Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 26. Februar 2024, 21:44 Uhr

US-Indices treten auf der Stelle


13.02.06 11:00
iWatch

Die breit gefassten US-Indices Dow Jones, NASDAQ Composite und S&P 500 treten per Saldo seit nunmehr drei Wochen mehr oder weniger auf derselben Stelle bzw. auf einem kaum veränderten Niveau, berichten die Experten von "iWatch".

Der Dow Jones sei im Wochenverlauf abermals im Widerstands-Bereich von 10.940 Punkten gescheitert, nach dem ihm immerhin binnen zwei Tagen ein Kursanstieg von exakt 200 Punkten oder knapp 2 Prozent gelungen sei. Ausgehend von dem starken Unterstützungsniveau bei 10.740 Zählern, hätten überwiegend gute Quartalszahlen von US-Unternehmen, den Index zeitweise deutlich nach oben getrieben.

Ähnlich seien die Entwicklungen der Indices des NASDAQ Composite und des S&P 500 verlaufen. Hier hätten sich nun Handelsspannen zwischen 2.240 und 2.310 Punkten für den NASDAQ Composite und Kursniveaus zwischen 1.254 und 1.281 Zähler für den S&P 500 herausgebildet. Ein Verlassen der einen oder anderen Handelsspanne sei derzeit nicht eindeutig absehbar. Die Experten würden daher nochmals diejenigen Argumente einzuordnen versuchen, die im Grunde für fallende Aktiennotierungen sprechen würden: massiver Anstieg der Energie- und Ölpreise, wegen der Endlichkeit der fossilen Energieträger; insbesondere im Falle eines militärischen Konfliktes im Nahen Osten, ausgelöst durch die Wiederaufnahme des Atomprogramms durch den Iran und Hetzparolen zwischen Israelis und arabischen Staaten.

Vollkommen intakter Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank, der erfahrungsgemäß solange betrieben werde, bis etwas kaputtgehe, also die Blasen am US-Immobilien- und/oder US-Rentenmarkt, platzen würden. Einbruch des US-Konsums, da der US-Verbraucher bereits heute bis über die Halskrause verschuldet sei. Zuletzt sei die Sparquote auf einen Wert von minus 0,7 Prozent abgesunken, was indiziere, das der US-Konsument jeden Monat neue Schulden anhäufen müsse, um seinen Lebensstandard bzw. seine Konsumgewohnheiten aufrecht zu halten.

Der neue US-Haushalt für das Fiskaljahr 01. Oktober 2006 bis 30. September 2007 sehe einen Etat von 2.700 Milliarden US-Dollar vor, bei dem insbesondere eine Aufstockung des US-Militärhaushaltes um 10 Prozent von zuvor 400 auf dann 440 Milliarden US-Dollar vorgesehen sei, zulasten von Zahlungen an Rentnern, Invaliden und sozial schwächeren Bürgern.

Unverändert sehr stark negative Leistungsbilanz, die insbesondere aus den defizitären Handelsbilanzen mit den Staaten Asiens, hier allen voran mit China, Japan und Südkorea resultiere. Volkswirte und Notenbanker dieser Welt würden diese Situation mit ungelösten "Ungleichgewichten" zusammenfassen, die sich durchaus crashartig und ohne Vorankündigung nivellieren könnten. Meist geschehe dies durch massive Verwerfungen an den Devisenmärkten. Es gebe allerdings auch einige stichhaltige Gründe, die für steigende US-Aktienkurse sprechen würden.

Die Aussichten für einen stark steigenden Dow Jones stünden aus Gründen, die überwiegend aus technischen Argumenten abgeleitet seien gar nicht so schlecht. Im April 1998 habe der Dow Jones erstmals die Marke von 10.000 Punkten überwunden. Bis Januar 2000 sei es dann bis auf das bis heute gültige Allzeithoch von 11.726 Punkten weiter aufwärts gegangen. Seitdem sei allerdings eine Seitwärtsbewegung zwischen 8.000 Punkten, die im Zuge der Kursverluste nach dem 11. September 2001 markiert worden sei und 10.950 Punkten zu konstatieren.

Umso länger eine Seitwärtsbewegung andauere, desto heftiger sei erfahrungsgemäß die Ausbruchsbewegung des Index. Unter Markttechnikern habe sich bereits die Formel "Länge mal Breite" etabliert. Wobei die Länge die Jahre der Seitwärtsbewegung beschreibe und die Breite von dem Schwankungsintervall der Seitwärtsbewegung definiert werde. Hier also 10.950 bis 8.000 Punkte, also gut 3000 Punkte. Hieraus würde sich nun ein Kurspotenzial von 7 Mal 3.000 Punkten, also 21.000 Punkten ableiten lassen.

Dieser Aufstieg könnte innerhalb eines Zeitraumes von drei bis vier Jahren einhergehen, so dass sich Jahresrenditen für den Dow Jones von 25 bis 35 Prozent in den kommenden Jahren ableiten lassen würden. Aus dieser Warte wäre damit ein Kursniveau von 14.000 Punkten im Dow Jones durchaus möglich. Lasse sich dieses Niveau allerdings auch aus fundamentaler Sicht her erwarten? In Jahren, in denen die US-Notenbank einen Zinserhöhungszyklus beendet habe, seien stets stark steigende Aktienindices in den darauf folgenden Jahren zu beobachten, da die Märkte bereits begonnen hätten, Zinssenkungen zu antizipieren.

Auch die Gewinnsituation der US-Unternehmen sei sehr komfortabel, was sich in einem KGV von 16 artikuliere, welches das niedrigste seit 1995/1996 oder rund 10 Jahren für börsennotierte US-Gesellschaften darstelle. Das KGV von 16 sei im internationalen Vergleich, insbesondere im Vergleich zu Europas KGVs als sehr hoch anzusehen. Die starke Gewinn- und Umsatzdynamik US-amerikanischer Unternehmen nivelliere diese Diskrepanz allerdings sehr gut, wie auch der bisherige Verlauf der Quartalsberichtssaison bestätige.

Die US-Arbeitslosenquote sei Anfang Februar 2006 nur noch mit 4,7 Prozent angegeben worden, was dem niedrigsten Niveau seit dem Jahre 2000 entspreche. Diese Tendenz sei am Donnerstag von den "kleinen Arbeitsmarkdaten" bestätigt worden. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sei im Vierwochendurchschnitt um 7.750 auf 276.500 gesunken und habe damit den niedrigsten Stand seit April 2000 erreicht. Die US-Arbeitsmarktdaten würden damit im Grunde eine sehr robuste Verfassung der amerikanischen Volkswirtschaft indizieren und damit eine anhaltend solide Gewinnentwicklung der US-Unternehmen, die durchaus mit weiter steigenden Aktienkursen goutiert werden könnte.

Ein weiteres Argument für steigende US-Aktienkurse komme aus der "Liquiditäts-Ecke": Erfahrungsgemäß würden die US-Aktienmärkte mit einem Vorlauf von 6 bis 12 Monaten auf potenzielle Leitzinssenkungen durch die Federal Reserve reagieren, was kräftige Kurssteigerungen der US-Indices etwa im Jahresverlauf April bis August 2006 erwarten lasse. Die Märkte würden zur Zeit das Ende des US-Zinserhöhungszykluses spätestens im zweiten Quartal 2006 und eine anschließende aufkommende Diskussion über die ersten Zinssenkungen durch die FED erwarten, unter der neuen Führung von Ben Bernanke, die dann tatsächlich im vierten Quartal 2006 bereits eintreten könnten.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
Werte im Artikel