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So, 29. Januar 2023, 13:32 Uhr

Russland viertgrößter Stahlproduzent


26.05.05 13:07
GOLDINVEST.de daily

Für 2005 konnten die Eisenerzproduzenten eine Preissteigerung von 71,5% für ihre Produktion erzielen, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".

Nach Ansicht der Macquarie Bank dürften die Eisenerzproduzenten in der absehbaren Zukunft überdurchschnittliche Gewinne erzielen, da sich der diesjährige Preisanstieg bei Eisenerz voraussichtlich bis 2006 fortsetzen und die Gewinne und den Cashflow der großen Produzenten weiter anheben werde.

Gegenwärtig werde die Eisenerzbranche von drei Produzenten dominiert - den beiden australischen Unternehmen BHP Billiton und Rio Tinto sowie der brasilianischen Cia. Vale do Rio Doce. Diese Unternehmen würden mehr als 70% des Eisenerzangebots kontrollieren.

Die Analysten der Macquarie Bank würden nicht glauben, dass die beherrschende Marktposition dieser Unternehmen durch neue Unternehmen gefährdet werde. Trotz der aktuell angespannten Marktlage, die ideale Bedingungen für neue Konkurrenten schaffe, würden sie sogar einen potenziellen Anstieg ihres gemeinsamen Marktanteils auf 76% bis 2010 prognostizieren.

Nach Schätzungen von Macquarie werde sich die Nachfrage für Eisenerz bis 2010 um 266 Millionen Tonnen erhöhen und China werde für ungefähr 96% dieses Anstiegs verantwortlich sein.

Die drei großen Produzenten würden in den nächsten fünf Jahren 80% dieses Anstiegs durch einen Ausbau ihrer Kapazitäten decken.

Um auf dem Markt als neues Unternehmen erfolgreich zu sein, müsse man eine bedeutende Erzressource kontrollieren und das Kapital zur Entwicklung einer damit verbundenen Mine und einer Eisenbahn- und Hafeninfrastruktur besitzen. Und das sei nicht so ganz einfach.

Dem russischen Milliardär Alisher Usmanov könnte das jetzt mit dem Kauf der größten Eisenerzmine in Kasachstan gelingen. Die durch ihn gegründete Holding-Gesellschaft könnte dann mit BHP Billitons Erzförderung konkurrieren.

In einem Telefoninterview mit Bloomberg News habe Herr Usmanov gesagt, dass er die Sokolovsko-Sarbaiskoe-Mine in Kasachstan kaufen und seinen drei russischen Minen hinzufügen möchte. Seine Metalloinvest Holding-Gesellschaft würde bis 2010 eine Förderung von 100 Millionen Tonnen Erz pro Jahr erzielen. Dies würde das Unternehmen zum viertgrößten Eisenerzproduzenten der Welt machen.

"Unser Ziel ist die Optimierung der Ressourcen dieser Unternehmen, um einen großen Anbieter in diesem Bereich zu schaffen, der große Vorteile bei der Versorgung und dem Transport haben wird," habe Usmanov gesagt. Kasachstan besitze 40% der Sokolovsko-Sarbaiskoe Mine.

Nach Erwartungen der Branchenanalysten könne die Stahlindustrie auf Grund ihrer geringeren Fragmentierung neue Eisenerzanbieter verkraften. Heute gebe es eine handvoll großer Stahlproduzenten, die sich darauf konzentrieren würden, bei fallender Nachfrage ihre Gewinne durch eine Angebotsverknappung zu erhalten.

Corus PLC, der größte Stahlproduzent auf den britischen Inseln, habe letztes Jahr Gespräche mit Usmanov über Eisenerzlieferungen geführt, der zu diesem Zeitpunkt der zweitgrößte Aktionär des Unternehmens gewesen sei. Herr Usmanov habe seinen Anteil an Corus am 14. Dezember 2004 verkauft.

Usmanov, ein russischer Staatsbürger, der in Usbekistan geboren worden sei, besitze laut Forbes Magazin ein Vermögen von 2 Milliarden USD. Er und sein Partner, Vasily Anisimov ein früherer Aktionär von OAO Sual Aluminium, hätten im Januar 2005 97% der russischen Mikhailovsky GOK Eisenerzmine gekauft. Herr Usmanov besitze die Lebidinsky Mine und eine Minderheitsbeteiligung an der Alinogorsky Mine. Falls der Preis stimme, werde er weitere Minen kaufen.

Laut Vasily Nikolaev, Analyst bei Troika Dialog in Moskau, sei Usmanovs Plan sinnvoll. Da die Eisenerzproduzenten in der ehemaligen Sowjetunion klein und fragmentiert seien, sei es für sie schwierig, die Preise mit den Stahlproduzenten auszuhandeln.

Das Kombinat OAO Magnitogorsky Metallurgichesky, der zweitgrößte Stahlproduzent in Russland, habe einen seiner acht Schmelzöfen am 16. Mai 2005 stilllegen müssen, nachdem Mikhailovsky und Sokolovsko-Sarbaiskoe ihre Lieferungen an Eisenerz-Pellets bis um 85% reduziert hätten. Ungefähr die Hälfte des monatlichen Bedarfs an Eisenprodukten von einer Million Tonnen für Magnitogorsky seien Eisenerz-Pellets.

Russland habe während der letzten sechs Jahre die Stahlproduktion um 50% erhöht und in 2004 61 Millionen Tonnen produziert. Damit sei Russland hinter China, den USA und Japan der viertgrößte Stahlproduzent.