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Whole Foods Market

WKN: 886391 / ISIN: US9668371068

Whole Foods Market-Aktie: teure Aktie mit guten Wachstumsaussichten


10.12.12 09:54
Heibel-Ticker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Nach Ansicht der Experten von "Heibel-Ticker" ergibt sich bei der Whole Foods Market-Aktie eine Kaufgelegenheit, jedoch nur für spekulativ eingestellte Anleger.

Im Land der Big Macs und Hot Dogs sei der Bedarf nach gesunder Ernährung zu einem Megatrend geworden. Organische Lebensmittel ohne chemische Zusätze würden zu einem deutlich höheren Preis verkauft als herkömmliche Lebensmittel. Auch in Deutschland könne man diesen Megatrend leicht aufspüren: Ein Dinkel-Vollkornbrötchen bei einem Bäcker koste das Dreifache eines "normalen" Brötchens. Jeder Supermarkt habe seine eigene Bio-Marke, und selbst Maggie- und Knorr-Fertigsuppen kämen inzwischen teilweise ohne Glutamat oder Geschmacksverstärker aus.

Während in Deutschland vorgeschrieben werde, wer welchen grünen Stempel erhalten dürfe, sei es in den USA zu einem großen Teil dem Marketing eines Unternehmens zuzuschreiben, wenn die eigenen Produkte als "gesund" betrachtet würden. Whole Foods Markets gebe immer wieder ausführliche Berichte über die eigenen Herstellungsmethoden und über die strengen Auswahlkriterien, denen sich die Lieferanten unterwerfen müssten und liste die Inhaltsstoffe der Produkte wesentlich detaillierter auf als die Konkurrenz. Das Konzept funktioniere; im abgelaufenen Geschäftsjahr habe Whole Foods 11,7 Mrd. USD umgesetzt und 466 Mio. USD Gewinn daran gemacht. Eine ordentliche Gewinnmarge (4%) für einen Supermarkt, wo doch eigentlich die Margen hauchdünn seien (1 bis 2%).

Das Wachstum werde nicht nur durch die aggressive Expansionspolitik erzielt, auch die Umsätze der bestehenden Läden würden anwachsen - und das mit zunehmender Geschwindigkeit. Gerade einmal 300 Whole Foods Markets gebe es in den USA, das Management habe vorgerechnet, dass auch mit 1.000 Märkten noch keine Sättigung auf dem US-Kontinent erreicht würde. Es gebe also noch genug Raum für Wachstum auf dem Heimatmarkt, bevor Whole Foods das Abenteuer einer Auslandsexpansion eingehen müsste.

Während der Umsatz im jüngsten Geschäftsjahr mit 23,6% angewachsen sei, sei der Gewinn sogar um 49,4% gestiegen. Nennenswerte Schulden gebe es nicht, stattdessen lägen 1,2 Mrd. USD in bar auf der hohen Kante. So eine makellose Bilanz habe ihren Preis: Das KGV stehe bei stolzen 36, auf Basis der Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr (bis September 2013) ergebe sich ein KGV 13e von 27. Die PEG-Ratio (also KGV im Verhältnis zum Wachstum) liege bei 1,9, was nach Erfahrung der Experten selbst für ein Wachstumsunternehmen den oberen Rand der Bewertung darstelle.

Aktionäre, die am 10. Dezember die Whole Foods-Aktie halten würden, würden mit einer Sonderdividende von 2 USD beglückt. Der Hintergrund dieser Sonderdividende sei ganz einfach: Zum Jahreswechsel würden die Steuern in den USA steigen. Je nachdem, ob sich die Regierung mit der Opposition noch werde einigen können, werde die Steigerung mild ausfallen oder nicht. Denn derzeit würden noch diverse Steuererleichterungen laufen, die Präsident Bush befristet eingeführt habe. Diese Steuererleichterungen würden wegfallen, wenn es keine Einigung gebe. Und das bedeute teilweise empfindlich höhere Steuern auf Einkommen und auch für Unternehmen.

Um dieser absehbaren und mehr oder minder heftig ausfallenden Steuererhöhung zuvorzukommen, habe Whole Foods die Sonderdividende beschlossen. Sie werde noch unter den alten Bedingungen der Steuererleichterung Bushs ausgeschüttet und daher von Aktionären mit nur 15% versteuert werden. Sollte es keine Einigung geben, könnte diese Dividende im kommenden Jahr je nach individuellem Steuersatz mit über 30% versteuert werden müssen. Dann doch lieber heute 15%, oder?

Doch die Sonderdividende sei kein ganz uneigennütziges Geschenk. Mit einem Kursanstieg von 40% im laufenden Jahr gehöre Whole Foods zu den besten Aktien des Jahres. Viele Anleger würden also auf hohen Buchgewinnen sitzen. Anleger, die ohnehin wankelmütig seien, wie lange sie die Aktie noch würden behalten wollen, würden ihre Entscheidung sicherlich noch in diesem Jahr treffen, denn auch der Kursgewinn werde in diesem Jahr noch pauschal mit 15% besteuert, während er im nächsten Jahr mit dem individuellen Steuersatz belegt werde.

Als die Fiskalklippe ins Gerede gekommen sei, hätten als erstes insbesondere die Aktien mit den größten Kursgewinnen im laufenden Jahr nachgegeben. Whole Foods sei um 11% von 78,5 auf unter 70 Euro gefallen.

John Mackay heiße der Mitbegründer und Co-CEO des Unternehmens, und er gebe die Richtung an. Gemeinsam mit Co-CEO Walter Robb, CFO Glenda Flanagan und COO A.C. Gallo arbeite er bereits seit vielen Jahren an der Strategie des Unternehmens. Alle vier seien 58/59 Jahre alt und würden sich blind kennen, das Management sei eingespielt und nachweislich erfolgreich. Das nenne man solide.

Und in dem Alter denke man in den USA noch lange nicht ans Aufhören. Die Experten würden denken, dass dieses Team noch mindestens fünf Jahre unverändert weiterarbeiten werde. Kontinuität im Management sei inzwischen ein wichtiger Faktor bei der Bewertung von Unternehmen geworden, daher stelle man diesen Punkt für Whole Foods hier so heraus.

Ein Schnäppchen sei Whole Foods trotz des 11%-igen Kursrutsches nicht, doch die Experten hätten Whole Foods bei 20 Euro in meine Beobachtung genommen und würden seither darauf warten, dass diese Aktie einmal "günstig" zu haben sei - vergeblich. Gute Unternehmen würden immer eine hohe Bewertung haben. Die Aktie werde also nicht aufgrund irgendwelcher Sonderfaktoren nach oben ausbrechen, sondern, solange das Geschäft so solide weiter wachse, ganz einfach ebenfalls mit zweistelligen Wachstumsraten mitwachsen.

Es gebe in Augen der Experten drei Risiken: zum einen Managementfehler und zum anderen ein Ende des Megatrends der gesunden Ernährung. Aufgrund der Kontinuität im Management würden sie das Risiko von Fehlentscheidungen als gering bezeichnen. Und der Megatrend gesunde Ernähung sei ebenfalls in Augen der Experten erst in den Kinderschuhen.

Das dritte Risiko sei natürlich der Aktienmarkt selbst. Heute werde für Wachstumsunternehmen eine PEG-Ration von nahezu 2 für angemessen betrachtet. In Krisenzeiten hingegen falle so eine PEG-Ration schnell mal unter 1. Wenngleich Whole Foods gerade von den oberen Einkommensschichten genutzt werde, wo die Fiskalklippe und auch eine eventuelle Rezession nicht gleich zur Änderung der Einkaufsgewohnheiten für Lebensmittel führe, würde die Aktie jedoch selbstverständlich in schlechten Börsenzeiten besonders stark unter die Räder geraten.

Die Experten von "Heibel-Ticker" sehen bei der Whole Foods Market-Aktie eine Kaufgelegenheit, jedoch nur für spekulativ eingestellte Anleger. (Ausgabe 49 vom 07.12.2012) (10.12.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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