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Mo, 4. Juli 2022, 14:10 Uhr

Währungsmärkte zwischen Hoffnung und Skepsis


21.08.07 10:31
HypoVereinsbank

München (aktiencheck.de AG) - Die Märkte standen auch gestern noch unter dem Eindruck der FED-Zinsentscheidung vom vergangenen Freitag, berichten die Analysten der HypoVereinsbank.

Durchweg herrsche in allen Assetklassen eine Stimmung zwischen Hoffnung und Skepsis. Bei den Währungsmärkten sei dies nicht anders, obwohl die Hoffnung, ohne die Skepsis zu vernachlässigen, vergleichsweise stark ausgeprägt sei.

Als Barometer würden diesbezüglich wie immer die Carry-Trade-Paritäten dienen. Zugegebenermaßen seien die jüngsten Gegenbewegungen in den JPY-Paritäten auf der einen, und den NZD (Neuseeländischer Dollar)-Paritäten auf der anderen Seite vorerst lediglich ein Ausdruck der Erleichterung (Relief-Rally). Aber die grundsätzliche Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Carry-Trade-Aktivitäten, unter entsprechend günstigen Rahmenbedingungen, sei unverkennbar.

Andererseits seien natürlich die Rahmenbedingungen, beispielsweise die Optionsvolatilitäten für Aktien und Währungen, noch längst nicht als günstig zu bezeichnen. An den Aktienbörsen selber sei nach der ersten Euphorie ebenfalls längst kein klarer Trend absehbar. Jeder fürchte entweder neue Negativschlagzeilen vom Subprime-Sektor, oder/und warte oder hoffe auf weitere Signale von den Zentralbanken, insbesondere der FED.

In diesem Spannungsfeld dürften sich auch heute keine nachhaltigen Richtungsentscheide an den Währungsmärkten etablieren. Dies dürfte, zumal angesichts des ausgedünnten Datenkalenders, bei unverändertem Kenntnisstand hinsichtlich der FED-Politik und Subprime-Thematik in den nächsten Tagen nicht anders sein.

Die am Donnerstag früh anstehende BoJ (Bank of Japan)-Zinsentscheidung werde die FX-Märkte ebenfalls zur Zurückhaltung veranlassen, obgleich angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung oder einer erneuten Verschiebung hinsichtlich erneuter JPY-Shortpositionierungen letztlich von untergeordneter Bedeutung sein werde. Der Schlüssel liege spätestens nach dem Überraschungscoup vom letzten Freitag bei der FED.

Die Analysten der HypoVereinsbank hätten gestern bereits auf den schmalen Grat der Hebelwirkung hinsichtlich der künftigen FED-Politik hingewiesen: Keine Leitzinssenkung bei anhaltender Subprime-Krise hieße Fortsetzung der Carry-Trade-Unwinding-Story. Leitzinssenkung per se, oder sogar in Verbindung mit einem Gewöhnungsprozess in Sachen Subprime-Krise und ohne dramatische Auswirkungen der Krise auf die US-Konjunktur hieße Carry-Trades aus vollen Rohren.

SNB (Schweizer Nationalbank)-Präsident Roth habe diesen Balance-Akt gestern auf den Punkt gebracht, als er einerseits die Verantwortung der Zentralbanken zur Vertrauensbildung an den internationalen Finanzmärkten hervorgehoben habe, aber andererseits vor einer Rückkehr zu niedrigen Volatilitäten gewarnt habe, die bei den Märkten erneut zu jener Risikobereitschaft (one-way bets) führen könnte, welche man bis vor einigen Wochen seitens der Zentralbanken äußerst kritisch kommentiert habe.

Angesichts der übergeordneten Risiko-Thematik mit all ihren (noch) unbeantworteten Fragen mache es aus der Sicht der Analysten weiterhin kaum Sinn, explizit auf einzelne Währungspaare einzugehen. Immer unter der Voraussetzung des Ausbleibens jedweder dramatischer Neuigkeiten hinsichtlich der komplexen Subprime-Problematik oder der Mitte September anstehenden FED-Entscheidung würden sie für den restlichen Wochenverlauf bei den Hauptwährungspaaren folgende Trading Ranges erwarten:

EUR/USD: 1,3400 bis 1,3550 - schwache ZEW-Indices könnten vorübergehend wiederholt Abwärtspotenzial freisetzen, da sie die veränderte Marktwahrnehmung für die Stabilität der Eurozone bestätigen würden. Erneut schwache US-Immobiliendaten dürften hingegen, wie auch schon in der letzten Woche, den USD nicht übermäßig belasten.

EUR/JPY: 152,00 bis 156,50 - hier dürfte die Unterdrückung der Emotionen - Angst und Begierde - besonders schwer fallen und daher weiterhin in einer breiten Handelsrange zum Ausdruck kommen.

USD/JPY: 113,20 bis 115,75 - Haupteinflussfaktor sei die Carry-Trade-Thematik, aber die USD-Performance spiele ebenfalls eine gewisse Rolle, daher erwarte man weniger Schwankungsspielraum als beim EUR/JPY.

EUR/CHF: 1,6200 bis 1,6330 - die Analysten würden hier ebenfalls eine starke Marktzurückhaltung erwarten, aber insbesondere das Aufwärtspotenzial scheine ihnen doch begrenzt zu sein, da der CHF im Falle einer Fortsetzung des Carry-Trade-Unwindings im Vergleich zum JPY einiges nachzuholen hätte.

EUR/GBP: 0,6755 bis 0,6830 - grundsätzlich bleibe hier der Spielraum aufgrund der engen Korrelation zwischen EUR/USD und Cable weiterhin limitiert. Normalerweise würden die Analysten die Range noch enger setzen. Da aber das GBP auch vom Schicksal der Carry-Trades zumindest mit beeinflusst werde, müsse man zeitlich begrenzte Ausschläge mit einkalkulieren. (21.08.2007/ac/a/m)




 
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