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Wirecard

WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060

Wirecard Zahlungsverkehr-Abwicklung macht sich weiter bezahlt


09.02.12 10:33
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Wirecard ein spekulativer Kauf.

In einer Welt, in der die Konsumenten gerne einfach, unkompliziert, aber natürlich auch sicher einkaufen möchten, seien diejenigen, die zwischen Verkäufer und Konsument den Zahlungsverkehr abwickeln würden, besonders gefragt. Hierzu zähle die Firma Wirecard. Das Unternehmen befinde sich auf einem konsequenten Expansionskurs und möchte durch weitere Zukäufe, vor allem in Asien, aber auch durch das wachsende E-Commerce-Geschäft und die vermehrte Nutzung von Plastikgeld weiter gutes Geld verdienen.

In Europa gebe es einen wachsenden Trend, Einkäufe mit Bezahlkarten abzuwickeln. Vielleicht werde die Verwendung von Plastikgeld niemals die Ausmaße erreichen wie das in den USA der Fall sei, allerdings biete dieses Feld allen Dienstleistern einen wachsenden Markt, die ihre Dienste im Bereich Zahlungsverkehr anböten. Dazu gehöre auch die Wirecard AG aus Aschheim bei München. Dabei böten die Bayern ihren Kunden Produkte und Dienstleistungen rund um den elektronischen Zahlungsverkehr an.

Laut Unternehmensangaben sei es das Ziel, weltweit Unternehmen und Konsumenten die sichere und reibungslose Abwicklung elektronischer Zahlungen zu ermöglichen. Zu diesem Zweck könne man auf über 85 Zahlungs- und Risikomanagementlösungen zurückgreifen, um weltweit über 12.000 Unternehmen aus den verschiedensten Branchen bei der Automatisierung ihrer Zahlungsprozesse und der Minimierung von Forderungsausfällen zu unterstützen.

Neben dem Geschäft mit Bezahlkarten profitiere Wirecard weiterhin von der Tatsache, dass der Online-Handel insgesamt in Europa noch nicht sehr stark ausgeprägt sei und dass dort ebenfalls erhebliche Wachstumschancen lauern würden. In diesem Feld würden die Münchner mit ihrem eigenen Internetbezahldienst gegen andere Mitbewerber wie u. a. PayPal antreten. Beim Thema Online-Handel müsse man gar nicht an die Großen wie eBay oder Amazon.com (ISIN US0231351067 / WKN 906866) denken. Denn immer mehr Händler müssten erkennen, dass die Kunden immer häufiger ihre Einkäufe bequem von zu Hause aus tätigen möchten, und dazu brauche man einfache und sichere Internetbezahldienste.

Dass Wirecard mit der Abwicklung des Zahlungsverkehrs gutes Geld verdienen könne, habe das TecDAX-Unternehmen mit den jüngst vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres gezeigt. Der Umsatz sei im Schlussquartal 2011 im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 20% auf 92,3 Mio. Euro gesteigert worden. Beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe man im gleichen Zeitraum sogar um 26,2% auf 26,0 Mio. Euro zulegen können.

Auf das gesamte Geschäftsjahr 2011 gesehen habe der Umsatz mit 19,6% auf 324,7 Mio. Euro ähnlich stark zulegen können wie der Quartalsumsatz. Auf Gesamtjahressicht sei der Anstieg des EBITDA dabei mit 15,4% auf 84,6 Mio. Euro etwas schwächer ausgefallen, wobei dieses Ergebnis immer noch innerhalb der eigenen Prognose von 83 bis 89 Mio. liegen würde. Der offizielle Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2011 werde am 17. April veröffentlicht.

Wirecard möchte sich allerdings nicht auf diesen sehr guten Geschäftsergebnissen ausruhen. Insgesamt schaue man in Aschheim positiv in die Zukunft. Dabei solle vor allem die Expansion in Asien, aber auch in Europa zum Unternehmenswachstum beitragen. Zu diesem Zweck habe Wirecard im November letzten Jahres Systems@Work aus Singapur zu 100% gekauft. Das Unternehmen sei im Jahr 2000 gegründet worden und sei unter der Marke TeleMoney mit über 500 Kunden einer der führenden technischen Zahlungsverkehrsdienstleister für Händler und Banken im ostasiatischen Raum. Von diesem werde für das laufende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 4,5 Mio. Euro erwartet.

Welche Vorteile der Deal mit Systems@Work für Wirecard mit sich bringe, erläutere CEO Dr. Markus Braun: "Durch die Übernahme der Systems@Work stärken wir unsere Position im ostasiatischen Markt und erweitern unser regionales Kundenportfolio. Die Unternehmensphilosophie von Systems@Work ist unserer Strategie, bei der Zahlungsabwicklung vorrangig Internettechnologien zu nutzen, sehr ähnlich."

Zusätzlich dazu sei im Dezember letzten Jahres für etwa 10 Mio. Britische Pfund - je nach Erfolg des Geschäfts - die Prepaidkarten-Sparte der Newcastle Building Society übernommen worden. Wirecard werbe selbst für diese Übernahme damit, dass das Prepaidkarten-Portfolio der Newcastle Building Society mit etwa 1,5 Mio. Prepaidkarten in sechs europäischen Ländern zu den größten in Europa gehöre. Somit möchten die Münchner ihre eigene Position in der Spitze dieses Segments festigen.

Das neue Geschäft solle im laufenden Geschäftsjahr mindestens 1,8 Mio. Euro zum EBITDA des gesamten Unternehmens beitragen. Dazu Dr. Markus Braun: "Mit dieser Transaktion verstärken wir unsere Aktivitäten in Großbritannien und treiben die Internationalisierung im Prepaidkarten-Bereich voran. Ich bin überzeugt, dass wir die bestehenden Vertriebspartnerschaften nicht nur erfolgreich fortführen, sondern durch unsere Expertise im Bereich innovativer Prepaidkarten-Lösungen auch weiter ausbauen können."

Neben dem Vorantreiben seines Expansionskurses möchte die Wirecard AG auch weiterhin vom wachsenden E-Commerce-Markt in Europa profitieren. Hierbei erwarte man von Unternehmensseite, dass der europäische E-Commerce-Markt im Jahr 2012 ein Wachstum von 11% aufweisen werde. Mit diesen Prognosen im Rücken gehe der Vorstand dabei für das laufende Geschäftsjahr von einem EBITDA in der Region zwischen 103 und 115 Mio. Euro aus.

Bei den sehr guten Geschäftszahlen und den positiven Wachstumsaussichten für die Wirecard AG sollte auch einer guten Performance der Wirecard-Aktie wenig im Weg stehen. Allerdings könne man das Papier mit einem 2012er KGV von 20 nicht als sehr günstig bezeichnen. Doch wer darauf setze, dass sich der eingeschlagene Trend nach oben weiter fortsetze, werde seine wahre Freude mit diesem Papier erleben. Man müsse bedenken, dass der Aktienkurs seit dem Einbruch im Sommer letzten Jahres, als die Kurse insgesamt aufgrund der Hysterie um die europäische Staatsschuldenkrise eingebrochen seien, eine beeindruckende Geschwindigkeit hingelegt habe und in der Zeit bis heute einen Anstieg von etwa 40% habe bewerkstelligen können.

Ein kurz- bis mittelfristiges Kursziel von 17,00 bis 19,00 Euro erscheine angesichts des bestehenden Aufwärtstrends nicht unrealistisch zu sein - zumal das Papier sich auf All-Time-High bewege und wichtige Indikatoren wie GD200, GD100, Bollinger-Bänder und Momentum grünes Licht geben würden.

Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Wirecard-Aktie ein spekulativer Kauf. Den Stopp-Loss sollte man bei 12,40 Euro setzen. (Aktien Ausgabe 536 vom 08.02.2012) (09.02.2012/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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