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Mo, 3. Oktober 2022, 13:11 Uhr

Abkehr von russischen Brennstoffen erhöht Druck auf Energiewende


09.03.22 13:55
Global X ETFs

New York (www.aktiencheck.de) - Der Einmarsch von Putins Regime in die Ukraine hat in der westlichen Welt für Entsetzen gesorgt - und für eine noch nie dagewesene Lawine an Sanktionen gegenüber Russland, so die Experten von Global X.

Diese Situation ordne nicht nur die Weltordnung, sondern auch die Finanzmärkte neu - zumindest kurzfristig. "Unternehmen reduzieren scharenweise ihre Geschäftsbeziehungen zu Russland, um Reputationsrisiken zu vermeiden und das Risiko künftiger Sanktionen zu verringern", meine Jon Meier, Investmentchef bei Global X und gehe weiter auf die direkten Auswirkungen der Invasion hinsichtlich der weltweiten Inflation und der Energiekosten ein:

"Die Preisbildung von Vermögenswerten ist ein starker Indikator für die Marktstimmung. Die Moskauer Börse (MOEX) war die ganze Woche über geschlossen, was die Preisfindung erschwert. Russische börsengehandelte Fonds an US-Börsen, die als Ersatz für den zugrunde liegenden russischen Finanzmarkt dienen können, zeigen, dass der Markt in diesem Jahr um etwa 80% gefallen ist. Ein Rubel ist jetzt weniger wert als der Gegenwert von circa 0,01 USD.

Schon vor der Invasion hatte die Weltwirtschaft mit steigenden Energiepreisen und überhöhten Lebensmittelpreisen zu kämpfen. Dieser Krieg hat die Inflation angesichts der Dominanz Russlands auf den Rohstoffmärkten für Öl, Gas, Aluminium, Palladium und Weizen nur noch verschlimmert. Die Abhängigkeit Europas von Russland stellt große Risiken für die europäische Wirtschaft und moderate Risiken für die Weltwirtschaft dar.

Was passiert, wenn die russische Energieversorgung unterbrochen wird?

Ein mögliches Szenario ist die Kürzung der russischen Energielieferungen nach Europa (durch beide Seiten). Die kurzfristigen Auswirkungen wären für Europa aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Brennstoffen und der höheren Preise schmerzhaft.

Europa wird in diesem Winter wahrscheinlich über ausreichend Energie verfügen. Wenn die Beschränkungen jedoch bis zum nächsten Winter andauern, wird es wahrscheinlich zu Energierationierungen kommen. Höhere Energiepreise steigern das Risiko, dass sich die Wachstumsaussichten in Europa schnell und deutlich verschlechtern könnten.

Die Abkehr von russischen Brennstoffen könnte auch die Energiewende in einigen Ländern verlangsamen. Deutschland vollzieht beispielhaft einen Ausstieg aus der Kohleenergie. In anderen Ländern kann der Netto-Null Energieausstieg ebenfalls beschleunigt werden. Frankreich drängt auf eine rasche Einführung der Kernenergie, um schwerwiegende, langfristige Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden. Daraus ergeben sich Chancen für Uran und andere Nutznießer, die der "sauberen Technologie" zuzuordnen sind. Somit hängt es von der Dauer dieses Konflikts ab, welche Auswirkungen es für die Weltwirtschaft geben wird." (09.03.2022/ac/a/m)





 
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