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Mi, 8. Dezember 2021, 1:34 Uhr

Aurelius Equity Opportunities SE & CO KGaA

WKN: A0JK2A / ISIN: DE000A0JK2A8

AURELIUS: Going Private eine Option? Aktienanalyse


03.02.20 09:40
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - AURELIUS-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A0JK2A8, WKN: A0JK2A, Ticker-Symbol: AR4) unter die Lupe.

Dirk Markus, CEO von AURELIUS, halte die Schlagzahl der Verkäufe aus dem Portfolio unverändert hoch. Jüngst habe er seinen Aktionären die Veräußerung der GHotel-Gruppe für 63 Mio. Euro an Art-Invest Real Estate präsentiert. Für 2020 resultiere ein positiver Ergebniseffekt von gut 50 Mio. Euro. Der liquiditätswirksame Gesamterlös belaufe sich auf rund 73 Mio. Euro. GHotel habe seit 2006 zur AURELIUS-Gruppe gehört und sei damit auch eine Beteiligung gewesen, die Markus etwas länger als üblich im Portfolio gehabt habe. Der Kaufpreis habe einst übrigens bei 1 Euro gelegen. Über die Jahre hinweg seien knapp 7 Mio. Euro Eigenmittel in das Wachstum von GHotel investiert worden. Bereits vor Jahren seien die Hotelimmobilien für 28 Mio. Euro verkauft worden. "Insgesamt hatten wir bei GHotel 1 Euro investiert und über die Laufzeit einen Betrag von über 100 Mio. Euro realisiert. Das war natürlich ein großartiger Deal für uns", so Markus im Gespräch mit der Vorstandswoche. Zuvor sei im Oktober 2019 Scandinavian Cosmetics Group an Accent Equity verkauft worden. Der Verkaufspreis habe bei über 55 Mio. Euro gelegen.

Highlight im Geschäftsjahr 2019 sei aber der Verkauf der Solidus Solutions zu einem Verkaufspreis von 330 Mio. Euro gewesen. Das sei bisher der größte Unternehmensverkauf in der Geschichte von AURELIUS gewesen. Auf das investierte Kapital habe der CEO sage und schreibe 16 Mal Geld in einem Zeitraum von rund vier Jahren erzielt. Der Ergebniseffekt werde sich in 2019 auf mehr als 100 Mio. Euro belaufen. Insgesamt werde das Unternehmen das Jahr 2019 mit einem ordentlichen Zahlenwerk abschließen, was natürlich stark vom Verkauf der Solidus geprägt sein werde. Das operative EBITDA aufsummiert aus den Beteiligungen der Gruppe werde trotz der Veräußerungen weiterhin bei über 100 Mio. Euro liegen.

Schon recht lange im Portfolio befinde sich die Mehrheitsbeteiligung an HanseYachts. Es sei kein großes Geheimnis an der Börse, dass Markus zumindest einen Teilverkauf der Aktien prüfe. "Wir haben aber keine Eile und wir haben nichts zu verschenken. Wenn der Preis unattraktiv ist, bleiben wir investiert." Auch in 2020 sei mit weiteren Verkäufen zu rechnen. Ein Exit wie beispielsweise bei Solidus gelinge aber selbst Markus nicht jedes Jahr. Die bisher größte Übernahme für AURELIUS sei Office Depot Europe mit einem Umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro gewesen. In Office Depot Europe habe einst das Potenzial geschlummert, ein EBITDA von bis zu 80 Mio. Euro zu erzielen. Das werde allerdings nicht gelingen. In 2019 sei das Mittel- und Osteuropageschäft von Office Depot Europe verkauft worden. Inzwischen erziele die Einheit einen Umsatz von etwas weniger als 1 Mrd. Euro sowie ein EBITDA im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. "Office Depot Europe ist eine Herausforderung. Über den Zeitraum werden wir damit aber sehr gutes Geld verdienen, auch wenn wir nicht in einem Block verkaufen werden." Zum Vergleich: Staples Europe sei an Cerberus Capital verkauft und wird radikal in Einzelteile zerlegt worden.

In Zeiten von negativen Zinsen und in einem Markt, der tonnenweise mit Geld überflutet werde und Private Equity fast keine Grenzen kenne, stelle sich immer wieder die Frage ob das bisherige Geschäftsmodell von AURELIUS in dieser Phase noch funktioniere. "Unser Geschäftsmodell wird solange gut funktionieren, solange es Großkonzerne gibt. Den klassischen Deal für 1 Euro oder Transaktionen mit einer hohen Mitgift gibt's in der Tat in der bisherigen Form nicht mehr. Uns ist es inzwischen aber lieber, wenn wir beispielhaft ein Unternehmen mit einem EBITDA von 2 Mio. Euro kaufen und das Ergebnis auf 20 Mio. Euro steigern. Hier ist das Multiple für uns höher anstatt eine Firma mit einem Verlust von 20 Mio. Euro und einer hohen Mitgift zu übernehmen", erkläre der CEO.

Die letzten Käufe von AURELIUS würden beweisen, dass das Modell weiterhin funktioniere. Der Kauf von Distrelec und Nedis von der Schweizer Dätwyler Group sei ein klassischer AURELIUS Deal. Beide Einheiten würden mehr als 275 Mio. Euro Umsatz erzielen und kumuliert ein leicht positives EBITDA erzielen. Bezahlt worden seien 24 Mio. Euro, wobei davon 15 Mio. Euro Cash gekauft worden seien und Working Capital von mehr als 100 Mio. Euro. Distrelec sei bereits mit einem EBITDA von 8 Mio. Euro positiv, während Nedis noch negativ wirtschafte. Im Konzern von Dätwyler seien auf diese Geschäfte Abschreibungen von 630 Mio. Euro vorgenommen worden. Gekauft worden sei in 2019 zudem ZIM Flugsitze, die bei einem Umsatz von 55 Mio. Euro eine EBITDA-Marge von 10% einfahren würden, die noch ausbaufähig sei. Für einen Anteil von 88% habe AURELIUS 16 Mio. Euro bezahlt. Mit MPRO/Youbuild sei ein Umsatz von 100 Mio. Euro gekauft worden bei einem positiven EBITDA und für einen überschaubaren Kaufpreis.

Ebenfalls zugeschlagen habe AURELIUS bei Armstrong Ceiling Solution, für welche die Knauf Gruppe in 2019 eine schnelle Lösung gesucht habe. Zudem habe Markus in 2019 Rivus Fleet Solutions von der BT Group in UK gekauft. Die Einheit erziele einen Umsatz von 220 Mio. Euro bei einem positiven EBITDA. Der Kaufpreis sei niedrig gewesen; sei aber an Earn-out Vereinbarungen gekoppelt.

Zum Jahresende 2019 horte AURELIUS Barbestände von mehr als 400 Mio. Euro. Davon seien ca. 150 Mio. Euro den operativen Gesellschaften zuzuordnen. Spannend sei natürlich die Frage nach der Dividende für 2019. Markus habe sich dazu nicht äußern wollen. In den letzten Jahren seien Aktionäre von AURELIUS mit hohen Dividenden sehr verwöhnt worden. In 2017 habe es 4 Euro, in 2018 5 Euro und für 2019 3 Euro gegeben. Der Exit Solidus sei mit der Dividende in 2019 schon verarbeitet worden. Da es nach der Hauptversammlung im vergangenen August keine riesigen Exits mehr gegeben habe, würden die Experten eine Auszahlung von 3 Euro, die den Konzern rund 90 Mio. Euro kosten würde, für zu hoch halten. Man sollte bedenken, dass eventuell Ende 2020 eine Wandelanleihe in Höhe von über 100 Mio. Euro zurückbezahlt werden müsse, falls diese nicht in Aktien getauscht werde. Daher würden die Experten in 2020 eher eine Dividendenzahlung von ca. 2 Euro bis 2,50 Euro je Aktie als 3 Euro erwarten. Aber selbst eine Dividende von 2 Euro je Aktie würde einer ordentlichen Dividendenrendite von gut 5,5% entsprechen.

Die Aktie von AURELIUS dümple nunmehr seit einiger Zeit vor sich hin - mit kleineren Ausschlägen nach oben oder nach unten. Richtig glücklich mit dem Aktienkurs seien weder die Aktionäre noch Markus selbst. Aber Beteiligungsgesellschaften hätten es an der Börse schon immer etwas schwerer. Die meisten Gesellschaften würden am NAV handeln. "Unsere gesamte Maschinerie, über den bisherigen Zeitraum konnten wir Multiples von durchschnittlich 8,5 Mal auf das eingesetzte Geld erzielen, wird gar nicht bewertet". Die erreichten Multiples, die Markus und sein Team bei den Transaktionen erziele, seien spitze. Hier könne kaum einer AURELIUS das Wasser reichen. Um der Aktie wieder frischen Wind einzuhauchen, sei es durchaus eine Überlegung wert, ob die Maschinerie nicht in einer Art Carry & Beratungsgesellschaft separiert werde, die Beteiligungen selbst bei AURELIUS bleiben würden, damit die Stärke des Geschäftsmodells besser gezeigt werden könne. Alternativ: Analog zu Oliver Samwer mit Rocket Internet, könnte Markus auch die Option "Going Private" prüfen. Kommentieren wollen habe der CEO weder die eine noch die andere Option. "Grundsätzlich schließen wir keine Option für AURELIUS aus."

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" meinen: Auf aktuellem Kursniveau ist die Aktie preiswert zu haben und sie raten daher zum Kauf von AURELIUS. (Analyse vom 03.02.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze AURELIUS-Aktie:

XETRA-Aktienkurs AURELIUS-Aktie:
33,02 EUR +1,48% (31.01.2020, 17:35)

Tradegate-Aktienkurs AURELIUS-Aktie:
33,80 EUR +2,74% (03.02.2020, 08:56)

ISIN AURELIUS-Aktie:
DE000A0JK2A8

WKN AURELIUS-Aktie:
A0JK2A

Ticker-Symbol AURELIUS-Aktie:
AR4

Kurzprofil AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA:

Die AURELIUS Gruppe (ISIN: DE000A0JK2A8, WKN: A0JK2A, Ticker-Symbol: AR4) ist eine europaweit aktive Investmentgruppe mit Büros in München, London, Stockholm und Madrid. Seit der Gründung im Jahr 2006 hat sich AURELIUS von einem lokalen Turnaround-Investor zu einem internationalen Multi-Asset-Manager entwickelt, der ein breites Branchenspektrum und die gesamte Bandbreite der Unternehmensfinanzierung abdeckt.

Die AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA ist der börsengehandelte Investmentarm mit Fokus auf Umbruch- und Sondersituationen sowie MidMarket-Transaktionen. Aktuell erzielen 21 Konzernunternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern in ganz Europa Umsätze von über 3,5 Milliarden Euro. Die Aktien der AURELIUS Equity Opportunities werden an allen deutschen Börsenplätzen gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,9 Milliarden Euro (Stand: April 2018).

Mit der gemeinnützigen AURELIUS Refugee Initiative e.V. betreibt AURELIUS ein umfangreiches Hilfsprogramm für Flüchtlinge auf dem Weg in ein besseres Leben.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.aureliusinvest.de. (03.02.2020/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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