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Fr, 3. Februar 2023, 5:45 Uhr

Anleger sollten die Chancen im Blick behalten


03.05.22 11:25
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Für Anleger gestaltet sich der bisherige Jahresverlauf weiterhin komplex, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Angesichts allgegenwärtiger und zuletzt vielfach noch verschärfter Risiken überwiege nach einer kurzen Hoffnungsphase nun wieder der Pessimismus. Dabei hätten massiv steigende Zinsen für erhebliche Verluste im Anleihen-Segment gesorgt und die hohen Bewertungen nahezu aller Anlageklassen würden einer Überprüfung unterzogen. Wenn mit Staatsanleihen zumindest nominal wieder Zinsen im positiven Bereich verdient werden könnten, dürften in der aktuell unsicheren Gemengelage einige auch bald wieder verstärkt verzinslich anlegen, so dass der außergewöhnlich schnelle Zinsanstieg seit Januar trotz anhaltend hoher Inflationsraten und dadurch überwiegend negativer Realzinsen, in den kommenden Monaten etwas langsamer vonstattengehen dürfte.

An den Aktienmärkten hingegen sei kurzfristig keine Bodenbildung der aktuellem Abwärtstrends erkennbar. Zu unberechenbar seien derzeit die Konjunkturerwartungen für den weiteren Jahresverlauf und damit auch die Gewinnprognosen vieler Unternehmen. Der Euro dürfte sich erst bei einer konkreten Aussicht auf den Einstieg der EZB in die überfällige Zinswende stabilisieren. Vorerst biete sich daher an, die Kapitalanlage weiterhin etwas vorsichtiger zu gestalten, selbst wenn bei einer überraschenden Trendwende für Risikoanlagen erst etwas später der Einstieg gelinge. Die mittel- bis langfristigen Perspektiven würden aber positiv bleiben und dürften bei aller Sorge nicht aus dem Blick geraten, denn massive Investitionen zur Steigerung der Resilienz seien in den kommenden Jahren absehbar. Staaten würden nicht nur ihre digitale Infrastruktur modernisieren. Auch die robustere Aufstellung der Gesundheitssysteme und die Steigerung der Unabhängigkeit von fossilen Energierohstoffen würden angegangen. Zudem könne in Deutschland mit einer Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren gerechnet werden.

Auch Unternehmen würden in die Dekarbonisierung ihrer Produktion investieren, ihre Geschäftsabläufe an die neuen geopolitischen Gegebenheiten anpassen und Lieferketten robuster aufstellen. Mit diesen Veränderungen würden in den kommenden Jahren auch für Anleger wieder enorme Chancen entstehen, die an den Kapitalmärkten wie immer rechtzeitig eingepreist werden dürften. (03.05.2022/ac/a/m)