Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 5. Oktober 2022, 15:00 Uhr

US- und Chinas Wirtschaft im Blickpunkt


29.07.08 13:23
PEH Wertpapier

München (aktiencheck.de AG) - In den USA werden die in guten Zeiten aufgetürmten Schulden bei steigenden Zinsen nun zu einer schweren Bürde, so die Experten von PEH Wertpapier.

Unzählige Hausbesitzer stünden vor dem Ruin. Hier liege einer der fundamentalen Gründe, warum das Vertrauen der US-Verbraucher im April auf den tiefsten Stand seit einem Vierteljahrhundert gefallen sei: Viele Amerikaner müssten zuerst Zinsen zahlen, Schulden tilgen und wieder Boden unter den Füßen finden, bevor sie daran denken könnten, wieder fröhlich loszukonsumieren - erst recht nicht auf Kredit.

Es gebe Blasen, die irgendwann platzen würden. Über Nacht würden riesige Vermögen vernichtet. Die Preisblase des US-Immobiliensektors sei ein Beispiel dafür. Und es gebe Blasen, die langsam aber stetig die Luft verlieren würden. Die Entwicklung in China folge diesem Muster. Ohne lauten Knall - aber nicht minder dramatisch - sei es an der Shanghai Stock Exchange in den letzten Monaten nur in eine Richtung gegangen: Seit Jahresbeginn würden sich die Verluste an den chinesischen Börsen auf 32 Prozent summieren.

In China sei die Situation ganz anders als in den USA: Die steigenden Börsenkurse hätten das Verhalten der Chinesen nicht geändert. Sie hätten die Kursgewinne nicht zu höheren Ausgaben genutzt. Und sie hätten vor allem - ganz anders als die Amerikaner - keine zusätzlichen Konsumkredite mit Vermögenswerten als Bürgschaft aufgenommen. Lediglich für viele Kleinsparer habe sich der Traum vom schnellen Reichtum verflüchtigt. China sei zum zweitgrößten Exporteur und zum drittwichtigsten Importeur aufgestiegen.

Offiziell werde die Inflation mit 5% angegeben, in Wirklichkeit dürfte sie aber bei 10% liegen. Das rasante Wachstum der letzten 30 Jahre beginne seinen Tribut zu fordern. Die ökologischen, demografischen, gesellschaftlichen und politischen Versäumnisse und Verwerfungen würden sich mehr und mehr bemerkbar machen. Vergleiche zu Japan würden sich auftun - zwischen 1950 und 1973 sei Japan ähnlich stürmisch wie China in den letzten Jahren gewachsen. Eine Korrektur der Kurse sei also unumgänglich gewesen.

Langfristig bleibe China jedoch ein hochinteressanter Wachstumsmarkt - nicht zuletzt, weil im Konsum noch ein massiver Nachholbedarf bestehe. Auch wegen der nun realistischeren Kurse lohne es sich, genau zu beobachten und gegebenenfalls wieder einzusteigen. (Ausgabe vom 21.07.2008) (29.07.2008/ac/a/m)