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Mi, 21. Februar 2024, 12:08 Uhr

ÖkoDAX - das Ende eines grünen Traums?


04.04.12 15:52
Die Börsenblogger

Ludwigsburg (www.aktiencheck.de) - Es ist gar nicht so lange her, dass Deutschland als Vorreiter in Sachen grüner Technologien galt, so Christoph Scherbaum von "Die Börsenblogger".

Vor allem der Solarbranche sei eine strahlende Zukunft vorausgesagt worden und so lange die Subventionen der Bundesregierung noch geflossen seien, habe die Branche auch beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen können. Stellvertretend für den Aufstieg der grünen Zukunftstechnologien habe der Öko DAX gestanden, der die Wertentwicklung der Branchengrößen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien abgebildet habe.

Die Zeiten hätten sich aber mittlerweile drastisch geändert, vor allem die einstmals blühende Solarbranche befinde sich seit geraumer Zeit auf dem absteigenden Ast. Nicht wenige würden sogar das Ende der gesamten deutschen Solarbranche innerhalb der nächsten Jahre voraussagen. Die Unternehmen hätten mit einer immer stärker werdenden Billiglohnkonkurrenz aus China zu kämpfen. Genauso würden den Unternehmen die zurückgehenden Subventionen zu schaffen machen. In den Ländern Südeuropas, wo nun einmal die Sonne häufiger scheine als hierzulande würden Projekte gestrichen, da die Regierungen sparen müssten und häufig die Förderungen für Erneuerbare Energien als erstes betroffen seien.

Nachdem bereits Unternehmen wie solarhybrid (ISIN DE000A0LR456/ WKN A0LR45), SOLON (ISIN DE0007471195/ WKN 747119) oder auch Solar Millennium (ISIN DE0007218406/ WKN 721840) Insolvenz angemeldet hätten, stelle die Insolvenz von Q-Cells (ISIN DE0005558662/ WKN 555866) insgesamt einen traurigen Höhepunkt dar, denn das Unternehmen sei einstmals der größte Hersteller von Solarzellen auf der Welt gewesen. Es habe sogar Spekulationen darüber gegeben, dass Q-Cells das erste ostdeutsche DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900)-Unternehmen werden könnte.

So sehr man allerdings enttäuscht über den Untergang der deutschen Solarindustrie sein möge, müsse man beachten, dass es den Chinesen in kürzester Zeit gelungen sei, die Preise für Solaranlagen zu senken. Der Plan sei es gewesen, irgendwann bezahlbare grüne Techniken zu entwickeln, mit denen die Menschheit das Ende der fossilen Energieträger einleiten könne. Doch in der Bequemlichkeit, in der sich die Solarbranche hierzulande aufgrund sprudelnder Subventionen befunden habe, wären die Preise ohne den Druck aus Asien womöglich auf Jahrzehnte unbezahlbar geblieben.

Ein ähnliches Schicksal wie der Solarbranche scheine derzeit auch der Windkraftindustrie zu drohen, denn auch in diesem Fall würden die chinesischen Hersteller auf die Weltmärkte drängen. Auch in diesem Fall hätten die Windkraftanlagenhersteller aus China erhebliche Kostenvorteile. Lediglich die Nachteile bei der Qualität scheinen die Hersteller aktuell daran zu hindern die Vorherrschaft zu übernehmen, so Christoph Scherbaum von "Die Börsenblogger". (04.04.2012/ac/a/m)




 
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