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Mo, 4. Juli 2022, 17:17 Uhr

Schweizer Electronic

WKN: 515623 / ISIN: DE0005156236

Schweizer Electronic H1-Zahlen in line


26.08.11 13:50
Montega AG

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Hendrik Emrich, Analyst der Montega AG, stuft die Schweizer Electronic-Aktie unverändert mit "kaufen" ein.

Schweizer Electronic habe heute seine H1-Zahlen veröffentlicht, die sowohl beim Umsatz (58 Mio. EUR, +14% ggü. VJ) als auch EBIT (5,7 Mio. EUR, -2% ggü. VJ) im Rahmen der Erwartungen der Analysten und der Guidance für das GJ 2011 ausgefallen seien. Das Unternehmen habe insofern seine Zielvorgabe für das Gesamtjahr (Umsatz von 110 bis 120 Mio. Euro, EBIT-Marge von 9 bis 10%) trotz der nachlassenden Umsatzdynamik und des leicht rückläufigen Ergebnisses bekräftigt.

Im Rahmen der Roadshow der Montega AG mit dem CEO und CFO habe ein Schwerpunkt auf der bisherigen Entwicklung der Kooperation mit Meiko gelegen. Wenngleich die Einbindung von Meiko aufgrund des steigenden Umsatzanteils die Konzernmarge von Schweizer Electronic in den Folgejahren verwässern werde, ermögliche die lokale Produktion in den Fabriken des asiatischen Partners (vor allem China und Vietnam) Schweizer Electronic den Einstieg in den Massenmarkt.

Der Charme bestehe für Schweizer Electronic darin, dass hierfür keine eigenen Kapazitäten geschaffen werden müssten und somit kein zusätzlicher CapEx aufgewendet werde. Lediglich die resultierende Marge werde zwischen den Partnern "geteilt". Dieser strategische Schwenk sei nach Erachten der Analysten unerlässlich gewesen, da Schweizer Electronic bislang als kleiner, spezialisierter Nischenanbieter immer wieder Aufträge an die Konkurrenz verloren habe, insbesondere wenn Kunden höhere Leiterplattenvolumina in kurzen Bestellzyklen abgerufen hätten. Da Schweizer Electronic mittlerweile der größte europäische Leiterplattenhersteller im Automobilsegment sei (AT&S sei überholt worden) und im Solarbereich der größte weltweit, könnten die Kundenbeziehungen somit künftig besser gehebelt werden.

Der Vorstand habe unterstrichen, dass die (ungesund) hohe Dynamik bei den Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahr zwar spürbar nachgelassen habe (Book-to-Bill 0,6 in H1 2011 nach 1,9 in Q3/2010), die Nachfrage sich jedoch noch auf einem guten Niveau befinde. Insofern seien bislang keine Tendenzen erkennbar, dass der Konzernumsatz in H2 oder 2012 einbrechen werde, wie im Aktienkurs eskomptiert. Da es sich bei Leiterplatten um eine frühzyklische Branche handle, würden die Analysten dieser Aussage eine hohe Bedeutung beimessen.

Allerdings verhalte sich die Nachfrage in den beiden wichtigsten Absatzsegmenten Automobil (52% Umsatzanteil in H1/2011) und Solar (22%) heterogen. Während sich die Automobilnachfrage weiterhin als stabil darstelle, sei der Solarbereich in 2011 stark rückläufig. Da Schweizer Electronic bei Meiko vor allem Leiterplatten für Wechselrichter fertigen lasse (die häufig sicherheitsrelevanten Automobilkomponenten würden weiter in Schramberg gefertigt), dürfte der Umsatzanteil von Meiko in 2011 nur leicht über dem aus 2010 liegen.

Während der asiatische Partner in 2010 6 Mio. Euro zum Konzernumsatz beisteuert habe, dürfte dieser Anteil in 2011 auch unter 10% liegen (mittelfristig seien mehr als 20% angepeilt). Dies sei auch der Grund für die leicht reduzierte Umsatzprognose der Analysten für 2011 und die Folgejahre, da das Stammwerk bei einem Umsatzniveau von gut 100 Mio. Euro voll ausgelastet sei. Durch den langsamer als erwartet hochlaufenden Meiko-Umsatz würden die Analysten gegenüber ihrem letzten Update mit einer langsameren Margenverwässerung rechnen.

Während die Produktion für den Massenmarkt (Standardleiterplatten) künftig komplett über Meiko abgebildet werde, solle im deutschen Stammwerk nur "qualitativ" investiert werden, d.h. in die neuen Geschäftsfelder. Während Schweizer Electronic in den Bereichen Embedding (Trend zur Miniaturisierung, Bauteileteile- und Chipintegration in immer kleineren Leiterplatten), Leistungselektronik (Management hoher Ströme und Wärmeabfuhr, vor allem im Solarbereich relevant) und Systemkostenreduktion (Leiterplatten würden ca. 4 bis 5% der Gesamtkosten der jeweiligen Automobilkomponente ausmachen, eine geschickte Anordnung/Struktur der PCBs könne die Systemkosten jedoch um bis zu 30% senken) bereits erfolgreich tätig sei, seien die Entwicklungen in den Diversifikationsbereichen Systems, Tracing und Energy noch nicht abgeschlossen.

Aufgrund der fehlenden Visibilität würden die Schätzungen der Analysten weiterhin keine Umsatz- und Ergebnisbeiträge der neuen Geschäftsfelder enthalten. Ihres Erachtens sei die mangelnde Visibilität in dieser Hinsicht neben der ausgeprägten Schwäche des Photovoltaikbereichs der Hauptgrund für die relative Schwäche des Aktienkurses der Schweizer Electronic in den letzten Wochen.

Der Investment Case für die Schweizer Electronic-Aktie bleibe intakt. Das Unternehmen sei in einem dynamischen Markt (Leiterplattenmarkt CAGR: +6,5% bis 2014e) als fokussierter Nischenanbieter für spezielle Leiterplaten (häufig mit besonderen thermischen Anforderungen etc.) hervorragend positioniert. Sowohl kundenseitig als auch hinsichtlich der Produktions- und Lieferantenstruktur (Meiko, Contag etc.) sei Schweizer Electronic ausreichend diversifiziert. Als Trigger würden vor allem die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der neuen Geschäftsfelder gelten (noch nicht in den Schätzungen der Analysten enthalten).

Für 2011 würden die Analysten weiter von der Erfüllung der Umsatzguidance (110 bis 120 Mio. Euro, Montega-Schätzung: 118 Mio. Euro) sowie der Margenprognose (EBIT-Marge 9 bis 10%, Montega-Schätzung: 9,5%) ausgehen. Auf Basis eines KGVs von 7,2 und eines EV/EVITDAs von 4,2 (jeweils für 2012e) sei die Aktie der Schweizer Electronic signifikant unterbewertet.

Die Analysten der Montega AG bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Schweizer Electronic-Aktie. Das Kursziel werde von 30,30 Euro auf 28,30 Euro reduziert. (Analyse vom 26.08.2011) (26.08.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
Werte im Artikel
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