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So, 13. Juni 2021, 16:01 Uhr

Your Family Entertainment

WKN: A161N1 / ISIN: DE000A161N14

Your Family Entertainment attraktiver Filmstock


15.07.10 12:55
AC Research

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research empfiehlt weiterhin, die Aktien von Your Family Entertainment zu kaufen.

Your Family Entertainment habe sich als Anbieter von Kinder- und Familienunterhaltungsprogrammen am Markt positioniert. Die Gesellschaft konzentriere sich dabei auf hochqualitative, gewaltfreie und wertvermittelnde Inhalte. Die unternehmenseigene Filmbibliothek habe im Laufe der Zeit auf mittlerweile mehr als 3.500 Halbstunden an Kinder- und Jugendprogrammen ausgebaut werden können. Zudem betreibe die Gesellschaft auch ihren eigenen Pay-TV-Sender "yourfamily".

Die Analysten hätten im Anschluss an die gestrige Hauptversammlung der Gesellschaft die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit dem Alleinvorstand Dr. Stefan Piëch gehabt. Dabei habe man definitiv den Eindruck gewonnen, einen Menschen getroffen zu haben, der seine persönliche Berufung gefunden habe.

Auf die Frage nach dem im Juni bekannt gegebenen Verkauf von 52 Folgen der Serie Landmaus & Stadtmaus an das russische Staatsfernsehen Channel One habe Piëch geantwortet, dass es bereits mehrere Lizenzverkäufe in Russland gegeben habe. Allerdings sei der Verkauf an Channel One, der ein Auftragsvolumen im sechsstelligen Euro-Bereich umfasse, deswegen besonders bedeutsam, da es sich hierbei um das Staatsfernsehen handle. Damit habe Your Family Entertainment einen ganz wichtigen Referenzkunden gewinnen können. Dies sollte sich nach Meinung der Analysten deutlich positiv auf die zukünftigen Absatzpotenziale des Unternehmens in Osteuropa auswirken.

Entsprechend gehe Piëch auch davon aus, dass sich der Anteil der im Ausland erwirtschafteten Umsatzerlöse, der sich im Jahr 2009 bereits um 23 Prozentpunkte auf 41% verbessert habe, in den kommenden Jahren weiter erhöhen werde. Besonders hohe Potenziale sehe Piëch neben Osteuropa auch in den Beneluxstaaten.

Bei der Nachfrage zum Pay-TV-Sender "yourfamily" habe Piëch verlauten lassen, dass die Abonnentenzahl derzeit "sehr gut sechsstellig" sei. In Bälde werde wahrscheinlich der einmillionste Abonnent begrüßt werden können. Piëch sehe den Sender als bedeutenden Bestandteil des Unternehmens, da mit diesem gut planbare Umsatzerlöse erwirtschaftet werden könnten.

Ein ganz wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Your Family Entertainment sei auch der Kauf eines Animations-Serienpaketes mit 236 Folgen a 30 bzw. 15 Minuten vom Medienfonds Berliner Animations Film BAF GmbH & Co. KG gewesen. Dieser Zukauf sei im Sommer 2009 erfolgt. Die originären Herstellungskosten hätten bei etwa 75 Millionen Euro gelegen. Den Preis, der dafür bezahlt worden sei, habe Piëch zwar nicht nennen wollen. Allerdings sei hierfür aller Voraussicht nach lediglich ein niedriger einstelliger Millionen-Euro-Betrag gezahlt worden. Your Family Entertainment habe die Rechte an den Serien zeitlich unbefristet erworben und könne sie auch auf allen Medien einsetzen. Der Fonds habe alle Serien selbst produziert. Auf die Frage, welchen Preis man heute wahrscheinlich für das erworbene Programmpaket bei einem Verkauf erzielen könnte, könnte laut Piëch beim Vergleich mit ähnlichen internationalen Transaktionen eine Summe von geschätzten 15 Millionen Euro möglich sein.

Im Jahr 2008 habe Kagan, das weltgrößte Bewertungsinstitut für Filme mit Sitz in Los Angeles, eine Schätzung über den Wert der Filmbibliothek von Your Family Entertainment erstellt. Dabei sei ein Wert in Höhe von 33,7 Millionen Euro ermittelt worden. Danach habe Your Family Entertainment noch die Lizenzen für 26 Programme mit insgesamt rund 700 Episoden von Nelvana International langfristig verlängert. Zudem sei auch der zuvor erwähnte Zukauf von der Berliner Animations Film BAF GmbH & Co. KG nicht in der Schätzung enthalten gewesen, so dass der Wert der Filmbibliothek heute noch weit höher anzusetzen sei. Trotz des potenziell deutlich höheren Wertes der Filmbibliothek sei das Filmvermögen der Gesellschaft in der Bilanz von 2009 mit lediglich 14,156 Millionen Euro angesetzt worden, was auch die konservative Bilanzpolitik des Unternehmens verdeutliche.

Den Anteil der Filmbibliothek, der derzeit auslizenziert sei, habe Piëch grob auf etwa 15% geschätzt. Hierdurch werde deutlich, welches Vermarktungspotenzial noch in der Bibliothek des Unternehmens stecke. Das Marktumfeld gestalte sich derzeit für die Gesellschaft allerdings noch relativ schwierig. So seien viele Sender vor dem Hintergrund schwacher Werbeeinnahmen auch beim Zukauf von Programmen sehr vorsichtig. Allerdings würden sich für Your Family Entertainment im Zuge der fortschreitenden Technik zum Beispiel über Handy TV, iTunes oder das iPad auch neue Vertriebswege eröffnen. Zudem sei im Bereich Merchandising zu Ostern mit Aldi Nord eine Aktion zum Thema Landmaus & Stadtmaus durchgeführt worden. Um die Verwertungspotenziale optimaler abschöpfen zu können, denke Your Family Entertainment nach Angaben Piëchs auch darüber nach, bestimmte Verwertungspotenziale auszulagern. So könne zum Beispiel eine eigene Abteilung für den Lizenzhandel in Osteuropa oder etwa für den Bereich Video on Demand gegründet werden.

Nach der Insolvenz von TV Loonland und BKN International sei Your Family Entertainment der einzig verbliebene unabhängige deutsche Anbieter von Kinder- und Familienunterhaltungsprogrammen. Ursächlich für die Insolvenz der beiden Konkurrenten und auch für die zwischenzeitliche Schieflage der Vorgängergesellschaft von Your Family Entertainment, der RTV Family Entertainment, sei vor allem gewesen, dass man zu stark in kostenintensive Eigenproduktionen investiert habe. Nach dem Zusammenbruch des Medienmarktes hätten dann die Ausgaben nicht wieder eingenommen werden können.

Daher werde sich Your Family Entertainment vor allem auf die Auswertung der eigenen Filmbibliothek konzentrieren und auch zukünftig nur in geringem Umfang selbst produzieren. Hierdurch könne das Unternehmen das Geschäftsrisiko deutlich reduzieren. Ein zentraler Schlüssel zum zukünftigen Erfolg der Gesellschaft liege in der Intensivierung des Vertriebs. Wenn der Vertrieb besser laufe, dann würden dem Unternehmen auch mehr Rechte angeboten, wodurch die eigene Filmbibliothek verjüngt werden könne. Dies erhöhe dann wiederum die Absatzpotenziale des Unternehmens.

Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass Your Family Entertainment über eine ausgezeichnete Filmbibliothek verfüge, die sehr hohe Vermarktungspotenziale aufweise. Gleichzeitig würden in der Bibliothek vor dem Hintergrund ihres sehr niedrigen Wertansatzes in der Bilanz noch hohe stille Reserven schlummern. So gebe der Wertansatz der Bibliothek in keinster Weise deren Marktwert wieder. Gleichzeitig verfüge das Unternehmen mit Dr. Stefan Piëch über einen überaus kompetenten und einsatzfreudigen Vorstand, der tief mit der Gesellschaft verwurzelt sei und über die Film & Medien Beteiligungs GmbH selbst einen Anteil von knapp 79% an Your Family Entertainment halte. Dies sei gerade im Medienumfeld von besonderer Bedeutung.

Des Weiteren seien vor allem Zeichentrickserien nur einem sehr langsamen Alterungsprozess unterworfen und könnten über einen sehr langen Zeitraum ausgewertet werden. So scheine es nach Einschätzung der Analysten durchaus realistisch, dass sich auch unsere Enkel noch gerne Serien wie beispielsweise Fix & Foxi ansehen würden. Vor diesem Hintergrund erscheine das Unternehmen beim gestrigen Schlusskurs von 1,35 Euro mit einer Marktkapitalisierung von knapp 12 Millionen Euro sehr günstig bewertet.

Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Your Family Entertainment zu kaufen. (Analyse vom 15.07.2010) (15.07.2010/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Die aktiencheck.de AG und mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der analysierten bzw. gegenständlichen Gesellschaft eine Vereinbarung zur Erstellung der Finanzanalyse getroffen. Die Analyse wurde vor der Veröffentlichung dem analysierten Unternehmen zur redaktionellen und inhaltlichen Prüfung übermittelt. Weder der Analyst noch ein Mitglied des Haushalts des Analysten besitzen Aktien der analysierten Gesellschaft. Die Vergütung des Analysten erfolgt unabhängig von der Erstellung der Finanzanalysen und steht weder direkt noch indirekt, auch nicht in Teilen, in irgendeinem Zusammenhang mit Empfehlungen und Einschätzungen des Analysten.





 
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