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Di, 6. Dezember 2022, 5:00 Uhr

Nestlé

WKN: A0Q4DC / ISIN: CH0038863350

Nestlé-Aktie: Defensive Strategie für stürmische Börsenzeiten


11.10.12 10:23
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Nestlé-Aktie ein langfristiger Kauf.

Der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern Nestlé habe zuletzt vor allem vom starken Absatzwachstum in den Schwellenländern profitieren können, während die Euro-Krise vor allem in den Ländern Südeuropas die Kauflust für Nestlé-Produkte geschmälert habe. Jedoch seien die Schweizer nicht nur in der Lage, die schwächelnde Nachfrage in Europa mit den enormen Wachstumsraten in den Emerging Markets mehr als wettzumachen.

Vielmehr solle das Geschäft in den so genannten entwickelten Volkswirtschaften durch verschiedene Maßnahmen angekurbelt werden. Dazu würden Produktinnovationen wie Teekapseln, die Konzentration auf Mega-Trends wie das Thema Wasser und ein verbessertes Angebot für anspruchsvolle Kunden zählen.

Immer wenn sich die Aktienmärkte in Aufruhr befänden, heiße es, dass Anleger eine defensive Strategie fahren sollten. Zu den defensiven Aktien würden in der Regel Titel von Unternehmen aus dem Nahrungsmittelbereich, dem Pharmasektor oder Titel von Unternehmen gezählt, die Produkte für die tägliche Körperpflege herstellen würden. Die Idee dahinter sei, dass Produkte dieser Unternehmen auch in Krisenzeiten nachgefragt werden müssten. Ein wahrer Klassiker bei den defensiven Titeln sei der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern Nestlé.

Zudem genieße das Unternehmen als Marktführer gewisse Preissetzungsmacht. Daneben würden die Schweizer über eine breite Produktpalette verfügen, die die unternehmenseigenen Risiken weit streue. Ebenso habe Nestlé in den vergangenen Jahren seine Geschäftsaktivitäten immer weiter weg vom europäischen Markt auf die wachstumsträchtigen Märkte in den Schwellenländern verlagern können, was vor allem in Zeiten der europäischen Staatsschuldenkrise einen großen Vorteil darstelle.

Im Zuge des wirtschaftlichen Aufstiegs der Schwellenländer gleiche die Bevölkerung in diesen Staaten ihre Konsum- und Essgewohnheiten denjenigen der westlichen Industrieländer an. Von diesem Nachholbedarf habe bisher auch Nestlé profitieren können. Dabei hätten die Schweizer trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in Europa teilweise deutliche Zuwächse bei den wichtigsten Geschäftszahlen verbuchen können.

Nestlé habe im ersten Halbjahr 2012 ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnet. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sei der Umsatz um 7,5% auf 44,1 Mrd. Schweizer Franken gestiegen. Beim operativen Ergebnis sei es um 6,3% auf 6,6 Mrd. Schweizer Franken nach oben gegangen. Unterm Strich habe das Unternehmen 5,1 Mrd. Schweizer Franken verdient, was einem Anstieg von 8,9% entspreche. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs in der ersten Jahreshälfte habe der Konzern seine Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Demnach möchte Nestlé organisch um 5% bis 6% wachsen.

Einmal mehr habe das Unternehmen besonders vom starken Absatzwachstum in den Emerging Markets profitieren können. Dabei seien die Umsatzrückgänge in den europäischen Krisenstaaten wie Portugal, Italien, Griechenland oder Spanien durch ein organisches Umsatzwachstum in den aufstrebenden Märkten von 12,9% mehr als wettgemacht worden. In den Industrieländern habe das Wachstum lediglich bei 2,6% gelegen.

Es sei allerdings nicht nur die Euro-Krise, die die Wachstumschancen von Nestlé auf dem alten Kontinent einschränke. Während der Konzern in den Schwellenländern davon profitieren könne, dass westliche Essgewohnheiten kopiert würden, habe man vor allem in Deutschland mit einem wachsenden Problem zu kämpfen: Kunden seien offensichtlich immer weniger bereit, industriell hergestellte Nahrung zu akzeptieren. Bei Nestlé habe man dieses Problem erkannt und möchte dementsprechend reagieren.

"Wenn sich die Verbraucher ändern, müssen wir uns auch ändern", habe jüngst der Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge gesagt. Um von dem Image der Industrienahrung wegzukommen, plane das Unternehmen in Zukunft, verstärkt anspruchsvolle Kunden anzusprechen. Aus diesem Grund starte Berssenbrügge das millionenschwere Programm "Q4". Es solle als Test in Deutschland laufen und bei Erfolg weltweit eingesetzt werden.

Dazu habe Nestlé mit dem Wuppertaler Institut CSCP ein Qualitätskonzept entwickelt, das in den vier Bereichen Geschmack, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Sicherheit wirken solle. Beispielsweise solle im Rahmen dieses Programms geklärt werden, ob die bestehenden Maggi-Produkte ohne Geschmacksverstärker auskommen könnten oder ob neue Produkte entwickelt werden müssten.

Welche Möglichkeiten sich bei der Gruppe der anspruchsvollen Kunden ergäben, zeige eine von Nestlé beim Allensbach-Institut in Auftrag gegebene Studie. Demnach gäben qualitätsbewusste Kunden 20 Euro im Monat mehr für Lebensmittel aus. Gleichzeitig wächst diese Gruppe in Deutschland. Zudem seien diese Käufer kritischer und schauen weitaus häufiger auf Testberichte oder auf Botschaften von Verbraucherschützern wie Foodwatch. Aus diesem Grund müssten sich die Lebensmittelhersteller bei dieser Gruppe ein wenig mehr anstrengen, um sie als Kunden zu gewinnen.

Neben den viel versprechenden Wachstumsmöglichkeiten in den Schwellenländern und der zahlungskräftigen Gruppe der anspruchsvollen Kunden in Deutschland, habe Nestlé frühzeitig einen Mega-Trend für das 21. Jahrhundert erkannt und sich eine starke Stellung mit seinem Wasser-Geschäft erarbeitet. Zwar seien etwa 70% unseres Planeten von Wasser umgeben, allerdings seien nur etwa 2,5% davon trinkbar und sogar weniger als 1% des Süßwassers sei frei zugänglich. Angesichts des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung sei es abzusehen, dass der Zugang zu Wasser immer wichtiger werden werde und dass sich für Unternehmen, die in diesem Bereich tätig seien, enorme Wachstumschancen eröffnen.

Wir alle würden die luxuriös ausgestatteten Geschäfte kennen, in denen Kaffeekapseln von Nestlé verkauft würden. Gleichzeitig sorge der Charme von George Clooney in der Werbung für ein gewisses Image der Kapseln. Nachdem der Konzern mit ihnen einen großen Erfolg gefeiert habe, denke man bei den Schweizern einen Schritt weiter. Dieser nächste Schritt solle der Verkauf von Teekapseln sein.

Laut Aussagen des für die Marke Special.T zuständigen Nestlé-Managers Pascal Lebailly in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sei die Markteinführung der Teekapseln in Deutschland für November geplant. Diese seien bereits in der Schweiz und Frankreich erfolgreich getestet worden. Dabei sei der deutsche Markt für das Unternehmen von besonderem Interesse, denn in Deutschland werde pro Jahr Tee im Wert von 1,3 Mrd. Euro gekauft.

Solange die Schwellenländer ihr rasantes Wirtschaftswachstum beibehalten und ihre Essgewohnheiten im Zuge dessen denjenigen der Industrieländer angleichen würden, dürfte auch der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern von dieser Entwicklung profitieren.

Mit Innovationen wie Kapseltee, der Konzentration auf den Zukunftsmarkt Wasser oder die gestiegenen Ansprüche deutscher Verbraucher, zeigt Nestlé, dass es sich auf den Erfolgen in den Schwellenländern nicht ausruhen will, sondern gleichzeitig Wachstumschancen in den Industrieländern wahrnehmen möchte, so die Experten von "Aktienservice Research". Das Stop-Loss-Limit sollte man bei 43,50 EUR beachten. (Ausgabe 544 vom 10.10.2012) (11.10.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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