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Mo, 26. Februar 2024, 21:57 Uhr

Vergangene Börsenwoche turbulent


02.05.06 08:39
iWatch

Die vergangene Börsenwoche verlief erneut turbulent und produzierte reihenweise neue Mehrjahreshöchststände, so Uwe Raab von "iWatch".

Insbesondere der Rentenmarkt kenne zurzeit nur eine Richtung und die führe mit den Renditen nach oben und die Anleihenkurse nach unten. In den USA seien die zehnjährigen Staatsanleihen mit 5,14 Prozent auf das höchste Niveau seit Mai 2002 angestiegen. In Europa würden für Staatsanleihen des Euroraumes erstmals seit September 2004 mehr als 4,00 Prozent geboten und in Japan stünden erstmals seit August 1999 über 2,00 Prozent auf dem Kupon.

Hierzu habe auch die überraschende Zinserhöhung der Peoples Bank of China (PboC), also der chinesischen Zentralbank, beigetragen, die die Leitzinsen von zuvor 5,58 Prozent um 27 Basispunkte auf nun 5,85 Prozent angehoben habe. Damit versuche China die überbordende Konjunktur im Reich der Mitte etwas zu dämpfen. Am heftigsten hätten die Nicht-Edel-Metalle bzw. Industriemetalle Kupfer und Zink auf diese Nachricht mit Preisabschlägen von bis zu 5 Prozent binnen 24 Stunden reagiert, allerdings von einem sehr hohen Niveau aus betrachtet, nämlich jeweils von vorangegangenen neuen Allzeithöchstständen, wie z. B. von 7.700 US-Dollar je Tonne Kupfer.

Auch der Ölpreis habe von seinen bisherigen Topständen bei Kursen über 75 US-Dollar auf zuletzt knapp 71 US-Dollar je Barrel merklich nachgegeben. Dahingegen habe sich der Goldpreis bislang nahezu unbeeindruckt gezeigt, ähnlich wie der Silberpreis, der nach einem Kursrutsch von zuvor 14,70 US-Dollar auf bis zu 12 US-Dollar nun bei rund 12,80 US-Dollar ein neues tragfähiges Niveau gefunden zu haben scheine.

Die Nebenwerte-Indices am deutschen Aktienmarkt wie etwa M- und SDAX hätten serienweise neue Allzeithöchststände markieren können. Der DAX 30 habe mit 6.123 Zählern immerhin das höchste Niveau seit dem 03. Juli 2001 erklommen. Die nächste optische Marke von 6.200 Punkten sei letztmals am 11. Juni 2001 markiert worden, während die nächste massive technische Hürde bei etwa 6.230 Punkten zu erwarten sei. Bei einem Niveau von 6.100 Punkten würden die Unternehmen im DAX 30 einen Börsenwert von rund 800 Milliarden Euro und damit im Schnitt über 26 Milliarden Euro je DAX-30-Unternehmen repräsentieren. Das sei in etwa soviel wie der gesamte SDAX mit 27 Milliarden Euro bzw. der TecDAX mit 36 Milliarden Euro wert sei.

Sehr volatil wiederum sei es am Devisenmarkt zugegangen. Hier habe der Euro gegenüber dem US-Dollar mit 1,2545 US-Dollar ein neues Neun-Monats-Hoch markiert und sei damit so teuer wie seit August 2005 nicht mehr. Grund für den Kurssprung des Euros gegenüber dem Greenback seien die Äußerungen des FED-Chefs Ben Bernanke, der den Märkten eine neue Option im Hinblick auf die mittelfristige Geldpolitik der US-Notenbank offeriert habe.

Demzufolge könnte auf der nächsten Sitzung am 10. Mai 2006 eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 5,00 Prozent erfolgen, um dann während den Sommermonaten Juni, Juli und August eine Zinserhöhungspause einzulegen. Danach könnte es je nach Datenlage aber durchaus wieder mit den Leitzinserhöhungsschritten weiter nach oben gehen. Am heftigsten habe wie bereits erwähnt der Devisenmarkt auf dieses neue Szenario reagiert, verhalten positiv die Aktienmärkte.

Für den Dow Jones hätten die Impulse allerdings noch dazu ausgereicht, um bei 11.414Punkten ein neues Sechs-Jahres-Hoch zu markieren, während der S&P-500-Index trotz dieser neuen Aussichten den massiven Widerstandsbereich zwischen 1.309 und 1.311 Zählern sowie das 52-Wochen-Hoch bei 1.318 Punkten nicht habe nehmen können. Der NASDAQ Composite sei dahingegen mit 2.368 Punkten in die Nähe des 52-Wochen-Hochs angestiegen. Ergo: Die US-Indices würden damit in Lauerstellung für den erwarteten deutlichen Kurssprung nach oben bleiben.





 
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