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Fr, 9. Dezember 2022, 16:03 Uhr

Crypto-Assets: Die Evolution einer neuen Anlageklasse?


07.06.22 10:56
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Massiv fallende Kurse, umstrittene regulatorische Vorstöße und nicht zuletzt der Crash des Stablecoins Terra (Luna) ließen seit Jahresanfang vermehrt Zweifel an der Zukunft von Bitcoin & Co. aufkommen, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Und dennoch bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich Crypto-Assets in den kommenden Jahren als eine Standard-Anlageklasse etablieren würden - ähnlich wie zum Beispiel Edelmetalle. Auch wenn der Bitcoin oft als digitales Gold bezeichnet werde, werde die Anlage-Motivation eine anderen sein. Bei Crypto-Assets gehe es weniger um einen Ausgleich im Falle von Kursverlusten anderer Anlageklassen, also um die Funktion als klassischer sicherer Hafen. Wichtiger sei das generelle Misstrauen klassischen Währungen wie Euro oder US-Dollar gegenüber, die durch mehr oder weniger politisch gesteuerte Notenbanken immer stärker inflationiert - und so entwertet - würden.

Wenn man über den Bitcoin hinwegsehe, könne man viele Crypto-Assets, wie bspw. Ethereum, eher mit frühphasigen Investments in innovative, potenziell disruptive Technologien und Geschäftsmodelle vergleichen. Wer sich über die Auswirkungen der immer wieder extremen Volatilität von Crypto-Assets im Klaren sei und diese aushalten könne, sollte daher erste Gehversuche andenken. Anzuraten seien aber im ersten Schritt nur sehr kleine Beimischungen. Da die enorme Schwankungsbreite nicht nur Risiken, sondern auch Chancen berge, könnten bereits kleinere Positionen nennenswerte Performancebeiträge bringen. Verschiedene Untersuchungen würden zeigen, dass das Risiko eines breit gestreuten Portfolios hingegen nur geringfügig steige, da in der Historie zumeist geringe Korrelationen von Crypto-Assets mit anderen Anlageklassen bestanden hätten.

Seit Anfang 2022 in der Phase sehr schnell und deutlich steigender Zinsen seien jedoch alle Anlageklassen, auch Crypto-Assets, einer Neubewertung unterzogen worden. Zudem seien angesichts allgegenwärtiger Kursverluste hochliquide Positionen, mit denen ggf. sogar noch Kursgewinne hätten realisiert werden können, bevorzugt verkauft worden. Grundsätzlich seien die Wertreiber von Crypto-Assets aber andere als bei Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Daher dürfte sich deren Wertentwicklung künftig wieder stärker entkoppeln. Trotzdem würden auch in den kommenden Jahren immer wieder einzelne Token von der Bildfläche verschwinden, weil sich ihre Funktionalität nicht durchsetze. Daher sollten sich Anleger zunächst ein Grundverständnis der Funktionsweise und Zielsetzung bzw. des potenziellen Mehrwerts des jeweiligen Coins innerhalb der künftigen Token-Ökonomie verschaffen. (07.06.2022/ac/a/m)



 
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