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Mo, 30. Januar 2023, 1:40 Uhr

Die Rohstoffpreise werden steigen


29.04.05 12:10
GOLDINVEST.de daily

Vor zwei Wochen wurde ein Vertrag zwischen Indien und China geschlossen, der den jahrzehntelangen Streit über die gemeinsame Grenze im Himalaja beendet, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".

1962 habe dieser Konflikt sogar zu einem einen Monat dauernden Krieg geführt, in dem rund 1.000 schlecht ausgerüstete chinesische und indische Soldaten ihr Leben hätten lassen müssen. Dabei sei das einst umstrittene Gebiet ein unfruchtbares Gebirge wahrscheinlich ohne irgendwelche Rohstoffvorkommen.

Obwohl Indiens nationaler Sicherheitsberater den Vertrag als einen der wichtigsten Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern bezeichnet habe, würden wohl auf anderem Gebiet Spannungen herrschen: Beide Nationen würden knappe (Energie-) Ressourcen für ihre aufstrebenden Volkswirtschaften brauchen.

Während die beiden wirtschaftlichen Großmächte den bilateralen Handel weiter ausbauen würden - er solle 2010 30 Mrd. USD erreichen - finde im Hintergrund eine Rivalität statt, die darüber entscheiden könnte, welchen der Volkswirtschaften es an lebenswichtigen Rohstoffen mangeln werde. Es scheine sicher, dass es nicht genügend Rohstoffe gebe, um ein rasantes Wachstum beider Volkswirtschaften zu ermöglichen.

China sei kürzlich im Roten Meer aktiv geworden: China habe eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach der Hafen von Gwadar ausgebaggert und somit vertieft werden solle, wodurch eine Präsenz der chinesischen Marine hier nahe der Straße von Hormuz hergestellt werden könnte, durch die 40% des Ölumsatzes der Welt transportiert würden. Analysten würden die Aktivitäten Chinas im Indischen Ozean und im Persischen Golf interpretieren - sie seien an mehreren Infrastrukturprojekten beteiligt - als Taktik, Indien abzukapseln und ihrem Bestreben nach Zugang zu regionalen Ressourcen entgegenzuwirken.

Andererseits seien die Inder auch aktiv gewesen, um bestimmte Ressourcen kontrollieren zu können. China habe als zentralistisch geführter Staat jedoch den Vorteil, langwierige demokratische Entscheidungsprozesse zu vermeiden und direkt zielgerichtete Aktivitäten entfalten zu können. Indien hingegen müsse daher schnell bürokratische Hindernisse aus dem Weg räumen, wenn es seinen Anteil am Ressourcenkuchen sichern wolle. In diesem Sinne habe der indische Premierminister Singh auf einer Öl- und Gas-Konferenz in Neu Delhi im Januar gesagt, dass China vor Indien liege in Bezug auf die Sicherheit der Energieversorgung und dass Indien nicht länger selbstzufrieden sein könne.

Indien könnte seiner Sache nicht nur dadurch dienen, indem es Vereinbarungen mit Rohstofflieferanten treffe, wie der vor kurzem abgeschlossene Multi-Mrd.-Vertrag mit Iran, sondern auch durch die Stärkung der eigenen Ölgesellschaften, um sie als global agierende Unternehmen zu positionieren. Weiterhin sollte es eine Reform geben, um die Schwierigkeiten mit der Bürokratie (in jedem Bundesstaat anders) zu überwinden, um Bodenrechte erwerben zu können. Eine Vereinfachung auf diesem Gebiet könnte das Land für erfahrene und technologisch fortgeschrittene westliche Unternehmen öffnen, die die noch unberührten Energiereserven des Landes schneller zur Produktion bringen könnten.

Derzeit erscheine es, als ob China durch diplomatische und militärische Manöver die Nase vorn habe, die Versorgung mit Ressourcen für die kommende wirtschaftliche Prosperität sicherzustellen. Die Inder würden versuchen aufzuholen. Die Volkswirtschaften beider Länder würden in rasantem Tempo wachsen und dabei der Welt größten und jüngsten Mittelstand aufbauen.

Die von vielen wahrgenommene Rivalität zwischen den Ländern habe auf die Bevölkerung bzw. die Wirtschaft eigentlich keine dramatischen Auswirkungen und langfristig gesehen gar keine. Denn in freien Wirtschaftssystemen würden Preisunterschiede in unterschiedlichen Märkten für das gleiche Produkt dazu führen, dass es im "preiswerteren" Markt ge- und im "teureren" Markt verkauft werde und zwar solange, bis sich die Preise angeglichen hätten. Diese Entwicklung könne selbst im kommunistischen China langfristig nicht verhindert werden.

Fazit für Investoren: Die Rohstoffpreise steigen, so die Experten von "GOLDINVEST.de daily".