich stark ausgefallen. In der Detailbetrachtung würden durchaus einige Unterschiede bei den Rücksetzern auffallen. Im Hinblick auf das zuletzt stärker in den Fokus gerückte Teilsegment der gewerblichen Immobilien sei beispielsweise der Rückgang bei den Kapitalwerten von Büroimmobilien bemerkenswert, da dieser stärker ausgefallen sei als bei den Einzelhandelsimmobilien.

Dies überrasche nach Erachten der Analysten der NORD/LB nicht wirklich. Schließlich habe bei den Einzelhandelsimmobilien die Preiskorrektur bereits zum Jahresende 2017 eingesetzt und sei auf spezifische Faktoren zurückzuführen. Strukturbrüche wie die globale Pandemie oder die EZB-Zinswende hätten damals noch keine Rolle an den Immobilienmärkten gespielt. Insbesondere für den Büroimmobilienmarkt bzw. einige Objekte in diesem Teilsegment seien hier höhere bzw. steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit sowie neue Realitäten der Arbeitswelt maßgeblich.

Heute sei noch nicht absehbar, wie sich diese Trends auf dem Büroimmobilienmarkt materialisieren würden. Tatsächlich dürften einige Immobilien von einer veränderten Nachfragestruktur profitieren, während andere Objekte ein deutlich geringeres Interesse von Mietern und/oder Investoren erfahren sollten.

Auch für den vdp stehe fest, dass der Blick in die Zukunft von hohen Unsicherheiten bzw. Ungewissheiten dominiert werde. Jens Tolckmitt halte in diesem Kontext fest: "Die Anpassung an das veränderte Renditeumfeld ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Investoren Büro- und Einzelhandelsimmobilien wieder stärker nachfragen." Für den deutschen Immobilienmarkt insgesamt sei nach Meinung des vdp mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen. Die schwache Bautätigkeit dürfte allerdings perspektivisch als stützendes Element ein größeres Gewicht erhalten. Ein daraus resultierendes neues Gleichgewicht liege allerdings noch in weiter Ferne, sodass der vdp in den kommenden Quartalen noch mit weiteren Indexrückgängen rechne.

Etwas entspannter blicke der vdp weiterhin auf den Markt für Wohnimmobilien. Tolckmitt fasse diesen Blick entsprechend zusammen: "Der Wohnimmobilienmarkt ist kurz davor, in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Starke Preisrückgänge sind bislang nicht eingetreten und sie wird es nach jetzigem Erkenntnisstand auch in nächster Zeit nicht geben." (Ausgabe 33 vom 15.11.2023) (15.11.2023/ac/a/m)