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Mi, 29. Juni 2022, 20:36 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX (Wochenchart): Momentumstrategie als einer der vielversprechendsten Ansätze - Chartanalyse


20.05.22 10:42
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Die Relative Stärke nach Levy nutzen wir regelmäßig in Kombination mit dem Momentum-Indikator, um unter anderem die DAX 40 (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) -Aktien zu analysieren, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Darüber hinaus würden sie regelmäßig ausgewählte Momentum-Strategien thematisieren. Doch das vom US-Amerikaner Robert Levy entwickelte Konzept der Relativen Stärke biete auch unabhängig davon interessante Ansätze zur Umsetzung eigener Anlagestrategien. Darüber hinaus sei der "Momentum-Effekt" inzwischen gut erforscht und finde auch in der Wissenschaft eine breite Anerkennung. Für die Berechnung des RSL-Koeffizienten werde der aktuelle Wochenschlusskurs in Relation zum Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 27 Wochen gesetzt. Damit handele es sich um eine langfristige, trendfolgende Vorgehensweise. Nach dem Motto "Gewinner bleiben Gewinner" bedeute ein RSL-Wert größer 1, dass der aktuelle Schlusskurs eines Basiswerts über dem Durchschnittskurs der letzten 27 Wochen notiere, was auf einen Aufwärtstrend hinweisen könnte. Umgekehrt würden Werte kleiner 1 eine unterdurchschnittliche Entwicklung innerhalb der letzten 27 Wochen signalisieren - und damit einen möglichen Baissetrend.

Im zweiten Schritt wollen die Analysten verschiedene Selektionsmöglichkeiten vorstellen, die sie auf Grundlage von historischen DAX-Daten von 1988 bis Ende April 2022 getestet hätten. Um die Auswahl anhand der Relativen Stärke zu manifestieren, würden die Analysten zunächst eine Investition in die deutschen "blue chips" untersuchen, wenn der RSL-Wert der Vorwoche größer 1 sei. Mit anderen Worten: Die Analysten würden sich im DAX engagieren, wenn nach dem Konzept von Levy ein Aufwärtstrend vorliege. Auf Basis dessen errechne sich eine Trefferquote für eine Gewinnwoche - also eine Handelswoche mit einer positiven Rendite - von 57%. Ohne Berücksichtigung jeglicher Nebenbedingungen steige der DAX in 56% aller Fälle, d. h. in 56% aller Wochen seit 1988 hätten die deutschen Standardwerte Kursgewinne verbuchen können. Der "long bias" bzw. die idealtypische Phase der letzten gut 30 Jahre lasse sich hieran sehr gut verdeutlichen. Deshalb sei die negative Selektion - unter Prämisse, dass die RSL-Kennziffer der Vorwoche unter 1 liege - vielleicht noch wichtiger. Im Negativfall sinke die Trefferquote auf unter 53,5%. Als erstes Zwischenfazit lasse sich also festhalten, dass die Berücksichtigung der Relativen Stärke, hinsichtlich der Erfolgsaussichten einen statistischen Vorteil geboten habe.

Die bisherigen Ergebnisse würden also die Sinnhaftigkeit der Relativen Stärke als Selektionswerkzeug dokumentieren. Doch wie würden sich dabei die durchschnittlichen Wochenrenditen verhalten? Während ohne jegliche Nebenbedingungen der führende deutsche Aktienindex eine durchschnittliche Wochenrendite von knapp 0,19% hingelegt habe, habe die "Relative Stärke über 1-Strategie" eine durchschnittliche Wochenrendite von 0,23% erzielt. Dramatischer würden die Auswirkungen bei einem RSL-Abwärtstrend ausfallen, denn der "Relative Stärke unter 1-Ansatz" sehe mit einer durchschnittlichen Wochenrendite unter 0,11% nur die Rücklichter der anderen beiden Strategien. Auf Basis der gesammelten Ergebnisse lässt sich festhalten, dass es sich bei der "Relative Stärke über 1-Strategie" um eine dominante Strategie handele, da sowohl die Wahrscheinlichkeit für steigende Notierungen als auch die durchschnittliche Wochenrendite am Höchsten ausfallen würden. Ganz nach dem Motto: "Auf Stärke folgt weitere Stärke!". Gelte dieser Effekt auch im Anschluss an einen sog. "Momentumimpuls", d. h. wenn es zu einer deutlichen Verbesserung bei der Relativen Stärke im Vergleich zur Vorperiode komme.

Zur Beantwortung dieser Frage würden sich die Analysten einem Szenario widmen, in dem der RSL-Koeffizient gegenüber der Vorwoche um mindestens 0,03 angestiegen sei. In knapp 12% aller Wochen komme es seit 1988 zu einer derartigen Verbesserung des Momentums - es handele sich also um ein gar nicht so seltenes Phänomen. Unter Berücksichtigung dieser Nebenbedingung habe in der Vergangenheit die Trefferquote für eine Gewinnwoche bei gut 61% und somit fast 4%-Punkte über dem Vergleichswert der "Relative Stärke über 1-Strategie" gelegen. Blicke man auf die durchschnittliche Wochenrendite, zeichne sich ebenfalls ein deutlich besseres Bild ab. Mit einem durchschnittlichen Wochenzuwachs von fast 0,35% würden die anderen bisher untersuchten Strategien deutlich in den Schatten gestellt. Das Phänomen "Momentumimpuls" erhöhe also sowohl die Erfolgsaussichten als auch die durchschnittliche Wochenrendite. Kurzum: Eine starke Zunahme des Momentums liefere Anlegern einen echten Mehrwert. Um die bisher erhaltenen Ergebnisse weiter abzusichern, würden sich die Analysten im letzten Schritt der Risikodimension einer Selektion anhand der Relativen Stärke nach Levy widmen.

Mit der Auswertung des durchschnittlichen "drawdowns" würden die Analysten nochmals einen anderen Betrachtungswinkel einnehmen. Vereinfacht ausgedrückt signalisiere der durchschnittliche "drawdown", welchem Stressfaktor sich Anleger bei einem DAX-Engagement auf Sicht von vier Wochen aussetzen würden - und zwar in Abhängigkeit des RSL-Koeffizienten. Bei einem RSL-Wert von größer als 1 müssten die deutschen Standardwerte binnen vier Wochen im Durchschnitt einen Rückschlag von 10,9% hinnehmen. Auf 4-Wochen-Sicht müsse der DAX als Vergleichsmaßstab im Mittel einen "drawdown" von 14,9% verkraften. Wesentlich bessere Nerven würden Anleger bei einer RS-Kennziffer von kleiner als 1 benötigen, denn dann steige das Rückschlagpotential binnen vier Wochen deutlich an (22,7%). Durch eine Selektion anhand der Relativen Stärke lasse sich das Risiko in Form des durchschnittlichen "drawdowns" also mehr als halbieren. Fazit: Alle angestellten Tests würden die Robustheit des Selektionskriteriums "Relativen Stärke nach Levy" untermauern. Ganz allgemein würden Momentumstrategien einen der vielversprechendsten Ansätze der Technischen Analyse darstellen, denen sich die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt auch in Zukunft regelmäßig widmen würden. (20.05.2022/ac/a/m)





 
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