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Do, 18. August 2022, 10:27 Uhr

Finanzmarktkrise als Krise des Vertrauens


14.10.08 10:12
PEH Wertpapier

München (aktiencheck.de AG) - Die Krise auf dem Finanzmarkt ist vor allem eines: eine Vertrauenskrise, so die Experten von PEH Wertpapier.

Die Banken würden einander nicht mehr trauen. Sie würden sich gegenseitig den Geldhahn zudrehen und auf Hilfe vom Staat hoffen. Wie sollen ihnen da noch die Kunden vertrauen, fargen die Experten von PEH Wertpapier. Viele von ihnen würden ohnehin gerade schmerzhaft die Folgen schlechter Beratung erfahren: Ihre Depots hätten rapide an Wert verloren. Daraus würden sie die Konsequenzen ziehen - bei der bankunabhängigen Vermögensverwaltung PEH Wertpapier AG spüre man das deutlich. Deren Vorstandsvorsitzender Martin Stürner sage: "Die Anfragen nach Beratungsgesprächen sind extrem gestiegen."

Bankmitarbeiter stünden unter Druck, bestimmte Produkte zu verkaufen. Vor allem in den letzten Jahren sei es nicht mehr darum gegangen, ob eine Anlage für den einzelnen Kunden die beste Wahl gewesen sei. Am Monatsende habe einfach die Quote stimmen müssen. Zudem seien Bankberater häufig für 500 oder sogar 1.000 Kunden zuständig - und würden zurzeit oft nicht mehr ans Telefon gehen. Ein PEH-Berater betreue deutlich weniger Klienten. Er habe die Portfolios im Blick und melde sich selbst, wenn er Handlungsbedarf sehe. Seine Kunden würden frühzeitig Informationen und konkrete Lösungsvorschläge bekommen. Stürner: "Wenn die Zeitungen über die ersten Pleiten berichten, ist es zu spät, vernünftig zu reagieren."

Der PEH gehe es um langfristige Kundenbeziehungen. Bei den Mitarbeitern gebe es kaum Fluktuation. Sie würden ihre Klienten durchs Leben begleiten - und manchmal schon die zweite Generation einer Familie betreuen. Martin Stürner betone: "Wir sind nicht an einer schnell verdienten Provision interessiert. Unser Geschäft basiert darauf, dass der Kunde zufrieden ist - und bleibt." Zurzeit würden sich bei der PEH Anleger melden, die klar sagen würden, dass sie sich bisher die Gebühren für die Vermögensverwaltung sparen wollten. "Manche haben viel Geld verloren. Sie sehen heute deutlicher denn je, dass es sich lohnt, Know-how und Engagement angemessen zu honorieren."

Martin Stürner mache deutlich: "Wir sind konservativ ausgerichtet. Heute erweist sich erneut, wie klug es ist, nicht zu gierig zu agieren." Für ihn sei es schon immer wesentlich gewesen, eigene Fonds und Strategien anzubieten: "Wir können das Risiko steuern - und das haben wir genutzt. Wir haben frühzeitig reagiert und das Risiko runtergefahren. Die Aktienquote beim PEH Empire etwa beträgt schon eine Weile 0 Prozent." Entscheidend für ihn sei Folgendes: "Wir wissen exakt, wie sich unsere Produkte zusammensetzen und wie sie funktionieren. "Unabhängige" Berater, die nur Produkte anderer Anbieter verkaufen, haben da Probleme."

Eine große deutsche Bank habe mitten in der Finanzkatastrophe ehrgeizige Wachstumspläne im Bereich Privat- und Geschäftskunden angekündigt. Verständlich - im Investment Banking sei erst mal nichts mehr zu verdienen. Martin Stürner sehe das skeptisch: "Vertrauen wächst langsam, ist rasch verspielt - und dann sehr schwer wiederzugewinnen." Er habe schon lange vor Ausbruch der Krise einen Trend zur Abwanderung von den Banken beobachtet. Und das gelte nicht nur für die Kunden, freue sich Stürner: "Wir bekommen viele Bewerbungen und können uns die besten Mitarbeiter aussuchen. Und wir sind froh, dass wir das Personal in den letzten Jahren konsequent ausgebaut haben: Wir haben viel zu tun." (14.10.2008/ac/a/m)