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Fr, 2. Dezember 2022, 21:26 Uhr

BayWa

WKN: 519406 / ISIN: DE0005194062

BayWa: Frühzeitig die richtigen strategischen Weichen gestellt - Aktienanalyse


01.09.22 15:42
Nebenwerte Journal

Sauerlach (www.aktiencheck.de) - BayWa-Aktienanalyse vom "Nebenwerte Journal":

Thorsten Renner und Carsten Stern, Aktienexperten des Fachmagazins "Nebenwerte Journal", nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Agrar- und Handelskonzerns BayWa AG (ISIN: DE0005194062, WKN: 519406, Ticker-Symbol: BYW6, NASDAQ OTC-Symbol: BBWLF) unter die Lupe.

Die BayWa AG habe nicht nur ein famoses H1 2022 hingelegt, sondern auch erstmals in der Firmengeschichte mit EUR 400 bis 450 Mio. eine konkrete EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2022 präsentiert. Die noch bessere Nachricht: Dieses Ergebnisniveau werde sich in den kommenden Jahren sogar noch ausbauen lassen, so dass die BayWa-Aktie ein Basisinvestment im Nebenwerte-Sektor bleibe.

In der Vergangenheit hätten Anleger den Münchnern immer wieder vorgehalten, dass das Geschäftsmodell des Handels- und Dienstleistungskonzerns zu wenig fokussiert sei. Diesen Kritikern dürfte das Vorstandsduo Prof. Klaus Josef Lutz (CEO) und Andreas Helber (CFO) per 30.06.2022 den Wind aus den Segeln genommen haben. Welches Potenzial in dem des genossenschaftlichen Fokus geschuldeten Geschäftsmodells aus Agrar, Bau und Energie stecke, habe sich in den überaus starken H1-Zahlen 2022 gezeigt. Wenn alle Segmente zeitgleich reüssieren würden, wie im H1 geschehen, komme nicht weniger als ein neuer EBIT-Rekord von EUR 328.5 (144.6) Mio. heraus. Das heiße auch, es fehlen nur noch EUR 71.5 Mio. im H2 2022, um zumindest das untere Ende der EBIT-Prognose zu erreichen. Das sollte gut zu schaffen sein.

Das steigende EBIT in den kommenden Jahren werde auf weiterhin gute Geschäfte im Geschäftsfeld Agrar sowie auf den Ausbau des Segments Erneuerbare Energie zurückzuführen sein, wie CFO Andreas Helber im Interview des Nebenwerte-Journal ausgeführt habe. Hierbei dürfte der Finanzvorstand vor allem die Entwicklung der neuen Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer, zu deutsch, unabhängiger Stromanbieter) im Auge haben. Ähnlich wie Energiekontor wolle BayWa künftig deutlich mehr Solarparks auf das eigene Buch nehmen und somit zum Stromanbieter werden. Laut Helber umfasse das IPP-Portfolio derzeit eine Leistung von 700 MW, die sukzessive bis auf 3 GW ausgebaut, kurzum verfünffacht, werden sollten. Selbst, wenn die Strompreise nicht weiter zulegen sollten, würde dies, überschlagsweise gerechnet, eine Verfünffachung des gut planbaren operativen Gewinns in diesem Untersegment bedeuten.

Um die Gewinnentwicklung der nächsten Jahre müssten sich Anleger demzufolge keine allzu großen Sorgen machen. Zum einen signalisiere die Projektpipeline im Segment Erneuerbare Energie von 20 GW, von denen 1.2 GW im Jahr 2022 realisiert werden sollten, gute Geschäfte in den kommenden Jahren. Zum anderen dürfte die Nachfrage nach Agrargütern ungebrochen hoch bleiben. Das spreche dafür, dass BayWa das EBIT-Niveau von mindestens EUR 400 Mio. p. a. werde halten können. Die Experten würden jedoch davon ausgehen, dass das durchschnittliche EBIT-Niveau, u. a. auf Grund der guten Planbarkeit der Erlöse und Erträge im Segment Erneuerbare Energie, eher bei EUR 500 Mio. p.a. liegen sollte. Käme es so, könnte sich das Ergebnis je Aktie in einer Größenordnung von EUR 6.- einpendeln. Bei einem Kurs von EUR 46.95 am 18.08.2022 errechne sich ein KGV von günstigen 10. Hinzu komme die Aussicht auf eine höhere Ausschüttung, die zuletzt EUR 1.05 je Aktie betragen habe. Alles in allem würden sich die Experten in ihrer positiven Einschätzung zur BayWa bestätigt fühlen und hätten daher beschlossen, dem Unternehmen nach NJ 2/18 erneut eine Titelgeschichte zu widmen.

Der Konzern habe im H1 2022 einen Rekordumsatz von EUR 12.91 (9.29) Mrd. erzielt. Das EBIT habe sich deutlich überproportional auf EUR 328.5 (144.6) Mio. erhöht. Die EBIT-Marge habe mit 2.5 (1.6)% ebenfalls einen neuen Rekord erklommen, weil alle operativen Segmente gleichzeitig reüssiert hätten. Das Periodenergebnis habe sich auf EUR 124.4 (41.5) Mio. bzw. EUR 3.33 (1.-) je Aktie verdreifacht. Das habe u.a. auch daran gelegen, dass BayWa rechtzeitig ihre Vorratshaltung aufgestockt habe und so lieferfähig geblieben sei. Das solle auch für das Gesamtjahr 2022 sowie für große Teile des Jahres 2023 gelten, habe Helber betont.

Neben dem Projektgeschäft bei Erneuerbare-Energien-Anlagen sowie Absatzsteigerungen bei Photovoltaik-Komponenten und Wechselrichtern habe auch die Vermarktung von Strom aus eigenen Anlagen (Independent Power Producer - IPP) zum Ergebnis beigetragen. Wärmeträger und Betriebsmittel seien bei gleichzeitig höheren Preisen stark nachgefragt gewesen. Die gestiegenen Preise für Getreide und Ölsaaten hätten bei den Landwirten zu großer Investitionsbereitschaft geführt, die sich positiv auf das Technikgeschäft ausgewirkt habe. Die inflationsbedingte Konsumflaute in Europa beim Obst und Gemüse habe das Segment Global Produce durch stabile Geschäfte auf der Südhalbkugel kompensiert. Ohne die strategische Entscheidung in der Vergangenheit, sowohl ins Geschäft mit Erneuerbaren Energien einzusteigen als auch insbesondere das Agrargeschäft zu internationalisieren, stünde BayWa heute bedeutend schlechter dar.

Eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig steigenden Preisen habe den Handel mit Kraftstoffen und Wärmeprodukten im Segment Energie begünstigt. Der Umsatz sei auf EUR 1.5 (0.89) Mrd. gestiegen, das EBIT sei deutlich auf EUR 20.6 (6.5) Mio. gewachsen. Aus Furcht vor weiteren Preissteigerungen und künftigen Versorgungsengpässen hätten die Kunden zur Bevorratung mit Brennstoffen tendiert. Dieser Trend sollte im zweiten Halbjahr anhalten, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau. Der Umsatz im Segment Regenerative Energien sei auf EUR 2.7 (1.4) Mrd. geklettert. Das EBIT habe bei EUR 85 (50.8) Mio. gelegen. Die BayWa r.e. AG, in der das Geschäft mit erneuerbaren Energien gebündelt sei, habe Wind- und Solarenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 350 Megawatt (MW) verkauft. Der Absatz mit PV-Modulen sei erneut kräftig um 77% gewachsen, das Geschäft mit Wechselrichtern habe um 52% zugelegt.

Das Segment Cefetra Group mit dem internationalen Agrargeschäft habe einen Umsatz von EUR 3.1 (2.6) Mrd. ausgewiesen. Das EBIT habe bei EUR 36.6 (20.1) Mio. gelegen. Ergebnistreiber sei vor allem der Spezialitätenhandel gewesen, der von einer starken Nachfrage nach Proteinen und Stärkeprodukten profitiert habe. Da sich der Spezialitätenhandel als recht krisenfest erweise, sollten die Geschäfte auch im H2 rund laufen. Auch sei davon auszugehen, dass die Volatilität an den internationalen Börsen hoch bleibe, bedingt durch ein knappes Angebot aus den europäischen Anbaugebieten und einen leicht gesunkenen globalen Getreidevorrat.

Der Geschäftsverlauf im Segment Global Produce, in dem das Frischegeschäft mit Obst und Gemüse gebündelt sei, sei von Licht und Schatten geprägt gewesen. Auf der Nordhalbkugel sei eine gute Warenverfügbarkeit im Markt auf eine inflationsbedingt verhaltene Nachfrage der Verbraucher getroffen. Diese hätten beim Einkauf vermehrt zu preisgünstigerer Ware gegriffen. Demgegenüber stünden höhere Vermarktungsmengen bei Äpfeln auf der Südhalbkugel und das erfolgreiche Lizenzgeschäft mit der Apfelsorte "Envy". Insgesamt habe der Umsatz im Segment Global Produce leicht auf EUR 458.8 (461) Mio. nachgegeben. Das EBIT habe hingegen auf EUR 16.4 (14.5) Mio. zugelegt. Im H2 2022 werde sich der Verkauf des Klimagewächshausprojekts in den Vereinigten Arabischen Emiraten positiv auf das Ergebnis auswirken.

Im Segment Agrar sei ein Umsatz von EUR 3 (2.1) Mrd. erzielt worden. Das EBIT habe bei EUR 134.2 (39) Mio. gelegen. Auf Grund der gestiegenen Preise hätten die Getreidebestände überdurchschnittlich gut vermarktet werden können. Im Saatgutgeschäft hätten sich das breite Sortiment und der Ausbau der Eigenmarkenstrategie positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Durch Vorrats- und Risikomanagement solle die Versorgung der Landwirte auch in der kommenden Düngesaison sichergestellt werden. Getreidekontrakte, die jetzt zur Ernte geschlossen würden, würden sich im ersten Halbjahr 2023 ergebniswirksam niederschlagen. Mit einem Umsatz von EUR 1 (0.88) Mrd. und einem EBIT von EUR 35.1 (14.7) Mio. habe das Segment Technik ein starkes erstes Halbjahr verzeichnet, in dem sich die Lieferfähigkeit niedergeschlagen habe. Während der Absatz bei Neumaschinen um 19% zugelegt habe, sei das Service- und Ersatzteilgeschäft stabil ausgelastet gewesen. Das Segment Bau sei von der anhaltend stabilen Baukonjunktur beflügelt worden. Der Umsatz habe auf EUR 1.2 (0.99) Mrd. zugelegt. Das EBIT habe EUR 43.5 (33.6) Mio. betragen.

Zukunftsinvestitionen im Visier Insgesamt habe sich BayWa dank der guten Ergebnisse in den vergangenen Jahren die nötige finanzielle Beinfreiheit verschafft, um gezielt die eine oder andere strategische Beteiligung eingehen zu können. Zuletzt sei in das österreichische Start-up Kerntec GmbH investiert worden, das Obstkerne, die bislang im Abfall gelandet seien, zu Lebensmitteln verwandle. Mehr als eine halbe Million Tonnen Aprikosen-, Kirsch-, Pflaumen- und Pfirsichkerne würden jedes Jahr allein in Europa weggeworfen. Kerntec stelle aus diesen Rohstoffen Produkte wie Öle, Nougatcreme und Milch-, Joghurt- und Eisalternativen her. Auch die Schalen, die nach dem Knacken der Kerne übrigbleiben würden, würden verwertet, u.a. als Rohstoff für To-Go-Becher oder Bestandteil in kosmetischen Produkten, die eine Alternative zu Plastik bieten würden.

Die Aktionäre könnten sich freuen, dass sich das Vorstandsduo der BayWa AG, Prof. Klaus Josef Lutz und Andreas Helber, vor vielen Jahren zum Einstieg in das Geschäft mit Erneuerbaren Energien entschlossen habe und das Agrargeschäft auf internationale Beine gestellt habe. Die Früchte dieser frühzeitigen strategischen Weichenstellung könnten nun eingefahren werden. Wohin die Ergebnisreise gehe, zeige sich eindrucksvoll in den H1-Zahlen 2022. Wenn es gelingt, dieses EBIT-Niveau in den kommenden Jahren zu halten bzw. weiter auszubauen, wovon Thorsten Renner und Carsten Stern, Aktienexperten des Fachmagazins "Nebenwerte Journal", ausgehen, dürfte sich der aktuelle Kursaufschwung fortsetzen. EUR 60 für die Namensaktie seien allemal angemessen. Stetig steigende Dividenden dürften die Erfolgsrechnung für Aktionäre zudem weiter verbessern. (Ausgabe 09/2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze BayWa-Aktie:

Xetra-Aktienkurs BayWa-Aktie:
42,65 EUR -1,04% (01.09.2022, 13:28)

Tradegate-Aktienkurs BayWa-Aktie:
42,95 EUR -0,46% (01.09.2022, 14:26)

ISIN BayWa-Aktie:
DE0005194062

WKN BayWa-Aktie:
519406

Ticker-Symbol BayWa-Aktie:
BYW6

NASDAQ OTC Ticker-Symbol BayWa-Aktie:
BBWLF

Kurzprofil BayWa AG:

BayWa (ISIN: DE0005194062, WKN: 519406, Ticker-Symbol: BYW6, NASDAQ OTC-Symbol: BBWLF) ist ein weltweit tätiger Konzern mit den Kernsegmenten Energie, Agrar, und Bau sowie dem Entwicklungssegment Innovation & Digitalisierung. Als globaler Player entwickelt BayWa führende Lösungen und werthaltige Projekte für die Grundbedürfnisse Ernährung, Energie und Bau. Sitz der 1923 gegründeten Muttergesellschaft ist München. Ihren Ursprung hat sie im genossenschaftlichen Landhandel mit der Aufgabe, den ländlichen Raum mit allem zu versorgen, was die Landwirtschaft braucht. Der genossenschaftliche Gedanke und die regionale Verbundenheit sind immer noch prägend für das Unternehmen.

Aus der Tradition heraus liegen die Kernmärkte in Süddeutschland und Österreich, im Rahmen einer Wachstumsstrategie hat die BayWa in den letzten Jahren aber stark international expandiert. Mittlerweile ist das Unternehmen der größte Agrarhändler in Deutschland und zählt international zu den führenden Händlern für landwirtschaftliche Rohstoffe. Zu einem bedeutsamen Standbein hat sich das Geschäftsfeld Regenerative Energien entwickelt. Die BayWa r.e. AG, in der sämtliche Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien gebündelt sind, treibt ihr Projektgeschäft mit großem Erfolg weltweit voran. (01.09.2022/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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