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Do, 2. Februar 2023, 0:03 Uhr

CEE-Währungen unter Druck


02.03.22 09:47
Oberbank

Linz (www.aktiencheck.de) - Gestern herrschte im Zuge des Ukraine-Kriegs wieder eine Risk-Off Stimmung an den Finanzmärkten, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Davon seien auch die Währungen der CEE-Länder betroffen gewesen. Selbst gegenüber dem schwächelnden Euro habe der Ungarische Forint vom Kriegsausbruch am Donnerstag bis gestern bereits um mehr als 5% abgewertet und der EUR/HUF-Kurs mit knapp 380,00 ein neues Allzeithoch erreicht. Auch der Kurs EUR/PLN habe bereits um 5% zugelegt und die Polnische Nationalbank habe am Devisenmarkt gegen weitere Verluste des Zloty interveniert, wovon sie selbst informiert habe. Auch die als sicherer Hafen unter den mittel- und osteuropäischen Währungen geltende Tschechische Krone habe in der letzten Woche gegenüber dem Euro um mehr als 4% abgewertet. Obwohl die CE3-Länder vor 1990 mehr als 40 Jahre lang zum Ostblock gehört hätten, seien ihre Handelsbeziehungen mit Russland und der Ukraine gar nicht mehr stark. Sie würden zwar Gas aus Russland importieren, aber der Anteil Russlands an Gesamtimporten sei klein und der Anteil an Exporten fast verschwindend gering (in Ungarn und Tschechien unter 2%).

Der Handel der drei Länder mit der Ukraine sei (bis auf ungarische Exporte) noch weniger bedeutend. Der Grund für die Abwertung der CEE-Währungen liege also nicht in der Unterbrechung der Exporte in die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Vielmehr gehe es darum, dass Polen, Tschechien und Ungarn zu den Emerging Markets zählen würden, deren Währungen in internationalen Krisensituationen stärker empfindlich seien - das hätten wir auch am Beginn der Corona-Krise gesehen, als die Währungen abgestürzt seien, obwohl die erste Welle in der Region verhältnismäßig schwach gewesen sei. (02.03.2022/ac/a/m)