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Fr, 1. März 2024, 8:36 Uhr

Aktienmarktausblick: Es dürfte weiter aufwärts gehen


01.12.23 14:12
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Der November ist vorbei und wieder einmal haben die Shopping-Events Black Friday und Cyber-Monday wie erhofft die Kassen auf Rekordniveau zum Klingeln gebracht, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Trotz Inflation, hohen Zinsen und globalen Krisen hätten die Ausgaben der Konsumenten vor allem in den USA neue Rekorde aufgestellt. Mittlerweile sind wir im Dezember angekommen, was uns den Performance-Rückblick auf den gerade abgelaufenen Monat ermöglicht, so die Analysten der RBI. Und dieser könne sich durchaus sehen lassen, denn der in anekdotischer Evidenz vom saisonalen Muster begünstigte Monat habe sich tatsächlich in einer regelrechten November-Rally manifestiert. So habe der MSCI World in Summe fast 9% zugelegt, was dem besten Monatszuwachs seit November 2020 entsprochen habe.

Zu verdanken sei dies neben den Rekord-Erlösen vor allem dem an den Kapitalmärkten wieder stärker gespielten "Goldlöckchen"-Szenario gewesen, das zusammen mit der Hoffnung auf eine Weihnachts- bzw. Jahresend-Rally einen formidablen Cocktail ergeben habe. Während letzteres jedes Jahr in der einen oder anderen Form an den Märkten ein Thema sei, könne man ersteres aktuell als ein halbwegs solides wirtschaftliches Umfeld (Stichwort: Soft Landing) skizzieren, wobei gleichzeitig sinkende Inflationsdaten den Notenbanken erlauben würden, die aktuell äußerst fest angezogenen Zinsschrauben doch etwas früher zu lockern. Dementsprechend begann am Markt das "higher for longer"-Narrativ zu wackeln begünstigt durch die sukzessive nachgebende Inflationsdynamik sowohl in den USA als auch in Europa, so die Analysten der RBI.

Vor allem die jüngsten Daten bestätigen den anhaltenden Disflationstrend: So vermochten die November-Verbraucherpreisdaten der einzelnen Länder (Deutschland, Spanien, Italien etc.) in Europa nicht nur die nachlassende Dynamik zu bestätigen, sondern sie fielen vielmehr auch deutlich unter den Erwartungen aus, so die Analysten der RBI. Auch in den USA sei das makroökonomische Wochenhighlight, nämlich die Oktober-Daten zur PCE-Inflation, in ein ähnliches Horn gestoßen. Dies passe vortrefflich zum aktuellen Trend, seien doch bereits die Werte zur VPI-Inflation für den Oktober unter den Erwartungen zu liegen gkommen.

Gemeinsam mit der zukünftig erwarteten Abkühlung der US-Wirtschaft scheine dies auch zu einem vorsichtigeren Ansatz der US-Notenbank zu führen: So sehe der US-Notenbankgouverneur Christopher Waller, der an sich eher dem Falken- als dem Tauben-Lager zuzurechnen sei, eine Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik in den USA, was dazu beitragen könnte, die Inflation auf das Ziel der Federal Reserve abzukühlen. Auch wenn es aber dadurch noch immer unklar sei, ob weitere Zinserhöhungen damit vom Tisch seien, so klinge das aber schon anders als zuvor. Auf den Kapitalmärkten sei dies naturgemäß positiv aufgenommen worden, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer weiter anhaltenden Zinspause in den USA am 13. Dezember mittlerweile mit 97% gepreist werde und die Erwartungen von allfälligen Zinssenkungsfantasien teilweise bereits in das erste Halbjahr 2024 vorgerückt seien. Unserer Meinung nach sehen wir für Mitte 2024 erste Chancen auf eine Realisierung von ersten Zinssenkungen, was wir für das kommende Jahr als klaren Unterstützungsfaktor für Aktien erachten, so die Analysten der RBI.

Neben der erfreulichen Aktienmarktentwicklung habe der November aber auch weniger erfreuliche Nachrichten mit sich gebracht: So sei Charlie Munger, die rechte Hand von Warren Buffett, kurz vor seinem 100. Geburtstag verstorben. Nachdem die Analysten der RBI die Aktie covern, haben sie sich entschlossen dieser Börsen-Legende sowohl den Chart als auch das Zitat der Woche zu widmen. Als knallharter Analyst habe er mit seinem Value-Ansatz maßgeblich zum großen Erfolg von Berkshire Hathaway beigetragen. Auch wenn in den letzten Jahren der Value-Ansatz im Vergleich zu Growth das Nachsehen gehabt habe, so demonstriere die erzielte Performance eindrucksvoll den großen Erfolg. Bei der Gegenüberstellung mit dem S&P 500 (beide auf 100 rebasiert) mussten wir die Achse logarithmieren, da ansonsten der marktbreite Index nur als horizontale Linie wahrzunehmen war, so die Analysten der RBI. Um die Relationen besser einschätzen zu können: Die Aktie habe sich über die letzten 47 Jahre dermaßen gut entwickelt, dass sie heute theoretisch um 99% einbrechen könnte und damit trotzdem noch deutlich über der erzielten Index-Performance liegen würde.

Nach diesem kurzen Nachruf der Börsen-Legende wollen sich die Analysten der RBI wieder ihrer aktuellen Markteinschätzung zuwenden. Generell würden sie ihre positive Erwartung in Bezug auf weiter steigende Aktienmärkte in Richtung 2024 bestätigen, wobei vor allem die ersten Zinssenkungen, das "Soft Landing"-Szenario der Wirtschaft sowie auf aggregierter Index-Basis solide Gewinnwachstumsaussichten die Hauptargumente dafür darstellen würden. Dennoch dürften zwischenzeitige Rückschläge angesichts des zuletzt sehr guten Laufs an den Aktienmärkten nicht überraschen. (01.12.2023/ac/a/m)





 
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