Suchen
Login
Anzeige:
Di, 31. Januar 2023, 21:26 Uhr

US-Staatsanleihen Seitwärtsbewegung


24.04.03 15:41
Hamburgische LB

Die US-Staatsanleihekurse vollzogen in der letzten Woche eine Seitwärtsbewegung, berichten die Analysten der Hamburgischen Landesbank.

Im Vordergrund habe die Quartalsberichtssaison der US-Unternehmen gestanden. Der überwiegende Teil der Unternehmen habe die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt oder übertroffen, was den Aktennotierungen eine festere Tendenz beschert und die Anleihen belastet habe. Da die Analysten ihre Erwartungen jedoch schon sehr stark heruntergeschraubt hätten, sei die von einigen erwartete Rallye an der Wall Street ausgeblieben und die Belastung für die Treasuries habe sich entsprechend in Grenzen gehalten.

Rückläufige Industrieproduktion, ein starker Einbruch des Empire Manufacturing Index sowie die unerwartet hohen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung hätten leicht stützend auf die Bonds gewirkt. Das lange Ende habe zusätzlich von weniger stark gestiegenen Verbraucherpreisen und den Spekulationen über eine mögliche deflationäre Entwicklung profitiert.

Auf der Angebotsseite habe die gute Aufnahme neuer zweijähriger Staatsanleihen mit einem Volumen von 27 Mrd. USD für Unterstützung gesorgt. In der kommenden Woche stünden einige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Highlight der Woche dürfte die Veröffentlichung des US-BIP für das erste Quartal 2003 mit einer erwarteten Wachstumsrate von 2,3 von Hundert sein. Außerdem würden die Analysten mit einer Verbesserung bei den zu veröffentlichenden Stimmungsbarometern rechnen. So dürfte sich beim Verbrauchervertrauen des Conference Board und beim Chicagoer Einkaufmanager-Index der abklingende Irak-Konflikt niederschlagen.

Spekulationen über die Höhe der im Mai anstehenden Quartalsrefinanzierung würden die Staatsanleihen zusätzlich belasten. In diesem Umfeld erwarte man daher eine schwächere Tendenz. Auch die europäischen Rentenkurse hätten in der letzten Woche keine einheitliche Richtung erkennen lassen. Bei ruhigem Handel hätten die Kurzläufer etwas zulegen können, während es am langen Ende bei einer Seitwärtsbewegung geblieben sei. Belastend habe sich hierzulande die festere Tendenz an den Aktienmärkten ausgewirkt, doch hätten in der durch die Osterfeiertage verkürzten Handelswoche die Konjunktursorgen überwogen. Entsprechend hätten sich die Renten behaupten können.

Das kurze Ende habe zudem von anhaltenden Zinssenkungsspekulationen profitiert. Zwar hätten einige EZB-Vertreter die abwartende Haltung der Notenbank betont. Angesichts der düsteren Konjunkturperspektive würden die meisten Marktteilnehmer aber damit rechnen, dass die EZB in den kommenden Monaten die Leitzinsen noch einmal senken werde. Der kräftige Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar habe sich als weitere Stütze für die europäischen Staatstitel erwiesen.

In der kommenden Woche werde mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex ein wichtiger Stimmungsindikator aus Euroland veröffentlicht. Man rechne mit einem moderaten Anstieg, nachdem die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt in den letzten Wochen kontinuierlich zurückgegangen sei. Aus dem gleichen Grund dürften sich auch die Stimmungsindikatoren der EU-Kommission wieder etwas erholen. Die Preisdaten aus Deutschland und Italien würden nur bei deutlicher Abweichung nach oben Einfluss am Rentenmarkt haben; damit rechne man allerdings nicht. Den Ausschlag würden die Aktienmärkte geben, die wiederum von dem weiteren Verlauf der Berichtssaison in den USA abhängen würden. Daher rechne man mit einer etwas schwächeren Tendenz.





 
Werte im Artikel
2,50 plus
+25,00%