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Mo, 26. Februar 2024, 23:05 Uhr

Zinsängste haben Börsen im Griff


13.03.06 09:06
iWatch

In dieser Woche jährt sich der Hochpunkt der internationalen Aktienmärkte auf Grund der "New-Economy-Bubble" zum 6. Male, so Uwe Raab, Wertpapierexperte vom "iWatch".

Am 10. März 2000 habe der DAX sein bisheriges Allzeithoch von 8.136 Punkten im Verlauf der damaligen Handelssitzung erreicht. Der NASDAQ Composite habe ebenfalls auf Allzeithoch mit Ständen deutlich oberhalb der Marke von 5.000 Zählern notiert. Die längst begrabenen und vergessenen Auswahl-Indices des Neuen Marktes Nemax 50 und Nemax All Share hätten sich jeweils der Marke von 10.000 Punkten angenähert, die diese aber nicht mehr erreicht hätten. Zur Erinnerung: Beide Indices seien bei rund 1.000 Punkten im Jahre 1997 gestartet. Eines der ersten dort notierten Unternehmen sei unter anderem mobilcom gewesen, später dann SINGULUS Technologies, die beide heute noch im Nachfolgeindex, TecDAX, zu finden seien.

Sechs Jahre später hätten die Solarwerte ähnliche Kurssprünge vollzogen, was die These zulasse, dass sich Börsen-Geschichten doch wiederholen würden. Der TecDAX baue sich langsam aber sicher in einen SolarDAX um. Mit der Solon AG komme am 20. März 2006 der bereits fünfte Solartechnologietitel in den Index, nach dem bereits Conergy, Ersol, Q-Cells und SolarWorld auf Grund ihrer stark gestiegenen Marktkapitalisierung den TecDAX sehr dominieren würden.

Sir Isaac Newton habe bereits gewusst, dass er die Umlaufbahn der Gestirne nahezu korrekt berechnen könne, aber nicht wohin eine Horde von Anlegern die Börsenkurse treiben könne. Isaac Newton solle völlig verarmt gestorben sein, nachdem er horrende Verluste bei Börsenspekulationen habe hinnehmen müssen. Die Gesetze über die Schwerkraft hätten aber auch heute noch ihre Gültigkeit und Berechtigung. Die Amerikaner würden dies zusammenfassen unter dem geflügelten Spruch: "What goes up, must come down".

Dass diese Gesetzmäßigkeit noch lange ihre Gültigkeit behalte, dafür würden die internationalen Notenbanken sorgen, in dem sie ab und an dem Weltfinanzsystem eine gehörige Portion an Liquidität entziehen und damit den wichtigsten Treibstoff für steigende Kurse kontingentieren würden. In der vergangenen Berichtswoche hätten nahezu alle Asset-Klassen, also Aktien, Renten- und Rohstoffe und bedingt sogar Immobilienvermögen, deutlich an Wert verloren.

Zu Wochenbeginn hätten die Bank of Canada und die Bank of South Korea ihre Leitzinssätze jeweils um 25 Basispunkte erhöht, hierbei handle es sich immerhin um Industrienationen mit der Rangfolge 8 und 9 nach Wirtschaftsleistung. Zudem habe die Notenbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde, die Bank of Japan (BoJ), angekündigt, dass eine Abkehr von der Null-Zins-Politik, die bislang seit über fünf Jahren Bestand habe, nur noch eine Frage der Zeit sei. Einige Volkswirte würden noch mit ersten Zinserhöhungen durch die BoJ gegen Jahresende 2006 rechnen, spätestens aber Anfang 2007. Dies wären die ersten Zinserhöhungen in Japan seit 1990 oder seit 16 Jahren!

Auch die Wall Street sei fest im Klammergriff der Federal Reserve, der mächtigsten Notenbank der Welt, zumal nun von mindestens zwei weiteren Zinserhöhungsschritten auf dann 5,00 Prozent gegen Ende März und Mitte Mai 2006 ausgegangen werde. Einige Auguren würden sogar auch noch einen dritten Schritt vermuten, der dann das Leitzinsniveau auf 5,25 Prozent hieven würde.

Die Kapitalmärkte würden dieses Szenario sukzessive einpreisen, da die US-Staatsanleihen ihre größten Kursverluste binnen Wochenfrist seit Mitte 2004, also seit knapp zwei Jahren habe verbuchen müssen. Die Rendite im zehnjährigen Laufzeitenbereich in den USA sei um bis zu 15 Stellen auf bis zu 4,79 Prozent angesprungen, was ein neues 52-Wochen-Hoch darstelle und dem höchsten Niveau seit Mitte 2004 entspreche. Auf dem Fuße seien die europäischen Rentenmärkte gefolgt, hier sei die Rendite am "langen Ende" auf bis zu 3,68 Prozent angestiegen, was das höchste Niveau seit April 2005 darstelle.

In Anbetracht dieses Zinsumfeldes sei es sehr verständlich, dass die europäischen Aktienmärkte ihren Höhenflug unterbrechen würden und die US-Indices nicht in der Lage seien die massiven Widerstände im Bereich der jeweiligen 52-Wochen-Höchststände nachhaltig zu nehmen. Erst klare Anzeichen für ein definitives Ende des seit 30. Juni 2004 vollkommen intakten Leitzinserhöhungszykluses in den USA, dürfte den internationalen Aktienmärkten die notwendige Inspiration, für weitere kräftige Kurssteigerungen, geben können. Aufschlüsse darüber würden sich die Marktteilnehmer von den am 10. März 2006 veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten in den USA erhoffen.





 
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