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Do, 2. Februar 2023, 22:05 Uhr

Südafrika Alptraum aller Unternehmer


02.05.05 10:30
GOLDINVEST.de daily

Bürokratie stoppt Südafrikas weitere Entwicklung in der Bergbaubranche, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".

Wie komme es, das Tansania für Bergbauinvestitionen viel attraktiver geworden sei als das benachbarte, besser entwickelte Südafrika? Dies sei für Südafrikas Politik eine unangenehme, aber unbestreitbare Tatsache. Tansania verfüge über eine sprießende Goldbergbaubranche und Explorationen würden intensiv betrieben.

Seit rund einem Jahrzehnt hätten sich die Regelungen auf dem afrikanischen Kontinent für den Bergbau langsam durch die Erfahrungen mit der Weltbank und dem International Monetary Fund über ihre Interaktionen mit den souveränen Staaten des Kontinents entwickelt:

In Tansania sei beispielsweise der Steuersatz für Gewinn aus dem Bergbau 25% und die Regierung erhalte eine Lizenzgebühr von 1,5% des Verkaufserlöses der Rohstoffe. In der Demokratischen Republik Kongo sei die Lizenzgebühr auf 2% und der Steuersatz auf 25% festgelegt worden. In Südafrika hingegen gelte ein Steuersatz von 29% bei einer Lizenzgebühr zwischen 2% und 8%. Dies sei ungewöhnlich hoch im Vergleich zu den anderen afrikanischen Staaten.

In Südafrika sei es in den letzten 20 Jahren auch zu keinen nennenswerten Explorationen gekommen. Grund hierfür sei wahrscheinlich wiederum die Regelung zur Besteuerung von Bergbauunternehmen: Die Kosten der Explorationsaktivitäten würden nicht das zu versteuernde Einkommen der Unternehmen schmälern. Eine Regelung, die in anderen Staaten ganz anders gehandhabt werde: Dort würden natürlich Explorationskosten den zu versteuernden Gewinn mindern. So z.B. in den USA, wo diese Regelung wohl einen Teil zur Prosperität im 20. Jahrhundert beigetragen habe.

Weiterhin scheine die südafrikanische Bürokratie unfähig zu sein neue Explorationslizenzen zu vergeben. Ein Beispiel für die Auswirkungen dieses Problems: Letzten Monat habe die australische Bergbaugesellschaft Argosy ihre Zelte gepackt und das Land verlassen. Das Unternehmen habe bis dahin bereits einen Explorations-Vertrag mit einer inländischen Gesellschaft geschlossen und auch die "Gesellschaft zur Beteiligung von Schwarzen an der Wirtschaft" Umnotho mit einem Anteil von 15% an den Explorationsvorhaben beteiligt. Für das Projekt seien die Explorationslizenzen im März letzten Jahres ausgelaufen und, obwohl bereits die Verlängerung frühzeitig vor deren Auslaufen beantragt worden sei, seien diese bis heute nicht verlängert worden.

Darüber hinaus hätten die Behörden inzwischen weiterhin bestimmt, dass mindestens 51% an neuen Explorationsprojekten von "Gesellschaft zur Beteiligung von Schwarzen an der Wirtschaft" gehalten werden müssten. Die australische Explorationsgesellschaft habe erklärt, dass sie außerstande sei, diese Regelung umzusetzen. Also habe sie Südafrika verlassen.

Derweilen würden weitere 3.000 Explorationslizenzen bei den Behörden auf Ihre Genehmigung warten.

In einem anderen Fall, der fehlgeschlagenen Übernahme von Gold Fields durch Harmony (beide in Südafrika), habe nun Hamonys Chef Bernard Swanepoel die bürokratischen Hemmnisse in dem Land beklagt: Die ganzen Verfahren würden den Beamten zu große Ermessensspielräume erlauben. Im vorliegenden Fall seien zwei unterschiedliche Behörden nicht imstande gewesen, sich über den zeitlichen Ablauf des Verfahrens zu einigen.

Ob Harmonys Übernahmeversuch dann geglückt wäre sei ein anderes Thema.

Südafrikas Rahmenbedingungen für den Bergbau mögen der Wunschtraum vieler Bürokraten sein, aber er ist der Alptraum aller Unternehmer, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".