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Mi, 1. Februar 2023, 4:21 Uhr

Corona-Rücksetzer an den Börsen nur temporär


30.11.21 10:48
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die erneute Corona-Infektionswelle wirkt sich, nicht erst seit Omicron, stärker als erwartet auf die wirtschaftlichen Perspektiven aus, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Konkret würden Betreiber von Weihnachtsmärkten und Inhaber von Ständen, Restaurants und Freizeiteinrichtungen unter den verschärften Restriktionen und Absagen leiden. Trotz Verlängerung der Überbrückungshilfen durch die Bundesregierung bis Ende März und wahrscheinlicher Unterstützungen durch Städte und Gemeinden dürfte die Anzahl der Insolvenzen aus diesem Segment zunehmen. Gesamtwirtschaftlich wirke sich der erneute Corona-Rückschlag allerdings nur moderat aus. Schon länger hätten sich die Stimmungsindices von Konsumenten und Unternehmen aufgrund der steigenden Inflation bzw. der anhaltenden Lieferkettenprobleme eingetrübt. Der GfK-Konsumklimaindex dürfte zwar weiterhin schwach tendieren - nachdem schon Ende November sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung der Befragten nachgegeben hätten. Allerdings habe sich der private Konsum vom coronabedingten Einbruch im Frühjahr 2020 ohnehin noch nicht erholt.

Die stark exportabhängige deutsche Industrie hingegen habe schon im letzten Winter bewiesen, dass sie unter Corona-Bedingungen nahezu ungestört produzieren könne - wären da nicht die fehlenden Vorprodukte, die knappen Transportkapazitäten, das fehlende qualifizierte Fachpersonal und die explodierenden Produktionskosten. Der deutliche Kursrutsch an den internationalen Aktienbörsen am Freitag sei wohl der noch fehlende Tropfen gewesen, um eine überfällige Kurskorrektur - angesichts schwacher volkswirtschaftlicher Perspektiven für Deutschland, Europa und wohl auch China - auszulösen. Da Börsen aber in der Regel sechs Monate vorausschauen würden, dürfte die Hoffnung auf einen nachlassenden Einfluss der Pandemie, sich langsam auflösende Lieferkettenprobleme und zumindest leicht nachgebende Inflationsraten den Blick der Aktienanleger bald wieder aufhellen - zumal in den USA ein weiterhin dynamisches Wachstum über den Jahreswechsel zu erwarten sei. (30.11.2021/ac/a/m)